Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Haus des Grauens

von Crossgate
GeschichteHumor / P12 / Gen
03.06.2004
03.06.2004
1
421
 
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
03.06.2004 421
 
Es war der Wolf! Wie es Mutter Ziege vorhergesagt hatte. Nun bezahlten wir für unseren Leichtsinn. Geißlein »Juwel « erwischte es sofort. Die messerscharfen Zähne bohrten sich in ihren Schädel und zerfetzten ihren Körper in seine Einzelteile. An der Tür lag eine riesige Blutlache und ein abgetrennter Arm wurde durch die Luft geschleudert. Wir versuchten uns zu verstecken, doch nur mir gelang es, dem Massaker zu entrinnen. Geißlein »Rowdy« war so mutig oder eher gesagt dumm, sich mit dem Wolf anzulegen und wurde dafür mit dem Tode bestraft - mit einem durchaus schmerzvollen Tode! Seine Eingeweide wurden brutal herausgerissen und sein Kopf wurde gespalten in zwei gleich große, mundgerechte Stücke, die der Wolf schmatzend zerkaute. Man hörte wahrlich das Knacken der Knochen. Als nächstes erwischte es »Elfride«, die zweitjüngste unserer Familie. Sie versteckte sich unter dem Bett, doch niemand konnte ihr noch helfen. Ihre Beine wurden abgerissen und sie starb an zu hohem Blutverlust. Das vierte Geißlein, das sein Leben verlor, war »Ursula«. Dieses wurde bei dem Versuch sich im Ofen zu verstecken erwischt und erst einige Meter durch die Gegend geschleudert, bis der Wolf sich erbarmte, es umzubringen. Als nächstes war »Detlef« an der Reihe. Dieser betete in seinem letzten Moment als Lebender zu der heiligen Ziege »Dea« und bat sie um Hilfe - vergeblich. Auch er starb qualvoll. Der letzte Tote war mein Lieblingsgeschwisterchen »Arnold«. Obwohl es das kräftigste Geißlein war, gelang es ihm nicht, dem Wolf zu entkommen. Er wurde mit einem Messer hinterrücks erstochen und anschließend verzehrt.

Nur mir gelang es zu überleben, denn ich versteckte mich in der Uhr: das beste Versteck. Als meine Mutter wieder kam, berichtete ich ihr unter Qualen das Geschehene. Es war das schrecklichste Ereignis in meinem ganzen Leben. Ich sehe heute noch das viele Blut, die Gedärme, das Leiden und höre die Schreie der Verzweiflung in mir. Mit Schaudern denke ich an das Haus des Grauens zurück und an den Wolf, der mich zum seelischen Krüppel machte.

Und eines sage ich euch noch zum Schluß: "Am nächsten Morgen war der Wolf tot. Die Behörden glaubten an einen Unfall, doch die Wahrheit lag viel tiefer begraben..."
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast