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Ich will diese Macht nicht

von Athelas
GeschichteDrama / P6 / Gen
Aragorn Frodo
03.05.2004
27.05.2004
4
14.653
6
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Dieses Kapitel
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03.05.2004 3.194
 
Ich will diese Macht nicht


Von Athelas

Zusammenfassung: Bitterkeit, Verzweiflung, Leid, zu hohe Anforderungen - die Schattenseiten des Schicksals wiegen schwer auf dem Erben Isildur's. Ein gewisser Hobbit steht ihm jedoch zur Seite und zeigt ihm, dass es immer Dinge gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt.

Genre: Drama (Non-Slash)

Disclaimer: Leider habe ich Herr der Ringe mitsamt seinen genialen Charakteren nicht selbst erfunden, das ganze HdR-Universum gehört J.R.R. Tolkien. Ich brauche seine Figuren nur zum Spass und verdiene damit kein Geld.

Status: Komplett

Feedback: athelassa@hotmail.com

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Ein kühler Wind zog durch das kleine Fenster von Beutelsend als erster Vorbote des nahenden Winters. Draussen war der Himmel bewölkt und Bilbo Beutlin überlegte nicht zweimal, als er an dem leichten Sommermantel vorbei nach dem gefütterten Umhang griff. Die Mütze tief ins Gesicht gezogen öffnete Bilbo die Türe und wollte sie wieder hinter sich schliessen, als ein kleiner Knabe mit dunklem Kraushaar auf ihn zugerannt kam und ihn am Ärmel packte.
"Onkel Bilbo! Wo gehst du hin? Darf ich mitkommen? Bitte!"
Bilbo seufzte tief und kniete sich vor den Jungen hin.
"Frodo, ich habe es dir doch schon gestern erklärt. Ich gehe Pilze sammeln. Die letzten paar Tage war es noch warm und die Chancen stehen gut, noch welche zu finden. Und zu deiner zweiten Frage: Nein, ich kann dich nicht mitnehmen, nicht nachdem du fast zwei Wochen lang krank im Bett gelegen hast."
Bilbo verspürte sofort Mitleid mit dem jungen Hobbit, als er sah wie Frodo den Kopf hängen liess. Seit dem Tod von Frodos Eltern war der Junge bedrückt gewesen und es hatte lange gedauert, bis Bilbo es geschafft hatte, dem vorhin so fröhlichen Knaben ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Seit dem aber liess Frodo ihn kaum mehr aus den Augen und folgte ihm überall hin.
"Aber mir geht's doch wieder gut!", protestierte der junge Hobbit und hüpfte wie zur Bestätigung einige Male um seinen Onkel herum. Bilbo lachte und schloss Frodo in seine Arme.
"Ich bin froh, dass es dir wieder gut geht, mein Junge, aber dieses Wetter ist wirklich nichts für dich. Ich möchte nicht, dass du wieder krank wirst, du hast mir einen ganz schönen Schrecken versetzt, als du nicht einmal mehr essen wolltest."
Frodo grinste verlegen.
"Ach, aber dafür habe ich jetzt umso mehr Hunger. Willst du nicht bleiben und mir etwas kochen?"
Bilbo konnte gar nicht anders, als Frodo lachend seine dunklen Locken zu zerzausen und sich immer wieder zu fragen, mit was er das verdient hatte, diesen aufgeweckten jungen Burschen bei sich haben zu dürfen.
"Nein, das geht nicht, wirklich nicht. Sieh mal, je eher du mich gehen lässt, umso schneller bin ich wieder zurück. Und wenn ich Glück habe, bringe ich einen ganzen Korb voll Pilze mit und dann wird gekocht."
Der junge Hobbit schien hin und her gerissen zwischen dem Unwillen, seinen Onkel gehen zu lassen, und der leckeren Vorstellung eines Abendessens mit Pilzen. Lächelnd beobachtete Bilbo, wie die Lust auf Pilze schliesslich Oberhand gewann und Frodo ihn zögernd los liess.
"Aber versprich mir, dass du dich beeilst!"
"Das verspreche ich dir. Ich werde bei Einbruch der Nacht wieder hier sein."

*~*~*

Vier-Uhr-Tee war nahe, als Bilbo endlich an dem Platz ankam, wo er sich die meisten Pilze zu finden erhoffte. Ein dichter Wald erhob sich vor ihm aus den hügeligen Wiesen, am Rande des Auenlandes. Bindbale Wood wurde dieser alte Wald genannt und lag einige Meilen nördlich von Hobbingen. Etwas weiter oben gab es nur noch wenige bewohnte Gebiete, hauptsächlich einige kleine Dörfer. Und gerade wegen seiner Verlassenheit eignete sich der Bindbale Wood vorzüglich zum Pilze sammeln.
Bilbo summte zufrieden vor sich hin, als er den stillen Wald betrat. Er konnte es sich zwar im Moment nicht vorstellen, das Auenland je wieder zu verlassen, aber dennoch genoss er das vertraute Kribbeln im Bauch, das ihn an alte Zeiten und an Abenteuer erinnerte. Seufzend und etwas wehmütig dachte er an den Tag zurück, als Gandalf der Zauberer so unvermutet an seine Tür geklopft und damit sein Leben so sehr verändert hatte.
Du bist nicht hierher gekommen um dem Vergangenen nachzutrauern', wies der Hobbit sich selbst kopfschüttelnd zurecht. Schaue lieber dafür, dass du einen ordentlichen Korb voll Pilze mit nach Hause bringst, sonst ist der kleine Vielfrass enttäuscht.'
Bilbo ging etwas tiefer in den Wald hinein und fand schon bald, wonach er suchte. Mit grösster Sorgfalt schnitt er einen riesigen Steinpilz ab, dessen Stiel er mit einer Hand kaum zu umfassen vermochte. Ach, und wie er roch! Lächelnd wedelte Bilbo den Pilz vor seiner Nase hin und her und sog den Duft tief ein.
Immer weiter folgte er einem schmalen Pfad zwischen den Bäumen hindurch, sich mal hier bückend und mal dort einige Pilze pflückend. Er war so vertieft in seine Pilze und in den Vorstellungen, wie er sie später zubereiten könnte, dass er weder die gelegentlich vorbeischleichenden schwarzen Schatten, noch die gelben Augen bemerkte, die jeden seiner Schritte beobachteten.
Niemand weiss, wie lange das noch so weitergegangen wäre, hätte Bilbo da nicht plötzlich das Gefühl gehabt, beobachtet zu werden. Ohne wirklich zu glauben, dass sich etwas Gefährliches im Unterholz versteckt hielt, schaute er sich um und blickte direkt in ein paar funkelnde Augen, keine fünfzig Fuss von ihm entfernt. Der Pilzkorb fiel unbemerkt von Bilbos Händen und der Hobbit machte einen erschrockenen Schritt zurück. Gehetzt blickte er sich um und erkannte immer mehr der leuchtenden Augenpaare im hereinbrechenden Licht der Dämmerung.
Eine der Gestalten wagte sich hervor und Bilbo schnappte erschrocken nach Luft. Der Körper eines riesigen Warges trat aus dem Dickicht auf eine kleine Lichtung hinaus. Er war von nachtschwarzer Farbe und bei den messerartigen Zähnen, die er bei jedem bedrohlichen Knurren zeigte, lief es dem Hobbit kalt den Rücken hinunter.
Was soll ich nur tun?', dachte Bilbo verzweifelt. Wenn ich zu rennen beginne, dann holen sie mich ein, bevor ich auch nur die Hälfte der Strecke von hier bis zum Waldrand gelaufen bin. Und klettern...? Immerhin hat mir das bei diesen Feinden schon einmal geholfen.'
Gehetzt blickte sich Bilbo um, realisierte aber in diesem Augenblick, dass er auf einer Lichtung stand. Und dass er umzingelt war. Es war schwer abzuschätzen, wie viele Warge es waren, denn ihre Körper waren schwer auszumachen und die einzigen hellen Punkte, ihre Augen, schienen sich andauernd zu bewegen, zu verschwinden und dann plötzlich wieder aufzutauchen. Trotzdem wagte der Hobbit zu schätzen, dass es sich etwa um die fünfzehn Tiere handelte.
Vage drängte sich ihm noch der Gedanke auf, was Warge denn überhaupt so nahe beim Auenland zu suchen hatten, dann wurde das aber sofort nebensächlich, denn die grosse Bestie vor ihm auf der Lichtung begann sich in seine Richtung zu bewegen. Zuerst trottete der Warg nur langsam und vorsichtig auf ihn zu, und danach immer schneller.
Reflexartig schoss Bilbos Hand zu seinem Gürtel, wo vor beinahe vierzig Jahren zum ersten Mal Stich gehangen hatte. Nun aber fehlte das vertraute Gewicht.
Wer nimmt auch ein Schwert mit zum Pilze sammeln im Auenland???'
So konnte er nicht viel mehr tun als gelähmt mit ansehen, wie der Tod sich ihm näherte.
Ach Frodo, es tut mir leid, dass ich nicht länger für dich da sein konnte, du hast...'
Doch Bilbo hatte keine Zeit, den Gedanken zu Ende zu denken. Auf einmal gab der riesige Warg ein qualvolles Jaulen von sich, stolperte und fiel zu Boden, keine zehn Fuss von Bilbo entfernt. Ein Pfeil steckte in seiner Seite.
Unruhe kam unter den Wargen auf und das Geknurre wurde lauter. Anstatt vor dem Schicksal ihres Anführers eingeschüchtert zu sein, bündelte sich die Wut der Bestien und sie brachen alle auf einmal los. Wieder flogen Pfeile, kurz hintereinander und keiner verfehlte sein Ziel. Die Meute hetzte von überall her auf die Lichtung und zu Bilbos Entsetzen waren es noch mehr, als er zuerst vermutet hatte. Aber sie liefen nicht mehr länger in seine Richtung, sondern sie hatten sich ein neues Opfer ausgesucht.
Zu Bilbos Rechten stand ein Mann, gross und aufrecht. Die Farbe seiner Kleidung schwankte irgendwo zwischen braun und dunkelgrün und er hielt einen Bogen in seiner Hand. Die Kapuze war tief in sein Gesicht gezogen, aber dennoch glaubte Bilbo, einige Strähnen dunklen Haares erblickt zu haben.
Mitten in seiner Beobachtung hörte der Hobbit auf einmal ein verräterisches Knacken neben sich und warf sich instinktiv zu Boden. Ein grosser Schatten flog über ihn hinweg und landete etwas weiter im Gebüsch. Sofort war sich Bilbo seiner Umgebung wieder bewusst und zu seiner Verteidigung nahm er das Pilzmesser zur Hand. Es war eine erbärmliche Waffe gegen diesen übermächtigen Feind, aber es war immer noch besser als gar nichts. Und ausserdem konzentrierte sich der grösste Teil des Angriffes auf den Menschen. Er war in einen heftigen Kampf mit mindestens fünf Wargen verwickelt, die ihn alle gleichzeitig anzugreifen versuchten. Die Übermacht war gross und Bilbo hatte seine kurz aufgelebte Hoffnung schon fast wieder aufgegeben, bis plötzlich ein metallenes Geräusch erklang, als der Mann sein bis dahin verborgenes Schwert zog. Die Wargen schienen für einen Moment verwirrt und der Mann nutzte das sofort aus. Drei der Bestien gingen gleichzeitig unter seinen kraftvollen Hieben zu Boden, während sich die andern etwas zurückzogen. Doch es blieb ihm nur kurze Zeit zum Ausruhen, denn die Warge hatten sich bereits wieder zu einer Meute gesammelt und umschlichen den Menschen lauernd.
Bilbo hatte sich in der Zwischenzeit zwei der üblen Kreaturen entledigen können und rang mit einer Dritten. Es war ein harter Kampf und der Hobbit bekam die Zähne des Warges einige Male zu spüren, wenn auch nur oberflächlich. Er hob das Messer und wollte es dem Warg in die Brust stossen, aber die Bestie war schneller. Sie wich aus und sank ihre Zähne gleichzeitig tief in Bilbos Unterarm. Bilbo schrie auf und versuchte vergeblich, seinen Arm frei zu bekommen. Das Messer fiel zu Boden und bevor er überhaupt wusste, was er tat, griff er mit der Linken nach der Waffe und stiess mit aller Kraft zu. Ein hässliches Gurgeln ertönte, als Bilbo das Messer aus der Kehle des Warges herauszog, und beide fielen zu Boden.
Der Warg war tot, aber der Arm des Hobbits war noch immer zwischen dem mächtigen Kiefer gefangen. Mit zusammengebissenen Zähnen befreite Bilbo seinen Arm und kämpfte sich unter dem leblosen Körper hervor. Wütendes Geknurre war zu hören und der Hobbit ruckte seinen Kopf herum um zu sehen, wie es um den Kampf insgesamt stand.
Der Mann schwang noch immer seine Klinge gegen die aufgebrachte Meute, aber auch er war vom Kampf gekennzeichnet. Er blutete aus zahlreichen Wunden und seine vorhin beinahe eleganten Schläge hatten zunehmend an Kraft verloren. Und die Warge schienen noch immer von überall her auf die Lichtung zu strömen. Die toten Körper ihrer Gefährten, die sich wie eine Mauer rund um den Mann türmten, schienen sie keineswegs zu stören.
Dann kam der Augenblick, als der Mann einen Fehler beging und seine Deckung für einen Moment niederliess, um einem Angriff von hinten auszuweichen. Das war genug und ein besonders grosser Warg riss den Mann mit einem Sprung zu Boden. Augenblicklich stürzten sich auch die anderen auf den Gefallenen.
Bilbo drehte den Kopf weg. Jetzt hätte er vielleicht noch eine Chance gehabt, wegzulaufen während die Warge noch mit dem Mann beschäftigt waren, aber er war erschöpft vom Kampf und bezweifelte, dass er weit kommen würde.
Ein gequältes Heulen erklang, das schlagartig wieder abbrach. Bilbo schaute auf und sah, dass sich der Mann wieder aufgerichtet hatte und dass er die Warge von Neuem bekämpfte.
Wie kommt es, dass er so lange durchhalten kann?', fragte sich der Hobbit ungläubig.
Die Schläge kamen plötzlich schneller, präziser und mit neuer, zorniger Kraft, so dass sich die Warge nach und nach zurückzogen. Die letzte der zurückgebliebenen Bestien lag erschlagen auf dem Boden und endlich kam die Klinge zur Ruhe. Und damit schien der Bann gebrochen zu sein. Die Warge flüchteten und der Mann lehnte sich sichtlich erschöpft gegen den Stamm eines Baumes.
Stille kehrte wieder in den Wald zurück und Bilbo getraute sich kaum zu atmen. Er war dem Schicksal entronnen und er wusste genau, wem er dafür zu danken hatte. Zögernd näherte er sich dem Mann.
Die Kapuze war während des Kampfes heruntergerutscht und ein kantiges und strenges Gesicht kam zum Vorschein. Zusammen mit den zottigen dunklen Haaren gab das dem Mann ein düsteres, beinahe bedrohliches Aussehen. Scharfe graue Augen verfolgten jeden einzelnen Schritt des Hobbits, während er das Schwert mit einiger Mühe in der Scheide verschwinden liess.
Jetzt von nahem sah Bilbo, dass der andere schlechter weggekommen war als er selbst. Der Umhang an der linken Schulter war zerrissen und Blut floss noch immer frei von der offenen Wunde. Auch das rechte Bein sah schlimm aus. Oberhalb des Knies zierte eine riesige Bisswunde den Oberschenkel und auch der Rest seines Körpers schien er nur so von Kratzern und Bissen übersät zu sein.
Aber da sehe ich wohl auch nicht viel besser aus", dachte Bilbo bei sich und verzog das Gesicht, als sich all die kleinen Blessuren auf einmal bemerkbar machten. Nun da der Kampf vorbei war, hatte er das Gefühl, dass kein Fleck an seinem ganzen Körper heil geblieben war.
Der Mann musterte ihn unterdessen still und genau. Es dauerte eine ganze Weile, bis er endlich sprach.
"Ich würde gerne wissen, was ein Halbling um diese Zeit alleine hier draussen im Wald tut. Das Auenlandvolk traut sich sonst so gut wie nie vor die Türe, aber ausgerechnet heute und hier musste es sein. Sag, Halbling, wie ist dein Name?"
Bilbo hörte trotz der tadelnden Worte keinen Ärger aus der Stimme des Mannes heraus. Es überraschte ihn, wie gebildet und beinahe sanft er sprach. Er hätte nicht gedacht, dass hinter der rauen Erscheinung des Mannes eine solche Stimme stecken würde.
"Bilbo Beutlin ist mein Name und ich war auf der Suche nach Pilzen für das Abendessen."
Ein merkwürdiger Ausdruck flog über das Gesicht des Mannes bei der Erwähnung von Bilbos Namen, verschwand aber sogleich wieder und seine Miene verriet nichts über das was er dachte.
"Pilze?", fragte der Mann ungläubig und zum ersten Mal zeigte sich der Anflug eines Lächelns auf seinen Lippen. Die Veränderung, die es ausmachte, war nicht zu übersehen. Die strenge Miene verschwand und an seiner Stelle trat ein amüsiertes Glitzern in die grauen Augen. Seine ganze Haltung entspannte sich und auch der Rest von Bilbos von Unsicherheit gegenüber diesem Mann hatte sich in Luft aufgelöst.
"Ja, nach Pilzen und genau hier wachsen sie am besten", antwortete der Hobbit bestimmt und musterte sein Gegenüber noch einmal genau. Auf einmal schien es ihm, als wäre er dem Mann schon einmal begegnet, nur konnte er im Moment nicht sagen wann und wo.
"Nun erlaube mir deine Frage an dich zurückzugeben. Wer bist du?"
Der Mann schwieg einen Augenblick, liess Bilbo dabei aber nicht aus den Augen.
"Man nennt mich Streicher."
Bilbo hob eine Augenbraue. Er war nicht zufrieden mit dieser Antwort und er würde nicht so schnell locker lassen.
"Nein, wie ist dein richtiger Name?"
Der Mann, der sich als Streicher vorgestellt hatte, schoss dem Hobbit einen amüsierten Blick zu.
"Dieser Name wird für den Moment reichen müssen, auch wenn er dir nicht passt. Es wird schnell dunkel und es wäre an der Zeit für dich, in deine Höhle zurückzukehren."
Eindringlich fügte Streicher hinzu: "Es ist nicht mehr sicher hier."
Damit stiess er sich von dem Baum ab, an den er sich gelehnt hatte, und lief mit einem sichtbaren Hinken quer über die Lichtung auf den Korb zu, den Bilbo fallen gelassen hatte. Wortlos hob er ihn auf und brachte ihn dem Hobbit zurück.
"Geh jetzt, Bilbo. Hier mag es nicht mehr sicher sein, aber in Hobbingen bist du gut aufgehoben. Dafür werde ich sorgen."
Bilbo klappte der Kiefer herunter.
"Woher weißt du wo ich wohne? Und was meinst du mit nicht mehr sicher'?"
Streicher seufzte und liess seinen Blick über die nahen Büsche und Bäume wandern.
"Die Gefahr ist noch nicht gebannt, bei Dunkelheit werden sie mutiger. Es ist kein Zufall, dass die Warge sich so nahe ans Auenland heranwagen. Einzig und allein die Anzahl dieser Kreaturen hat mich überrascht. Es ist noch schlimmer als ich befürchtet habe."
Streicher hielt kurz inne und sein Blick schweifte nach Osten, die Augenbrauen zornig zusammengekniffen. Der Himmel dort drüben war dunkel, die Wolken hatten sich zusammengeballt, als ob ein Unwetter drohte. Ein eisiger Wind wehte durch den Wald.
Streicher schien sich plötzlich wieder aus seiner düsteren Stimmung herauszuschütteln und er wandte seinen Blick zurück auf Bilbo.
"Ich werde dich noch bis zum Waldrand begleiten."
Bilbo versuchte vergeblich, dem ganzen einen Sinn zu geben während er Streicher in der hereinbrechenden Dämmerung durch den Wald folgte.

*TBC*
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