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-Gib mir deine Hand-

von WhiteRose
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
15.05.2004
16.05.2004
1
1.214
 
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15.05.2004 1.214
 
Gib mir deine Hand

Erstes und letztes Kapitel

Für Janina *knuddel*

~ Part 1: Remus Lupin, tired of life ~

Es war ein ganz normaler Mittwoch Morgen, ein Tag wie jeder andere auch.
Remus Lupin wachte schon vor Sonnenaufgang auf. Er streckte sich unwillig und rieb sich die Augen. Es hatte keinen Sinn, er würde sowieso nicht mehr einschlafen, da konnte er genauso gut aufstehen. Er schaute in den Spiegel. Zurück blickte ein übermüdeter Mann um die 35, der dunkle Schatten unter den Augen und schon die ersten grauen Haare hatte.
Missmutig drehte er sich vom Spiegel weg und zog sich an. Sein Blick streifte das Fenster.
<Bald ist wieder Vollmond! Na super. Wie ich es hasse! Wieso kann ich nicht einfach ein normales Leben führen wie jeder andere auch?>
Remus seufzte.
<Jeder sieht in mir nur das Ungeheuer, den Werwolf. Keiner denkt, dass ich auch ein Mensch mit ganz normalen Gefühlen bin!
Aber bin ich das überhaupt noch? Wird der Wolf in mir nicht irgendwann überhand gewinnen und mein ganzes Handeln bestimmen? Denn er ist ein Teil von mir! Verdammt, ich will das alles nicht mehr!>
Immer wieder die gleichen Gedanken, er drehte sich im Kreis, er konnte es nicht ändern.
<Wieder ein neuer Tag. Nicht anders als die anderen. Frühstück, Unterricht, Mittagessen, Vorbereitungen für Morgen, Abendessen, dann versuchen, wenigstens etwas Schlaf zu finden. Und das soll mein Leben sein? Das soll alles sein? Jeden Tag das Gleiche.
Bis auf die Vollmondnächte, in denen ich mich verwandle...
Ich fühle mich so leer...
Es fehlt einfach etwas, was meinem Leben einen Sinn gibt.
Vielleicht, wenn ich kein Werwolf wäre...>
Er schüttelte traurig den Kopf.
<Nein, es bringt nichts, darüber nachzudenken, was wäre, wenn...
Es ist nun einmal so, ich muss damit klarkommen!
Verdammt noch mal, reiß dich zusammen, Lupin!>
Er verließ sein Zimmer und lief ruhelos durch die Flure von Hogwarts, wusste nicht, wohin er ging oder wonach er suchte.
Sein leerer Blick irrte hoffnungslos umher, blieb an einigen Dingen hängen, an denen er vorbeikam, doch er nahm nichts von dem wirklich in sich auf.

~ Part 2: Severus Snape, lonely, as always ~

Severus Snape erwachte kurz vor Sonnenaufgang. Sofort war er hellwach. Verzweifelt versuchte er, noch einmal in die dunklen, angenehmen Tiefen des Schlafes zurückzufallen, doch es war vergebens.
<Na toll. Wieder ein neuer Tag. Unterricht, Essen, Bücher. Nichts anderes. Der ewige, sich nicht ändernde Trott. Wie sehr ich mir doch wünsche, dass das irgendwann aufhört!>
Stöhnend stieg er aus seinem Bett und schaute in den Spiegel. Dieser zeigte ihm einen müden, missmutigen Mann mit fettigen schwarzen Haaren.
Großartig. Jetzt muss ich auch noch duschen heute morgen.>
Er wandte sich ab, warf seinen Schlafanzug in Richtung Bett und stellte sich unter die Dusche. Das kalte Wasser prasselte auf ihn herab und erinnerte ihn daran, dass wirklich schon wieder ein neuer Tag angefangen hatte. Er stöhnte.
<Ich wünschte wirklich, das hier würde irgendwann aufhören. Diese ewige Eintönigkeit, dieses sinnlose Leben. Soll von mir aus Voldemort kommen und uns alle vernichten, dann ist es wenigstens endlich vorbei. Jeden Tag das Gleiche.
Unterricht mit unfähigen Schülern, die höchstwahrscheinlich nie die unglaubliche Schönheit der Kunst der Zaubertränkebrauerei erkennen werden. Und das soll bis an das Ende meines Lebens so bleiben? Das war alles?>
Er drehte den Wasserhahn zu und trat aus der Dusche. Beim Abtrocknen dachte er:
<Vielleicht... vielleicht sollte ich mich doch auf andere Menschen einlassen. Diese unerträgliche Leere in meinem Leben...
aber ich kann nicht...
ich weiß gar nicht wie!
Und will ich das überhaupt? Bis jetzt hab ich doch auch so überlebt, irgendwie.>
Verwirrt von seinen eigenen Gedanken schüttelte er den Kopf.
<Was denke ich eigentlich! Es ist wieder ein anderer schrecklicher Tag, genau wie alle anderen.>
Er zog seinen Umhang an und trat und den Flur hinaus. Wie jeden Morgen ging er durch die um diese Uhrzeit noch verlassenen Gänge von Hogwarts, wusste nicht, warum er das überhaupt tat, aber es war besser, als in seinem Zimmer zu sitzen, wo er sich noch mehr Gedanken über sein Leben machen und die Leere noch deutlicher spüren würde.

~ Part 3: Together ~

Auf einmal hörte Remus Schritte hinter sich. Wer konnte so früh schon in den Gängen unterwegs sein? Da sah er die Person um die Ecke kommen.
"Snape!"
"Lupin!"
"Was machen Sie hier?"
"Das Selbe könnte ich Sie auch fragen!"
"Wieso, ist es für Lehrer von Hogwarts neuerdings verboten, durch die Gänge zu laufen, oder was?", erwiderte Remus,
"Eben, Lupin! Und nun gehen Sie endlich zur Seite und lassen mich weiter gehen!"
"Wohin?" Diese Worte kamen Remus über die Lippen, bevor er darüber nachgedacht hatte.
Mit dieser Frage hatte Severus nicht gerechnet. Ja, wohin eigentlich? Er wusste es selbst nicht. Irgendwohin, wo er diese Leere nicht mehr so deutlich spüren würde. Aber gab es einen solchen Ort überhaupt?
Ohne zu antworten, drehte er sich um, um seinen Weg in die andere Richtung fortzusetzen. Auch Remus wollte sich schon abwenden, da sah er auf einmal etwas in den Augen des anderen, was ihn nur zu gut an sich selbst erinnerte. Dieser leere Blick. Immer auf der Suche nach etwas, aber eigentlich längst ohne Hoffnung, es jemals zu finden.
Ohne nachzudenken ging er einen Schritt auf Severus zu und streckte den Arm nach ihm aus,
Als dieser aufblickte, sah er direkt in Remus' Augen. Auf einmal verstand Severus. Remus war auf der Suche, genau wie er.
Und dann bemerkte er noch etwas.
Die braunen Augen funkelten ihn warm und freundlich an, mit einem Schimmer von Hoffnung darin.
Ein nie gekanntes Gefühl breitete sich in ihm aus, Er wusste nun, wonach der die ganze Zeit verzweifelt gesucht hatte.
Und da stand Remus vor ihm, steckte ihm seine Hand entgegen, bot ihm einen Weg aus der Leere. Severus zögerte noch einen Moment, doch dann legte er seine Hand in Remus'.
Remus drückte die Hand sanft.
Nun war das schlimmste vorbei. Er war nicht mehr allein, die Suche war zu Ende. Das war es, wonach er sich die ganze Zeit gesehnt hatte. Jetzt würde alles gut werden.
Er spürte, wie Severus' Blick auf ihm ruhte. Diese schwarzen Augen hatte noch nie so viel Wärme ausgedrückt, aber auch noch nie so viel verzweifelte Hoffnung. Remus ging einen letzten Schritt nach vorne, überbrückte die Distanz zwischen ihnen.
Vorsichtig legte Severus seine Arme um ihn.
Nicht mehr allein.
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