Faust - Ein alternatives Ende

von Crossgate
GeschichteDrama / P16
03.06.2004
03.06.2004
1
266
 
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
03.06.2004 266
 
FAUST:
Habe nun, ach! Schwarze Magie
Genie und den blanken Wahnsinn
Und sogar des Teufels Manie
Durchaus erlebt,

Doch immer noch stehe ich hier
Ich armer Tor
Genauso klug als wie zuvor
Fühl mich schlimmer als jedes Tier

Mich trieb allein die blanke Gier
Welch' Schand' ich über mich gebracht
Wobei Mephisto nur gelacht

Der guten Dinge Elixier
Das war Gretchen, keine Frage
Ob ich's jemals wieder wage?

Ich sage nein! Ich halte ein!
Nun muss endlich Schluss damit sein!
Ich habe es endlich erkannt!
Mich an Gottes Seite gewandt!

Habe viele Wege probiert,
An Erkenntnis zu gelangen,
Doch vor dem letzten stets geniert

Ich fühle mich so befangen
Stelle mich dem Tod entgegen
Wer bezeichne mich verwegen?

[Faust ersticht sich.]

FAUST [röchelnd]:
Er ist's! Ja, er ist's, der die Welt
im Innersten zusammenhält!

MEPHISTO:
Er ist gerichtet!

STIMME [von oben]:
Nein, er ist gerettet!

MEPHISTO:
Oh - Da hab' ich mich wohl verwettet!

ENDE


Anmerkung: Dieser Text zu Goethes "Faust" ist in der Schule entstanden. Die Aufgabenstellung war es, eine Lösung für Fausts Problem zu finden, dass er trotz all seines Wissens niemals den Sinn des Lebens ("das, was die Welt im Innersten zusammenhält") begreifen wird. Bei mir gelingt es ihm allerdings, diesen zu begreifen, indem er sich umbringt. Mein Monolog lässt sich als Parodie auf die "Nacht"-Szene verstehen. Er findet die gleiche Art von Erlösung wie auch Gretchen.