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Eine falsche Entscheidung

von Steffi A
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Anne Shirley/Blythe Diana Barry Gilbert Blythe Marilla Cuthbert
12.12.2004
12.12.2004
15
12.207
 
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12.12.2004 400
 
Kapitel 1

In Gedanken versunken stand Anne auf der Brücke. Eine sanfte Brise strich ihr durchs Haar. Es war ein später Augustabend und ein wenig kühl. Anne zog ihre Strickjacke fester um sich. Es fröstelte sie ein wenig, doch schuld daran war nicht nur der Wind. Vielmehr, das, was am Abend zuvor geschehen war, bevor sie kurz entschlossen nach Avonlea gefahren war.

Sie schaute sich um. Jeder Baum und jeder Strauch war ihr hier vertraut. Sicher, die Bäume waren inzwischen gewachsen und es gab nun viel mehr Schatten, am See der glitzernden Wasser. Aber immer noch kannte sie alle Namen, die sie und Diana den Bäumen gegeben hatten.

Doch selbst der Anblick ihres geliebten Avonlea, konnte Anne im Moment nicht recht trösten.

In den letzten Jahren war Anne erwachsen geworden. Sie war Mutter von zwei reizenden Kindern. Seit 6 Jahren war sie mit Roy Gardner verheiratet.
Damals hatte sie geglaubt, ihn zu lieben. Doch heute wusste sie es besser. Nein, es war nicht die Art von Liebe gewesen, die sie sich immer erträumt hatte.

Wie naiv war sie doch gewesen, dass ihre Schwärmerei für Roy, für Liebe hielt. Es war unbestreitbar, dass Roy gut aussah, aber das war auch fast schon die Einzigste gute Eigenschaft an ihm.

Vor ihrer Hochzeit war er sehr charmant gewesen und hatte sie umworben. Doch nach und nach musste Anne erkennen, dass sie den wirklichen Roy Gardner nie gekannt hatte.

Erst nach der Hochzeit lernte sie ihn richtig kennen und das war wie ein grausames Erwachen gewesen.

Nur Diana hatte sie ihren Kummer heute Mittag anvertraut. Diana Wright war die Einzige, die wusste, warum Anne in Avonlea war. Niemand sonst sollte es erfahren.

Marilla hätte sich viel zu sehr aufgeregt und das war nicht gut für ihr Herz.
Annes linker Arm tat nun wieder entsetzlich weh. Zum Glück hatte es bis jetzt niemand bemerkt, selbst Diana nicht. Wenn sie ihn möglichst still hielt, spürte sie kaum etwas.

"Ich sollte langsam zurück", dachte Anne. "Die Kinder sollten zu Bett gehen und Nan will immer einen Gute-Nacht-Kuss."


Nan war Annes dreijährige Tochter. Ihr kleiner Sohn war bereits fünf und hieß Walter.
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