Schatten der Vergangenheit

GeschichteRomanze / P16 Slash
Lily Potter Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Lucius Malfoy Remus "Moony" Lupin Severus Snape Sirius "Tatze" Black
14.08.2004
06.05.2014
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Schatten der Vergangenheit

Autor: Serena Snape
Überarbeitet von: KrissyNightwish
und nochmals von mir: 27.12.2011
Kapitel: 1/31 (nur Teil 1)
Altersfreigabe: NC-17 aber für diese Seite zensiert
Pairing: SS/RL oder SS/LM??
Kategorie: Romanze/Drama/Biographie
Inhalt: Es geht in der Story um Severus Snapes Vergangenheit. Sie soll erklären, warum er zu dem Mann wurde, den wir dank der bezaubernden J.K.Rowling heute kennen. Sie beginnt zu seiner eigenen Schulzeit und wird später um die Bücher herumhandeln.
Disclaimer: Alles gehört JK Rowling
Warnung: Slash/Rape/OOC

Buch 5 wird nur teilweise, Buch 6 und 7 gar nicht berücksichtigt. Zu Beginn dieser Story, gab es diese Bände noch nicht!


Teil 1: - Die Schulzeit


Kapitel: 01 –  Fahrt ins Ungewisse


Der Zug setzte sich langsam in Bewegung. Das Schnaufen der Lock steigerte sich stetig und sie gewannen an Fahrt. Im ganzen Zug war ein heilloses Durcheinander. Das Stimmengewirr erinnerte eher an einen Bienenschwarm, denn Jugendliche aller Altersklassen befanden sich auf dem Weg nach Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei.
Die Sommerferien waren vorbei und die Jugend hatte sich viel zu erzählen. Aber zuerst ein Mal galt es einen Platz in einem der Abteile zu ergattern und die ersehnten Freunde wieder zu finden.

Für einige war es die erste Fahrt zur Schule und daher eine Fahrt ins Ungewisse.Viele der 11-jährigen standen verwirrt in den Gängen der Abteile und waren sich nicht sicher, wo sie hin sollten. Schließlich setzten auch sie sich in eines der Abteile und versuchten den älteren Mitschülern nicht weiter aufzufallen.
Doch einem Jungen war dies alles egal. Er hatte sich einen Platz am Fenster entgegen der Fahrtrichtung gesucht, wollte er nicht sehen was vor ihm lag. Seine Gedanken hingen an dem, was er zurückließ.
Er hatte Angst um seine Mutter. Würde sie allein mit seinem Stiefvater zurechtkommen? Eigentlich war er froh diese Schule zu besuchen, um etwas Neues zu lernen, denn er war sehr wissbegierig. Er hatte keine Freunde, wollte auch keine, denn diese hätten zu viel erfahren können. Bücher waren ihm da lieber. Selten war er draußen an der Sonne, die meiste Zeit versteckte er sich im Kerker des Hauses vor seinem Stiefvater. Ein Buch vertrieb ihm dabei die Zeit.

Bis zu den Weihnachtsferien war er vor den Angriffen seines Stiefvaters, Arsenius Snape, sicher. Aber andererseits, was konnte diese Schule ihm noch beibringen, was er nicht schon konnte? Er entstammte einer reinblütigen Zauberfamilie, somit war er mit der Magie in ihren verschiedensten Formen bereits seit er denken konnte vertraut.
Er war hochintelligent, zumindest hatte sein richtiger Vater dies immer behauptet. Dieser hatte ihm das Fliegen auf einem Besen beigebracht, wie man Dinge verwandelte und wie man Zaubertränke auf exakte Weise zubereitete.
Zaubertränke, die fand er am Interessantesten. Diese Art der Zauberei beinhaltete soviel Macht. Alles konnte durch einen Zaubertrank bewirkt werden; sogar den Tod herbeizuführen. Denjenigen, den man töten wollte, gab man einfach ein Gift ins Getränk. Ein schnell wirkendes, oder um die Person zu quälen, ein langsam wirkendes Gift. Die Person trank es unwissentlich und konnte in den meisten Fällen nichts mehr dagegen unternehmen. Noch nicht ein Mal die Hände machte man sich schmutzig!
Wie gerne hätte er seinem Stiefvater einen solchen Trank untergeschoben.

Der Gedanke an seinen richtigen Vater schmerzte. Er war acht Jahre alt gewesen, als dieser starb. Sein Vater war sanft und liebevoll gewesen, hatte ihn geliebt und Muggel waren Schuld an dessem Tode. Wie sehr er alle Muggel hasste, denn sie waren an allem Schuld!
Seine Mutter meinte, er brauche eine Vaterfigur, nur deshalb hatten sie ihre Heimat verlassen und waren nach England gezogen. In seinen jungen Jahren war er so glücklich gewesen und seiner Meinung nach brauchte er keinen Vater, aber seine Mutter bestand darauf und heiratete Snape.


Bereits vor der Hochzeit wohnten sie im Snape Manor, aber erst danach zeigte Snape sein wahres Gesicht. Er zwang seine Mutter und ihn einen neuen Namen anzunehmen.
Mr. Snape wollte vermeiden, dass jemand erfuhr, dass seine neue Familie im Ausland ihre Wurzeln hatten. Scheinbar hatte er etwas gegen Ausländer, was ihm aber recht früh einfiel, wie Severus fand.
Wahrscheinlich hatte ihn das Vermögen seines richtigen Vaters gelockt und diese Tatsache vergessen lassen. Snape erinnerte sich scheinbar erst wieder daran, als er merkte, dass der Verstorbene sein Vermögen ausschließlich seinem Sohn vererbt hatte und dieser erst nach Beendigung seiner schulischen Ausbildung über das Erbe verfügen konnte.
Seine Mutter erhielt einen monatlichen Betrag für ihrer beider Leben. Als Mr. Snape das erfuhr, rastete er aus. Seitdem schlug er seine Frau und wenn Severus sie beschützen wollte, bekam auch er seinen Teil ab.

Mrs. Snape beschränkte sich seitdem darauf, in ihrem Zimmer zu verweilen, sich ruhig zu verhalten und ihrem Ehemann kein Ärgernis zu sein. Severus konnte dies nicht. So erfuhr er auf schlimmste Art und Weise was es hieß, sich mit seinem Stiefvater anzulegen, wobei Schläge noch das Harmloseste waren.
Aber daran wollte Severus jetzt nicht denken, denn ihn überkam dabei eine Gänsehaut. Er war dadurch keineswegs eingeschüchtert oder gebrochen, aber er hatte gelernt sich ruhig zu verhalten und einfach unbemerkt zu bleiben. Aber jetzt war er nicht unbemerkt geblieben.


*****

Ein kräftiger Junge mit dunklem Haar hatte das Abteil auf der Suche nach einem Platz betreten. Dieser musterte den fremden Jungen am Fenster und dessen äußeres Erscheinungsbild. Sirius empfand den Jungen als schmal, blass mit blau-schwarzem halblangem Haar. Dessen Nase war scharf geknickt und er war gänzlich in schwarz gekleidet. Die Augen des schmächtigen Jungen waren ebenfalls schwarz und blickten unentwegt aus dem Fenster, obwohl sie scheinbar nichts von der Umgebung wahrnahmen. Der kräftige Junge wusste nicht warum, aber der Andere war ihm unsympathisch, da er so fremd auf ihn wirkte.
Gerade hatte er vor ihn anzusprechen, um ihn aus seinen scheinbar wichtigen Gedanken zu reißen, als er eine ihm wohl bekannte, scharfe Stimme vernahm.

„Ach nein, Black! Wie überaus, hm... unangenehm!"
Die Stimme kannte er nur zu gut. Dieser Hohn, diese Überlegenheit und diese Arroganz. Der Angesprochene drehte sich um und erblickte tatsächlich seinen Cousin Lucius Malfoy, der das Abteil betreten hatte.
Dieser war wie erwartet nur in die teuersten und edelsten Stoffe gehüllt, welche das strahlend platinblonde, lange Haar noch hervorhoben. Der Blick aus dessen grau-blauen Augen traf ihn kalt und herablassend.

"Bei Merlin, meine Gebete wurden nicht erhört. Ich hatte gehofft, sie stecken dich nach Durmstrang. Hogwarts ist doch eines Malfoys nicht würdig, oder besser gesagt, ist ein Malfoy Hogwarts nicht würdig!"
Der blonde Junge überging die letzte abwertende Bemerkung, als habe er diese nicht gehört.
"Sicher, Durmstrang hätte wahrlich viele Vorteile, vor allem einen ausgezeichneten Direktor. Nicht diesen alten, irren Narren Dumbledore. Aber die Beweggründe, weshalb ich doch nach Hogwarts gehen werde, brauchen dich nicht zu interessieren. Außerdem würden sie deine Gehirnzellen nur überstrapazieren. Wenn es dir nichts ausmacht, kannst du jetzt gehen, ich teile mein Abteil nicht mit dir, Black!"
"Ich habe wohl deinen Namen am Eingang übersehen, aber keine Angst, nichts liegt mir ferner als eurer Gesellschaft beizuwohnen", amte Sirius Black die Redensart seines Verwandten nach. Mit einer übertriebenen Verbeugung und einem scharfen Blick auf den Jungen am Fenster verließ er das Abteil.


*****

Severus hatte das Gespräch der beiden anderen Jungen interessiert verfolgt und wollte sich gerade wieder dem Fenster zuwenden und somit seinen eigenen Gedanken widmen, als der blonde Junge ihm gegenüber Platz nahm.
Außer ihnen war niemand im Abteil, es war das Letzte im Zug. Severus hatte sich direkt nach hinten gesetzt, da er erwartete, dass sich die anderen Schüler in den vorderen Abteilen verteilen würden und er so ungestört blieb. Er war froh, dass der dunkelhaarige, kräftige Junge wieder gegangen war, der ihn so seltsam angesehen hatte. Vom Alter her, kamen sie bestimmt in denselben Jahrgang. Hoffentlich nicht in die selbe Jahrgangsstufe.
Der Blonde war jedoch geblieben. Warum hatte er ihn nicht auch aus dem Abteil geschmissen, wie den anderen Jungen? Wie nannte er ihn noch gleich? Black? Sie kannten sich scheinbar, aber mochten sich wohl nicht sonderlich.
Wahrscheinlich deshalb! Der Blonde kannte ihn, Severus, ja nicht und womöglich störte er ihn daher nicht weiter. Er war es auch gewohnt, nicht bemerkt zu werden.
Vorsichtig musterte er den Blonden verstohlen, während er vorgab die Landschaft zu betrachten. Der Junge war schlank und hatte eher seine Statur, er war auch nicht sehr kräftig. Vielleicht zog er auch das Studium und die Faszination der Bücher dem Muskeltraining vor? Vielleicht hatten sie Gemeinsamkeiten? Vielleicht konnten sie Freunde werden?
Aber nein, Severus verwarf diesen Gedanken sofort wieder. Er hatte noch nie einen richtigen Freund gehabt. Wie sollte er auch, ohne dass seine Lebensumstände ersichtlich wurden? Er konnte nie einen Jungen zu sich einladen und sich Anderen aufdrängen, sie auch nur anzusprechen, getraute er sich schon gar nicht.

So betrachtete er weiter den Jungen ihm gegenüber. Dessen Gesicht konnte man als schön bezeichnen, ebenmäßig, wie gemalt, ganz im Gegenteil zu seinem eigenen. Seine Nase war ihm von seinem Stiefvater vor einigen Wochen bei einem Schlag gebrochen worden. Dieser hatte ihn weder zu einer Medi-Hexe gebracht, noch versucht die Nase selbst zu richten. Seine Mutter durfte ihm nicht helfen, sie weinte deshalb, aber sie hatte zu viel Angst, um gegen die Anweisung Arsenius zu handeln.
Severus war ihr deswegen nicht böse, er verstand sie. Er liebte seine Mutter über alles und wollte nicht, dass sie Schwierigkeiten bekam. Im Gegenteil, er versuchte sie zu schützen, wo es nur ging. Folglich war der Bruch von allein wieder zusammengewachsen. Allerdings, wie man nun sehen konnte, war seine Nase jetzt etwas krumm.

Der Junge ihm gegenüber faszinierte ihn. Seine Haut war von vornehmer Blässe, nicht so blass wie seine, aber er war auch nicht braun gebrannt.
"Guten Tag, mein Name ist Lucius Malfoy! Mit wem habe ich das Vergnügen reisen zu dürfen?"
Severus erschrak, fühlte er sich bei seiner Beobachtung ertappt. Der Junge sah ihn mit einem verschmitzten aber dennoch stilvoll, gewinnenden Lächeln direkt in seine Augen. Der redete wirklich sehr geschwollen. Als er merkte, dass er den Anderen anstarrte und dieser immer noch auf eine Antwort von ihm wartete, stammelte er etwas unverständlich vor sich hin.
"Entschuldige, aber kannst du kein Englisch?", der Andere hatte ihn scheinbar nicht verstanden.
`Hoffentlich kann er, sonst wäre dies eine ziemlich langweilige Fahrt´, dachte Lucius.
"Entschuldige, mein Name ist Severus Snape!"
"Na, das ist doch schon mal was. Snape, hm... den Namen kenne ich. Wusste gar nicht, dass Mr. Snape einen Sohn hat."
"Stiefsohn! Er hat meine Mutter geheiratet.! - `Mist, warum erzähl´ ich ihm das eigentlich?´
"Wie schon gesagt, mein Name ist Lucius Malfoy. Der Name Malfoy dürfte dir ein Begriff sein!"

Oh ja, das war er. Sein Stiefvater hatte dafür gesorgt, dass er Reinblüter und Muggelstämmige auseinander halten konnte. Lucius erwartete scheinbar keine weitere Antwort, sondern musterte ihn nun offen seinerseits. Severus war dies unangenehm und er rutschte kaum merklich auf seinem Sitz hin und her.
"Nervös?" Diesem Jungen entging aber auch nichts. "Keine Angst, es wird schon nicht so schlimm werden. Halt´ dich einfach an mich. Wir Reinblüter müssen doch zusammenhalten. Wir kommen bestimmt ins gleiche Haus.“
"Woher weißt du das?“, fragte Severus überrascht.
"Was, das wir ins gleiche Haus eingeteilt werden? Wahre, reinblütige Familien kommen immer nach Slytherin!"
"Nein, dass mein ich nicht... ", erwiderte Severus erstaunt. "...sondern dass ich reinblütig bin!"
"Du heißt Snape!", für Lucius klang das selbstverständlich.

"Aber nur adoptiert!" Für den Blonden war dies wohl logisch, aber nicht für ihn.
"Wenn deine Familie nicht seit mindestens zehn Generationen reinblütig wäre, hätte
Mr. Snape deine Mutter sicher nicht geheiratet und dich nicht als Sohn angenommen. Er hat mal bei uns zu Abend gegessen. Mein Vater hatte geschäftlich mit ihm zu tun. Seine Einstellung zu Schlammblütern war offensichtlich. Er wird sich vorher über euch erkundigt haben."

Das leuchtete Severus ein, er hatte auch schon etwas in der Art angenommen. Jedoch eher in finanzieller Hinsicht. Sie unterhielten sich noch eine ganze Weile. Hauptsächlich redete Lucius von seinem zu Hause und dem großen Besitz: Malfoy Manor.
Black hätte es als Angeben bezeichnet, aber das tat Lucius nicht. Er redete, so wie mit einem Gleichrangigen, der dies auch alles hatte. Schließlich war Mr. Snape nicht arm. Im Gegenteil, sein Vater machte schließlich nicht mit jedem Geschäfte. Außerdem war jede alte reinblütige Familie reich. Severus hörte ihm aufmerksam zu, ohne sich selbst an der Unterhaltung zu beteiligen, was der Blonde nicht zu bemerken schien. So verging die Fahrt im Zug recht schnell.


*****

Sie kamen am Bahnhof von Hogsmeade, einem kleinen Zauberdorf an. Ein sehr großer, riesiger Mann stand auf dem Bahnsteig und rief die Schüler des ersten Jahrgangs zu sich. Auf die anderen Schüler warteten Kutschen, welche sie zum Schloss bringen würden. Severus beobachtete, wie die Schüler einstiegen und sich die Kutschen in Bewegung setzten.
`Seltsam, keine Pferde ziehen die Kutschen.´, war Severus Gedanke. Aber er hatte keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen, denn er hörte eine Stimme, die er bereits kannte.
"Sieh´ mal, den da drüben meine ich. Er hat im Abteil mit Malfoy gesessen, ich hab´s dir doch erzählt. Er ist mir unheimlich!"
Severus sah in die Richtung, aus der die Stimme kam und erblickte Sirius Black, der mit einem anderen Jungen sprach und dabei auf ihn zeigte.

Sirius Black hatte scheinbar Anhang gefunden. Der Junge, mit dem er sprach, hatte dunkelbraunes, struweliges Haar und trug eine Brille. Seine Statur war nicht so kräftig wie die Blacks, aber auch nicht so elegant wie die von Malfoy, sondern irgendwo dazwischen.
Severus drehte sich wieder um und richtete seine Aufmerksamkeit auf den Halbriesen vor sich, der gerade zu sprechen begann.
"Mein Name ist Hagrid. Ich bin der Hüter der Schlüssel der Ländereien von Hogwarts. Die Schüler, die das erste Mal hierher kommen, werden von mir über den See nach Hogwarts begleitet. Also folgt mir bitte zum See! Immer zu fünft in ein Boot steigen", damit trottete er voran und die Schüler folgten ihm. Dabei mussten sie zügig gehen, um mit ihm Schritt zu halten.

Am See angekommen zupfte Severus jemand am Ärmel.
"Pst, Severus! Lass´ uns zusammen ein Boot teilen, ich muss mit dir reden", Lucius stand vor ihm und sah ihn verschwörerisch an. Severus wunderte sich zwar, dass der Blonde scheinbar seine Nähe suchte, aber es freute ihn. Irgendwie gefiel ihm das, obwohl er es nicht verstand.
Er folgte Lucius zu einem der Boote und setzte sich neben ihn. Kaum waren sie losgefahren, rückte Lucius näher und begann sehr leise zu sprechen.
"Mein Vater ist, wie ich dir schon sagte, sehr reich und mächtig. Er ist mit Leach, dem Zaubereiminister, befreundet. Der macht alles, was mein Vater will! Ich bin es gewohnt mein eigenes Zimmer zu haben, und mein Vater will nicht, dass ich einen Schlafsaal mit vier anderen Schülern teilen soll. Also verlangte er bei Dumbledore ein Einzelzimmer für mich, damit ich in Ruhe meinen Studien nachgehen kann. Mein Vater erwartet Bestnoten von mir und du musst zugeben, dass weder mit vier Halbwilden auf dem Zimmer, als auch im Gemeinschaftsraum ein konzentriertes Arbeiten möglich ist. Im Gemeinschaftsraum ist noch mehr Betrieb und die Meisten albern doch nur blöd `rum und spielen sich gegenseitig Streiche. Sie nehmen ihr Studium nicht ernst genug!"
Severus nickte. Er befürchtete auch, dass ihm die nötige Ruhe zum Studieren fehlen würde.

"Aber Dumbledore lehnte ab, obwohl mein Vater ihm das doppelte Schulgeld bot. Dabei ist das eigentlich hoch genug. Er sagte irgendwas von, wir sollten Zusammenhalt lernen. Mein Vater ging also zu Leach und der regelte das mit dem Schulleiter. Man verblieb dabei, dass ich mir das Zimmer mit mindestens einem Mitschüler teile. Damit kann ich leben und das Argument von wegen Zusammenhalt und so ist damit auch vom Tisch. Lange Rede - kurzer Sinn! Ich möchte, dass du das Zimmer mit mir teilst. Du willst doch auch in Ruhe lernen und du bist mir symphatisch. Ich hoffe, dass wir Freunde werden!"

Severus war sprachlos. Er sollte die Ruhe zum Lernen bekommen, da er sich das Zimmer nur mit einem Schüler teilte. Halt Moment, jetzt machte es erst Klick in seinem Kopf. Was hatte Lucius gesagt? Er mochte ihn? Er will mit ihm befreundet sein?
"Sehr gerne!", mehr sagte er nicht. Er wäre dem Anderen am liebsten um den Hals gefallen, aber das traute er sich nicht. Erstens war er es nicht gewohnt, Gefühle zu zeigen und zweitens wollte er diese Annäherung nicht direkt wieder zerstören, indem Lucius dachte, er habe einen Knall und es sich noch einmal anders überlegte. Lucius war zufrieden mit der Antwort und lächelte ihm wohlwollend zu.
Dann genossen sie die Fahrt über den See und den ersten Blick auf Hogwarts. Die Schüler rings um sie herum jauchzten erfreut auf als das Schloss, welches nun für einige Jahre ihr zu Hause sein sollte, zum ersten Mal vor ihnen auftauchte. Doch Severus hatte dafür keinen Sinn. Er sah die ganze Zeit zu Lucius hinüber und lächelte. Ein richtiger Freund, sein Freund. Er wollte sich dieser Freundschaft als würdig erweisen.



(Eine genaue Angabe, wer zu der zeit Zaubereiminister war, ist nicht auffindbar. Nobby Lech war dies bis ca. 1968, doch Millicent Bagnold wurde erst 1982 eingesetzt. Quelle: http://de.harry-potter.wikia.com/wiki/Diskussion:Zaubereiminister)