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Verlass mich nicht!

von Laeril
GeschichteLiebesgeschichte / P6 / Gen
Aragorn Legolas
12.05.2004
12.05.2004
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Verlass mich nicht!

Leicht kitzelte die rosane Sonne den Anfang des Horizontes und lange Schatten streichelten die hohen Kronen der Bäume.

Einige Vögel, ließen sich mit der leichten Briese treiben, oder sangen ihr Liebeslied.

An manch andere stelle, hörte man das sanfte Traben eines Pferdes, das mit gleichmäßigen Schritten, den schmalen, von Moos bewachsenen, Waldfand endlang glitt.
Seine Bewegung war geschmeidig und voller Eleganz.

Der Reiter, des grauen, fast silbernen Pferdes beschleunigte die Geschwindigkeit und stieß leicht mit den Färsen in die Flanken.
Jetzt endlich zeigte das Pferd, das es nicht nur elegant dahertraben konnte, sondern das es auch gut geeignet war, für einen eiligen Ritt.
In einer Gangart, die die meisten als Jagdgalopp bezeichneten, wich es geschickt den immer mehr werdenden herausragenden Wurzeln oder den leicht abgerundeten Steinen aus.

Nach geraumer Zeit verließ der Reiter mit seinem Pferd den Wald und ritt über die Brandywein Brücke Richtung Westen.
Er hatte nicht mehr viel Zeit, wenn er das schlimmste verhindern wollte. Der in Grau gekleidete reite bereute es bereits weiter der Nord-Süd-Straße gefolgt zu sein,
er wollte nur kurz nach Bree, etwas erledigen.
Doch dieser kleine Zwischenstop hatte ihnen mindesten einen Tag Vorsprung gegeben.

Wieder stieß er seine Fersen in des Tieres Flanken, doch diesmal fester und ohne Rücksicht, ob es dem Pferd schmerzte. Auf Wunsch des Reiters beschleunigte das treue Tier abermals.
Er war bereits mitten im Auenland drin, doch auch wenn er gerne seine alten Freunde besucht hätte, er konnte es nicht.
Die Person, der er schließlich nachritt, war wichtiger, als alles andere auf der Welt. Für ihn würde er alles aufgeben.

Er war nun schon mehrere Wochen  auf seinen Weg zu ihm.
Die ganze Nord-Süd-Straße ritt er lang, selten ließ er sich eine Pause und selten durfte das Pferd verschnaufen.

Langsam sang die Sonne gen Westen und er wusste er musste sich beeilen.

Von weiten sah er die weißen Höhlen, schon oft war er dort gewesen, als er noch frei war und nicht an irgendwelche Pflichten bebunden schien.

Vorsichtig breitete er seine Decke aus, heute musste er ausruhen, wenn auch nur für wenige Stunden.
Sein Pferd brauchte ruhe und er selber auch.
Jetzt konnte er endlich was zu sich nehmen, sein Pferd konnte gemütlich im Sternenlicht grasen und seine Beine entspannen.  
"Hier Alagos, die ist für dich!" Sanft strich der Mann über den Hals des Pferdes, das Alagos genannt wurde und gab ihm eine Möhre.
"Das ist die letzte, ich hoffe sie schmeckt dir?" Ein kurzes Aufschnaufen, ließ dem Mann verstehe, er setzte sich wieder an das kleine lodernde Feuer, wärmte seine Hände und versuchte seinen Mantel zu trocknen.
"In ein paar Stunden müssen wir weiter, Alagos. Ich hoffe es macht dir nichts aus?" Wieder antwortete das Tier mit einem Aufschnaufen, doch diesmal klang es tiefer und verständnisvoller.
"Ich wusste du verstehst mich, danke!"
Der Mann nickte dem Tier dankend zu, legte sich auf die Seite und fiel in einen unruhigen Schlaf!

Sanft küsste die Sonne den Himmel.
Das helle Geräusch, von Hufe auf Stein, drang an die hohe Felswand und verklang.

Bald müsste er weiter nach Nord-Westen reiten, doch noch ein wenig Zeit blieb ihm um sich zu entscheiden.

Durch den leichten Schall des Geräusches rollten einige kleine Steinchen, die Felswand hinunter und landeten auf dem Kiesweg.

Jetzt war es soweit, er musste seine Richtung ändern, wenn er trotz des Vorsprunges von ihm, noch rechtzeitig ankommen wolle.
Mit einer gekonnten Bewegung legte sein Pferd mit Hilfe der ledernen Zügel gen Nord-Westen zu und ritt immer schnell werdend weiter.

Einige Stunden verstrichen, vielleicht waren es auch Tage, und er kam dort an, wohin ihn sein Herz getrieben hatte.

"Endlich bin ich da, ich hab es geschafft, Mithlond!" Schnell glitt er von seinem Ross und rannte die weißen Marmor Treppen hinauf weiter zu den silbernen Schiffen.
Sein grauer Umhang war mit zahlreichen rissen versehen und ganz rein war er auch nicht mehr.

Als er endlich bei den Schiffen angelangt war, traf sein Blick auf ihn. Er war also noch nicht fort, fort von ihm und fort aus Mittelerde.

Mit ruhigen Schritten ging der verschmutze Mann auf den ganz in weiß gekleideten zu. Dann blieb er stehen.
"Ich habe gedacht du würdest dich verabschieden, aber da habe ich mich wohl geirrt, Legolas Grünblatt, Thrandulins Sohn und König des Düsterwaldes."  
Mit hoch erhobenen Stimme sprach er zu Legolas, doch die Endtäuschung ward nicht verborgen.
"Ich dachte es sei besser, von euch zu gehen, ohne Abschied, ohne größere Schwierigkeit zu gehen."
"Ich habe dir schon einmal gesagt, du sollst nicht so viel nachdenken!" Sanft legte der braunhaarige seine Hand auf die Schulter des Elben.
"Herr Legolas, das Schiff wartet!" Ein großgebauter Elb sprach zu Legolas.
"Ja, ich komme sofort! Aragorn, es tut mir leid. Aber ich muss jetzt gehen. Leb wohl!" Der Elb nickte dem König von Gondor zu, drehte um und ging auf das Schiff zu.
"Entweder du gehst und ich komme mit, oder wir bleiben beide hier, beide oder keiner!"
Legolas blieb stehe und drehte sich um.
"Warum darf ich nicht gehen?" der König des Düsterwaldes schaute den König von Gondor durchdringend an.
"Ich will dich nicht verlieren!"  
Kurz dachte Aragorn nach und hielt seinen Blick gesengt, blickte dann jedoch, wieder direkt in die blauen Augen seines Gegenübers.
"Legolas, was siehst du, wenn du in meine Augen schaust?"
"Mh? Was ich in deinen Augen sehe, das möchtest du also wissen. Deswegen, bist du mir nachgeritten. Einfach nur zu wissen was ich sehe!"  
Aragorn nickte.
"Nun, gut ich sag dir was ich sehe. Ich sehe Angst, Trauer, Verzweifelung, doch ich kann auch Mut und Liebe in ihnen sehen, reicht dir das?
Nur leider verstehe ich den Sinn des Ganzen nicht!"
"Legolas! Darf ich nun auch sagen, was ich in deinen Augen sehe?"
"Wenn, es dich glücklich macht!" Mit dem Versuch, seine Trauer zu unterdrücken überspielte der sie und setzte dem Ganzen eine gleichgültige Maske auf, doch Aragorn ließ sich davon nicht einschüchtern.
"Ich sehe, dich. Wie du versuchst deine Trauer, deinen Schmerz und deine Verzweifelung zu verdecken. Doch es gelingt dir nicht, und ich sehe, das du dich vor deiner Neuen Heimat fürchtest. Ich weiß das du gar nicht fortgehen willst."

Die ganze Zeit über hatte der Elb den Boden betrachtet, dabei lauschte er ganz genau den Worten des Königs.
Doch als er zuende gesprochen hatte, ihm wurde heiß und kalt auf einmal und seine Gefühle schlugen Purzelbäume.

Er verdaute noch einmal, die ebengesprochenen Worte, doch er konnte seine Gedanken nicht zu Ende denken, denn es schlangen sich zwei stake Arme und seinen Körper und ein Kopf mit strubbeligen Haare bettete sich auf seiner Schulter.

Legolas vernahm ein Schluchzen, worauf viele weitere folgten.
"Aber Aragorn... !"
"Legolas, ich möchte nicht das du mich verlässt! Ich liebe dich doch!" Nahe der Verzweifelung drückte er den Elb noch etwas stärker.
Dann schlangen sich auch die Arme Legolas' um den Körper des Königs.
"Aragorn!" Der Angesprochene horchte auf,
"Lass und nach Hause gehen!"

~*~*~Owari~*~*~
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