Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wie Gold und Silber

von Antaine
GeschichteDrama / P18 / MaleSlash
Elrohir Glorfindel
30.05.2004
30.05.2004
1
1.052
1
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
 
30.05.2004 1.052
 
Disclaimer:   Mit dieser Fanfiction will ich weder irgendwelche Rechte am Herrn der Ringe oder an den darin vorkommenden Charakteren geltend machen (die liegen immer noch beim Meister J.R.R.Tolkien, Christopher Tolkien, bei New Line Cinema und unzähligen anderen), noch mich finanziell bereichern. Was ich allerdings beabsichtige, ist euch - die Leser - eine Weile zu unterhalten.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Es war noch dunkel, als Glorfindel aus einem unruhigen Schlummer erwachte.
Das blasse Mondlicht spiegelte sich in seinen Augen wie in tiefen Teichen, während er sich anmutig eine Strähne seines langen blonden Haares aus dem Gesicht strich, dem er seinen Namen verdankte.
Er hatte geträumt - einen merkwürdigen Traum... wie so oft in letzter Zeit...
Vielleicht lag es an der ungewöhnlichen Hitze dieses Sommers, die wie eine erstickende Decke über dem Land lag, und die Blätter an den Bäumen verdorren ließ. -Oder an der Düsternis, die aus dem Osten herankroch. - Dem Wiedererstarken des Feindes...
Doch seine Gedanken waren verwirrt.
Ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein stand er auf und machte ein paar Schritte, die ihn zu dem rosenbewachsenen Spalier brachten, das seine Räume vor neugierigen Augen bewachte, zugleich jedoch die etwas kühlere Nachtluft ins Zimmer ließ - vorbei an dem jetzt schartigen Schwert, mit dem er einst den Balrog getötet hatte.
Er atmete ein Paar mal tief durch um seine unruhigen Gedanken zu klären und trat dann durch eine verborgene Tür hinaus auf den schmalen Sims, der seine Gemächer mit jenem sorgfältig angelegten Netz kleiner Wege und Brücken verband, das die Elbenstadt wie Adern durchzog, und ihn schließlich durch ein kleines lichtes Wäldchen zur großen Festhalle führen würde.
Er achtete nicht weiter darauf, dass sein Gewand, nachdem er sich im Schlaf hin und her geworfen hatte, in Auflösung begriffen war, ebenso wenig darauf, dass sein Haar ihm lose und unordentlich über den Rücken floss... Es würde ihn ohnehin niemand sehen...
Lange Zeit stand er so still über das Geländer gebeugt und folgte mit den Augen der kahlen gezackten Felswand, die von seinem Standort aus Hunderte Fuß tief abfiel, und von dort aus dem Lauf des Bruinen, der sich zwischen zierlichen Pavillons schlängelte, ehe er in Kaskaden noch weiter in die Tiefe stürzte.
Von hier oben betrachtet wirkte das alles wie Spielzeug... nicht Wirklich... und das beruhigte ihn, zumindest ins solchen Nächten.
Er wollte sich eben umdrehen, um in seine Gemächer zurückzukehren, als er leise Schritte hinter sich hörte.
Elrohir... natürlich! Der blonde Elb hatte schon vor langer Zeit gelernt, die Zwillinge zu unterscheiden. Der Junge musste ihn von unten entdeckt haben.
"Einen guten Abend wünsche ich Euch, mein Fürst!" begann der Junge mit einem Lächeln, das ebenmäßige, weiße Zähne in der Dunkelheit aufblitzen ließ, und trat näher an Glorfindel heran.
"Dein Vater würde es gewiss missbilligen, wenn er erfahren würde, dass du alleine umherschleichst - wie ein Dieb - zu dieser Zeit... hierher!" Es kam schärfer, als er beabsichtigt hatte, das erkannte er an der Art, wie sein nächtlicher Besucher in sich zusammenzusacken schien, doch es hielt ihn nicht davon ab, in einer drohenden Geste die Arme vor der Brust zu verschränken und sein Gegenüber mit strengen grauen Augen zu mustern.
Elrohirs Lächeln erstarb im selben Augenblick, und er kniff die Augen zusammen als er mit einem gespielt selbstbewussten Heben des Kopfes zischte: "Meinen Vater hat es nicht im Geringsten zu kümmern wo ich meine Nächte verbringe... oder wie!"
Eine interessante Bemerkung, fand Glorfindel, besagte es doch, dass dies nicht Elrohirs erster nächtlicher Streifzug durch Bruchtal war. - Dennoch schwang darin auch so viel naiver, jugendlicher Trotz, dass Glorfindel es unweigerlich belustigend fand.
Und nein, er beneidete Elrond nicht unbedingt darum, gleich zwei Söhne in diesem schwierigen Alter zu haben - noch nicht ganz erwachsen... aber sicher auch keine Kinder mehr.
Nein... die beiden hatten sich erstaunlich gut geschlagen bei dem Kampf vor drei Tagen, als ihre kleine Gruppe bei einem Ausritt von einer Bande Orks angegriffen worden war. Und was ihnen an Geschick und Können gefehlt hatte, das hatten sie mit jugendlichem Eifer mehr als ausgeglichen.
Ein Eifer, der nach einigen Momenten des Zögerns auch jetzt wieder in Elrohirs Gesicht trat, wenn auch aus anderen Gründen.
"Außerdem werdet Ihr mich doch sicherlich nicht verraten, nicht wahr?" flüsterte der dunkelhaarige Junge nun verschwörerisch und zugleich so hoffnungsvoll, dass es die gleichmütige Fassade zerstörte, die er mit so offensichtlicher Mühe aufrechterhielt.
Bei diesen Worten machte er erneut einen zögerlichen Schritt auf den blonden Elbenlord zu, so nahe, dass er bloß die Hand auszustrecken brauchte um ihn zu berühren... und dann tat er es. - Versuchte es zumindest, was mehr war, als er in den letzten Monaten gewagt hatte.
Kaum ein paar Millimeter bevor er Glorfindels blasse Haut jedoch tatsächlich berühren konnte, fing dieser ihn mit einer harschen Bewegung ab, wobei er Elrohirs Handgelenk bewusst schmerzhaft umklammerte.
Und obwohl er gehofft hatte, den Jungen damit zu erschrecken, gab dieser nicht den leisesten Schmerzlaut von sich, sondern erwiderte den Blick aus jenen harten grauen Augen bloß mit beinahe ebensolcher Intensität, während er, seine Hand noch immer im grausamen Griff Glorfindels gefangen, den letzten Schritt überwand, der sie beide trennte.
"Und jetzt", fragte Elrohir ihn leise... aber herausfordernd, die Stimme erfüllt von einem Verlangen, einem Bedürfnis, das er nicht länger verbergen konnte, "wo Ihr mich gefangen habt... was werdet Ihr jetzt mit mir tun?"
Ja, was würde er jetzt mit ihm tun....
 
~To Be Continued~

 
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast