Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Der Schatz

von TakayaJD
GeschichteHumor / P6
Anamaria Captain Jack Sparrow
26.05.2004
26.05.2004
1
2.013
 
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
26.05.2004 2.013
 
Es war einer dieser Tage, die Jack Sparrow so liebte...

Oh, natürlich...wie konnte ich das vergessen? Ich entschuldige mich vielmals!

Also, noch einmal von vorn...



Es war einer dieser Tage, die Captain Jack Sparrow so liebte. Die Sonne schien vom hellblauen Himmel, der Wind wehte gerade kräftig genug, um die Segel zu füllen, und die Black Pearl schien über das Wasser zu schweben. Einfach ein perfekter Tag.

  Sie hatten vor ein paar Tagen ein neues Mitglied für die Crew in Tortuga an Bord genommen. Es war ein junger Kerl, noch grün hinter den Ohren, aber lernfähig. Und obwohl er noch nie auf einem Schiff gewesen war, kannte er schon nach zwei Tagen den Unterschied zwischen backbord und steuerbord. Ersteres war die Seite, an der die Piraten sich den Resten des Rums des Vortages entleerten, und das Zweite eben die andere Seite.

  Und er hatte gelernt, dass die beste Quelle für alles Wichtige und Geschichten jeglicher Art sein Captain war. Und so wartete er jedesmal ab, bis dieser gute Laune hatte, was an diesem herrlichen Tag definitiv auch so war, um ihn dann auf dieses oder jenes anzusprechen.

  "Du willst etwas über mein Hab und Gut wissen?" sagte dieser nun, als er wie so oft das Ruder in der Hand hielt, und der junge Pirat neben ihm stand, bis er die Geduld verlieren würde. "Dann sieh dich doch um! Die Pearl ist mein Hab und Gut. Und natürlich dieser Hut hier." Er zeigte auf seinen Kopf, wo stets dieser Hut saß, auf den er sehr stolz war, und den er nur in den seltensten Fällen absetzte. In der Crew ging das Gerücht um, dass er ihn sogar während des Schlafens nicht absetzen würde, und der Neue war drauf und dran, das zu glauben. Warum auch nicht? Schließlich hatte er seinen Captain noch nie ohne den Hut gesehen und war jetzt wie lange an Bord? Nicht einmal die brütende Hitze konnte Sparrow davon überzeugen, ihn wenigstens einmal kurz für eine Sekunde zu lüften.

  "Und die Pistole", fuhr er nun fort. " Ähm...Und der Rum in meiner Kabine...Sonst noch etwas?" Er legte den Finger an sein Kinn und dachte kurz nach. Dann riss er ihn plötzlich in die Höhe, sein Blick hellte sich auf, und er ließ ein lautes "Aye!" hören. Er sah hinüber zu dem Jungen neben ihm und schmälerte die Augen.

  "Aber das bleibt unter uns, savvy?" Er sah ihn eindringlich an und fragte sich, ob er ihm auch wirklich trauen konnte. Nun ja, vielleicht sogar mehr als seiner eigenen Crew, denn er schien noch genug Respekt vor ihm zu haben. "Das ist etwas, das nicht jeder hat, und...nun ja...es gibt da draussen so viel Gesindel..." Sein Blick enthielt nun auch eine Drohung und den Hinweis, dass er dieses Gesindel auf keinen Fall auf seinem Schiff dulden würde. "Haben wir uns verstanden?"

  Der junge Pirat nickte eifrig und hatte sehr wohl verstanden. Schließlich war dies ein Piratenschiff, und sollte er hier irgend etwas anstellen, dass jemand Anderem oder sogar dem Captain nicht gefallen würde, dann würde er sich ziemlich schnell am Grunde dieses Ozeans wiederfinden, und dazu hatte er nun wirklich keine Lust.

  "Aye?" hakte Jack noch einmal nach. Nur so, zur Kontrolle. Sein Gegenüber nickte wieder, und er war zufrieden. "Gut..." Sein Blick schweifte kurz über seine Pearl, und er beobachtete seine Crew, die gerade überall beschäftigt war und ihnen nicht zuhören konnte. Besser.

  "Also...hm...lass mich überlegen...wieviel habe ich eigentlich schon davon?" Wieder musste er überlegen, was ihm etwas schwer fiel, da er es am Vorabend doch etwas mit dem Rumkonsum übertrieben hatte. "Oh ja, sehr viel! Und ich sage dir, es wird jeden Tag mehr!" Er nahm eine Hand vom Steuerrad und ballte sie zur Faust, um dann einen Finger nach dem anderen auszustrecken.

  "Mindestens eine...und manchmal auch zwei." Er grinste den Piraten stolz an, der aber seinen Blick fragend erwiderte, da er nun mal im Moment überhaupt keine Ahnung hatte, wovon sein Captain da sprach. Doch er war gewillt, geduldig zu warten, schließlich waren alle Seefahrer dafür bekannt, wenig mit vielen Worten zu erzählen. Und Piraten benutzten dafür sogar sehr viele Worte, denn sie waren nun mal Piraten und keine gewöhnlichen Seefahrer.

  "Es versteht sich ja wohl von selbst, dass ich jede einzelne ganz genau acht gebe! Ich trage alle bei mir. Nämlich da drin..." fuhr Jack fort und zeigte auf seine Brust, woraufhin sich der Ausdruck im Gesicht des Anderen veränderte.

  "Hey, wieso guckst du mich plötzlich so an? Aye, natürlich kann man da drin etwas verbergen! Das ist das beste Versteck auf der ganzen Welt!" Dabei klang er so überzeugend, dass er ihm nun doch glaubte und ihn fragte, was denn so besonders an dieser Weste war. Hatte sie etwa eine ganz raffinierte Innentasche, die keiner finden konnte?

  "Nein, nicht in der Innentasche meiner Weste! Weiter drinnen!" Der junge Kerl musste schon selbst darauf kommen, dass er sein Herz meinte, denn so ein Wort nahm ein Pirat nicht in den Mund, und ein Captain schon gar nicht. Er sah ihn an und wartete mehr oder weniger geduldig, bis er endlich die Bedeutung seiner Worte erkannt haben würde, doch das dauerte seine Zeit, in der Ana mal kurz vorbeikam und fragte, ob sie denn auch weiterhin den Kurs nach Nirgendwo beibehalten würden. Natürlich würden sie das, und Jack musste sie mal wieder darauf hinweisen, dass er der Captain war und das Schiff dorthin steuern konnte, wohin es ihn beliebte. Ihr Blick daraufhin sprach Bände, aber sie ging dann ohne ein weiteres Wort weg, und Jack sah ihr enttäuscht hinterher.

  Mittlerweile hatte der Pirat eine Theorie entwickelt und teilte diese nun seinem Captain mit, der die Hände in die Luft warf und ausrief: "Aye, genau, in meiner Brust!" Die Reaktion des anderen war dann ein Lachen, das er sich nicht verkneifen konnte und es auch sofort bereute.

  "Wer hat dir eigentlich erlaubt, dich über Captain Jack Sparrow lustig zu machen?" Jacks gute Laune war dahin, und mit ihr auch seine Geduld. "Geh zurück an deinen Posten, aber schnell, du dreckige Landratte!" Was dieser dann auch sofort machte, denn obwohl er erst ein paar Tage an Bord dieses Schiffes war, wusste er schon ganz genau, dass mit Jack und seiner schlechten Laune nicht zu spaßen war. Nein, nein, da war es doch viel besser, irgendwo auf einer Rahe zu sitzen und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen.

  Jacks schlechte Laune hielt aber heute nicht sehr lange an, weil es nun mal ein sehr schöner Tag war, der Wind die Segel füllte... Ja, genau wegen dem ganzen Zeugs, das schon am Anfang erwähnt wurde. Jedenfalls war er bald wieder guter Laune, und ihm fehlte nur noch eine Kleinigkeit. Und als Ana mal wieder in seine Nähe kam, nutzte er diese Gelegenheit, um sie sich zu besorgen.

  "Hey, Ana, hol mir mal eine Flasche Rum aus meiner Kabine!" sagte er daher zu ihr und grinste sie an. Er konnte einfach nichts anderes als grinsen, wenn er sie sah, denn sie brachte mit ihrer Unberechenbarkeit immer wieder Abwechslung in sein Leben. Diesmal sah die Überraschung so aus, dass sie ihn fragte, ob sie sich denn auch eine Flasche aus seiner Kabine holen könnte.

  "Nein, das ist mein Rum, wenn du welchen trinken willst, dann hol dir gefälligst welchen aus deinem Vorrat!" Wie konnte sie es wagen, seinen Rumvorrat anfassen zu wollen? Na gut, SIE konnte sich bei ihm so einiges erlauben, aber das ging eindeutig zu weit. Auch wenn sie jetzt eine gute Erklärung parat hatte.

  "Wie, der ist alle? Ja, warum trinkst du denn so viel?" Oje, das war wohl die falsche Erwiderung gewesen, denn ihr Gesicht verdunkelte sich, und er ahnte schon, was jetzt oder bald auf ihn zu kommen würde. Doch zunächst war dies nur eine Standpauke.

  "Ich? Was soll das heißen, ich? Ich trinke deinen Rum weg? Wie kommst du denn auf diese Idee?" Ja, abstreiten konnte er wirklich gut, auch wenn es bei ihr keine Wirkung mehr hatte, denn wieder folgte eine Standpauke, der er wohl oder übel klein bei geben musste.

  "Aye, gestern haben wir zusammen eine getrunken, aber das war nur einmal!" Er gab ihr, was den vorherigen Abend anging, mal lieber recht, denn so richtig konnte er sich nicht mehr daran erinnern, aber irgendwie so in der Art wird es schon gewesen sein. Trotzdem forderte sein Stolz, wenigstens abzustreiten, dass dies immer so war. Und einen Trumph hatte er auch noch im Ärmel.

  "Außerdem bin ich der Captain, savvy?" Ja, da müsste sie ihm einfach Recht geben, da dies nun wirklich stimmte. "Und Pirat!" fügte er zur Sicherheit noch hinzu. Man konnte ja nie wissen...

  Mit einem erneuten Grinsen registriete er, dass diese Argumente mal wieder gewirkt hatten, und wurde auch gleich wieder übermütig.

  "Hol mir jetzt endlich eine Flasche! Und wenn du es nicht bis in meine Kabine schaffst, dann kannst du auch eine aus deinem Geheimversteck holen!" Oh, wie genoss er es, den Captain raushängen zu lassen! Wie er den Anderen Befehle an den Kopf werfen konnte, und diese Befehle sofort in die Tat umgesetzt wurden! Einfach...

  "Autsch!" Nun gut, er hätte nicht vergessen sollen, dass es Ana war, die nun vor ihm stand, denn diese hatte nun mal die Angewohnheit, ihren Standpunkt auf eine ganz besondere Art und Weise klar zu machen. Was sie nun wieder getan hatte, und seine Wange schmerzhaft spürte. Immer diese Ohrfeigen! Konnte sie ihm nicht nur einfach sagen, dass sie dies nicht tun wollte?

  "Die habe ich jetzt aber nicht verdient..." war seine erste Reaktion darauf, aber...naja... "Na gut, vielleicht doch." Doch Ana hörte seine Fast-Entschuldigung schon gar nicht mehr, denn sie war zum Bug des Schiffes gerannt, wo die Crew irgendwie Probleme mit irgend welchen Seilen hatte. Daher konnte sich Jack nur fragen, wer denn jetzt vor wem gerettet worden war. Nun ja, auch egal, das nächste Mal würde schon irgendwann kommen.

  Jedem anderen hätte diese Ohrfeige die Laune verdorben, aber Jack war nun mal nicht wie jeder Andere. Er grinste sogar noch mehr und winkte zu dem Neuling hinauf, wartete, bis ihn dieser bemerkte und schrie: "Hey, du Landratte, gesehen?"

  Dieser nickte nur und grinste. Natürlich hatte er es gesehen...und sogar gehört. Er wunderte sich allerdings, warum das seinem Captain so gute Laune verschafft hatte, doch dann bekam er auch gleich die Antwort darauf.

  "Ich habe es dir doch gesagt!...Mindestens eine pro Tag!"
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast