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Bitter Sweet Changes

von Lakkaaaa
GeschichteLiebesgeschichte / P12
03.09.2004
25.11.2004
6
14.888
 
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03.09.2004 2.710
 
"Pauliiiiiiiiiiii!"
"Jaaaaa?!"
"Jaaaaaaaa?!"
"Sie meint mich Idiotin!"
"Sag nich Idiotin zu mir. Sonst sag ich es Mama.", Pauliina, auch genannt Pauli ballte drohend ihre kleinen Finger zu einer Faust und funkelte ihren großen Bruder böse an.
"Uhhhhh... ich hab Angst. Lauri hilf mir.", der Junge grinste und schlug seinem Kumpel, der neben ihm im Gras hockte, lachend in die Seite.
"Ihr seid scheiße! Alle beide!", Pauliina warf eines ihrer Sandförmchen nach den beiden Jungs und sah schmollend auf den Boden. Nicht einmal beim Sandburg bauen konnten diese zwei Blödmänner sie in Ruhe lassen. Ihr Bruder, Pauli hatte es sich anscheinend zur Lebensaufgabe gemacht sie mit Lauri zusammen zu ärgern.
"Pauliina!!!", die Stimme ihrer Mutter riss sie aus ihren Gedanken. Traurig sah sie auf und verzog das Gesicht um zum Weinen anzusetzen. Das half immer und der dumme Pauli würde jetzt sicher Ärger bekommen, weil er sie mal wieder ärgerte.
"Jetzt heult die schon wieder.", zischte Pauli und verdrehte die Augen.
"Pauli... Lauri... was habt ihr schon wieder gemacht?", seine Mutter nahm Pauliina in den Arm und strich ihr tröstend über den Kopf.
"Gar nichts. Sie hat uns mit Sand beworfen und wir haben versucht ihr zu erklären, dass so was unhöflich ist, Frau Rantasalmi!"
Pauliina riss erschrocken die Augen auf um sie gleich darauf zu Schlitzen zusammen zu ziehen. Böse funkelte sie Lauri an. Dieser blöde Arsch. Das stimmte doch gar nicht. Pauli hatte gesagt, sie sei eine Idiotin, was ja überhaupt gar nicht stimmte und jetzt fiel ihr sein dummer Freund auch noch hinterhältig in den Rücken.
"Stimmt das Pauliina?!"
Missmutig warf das Mädchen ihrem Bruder einen Blick zu. Gleich würde er Ärger bekommen. Sie musste ihrer Mama nur sagen, dass er sie eine Idiotin genannt hatte.
"Wissen Sie Frau Rantasalmi, hab ich ihnen eigentlich schon gesagt, wie toll ich ihre neue Haartönung finde? Ich werde mir meine Haare jetzt auch blond färben!", antwortete Lauri bevor Pauliina überhaupt den Mund aufmachen konnte. Seufzend biss sie sich auf die Unterlippe. Das war so typisch. Sie war zwar zwar erst sechs Jahre alt, aber die Taktik von Lauri hatte sie verstanden. Er lenkte ihre mama ab und währendessen schüchterte Pauli sie ein, damit sie Klappe hielt und er keinen Ärger bekam.
"Wirklich? Vielen dank, Lauri.", Frau Rantasalmi setzte Pauliina wieder in den Sandkasten und wandte sich Lauri zu."Blond steht dir sicher auch gut. Dieses Lila was du momentan hast... naja..!"
Seufzend beobachtete Pauliina ihren großen Bruder, der eine einfach Geste machte, indem er sich mit dem Finger die Kehle entlang fuhr. Er hatte gewonnen. Mal wieder. Schniefend wischte sie sich die Tränen aus dem Augen und grabschte nach ihrem Förmchen.
"Ich fahr dann jetzt. Ihr passt bitte auf  Pauli auf  während ich weg bin. Sie muss um 8 Uhr im Bett liegen. Und sollte sich nicht einschlafen lest ihr bitte eine Geschichte vor."
Erschrocken sah Pauliina auf. Mama ging? Das konnte sie nicht machen. Sie wollte nicht mit Pauli und Lauri alleine sein. Die beiden würde sie so lange ärgern bis sie weinend in einer Ecke einschlief.
"Ja Mama. Geh jetzt, sonst kommst du noch zu spät. Du kannst dich auf uns verlassen."
"Gut. Badet sie bitte noch bevor sie ins Bett geht. Ich hab keine Lust morgen die Sandkörner aus dem bett zu lesen."
"Natürlich Frau Rantasalmi!"
"Danke ihr Zwei!", Pauliina sah wie ihre Mama Pauli und Lauri dankend die hand auf die Schulter legte, dann sah sie ihre Tochter an. "Machs gut mein Engel und sei schön brav.", sie drückte ihr einen Kuss auf die Wange und verschwand.
"Eins!"
"Zwei!"
"Drei!"
Ein aufheulender Motor kündigte endgültig ihr Verschwinden an und Pauli und Lauri sprangen lachend auf.
"STURMFREI, Kumpel!"
"Rufen wir Janne und Eero an.", Pauli grinste.
"Komm Giftzwerg. Wir zwei gehen baden während dein Bruder die Jungs anruft.", Lauri nahm ihr das Förmchen aus der hand, schmiss es in den Sandkasten und hob sie hoch. Pauliina versuchte noch abzuhauen aber er war schneller und ehe sie sich versah hatte er sie über seine Schulter geworfen und trug sie ins Haus.
"Mamaaaaa.!", rief sie verzweifelt aber Mama war weg. Sie war jetzt ganz alleine mit Lauri und Pauli. Schniefend klammerte sie sich an Lauris Schulter fest. Sie musste jetzt tapfer sein. Schließlich war sie schon sechs Jahre alt.
"Mama kommt morgen wieder. Und so lange passen dein Bruder und ich auf dich auf, ja?", Lauri tätschelte ihr den Kopf und es tröstete sie sogar ein wenig. Wenn pauli nicht dabei war, konnte Lauri richtig nett sein. Manchmal erzählte er ihr sogar eine Geschichte. Das konnte er gut. Von Drachen und Zwergen, manchmal waren auch Prinzessinen dabei, die er dann Pauliina nannte.
"Erzählst du mir eine Gute-Nacht-Geschichte, Lauri?!", das kleine Mädchen sah den großen Jungen mit den lilanen Haaren und der verrückten Frisur bettelnd an, während er ihr das mit Matsch und Schokolade befleckte Shirt über den Kopf zog.
"Klar. Ich werd dir eine tolle Geschichte erzählen von einem mutigen Mädchen namens Pauliina, die den bösen Kobold namens Lauri an eine Hexe verkauft.", Lauri grinste und hob sie in das warme Wasser der Badewanne.
Pauliina quiekte vor Freude auf. Sie liebte es wenn Lauri mit ihr baden ging. Er machte immer extra ganz viel Schaum rein, damit sie ganz große Schaumburgen bauen konnte. Die Schaumburgen waren aber leider nicht so stabil wie ihre Sandburgen, aber das war nicht schlimm, sagte Lauri immer. Eine Schaumburg war seiner Meinung nach etwas viel schöneres, weil man vorsichtig mit ihr umgehen musste. So, würde Pauliina lernen wie sie mit Menschen umgehen sollte, wenn sie irgendwann mal groß sein würde. Pauliina seufzte, während Lauri ihr das Gesicht wusch. Sie wünschte sich sie wäre jetzt schon groß. Dann könnte sie Pauli verprügeln.
"Lauri... bist du bald mal fertig mit der Nervensäge?!"
"Gleich!", brüllte Lauri zurück und sah Pauliina entschuldigend an. "Hast du gehört Prinzessin? Wir müssen Schluss machen für heute. Dein Bruder verlangt nach mir!"
"Ich will aber nicht ins Bett!", schmollend pustete sie eine der Schaumburgen um, die Lauri vor wenigen Sekunden gebaut hatte.
"Kleine Mädchen müssen aber ins Bett wenn der große Bruder und seine Freunde feiern wollen.", vorsichtig hob er sie aus der Wanne, trocknete sie ab und wickelte sie dann in ihren Bademantel ein.
"Erstens bin ich nicht mehr klein. Bin sechs Jahre alt.... und zweitens darf pauli nicht feiern, wenn Mama nicht da ist. Die hats verboten."
"Hm....!", Lauri musterte sie einen Moment, während sie versuchte sich das Schlafanzugoberteil alleine über den Kopf zu ziehen."Komm ich helf dir!", er zog ihr das teil über den Kopf und krempelte es an den Armen etwas hoch. Der Schlafanzug war früher Pauli gewesen und Pauliina passte noch nicht wirklich rein.
"Erzählst du mir trotzdem noch eine Geschichte?!", große braune Kulleraugen sahen ihn bittend an. Lauri lächelte. So nervend sie sein konnte, so süß konnte sie sein. Er wünschte sich manchmal auch eine kleine Schwester, der er abends erfundene Geschichten erzählen konnte. Sowas war sicher toll. Aber leider hatte er nur eine große Schwester. Allerdings hatte diese auch ihre Vorteile. Nette Freundinnen, mit denen man Spass haben konnte. Zum Beispiel Miira, die sicher auch heute Abend kommen würde. Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus und Pauliina sah ihn verwundert an.
"An was denkst du, dass du so komisch grinst?!", fragte sie ihn neugierig.
"An ein Mädchen!"
"Deine Freundin?!", Pauliina versuchte etwas Zahncreme auf ihre Bürste zu befördern, aber die Hälfte davon landete im Waschbecken.
"Ja.. meine Freundin!"
"Ich dachte ich bin deine Freundin?", ein paar Tränchen kullterten aus ihren großen braunen Augen.
Lauri lächelte, trocknete ihr das Gesicht ab und nahm sie auf den Arm.
"Das bist du ja auch Prinzessin. Aber das ist doch unser Geheimnis.", er gab ihr einen Kuss aufs Haar und Pauliina gab sich damit zufrieden. Geheimnisse waren etwas tolles.Und wenn Lauri sagte ihre Freundschaft sei ein Geheimniss dann war sie wohl auch etwas tolles. Denn schließlich war es geheim. Niemand wußte davon und vor allem Pauli durfte das nicht wissen. Er mochte es nicht, wenn Pauliina mit Lauri spielte.

"Pauli kommt gleich. Der erzählt dir heute eine Geschichte!", Lauri drückte ihr Pikkusikari in die hand und deckte sie zu.
"Pauli?", ängstlich griff ihre kleine Hand nach seiner."Pauli erzählt mir immer böse Sachen. Er sagt in meinem Schrank leben Monster, die kleine Mädchen fressen, wenn sie nicht einschlafen wollen."
Lächelnd strich Lauri ihr über die Wange. Er beugte sich zu ihr und flüsterte ihr ins Ohr:" Pauli spinnt. Der sagt das nur, damit er nicht der Einzige ist, der Angst vor Monstern hat."
"Wirklich?!", Pauliina kuschelte sich an ihr Kuscheltier und sah Lauri fragend an. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass ihr großer Bruder Angst vor etwas hatte. Er war doch immer so stark und verkloppte Lauri sogar manchmal, wenn er ihm keine von diesen weißen Stäben gab, die man anzündete.
"Wirklich. Schlaf gut Prinzessin.", noch ein Kuss auf die Stirn und Lauri schloss leise die Tür hinter sich.
Pauliina kicherte leise. Pauli hatte also selbst Angst vor Monstern. Ha! Wenn sie das Mama erzählte, bekam er sicher Ärger.
Unsanft wurde die Tür wieder aufgerissen und Pauli stand im raum.
"Dann wollen wir mal.", er setzte sich auf die Bettkante und fing sofort an zu erzählen. Pualiina ärgerte sich heimlich. Pauli war dumm. Lauri fragte sie immer bevor er anfing zu erzählen, wie die Figuren heißen sollten. Manchmal machte er auch Vorschläge und Pauliina konnte sich etwas aussuchen. Nur die Prinzessinen hatten einen festen Namen. Die hießen alle Pauliina.
"Es war einmal... ein dummes kleines Mädchen, das hieß Paula. Sie wollte nie einschlafen und deswegen  kam jede Nacht das große, hässliche und vor Schleim triefende Monster unter ihrem Bett hervor gekrochen. Das Monster mochte keine kleinen Kinder, die nachts nicht schliefen. Denn dann waren sie morgens in der Schule unaufmerksam und schliefen während des Unterrichts."
Pauliina zuckte zusammen. Sie war heute Morgen kurz während des Sachkunde-Unterrichts eingeschlafen. Ängstlich lugte sie über die Bettkante, konnte aber kein Monster sehen. Ob Lauri recht hatte?
"Und die Moral der Geschichte ist...!"
Pauliina sah auf. War die Geschichte schon zu Ende?
"Kleine Mädchen, die abends nicht schlafen werden in der Nacht vom Monster gefressen.", Pauli stand auf und knipste das Licht aus.
"Lass die Tür auf!"
Aber er hörte die leise Kinderstimme nicht mehr, denn er war längst auf dem Weg nach unten.
Ängstlich sah das Mädchen sich um, aber es war viel zu dunkel im Zimmer. Mama liess das Licht immer an... wenigstens das kleine neben ihrem Bett. Ob das Monster jetzt schon kam oder erst später? Bestimmt wartete es auf den richtigen Moment. So lange bis alle schliefen und niemand mehr ihre Schreie hören konnte. Pauliina zitterte vor Angst. Ob sie Lauri suchen sollte? Er würde das Monster sicher verprügeln. Zögernd stand sie auf, umklammerte ihren Pikkusikari und tappste leise Richtung Tür. Als sie sich an der Tür nocheinmal umdrehte starrten grüne Augen sie unter ihrem Bett hervor an. Erschrocken schrie sie auf, drückte den Türknopf herunter und lief den Flur entlang Richtung Treppe. Tränen liefen über ihre Wangen, selbst Pikku war schon ganz nass. Vielleicht hatte er auch Angst und weinte.
Hoffentlich kam ihr das Monster nicht hinterher. Sie wollte gerade die Treppe runtergehen um Lauri zu suchen, als sie ihn genau auf dieser entdeckte. Er umarmte ein Mädchen und redet leise mit ihr. Das war gemein, dachte Pauliina zornig. Ihr erzählte er keine Gute-Nacht-Geschichte, aber dem Mädchen da schon. Auf einmal war das böse Monster vergessen. Jetzt zählte nur noch, dass Lauri sie angelogen hatte. Sauer stapfte sie, so schnell es mit der viel zu langen Schlafanzughose ging, die Treppe runter.
"Das ist mein Freund!", sie stemmte die kleinen Hände in die Hüfte und sah die beiden böse an.
"Pauli...!", Lauri und das Mädchen fuhren erschrocken auseinander.
"Was machst du hier? Du sollst doch schlafen.", er stand auf und wollte Pauliina auf den Arm nehmen.
"Lass mich!", protestierte das Mädchen und trat Lauri so fest sie konnte gegen das Schienbein. Lauri war ein Blödmann. Erst erzählte er ihr keine Geschichte, sondern schickte Pauli, obwohl er genau wußte, dass Pauli nur böse Geschichten erzählen konnte und jetzt wollte er schmusen.
Pah. Nicht mit ihr.
"Ich lass euch beide mal alleine.", das große Mädchen lächelte und ging ins Wohnzimmer aus dem laute Musik drang.
Pauliina sah ihr böse hinterher.
"Hei Prinzessin, wieso schläfst du noch nicht?", Lauri kniete plötzlich neben ihr und sah sie an. Pauliina schluckte. Er hatte genauso grüne Augen, wie das Monster unter ihrem Bett.
"D... d... da ist ein Monster unter meinem Bett.", stammelte sie und fing an zu weinen.
"Mensch Pauli, ich hab dir doch gesagt es gibt keine Monster.", Lauri nahm sie auf den Arm und trug sie die Treppe hoch. Zitternd vergrub Pauliina ihren Kopf an seiner Schulter. Er hatte ja gut reden. Es gibt keine Monster. Und was war das unter ihrem Bett gewesen? Ein Monster. Lauri war manchmal wirklich dumm. Aber deswegen durfte man ihm nicht böse sein. Denn es lag sicher nur an ihrem Bruder, mit dem Lauri viel zu oft spielte. Oft wünschte sie sich Lauri würde nur herkommen um mit ihr zu spielen.
"Bleibst du hier, bis ich schlafe?!", Pauli kuschelte sich in ihre Bettdecke und sah Lauri bittend an. Der nickte nur, setzte sich neben sie auf die Bettkante und nahm ihre kleine Hand in seine. Ein dankbares Lächeln huschte über ihr Gesicht und sie schloss glücklich die Augen. Lauri strich über ihre hand, so lange bis sie endlich in eine tiefen Schlaf fiel.
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