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The Tale of the Three

von Silfir
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Belldandy Keiichi Morisato Mara Peorth Senbai Sentaro Skuld Urd
31.05.2004
31.05.2004
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31.05.2004 4.100
 
Kapitel XI - Die Stunde der Entscheidung

"Wir beginnen nun in Kürze mit der Sitzung des Hohen Rates.", las die Protokollgöttin vor. "Erster Punkt der heutigen Tagesordnung. Debatte des Falles Keiichi Morisato mit abschließender Abstimmung. Klassifizierung: 1D."
Belldandy saß mit gesenktem Kopf auf ihrem Platz. Sie wollte die verstohlenen und mitleidigen Blicke nicht sehen, weil sie sich schon unbehaglich genug fühlte.
Peorth schaute sich ein wenig um. Sie wusste nichts aus den Blicken zu deuten, da das Mitleid darin sowohl das eine wie das andere bedeuten konnte. Vor ihr lag ein Blatt Papier, das ihre Stellungnahme zu diesem Thema enthielt. Sie hatte sich nämlich in die Rednerliste eintragen lassen, um auf jeden Fall zu Wort kommen zu können. Sie war, obwohl sie in der Rhetorik ziemlich gut bewandert war, nicht schlecht aufgeregt, da es immerhin ihre erste Stellungnahme vor dem Plenum des Hohen Rates war. Sie war ja auch zweiter Kategorie.
Zur Erklärung: Im Hohen Rat sind alle Gottheiten erster Klasse im ganzen Himmel vertreten. Der Wert ihrer Stimmen ist auch in keinster Weise von ihrer Kategorie abhängig: Ein Gott erster Kategorie hat genausoviel Stimmgewicht wie einer der dritten. Aber natürlich bedenkt man die Gottheiten erster Kategorie mit mehr Respekt als die dritter oder zweiter. Dies führt dazu, dass sich fast immer nur Gottheiten erster Kategorie und erster Klasse an der Debatte aktiv beteiligen, an solchen mit einer 1er-Klassifizierung sowieso. Aber diesmal hat sich eben Peorth daran gewagt.
"Die Rednerliste besteht nur aus zwei Teilen, eine direkte Konfrontation ihrer Meinungen ist gegeben. Daher wird die Debatte durch eine Diskussion zwischen den beiden Rednern repräsentiert."
Was??, dachte Peorth entgeistert. Damit hatte sie nicht gerechnet. Alle Argumente der anderen Seite waren wohl zusammengetragen und ihre Vertretung einer einzelnen Gottheit überlassen worden.
"Nummer 1 der Rednerliste: Gosmioh, Gott Erster Klasse, Erster Kategorie."
Peorth schüttelte, den Tag verfluchend, den Kopf. Der Gefürchtetste aller Diskussionsgegner, der Gott der Redekunst höchstpersönlich, war zu allem Überfluss auch noch kategorisch gegen sie? Peorth wusste, wie sie vorgehen musste: Sich nicht durch seine erstklassige Rhetorik ins Bockshorn jagen lassen, keine Unsicherheit zeigen, ihn einfach durch die schiere Richtigkeit ihrer Argumente überrollen. Wenn das nur so einfach wäre...
"Nummer 2 der Rednerliste: Peorth, Göttin Erster Klasse, Zweiter Kategorie."
Mitleidiges Lächeln in den Reihen der höheren Gottheiten. Eine Göttin Zweiter Kategorie gegen Gosmioh...? Peorth wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Immerhin, die niedereren Gottheiten hatte sie auf ihrer Seite, wenn sie sich tatsächlich mit Gosmioh einlassen sollte. Sie stand auf und schwebte langsam zum linken Pult von den zweien in der Mitte des - übrigens kugelförmigen - Saales.
Aus einer der vorderen Reihen erhob sich Gosmioh. Er war normal groß und hatte ein normales Aussehen. Daher wurde er auch von denen unterschätzt, die ihn nicht kannten. Auch er schwebte in die Mitte und trat an das Pult, das Peorth gegenüberstand. Hallo, du Backsteingesicht, dachte Peorth. Ihren Gegner zu beleidigen, war die einzige Möglichkeit, sich selbst Mut zu machen, die ihr noch blieb...
"Damit überlasse ich es dem Allmächtigen selbst, das erste Wort einer der beiden Seiten zu erteilen.", sprach die Protokollgöttin mit klarer Stimme.
Alle Blicke außer dem von Belldandy richteten sich nach oben. Dort schwebte eine Gestalt, deren Gesicht nicht zu sehen war. Mit seiner allgegenwärtigen Stimme sprach der Allmächtige: "Möge Gosmioh beginnen."
Peorth nickte erhitzt. Das bedeutete, dass sie das letzte Wort haben würde. Na immerhin.
"Lassen Sie mich zu Beginn einige unbestreitbare Fakten zusammenstellen.", lächelte Gosmioh. "Erstens. Vor zwei Wochen wurde der Vertrag, der Belldandy zwingt, bei Keiichi zu bleiben, für nichtig erklärt. Das bedeutet, wohlgemerkt, dass es keinerlei Grund mehr gibt, bei ihm zu bleiben. Damit scheidet der Vertrag auch als Argument aus, da stimmen Sie mir doch zu?"
"Ja.", antwortete Peorth nur.
Gosmioh nickte wohlwollend. Eine gute Diskussion war ihm im Grunde wichtiger als seine Meinung zu vertreten. Und diese Peorth hatte sich wohl exzellent vorbereitet und wusste, dass sie nicht nach jedem Strohhalm greifen durfte, weil sie sonst ihre Glaubwürdigkeit verlieren würde. "Dann folgt zweitens. Warum ist sie dann noch dortgeblieben?"
Peorth lächelte. "Beantworten Sie diese Frage einfach selbst. Ich merke schon, Sie haben sich da was überlegt."
"Ich soll sie selbst beantworten?"
"Sollten Sie sich irren, unterbreche ich Sie ganz einfach.", erklärte Peorth.
Das war ihm neu. Aber gut, Gosmioh war für alles offen. "Ich nehme an, Belldandys Verständnis von Pflichtbewusstsein..."
"Falsch. Ihr Pflichtbewusstsein hat nicht das geringste damit zu tun.", unterbrach Peorth ihn sofort.
"Was ist es dann?"
Peorth schwieg kurz. Das hätte sie mit Belldandy besprechen sollen... Konnte sie... Nein.
"Warum fragen Sie sie nicht selbst?", fragte sie schließlich herausfordernd. Vergib mir, Belldandy, aber ich kann ohne deine Erlaubnis nicht antworten. Entscheide dich selbst, ob du antwortest oder nicht... Aber wisse, dass alles davon abhängen könnte...
Gosmioh wandt seinen Blick zu Belldandy, die überrascht aufgesehen hatte. "Das ist eigentlich keine üble Idee. Darf ich bitten?", lächelte er.
Belldandy atmete schnell. Sie war aufgewühlt bis zum Anschlag. Doch sollte sie wirklich... Nein, sie sollte nicht. Sie musste. Eigentlich hätte ihr schon vorher klar sein müssen, dass sie ihre Gefühle vor allen offenbaren musste.
"Dass ich bei Keiichi geblieben bin und dass ich vorhabe, für immer bei ihm zu bleiben, ob mit Wunsch oder ohne, hat nur einen einzigen Grund, und der ist tatsächlich nicht Pflichtbewusstsein.", sagte sie fest und ohne zu stocken.
"Sondern?", fragte Gosmioh nach.
"Liebe.", antwortete Belldandy, bevor sie es sich überlegen konnte. Nun war es raus, und Belldandy sah sich vorsichtig um. Sie schaute in sehr überraschte Gesichter. "Ich liebe ihn mit ganzem Herzen. Das und nichts anderes ist der Grund. Das schwöre ich, beim Allmächtigen selbst."
Ein Raunen ging durch den Saal. Das waren ja ganz neue Perspektiven...!
Gosmioh war ebenfalls überrascht, aber er war Profi und ließ sich daher nichts anmerken. "Das ist allerdings ein Grund." Er lächelte. "Aber er genügt nicht, um ihr Fortbleiben auf Erden endgültig festzuschreiben."
Belldandy nickte ergeben. Inständig bat sie Peorth im Stillen, ihr Bestes zu geben.
Peorth lächelte zurück. "Aber: da jede Gottheit im Himmel gewisse Rechte zur eigenen Lebensgestaltung hat, ist die Lage jetzt so, dass Sie schon einen guten Grund anbringen müssen, um Belldandy von der Erde zu verweisen. Einen sehr guten Grund."
"Das ist nicht abzustreiten.", antwortete Gosmioh. "Doch ich habe einen guten Grund."
"Dann lassen Sie mal hören.", forderte Peorth ihn auf.
"Wie der Antrag selbst bereits besagt, hat eine Gottheit Erster Klasse gewisse Pflichten, denen sie nachgehen muss."
"Der Vertrag von früher hielt sie kategorisch davon ab, das stimmt. Aber was sind das für Pflichten?"
"Die Sitzungen des Hohen Rates zum Beispiel."
"Welche nur alle zwei Wochen stattfinden. Außerdem gibt es keine Anwesenheitspflicht, die gesetzlich festgelegt wäre. Und wie sie sehen, ist Belldandy jederzeit in der Lage, an diesen Sitzungen teilzunehmen. Sie kehrt kurz danach halt wieder zurück. Und informiert über die Lage im Himmel wird sie durch ein Abonnement der Himmlischen Allgemeine'! Was spricht dagegen?"
"Die Mentorenrolle..."
"Das wäre doch was ganz neues: Den Schüler auf die Erde zu schicken, zu Belldandy. Auf diese Weise lernt er eine gänzlich andere Kultur und Umwelt kennen, lernt mit anderen umzugehen, die sein Geheimnis nicht kennen und selbiges geheimzuhalten, und in der Didaktik gibt es ganz neue Möglichkeiten... Ist Ihnen entfallen, dass die Rufe nach einer Bildungsreform immer größer werden?"
Gosmioh lächelte innerlich. Peorth war wirklich nicht schlecht. Nun war es an der Zeit, ihr die größte Nuss zu knacken zu geben.
"Meine Teuerste, Sie dürfen eines nicht vergessen: Belldandy hat eine große Macht inne. Die Tatsache, dass sie diesen Menschen liebt, bedeutet, dass er über ihre Macht verfügen könnte. Ich kenne ihn nicht. Niemand hier kennt ihn außer Belldandy, und Belldandy ist nicht in der Lage, eine objektive Beurteilung seines Charakters anzugeben. Es wäre unverantwortlich, zuzulassen, dass diese Macht in seine Hände geriete. Wenn Sie diese Darstellung für reinen Unsinn halten, sagen Sie es bitte."
Peorth überlegte angestrengt. Das war allerdings ein starkes Argument. Ihr fiel keine Erwiderung ein...
Doch zum Glück half ihr Belldandy aus der Patsche. Die Protokollgöttin sagte: "Belldandy, Göttin Erster Klasse, Zweiter Kategorie hat Redeerlaubnis beantragt. Das Wort inne hat: Peorth. Sind Sie einverstanden, wenn Belldandy das Wort ergreift?"
Peorth atmete tief aus und nickte ergeben, hoffend, dass niemand ihre Unsicherheit bemerkt hatte.
"Ganz simpel.", sagte Belldandy. "Es liegt mir fern, dieses Argument für haltlos zu erklären, auch wenn meine Meinung über Keiichi eindeutig ist. Ich will viel lieber ein Kompromissangebot machen: Für die Erlaubnis, bei Keiichi bleiben zu dürfen, akzeptiere ich... einen Lizenzentzug auf... unbestimmte Zeit."
Lizenzentzug auf unbestimmte Zeit...? Ein Raunen ging durch den Saal. Sie würde also tatsächlich ihre Macht opfern...?
Gosmioh nickte. "Damit wäre dieses eine Problem ohne Bedeutung."
Peorth sah sich im Saal um. Anscheinend wäre eine gute Mehrheit Befürworter dieses Kompromisses... Sie frohlockte. Das könnte das gute Ende sein...
Doch leider kam es ganz anders. Denn die Stimme des Allmächtigen ertönte wieder. "Kompromissvorschlag abgelehnt. Belldandy kann ihre Macht nicht einfach ablegen, da sie als Norne der Gegenwart mit für den Lauf der Zeit verantwortlich ist."
Peorth konnte ihre Verärgerung nicht ganz verbergen. Sie verfluchte sich selbst, weil sie eine Schwäche nicht verbergen konnte, aber nun war immer noch dieses nicht zu verachtende Argument...
Doch es kam unerwartete Schützenhilfe aus dem Lager des Feindes. "Ist es aber nicht im Allgemeinen so, dass man sich nur in diejenigen verliebt, die einem in ihrem Charakter ähnlich sind? Ich kenne Belldandy nicht persönlich, aber ich habe gehört, dass sie eine sehr angenehme Person ist. Wenn sie sich wirklich ernstlich in eine andere Person verliebt hat, muss sie ebenfalls angenehm sein. Ist es nicht so? Ich frage einmal die Sachverständige." Gosmioh wandte seinen Blick in eine der vorderen Reihen. Dort saß eine überraschte Göttin namens Hera. "Hera, Göttin Erster Klasse, Erster Kategorie, auch eine der Göttinnen der Liebe?"
"Zwei vollkommen unterschiedliche Personen können sich lieben, dass muss ich dazu leider sagen.", sagte diese bedächtig. Gosmioh lächelte. Punkt für ihn. Wie er dachte.
Peorth ergriff schnell die Initiative. Gosmioh hatte einen Fehler gemacht. "Aber können sie über die Zeit so miteinander verschmelzen, dass der eine ohne den anderen nicht mehr leben kann? Kann ihre Liebe jemals so groß sein, dass sie ohne zu Zögern alles dafür opfern würden? Ist es nicht so, dass man für eine solche Liebe auf gleicher charakterlicher Wellenlänge sein müsste?", fragte sie erregt.
"Das nicht... damit es so weit käme, müssten die beiden Personen, von denen wir reden, zumindest in ihrem Grundwesen ähnlich oder sogar gleich sein.", antwortete Hera ganz sachlich.
Gosmioh hob die Augenbraue. "Was veranlasst Sie zu der Annahme, das könnte bei Belldandy und diesem Keiichi so sein? Klar, wenn das der Fall wäre..."
"Wäre? Wieso der Konjunktiv? Ich habe Belldandy ausgiebig beobachten können, seit sie gestern zurückkehrte. Sie hatte wirklich Angst, von Keiichi getrennt zu werden. Sie war nurmehr ein Schatten ihrer selbst, sie war im Grunde zu nichts mehr zu gebrauchen. Angenommen, das würde so bleiben - hätte der Himmel etwas davon?"
"Sind Sie sich sicher, dass Sie diesen Eindruck hatten?"
"Unterstellen Sie mir, ich würde lügen? Falls es Ihnen entfallen sein sollte, das ist verboten. Wenn Belldandy sagt, dass sie ihn liebt, dann tut sie das auch. Sie hat mir allerhand darüber erzählt, wissen Sie."
"Nun..."
"Fein. Ich habe noch einen letzten Kompromissvorschlag zu machen. Angenommen, Belldandy würde überwacht, es wäre jemand da, der aufpassen würde, dass Keiichi mit ihren Kräften keinen Schindluder treibt, und dieser Jemand würde sich verpflichten, sofort Meldung zu erstatten, angenommen, jemand würde sich für diese Rolle hergeben, wäre das dann letzten Endes nicht Sicherheit genug?"
Gosmioh staunte. Peorth hatte ihn geschlagen. Eiskalt hatte sie seinen Fehler ausgenutzt und den rhetorischen Sieg davongetragen. Eine sehr interessante Frau, dachte er sich. Sehr interessant... "Da haben Sie recht, ja. Bloß, wer würde sich dafür zur Verfügung stellen?"
"Mit Verlaub, das würde ich zum Beispiel mit Freuden selbst übernehmen.", antwortete Peorth postwendend.
"Danke, das genügt.", sagte die allgegenwärtige Stimme des Allmächtigen. "Dieser Kompromissvorschlag ersetzt die alte Position in der Abstimmung. Die Abstimmung besteht nun aus zwei Positionen: Die eine fordert Belldandys sofortige Rückkehr in den Himmel ohne Erlaubnis, die Erde erneut zu betreten, abgesehen von dem Ersatzwunsch Keiichi Morisatos." Alles schaute ihn erstaunt an, einschließlich Belldandy. Er hatte das mitbekommen? "Die andere Position erlaubt Belldandys Rückkehr auf die Erde in Vollbesitz ihrer Kräfte, wobei sie keinerlei Beschränkungen im Wechsel zwischen Himmel und Erde mehr unterliegt. Ferner stünde sie auf der Erde unter ständiger Überwachung, wozu ein spezieller Posten eingerichtet werden müsste, dessen Besetzung regelmäßig wechseln würde. Die Abstimmung beginnt JETZT."
Peorth und Gosmioh waren nach den Worten "Danke, das genügt" auf ihre Plätze zurückgekehrt, da dies die traditionellen Abschlussworte des Allmächtigen waren. Nun beeilte sich Peorth, auf den rechten Knopf an ihrem Sitz zu drücken, über dem in ausführlicher Form der Standpunkt dargestellt war. Ein zuverlässiges System. Während über ihr eine große "B" erschien, schaute sie sich gedankenverloren um... und entdeckte über Gosmiohs Sitz ebenfalls ein "B". Er lächelte ihr zu. Peorth lächelte zurück. Es gibt also noch Männer, die verlieren können...
Wenige Minuten später trug die Protokollgöttin ihr Ergebnis vor. "Position A: 30 Stimmen."
Peorth schaute sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge an. Das konnte knapp werden...
"Position B: 44 Stimmen."
Peorth jubilierte innerlich. Dass so viele ihre Stimme auch abgaben, kam selten vor. Diesmal gab es kaum Enthaltungen!
"Verhältnis: 59,46 Prozent zu 40,54 Prozent. Damit landet der Fall beim Allmächtigen selbst."
Peorth schaute bestürzt. Das stimmte. Das war kein unerhebliches Risiko... der Allmächtige hatte in der letzten Zeit einen Hang zur Isolation von den Menschen durchblicken lassen...
"Aber: Ab einer Zustimmungsrate von 60 Prozent ist das nicht mehr der Fall. Enthaltungen und nicht abgegebene Stimmen: Eine. Und das ist die von Belldandy, Göttin Erster Klasse, Zweiter Kategorie. Wenn Sie Ihre Stimme noch abgeben wollen, dann tun Sie es jetzt."
Peorth jubelte nun wirklich. Nun musste Belldandy nur noch für Position B stimmen, und sie konnte für immer bei Keiichi bleiben!
Belldandy schaute vollkommen aus der Fassung in den Saal hinein. Sie überlegte kurz. Dann schüttelte sie den Kopf. "Es steht mir nicht zu, meine Stimme zu diesem Thema abzugeben, da ich nicht objektiv urteilen kann. Ich bleibe bei meiner Enthaltung."
Raunen ging durch den Saal. Peorth vergrub ihr Gesicht in den Händen. Da ging ihre größte und vermutlich letzte Chance dahin.
Der Allmächtige erhob wieder seine Stimme, und alles verstummte. "Belldandy. Du weißt, dass deine Macht groß und dein Amt eines der wichtigsten im Himmel ist. Wir hatten Schwierigkeiten, es während deiner Abwesenheit auszufüllen, und dieser Zustand kann nicht ewig beibehalten werden."
Belldandy war erschüttert. Das ging schief... Hätte sie doch nur...
"Jedoch, dein Leben bleibt dein Leben. Das darf allerdings nicht vergessen werden. Und was Keiichi Morisato angeht, ich habe ihn mir angesehen. Er passt zu dir, besser als jeder Gott zu dir passen könnte. Eure bedingungslose und aufopferungsvolle Liebe hat mir eines gezeigt: Dass die Menschen und die Götter vielleicht doch nicht so verschieden sind, wie wir immer dachten. In Zukunft sollen Götter mehr mit der Erde zu tun haben und umgekehrt, sodass ich tatsächlich die von Peorth angesprochene Bildungsreform anstrengen werde.
Doch nun zurück zu dir, Belldandy." Der Allmächtige machte eine lange Pause. "Unkias, Göttin Zweiter Klasse, Nullter Kategorie wird hiermit zur neuen Energiekoordinatorin von Yggdrasil erhoben. Sie löst Belldandy, Göttin Erster Klasse, Zweiter Kategorie ab, die vorerst von allen Ämtern entbunden ist, jedoch wird eine eventuelle Zuweisung von Schülern nicht ausgeschlossen."
Was...? Das heißt doch nicht etwa...? Belldandys Gedanken machten Bocksprünge.
"Desweiteren wird Belldandy von jeglichen Beschränkungen bezüglich des Wechsels zwischen Erde und Himmel freigestellt. So sprach es der Allmächtige selbst. Amen, Ende. Nächstes Thema."
"Import von irdischer Literatur, angefangen beim großen Meisterwerk For The Love Of Goddess' von S...", las die Protokollgöttin vor, doch sie stoppte, weil sie wusste, dass sie damit erst in einigen Minuten weitermachen würde können.
Peorth konnte sich nicht mehr halten. Sie sprang auf und warf die Arme in die Luft. Ein großer Teil der anderen Götter, Gosmioh und Hera eingeschlossen, handelte ebenso. Der Rest zuckte die Achseln und schüttelte die Köpfe. Der Allmächtige lächelte und verschwand in einer großen Rauchwolke.
Peorth schaute zu Belldandys Sitz und stellte erstaunt fest, dass da nurmehr ein Spiegel mitten auf dem Tisch lag. Sie überlegte, wo Belldandy wohl hin war, doch dann entschied sie, dass es ihr egal war und wandt sich zum Gehen. Doch Gosmioh hielt sie auf, verbeugte sich, gratulierte ihr zum Sieg und gab ihr einen Handkuss. Peorth lächelte...

Keiichi lief ungeduldig im Zimmer auf und ab. Er wusste von Urd, dass die Sitzung jetzt in vollem Gange sein musste. Gleich würde er wissen, ob... Keiichi schaute entgeistert auf den Spiegel, der auf dem Tisch stand. Er begann zu leuchten...
Und ehe er sich's versah, war Belldandy herausgesprungen und ihm um den Hals gefallen. "Keiichiiiii...!", rief sie schluchzend.
Keiichi war aufgeregt. "Belldandy...! Wie ist es gelauf...?" Er konnte nicht mehr weiterreden. Belldandy hatte jegliche Unterhaltung mit einem Kuss gestoppt.
Nach einer Weile ließ sie ihn wieder los. "Belldandy..."
Belldandy lächelte ihn an und schluchzte erneut vor Freude. "Alles ist gut, Keiichi! Ich kann für immer bei dir bleiben! Ich habe dich so vermisst..."
"Ich dich auch.", versicherte Keiichi. Auch ihm kullerte eine Träne aus dem Auge. Die beiden sahen sich voller Liebe an, ganz so, als müssten sie ihren ganzen Kopf wieder mit Bildern des anderen anfüllen.
Dann ergriff Keiichi wieder das Wort. "Belldandy... da ist etwas, was ich dich fragen muss..."
"Ja?"
"Willst du mich heiraten?"
Belldandy schaute ihn an, als glaubte sie, er hätte gerade einen Witz gemacht. Doch Keiichi behielt seinen ernsten Blick bei, holte eine Schachtel aus seiner Hosentasche und öffnete sie. Zum Vorschein kam der Ring, den Keiichi von seiner Mutter erhalten hatte... Da begriff Belldandy endlich, dass es Keiichi vollkommen ernst meinte... und dass sie ihm eine Antwort schuldig war. "Ja, ich will dich heiraten!", rief sie freudig und fiel Keiichi erneut um den Hals.
Dieser fiel fast um, doch er genoss sein Glück und Belldandys Nähe. Er war nun vollkommen glücklich. Trotzdem stieß er Belldandy sanft von sich weg, sodass sie direkt vor ihm stand, nahm ihre Hand und steckte ihr den Ring an...
Gedankenverloren schaute Belldandy auf ihre Hand und bewunderte den Ring. Dann schaute sie wieder in Keiichis Augen und gab ihm erneut einen langen, leidenschaftlichen Kuss...

"Haaaaaach, wie rüüüührend...", murmelte Skuld selig. Sie, Urd und Sentaro beobachteten das frohe Wiedersehen durch die Tür, deren Offenstehen Keiichi natürlich nicht bemerkt hatte.
"Wenn das früher passiert wäre, wärst du wahrscheinlich mit Donner und Doria hereingestürzt und hättest Keiichi auf den Mond befördert...", erinnerte Urd grinsend.
"Das war einmal...", murmelte Skuld. "Seit damals hat sich einiges geändert... nicht nur zwischen den beiden, sondern auch bei mir, nehme ich an..." Sie schaute plötzlich unwillkürlich in Sentaros Gesicht. Ihre Augen nahmen einen seltsamen Glanz an...
Sentaro schaute erst verwundert zurück, doch dann verstand er auch...
Urd hatte natürlich schon längst verstanden. "Bin schon weg, bin schon weg...", murmelte sie und trat ein, zwei Schritte zurück. Dann grinste sie. Wusste sie es doch. Skuld und Sentaro waren ebenfalls so sehr der Welt entrückt, dass sie Urd gar nicht mehr bemerkten. Und da sie glaubten, allein zu sein...
Urd grinste noch breiter und verließ den Tempel. Versonnen schaute sie in den Himmel. "Da steht mir ja noch was bevor..."


ENDE





Das war's. Nach 66 (mehr oder weniger) Seiten Spannung und Dramatik (mehr oder weniger) ist unsere Erzählung von Belldandy, Keiichi und der ganzen restlichen Schar vollendet. Auch wenn ich bezweifle, dass irgendjemand dieses Machwerk bis zu diesen Zeilen durchgelesen hat, komme ich nicht umhin, Ihnen meinen zutiefst empfundenen Dank auszudrücken, dass Sie dieser Geschichte einen Teil Ihrer kostbaren Zeit gewidmet haben. Vorausgesetzt, Sie haben nicht gemogelt und sind sofort zum Ende gesprungen. Gut, vielleicht war sie etwas lang. Ich muss endlich lernen, Maß zu halten.

In jedem Fall bitte ich Sie hiermit, auch einen Kommentar zu dieser Geschichte abzugeben. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Schließen wir mit den fünf Gründen, warum meine Geschichten alle gut sind: Erstens habe ich immer sofort aufgehört, wenn mir die Witze ausgingen

^_^

Silfir

May the Goddesses bless you!

Oh! My Goddess / Ah! My Goddess / Aa! Megami-Sama und die auftretenden Charaktere sind © von Kosuke Fujishima, und es liegt mir fern, mit ihnen Geld verdienen zu wollen. Alle Charaktere, die nicht von ihm sind, (Beispiel Gosmioh) gehören ganz allein mir.
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