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Gedanken

von Afaim
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Het
Flash Thompson Gwen Stacy Harry Osborn Liz Allan Norman Osborn
11.07.2004
11.07.2004
4
4.318
 
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11.07.2004 1.053
 
Disclaimer: Stan Lee und Steve Dikto haben Spider-Man und seine Welt geschaffen. Ich besitze keine Rechte an den Figuren, die liegen bei Marvel,

Wer noch nie ein Spider-Man Comic gelesen hat, kann mit dieser Geschichte vielleicht nicht viel anfangen, aber es ist eine gute Gelegenheit sich anzusehen wo die einzelnen Charaktere her- und hinkommen.

Harry

Anmerkung: Kurz vor seinem Tod

Ich weiß noch, dass ich immer nur gut genug für ihn sein wollte. Selbst als ich das grüne Kostüm anlegte ging es mir im Grunde weniger um Rache als darum ihn endlich, in irgendeiner Form dazu zu bringen stolz auf mich zu sein. Vielleicht nicht einmal stolz. Ich wollte einfach nur, dass er mich akzeptiert.
Aber letztlich war ich für niemanden gut genug. Für ihn nicht, für Peter nicht, für Mary Jane nicht. Nicht einmal für meine geliebte Liz und Normie. Nur einer war ich immer gut genug. Und das war Gwen.
Gwen. Sie war meine beste Freundin, meine erste große Liebe. Sie hat mich getröstet, wenn ich niedergeschlagen war, hat mir geholfen wenn ich Hilfe brauchte und hat mir auch manchmal einfach nur zugehört. Ich habe Gwen geliebt. Doch andrerseits: Wer hat das nicht?
Manchmal flüstert mir der Wahnsinn Dinge zu, die ich selbst nicht begreife. Manchmal sagt er mir, dass alles was geschehen ist im Grunde meine Schuld ist. Und irgendwie glaube ich sogar daran. Ich meine, ich habe Gwen überredet auf die ESU zu gehen. Dort hat sie Peter kennen gelernt. Ich habe Dads Chemikalien ausgetauscht, die dumme Aktion eines Kindes. Also ist es meine Schuld.
Aber das kann ich nicht akzeptieren. Im Augenblick ist es nicht anders als früher, als ich die Drogen nahm. Alles ist unwirklich und wirklich zugleich. Manchmal kann ich Wahnsinn und Realität nicht mehr voneinander unterscheiden. Alle haben es immer so dargestellt als wäre M.J. Schuld an meinen Drogenproblem oder gar Dad. Doch das ist nicht wahr. Schuld bin nur ich. Ich allein. Ich war nicht gut genug. Für keinen von beiden. Und das konnte ich nicht ertragen.
M. J. Ich hätte niemals hoffen sollen mit ihr mein Glück zu finden. Sie hat Peter schon immer geliebt. Ich war nur eine Zwischenstation für sie, aber das wollte ich nicht wahrhaben.
Ich drehe mich im Kreis. M.J. Niemals würde ich ihr etwas antun. Ich liebe sie noch immer. Aber inzwischen ist es anders geworden. Sie ist die Schwester, die ich nie hatte. Meine beste Freundin. Sie ist fast was Gwen damals für mich war, aber niemand könnte Gwen jemals ersetzten. M.J. und Tante May sind ein Teil meiner Familie. Sie haben mich in ihre aufgenommen, obwohl ich es bei Gott nicht verdient hatte. Auch für Tante May war ich nie gut genug.
Und meine eigene Familie. Liz und Normie haben besseres verdient, weiß Gott. Aber sie sind alles was ich habe. Ich hätte nie gedacht das all die Wunden meiner College- Zeit jemals heilen könnten. Doch Liz hätte es fast geschafft. In ihren Armen konnte ich alles vergessen. Zumindest fast. Und Normie. Er ist mein ein und alles. Nichts ist wichtiger als die eigene Familie. Dad hat das nie verstanden, aber ich schon. Normie. Ich muss all dies zu einem Ende führen, für ihn. Um ihn zu ersparen fortzuführen, was niemand fortführen kann. Das Erbe des Grünen Kobolds.
Gott, wie ich Gwen vermisse. Wie sehr ich mir wünsche, ihr dies alles erklären zu können. Sie hat Peter geliebt, sie würde das nicht verstehen. Aber ich verstehe es nicht einmal selbst. Wie konnte es soweit kommen?
Es war Gwen. Wenn sie nicht gestorben wäre, würde heute alles anders aussehen. Aber sie starb. Und Spider-Man hat es nicht verhindert. Das kann ich ihm nicht verzeihen. Das und den Mord an meinem Vater. Er hält doch all seine Ideale so hoch. Wie konnte er das dann zulassen? Wie konnte er zulassen, dass ich sie beide verliere? Und wie konnte er mich im Stich lassen mit diesem Verlust?
Aber in Wahrheit habe ich ihn im Stich gelassen und nicht umgekehrt. Er verliert die Frau, die er liebt und was tue ich? Ich fange an ihn zu bekämpfen, anstatt für ihn da zu sein. Ich war es niemals wert sein Freund zu sein.
Arrogant. Das dache ich damals über Peter. Damals als ich ihn kennen lernte. Arrogant. Genauso arrogant wie mein Vater. Ich konnte ihn auf der Stelle nicht leiden. Aber wie sehr hab ich mich geirrt. Er hatte damals echte Probleme, und hielt sich keineswegs für etwas besseres. Und als ich dann Probleme hatte, war er für mich da. Obwohl ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit heruntergemacht hatte. Wir wurden Freunde.
Wie kann ich erklären, was Peter für mich war? Er war der Bruder, den ich nie hatte. Hat immer auf mich Acht gegeben. Wir haben sogar eine Wohnung geteilt, verdammt! Ich hatte niemals einen besseren Freund. Und obwohl er mir ab und zu wahnsinnig auf die Nerven ging, weil er nie da war, und immer in neue Probleme geriet, war er mir fast so wichtig wie Gwen.
Natürlich, war er immer irgendwie distanziert. Immerhin war mein Vater sein Erzfeind. Und sein Geheimnis stand zwischen uns wie eine undurchdringliche Wand. Und dann wurde die Wand eingerissen. Und nun sind wir uns ferner als je zuvor.
Ich habe er versucht. Habe es ehrlich versucht. Immerhin ist Peter nicht irgendwer.
Aber es ging nicht. Manche Wunden heilen, aber nicht alle.
Aber es geht nicht. Ich kann ihm nicht vergeben. Ich habe versucht Peter und Spider-Man als zwei verschiedene Personen zu sehen, aber auch das konnte nicht lange gut gehen. Er ist wer er ist. Und das ist Spider-Man.
Es wird zu Ende gehen, so oder so. Und am Ende wird nur noch einer von uns beiden übrig sein.
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