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Verschwundene Pfade

von morgen
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Broots Dr. Sydney Green Jarod Ms. Parker
28.02.2005
10.04.2005
3
12.274
 
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28.02.2005 3.961
 
Titel: Verschwundene Pfade
Short Cut: Miss Parker jagt Jarod und stößt auf unerwartete Hindernisse
Spoiler: spielt nach THE ISLE OF THE HAUNTED
Darsteller: Sydney, Jarod, Miss Parker, Broots
E- mail: morgen8@gmx.net
Rechtliche Hinweise: Die hier beschriebenen Personen sind das geistige Eigentum von TNT, NBC und 20th Century Fox, gehören somit leider nicht mir, sondern den genannten Firmen. Die folgende Geschichte verfolgt keine kommerzielle Ziele
Bemerkung: Würde mich wie immer über Feedback freuen. Vielleicht könnt ihr mir ja z.B. sagen, ob ich auf die erklärenden Anhänge zum Schluss verzichten soll oder ihr sie beibehalten wollt. Natürlich könnt ihr euch auch über alles andere auslassen, das euch zu dieser Story einfällt, was euch stört, interessiert... Meldet euch einfach.


VERSCHWUNDENE PFADE

Teil 3



27. Mai; 00:23
Massachusetts, Boston
Miss Parkers Hotelzimmer

"Was?"  In Miss Parker stieg Beruhigung darüber auf, nicht von einem ihrer verworrenen Träume geweckt zu werden. Diese Träume erdrückten sie. Sie hatte schon immer Alpträume, zumindest seit  dem Tod ihrer Mutter. Doch nie solche. Es war als suchten sich ihre Erinnerungen, ihre Gefühle einen Weg durch die Nebel der Vergangenheit.
"Haben Sie etwas neues von Syd gehört?" Die Sorge in Jarods Stimme war nicht zu überhören. Sie verscheuchte ihre Gedanken mit einer Handbewegung, als stünde er vor ihr.
"Nein!" Miss Parker legte all ihre Wut und Verzweiflung in dieses eine Wort.
"Sydney und Broots geht es gut."
"Wenn Sie es sagen." Die Ironie in ihren Worten war nicht zu überhören. 'Wollte ich ihn damit absichtlich verletzen?' Schließlich wollte er sie doch nur beruhigen. Doch gerade das machte sie nur noch wütender. Was bildete sich dieser Typ eigentlich ein?
"Miss Parker? Warum sietzen wir uns?" Hatte sie sich verhört? Das war nie ein Thema zwischen ihnen gewesen. Der will mich wohl endgültig fertig machen. Sie unterbrach die Verbindung. Solche Spiele konnte sie heute wirklich nicht mehr ertragen. Den Alkohol, den sie vor dem Schlafen gehen hatte trinken wollen, stand noch immer auf dem Tisch. Sie überlegte kurz, dann lief das brennende Getränk ihren Rachen entlang. Sollten diese Worte etwa eine erneute Annäherung sein? Miss Parker musste unweigerlich an ihr Gespräch nach dem Fiasko auf der Insel denken. Die Ereignisse auf Carthis hatte sie bisher mehr oder weniger gut verdrängen können. So wie eigentlich fast alles in ihrem Leben. Plötzlich kam alles wieder hoch. Die Suche nach Jarod, der Sprung ihres Vaters(8), die Schriftrollen(9) ...

**********
Er hoffte sie mit seinen Worten nicht verletzt zu haben. Sie sprudelten einfach aus ihm heraus. 'Du sagst doch sonst nicht solch unbedachte Worte. Du bist doch sonst immer so beherrscht.' Die letzten Worte von Bob hatten ihn einfach nicht los gelassen. Er war ein einsamer Mann. Seiner Kindheit, Familie, Jugend beraubt. ... 'Selbst die Liebe hat nie ihren Weg in dein Leben gefunden.' Vor seinen Augen erschien das Bild Zoes(10), ihr unermüdliches Lächeln, ihre Freiheitsliebe. Sie hätte seine große Liebe werden können, wenn ... 'Ja, wenn du dich endlich von deinen früheren Leben, von deiner Vergangenheit hättest losreißen können.' Er musste sich eingestehen, dass alles, alles was er war im Centre lag. Das Centre war seine Vergangenheit. Die Vergangenheit macht einem zu dem, wer man ist. Noch konnte er sich nicht von der Vergangenheit lossagen ...

28. Mai; 10:15
Massachusetts, Boston
Miss Parkers Zimmer

Miss Parker wollte gerade das Zimmer verlassen, als sich ihr Telefon bemerkbar machte. Sie überlegte kurz. 'Wer konnte das sein? Jarod auf jeden Fall nicht.' Miss Parker nahm ab.
"Parker."
"Ähm? Ja, sie wollten doch wissen, auf wen die Internetadresse zugelassen ist." Die Stimme klang heiser.
"Und zu wem ..."
"Sie war auf einen Jarod White registriert." Wurde sie von der Stimme unterbrochen. "Er hatte hier eine Anstellung als Hausmeister, vor ca. drei Monaten." Also doch Jarod. Dieser Gedanke durchzuckte sie. Wie hatte sie sich nur so von ihm einwickeln lassen können. 'Aber ... Er würde nicht ... Ach ja!' Sie unterdrückte die Zweifel. 'Aber wieso ... Weil es ihm Spaß macht, dich zu quälen.' Sie verscheuchte die Stimmen, die anderes sagen wollten, überhörte sie einfach. "Er hat noch eine unverschickte Nachricht in seinem Postfach." Die Stimme am anderen Ende schien sich unsicher zu sein, in wie weit sie die Informationen freigeben durfte. "Sie ist an Sie adressiert, Miss Parker."
Eine Nachricht? "Wie lautet diese Mitteilung?"
Sie konnte die Verwunderung der Frau förmlich hören. "Wie geht es unserem Engel?" Schon wieder. Wieder diese Anspielung auf sie, auf ihren ... "Seltsame Mitteilung meinen Sie nicht?" 'Seltsame Mitteilungen sind Jarods Spezialität.'
"Danke, Sie haben mir damit sehr geholfen." Miss Parker legte auf.
Da die E- Mail offensichtlich von Jarod kam, musste sie heraus bekommen in welchen Bereichen genau er gearbeitet hatte. Vielleicht fand sie dort den nächsten Hinweis. Broots und Sydneys Zeit wurde knapp, wenn der Entführer ... 'Wenn der Entführer von Jarod beauftragt wurde, geht es ihnen gut. Er würde ihnen nie etwas antun. Nicht Jarod. Aber ... Nein! Er muss es gewesen sein.'
"Suchst Du wieder einmal bei jemandem anderen die Schuld? Schiebst Du Deine Probleme erneut auf jemand anderen ab."
Stimmen(11) setzten sich ihr ins Ohr.
"Er ist der einzige Anhaltspunkt." "Ist er das?"
Die Stimmen klangen durcheinander, als stritten sie sich. Was ging es diese Stimmen an, was sie tat. Sie waren nicht real ... existierten nur in ihrem Kopf ... gehörten toten Personen. Menschen, die sie geliebt hatte.
"Menschen, denen Du vertraut hast. Warum glaubst Du ihnen jetzt nicht?"
'Weil sie mich verraten haben. Sie haben mich verlassen. Allein gelassen.'
"Der Tod kann auch ein Anfang sein."
'Der Anfang vom Ende!' Miss Parker versuchte die Stimmen zu verscheuchen. Versuchte ihrem Gerede nicht zu zuhören. Sie zu unterdrücken.
"Wie viel kannst du noch herunterschlucken?"
Mit dieser Frage ließen die Stimmen sie allein.

28. Mai; 11:03
Colorado, RMNP

Die Absturzstelle war eine Kluft zwischen zwei Bergspitzen, eigentlich kein Problem für einen erfahrenen Bergsteiger. Auch die Rettungskräfte, welchen die Schuld an dem Tod des Bergsteigers zugesprochen worden war, hätten den Mann hier sehen müssen. Ihn erkennen müssen. Jarod konnte sich nicht erklären, warum die Hilfsaktion erst verzögert stattgefunden hatte. Wie solch erfahrene Leute an der falschen Stelle haben suchen können. Die fehlerhafte Suche war der einzige Punkt, an den er nicht herankam. Er hatte versucht es zu simulieren. Erfasste aber stets nur eine schwarze Wand. Er fand einfach keinen Zugang zu den Ereignissen. Vielleicht würden ihn die Untersuchungsunterlagen weiterbringen.

28. Mai; 13:55
Delaware, Blue Cove
Centre

Mit einem Lächeln ging Lyle durch die Centre Flure. Er schien mehr als gut gelaunt zu sein. Am Büro seiner Schwester blieb er kurz stehen, nur um ein noch breiteres Grinsen aufzulegen. Langsam ging er auf das Büro des alten Parker zu. Raines hatte nicht nur das ehemalige Büro seines vermissten Bruders übernommen, er hatte auch den Namenszug beibehalten. Weiter vor sich hin lächelnd betrat Lyle den Raum.
"Hallo. Ein schöner Morgen, finden Sie nicht?" So ganz ohne ein Schwesterherz, dass einen den Tag versaut.
"Lassen Sie diese albernen Späße." Raines konnte Lyles gute Laune anscheinend nicht teilen. Dieser ließ sich davon jedoch nicht irritieren.
"Ich genieße nur meine neue Freiheit."
"Haben Sie die beiden Störenfriede kurzzeitig kaltgestellt?" Die Frage kam etwas überraschend, das Lächeln verschwand, als Lyle antwortete.
"Die sind eine Weile in Boston beschäftigt." Der Blick seines Gegenübers musterte ihn durchdringend. "Jarod hat ihnen eine Nachricht zukommen lassen, die sie vermutlich eine Weile beschäftigen dürfte."
"Gut." Der ruhige, schnarrende Ton von Raines Stimme konnte sogar bei ihm leichte Beklemmungen auslösen. "Wie geht es unserem Engelchen?"
"Sie hat ihren Kopf noch, doch ohne Flügel können auch Engel nicht fliegen." Meinte Lyle trocken.

28. Mai; 14:46
Colorado ; RMNP
Rockyvalley

Im Auto sitzend beobachtete Jarod einen grauhaarigen Mann. Er hatte etwas gebrochenes an sich, als hätte das Leben keinen Sinn mehr. Als wäre alles zu spät. Der Mann schien in jeder Minute zu altern. Er wurde langsamer, gebückter ... zerstörter. Sein Notizheft aufschlagend verglich Jarod den Mann vor seinen Augen mit dem Mann aus einem Zeitungsartikel "Vater sucht Gerechtigkeit - Rettungsteam entlassen". Der Mann vor ihm war der Vater des verunglückten Bergsteigers. Jarod sah wiederholt den Mann vor ihm und die Zeitungsausschnitte an. Schmerz und Hoffnungslosigkeit spiegelten sich in seinem Gesicht. Schmerz über einen Verlust, den Jarod nur allzu gut kannte, den er selbst seit seiner Kindheit fühlte. Der Verlust eines geliebten Menschen.
Als der Mann aus seinem Gesichtfeld verschwand, nahm er die Akten über den Unglücksfall vom Beifahrersitz. Er sah sich die Karten mit den Suchgebieten an. Sie waren mit einer roten Linie markiert. Die einzelnen Papiere weiter blätternd stieß er auf den Untersuchungsbericht. Seine Augen waren leer, sahen durch den Bericht hindurch. Er legte auch diese Unterlagen zurück und fuhr zu seiner Unterkunft. Er hatte sich noch nie so wohl gefühlt wie hier, dennoch konnte er die Hütte nicht als Zuhause ansehen. Er hatte kein Zuhause ... er war ein Heimatloser ... ein Suchender ...

28. Mai; 17:07
Massachusetts
Harvard University

Mittlerweile kannte sie sich soweit auf dem Campus aus. Den Plan, den sich Jarod ausgedacht hatte, war wirklich einfach und verständlich. Aber er war angeblich auch ein Genie. Ein Genie mit seltsamen Hobbys. Hobbys, wie ihr den Tag zu versauern. Sie zu quälen. In ihrer Jackentasche begann ihr Handy zu klingeln. "Was?"
"Hallo Schwesterherz. Ich wollte nur mal hören, wann Du gedenkst zurück zukommen."
Anscheinend war Jarod nicht der einzige, der ihr den Tag unerträglich machen konnte und ... wollte.
"Was wollen Sie Lyle." Sie klang mit Absicht genervt, er war der Dorn in ihrer Wunde.
"Sie sind nun schon zwei Tage in Massachusetts. Warum? Hat Jarod so viel hinterlassen oder ..."
"Wir hatten hier unten einige Verzögerungen. Wir werden vermutlich noch einige Tage benötigen."
"Eigentlich wollte ich erst mit Sydney sprechen, wir haben da nämlich noch eine weitere Spur von Jarod."
'Damit wendete er sich doch sonst nie an Syd.'  
"Ich kann ihn aber nicht erreichen. Ihm wird doch hoffentlich nichts passiert sein? In letzter Zeit war Deine Nähe nicht gerade gesundheitsfördernd." Seine Stimme überschlug sich förmlich aus geheuchelten Sorge.
"Sydney geht es gut. Danke für Deine Sorge, Bruderherzchen." Sie unterbrach die Verbindung. 'Der hatte mir gerade noch gefehlt.'

Mit Lyles Worten im Ohr ging sie zurück zum Wagen. Eine neue Spur von Jarod. Sie konnte unmöglich Sydney und Broots suchen und Jarod jagen. Sie benötigte Zeit. Zeit die sie nicht hatte. Wenn das ein Spielchen von Jarod war, unterschied es sich erheblich von den anderen. Sie überlegte, wie sie dieses Dilemma lösen konnte.
"Sam Sie fahren zurück zum Centre, wir haben eine weiteren Hinweis von Jarod erhalten. Versuchen Sie herauszufinden, ob es sich lohnt diesem Hinweis nachzugehen."
Sam straffte sich, "Natürlich, Miss Parker." wie ein Soldat erwartete er die weiteren Befehle.
"Und sagen Sie nichts über die Vorfälle, die sich hier abspielen. Wenn Lyle oder Raines fragen stellen, leiten Sie sie an mich weiter. Verstanden?" Sie wusste, sie konnte sich auf Sam verlassen. Er war bisher immer loyal gewesen. Daran würde sich so schnell sicher auch nichts ändern.
"Ja, Ma' am."
Plötzlich kam Miss Parker der Gedanke an Debbie. Sie hatten nicht vor länger hier zu bleiben, als sie die Mail von Jarod bekamen. Debbie hatte keine Ahnung von den Vorfällen.
"Ähm, Sam. Könnten Sie bitte nach Debbie sehen? Sie weiß nicht was geschehen ist. sagen Sie ihr ihrem Vater gehe es gut, aber sie müsse einige Tage allein zurecht kommen. Ich denke nicht, dass das ein größeres Problem darstellen dürfte. Lassen Sie ihr dennoch meine Nummer da."  Miss Parker konnte die Verwunderung auf Sams Gesicht lesen. "Gucken Sie nicht so dumm daher, tun sie was ich ihnen sage."

28.Mai; 17:10
Delaware, Blue Cove
Centre, Lyles Büro

Lyle legte gerade den Hörer ab. Er lächelte wieder. Es war das Lächeln eines Mannes, der wusste, dass er im Vorteil war. Seine Schwester hatte ihn belogen, er wusste sie hatte ihn belogen.

Seinen Sieg auskostend bemerkte Lyle nicht die Bewegungen, welche in dem Lüftungsschacht hinter ihm stattfanden. Die Gestalt eines Mannes bewegte sich heimlich durch die Röhren. Er fühlte sich hier wohl, heimisch. Keiner bemerkte ihn ... störte ihn hier. Sein Schatten strich über die Wandverkleidung der Entlüftung. Er näherte sich einer Luke. Licht fiel auf sein Gesicht. Er lächelte schief. Es war dasselbe gemeine und fiese Lächeln wie bei Lyle. Doch seine Augen waren klar und strahlend. Trotz seiner desolaten Erscheinung war in ihm ein wacher Geist. Leise und dumpf ging seine Stimme durch das Lüftungssystem. "Weiß wo Sydney ... weiß wo ..." Er bewegte sich langsam auf einen Tunnelausgang zu. Seine Gestalt krümmte sich zusammen, als er am Techroom vorbei kam. " ... Angst ..."

28. Mai; 20:51
Massachusetts, Boston
Miss Parkers Hotel

Seit dem Gespräch mit ihrem Bruder hatte sie kaum einen klaren Gedanken fassen können, daher hatte sich Miss Parker entschlossen einen Spaziergang zu machen. Gedankenversunken betrat sie den Gehweg vor ihrem Hotel. War es richtig gewesen Sam zurückzuschicken? Sicher es war besser einen Helfer vor Ort zu haben, aber auch im Center benötigte sie jemanden, der in ihrem Sinne handeln konnte. Oder wenigsten sie benachrichtigen, wenn etwas schief lief. Lachende Kinder rannten an ihr vorbei. Es war richtig Sam zu beauftragen ins Centre zurück zu kehren! Nur hatte sie jetzt niemanden mehr auf den sie sich hier verlassen konnte. Sie war allein. Ist dir dieser Gedanke in letzter Zeit nicht ein wenig zu oft gekommen? Vielleicht bist du allein, aber du hast es so gewollt. Du hast dich dafür entschieden allein zu sein. Ist nicht auch jeder tot, der dein Leben geteilt hat ... es mit dir teilen wollte ... Sie ging eine leere Straße entlang. Im Laufe des Tages hatte sie mehr als einmal daran gedacht sich einfach nur zuzuschütten, ins Bett zu fallen und bis morgen durchzuschlafen. Aber Kopfschmerzen brachten sie auch nicht weiter. Mit einem Kater waren ihre Chancen die beiden Entführten zu finden nur noch geringer. Ihr viel auf, dass sich ihre Prioritäten geändert hatten. Nicht Jarod war ihr Ziel ... nicht ihre Vergangenheit ... oder die Geheimnisse des Centres, sondern Broots und Syd. Sie empfand die beiden nicht länger als Randfiguren. Sie sorgte sich um sie, waren sie nicht immer eine Art Familie für sie gewesen. Broots und Syd waren für sie da. Riskierten einiges für SIE. Sie waren wirklich der Rückhalt, den ihre Familie ... ihr Vater nie bot. Daddy! Sie schluchzte. Er sprang aus dem Flugzeug. Er ist tot. Sie stieß mit jemanden zusammen.  Totgesagte leben länger. Dieser Spruch traf auf das Centre zu wie sonst kaum etwas. Wie viele hatte man für TOD erklärt? Wie viele waren wieder auferstanden? Ihre Mutter, Kyle ... sogar Lyle(12). Lyle. Sie erinnerte sich an das Telephonat. Stimmte es? War sie an den Unglücken in der letzten Zeit Schuld? "Jeder ist für sich selbst verantwortlich." Sind alle in ihrer Umgebung gefährdet? 'Wie viele Menschen gibt es denn in Deiner Umgebung?' Oder wollte Lyle nur weiter in der Wunde stochern, die der Sprung ihres Vaters hinterlassen hatte. Sicher. Nach dem letzten Gespräch mit ihm und Raines. Hellerleuchtete Cafes und Bars zogen an ihrem Blickfeld vorbei. Der Sarkasmus triefte geradezu aus seinen Worten. In dem Wortschatz ihrer Familie gab es keinen Platz für Sorge, Mitgefühl oder ... Liebe.

28. Mai; 21:33
Colorado; RMNP
Jarods Hütte

Der Raum sah wüst aus. Nicht mehr so aufgeräumt, wie bei der Übernahme. Man sah, dass hier jemand lebte ... und arbeite. Der Bildschirmschoner des Laptops flimmerte vor sich hin, während Jarod sich einen Kaffee eingoss. Bisher hatte er nichts in den Akten, die er sich besorgt hatte, erkennen können, was auf eine Entlastung des Rettungsteams hinwies. Sie hatten den Mann nicht absichtlich dort draußen gelassen. Sie hatten versucht ihn zu finden. Etwas muss schief gelaufen sein. Etwas, das nicht offensichtlich war. Das nicht in den Untersuchungsunterlagen stand. Aber was? Mit dem Kaffe ging er zurück zu dem Haufen auf dem Boden. Er muss etwas übersehen haben. Sein Blick schweifte über das Chaos, das er verursacht hatte. Ein grünlich gemustertes Papier stach ihm in die Augen. Die Karte! Er hatte sich bisher nicht mit den Karten der Rettungsaktion beschäftigt. Den Kaffee auf dem Couchtisch abstellend nahm sich Jarod die Karten hervor. Sie zeigten das Einsatzgebiet. Die rotmarkierten Stellen waren die durchsuchten Regionen. Sie verliefen entlang des Aufstiegs, den Jarod heute morgen nachgegangen war. Er konnte die Suchbereiche nachvollziehen; sie waren klar strukturiert ... logisch. Wie konnte die Suchmannschaft den Bergsteiger dann übersehen? 'Die meisten Menschensehen nur das Offensichtliche. Du bist etwas besonders, du kannst sie erkennen, die versteckten Details.' Eine Ewigkeit schien zwischen heute und diesem Satz zu liegen. Die Bilder liefen in seinem Kopf ab, ohne, dass er sich die DSA anschauen musste. Unterbewusst registrierte Jarod noch eine weitere Stimme. "Sie haben Post." Aus den Erinnerungen auftauchend schaute er auf den Bildschirm seines Computers. In ihm stritt sich alles, woran er glaubte. Das Bedürfnis anderen zu helfen, Fehler wieder gut zu machen, Freunde zu unterstützen, für sie da zu sein. Letztlich überwog die Sorge um Sydney das Bedürfnis zu helfen. Er öffnete die E-mail.

Sydney Broots  gesund. Angst. Lyle.

CJ

Die Nachricht von Angelo konnte ihn nur bedingt beruhigen. Wenn Lyle seine Hände im Spiel hatte waren Syd und Broots in Gefahr. In größerer Gefahr, als sich Miss Parker bisher vorstellen konnte.

28. Mai; 23:36
Massachusetts, Boston

Mit ihrem Innersten beschäftigte bemerkte Miss Parker nicht, wohin ihre Füße sie führten. Sie lief durch die Straßen und Gassen ohne auch nur einmal den Kopf zu heben oder sich die Auslagen der Läden anzusehen. Ihre Gefühle schienen ihre Schritte zu leiten. Langsam kehrten ihre Gedanken in die Wirklichkeit zurück. Sie versuchte ihre Umgebung wahrzunehmen. Herauszufinden, wo sie war. Sie konzentrierte sich auf ihr Umfeld. Die Schilder, Reklamen, welche sie umgaben. Sie ging auf die nächst größere Straße zu. "Warum habe ich auch nicht darauf geachtet, wo ich lang gehe." Konnte man sie leise vor sich hin fluchen hören. Ermutigen sprach sie sich selbst zu.

Ein Schatten, welchen Miss Parker gedankenversunken, wie sie war, nicht wahrnahm, stand in einem Torbogen der Gasse. Er verfolgte die gesamte Situation. Keine ihrer Bewegung entging ihm. Er verfolgte jeden ihrer Schritte. Ein leichtes Aufatmen war zu vernehmen, als Miss Parker die Gasse verließ. Im Schein einer Laterne, die der Schatten durchschritt, war ein Relief erkennbar. Von Efeu umrankt, an einer dunklen Mauer erhob sich ein Oktogon.  Es umfasste einen Kreis aus Totenköpfen(13). Der Schatten beachtete das Zeichen nicht. Er sah es nicht. Miss Parker folgend wählt er eine Nummer auf seinem Handy.


(08) IotH - Nachdem Mr. Parker die Schriftrollen gelesen hat, springt er mit dem einzigen noch intakten Fallschirm ab.
(09) IotH - Auf der Insel gefangen entdecken Miss Parker und Jarod die geheimen, verschwundenen Schriftrollen. Sie stellen, laut Raines, die Machtposition des Centres sicher. Zum Ende des Films springt Mr. Parker mit ihnen aus dem Flugzeug.
(10) IV 5; 19 - In Roadtrip lernt Jarod Zoe kennen, verliebt sich in sie, hilft ihr mit dem Krebs umzugehen und ihren Ex loszuwerden. Er verlässt sie allerdings zum Ende der Folge. In Inner Sense taucht sie erneut auf. Sie verbringt Zeit mit Jarod, wird von Mr. Cox und Lyle entführt und vom Major wieder gerettet. Was aus ihr wurde, bzw. wie ihr weiteres Verhältnis mit Jarod ist wird in den nachfolgenden Filmen nicht geklärt.
(11) IV 19 - Miss Parker und Ethan hören die Stimme ihrer Mutter. Schon in früheren Episoden sieht und hört Miss Parker ihre Mutter (und Faith). Nicht nur in Träumen. Später, IotH, sieht sie als einzige das kleine Mädchen(Angel).
(12) IV 18 - Miss Parker und Broots "exhumieren" Cathrine Parkers Leiche. Der Sarg ist leer.
      I 21 - Kyle kommt während der Verfolgung durch das FBI bei einem Autounfall ums Leben. II 05 - Kyle verfolgt Miss Parker, Broots und Sydney. 19 - Er kommt Jarod zur Hilfe, welcher von Lyle gefangen wurde.
      II 13 - Miss Parker denkt Lyle erschossen zu haben. II 19 - Lyle entführt Jarod. Er will mit ihm als Pfand ins Centre zurückkehren.
      IV 16 - Edna Raines taucht auf. Offiziell ist sie für das Centre bereits seit 30 Jahren Tod.
      Rein theoretisch auch Jarod (II 01) und Miss Parker (III 14).
(13) IotH - In P2001 schickt Raines Miss Parker und Jarod ein Bild ihrer Mütter. Im Hintergrund ist eine Mauer und ein obskures Zeichen zu erkennen. In The Isle of the Haunted findet Jarod heraus, dass es sich um das Symbol der Vespusians handelt, einen Geheimbund, der Anfang des 19. Jahrhunderts in Boston ansässig war. Jarod findet es an der Mauer einer Sportbar wieder.
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