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Räuber und Gendarm

von Vampy
GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
Bikky Goldman Dee Layton Drake Jamie Jay "JJ" Adams Randy "Ryo" MacLane Ross Barclay
16.03.2005
20.02.2007
3
26.478
 
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16.03.2005 5.757
 
Legende: ## Traum/Rückblende

Ryo saß in seinem Wagen. Die Akte hielt er immer noch in der Hand. Den Koffer mit dem Geld hatte man ihm in die Hand gedrückt, aber das war dem Mann egal gewesen. Er starrte wieder in die Akte. /Dee.../ Er schloss seine Augen aus denen wenige Momente später Tränen flossen. „Warum...?“ Er behielt seine Augen geschlossen. „Warum zum Teufel muss mir so was immer passieren!? Womit habe ich das nur verdient?!“ Er öffnete seine Augen und strich die Tränen weg, aber er hatte keine andere Wahl... Wenn er frei sein wollte, wenn Bikky weiterleben sollte, musste er tatsächlich die Person umbringen, die er liebte. „Warum habe ich es ihm nicht erzählt?“ Er schluchzte. „Warum habe ich Idiot überhaupt etwas mit ihm angefangen!?“ Er wischte sich die Tränen weg. „Ich bin so dumm... Ich hasse mein Leben... Warum habe ich mir damals nicht eine Kugel durch den Kopf gejagt?“ Er zitterte vor Wut. „Warum habe ich -ihn- nicht umgebracht, als ich die Chance hatte?!“ Er startete den Motor und fuhr von dem Gelände. Er musste so schnell wie möglich Matteo aufsuchen, denn er wusste den schnellsten Weg, um wieder nach New York zu kommen.
„Du musst nach New York?“ Matteo blickte Ryo an, der völlig aufgelöst war. „Ja, ein normaler Flug würde zu lange dauern und meine Waffen... Ich...“ Der junge Italiener, der hinter einem Bürotisch saß, erhob sich aus dem Ledersessel und ging zu Ryo, der in der Mitte des Raumes stand. „Randy, was ist los mit Dir? Du stehst völlig neben Dir. Deine Augen...“ Er strich über die Wange des Mannes, blickte ihm in seine leblos wirkenden Augen. „Du siehst aus, als hättest Du die ganze Zeit geweint...“ , „Matteo... Ich kann nicht mehr.“ , „Was ist los?“ , „Ich habe keine Zeit es Dir zu erklären. Lass mich mit einer Maschine nach New York fliegen. Ich bitte Dich!“ Tränen flossen über seine Wangen und der Waffenlieferant biss sich auf die Unterlippe. „Einverstanden. Du wirst so schnell wie möglich nach New York kommen. Ich lasse sofort eine Maschine vorbereiten.“ Er streichelte Ryo über die Wange. „Mach Dir keine Sorgen um alles was hier passiert. Ich werde dafür sorgen, dass man Dir nichts anheftet.“ , „Danke, Matteo.“ Er lächelte, obwohl Tränen über seine Wangen flossen. „Ich habe nur eine Bitte. Während Du nach New York fliegst... In dem Flugzeug ist Briefpapier. Schreib mir alles auf.“ , „Ja.“
Nur wenige Momente später saß Ryo in einem Privat-Jet, auf einer schwarzen Ledercouch und starrte aus dem Fenster. Er hatte alles in Italien zurückgelassen. Seine Waffen und auch das Geld von dem Don. Es war ihm alles egal, aber auch vertraute er Matteo’s Worten, dass dieser sich um alles kümmern würde. Er schloss langsam seine Augen und sah das Briefpapier und ein teures Schreibetui. Er griff danach und atmete tief ein. Er wusste, dass er dem jungen Italiener vertrauen konnte, immerhin war er Padre Vittorio’s Sohn. Er zögerte, aber begann dann aufzuschreiben, was in den letzten Tagen passiert war und auch schrieb er auf, dass er sich Dee verliebt hatte und ihn nun umbringen musste. Er konnte nur schwer beim Schreiben seine Tränen zurückhalten und auch seine Hand zitterte.
Es dauerte gerade mal eine halbe Stunde, bis er 3 Blätter beschrieben hatte und sich völlig entkräftet fühlte.  Er hatte lange geschlafen, aber trotzdem war sein Körper am Ende seiner Kräfte angelangt und wie von selbst fielen dem Dieb die Augen zu, aber auch das was er träumte, ließ ihn nicht ruhen, denn er träumte von seiner Vergangenheit und von dem Mann, den er hassen gelernt hatte.

##

Ryo war gerade mal 2 Wochen als Scharfschütze bei der Tokioter Polizei, als ein Serienkiller sein Unwesen in ihrem Bezirk trieb. „Er hat es nur auf ranghohe Yakuza’s abgesehen!“, sein Vorgesetzter knurrte und blickte den gerade mal 21-jährigen Newbie an. „Das scheint ein ganz schön harter Brocken zu sein. Du solltest Dich lieber mit Papierkram befassen. Ich will kein Risiko eingehen und Dich verlieren.“ , „Aber... Darum bin ich doch bei der Polizei!“, der Braunhaarige war überzeugt davon, dass man ihn auch einsetzen sollte. „Keine Chance, Ryo.“ Damit musste er sich zufrieden geben, auch wenn er nicht wollte.
Nach Dienstschluss hatte er sich noch in ein Café gesetzt und trank einen Tee. Er tat dies fast jeden Tag, da Zuhause niemand auf ihn wartete und seine Eltern lebten in Amerika. Sie telefonierten regelmäßig, aber sonst gab es hier so gut wie nichts. Seine Freunde hatten sich schon vor langer Zeit von ihm distanziert, Verwandte lebten zu weit weg, wollten nichts von ihm wissen oder waren schon längst verstorben und bei der Arbeit ließ man ihn nur Papierkram machen. Er verfluchte sich schon dafür, dass er unbedingt Polizist werden wollte.
„Darf ich mich hier hersetzen?“, die kühle Stimme, die englisch sprach, riss Ryo aus seinen Gedanken. „Natürlich!“, er antwortete, ohne überhaupt nachzudenken und schon sah ein weißhaariger Mann an seinem Tisch. „Hm, dass ist nett.“ Er lächelte schwach. „Mein Name ist Jack.“ , „Ryô Matsukawa“, auch er lächelte. „Sie scheinen nicht aus Tokio zu kommen.“ Der junge Polizist nippte an seinem Tee und sah in die eiskalten, blauen Augen des Ausländers. „Nein, ich habe nur etwas geschäftliches hier zu erledigen und wollte jetzt einen Kaffee trinken und dann ins Hotel.“ , „Wo kommen Sie denn ursprünglich her?“, Ryo bemerkte seine ungewohnte Neugier noch nicht mal. „Wenn ich das mal wüsste.“ , „Hm? Wie soll ich denn das verstehen?“ Jack’s Lächeln war bitter. „Ist doch auch nicht so wichtig, oder?“ , „Stimmt.“ Ryo nippte wieder an seinem Tee und wurde von dem älteren Mann gemustert. „Sie sind kein richtiger Japaner, oder?“ , „Ja, mein Vater ist Amerikaner.“ , „Aha. Dann sind Sie sicherlich auch zweisprachig aufgewachsen, nicht?“ , „Genau“, wieder lächelte er. „Aber mein Englisch ist nicht sehr gut. Ich habe mich zu sehr an Japan gewöhnt.“ , „Dafür sprechen Sie aber gut englisch.“ Er errötete leicht. „Dankeschön...“

##

Ryo schlief unruhig auf der Couch. Er sprach leise im Schlaf und wälzte sich ständig hin und her. Er wollte nicht wieder daran erinnert werden, er hatte es doch alles hinter sich gelassen, aber er konnte sich nicht zwingen aufzuwachen, dieser Traum, diese Erinnerung... Es war das Schlimmste was ihm bisher widerfahren war.

##

Knapp ein Monat war verstrichen und sie hatten einen Täter festgenommen, der auch die Morde gestanden hatte. Er gab zu, dass er beauftragt war, alle ranghohen Yakuza umzubringen und auch den Namen seines Auftraggebers hatte er genannt, aber als sie diese Person aufgesucht hatten, hatte sie sich schon längst eine Kugel durch den Kopf gejagt. Nun war wieder Alltag eingekehrt und man kümmerte sich um ’die üblichen Sachen’.  „Ryo? Hier ist Post für Dich!“ Der Polizist blickte seinen Kollegen überrascht an. „Warum schickt man es nicht zu mir nach Hause?“ , „Keine Ahnung“, er zuckte mit den Schultern. „Vielleicht hast Du ja irgendwas gewonnen oder ein anderes Revier gibt Dir jetzt schon eine ranghöhere Stelle, bei denen Fähigkeiten als Scharfschütze ist das eine Ehre, Ryo.“ Kamiya konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Nachdenklich betrachtete Ryo den Umschlag, der per Luftpost aus Amerika gekommen war, von einem anderen Revier. Er öffnete ihn ohne Umschweife und bemerkte, dass es sich um Papiere handelte und Fotos. „Hm?“, sein Kollege wurde neugierig und sah ihm über die Schulter. Ryo war wie erstarrt, als er die Fotos sah. „Oh mein Gott...“, selbst dem erfahrenem Polizisten stockte der Atem, als er die Bilder sah. Es handelte sich um Ryo’s Eltern. Sie waren brutal hingerichtet worden und man konnte sie kaum noch erkennen. „Ryo...“ Der Polizist starrte auf die Fotos und Tränen flossen über seine Wangen. „Wie... wie kann das sein?!“ Er konnte seinen Blick nicht von den Leichen lösen. So was grausames hatte er noch nie gesehen und der Schock saß tief. „Ryo, Du musst jetzt Fassung bewahren“, Kamiya legte ihm eine Hand auf die Schulter, aber das brachte nichts. Er brach in Tränen aus. Jetzt war ihm alles egal.

Am selben Tag noch hatte er die Kündigung eingereicht und zwei Tage später war er auf dem Weg nach Amerika, um wenigstens bei der Beerdigung seiner Eltern dabei sein zu können. Er redete mit niemandem mehr und hatte auch nicht vor nach Japan zurückzukehren, er hatte eigentlich nicht mal mehr den Wille weiterzuleben. Er kam mit zwei Koffern in der frühen Morgenstunden von New York an. Alles was ihm wichtig war, hatte er in diesen beiden Koffern. Als er endlich draußen ankam, nahm er sich ein Taxi und fuhr zu Revier, von dem er die Fotos bekommen hatte. Der afroamerikanische Chief setzte ihn über alles in Kenntnis, was er wissen musste. „Hat man denn wenigstens schon den Mörder gefunden? Nein, sagen Sie mir lieber den Grund, warum sie sterben mussten.“ , „Nun, Mr. Matsukawa... Es schien sich um Raubmord zu handeln. Einige Gegenstände fehlten und auch Bargeld schien erbeutet worden zu sein.“ , „Wegen so was lächerlichem müssen zwei Menschen sterben?“ Tränen liefen über seine Wangen und der Chief nickte. „Ja, aber seinen Sie unbesorgt. Wir werden den Mörder Ihrer Eltern bald gefunden haben.“ Wie sollte Ryo das trösten? Seine Eltern brachte dies auch nicht wieder. Der Chief schob ihm zögernd etwas zu. „Dies sind die Schlüssel zu der Wohnung Ihrer Eltern. Vielleicht möchten Sie sich etwas umsehen dort.“ , „Danke.“ , „Darf ich wissen, wann die Beerdigung ist?“ , „Heute.“
Ryo und ein älteres Ehepaar, welches die Nachbarn seiner Eltern waren, waren die einzigsten auf der Beerdigung. Das Ehepaar hatte nichts von dem Einbruch mitbekommen und auch sie waren davon gezeichnet worden, denn niemand rechnete mit so was und auch der Hund, den dieses Ehepaar besaß, hatte nicht gebellt. Ryo war überrascht, dass auch der Chief gekommen war, den er am Morgen aufgesucht hatte. Er hatte schweigend eine Blume auf das Grab gelegt. Die Simmins’ hatte Ryo mit zu sich genommen und boten ihm an, dass er solange wie er wollte, bei ihn bleiben könnte, aber er hatte höflichst abgelehnt. Er wollte nur einmal in die Wohnung seiner Eltern, bevor er...
Nun stand er vor der Nachbarswohnung der Simmins, der Wohnung seiner Eltern. Er dachte an seinen letzten Besuch, der fast 2 Jahre her war und daran, mit welchem Lächeln ihn seine Mutter empfangen hatte. Er schloss die Tür auf und betrat die Wohnung. Es hatte sich nichts verändert, alles war noch so, wie damals. Er ging durch die ganze Wohnung und betrat das Schlafzimmer. Ein Reinigungsteam hatte man wohl schon geschickt, denn alles war sauber und ordentlich und nicht so, wie er es auf den Bildern gesehen hatte. Ein trauriges Lächeln lag auf seinen Lippen und er ging wieder in die Stube. /Warum musste das passieren?/ Er sah sich um und je länger er hier war, desto depressiver wurde er. Sein weiterer Weg führte ihn in die Küche. „Ich will aufhören zu leiden...“ Er griff nach einem Küchenmesser, welches in einem Holzblock steckte und sah sich die Klinge an. Sie war scharf genug, um jemand damit umzubringen oder auch sich selbst.
„Ist es das was Du willst, Ryo?“ Der junge Mann drehte sich langsam um, seine Gedanken waren vollkommen vernebelt. „Wer... Jack? Was machen Sie hier?“ , „Ich kenne den Mörder Deiner Eltern.“ , „Woher...?“ Ryo’s Blick war leblos. „Ich bringe Leute gegen Geld um. Ich bin hier, weil ich den Mörder Deiner Eltern umbringen soll...“ , „Ich will nur noch sterben...“, er setzte das Messer wieder am Handgelenk an, aber bevor er etwas machen konnte, hatte Jack sein Handgelenk gepackt und hielt ihn davon ab. „Ryo, lass mich Dir eine zweite Chance geben. Ich werde dafür sorgen, dass Du ihn eigenhändig umbringen darfst.“ Die blauen Augen funkelten, aber er konnte Ryo nicht von seinem Vorhaben abbringen. „Lass mich... Ich will sterben!“, schrie er ihn an und Tränen liefen über seine Wangen. „Hör mir doch zu!“, Jack verstärkte den Griff, mit dem er das Handgelenk des Polizisten festhielt. „Ich gebe Dir ein neues Leben. Vertraue mir, Ryo...“ Er küsste ihn sanft und flüsterte. „Sag ja... Und ich werde Dir alles beibringen... Du wirst es genießen diesen Typen leiden zu sehen, glaube mir...“

Ryo genoss es... Die Schreie und die Qualen, die der Mörder seiner Eltern erlitt, ließen ihn nur noch mehr hassen. Er hätte diesen Mann am liebsten gar nicht getötet, hätte ihm am liebsten immer mehr Kugeln in den Körper gejagt, aber Jack beendete dieses Spiel mit einem Kopfschuss und lobte den jungen Mann. „Ist es nicht so, wie ich es Dir versprochen habe? Fühlst Du Dich besser...?“ Er küsste seine Tränen weg, während diese kalte, finsterte Stimme an Ryo’s Ohr drang. „Ja...“, eigentlich war es das genaue Gegenteil. Der Hass und all die Wut waren immer noch nicht verflogen, er fühlte sich sogar noch schlechter als vorher, denn... er wusste, dass dies nicht der Mörder gewesen war. „Dann wirst Du jetzt Dein neues Leben beginnen und ich werde Dir zur Seite stehen...“

6 Monate verstrichen. Ryo beging einen Mord nach dem anderen, immer unter den Anweisungen von Jack. Er hatte einen anderen Namen, seine frühere Person war wie vom Erdboden verschluckt... Ryo wusste nicht, was Jack gemacht hatte, um mit der Vergangenheit von Ryo abzuschließen. Hatte er jemanden umbringen lassen und die Polizei bestochen, damit es hieß, Ryo Matsukawa sei gestorben? Er hieß nun Randy Maclane und arbeitete als Auftragskiller. Das Leben jedes Menschen war ihm egal, er brachte jeden für Geld um. Er hatte eine zeitlang in Europa gelebt, bevor es ihn nach einem Jahr wieder nach New York zog. Dort traf er auf einen Jungen dessen Eltern von Jack umgebracht wurden und jetzt in einem Waisenhaus. Wobei Ryo erst später erfuhr, dass Jack seine Eltern umgebracht hatte. Aber dieser Junge, Bikky, holte ihn wieder ins Leben zurück und machte Ryo bewusst, dass es nichts brachte, wenn er Leute umbrachte. Er musste alles von damals vergessen, er musste auch jetzt einen Neubeginn starten und so löste er von Jack und begann wieder das Leben, welches er vorher gelebt hatte, auch wenn er sich nicht ganz lösen konnte und er weiter für Leute arbeitete, aber niemand mehr umbringen wollte.
Er bezog gemeinsam mit dem Jungen ein Apartment und wusste, dass er irgendwann aufhören würde, mit diesem Job. Wenn er genug Geld hatte, würde er mit dem Jungen irgendwohin verschwinden, aber er wusste auch, dass dies noch ein sehr weiter Weg war... Aber auch wusste er, dass er es schaffen würde und das ihm der Junge dabei helfen würde, denn immerhin war dies auch die Person gewesen, die ihn zurück ins Leben holte...

##

Ryo wachte auf und musste erst mal einen klaren Gedanken fassen. Hatte er dies wirklich alles geträumt oder noch mal erlebt? /Es kam mir so real vor.../ Er strich sich ein paar Haare aus dem Gesicht und nahm eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank, der dort war. Er hätte lieber etwas stärkeres gehabt, aber das wäre nicht gut gewesen in seiner Kondition. Er fragte sich, was Dee jetzt machte... Ob er schon dahintergekommen war, wer der Einbrecher war? /Wenn er Jack in New York begegnet... wird er ihm alles erzählt haben./ Er fuhr nachdenklich durch seine Haare. /Aber... das ist egal... Er wird es eh niemandem sagen.../

(Knapp 1 ½  Stunden früher, als bei Ryo) J.J. ging nervös in der Halle des Flughafens auf und ab. Er wartete auf Dee, der jetzt irgendwann hier ankommen musste. Der junge Polizist hatte nicht ein Auge zugetan. Er hatte die ganze Nacht versucht Bikky zu finden und natürlich halfen ihm die Kollegen dabei, aber bis jetzt war es erfolglos gewesen. Sie hatten noch nicht mal einen Hinweis auf diese Typen. Der Mann setzte sich auf eine Bank und starrte auf den Boden. Er massierte sich den Kopf, denn er hatte Kopfschmerzen wie schon lange nicht mehr.
„J.J.?“ Dee hatte seinen Kollegen vorgefunden. „Dee! Endlich!! Ich hab gedacht, Du kommst hier gar nicht mehr an!“ Das Lächeln zeugte von Müdigkeit, aber auch Dee war gezeichnet und das nicht nur von Müdigkeit. „Was ist passiert?“ , „Ja, was soll ich erzählen? Ich wollte ihn zum Waisenhaus fahren, aber er sagte, er hätte noch was zu erledigen und wollte noch mal nach Hause. Ich habe ihn in der Nähe der Wohnung rausgelassen und...“ J.J. kniff die Augen zusammen. „Ich war so blöd, dass ich ihn nicht hingefahren habe!! Es ist alles meine Schuld!!“ , „Ist es nicht.“, beruhigte Dee ihn. Im nächsten Moment weinte der Polizist und Dee nahm ihn in den Arm, versuchte ihn etwas zu beruhigen, denn genauso gut hätte diese Entführung auch stattfinden können, wenn J.J. dabei gewesen wäre.
Sie waren zum Revier gefahren, wo mehrere Kollegen mit der Entführung beschäftigt waren, aber keiner von ihnen hatte Hinweise die etwas brachten. Niemand hatte ein Auto gesehen, geschweige denn, das Kennzeichen dieses Wagens aufgeschrieben. Der dunkelhaarige Polizist war in seinem Büro und hatte die Akten der Einbrüche vor sich liegen. Während des Fluges hatte er Zeit zum Nachdenken gehabt, auch wenn es ihm schwer gefallen war, Ryo alleine zu lassen, aber es war besser für ihn gewesen. Es war besser für ihn, wenn er nicht wusste, dass etwas mit Bikky passiert war. Dee seufzte und lehnte sich zurück. Er musste nachdenken, musste über alles nachdenken, was in den letzten Tagen passiert war. Er hatte eine Ahnung... Aber er wollte das nicht wahr haben. /Nein... Ich glaube nicht daran, dass Ryo zu so was fähig ist. Außerdem waren es zwei... Aber auch darin kann ich mich irren.../ Er schloss seine Augen und dachte an das was Ryo ihm gesagt hatte, am letzten gemeinsamen Abend.
„Dee?“ J.J. hatte das Büro betreten. „Gibt es Neuigkeiten?“, Dee sah ihn erwartungsvoll an. „Nein, nichts. Ich wollte Dir bloß einen Kaffee bringen.“ Er stellte eine Tasse auf dem Tisch des Mannes ab und sah dabei die Akten der Einbrüche. „Hast Du etwa etwas neues deswegen rausgefunden?“ , „Nein... Gar nichts.“ , „Dass scheint jetzt auch Nebensache zu sein, oder?“ , „Sind irgendwelche Einbrüche passiert, als ich weg war?“ , „Nein, nicht das ich mich erinnere.“ Das machte Dee schwer zu schaffen, denn Ryo rückte immer mehr in den Vordergrund. „Wie geht es Ryo?“ , „Hm?“ Der Polizist wusste erst gar nicht, was der junge Mann von ihm wollte. „Wie es Ryo geht, habe ich gefragt. Hat er viel zutun?“ Dee verstand jetzt erst was J.J. von ihm wollte. „Hm, ja... Wir hatten kaum Zeit etwas zu unternehmen.“ , „Hast Du ihm eine Nachricht hinterlassen, wegen Bikky?“ , „Nein, es soll sich keine Sorgen machen...“ , „Verstehe...“ J.J. hielt die Tasse Kaffee zwischen seinen Händen und schwieg.
Sie hatten sich fast eine halbe Stunden angeschwiegen. Der Kaffee, der Dee gehörte, war schon längst kalt und er hatte noch nicht mal einen Schluck davon genommen. Er hatte nur eine Zigarette geraucht und immer wieder nachdenklich zu den Akten geschaut. „Ich hasse diese Warterei!!“, fluchte Dee und hatte somit das Schweigen zwischen ihnen gebrochen. Er war aufgestanden und ging zu dem Fenster. „Aber was sollen wir sonst machen, Dee?“ , „Ich weiß es nicht, aber irgendwas muss es doch geben!!“ Er schlug mit der Faust auf den Tisch. „Ich hasse es einfach!“ J.J. sah ihn an. „Verfluchte Scheiße...“, wütend nahm eine Zigarette und steckte sie sich an. „Dee, beruhig Dich doch bitte...“, J.J. war aufgestanden und versuchte Dee irgendwie zu beruhigen. „Lass mich in Ruhe, J.J.!“ Er schlug die Hand des jungen Mannes weg und stürmte wütend aus seinem Büro.
Er fuhr mit seinem Wagen nach Hause und verfluchte sich schon dafür, dass er Ryo gefolgt war, weil dann hätte er sicherlich auf Bikky aufpassen können. Er dachte an Ryo und daran, wie wohl er sich fühlte, als sie bei dem Padre waren. Ihm fiel wieder die Begegnung mit Jack ein und an seine Worte... Daran, dass Dee noch sein blaues Wunder erleben würde. Er stockte, denn plötzlich wusste er, wo er das Gesicht von Jack schon mal gesehen hatte. Es war zwar schon einige Jahre her, aber... „Vor 5 Jahren... Ich war noch auf der Akademie. Mein Vorgesetzter...“ Hinter ihm hupten die Autos, er hörte dies nicht. „Raiden! Jack the Ripper!!“ Er trat aufs Gaspedal und wendete auf der Straße, wo Gegenverkehr war, seinen Wagen, wobei er beinahe noch gegen einen stieß, aber auch das war ihm egal. Er musste so schnell wie möglich zum Revier zurück.
„Drake!“ Er stürmte das Büro des älteren Mannes, der auch mit diesem Fall vertraut war. „Was ist los, Dee?“ Drake gab immer sein bestes, wenn es um Entführungen von Jugendlichen und Kindern ging. „Raiden... Sagt Dir der Name etwas?“ , „Raiden? Ich glaube, ich...“ , „Jack“, sagte Dee langsam und Drake nickte wissend. „Was ist mit ihm?“ , „Er hat Bikky!“ , „Was? Wieso bist Du Dir so sicher?“ , „Drake, frag nicht! Lass gefälligst nach diesem Kerl suchen! Ich weiß, dass er Bikky hat!“ , „Ja, alles klar. Ich geb die Meldung sofort raus, aber... Wenn es eine Falschmeldung war, wird der Chief...“ , „Scheiß auf den Chief! Mach es endlich!!“ Der Mann nickte und ging seiner Arbeit nach, auch Dee ging Zivil auf die Suche.

Der Abend brach langsam heran und es gab keine Lebenszeichen von dem Jungen. Dee wurde bald verrückt und J.J. hatte ihm geraten, er solle nach Hause gehen und sich etwas ausruhen. Er wusste, er würde sofort informiert werden, wenn sich etwas tat. Müde ging Dee die Stufen zu seinem Apartment hinauf, aber bemerkte dann, dass die Tür zu Ryo’s Wohnung einen Spalt offen stand. /Verfluchte Einbrecher.../ Er zog seine Waffe und betrat die Wohnung. Er hörte Geräusche aus einem der Zimmer, ansonsten war nichts verwüstet. Er musste wohl gerade pünktlich gekommen sein. Aufmerksam und ruhig näherte er sich dem Schlafzimmer und entdeckte jemand, der sich über mehrere Koffer beugte. „N.Y.P.D.! Hände hoch und das hurtig, Freundchen!“ , „Erschieß mich, wenn Du willst, Dee...“ , „Wie...?!“ Langsam drehte sich die Person um und Ryo hockte dort. In seiner Hand hielt er eine STi Eagle 6.0, eine Spezialanfertigung. „Ryo! Was machst Du hier?! Ich habe gedacht, Du bist noch in...“ Dee ließ die Waffe sinken, aber Ryo richtete seine auf den Mann. „Was wird das, Ryo?! Wieso...?!“ Der Braunhaarige schwieg. „Denk Dir Deinen Teil...“ Er sah den Polizisten nicht an, aber behielt die Waffe auf ihn gerichtet. „Deine Wohnung ist verwanzt... In meiner Wohnung sind überall Waffen... In der Stube sind die Scharfschützengewehre.“ , „Bist... Du... etwa...?“ , „Ja... Der Don ist mein Auftraggeber. Ich habe für ihn die Sachen gestohlen...“ , „Und warum willst Du auf mich schießen?“, fragte er ruhig, was Ryo überraschte. „W... weil...“ Seine Stimme zitterte... Er könnte jetzt einfach abdrücken und dann wäre es okay. Alles wäre so wie vorher auch, er hatte vorher ohne Dee leben können und jetzt würde er es auch schaffen. „Ryo, ich liebe Dich...“ Der Dieb ließ die Waffe aus seiner Hand fallen und brach in Tränen aus. „Es tut mir leid, Bikky...“, schluchzte er. „Aber ich kann es nicht tun... Ich kann es nicht!!!“, schrie er und Dee ließ sich neben ihm sinken und schloss den Mann in seine Arme. „Ryo, ich beschütze Dich... Es wird alles gut werden...“ , „Wird es nicht!“, er klammerte sich an den Polizisten. „Ich hasse mein Leben! Warum habe ich damals bloß angenommen!? Wie dumm war ich doch bloß...?!“
Dee behielt Ryo einige Momente so in den Armen, wollte nichts sagen oder ihm unangenehme Fragen stellen, aber dann klingelte sein Handy. „Layton?“ , „Dee, wir haben etwas herausgefunden.“, J.J.’s Stimme war so leise, wie sonst nie. „Was ist es denn?“ , „Erinnerst Du Dich an die Kirche, wo vor 3 Monaten die Prostituierte gefunden haben?“ , „Ja. Wieso? Ist er dort!?“ , „Ja, ich... ich habe noch niemandem Beschied gesagt.“, der junge Polizist hatte etwas gezögert mit der Antwort. „Danke, J.J. Ich mache mich sofort auf den Weg.“ Damit beendete er das Gespräch und bemerkte erst jetzt, dass Ryo in seinen Armen eingeschlafen war. /Wir haben noch genug Zeit, Ryo... Und Du wirst mir alles erzählen können.../ Er strich über seine Stirn und küsste sie sanft, wodurch Ryo wieder aufwachte. „Komm, ich weiß wo Bikky ist!“, ein Lächeln war auf seinen Lippen, aber Ryo konnte nicht lächeln.
Während der Fahrt schwiegen sich Beide an. Dee hatte genug Zeit über alles nachzudenken und alles ergab für ihn einen Sinn. Er hätte sich am liebsten verflucht, dass er so blind gewesen war! Dass er nicht bemerkt hatte, dass sein eigener Nachbar und wahrscheinlich auch noch sein Mitbewohner, für all diese Diebstähle verantwortlich war. Er sah zu Ryo hinüber. Die Waffe hielt der Mann immer noch in der Hand, er hatte sie nicht losgelassen. „Wie lange machst Du diesen Job schon?“ , „Seit 6 Jahren...“, antwortete Ryo leise. „Vorher war ich kurzzeitig bei der Polizei...“ , „Gab es Beweggründe dafür? Ich meine, man wird doch nicht einfach ein Auftrags...“, er suchte nach dem passenden Wort für den Dieb. „Auftragskiller ist schon richtig. Ich habe Leute brutal umgebracht. Jack... Er... Er hat mir meine ersten Aufträge besorgt. Ich habe die Leute umgebracht und er hat das Geld kassiert.“ , „Ich würde nie von Dir denken, dass Du...“ , „Jack hat meine Eltern umgebracht“, fuhr er fort, ohne auf Dee zu achten. „Was!?“ , „Wir trafen uns... Er sagte, er wäre Geschäftsmann und ich habe ihm erzählt, dass meine Eltern in den USA leben... Einen Monat später waren sie tot. Ich wollte mich umbringen, aber er nahm sich meiner an und sagte mir, er würde den Mörder meiner Eltern jagen...“ Er lächelte bitter. „Für wie dumm hält dieser Mann mich, dass ich ihm das abkaufen würde!? Ich wusste von Anfang an, dass er sie umgebracht hatte und zwar weil der Don, so erfuhr ich später, nach Leuten suchte die für ihn arbeiteten! Ein Scharfschütze kam ihm doch da gerade recht, diesem ekelhaftem Typen!“ Er schwieg kurz. „Aber trotzdem bin ich bei Jack geblieben... Ich hasse ihn...“ Dass war das Letzte was Ryo sagte, bevor wieder Schweigen einkehrte.
„Wir sind da...“ Dee hatte schon vor einer Weile, die Lichter des Wagens ausgemacht, damit sie nicht auffielen, aber sicherlich wurden sie auch schon die ganze Zeit verfolgt. Die Beiden stiegen aus dem Wagen und näherten sich der Kirche. Vor knapp einem Jahr waren hier immer noch Gläubige, aber jetzt hausten hier nur noch Obdachlose. Dee zog seine Waffe und sie betraten den heiligen Boden, aber alles war still. Ryo blickte immer wieder zu Dee hinüber und sah dann seine Waffe an. Er wusste, dass der Polizist niemals damit rechnen würde, dass Ryo auf ihn schießen würde. Der Auftrag war so simpel, aber doch auch der schwerste den er jemals auszuführen hatte...
Ein Schuss fiel und Dee blieb stehen. Ein Scharfschütze lag auf der Lauer. „Wen haben wir denn da...? Dee und Randy.“ Jack tauchte auf und lächelte finster, er schien unbewaffnet zu sein. „Keinen Schritt weiter oder ich jage Dir eine Kugel in den Kopf!“, Dee zielte genau auf den Kopf des Mannes. „Hm, ich werde Dich auch nicht umbringen, Dee. Dass wird nämlich Randy für mich machen, nicht wahr?“ , „Was soll das heißen!?“ , „Hat er es Dir nicht erzählt? Ich habe Dir doch gesagt, Du wirst noch Dein blaues Wunder erleben.“, wieder lächelte er finster und Dee hörte, wie eine Waffe entsichert wurde. Er blickte zu Ryo, der hinter ihm stand und auf ihn zielte. „Siehst Du...?“ Dee sah wieder zu Jack, aber davon ließ der Schwarzhaarige sich nicht einschüchtern. „Sag mir sofort wo Du Bikky hast!!“ , „Keine Sorge, er ist im Keller und es geht ihm gut. Immerhin hatte ich auch nicht vor ihn umzubringen, aber ich denke, Dee, Randy möchte Dir noch etwas sagen, bevor Du das Zeitliche segnest.“ Nur zögernd drehte er sich Ryo zu, der seine Waffe weiterhin auf ihn gerichtet hatte.
„Durch Deinen Tod sind Bikky und ich frei... Du bist mein letzter Auftrag, Dee und ich werde nicht versagen. Ich werde den letzten Mord begehen und dann...“ , „Dann zögere nicht weiter, Ryo.“ , „Was!?“ , „Bring mich um. Ich bin nutzlos. Ich habe niemanden, somit wird mich niemand vermissen. Also, bring mich um...“ , „Dee... Du bist verrückt.“ , „Du bist verrückt, Darling.“ Er lächelte und Ryo schloss seine Augen. „Es tut mir leid...“, flüsterte er leise und drückte ab. Der Schuss zerriss die Stille und Dee brach zusammen. Durch das dumpfe Geräusch öffnete Ryo seine Augen und sah Dee dort liegen. Er war wie erstarrt.
„Gut gemacht...“, laut lachend näherte Jack sich Ryo und trat gegen den Körper, der ihm im Weg lag. „Ausgezeichnet... Der Don wird Dich sicherlich belohnen dafür.“ , „Ja, mit der Freiheit...“, Ryo zitterte am ganzen Körper. „Glaubst Du das wirklich, Ryo? Glaubst Du, er würde Dich gehen lassen? Nein... er wollte nur jemandem aus dem Weg haben, der Dich vielleicht überreden würde, auszusteigen...“ , „Was...?“ Ryo glaubte, er hätte sich verhört, aber eigentlich hätte es ihm von Anfang an klar sein müssen! Dieser Typ hielt nie seine Versprechen! „Komm, lass uns gehen... Du hast einen Polizisten umgebracht, dass muss gefeiert werden...“ , „Feier in der Hölle, Jack...“, flüsterte Ryo, hielt ihm die Mündung der Waffe ans Kinn und drückte ab. Im selben Moment schoss auch der Scharfschütze und verletzte die Schulter des Mannes, aber dieser zielte auf den Schützen und bevor er ein weiteres Mal schoss, hatte er ihn auch erledigt.
„Dee...“ Ryo wollte ihm ein letztes Mal nahe sein, aber hörte die Sirenen der Polizei. „Dass muss J.J. sein...“ Er suchte nach Bikky, den er, wie Jack sagte, im Keller vorfand. Er war bei Bewusstsein gewesen und wollte Ryo fragen, was passiert wäre, da Tränen über seine Wangen liefen und er verletzt war, aber sie mussten flüchten. Dass war das Wichtigste und das taten sie auch. Bevor die Polizei eintraf waren sie geflüchtet.


„Hallo! Wie geht es Dir?“ J.J. hatte das Krankenzimmer von Dee betreten. Natürlich hatte er Blumen dabei, wie es sich halt gehörte. „Muss, oder?“ Seit 2 Wochen war der Polizist nun schon hier und das hatte ihn gezeichnet. Er hatte niemandem gesagt, dass Ryo der jenige war, der ihn angeschossen hatte. Und er wusste, er würde es niemandem sagen. „Hmm... Es interessiert Dich vielleicht nicht, aber wir haben Neuigkeiten über diesen Jack.“ , „Du hattest mich doch gesagt, er lag tot neben mir?“ , „Ja... Aber wie es scheint hat er die Diebstähle begangen.“ , „Was? Wie kommst Du darauf?“ , „Naja... er schien mit einem Typen aus Sizilien Kontakt zu haben.“ , „Wie? Ich verstehe Dich gerade nicht...“ , „Hm! Nun... Es gab einen Mafioso in Sizilien und bei dem wurden fast alle Kunstgegenstände gefunden.“ , „Wie kommt ihr plötzlich...?“ , „Es gab anonyme Hinweise bei der dortigen Polizei. Wahrscheinlich war es einer seiner Feinde, der sich rächen wollte. Vielleicht keine so prunkvolle Rache wie in einigen Filmen, aber der Typ ist festgenommen worden.“ , „Ah...“ Dee wusste, dass es sich bei dem Typen um diesen Bosca handeln musste, aber er konnte sich nicht erklären, wer dieser Typ mit den Hinweisen war. „Und was passiert jetzt mit ihm?“ , „Nicht mehr viel...“ J.J. kratzte sich am Kopf. „Er wurde tot in der Zelle gefunden am nächsten Tag. Keiner weiß, wie das passiert ist und die Wärter haben auch nichts gesehen...“ In dem Moment dachte Dee wieder an den Spruch, den er sich zu Herzen nehmen sollte. ‘Ich weiß von nichts, ich habe nichts gesehen und ich war nicht an diesem Ort. Wenn doch, dann habe ich geschlafen.‘ Die Wärter des Gefängnis taten dies sicherlich auch...
„Übrigens, Dee, hast Du etwas von Ryo gehört?“ , „Wieso? Wohnt er nicht mehr...?“ , „Seine Wohnung ist leergeräumt und von ihm fehlt jede Spur. Ich habe manchmal gedacht, er hätte sich bei Dir schon gemeldet.“ , „Nein, ich habe ihn seit der Abreise aus Sizilien nicht mehr gesehen.“ , „Oh, entschuldige, dass wusste ich nicht.“ , „Nicht so schlimm...“ Die Beiden schwiegen und J.J. sah Dee an. „Irgendwie doch schon seltsam, oder? Du warst mit Ryo in Sizilien und hier... hier passieren solche merkwürdigen Dinge.“ , „Ja, aber das ist vergessen...“ , „Aber es ist wirklich schade, dass Ryo sich nicht meldet... Ich hab gedacht, es wäre mehr zwischen Euch.“ Es lag nur ein bitteres Lächeln auf den Lippen, des schwarzhaarigen Polizisten.


„Danke, Matteo.“ , „Keine Sorge. Dass war ich Euch schuldig und umsonst wollte ich nicht wissen, was Dir widerfahren war, Randy.“ , „Ich weiß nicht, wie ich das wieder gutmachen kann.“ , „Gar nicht. Genieße Dein Leben ab heute, genieße Deine Freiheit. Nur ein Wort und ich werde alles für Dich regeln, verstanden?“ , „Ja, aber trotzdem... Ohne Dich, wäre es nicht so, wie es jetzt ist.“ , „Ach, hör auf damit, verstanden? Sieh lieber mal auf Dein Konto. Ich habe ein paar Spenden von Bosca ergattern können. Damit werdet ihr Euch sicherlich ein schönes Leben machen können.“ , „Ja, aber... Matteo, ich möchte Dich noch um etwas bitten.“ Ryo zögerte am Telefon. „Immer raus mit der Sprache...“


„Herzlich Willkommen zurück, Dee!“ Seine Kollegen hießen ihn endlich wieder bei sich bekommen. Nach fast 8 Wochen Pause, ohne den Krankenhausaufenthalt, kehrte er nun zu seinem Job zurück. Im Krankenhaus hatte man ihm gesagt, dass ein Profi geschossen haben muss, denn es wurden keine lebenswichtige Organe verletzt oder es war einfach nur reiner Zufall, dass er überlebt hatte. Dee schwieg natürlich und genoss es jetzt wieder, zurück zu sein. „Wir haben Dich schon richtig vermisst, Layton!“ Ein Kollege klopfte ihm auf die Schulter und lachte: „Chief Smith wurde richtig normal, wie Du nicht hier warst! Er hat niemanden angebrüllt!“ Dee lachte darüber und näherte sich Drake und J.J. „Es tut gut, wieder hier zu sein.“ , „Layton!“, Chief Smith Stimme zeugte nicht von guter Laune. „Ich muss mit Ihnen reden!!“ , „Oh jehh, gleich am ersten Tag Ärger!“, flüsterte Drake und Dee folgte seinem Chef einfach, denn so schlimm würde es auch schon nicht sein.
„Was ist denn los, Chief?“ , „Nun ja, ich habe mir gründlich etwas überlegt... Immer geraten Sie ständig in Schwierigkeiten und wären beinahe sogar umgekommen!“ , „Dieser kleine Kratzer sah viel schlimmer aus, als er in Wirklichkeit war.“ , „Egal, auf jeden Fall habe ich mich entschlossen, Ihnen einen Partner zuzuweisen!“ , „Doch nicht etwa J.J., oder?!“ Dee ging jetzt neben seinem Chef. „Alles, aber bitte nicht J.J.!“ , „Sehen Sie selbst nach!“, sie standen vor Dee’s Büro und dieser blickte zurück. Da J.J. immer noch neben Drake stand, fiel dieser schon mal weg. Langsam öffnete Dee die Tür und wurde mit einem Lächeln begrüßt. „Hallo, Mr. Layton. Randy Maclane... Schön Sie kennen zu lernen!“ , „Ryo!!!“ Er lief zu dem Mann, der neben dem Tisch stand und küsste ihn herzlich. Chief Smith wäre beinahe alles aus dem Gesicht gefallen und schloss einfach nur die Tür und ließ die Zwei alleine...



ENDE


18. März 05    Vampy ^,...,^


Anm.: ÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖH, geschafft ^-^ Nach fast einem Jahr hat die Story endlich ein Ende gefunden. Ich fass es nicht. *tot umkipp* Ich hab die Story wirklich beendet. Ich hoffe, dass Ende ist einigermaßen gelungen. *hust* Auf jeden Fall habe ich mein Bestes gegeben ^-^
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