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Was würdest du tun, wenn...?

GeschichteLiebesgeschichte / P6 / Gen
Legolas
25.04.2004
07.05.2004
3
5.207
 
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25.04.2004 2.261
 
Disclaimer: Alles was euch hier an Herr der Ringe erinnert, gehört nicht mir sondern Mister J.R.R. Tolkien.
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Kapitel 2

Als sie das Schloss erreicht hatten, war es bereits dunkel und die ersten Sterne zeigten sich am tiefschwarzen Himmel.

"Darf ich euch zu euren Gemächern begleiten edle Dame?", fragte Legolas mit einem verschmitzten Lächeln und bot ihr seinen Arm an.

Calaneth vollführte einen Hofknicks.

"Aber natürlich mein Prinz.", erwiderte sie lachend und hakte sich bei ihm unter.

Gemächlich schlenderten die Beiden durch die langen Gänge des Schlosses. Jeder der sie sah, musste sie unweigerlich für ein Liebespaar halten, wie sie so Arm in Arm daher schritten. Das hätte auch Tauron denken können, der gerade am Fenster seines Arbeitszimmers saß und die Sterne am Himmel beobachtete.

Ein Lächeln huschte über seine Lippen, als er die Beiden bemerkte, doch machte sich Sorge in seinen Augen breit. Er wusste um Legolas Gefühle Calaneth gegenüber und auch, dass es nicht von Vorteil war, würde sie diese erwidern. Als König wäre es für ihn und sein Volk das Beste, würde er sich eine Elbin aus einer anderen Königsfamilie nehmen. Eine Verbindung mit der eigenen Beraterin wäre praktisch undenkbar. Aber er vertraute seiner Tochter in dieser Hinsicht völlig. Wusste sie doch selbst am besten, was gut war für das Volk und was nicht. Nie würde sie ihre eigenen Bedürfnisse über die des Volkes stellen.

Legolas und Calaneth hatten derweilen die Schlafgemächer erreicht.

"Kommst du noch mit rein?", fragte die junge Elbin.

Sie hatte die Tür geöffnet und deutete ihm einzutreten. Legolas ließ sich auf dem riesigen Himmelbett nieder und beobachtete Calaneth dabei, wie sie zwei zierliche Kristallgläser mit Wein aus einem fein verzierten Krug füllte. Während sie ihm das Eine reichte setzte sie sich neben ihn.

"Weshalb reist dein Vater eigentlich nicht selbst zur hohen Herrin? Oder schickt einen Boten?", fragte Calaneth, ein Gähnen unterdrückend.

"Das weiß ich selbst nicht Er sagte nur etwas, von wegen geheime Dokumente und ich solle doch schon einmal Besuche solcher Art üben."

Er seufzte.

"Wenn ich ehrlich bin will ich überhaupt nicht König von Eryn Lasgalen werden. Mein Vater war auch wesentlich älter als ich, als er die Thronfolge übernahm."

Schmollend verzog er die Lippen. Calaneth musste lächeln, sah er bei dieser Geste doch aus wie ein kleiner Junge. Beschwichtigend legte sie eine Hand auf seine.

"Glaub mir, mir geht es nicht anders als dir, doch werden wir uns damit abfinden müssen. Und es ist ja auch nicht so, dass wir überhaupt keine freie Zeit mehr haben werden. Denk daran, ein König kann sich mehr erlauben, als ein Prinz.", meinte sie augenzwinkernd.

Legolas seufzte.

"Ich denke du hast wie immer Recht.", meinte er ergeben und stand auf.

"Du wirst ja auch nicht umsonst meine Beraterin.", fügte er grinsend hinzu, während er schon in Richtung Tür ging und sein Glas Calaneth dabei kurzerhand in die Hand drückte.

In der Tür drehte er sich noch einmal um und verbeugte sich vor ihr.

"Ich wünsche euch eine angenehme Nacht. Schlaft gut!", damit macht er auf dem Absatz kehrt und ließ Calaneth allein zurück.

Lächelnd räumte diese die Gläser beiseite und begann sich auszukleiden. Legolas war ihrer Meinung nach noch nicht so weit König zu werden. Er liebte seine Freiheit und ebenso seine Jugend. Genau wie sie Mit einem Seufzen glitt sie unter die Bettdecke und war kurz darauf eingeschlafen.


Calaneth erwachte als sie ein Klopfen an der Tür vernahm.

"Herein", murmelte sie noch etwas schläfrig.

Darauf betrat eine Dienstmagd ihr Zimmer, mit Reisekleidung über dem Arm und einer Schüssel Wasser in den Händen. Sofort sprang Calaneth aus dem Bett.

"Rodwen! Du hättest mir doch nichts bringen müssen!"

Sie dankbar anlächelnd nahm sie der zierlichen Elbin die Wasserschüssel aus den Händen und stellte sie auf eine nahe Kommode.

"Aber Herrin, ihr reist heute ab und ich wollte euch zum Abschied etwas Gutes tun.", meinte die Kleine und sah etwas betreten zu Boden.

"Danke, das ist sehr lieb von dir. Wenn du willst kannst du mir meine Haare machen. Niemand kann das so gut wie du."

Calaneth ließ sich auf dem kleinen Hocker vor ihrer Kommode mit dem großen Spiegel nieder, während Rodwen, mit Kamm, Bürste und einem strahlendem Lächeln bewaffnet, hinter sie trat und begann ihre lange blonde Mähne zu kämmen. Es dauerte nicht lange und Rodwen hatte ihr Stirnhaar in zwei lange, dünne Zöpfe geflochten, die sie nun im Nacken zu Einem zusammenflocht. Den Rest ließ sie frei über Calaneth Rücken wallen.

"Hab vielen Dank, ich hätte dafür wahrscheinlich Stunden gebraucht."

Calaneth entließ Rodwen mit einem warmen Lächeln und ging dann zur Wasserschüssel hinüber um sich zu waschen. Als sie ihre Reisekleidung, bestehend aus einer rotbraunen, wildledernen Reithose, einer weißen Seidenbluse, einer Sandfarbenen Tunika, Armschützern und den weichen, anschmiegsamen Lederstiefeln, angelegt hatte, schulterte sie ihren Reisebeutel und trat aus ihrem Zimmer.

"Na, du kommst ja genau richtig!", wurde sie von Legolas begrüßt.

"Unsere Pferde sind schon bereit. Beeilen wir uns also lieber."

Er packte sie am Arm und zog sie mit sich. In den unterirdischen Ställen wartete bereits ein Stallbursche, der ihre beiden Pferde hielt, welche schon ungeduldig mit den Hufen scharrten. Calaneth begrüßte ihre schwarze Stute Eofren freundlich, während Legolas sich schon auf seinen Schimmel Arod schwang. Seite an Seite ritten sie den breiten Weg aus den Ställen heraus, in Richtung Haupttor. Dort warteten auch schon Thranduil und Tauron, um die Beiden zu verabschieden.

"Vater. Tauron."

Legolas bedachte jeden der Beiden mit einer Verbeugung. Sie nickten ihren Kindern kaum merklich zu und damit drehten sie sich herum und gingen. Alles Wichtige war ein paar Tage zuvor besprochen worden, sie wollten Legolas und Calaneth nicht unnötig aufhalten.

Schweigend ritten die zwei Elben durch den Wald. Jeder hing seinen eigenen Gedanken hinterher und achtete kaum auf den Weg, die Pferde wusste sowieso wo sie lang mussten. Plötzlich blieb Arod stehen.

"Was ist denn jetzt los?", fragte Calaneth verwundert und versucht vergeblich ihre, ebenfalls stehen gebliebene Stute zum gehen zu bewegen.

"Der Grund steht vor uns.", meinte Legolas trocken.

Calaneth folgte seinem Blick- und musste lächeln. 50 Meter entfernt stand ein, bis über beide Ohren grinsender Thalion und ein etwas beschämt wirkender Berion.

"Darf ich fragen was meine beiden Brüder um diese Zeit im Wald zu suchen haben?", rief sie ihren Brüdern zu.

"Nun Schwesterchen,"

Thalion spazierte ihnen entgegen.

"Da ich dich ja offiziell nicht verabschieden durfte, mussten Berion und ich euch wohl oder übel im Wald abfangen."

Er hatte Eofren mittlerweile erreicht und schaute zu der hübschen Elbin hinauf. Gerade wollte diese etwas erwidern, als ihr Bruder sie plötzlich vom Pferd zog. Calaneth konnte nur ein überraschtes Keuchen ausstoßen, bevor sie sich auch schon in der Umarmung Thalions wieder fand.

"Pass auf dich auf kleine Schwester.", flüsterte er.

Calaneth war ehrlich gerührt.

"Thalion, du musst dir doch keine Sorgen machen! Die Reise ist nun wirklich kein Abenteuer und außerdem ist Legolas bei mir.", gab sie zurück.

"Aber genau das ist es ja!", rief ihr Bruder, in gespielter Verzweiflung aus.

Dieser Schuft!

Und sie hatte wirklich geglaubt, er mache sich echte Sorgen um sie! Ihrem Hieb ausweichend sprang der Elb zur Seite.

"Das du mir ja nichts anstellst Legolas! Glaub mir ich kriege alles raus!", rief er dem lachenden Prinzen zu, der auch prompt erwiderte.

"Glaub mir, mein guter Thalion, ich habe schon lange nicht mehr solch anstößige Gedanken wie du mein Freund! Nun kommt, wir müssen weiter. Berion pass besser auf ihn auf, bevor er uns noch wie ein junger Hund hinterher läuft!", rief er dem Ältesten zu.

"Du weißt, dass das fast unmöglich ist, mein Lieber. Doch lasst euch nicht länger aufhalten, der Weg ist noch weit.", antwortete der blonde Elb, umarmte Calaneth noch einmal und half ihr auf ihre Stute.

Noch bevor sein jüngerer Bruder etwas sagen konnte, hatte er ihn auch schon gepackt und mit sich ins Dickicht gezogen. Zwar hörte man noch eine Weile Thalions Gezeter, doch war auch das bald verklungen und die Zurückgebliebenen konnten ihre Reise Richtung Westen endlich wieder fortsetzen.

Die erste Nacht verbrachten sie an einem kleinen Bach im Wald. Auch der zweite Tag verlief ruhig. Am Mittag dann, hatten sie endlich das Gebirge von Eryn Lasgalen erreicht und setzten ihre Reise nun nach Westen, zum Anduin hin, fort. In der Nacht erreichten sie den großen Fluss.

Erschöpft stieg Calaneth von ihrer Stute um sie zum tränken ans Wasser zu führen. Legolas entfachte derweil ein kleines wärmendes Feuer. Nach Sonnenuntergang war es empfindlich kalt geworden, daher packte er gleich die warmen Felldecken aus und legte sie nah an das brennende Holz. Arod war inzwischen den beiden "Frauen" gefolgt und blieb nun hinter Calaneth stehen. Die Elbin hatte sich and das Ufer gekniet und war damit beschäftigt ihre Wasserflasche zu füllen, als sie plötzlich eine Berührung am Rücken spürte und im nächsten Moment mit einem Schrei in das eiskalte Wasser fiel. Prustend kam sie wieder an die Oberfläche und erreichte mit ein paar wenigen Schwimmzügen das Land.

Legolas war, als er den Schrei hörte sofort zum Ufer gerannt und musste sich nun, im Angesicht der Tatsachen sehr das Lachen verkneifen. Klatschnass krabbelte Calaneth die Böschung hinauf und versuchte Arod mit Blicken umzubringen. Als Legolas sich wieder einigermaßen unter Kontrolle hatte, streckte er seiner Freundin hilfsbereit eine Hand entgegen und zog sie in eine stehende Position.

"Meinst du nicht, dass es ein wenig kalt zum Baden ist?"

Das hatte er sich nicht verkneifen können. Dafür erntete er einen bitterbösen Blick Calaneth.

"Hättest du deinen Hengst besser erzogen, wäre das gar nicht erst passiert!", zischte sie.

"Gib mir lieber eine Decke, statt dich über mich lustig zu machen."

Sie zitterte am ganzen Körper. Das bemerkte auch Legolas und so zog er sie mit sich zum Lager.

"Hm Umziehen kannst du dich auch nicht, deine Klamotten sind allesamt nass.", meinte er als Calaneth ihren Rucksack ablegte, der dummerweise das Bad hatte mitmachen müssen.

"Warte, zieh das hier an."

Legolas zog plötzlich seine Tunika aus und streifte das blausilberne Seidenhemd ab, das er immer darunter trug. Lächelnd reichte er es ihr.

"Dort hinter den Büschen kannst du dich umziehen. Deine nassen Kleider müssten bis morgen trocken sein."

Calaneth erwiderte nichts mehr, sondern schnappte sich das Hemd und lief hinter die Büsche. Ihr war entsetzlich kalt. Selbst als sie sich der feuchten Kleidung entledigt hatte, wurde es nicht besser. Schnell streifte sie Legolas Hemd über, das ihr Eru sei dank fast bis zu den Knien reichte.

Immer noch zitternd trat sie hinter dem Dickicht hervor und huschte sofort zu ihrem Lager, auf dem sie sich sogleich in die dicke Felldecke wickelte. Legolas bedachte dies mal wieder mit einem schadenfrohen Grinsen und hielt ihr ein Stück Lembas hin. Schweigend aßen sie. Nach dem Essen, ließ sich Legolas neben Calaneth nieder, die bereits auf ihrer Lager lag und  vergeblich versuchte einzuschlafen.

"Frierst du immer noch?", fragte Legolas.

"Ja.", kam die kleinlaute Antwort.

Calaneth erschauderte als die Decke an ihrem Rücken plötzlich hochgehoben wurde und noch viel mehr als sie Legolas Arm an ihrer Taille spürte. Vorsichtig zog er sie an seine Brust und seine Decke über die ihre.

"Besser so?", fragte er. Calaneth nickte nur und kuschelte sich noch enger an ihn.

Es dauerte nicht lange und sie beide fielen in tiefen Schlaf.

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A/N: Soooooooo ich hoffe ihr schreibt mir weiter Feedback wenn euch die Story auch weiterhin gefällt.^__^ Würde mich sehr freuen!
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