Tränen des Mondes

GeschichteDrama / P18 Slash
Koji Nanjo Takuto Izumi
18.05.2004
18.05.2004
1
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Autor: seya
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Art/ Fandom: Fanfiction Zetsuai/ Bronze
Disclaimer: gehören Minami Ozaki
Rating: MA
Warnungen: rape

Mein Beta-Dank geht an Enomy +knuddelundnichtwiederloslass+

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Es ist, als wäre das Gefühl des Schwindels meine ganze Welt. Alles dreht sich im Kaleidoskop meiner Wahrnehmung.
Ich weiß nicht, was geschehen ist. Ich kann mich nur noch an unseren Streit erinnern. Harte Worte waren gefallen. Ein Streit mit dem Geschmack von süßlichem Parfum einer Frau und dem scharfen Geruch von Alkohol.
Eigentlich war ich nüchtern. Doch dann legte sich über alles ein rotes Tuch. Wut stieg in mir auf, stetig, unaufhaltsam und nahm mir den Atem. Ich sah ihn vor mir: Ein Gott an Gestalt und ein Ungeheuer im Wesen.
Leuchtete sein Haar wirklich so silbern? Ich weiß nicht mehr, meine Erinnerungen wollen es mir weis machen. Die Lampe ging zu Bruch. Sehr viel war zu Bruch gegangen. Eine Spur der Verwüstung zog sich durch die ganze Wohnung. Ich habe es gesehen. Und irgendwann ging das Licht aus. Splitter glitzerten im Schein der Straßenbeleuchtung.
Ob man uns gehört hatte? Ich glaube nicht. Zu weit sind die Wände unseres Hauses von dem der Nachbarn entfernt und dazwischen stehen hohe Mauern.
Zittrig versuche ich mehr Sauerstoff in meine Lungen zu bekommen. Noch immer dreht sich alles. Ich schmecke metallisches in meinem Mund. Mein Blut. Vorsichtig taste ich meine Zähne ab und lecke über meine Lippen. Ich höre abrupt damit auf. Es brennt und jetzt weiß ich, was mich mein Blut schmecken lässt. Meine Lippen sind aufgesprungen. Jetzt sind sie verkrustet, rau und angeschwollen.
Noch immer spüre ich seine Lippen auf meinen. Ich wollte diesen Kuss nicht. Er schmeckte nach Verrat. Mich hatte er verraten, seine Versprechen und seine Schwüre. Er band mich und hielt meinen Kopf schraubzwingengleich zwischen seinen Händen. Mein Schrei erstickte in seinem Mund und ich spürte seine Zähne, als er zubiss und mich zwang zu öffnen, wovon er denkt, es sei sein.
Bruchstücke, Erinnerungsfetzen blitzen in mir auf.
Stöhnend klappte er zusammen, als ich mein Bein in seinen Schritt platzierte. Abgestoßen suchte ich das Weite. Hastig griff ich nach meiner Jacke und öffnete die Tür. Wie ein Sturm war er über mir, brachte mich zu Fall und schlug den Weg nach draußen wieder zu.
Meine Sinne zersplitterten für einen Moment.
Dann hörte ich das scharfe Reißen von Stoff und seine Hände, die grob meine Haut drangsalierten, ihr Muster einschnitzten. Ich weiß nicht, ob ich schrie. Meine Kehle schmerzt noch immer. Aber es kann auch daran liegen, dass seine Hände schlingengleich mir die Luft abschnürten.
Irgendwann erlangte ich wieder das Bewusstsein und bereute es zutiefst. Wie ein Tier rammte er seinen Zorn in mich, ließ mich spüren, dass ich mich ihm zu ergeben hatte. Nur seinem Verlangen zu dienen hatte.
In mir bäumte sich alles dagegen auf und gleichzeitig verlor ich meine Kraft mit dem Blut, dass den Teppich unter uns drängte. Heiß, es war so heiß, brennend und eklig, dass ich würgen musste. Doch mein wunder Hals verbietet es mir noch immer.
Schwitzend brach er über mir zusammen und ich gefror zur Statue, wollte mich nicht mehr bewegen. Nur daliegen, ausharren, warten, dass ich aufwachte. Etwas anderes konnte es nicht sein. Nur ein Traum, nur ein dunkler Alptraum.
Schwer lag die Luft im Zimmer, und scharf roch es nach Sex und Schweiß. Ich hörte, wie er sich erhob. Spürte seinen Blick, dann ging er.
Stille, eine ohrenbetäubende Stille. Mein Herzschlag dröhnte und ließ mich erschauern, wiegte mich in einem unseligen Takt. Ich sehnte mich nach Ruhe und Schlaf.
Ich weiß nicht wie viel Zeit vergangen ist. Ist es immer noch Nacht oder schon wieder. Hell ist es, obwohl ich die Schwärze des Firmaments sehe. Wie ein Medaillon, ein kostbares Schmuckstück scheint der Vollmond, verzaubert die Verwüstung in ein surrelastisches Gemälde, in dem ich Betrachter und Betrachteter zugleich bin.
Noch immer pfeift mein Atem und nachdem mein Herz sich wieder beruhigt hat, ist es einziges Geräusch im Haus.
Ich kann mich nicht bewegen und will es auch nicht. Es fällt schwer. Der Boden empfängt mich, hält mich fest, wie mit Spinnweben und belädt meinen Körper mit Blei. Ich bin müde.
Meine Lider fallen über die trockenen Augen, mildern den brennenden Schmerz. Ich höre, dass er wieder da ist. Seine Hand tastet kühl über meinen heißen Körper. Mir ist nicht kalt. Lass mich hier liegen. Ich möchte nichts mehr fühlen, als diese Schwere. Ist das der Tod? Einfach still liegen und aufhören zu atmen?
Ich höre ihn wieder rufen, aber es berührt mich nicht mehr.
Ich spüre seine Haare auf meiner Haut, aber es berührt mich nicht mehr.
Ich rieche den Alkohol und den Rauch von Zigaretten an ihm, aber es berührt mich nicht mehr.
Ich gehe. Vielleicht nicht in dieser Sekunde, vielleicht in der nächsten, aber ich werde gehen.
Das, was da mal war, das, was du beschworen hast, es ist gestorben. Ich weiß nicht, ob ich gestorben bin. Es fühlt sich so an. Aber ein Teil von mir ist ganz bestimmt tot. Es ist weg und dort, wo es einmal gewesen ist, weht nur noch kalter Wind.
Ich höre, wie Splitter unter deinen Sohlen knirschen, als du mich anhebst und fortbringst. Es zu spät. Es ist kaputtgegangen und nichts kann es mehr reparieren.
Verstehst du das eigentlich?
Ich glaube nicht, denn noch immer wimmerst du, flüsterst Entschuldigungen. Sanft untersuchst du mich, versorgst die Wunden, stoppst das Blut. Kannst du meine Seele erreichen? Kannst du auch dort die Wunden versorgen?
Ich glaube nicht.
Deine Worte treffen auf ein taubes Herz. Du hast es niedergebrüllt und jetzt ist es taub und stumm. Es schlägt nicht mehr für dich.
Eine Decke breitest du über mir aus und höre, wie ein Stuhl zum Bett geschoben wird. Zaghaft nimmst du meine Hand. Du zitterst. Warum ist jetzt alles ruhig in mir? Ich kann nichts mehr für dich fühlen. Da ist noch nicht einmal Hass. Eigentlich sollte ich Mitleid mit dir haben. Aber ich habe noch nicht einmal welches für mich.
Da ist kein Gefühl mehr. Du hast sie alle ausradiert. Schnell und sauber.
Mein Herz schlägt, meine Lungen atmen und ich denke, dass auch mein Körper sich wieder bewegen wird. Ich werde also leben, auch wenn es sich nicht so anfühlt.
Wenn es so sein soll, dann werde ich diesen Ort verlassen.
Wohin ich gehen werde, weiß ich nicht. Aber es ist auch nicht wichtig. Vieles hat an Bedeutung verloren. Ich werde herausfinden müssen, was mir noch etwas Wert ist.
Leb wohl, Koji. Vielleicht sehen wir uns in einem anderem Leben und vielleicht werde ich dann mein Herz auch wieder hören können.


Vielen Dank fürs Lesen!




12.01.2003
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