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Eine falsche Entscheidung

von Steffi A
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Anne Shirley/Blythe Diana Barry Gilbert Blythe Marilla Cuthbert
12.12.2004
12.12.2004
15
12.207
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12.12.2004 502
 
Kapitel 2

"Anne?" Hörte sie plötzlich eine vertraute Stimme hinter sich.
Sie drehte sich um und blickte in Gilberts strahlendes Gesicht.

"Gil!" Anne lächelte und umarmte den alten Kameraden, wobei ihr Arm schmerzte.

"Seit wann bist du den hier?" Fragte Gilbert erstaunt.

"Erst seit heute morgen", Anne sah mit einem ehrlichen Lächeln zu ihm auf.
Gilbert betrachtete sie, sie war immer noch so rank und schlank wie früher. Ihr Haar hatte immer noch er noch dasselbe kräftige rot. Aber trotzdem war etwas anders. Sie wirkte so ernst und nachdenklich. Das Glitzern in ihren wunderschönen grau-grünen Augen war erloschen. Stattdessen sah er Ringe unter ihren Augen, die für viele, vergossene Tränen sprachen.

"Ist alles in Ordnung, Anne?" Fragte er vorsichtig.

"Natürlich", Anne versuchte ihn erneut anzulächeln.

Gilbert hatte sogleich das Gefühl, dass sie log. Er kannte Anne viel zu lange, als das sie ihm etwas vormachen konnte.

"Gestern habe ich noch Diana getroffen. Sie hat mir gar nicht erzählt, dass du kommst."

"Es war eine Überraschung", antwortete Anne.

"Ich nehme an, du und Roy bleibt einige Tage auf Green Gables."

Anne wand rasch den Blick ab. Zu rasch in Gilberts Augen.

"Ich bin mit meinen Kindern da. Roy..." sie zögerte einen Moment. "Roy hatte keine Zeit... zuviel Arbeit."

Gilbert fand das nun mehr, als seltsam. Vor allen Dingen, ihre zögerliche Antwort und dass sie ihm plötzlich nicht mehr ins Gesicht sehen konnte verwirrte ihn.

"Anne", begann er zaghaft und berührte dabei ihren linken Arm.

Anne zuckte heftig zusammen und biss die Zähne aufeinander, um nicht lauf auf zuschreiben.
Die kleinste Berührung schmerzte schrecklich.

"Anne? Was ist?" Fragte Gilbert erschrocken.

"Nichts..ich." Anne wollte den Arm verbergen.

Doch Gilbert schob ihren Ärmel hoch und sah einen geschwollenen leicht blau verfärbten Unterarm.

"Anne! Um Himmels willen, was ist passiert?"

"Autsch!" rief Anne als er ihren Arm hielt. "Nichts! Ich bin nur hingefallen. Nur eine Verstauchung!"

"Ich denke eher, dein Arm ist gebrochen. Wann ist das passiert?"

"Gestern", war die einzige Antwort.

"Warum bist du denn zu keinem Arzt gegangen?"

Einige Sekunden lang schwieg Anne. "Die Kinder haben sich schon so gefreut, nach Avonlea zu fahren, ich wollte sie nicht enttäuschen. Nur weil ich so ungeschickt bin." Sagte sie hastig.

"Wir müssen ihn schienen. Komm mit in meine Praxis."

"Ich kann nicht, ich muss zurück nach Green Gables, die Kinder..."

"Anne, dein Arm muss versorgt werden. Wir werden auf Green Gables anrufen."
Widerwillig gab Anne nach.
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