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This love...

von Akiholic
GeschichteDrama / P18 Slash
10.10.2004
01.11.2004
7
20.699
 
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10.10.2004 2.698
 
[You wanted more, you'll get more!!! *g* Schön Kommies schreiben, ne? Dann gehts schneller weiter ;) Das is Erpressung, ich weiss... *ggg*]

°Lauri°


Der nächste Morgen...

Blinzelnd öffne ich die Augen... Feine Strahlen Sonnenlicht fallen durch den weinroten Vorhang des Fensters. Wo bin ich überhaupt? Noch im Halbschlaf will ich mich aufrichten, lasse mich aber sofort wieder fallen. Zu wenig Kraft in den müden Armen... Ich sehe unter mich und erblicke dein schlafendes, friedliches Gesicht. Ich bin noch bei dir... Liege auf deinem Brustkorb, welcher sich regelmäßig auf- und abwölbt... Ach ja, ich bin gestern zu dir gekommen... Wollte - musste - dir etwas sagen... Ich hatte es mir schon lange vorgenommen.

Wollte dir sagen, dass du mehr für mich bist, als Bandkollege und Freund... Sehr viel mehr. Ich wollte es dir gestern Abend sagen, wenn wir zusammen im Zimmer waren. Doch Eero musste ja die Reservierungen verhunzen und ich war voll angepisst. Manchmal würde ich ihm am liebsten an die Gurgel springen! Doch jetzt ist ja alles klar... Ich bleibe liegen, genieße deine Nähe... Es ist schön so... Plötzlich murmelst du leise etwas vor dich hin. Habe Angst, dich eben geweckt zu haben.

Und ich habe Recht. Du schlägst deine blau-grauen Augen auf und funkelst mich müde an. Ein Lächeln huscht über dein Gesicht... Du hebst deine Hand, streichst mir durch die Haare.

"Es war kein Traum... Du bist noch hier...", flüsterst du leise.

Ich nicke stumm und lächle ebenfalls. Ich beuge mich zu deinem Gesicht herunter, gebe dir einen Kuss auf die Wange. Deine Hand, die eben noch mit meinen Haarspitzen spielte, wandert in meinen Nacken, zieht mich wieder zu dir runter. Meine Lippen wandern über deine Wange rüber zu deinem Ohr, küsse dein Ohrläppchen und knabbere ein bisschen daran. Du gibst ein wohliges Seufzen von dir.

"Ich hab dich geweckt... Tut mir leid...", flüstere ich.

"Nicht schlimm.", erwiderst du.

Ich küsse mich ein bisschen tiefer, erreiche deinen Hals. Sauge leicht an der weichen, blassen Haut dort. Deine Hände wandern über meinen Rücken, unter mein Muskelshirt, fährst meine Wirbelsäule nach. Als ich stärker sauge, setzt du dich plötzlich auf und schaust mich seltsam an. Ich bin verwirrt.

"Was ist?", will ich wissen.

"Die anderen könnten es sehen, wenn du...", meinst du und deutest auf deinen Hals.

Scheiße, stimmt ja! Jetzt hab ich dich endlich und nun muss ich mich auch noch zurückhalten. Gott, das kotzt mich jetzt schon an! Aber da ist nichts zu machen. Irgendwann werden wir es Pauli und Eero sagen müssen, aber es ist noch zu früh. Ich versteh dich ja... Seufzend nicke ich. Rolle dabei aber mit den Augen. Ich hasse es, mich für irgendetwas verstecken zu müssen, was ich für richtig halte. Aber es geht nicht anders.

"Sorry, Lauri..."

Du schaust mich schuldbewusst an.

"Schon okay... Ich versteh dich doch.", entgegne ich.

Du lässt dich wieder in die weiche Luxusmatratze fallen, ziehst mich mit. Ich liege wieder auf dir und ziehe mit dem Zeigefinger Linien auf deiner Brust. Du bekommst Gänsehaut. Durch mich?! Wie gerne wäre ich weiterhin ein bisschen zärtlich zu dir. Habe so lange warten müssen... Zu lange. Monate, vielleicht sogar Jahre. Auch wenn ich mir erst vor ein paar Monaten eingestanden habe, dass ich dich liebe. Will endlich dein sein... Und genauso sollst du mein sein...

Wenn ich schon nicht an deinen Hals darf, dann vielleicht... Ich rutsche nach unten, stütze mich mit den Unterarmen neben deinen Seiten ab und bedecke deinen Brustkorb mit kleinen Küssen. Warte ab, ob es dir gefällt. Du hast die Augen geschlossen, willst die Zärtlichkeiten intensivieren, die ich dir gerade schenke. Du blinzelst mich an, als ich aufhöre. Nickst mir zustimmend entgegen. Ich darf... Küsse weiterhin deine Brust, schmecke dein Duschgel, das du gestern benutzt hast. Deine Hände wandern über meine Oberarme, bleiben dort liegen.

Ich wandere wieder nach oben, sehe in deine wunderschönen Augen. Sofort greift deine Hand in meinen Nacken, zieht mich runter und presst mich an dich. Deine Hände wandern unter mein Muskelshirt, zerrst ein bisschen dran. Nicht so ungeduldig... Ich setze mich auf, ziehe es mir aus und lege mich wieder auf dich. Spüre deinen warmen Körper unter mir, deine Haut ist so weich und eben... Spüre deine Hände auf meinem Rücken, wie sie auf und ab wandern.

"Lass uns noch ein bisschen so liegenbleiben...", raunst du leise.

Ich stimme mit einem Nicken zu. Heute ist unser freier Tag, da brauchen wir nicht so früh aufzustehen. Es ist erst 8 Uhr, nach dem Digitalwecker auf dem Nachttisch. Also schmiege ich mich enger an dich, will dir so nahe sein, wie es mir im Moment möglich ist. Du küsst meine Stirn, es ist perfekt, wie es ist. Niemals mehr will ich einem Menschen so nahe sein, wie dir.

Noch eine Weile tauschen kleine Streicheleinheiten und Küsse aus, bis ich schließlich wieder schläfrig werde und döse weg... Auch du hast die Augen wieder geschlossen, atmest leise und regelmäßig... Wir beide haben die Tatsache, dass du die Tür nach meinem Eintreten heute Nacht nicht mehr abgeschlossen hast, vergessen. So liegen wir hier, aufeinander, nurnoch in Shorts bekleidet und knuddeln miteinander...

...

"HEY! AKI! Hast du Lauri gesehen?!", dröhnt es auf einmal von draußen.

Plötzlich reißt Eero die Tür auf, steht in deinem Zimmer und starrt aufs Bett, wo wir beide liegen und kuscheln. Ich habe gerade erst die Augen aufgemacht, realisiere den Ernst der Situation nicht... Reibe mir die Augen, glotze Eero wie einen Güterzug an. Du bist ebenfalls noch im Halbschlaf, bist auch baff, guckst Richtung Eero und dann wieder mich an. Ziehst augenblicklich deine Hände von meinem Rücken weg.

"Ach, hier bist du. Wir haben dich überall gesucht.", meint Eero ziemlich gelassen.

"Ja, ähmm..."

Ich brauch eine glaubwürdige Ausrede...

"Ich hatte nen Alptraum und da bin ich halt zu Aki...", stammle ich.

Eero nickt verständnisvoll.

"Kommt ihr gleich frühstücken?", fragt er.

Ich nicke und schon ist er wieder verschwunden... PUH! Ich atme auf. Das hätte ins Auge gehen können. Ob er mir das mit dem Alptraum abgenommen hat? Ich leide ja schon seit Jahren unter Alpträumen. Aber daran bin ich ja selbst schuld. Ich habe meine letzte Freundin immer wieder verlassen, nur damit sie mich anfleht, einen Neuanfang zu starten. Sie war mir total verfallen und ich habe das ausgenutzt. Habe mit ihren Gefühlen gespielt und fühlte mich gut dabei. Jetzt bekomme ich die Retourkutsche. Und ich habe sie verdient... Niemals mehr werde ich einem Menschen so wehtun, wie ihr.

"Das war knapp...", murmelst du noch ganz schlaftrunken.

"Oh ja.", meine ich.

Ich stehe auf und mache mich auf den Weg ins Bad. Du stehst auch auf und folgst mir. Ich werfe mir ein bisschen kaltes Wasser ins Gesicht um wach zu werden. Morgens brauch ich dafür immer ein bisschen Zeit. Da fällt mir ein, dass mein ganzes Waschzeug ja in meiner Suite liegt.

"Aki, ich gehe mal rüber...", sage ich knapp.

Du stehst vor dem Spiegel, kämmst dir gerade deine Haare. Ich kann nicht widerstehen... Ich stelle mich hinter dich, umarme dich. In meinem Griff drehst du dich um und schaust mich an. Deine Augen funkeln... Ich liebe sie... Du schlingst deine Arme um meinen Hals und küsst mich. Ich erwidere ihn nur zu gerne, spiele mit deiner Zunge. Es kribbelt tierisch in meinem Bauch. Das sind dann wohl die berühmten Schmetterlinge im Bauch... Ich habe sie zum ersten Mal in meinem Leben... Und es fühlt sich wunderbar an... Du löst den Kuss und fährst mit deinem Daumen über meine Unterlippe.

"Ich warte dann in einer halben Stunde beim Aufzug auf dich.", sagst du leise.

Denn Klein-Lauri wird wieder mal Stunden für seine Haare brauchen. Ich nicke, löse mich aus deiner Umarmung, sammle meine Klamotten zusammen und verlasse deine Suite... Irgendwie hab ich ein ungutes Gefühl, wenn ich an Eeros Besuch eben denke... Warum? Was soll er schon bemerkt haben? Es hat jetzt keinen Zweck, sich darüber Gedanken zu machen. Ich mache sicher aus ner Mücke einen Elefanten...

...

Tatsächlich stehst du eine halbe Stunde später schon geschniegelt und gestriegelt beim Aufzug. Ich habe mich extra beeilt, um dich nicht zu lange warten zu lassen. Ich komme strahlend auf dich zu, als hätten wir uns Wochen nicht gesehen. Ich kann nicht anders, als dir um den Hals zu fallen. Du drückst mich an dich, küsst meine Wange. Dann rufst du den Aufzug. Als er ankommt ist er - glücklicherweise - leer. Wir steigen ein, sofort ergreifst du meine Hand und lächelst mich an.

Im ersten Stock angekommen, laufen wir noch händchenhaltend zum Speisesaal, vor der großen Tür lässt du schlagartig meine Hand los, ich weiß, warum. Und ich habe durchaus Verständnis dafür. Dann öffnest du die Tür und betrittst den Saal. Ich folge dir nach einigen Sekunden und setze mich zu dir und den anderen.

"Moin!", zufrieden kaut Pauli auf seinem Nutellabrötchen herum.

"Hei.", begrüßt mich Eero, mit einem komischen Blitzen in den Augen, welches mich ein bisschen zusammenzucken lässt.

Dir brauche ich nicht 'Guten Morgen.' zu sagen... Doch um ein bisschen den Schein zu wahren, lächle ich dich freundschaftlich an und sage artig Hallo. Ich setze mich schweigend auf den einzig freien Platz an dem runden Tisch - neben dich. Ich schnappe mir die Kanne Kaffee und schütte mir ein. Kralle mir ein Schokobrötchen und schmatze vor mich hin. Als du gerade deine Kaffeetasse an die Lippen setzt und trinken willst, legt sich meine Hand zaghaft auf deinen Oberschenkel. Du verschluckst dich aus Überraschung ein bisschen...

"Hey hey! Immer langsam Hattu!", scherze ich und grinse dich an.

Als die anderen deine Hüstler nicht mehr beachten und sich anscheinend einer äußerst interessanten Diskussion über die Entstehung des Namens 'Nutella' [1] widmen, gucke ich dich entschuldigend an. Meine Lippen formen ein stummes 'Sorry.'. Du winkst nur ab. Ich trinke hastig die erste Tasse Kaffee aus und schenke mir nach. Wieder sucht meine Hand ihren Weg auf dein Bein, doch dieses Mal erschrickst du nicht, legst deine Hand auf meine und streichelst mit dem Daumen über meinen Handrücken.

Auf einmal ein lautes Klirren, Eero ist sein Messer runtergefallen und bückt sich unter den Tisch. Geistesgegenwärtig ziehe ich meine Hand zurück. Gott, hoffentlich hat er es nicht gesehen... Eero schielt über die Tischkante und erhebt sich wieder. Er wirft mir einen undefinierbaren Blick zu und unterhält sich dann wieder mit Pauli, während wir schweigend nebeneinander sitzen und die Gegenwart des anderen genießen... Wir essen stumm zu Ende und verlassen dann zusammen den Speisesaal. Ich mit den Händen in den Hosentaschen.

"Wollen wir an den Strand?", schlägt Pauli vor.

Strand? Wo sind wir im Moment überhaupt? Hmm, ich schätze mal Spanien... Ich habe aufgehört zu fragen, wo wir momentan sind, denn jeden Tag ist es ein anderes Land. Es interessiert mich auch nicht groß, aber Strand hört sich gut an. Ich sehe in deine Richtung, du gehst neben Eero und nickst aufmunternd.

"Warum nicht?", meine ich und wir steigen zu viert in den Aufzug.

Im zweiten Stock seilen wir beide uns ab, die anderen beiden müssen noch ein Stockwerk höher. Wir machen noch aus, dass wir uns um 11 Uhr, also einer halben Stunde unten im Foyer treffen. Sofort als sich die Tür des Aufzugs wieder schließt, atmest du laut auf.

"Scheiße. Das war wieder knapp eben... Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken.", meine ich.

"Halb so wild.", erwiderst du.

"Doch ist es... Wenn Eero was gesehen hat...?"

"Ach Unsinn."

Dennoch macht Eeros Blick mich unsicher. Merkt er was? Er ist ein guter Menschenkenner. Würde mich nicht wundern, wenn er schon vor uns etwas von unseren Gefühlen füreinander gewusst hätte... Ich hoffe inständig, er hat nichts gemerkt... Ich weiß nicht, was dann aus der Band werden sollte, wenn das publik werden würde... Es könnte unsere Zukunft kaputt machen. Das würde ich nicht ertragen können. Ich lese jetzt schon Schlagzeilen, wie:

>Lauri Ylönen, Schwarm der Mädchen - SCHWUL!<

Ich mache vor meinen Freunden kein Geheimnis daraus, dass ich auch auf Männer stehe, aber es muss ja nicht gerade die ganze Welt wissen... Mir laufen die Kreischies dadraußen in Scharen hinterher. Sie sind unser Kapital, durch sie verdienen wir unser Geld. Ohne sie können wir die Karriere knicken. Und dann sind wir alle am Arsch. Ich hab keine Ausbildung, keinen Schulabschluss. Wahrscheinlich würde ich als Penner auf der Straße landen. Ach, warum muss ich immer so schwarz sehen?!

Noch weiß es keiner, noch ist alles frisch. Ich sollte die Zeit mit dir genießen und nicht immer gerade den Teufel an die Wand malen. Ich biege in mein Zimmer ab, packe Sachen für den Strand und gehe zu dir rüber. Ich war schon Ewigkeiten nicht mehr am Strand. Gut, in Helsinki, aber da ist es nie so warm und sonnig. Kein Wunder, dass ich manchmal blass wie eine Leiche bin. Aber es gefällt mir so. Außerdem krieg ich schnell Sonnenbrand. Also werde ich sowieso nicht länger als eine Stunde am Strand bleiben, bevor ich noch krebsrot im Gesicht werde.

Ich klopfe an deine Tür, du öffnest und lässt mich eintreten.

"Schon fertig?", frage ich dich.

"Ja, schon..."

"Aber?"

"Wir haben noch ne Viertelstunde..."

Ich grinse... Ja, die haben wir noch... Und die nutzen wir, um ein bisschen auf der Couch der Suite zu sitzen und zu kuscheln... Deine Nähe tut so gut... Ich will sie nie mehr vermissen... Nie mehr... Schließlich machen wir uns auf den Weg ins Foyer, wo Pauli und Eero bereits warten.

...

Das wars dann mit einer Stunde Strand... Jetzt ist es mittlerweile Abend... Shit, ich seh morgen sicher fürchterlich aus, bei meiner empfindlichen Haut hilft auch keine noch so starke Sonnencreme... Sofort verziehen sich Pauli, du und ich an die Hotelbar und zwitschern uns einen. Noch 4 Tage und dann gehts ab nach Hause! Endlich! Ich kann es nicht mehr abwarten... Denn daheim sind wir auch unter uns... Alleine...
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