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The Tale of the Three

von Silfir
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Belldandy Keiichi Morisato Mara Peorth Senbai Sentaro Skuld Urd
31.05.2004
31.05.2004
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31.05.2004 3.156
 
Kapitel IV - Schlechte Aussichten

Skuld gähnte ausgiebig. "Ich weiß nicht, warum mich diese Nacht so geschafft hat..." Sie schaute neben sich und bemerkte Sentaro, der ihre Hand hielt. "Jetzt fällt's mir wieder ein. He, Sentaro! He!"
"Hmmmm... Oh, guten Morgen, Skuld... Wah?" Sentaro schaute gebannt in Skulds Augen.
"Guten Morgen!"
Sentaro überlegte fieberhaft, dann fiel ihm die Nacht ebenfalls wieder ein. "Oh, äh, ja. Hmm... morgen ist wieder Schule, dann müssen wir heute wieder zurück. Schade, findest du nicht auch?"
"Tja, kann man nichts machen.", stellte Skuld fest und begann, ihren Rucksack wieder zu packen. Sentaro ging in sein Zelt und tat das Gleiche. Anschließend packten sie die Zelte wieder zusammen, löschten das Lagerfeuer und standen zu guter Letzt abreisefertig von oben bis unten da. Sentaro griff in seinen Rucksack und nahm seinen Kompass heraus. Er schaute ihn belämmert an. Er klopfte ein paar Mal darauf. Er schüttelte ihn wild hin und her. "Ich glaube, ich habe ihn zu nah an meinem großen Magneten aufbewahrt. So ein Mist!"
"WAAS? Du Oberheini! Wie sollen wir hier ohne funktionierenden Kompass rauskommen?"
"Keine Panik, Skuld. Wir gehen in irgendeine Richtung, dann werden wir schon heraus finden."
"Schau auf die Landkarte. Der Wald ist 50 km lang, sprich, wenn wir Pech haben, laufen wir uns die Hacken ab, bis wir da raus sind."
"Ich habe doch beim Hinweg Zeichen in die Bäume gemacht!", fiel Sentaro ein und sah sich genau um. Ohne Erfolg.
"Es hat heute nacht geregnet. Darf ich annehmen, dass du Riesentrottel keine wasserfeste Farbe genommen hast?", fragte Skuld ruhig, aber kurz vorm Ausbruch.
"Äh... Das wird es wohl sein... Aber ist auch egal. Es ist etwa zwölf Uhr. Das heißt, da, wo die Sonne steht, ist Süden. Köpfchen muss man haben!"
"Es ist vollkommen bedeckter Himmel.", bemerkte Skuld trocken. "Du kannst noch dazu durch die Baumkronen nichts erkennen."
"Na gut, na gut, dann klettere ich eben so einen Baum hoch und schaue nach, wo der Wald aufhört oder wo die Sonne steht."
"Um Himmels Willen, sei vorsichtig!", rief Skuld aus.
Sentaro legte seinen Rucksack ab und lächelte Skuld zu, bevor er mit dem beschwerlichen Aufstieg begann.
Skuld lächelte zurück, aber als Sentaro begann zu klettern, begann sie sofort zu beten.
Nach einer qualvollen halben Stunde war Sentaro auf der Spitze angekommen und schaute sich ausgiebig um. Dann frohlockte er. "Da rüber, Skuld!", rief er und zeigte mit der Hand in die Richtung, in der er die Stadt ausfindig machen konnte.
"Wo rüber? Ich kann dein Handzeichen nicht erkennen!", rief diese zurück.
"DA rüber!", rief Sentaro zurück und streckte seine Hand noch weiter aus, damit Skuld sie sehen konnte. Das war ein großer Fehler.
KNACK! Sentaro hatte den Ast, auf dem er gesessen hatte, überschätzt. Er brach ab, und Sentaro fiel. "UWAAAAH!", schrie er.
"Sentaro!", rief Skuld erschrocken. Sie wollte Sentaro auffangen, doch sie errechnete blitzschnell, dass er bis dahin ein Falltempo erreichen würde, das sie nicht auffangen konnte, ohne kritischen Schaden zu nehmen. Also gab es für sie nur eine Möglichkeit. Sie hatte keine Zeit mehr, nachzudenken.
Sentaro schloss die Augen und bereitete sich auf den Aufprall vor. Jetzt weiß ich gleich, wie das ist, wenn man stirbt. Skuld, es tut mir so leid... Plötzlich hörte die Luft auf, an ihm vorbeizupfeifen. Erstaunt öffnete er die Augen wieder... und sah Skuld, wie sie ihm ihre Handflächen entgegenstreckte. Ihre Hände schienen dabei blau zu schimmern.
Langsam schwebte Sentaro zu Boden. Kaum war er in angemessener Höhe, ließ Skuld erschöpft ihre Hände sinken. Prompt fiel Sentaro runter. Plumps. "Sentaro? Bist du in Ordnung?", fragte Skuld.
"Was war das?", fragte Sentaro vollkommen aus der Fassung.
"Sentaro...", sagte Skuld und kam näher.
"Wer oder was bist du?", fragte Sentaro leise und wich zurück.
Skuld blieb erstaunt stehen. "Wen meinst du? Ich bin's, Skuld!"
"Du bist das gewesen. Du kannst kein Mensch sein!", rief Sentaro fassungslos.
Skuld schaute verschämt zu Boden. "Naja..."
"Was bist du? Eine Hexe? Ein Dämon? Eine Außerirdische? Sag mir die Wahrheit!"
"Ich bin eine Göttin, um genau zu sein.", antwortete Skuld. Sie ging wieder auf Sentaro zu.
Sentaro wich erneut zurück. "Eine Göttin? Wenn das so ist, warum hast du es mir nie gesagt?", fragte er vorwurfsvoll.
"Weißt du..."
"Hast du geglaubt, ich würde es dem nächstbesten erzählen, dem ich auf der Straße begegne? Denkst du wirklich so etwas von mir?"
"Natürlich nicht..." Skuld ging weiter auf ihn zu.
Sentaro wich erneut in Panik zurück. "Komm mir nicht zu nahe! Du... du Lügnerin!", schrie er sie an und lief weg, raus aus dem Wald, in die Richtung, die er ihr hatte zeigen wollen.
"Sentaro!", rief Skuld. "Warte!" Er drehte sich nicht um. "Ich habe dir das Leben gerettet. Ist das der Dank dafür?", rief sie noch, doch er hörte sie schon nicht mehr. "Das kann doch nicht wahr sein!", knirschte sie mit Tränen in den Augen und schlug wütend mit der Faust auf den verdammten Baum, dessen verdammter Ast Sentaro hatte fallen lassen. Allerdings, wenn er gar nicht hochgeklettert wäre... Angenommen, sein Kompass hätte funktioniert? Dann wäre es nie soweit gekommen... Ach, das hat doch keinen Zweck. Skuld schaute erstaunt zur Seite. "Er hat ja seinen Rucksack liegen lassen.", murmelte sie und nahm ihn auf ihren Rücken. Sie seufzte und wischte ihre Tränen weg. "Jetzt kann ich ja wohl genausogut durchs Wasser zurückkommen.", stellte sie traurig fest, lief zur heißen Quelle und sprang hinein. Kurz darauf tauchte sie aus der Regentonne des Tempels wieder auf, die nach der schicksalhaften Nacht natürlich randvoll war. Sie öffnete langsam die Tür und schlich sich wortlos hinein. Obwohl alle anderen in der Nähe waren, bekamen sie nichts mit. Denn in diesem Augenblick gab es etwas anderes zu besprechen...

"Urd, was ist denn jetzt? Seit heute morgen bist du wahnsinnig aufgeregt!", fragte Keiichi.
"Wo ist denn Belldandy? Sie muss es unbedingt auch erfahren, verstehst du? Es ist wirklich furchtbar schrecklich wichtig!", rief Urd.
"Sie schläft, Urd."
"Also, für ihre Verhältnisse hat sie hoffnungslos verschlafen. Sie muss sehr erschöpft gewesen sein, als sie einschlief. Was habt ihr beide denn gemacht?"
"Was willst du denn jetzt mit uns besprechen, Urd?" Keiichi tat so, als hätte er die Frage gar nicht gehört.
Urd ließ sich aber nicht abschütteln. "Was habt ihr gemacht?", fragte sie eindringlich.
"Warum antwortest du mir nicht?", fragte Keiichi, der Urds Frage wieder auswich.
"Dasselbe könnte ich dich fragen. Muss ich aber nicht machen, denn die Antwort hast du mir schon gegeben.", grinste Urd.
"...Inwiefern?"
"Indem du der Antwort ausgewichen bist. Da ist was gewesen, richtig? Keiichi, du Schwerenöter..."
"Was soll gewesen sein?"
"Keiichi, ich fordere dich auf, mir zu sagen, ob da was gewesen ist oder nicht!"
Keiichi schwieg beharrlich.
"Was frage ich? Du bist ein Mensch. Du kannst mich ja problemlos anlügen. Und ich könnte es dir nicht mal verübeln...", setzte sie grinsend hinzu.
"Was denkst du von mir? Ich dürft mich nicht anlügen, also lüge ich euch gegenüber auch nicht. Das ist ein Grundsatz: Wie du mir, so ich dir bzw. Wie du mir nicht, so ich dir nicht!"
"Meinetwegen. Aber wenn du jetzt nicht mir nichts, dir nichts antwortest..."
"Was habt ihr beiden denn?", fragte eine sanfte Stimme, deren Eigentümerin den Raum gerade erst betreten hatte.
"Äh... Guten Morgen, Belldandy!", rief Urd.
"So, jetzt ist Belldandy hier. Dann kannst du ja endlich sagen, was dich so aufregt!", ereiferte sich Keiichi. Er wollte endlich dieses Thema vom Tisch haben. Warum wohl...?
Urd gab sich geschlagen. Immerhin, er hatte es nicht abgestritten. Das sagte ja eigentlich alles... "Also gut. Ihr müsst jetzt stark sein. Peorth hat mich gestern nacht angerufen, als ihr... sagen wir mal, beschäftigt wart." Belldandy lächelte verlegen, was Urd nicht entging. Am liebsten hätte Keiichi seiner Geliebten unter dem Tisch einen Fußtritt gegeben, aber bei Belldandy konnte er das einfach nicht machen. "Wie auch immer, es gibt beunruhigende Entwicklungen im Hohen Rat."
"Welche? Sag es mir ganz genau, Urd!", rief Belldandy. Sie hatte eine sehr böse Vorahnung. Diese Diskussion, die sie mit Keiichi über ihre Zeit gehabt hatte, hatte sie auch aufgrund dieser Vorahnung geführt. Sie hatte das Gefühl gehabt, dass sie viel weniger Zeit haben würde als sie dachte.
"Man will das Wunschrecht einschränken. Beantragt wurde folgender Zusatz: Verträge, die die Freiheit der göttlichen Vertragsperson auf unbestimmte Zeit einschränken, sind nicht möglich.'"
"Das heißt, dass mein Vertrag mit Keiichi ungültig werden wird?", sagte Belldandy tonlos.
"Peorth hat gesagt, dass der Antrag große Chancen hat, durchgesetzt zu werden, und dass er, abgesehen von der Tatsache, dass er relativ offensichtlich auf dich gemünzt ist, gar nicht so dumm ist, denn nehmen wir einfach an, du würdest Keiichi nicht lieben und er dich wie Dreck behandeln..."
"URD???", riefen Belldandy und Keiichi entgeistert.
"Entschuldigung! Falsches Beispiel! Es tut mir aufrichtig leid! Also, angenommen, irgendeine Göttin würde durch einen Wunsch für den Rest ihres Lebens etwas tun müssen, was sie gar nicht tun wollte. Bisher ist es noch nicht vorgekommen, dass ein Wunsch wirklich jemandes Leben vollkommen zerstört hat, aber wenn?"
"Es ist wahr, Urd. Allem Pflichtbewusstsein zum Trotz, das wäre grausam. Aber, was meinst du damit, dass der Antrag relativ offensichtlich' auf mich gemünzt ist'?", wollte Belldandy wissen.
"Hm. Der Antragsteller ist allgemein dafür bekannt, keine hohe Meinung von den Menschen zu haben, von wegen Zerstörer der Natur und sich selbst' und so."
"Aber nicht alle Menschen sind so!"
"Klar, das weiß ich, aber er eben nicht. Im Himmel weiß zwar jeder, dass wir hier unten sind, aber das, was Peorth mir erzählt hat, ist zum Teil wirklich haarsträubend. Ich will das euch mal demonstrieren..." Urd stand auf, stellte sich in die Mitte des Raumes, machte einen Schritt seitwärts und schaute in die entgegensetzte Richtung. Dann begann sie mit seltsam hoher Stimme zu sprechen. "Weißt du schon das neueste?"
Keiichi und Belldandy schauten sich gegenseitig belämmert an.
Urd machte einen Schritt in die andere Richtung und sprach mit tiefer Brummstimme: "Was?"
Urd machte wieder einen Schritt zurück in die andere Richtung, und so ging es immer hin und her. "Du hast doch schon von Belldandy gehört?"
"Das ist doch die, die auf der Erde ist, oder?"
"Ja, genau die. Also, weißt du, was ich gehört habe?"
"Nein. Sag es mir."
"Also, die hat ja einen Vertrag mit einem Menschen, der sie verpflichtet, bis an sein Lebensende an seiner Seite zu bleiben. Dieser Mensch soll aber ein echter Tyrann sein, weißt du."
"Wie kommt man denn darauf?"
"Ja, man sagt, sie hätte ihre Schwestern als seelischen Beistand herbeigeholt!"
"Das ist doch brutal. Warum tut man denn nichts dagegen. Bestimmt macht dieser Mensch so allerlei brutale Sachen mit ihr!"
"Wetten, dass er..." Urd setzte sich wieder an den Tisch. "Das hab ich nicht erfunden. Ein in etwa solches Gespräch hat Peorth wirklich mitbekommen. Und der Gott, der den Antrag gestellt hat, sieht sich in solchen Gerüchten natürlich mehr als nur bestätigt. Der Antrag dürfte wirklich auf dich gemünzt sein, allerdings glaubt er dir damit zu helfen. Gut ist ja bekanntlich das Gegenteil von Gut gemeint..."
"Das darf doch nicht wahr sein...", murmelte Belldandy betroffen.
"Nächste Woche wird bereits darüber abgestimmt. Aber du weißt genausogut wie ich, dass das alleine noch nicht tragisch wäre... Wenn wir nicht mit Zwangsmaßnahmen rechnen müssten..."
"Zwangs...?" Keiichi war fassungslos.
"Man könnte Belldandy auch zwingen, zurückzukommen, wenn es genug im Hohen Rat für notwendig halten. Immerhin ist Belldandy eine Göttin erster Klasse und selbst Mitglied im Hohen Rat. Es ist doch auch auf der Erde teilweise so, dass man Pflichten hat, die man einfach erfüllen muss, egal ob man will oder nicht."
"Wozu das denn? Ich meine, wenn es keinen Vertrag mehr gibt und sie wirklich zurückkehren wollte, dann kann sie das doch einfach tun?"
"Eigentlich schon. Aber man glaubt, dass das bei einer so pflichtbewussten Göttin wie Belldandy gar nicht richtig ankommt. Insofern hat ihr Ruf des beispiellosen Pflichtbewusstseins einen gravierenden Nachteil... Außerdem will man den Kontakt zu den Menschen generell auf ein Mindestmaß senken und ähnlichen unüberlegten Unsinn." Urd schüttelte den Kopf. "Kurz, Belldandy wird unter Umständen Opfer eines unangenehmen Vorfalls, der mal wieder überzogene Maßnahmen nach sich zog..."
"Unangenehmer Vorfall?"
"Habe ich das nicht erzählt? Erst jetzt hat man erfahren, dass eine schon seit längerem vermisste Göttin ein Schicksal erlitten hat, das man jetzt auch bei Belldandy befürchtet. Ich erspare euch jetzt die unappetitliche Beschreibung, nur so viel: Sie ist vollkommen traumatisiert und auf Jahre berufsunfähig, und die Umstände waren vollkommen anders als bei euch. Deswegen kann ich eine solche Reaktion einfach nicht gutheißen. Aber leider gibt es solche Fälle von purem schädlichen Aktionismus nicht nur in der Erdenpolitik..."
"Oh nein...", murmelte Belldandy. "Ich habe mir bereits gedacht, dass ich mich eines Tages zwischen meiner göttlichen Seite und Keiichi entscheiden müsste, und ich habe davor immer Angst gehabt... Noch mehr Angst habe ich jetzt allerdings davor, dass ich mich gar nicht entscheiden darf..."
"Warten wir die Entwicklung einfach ab. Euch dürfte noch ein knapper Monat bleiben, um euch darauf vorzubereiten. Wie bereits gesagt, die Gesetzesänderung dürfte auf jeden Fall durchgesetzt werden, der Rest ist noch relativ unsicher zu sagen.", schloss Urd. Was sie verschwieg, war, dass die Chancen relativ schlecht standen. Die einflussreichsten Gottheiten waren vom Blickwinkel von Belldandy und Keiichi aus nämlich auf der falschen Seite. Es gab sogar, wie Peorth erzählte, Gerüchte, dass sie einen der großartigsten Redner des Himmels auf ihre Seite gezogen hatten...
Belldandy und Keiichi schauten sich betroffen und nachdenklich an. Es schien nicht von ungefähr zu kommen, dass für die beiden in letzter Zeit einiges recht hektisch abgelaufen war. Das Ende schien nah zu sein...

Skuld saß in ihrem Zimmer, verloren und traurig, und kämpfte mit den Tränen. Dieser Idiot! Warum hatte er so reagiert? Sie hatte ihm das Leben gerettet, verdammt noch mal! "Ach was, Skuld, der Idiot bist du!", sagte sie laut zu sich. Jetzt, wo es zu spät war, wusste sie, dass sie Sentaro spätestens in dieser Nacht von ihr hätte erzählen sollen. Jetzt war es zu spät. Ausgerechnet jetzt, wo sie sich wirklich in ihn verliebt hatte. Alles hätte gut werden können... Skuld vergrub ihr Gesicht in ihren Händen und schluchzte. Es war alles ihre Schuld... Langsam stand sie auf, wollte zu Belldandy gehen und ihr Herz ausschütten, doch ihr fiel ein, dass sie immerhin auch noch ihr Geheimnis verraten hatte... Sie malte sich aus, wie Urd und Keiichi sie wütend anschrien und, noch schlimmer, wie Belldandy sie vorwurfsvoll und enttäuscht anschaute. Nein, nein, nein. Sentaro würde schon dichthalten, schließlich hatte er ihr ja vorgeworfen, sie würde ihm nicht trauen und das würde er ja wohl nicht tun, um dann anschließend alles auszuplaudern. Aber Skuld fühlte, dass sie trotzdem jemanden zum Reden brauchte. Doch wer sollte das sein...?
Sie hatte eine Eingebung und hob ihr Amulett um den Hals hoch, betrachtete es genau. Das Engelsei. Ja, wie sehr wünschte sie sich, dass Noble Scarlet jetzt hier wäre und ihr zuhörte. Skuld fühlte sich wirklich hundsmiserabel, sie sah keinen anderen Ausweg. Sie brauchte Hilfe. Urd sagte ihr zwar immer, sie hätte nicht die Kraft einen Engel zu besitzen, aber sie hatte ja bereits einen besessen, da konnte das doch nicht so schwer sein. Skuld band das Ei von ihrer Kette, schloss die Augen und schluckte es.
Zuerst bemerkte sie nichts. Eine Minute etwa saß sie mit klopfendem Herzen mitten in ihrem Zimmer, die Hand aufs Herz gelegt. Dann wurde es ihr plötzlich schwarz vor Augen. Ihre Kraft verließ sie, und sie sackte zusammen.
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