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This love...

von Akiholic
GeschichteDrama / P18 / MaleSlash
10.10.2004
01.11.2004
7
20.699
 
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Dieses Kapitel
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10.10.2004 4.028
 
[Jaaaaaaaaaaaaaa, sie lebt noch, sie lebt noch!!! Die AkkiMaus lebt noch! *g* Und hier der letzte Teil und dann meuchelt mich...]


Teil 7

°Lauri°


Mitten in der Nacht werde ich schlagartig wach. Ich höre ein Wimmern und Schluchzen. Ich drehe mich zur Seite und sehe dich neben mir liegen, wirfst dich von der einen auf die andere Seite, schwitzt.

"Nein... Nicht... Bitte...", presst du hervor, du wirfst deinen Kopf herum.

Du liegst jetzt mit dem Rücken zu mir. Ich weiß nicht, was ich tun soll... Bin hilflos. Langsam rutsche ich auf dich zu, lege meinen Arm um deinen Bauch, drücke nicht zu, ich könnte dir wehtun. Will dir zeigen, ich bin bei dir, will dich trösten. Ich schiebe deine Haare beiseite, beginne, deinen Hals und den Bereich hinter deinem Ohr zu liebkosen. Hoffe, es beruhigt dich ein wenig. Eigentlich ist das purer Schwachsinn, doch ich weiß nicht, wie ich mich sonst verhalten soll. Soll ich dich einfach hier liegen lassen, während du dich mit schrecklichen Alpträumen quälst?! Ich kann das nicht mitansehen! Ich kann nicht!

Plötzlich durchfährt ein Zucken deinen Körper, dein Atem raschelt hörbar.

"Aki?", flüstere ich.

Mit einem Mal hast du mich kraftvoll und panisch von dir gestoßen, schreist markerschütternd, springst auf und knallst gegen die Wand deines Schlafzimmers. Du lässt dich zu Boden sacken. Wimmernd winkelst du die Knie an, schlingst deine Arme darum und beginnst zu weinen. Ich bin total überrumpelt, hab ich dich verschreckt? Das wollte ich nicht! Langsam steige ich aus dem Bett, gehe auf dich zu und lasse mich vor dir nieder. Du siehst mich mit großen, geschockten Augen an. Es zerreißt mir das Herz... Noch ein Stückchen rutsche ich zu dir, du weichst zurück. Vertraust du mir nicht? Soll ich gehen?

"Ist es dir lieber, wenn ich drüben auf der Couch schlafe?", flüstere ich leise.

Energisch schüttelst du den Kopf. Ich hebe meine Hand, will dir über den Kopf streichen, doch du fährst zusammen, kneifst die Augen zu, als würdest du einen Schlag erwarten... Es tut so schrecklich weh... Ich ziehe die Hand zurück, seufze leise. Du siehst mich an, was denkst du gerade...? Ich kniee noch immer vor dir, meine Fingernägel graben sich in meine Oberschenkel. Dann, deine zittrige Hand auf meiner.

Ich ergreife sie, ziehe dich sanft mit mir auf die Beine. Du wankst und gibst ein schmerzvolles Stöhnen von dir. Ich stütze dich ab und lege dich behutsam zurück ins Bett. Ich geselle mich wieder zu dir. Vorsichtig und zaghaft rutschst du zu mir, suchst Schutz und Wärme in meinen Armen. Mit Bedenken schließe ich sie um dich. Dein Herz rast, ich spüre es. Dein Atem ist ganz heiß und zittrig. Wieder überwältigt mich fast der Drang, dich zu küssen, doch ich darf es nicht. Es würde nicht passen. Dieses schreckliche Ereignis ist erst einen Tag her, alles ist noch frisch. Wenn ich den Typ in die Finger kriege, töte ich ihn! Ungeschoren wird er nicht davonkommen!

"Versuch wieder zu schlafen, ich bleibe hier.", flüstere ich dir ins Ohr.

Du nickst stumm, krallst dich in meinem Rücken fest, als würde ich dir jeden Moment gehen. Niemals wieder lass ich dich alleine. Im fahlen Licht des Vollmondes erhasche ich einen Blick in dein Gesicht. Tränen rollen über deine Wangen. Deine Wimpern werfen zarte Schatten auf deine mit Tränen benetzten Wangen. Nur einen Hauch bin ich von dir entfernt, und doch trennen uns momentan Welten. Unendlich große Welten. Weit und unüberwindbar. Eine gläserne Mauer zwischen dir und mir. Am liebsten würde ich sie eintreten und dir nahe sein, aber ich kann nicht.

Unsere Nasen sind nur einen Hauch voneinander entfernt. Meine Augen füllen sich mit Tränen, ich brauch dich so... Deine Atmung wird langsamer, du beruhigst dich. Meine Hände auf deinem Rücken, streichle dich zögerlich und tröstend. Du scheinst dich zumindest ein bisschen wohl in meinen Armen zu fühlen... Vielleicht hilft dir meine Nähe. Es gibt noch Hoffnung... Oder, Aki? Meine Hand wandert von deinem Rücken, über dein Schulterblatt und ich streiche dir zärtlich ein paar Tränen von den Wangen.

Nach ein paar Minuten bist du eingeschlafen, atmest langsam und tief. Auch ich versuche wieder die Augen zuzukriegen. Zum Glück klappt es... Denn kurz nach dir bin auch ich wieder im Reich der Träume. Hoffentlich träumst du nichts Schlimmes.

Am nächsten Morgen erwache ich schwerlich... Ich bin so schrecklich müde... Will mich umdrehen, doch du liegst in meinen Armen, bist schon wach. Lächelst ein bisschen hilflos.

"Guten Morgen...", sage ich leise.

"Morgen.", erwiderst du und gähnst.

Wieder schließt du die Augen, willst wohl noch ein bisschen schlafen. Auch ich schließe wieder die Augen. Noch ein paar Minuten heile Welt spielen... Bitte. Ein paar Minuten später streckst du dich zögernd, anscheinend tut es dir weh... Du tust mir schrecklich leid... So saublöd es sich anhört.

"Aki, möchtest du baden gehen?", saublöde Frage...

"Ja... Ich fühl mich... dreckig...", murmelst du verzweifelt.

"Warte... Dann mach ich dir das Bad zurecht, okay?"

Mit diesen Worten stehe ich auf und gehe ins Bad. Du bleibst liegen. Ich lege einige Handtücher in die Wanne, sonst liegst du zu hart... und ich will dir nicht noch mehr Schmerz zufügen... Ich lasse warmes Wasser ins Becken laufen, nicht zu heiß, es könnte in deinen Wunden brennen. Wäre es zu kalt, könntest du frieren. Ich verzichte auf Seife, auch das könnte dir wehtun. Die Wanne ist jetzt voll, ich gehe zurück ins Schlafzimmer.

"Fertig... Soll ich dir aufhelfen?"

"Nicht nötig... Ich krieg das schon hin...", sagst du leise und richtest dich auf.

Der Schmerz zerrt in deinen Gliedern, du lässt dich ächzend zurück in die Kissen gleiten. Ich komme auf dich zu, nehme dich auf die Arme, obwohl du ein bisschen abwehrend zappelst. Ich trage dich ins Bad, du bist nicht schwer. Dort lasse ich dich runter. Ich lasse meinen Blick über deinen Körper huschen, überall Schrammen und blaue Flecken... Ich kann diesen Anblick kaum ertragen. Du drehst dich zu mir um, dein Blick ist ganz trüb.

"Ich geh dann mal, Frühstück machen.", meine ich und lasse dich erstmal im Bad zurück.

Drehe mich noch einmal zu dir um, sehe, wie du dir deine Shorts von den Beinen ziehst. Sofort schweift mein Blick weg, ich kann das einfach nicht sehen. Warum nur hat man dir das angetan? Was hast du verbrochen? Kann ich denn garnichts tun? In Gedanken schlurfe ich in die Küche, bereite den Frühstückstisch vor. Und warte. Und rauche. Bin unglaublich aufgewühlt und nervös. Vielleicht brauchst du mich...? Ich gehe nachsehen und klopfe zaghaft an.

"Hmm?", brummt es von drinnen.

Ich werte das als 'Ja' und betrete das Bad. Du liegst mit geschlossenen Augen in der Wanne. Das Wasser hat einen ganz leichten Rotschimmer angenommen. Ich stelle mich vor den Spiegel und wasche mich. Kämme mir die Haare. Du richtest dich auf, steigst aus der Wanne und schlingst dir ein Handtuch um. Ich drehe mich zu dir um.

"Soll ich dir helfen?", eine ziemlich dämliche Frage.

"Mhm...", ein Zeichen der Zustimmung.

Ich nehme mir ein anderes Handtuch und beginne, dich ganz vorsichtig abzutrocknen. Tupfe die kleinen Wassertröpfchen von deinem Hals, deinem Brustkorb. Ich bin unglaublich gehemmt, will dir nicht wehtun. Aber ich bin froh, dass dein Vertrauen wenigstens ein bisschen zurückkommt. Aus Versehen berühre ich ein Hämatom über deinem Bauchnabel, du ziehst scharf die Luft ein. Als ich fertig bin, reiche ich dir frische Klamotten und lasse dich wieder alleine. Warte in der Küche auf dich...

...

Eine Woche später...

Die Lage scheint sich langsam zu entspannen. Langsam, aber stetig... Du fasst wieder Vertrauen zu mir. Aber als ich dich darauf ansprach, ob du dich an den Kerl erinnern könntest, wurdest du ganz panisch, bist mir ausgewichen. Kennst du ihn? Glaub ich nicht... Und du hast dich kategorisch geweigert, zum Arzt zu gehen. Ich kann dich verstehen, aber es müsste sein. Was, wenn... Du dich mit irgendwas angesteckt hast? AIDS? Was, wenn du krank bist? Ist dir das egal? Schämst du dich so sehr? Gefühlsmäßig verschließt du dich total, hast Alpträume, flüchtest dich in meine Arme.

Doch diese Nähe zu mir, sie macht dir auch Angst. Dass ich dir auch so wehtun könnte. Dazu wäre ich nie in der Lage, ich liebe dich doch! Ich könnte dir nicht mal ein Haar krümmen! Und dennoch suchst du Geborgenheit bei mir. Und ich verwähre sie dir nicht. Um Gottes Willen! Du fängst sogar an, auch von dir aus wieder auf mich zuzukommen. Mich zu umarmen. Stumm nach Küssen zu verlangen. Nur flüchtige Küsse auf die Wange, aber es ist ein Anfang. Fängst du an, es zu verarbeiten, oder zu verdrängen?

Die letzten Wochen habe ich alle Termine mit der Band abgesagt, du bist einfach nicht auf der Höhe. Deine blauen Flecken verschwinden nur schleppend, noch immer schmerzen dich Bewegungen. Ich bin ununterbrochen bei dir. Helfe dir wo ich kann, wo du mich lässt. Ich vermisse dich schrecklich, deine Zärtlichkeiten. Doch ich halte mich extrem zurück. Schließlich will ich dich nicht verschrecken, wo du gerade anfängst, mit allem klarzukommen. Ich hoffe zumindest, dass du das tust.

Denn sonst...

Morgen werden wir uns zum ersten Mal seit Wochen mit den anderen treffen. Es muss sein, Seppo sagt, wir müssen unsere neue Tour vorbereiten und außerdem hat er ein paar neue Leute eingestellt, die eingearbeitet werden müssen. Von uns. War ja klar. Nachdem wir gegessen haben, gehen wir zu Bett. Morgen wird sicher ein anstrengender Tag. Ich lege mich zu dir ins Bett, du willst es so. Ein wirklicher Beweis, dass du mir soweit vertraust. Wenn auch noch nicht völlig.

"Schlaf gut.", flüstere ich dir leise ins Ohr.

"Nacht...", ist deine Antwort.

...

Am nächsten Morgen...

"Komm aufstehen, Aki. Die Pflicht ruft."

Du drehst dich murrend noch einmal um. Ich lasse den Rollladen hoch, die pralle Sonne scheint dir ins Gesicht. Du ziehst dir die Decke über den Kopf und gibst leise Beschimpfungen von dir. Gleich hab ich die Schnauze voll, mein Schatz! Ich ziehe dir die Decke weg. Du richtest dich auf und siehst mich böse an.

"Wir müssen gleich los, oder willst du, dass Seppo wieder was zu motzen hat?", huch, ist meine Stimme heute streng.

Du stehst ganz auf und verschwindest leise knurrend im Bad. Na endlich. Ich sehe dir nach. Die Kratzer am Rücken wollen einfach nicht verheilen... Schon seit Tagen kämpfe ich mit mir selbst, ob ich zur Polizei gehen sollte... Dieser Kerl muss bestraft werden! Er hat dich geschändet! Bekäm ich den in die Finger, er würde es nicht überleben! Dein Selbstwertgefühl ist schließlich auf dem absoluten Nullpunkt.

Es wird Zeit, dass sich was ändert. Ich muss etwas tun. Zum Glück hab ich deine Klamotten von dieser Nacht nicht weggeschmissen, so wie du es wolltest. Sie sind bei mir Zuhause. Wenn du denkst, ich würde diese Beweismittel einfach verschwinden lassen und den Kerl somit schützen, hast du dich geschnitten. So leid es mir tut, dass ich dadurch dein Vertrauen missbraucht habe. Doch es ist zu deinem Besten. Ich will dich wieder glücklich sehen. Wir waren anfangs doch glücklich... Ich brauche dich... Du mich nicht mehr? Nicht mehr so, wie vorher?

...

Wir sind jetzt im Nosturi. Du hast dich auf die Toilette entschuldigt. Hoffentlich übergibst du dich nicht wieder... Ich mache mir ein bisschen Sorgen, doch dafür ist keine Zeit, denn gerade kommt Seppo mit den neuen Crewmitgliedern die Tür rein. Eero und Pauli sind auch schon da. Keiner von ihnen fragt, warum wir uns die letzten Tage nicht gesehen haben. Was mit dir los ist. Ist vielleicht auch besser so.

"Hei Jungs. Wo ist Aki?", fragt Seppo.

"Auf Klo.", erwidere ich und schiele besorgt Richtung Toiletten.

Hinter Seppo tauchen drei junge Menschen auf. Ein junger Mann ist ein bisschen kleiner als ich, hat rote Haare und blaue Augen. Er heißt Tiimo, erklärt man mir. Ich begrüße ihn artig und die anderen tun das auch. Dann eine junge Frau, heißt Mika. Schwarze, lange Haare, braun-grüne Augen. Sehr nett. Wo bleibst du nur? Huch, jetzt kommt einer, der macht mir irgendwie Angst. Nicht sehr groß, dennoch recht muskulös, kurze, braune Haare, und dann... diese Augen... Fast schwarz. Diese Aura, die ihn umgibt. Als wäre er total gefühlskalt und skrupellos. Ich hab ein unglaublich beschissenes Gefühl in der Magengegend. Ich schüttle ihm die Hand. Kräftiger Druck, will der mir das Blut abquetschen?! Den mag ich nicht... Ich habe Angst...

"Hei. Ich bin Markko. Schön dich kennenzulernen."

Der droht mir mehr, als dass er sich vorstellt... Plötzlich ein angsterfüllter Schrei. Deine Stimme. Ich fahre erschrocken herum und erblicke dich. Die Hand presst du auf den Mund, mit der anderen zeigst du auf Markko. In deinen Augen steht die blanke Todesangst. Was ist denn los? Ich starre Markko verständnislos an. Der scheint dich mit seinen Augen durchbohren zu wollen. NEIN! Das kann doch jetzt nicht wahr sein! Eero rennt zu dir, will dich beruhigen, doch du wehrst ihn heftig ab und knallst mit dem Rücken an die Wand, an der du stehst. Tränen kullern über dein Gesicht und ich beginne zu verstehen.

ER!

Der, dem ich eben noch die Hand geschüttelt habe, er hat dich vergewaltigt! Schnell drehe ich mich wieder zu ihm um und ramme ihm mein Knie in seine Weichteile! Du wirst büßen! Er liegt am Boden und ich lasse mich auf ihm nieder. Noch nie habe ich soviel Hass verspürt, wie hier und jetzt. Er krümmt sich vor Schmerzen. Oh, ich kann dir noch mehr wehtun, du mieses Schwein! Wie im Blutrausch schlage ich auf sein Gesicht ein, bis es aussieht, wie ein rohes Stück Fleisch. Büße für seine Schmerzen! Seine Nase blutet, seine Augen sind schon angeschwollen. Doch ich habe noch nicht genug! STIRB! Plötzlich reißt mich jemand von dem Kerl runter und ich sehe in Paulis geschocktes Gesicht.

"PAULI! LASS MICH LOS! ER HAT ES VERDIENT!!!!!", schreie ich ihn an, während er mich in die Mangel nimmt.

"Warum?", fragt er nur und kriegt mich nur schwer unter seine Kontrolle.

"ER HAT AKI VERGEWALTIGT, VERDAMMT! LASS MICH LOS, ICH BRING DEN BASTARD UM!!!!!!!", ich höre mich an wie ein Wahnsinniger.

Dein herzzereißendes Schluchzen lässt meinen Verstand etwas klarer werden. Eero sitzt neben dir und redet besänftigend auf dich ein... Mein Liebling... Mein Widerstand schwindet. Pauli lässt jetzt los. Plötzlich kommen zwei Securities und führen Markko weg. Hoffentlich wird er angeklagt... Schnell bin ich bei dir, Eero macht Platz. Ich nehme dich in die Arme und wiege dich nach vorne und hinten.

"Ganz ruhig, mein Schatz, jetzt es wird alles gut...", flüstere ich dir ins Ohr.

Deine Tränen durchnässen meinen Pulli, doch das ist mir erstmal egal... Hauptsache, du beruhigst dich. Eero und Pauli stehen nur geschockt da und beobachten die Szenerie, die wir ihnen gerade bieten. Du liegst wimmernd in meinen Armen, während ich dir beruhigende Worte ins Ohr flüstere, bis du dich einigermaßen gefangen hast. Doch dann krampft sich dein Körper zusammen, entspannt sich wieder und du sackst ohnmächtig in meinen Armen zusammen....

Die nächste Woche ist besonders für dich eine Horrorvision. Krankenhaus. Man testet dich auf AIDS, und zum Glück ist der Test negativ. Ich gebe der Polizei meine Aussage, und ebenso deine zerrissenen Klamotten, in der Hoffnung, sie finden noch irgendwie Spuren von Sperma des Täters. Wenn nicht, steht es Aussage gegen Aussage beim Prozess und dann bring ich mich um. Tatsächlich werden Spuren von Sperma gefunden. Das Wasser hat doch nicht alles weggeschwemmt. Dann schließlich: Der Prozess. Ich habe mittlerweile Eero und Pauli erzählt, was passiert ist.

Die beiden sitzen im Publikum, ich bin ein Zeuge, also befragen sie mich als Erstes. Ich erzähle, wie ich dich in der Dusche gefunden habe und wie es dir die letzten Wochen ging. Was du mir erzählt hast. Ich wage einen flüchtigen Blick zu Markko. Er sitzt da, vollkommen unbeteiligt. Mieser Vergewaltiger, am liebsten würde ich ihm nochmal ein paar in die Fresse hauen! Doch mein Hass nutzt jetzt nichts. Danach wird er befragt. Er bestreitet natürlich alles. War ja klar. Dann kommst du dran. Während sich Markko wieder auf seinen Platz begibt, setzt du dich hin, verziehst schmerzhaft das Gesicht. Ich sitze hinter dir, du drehst dich zu mir um.

Ich lächle dich an, hoffe, es hilft dir deine Scham zu überwinden. Nicht mal mir hast du erzählt, was passiert ist. Und jetzt musst du es vor wildfremden Leuten. Es ist fast wie eine zweite Vergewaltigung... Wie gerne würde ich mit dir tauschen. Du sitzt da, rutschst nervös und peinlich berührt auf dem Stuhl herum, deine Stimme ist leise und kratzig. Du hörst dich an, als müsstest du gleich weinen. Bitte halte durch, denn sonst wird hier keine Gerechtigkeit walten können, wenn du deine Aussage nicht zu Ende führst. Du erzählst und erzählst... Es treibt mir die Tränen ins Gesicht. Ich kann einen lauten Schluchzer nicht verbergen. Du erzählst, dass man dir wohl eine Droge verabreicht hat, du auf dem Weg zu mir plötzlich ins Wanken kamst, in eine Seitengasse eingebogen bist und dann... dann...

"Ich kann nicht weiter...", schluchzt du.

Bitte Aki, lass dich nicht jetzt hängen! Du schaffst das, du bist stark genug, ich weiß es! Du drehst dich zu mir um, kleine Tränen perlen über deine Wangen. Mit einer Geste versuche ich dich zum Weitererzählen zu bewegen. Auch wenn ich selbst mit den Tränen kämpfe und immer wieder verliere. Das hier stehen wir durch! Du nickst, drehst dich um und bringst deine Aussage zu Ende. Ich atme auf... Der Richter unterbricht die Verhandlung, um das Urteil zu fällen. Du gehst zu deinem Platz, senkst den Kopf. Hoffentlich hat Justizia ein Einsehen...

...

Nach einer halben Stunde kommt der Richter mit seinen Schöffen zurück. Wir erheben uns alle und mein Innerstes ist zum Äußersten gespannt. Bitte, verurteilt ihn. Er hat es verdient... Bittebittebittebittebittebittebittebitte...

"Der Angeklagte Markko Jämsä wird der Vergewaltigung, dem unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln und Missbrauch von Betäubungsmitteln..."

Ich sehe die Anspannung in deinem Körper. Bitte, tut Aki das nicht an, ihn freizusprechen. Du würdest daran zerbrechen...

"...SCHULDIG gesprochen!"

Ein Aufatmen geht durch den gesamten Saal. Jetzt noch das Strafmaß, Gott, lass es hoch sein. Lass ihn nie wieder aus dem Gefängnis, ein solches Monster darf nie wieder freikommen!

"Wie vom Staatsanwalt gefordert, bekommt er 6 und 7 Monate. Sie dürfen sich setzen."

Ein paar Minuten später verlassen wir alle den Saal. Markko wird von Polizisten abgeführt. Noch immer ist sein Blick kühl und durchbohrend. Er versprüht seinen Hass durch den ganzen Raum. Wir gehen zu mir nach Hause. Schließlich einigen wir uns auf eine Bandpause von unbestimmter Dauer, bis du dich wieder bereit dazu fühlst. Zum Glück fand der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die nervigen Fragen der Reporter hättest du auch nicht ertragen. Die beiden anderen verabschieden sich und wir sind für uns.

Du liegst auf der Couch in meinen Armen und fühlst dich richtig wohl. Seit Wochen endlich wieder. Wir werden das schaffen. Zusammen. Uns kann nichts mehr trennen. Wir haben die wohl schwerste Hürde der Liebe gemeistert. Zaghaft streiche ich dir ein paar wirre Haarsträhnen aus dem Gesicht, du lächelst. Dann kommst du meinem Gesicht näher und gibst mir einen Kuss.

"Danke für alles, Lauri.", flüsterst du leise.

"Das war selbstverständlich. Denkst du... wir... schaffen das?", frage ich.

Ich streiche dir über die Wange. Deine Augen funkeln mich sanft an. Ich glaube, ich kenne die Antwort schon und du bestätigst sie mir:

"Ja, auf jeden Fall. Ich liebe dich."

Diese Liebe hat gesiegt... Nie wieder lasse ich dich allein. Ich werde immer da sein, um dich zu beschützen. Denn du bist das Kostbarste, was ich habe. Ich gebe dir einen sanften Kuss auf die Schläfe... Du lächelst. In meinen Armen schläfst du ein, du siehst aus wie ein Engel... This love will be forever... Nicht wahr, Aki?



~*The End*~

[Boah, Fäddisch... Mann ey, nie wieder! Nie wieder schreib ich ne Rape! Hasst mich nicht, ich übernehm das für euch *drop* Wie konnte ich das Aki-chan antun?! Leutz, nicht dass ihr denkt, ich mag ihn nicht! Ohgottohgottohgottohgottohgottohgott!!!! Ich LIEBE diesen Typ! *hat ein Faible für Drummer und Sänger* ^^" Sonst würd ich Aki und Lauri nicht immer verkuppeln... *versaut grins*]

Erklärungen der Fußnoten:

[1] Wusstet ihr, das Nutella ursprünglich 'Super-Crema' hieß und aus Italien kommt? Da gibts das Zeug schon ziemlich lange, aber in den 70igern kam in Italien ein Gesetz raus, in dem es verboten war, in Warenartikeln das Adjektiv 'super' zu benutzen. Weiß der Geier warum, aber seitdem heißt das leckere Zeugs halt Nutella. *klugscheiß*

[2] Ich tendiere zu Ingwer! *g*
 
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