Gefühlsgewitter

GeschichteHumor / P18 Slash
Draco Malfoy Fred Weasley Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter
04.01.2005
09.03.2005
9
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Gefühlsgewitter

Kapitel 1

Der bisher heißeste Tag des Sommers neigte sich dem Ende zu. Harry lag auf dem Rücken im Gras vor dem Fuchsbau, kaute an einem Grashalm und blinzelte träge zu den Weasley-Zwillingen hinüber, die sich mit ihren Zauberstäben duellierten. Sie bewegten sich so elegant und kraftvoll, und unter ihren T-Shirts zeichneten sich deutlich die Muskeln ab... Harry riss seinen Blick von Freds Hintern los und zwinkerte ein paar Mal energisch, um seinen Kopf wieder klar zu bekommen. Was starre ich hier auf einen männlichen Hintern?? fragte er sich. Frauenkörper sind doch viel schöner!

"Hey, Harry!" Harry zuckte zusammen und schaute um sich. George stand neben ihm und sah auf ihn herunter. Sofort schoss Harry die Röte ins Gesicht. Er hatte doch wohl nicht gesehen, wie er sie angeguckt hatte?? "Mum hat gerufen, hast du sie nicht gehört?"

Harry runzelte die Stirn. "Nein. Was will sie denn?"

"Es gibt Abendessen!" Fred war dazugekommen und sah jetzt von Harrys anderer Seite auf ihn herunter. Harry fühlte sich ein wenig unbehaglich, von zwei Seiten taxiert zu werden. Schnell rappelte er sich auf und spuckte seinen Grashalm aus. Er ging hinter den Zwillingen her nach drinnen.

"So was," sagte Fred und stieß George in die Seite, "wie kann man Mums Stimme ausblenden??" Kopfschüttelnd betraten sie die gemütliche Küche der Weasleys. Dort bog sich der schwere Eichentisch schon unter der Last von Mrs Weasleys köstlichem Essen. Erst jetzt bemerkte Harry, wie hungrig er war. Trotzdem besann er sich auf seine Manieren und fragte höflich, ob er noch etwas helfen könne.

"Nein, danke, mein Lieber," sagte Mrs Weasley lächelnd, "es ist alles fertig."

Harry setzte sich zwischen Fred und Hermione auf die lange Bank und seufzte genüsslich auf, als ihm der köstliche Duft in die Nase stieg.

Als er sich gerade die erste Gabel voll Kartoffelbrei in den Mund schob, fühlte er plötzlich einen nackten Fuß an seinem Bein. Fast hätte er sich an dem Kartoffelbrei verschluckt. Als er wieder atmen konnte, begegnete er auf der gegenüberliegenden Tischseite einem schelmischen Grinsen in einem sehr sommersprossigen Gesicht.

"Ginny!" zischte er ungehalten. Doch sie ließ sich nicht stören. Seelenruhig wanderte ihr Fuß an seinem nackten Bein immer weiter nach oben. Harry wand sich. Er wollte von ihr wegrücken, aber das ging auf der Bank nicht. Schließlich, als sie an seinem Knie angelangt war, drehte er sein Bein zur Seite, so dass ihr Fuß von seinem Knie herunterrutschte. Das Problem war nur, dass sein Knie jetzt Freds Oberschenkel berührte... Fred schien es nicht einmal zu merken, doch Harry wurde es heiß und kalt. Wieso fühlte sich das jetzt so gut an??

"Harry, gibst du mir mal bitte das Salz?" Auf Freds anderer Seite streckte George auffordernd die Hand aus.

"Klar," sagte Harry schnell und reichte ihm das Fässchen. Dabei berührten sich für den Bruchteil einer Sekunde ihre Finger, und für Harry fühlte es sich an wie ein elektrischer Schlag.

"Danke," sagte George mit einem kleinen Lächeln, bei dem Harrys Knie weich wurden. Was passiert hier mit mir? Mit roten Wangen beugte er sich wieder über seinen Teller und spachtelte das gute Essen in sich hinein, ohne noch einmal einen Blick zu riskieren. Ginnys Fuß war nach einem strafenden Blick wieder an seinen angestammten Platz verschwunden.

Später in Rons Zimmer konnte Harry nicht umhin, seinem rothaarigen Freund verstohlene Blicke zuzuwerfen. Auch er war gut gebaut, nur etwas schlaksiger als die Zwillinge. In diesen festen kleinen Hintern würde er zu gerne mal reinkneifen...

"Ist irgendwas?" fragte Ron verwirrt und besah sich seine eigene Rückseite. "Hat Mum das Loch immer noch nicht zugenäht?"

Mit hochrotem Kopf schüttelte Harry den Kopf, schlüpfte schnell unter die Bettdecke und drehte sich zur Wand. Als er Rons tiefe Atemzüge hörte, drehte er sich auf den Rücken und starrte an die Decke. Was ist nur los mit mir? fragte er sich. Stehe ich etwa auf Männer? Und was ist mit Cho? In sie bin ich doch verliebt! Oder doch nicht? Gegenüber Fred und George war es aber irgendwie noch ein anderes Gefühl. Stärker. Bei Cho weiß ich immer nicht, was ich sagen soll, komme mir wie ein Trampel vor. Ist das Liebe? Mit Männern gibt es eine Verständigungsebene, man weiß wie der andere denkt und wie er reagiert...Es ist ein Gefühl von Verbundenheit, dass ich gegenüber Cho nicht habe. Bin ich schwul??? Ach, vielleicht ist es auch nur so eine Phase. Vielleicht vergeht es ja wieder.

Harry war völlig verwirrt und überfordert mit seinen Gefühlen. Er hatte das Gefühl, in einem Riesenknäul von verschiedenen Gefühlen zu stecken und nicht heraus zu finden.

Ein dumpfes Poltern schreckte ihn aus seinen Gedanken auf. "Halt die Klappe du blöder Ghul," brummte Ron und drehte sich auf die andere Seite.

Harry hörte noch eine Weile, wie der Ghul an die Rohle klopfte und heulte. Verdammt, warum immer ich?? dachte er noch, dann schlief er ein.
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