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Was würdest du tun, wenn...?

GeschichteLiebesgeschichte / P6 / Gen
Legolas
25.04.2004
07.05.2004
3
5.207
 
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25.04.2004 1.450
 
Disclaimer: Alles was euch hier an Herr der Ringe erinnert, gehört nicht mir, sondern Mister J.R.R. Tolkien.

Viel Spaß bei meiner FF!!!

"Was würdest du tun, wenn...?"
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"Was würdest du tun, wenn...Hörst du mir überhaupt zu?"

Der große, schlanke Elb ließ seine Feder sinken und sah seine schöne Tochter strafend an, die alles andere als interessiert vor ihm saß und ihren Blick über den weiten, blauen Himmel vor dem Fenster schweifen ließ.

"Nein.", kam auch prompt die Antwort.

Tauron fuhr sich resignierend durch die langen, schwarzen Haare.

"Calaneth, wieso bist du nur so stur?", fragte er seufzend und brachte seine Tochter damit dazu ihn anzusehen.

"Vater, ich sitze seit mehr als drei Stunden schon hier und höre mir deine Lehren an. Das ist anstrengend und ich möchte raus an die frische Luft und nicht den lieben langen Tag hier in deinem staubigen Arbeitszimmer verbringen."

Die blonde Elbin verschränkte die Arme vor der Brust und schaute wieder demonstrativ aus dem weit offen stehenden Fenster.

"Nun gut, ich sehe selbst es hat keinen Sinn sich mit dir darüber zu Streiten was gut für dich ist und was nicht. Du kannst gehen, doch denk daran dass wir morgen weiter machen werden."

Endlich! Mit einer fließenden Bewegung stand Calaneth auf und legte ihre Feder zur Seite. Statt durch die Tür zu gehen, raffte sie kurzerhand ihr dunkelblaues Kleid und sprang aus dem Fenster, das nur knapp einen Meter über dem Boden lag. Kopfschüttelnd sah ihr der Vater hinterher, doch dass störte die junge Elbin keineswegs. Zwar hatte sie sich mittlerweile damit abgefunden Beraterin des Königs zu werden, doch war sie mit der vielen Lernerei überhaupt nicht zufrieden. Und überhaupt wollte sie jetzt erst einmal Spaß haben. Sie hatte sich mit ihren Brüdern zum Bogenschießen verabredet und sie wusste dass die beiden nur ungern warteten. Leichtfüßig lief sie durch das kniehohe, saftiggrüne Gras und genoss den kühlen Schatten den die alten Bäume um sie herum spendeten.

Bald hatte sie eine große Lichtung erreicht auf der, anders als zwischen den Bäumen, das Gras fein säuberlich geschnitten war und an deren hinterer Seite fünf runde, bemalte Holzplatten standen. In der Mitte des Übungsplatzes standen bereits Elben die sich miteinander unterhielten. Calaneth ging direkt auf die kleine Gruppe zu, die ihre Unterhaltung unterbrachen und sie freudig begrüßten.

"Schwesterchen!"

Thalion schloss seine Schwester in die Arme und haucht ihr einen Kuss auf die Wange. Er sah seinem Vater unglaublich ähnlich wie Calaneth immer wieder feststellte. Er hatte dieselben langen schwarzen Haare wie er, doch statt der gutmütigen Weisheit des Vaters las man in seinem Gesicht pure Lebensfreude und Abenteuerlust. Ganz anders dagegen war Berion. Er war der Älteste der drei und hatte blondes Haar wie sie und ihre Mutter Sílwen. Er war der Ruhigste von ihnen und die Wahl für den neuen Berater des Königs war auf ihn und Calaneth gefallen. Allerdings war Berion von diesem Schicksal befreit worden, da Tauron sich kurzerhand entschlossen hatte diese Aufgabe seiner Tochter allein zu überlassen, mit der Begründung, Berion sei ein zu guter Kämpfer. Immerhin kannte sie den zukünftigen König und das bereits ihr Leben lang.

"Du lässt ziemlich lange auf dich warten.", meinte Legolas grinsend.

"Tja, wenn ich dir einmal gute Dienste erweisen soll, dann muss ich eben dafür lernen.", gab Calaneth lächelnd zurück.

Thranduil hatte beschlossen den Thron an seinen Sohn weiter zu geben da er bald zu den unsterblichen Landen segeln wollte. Tauron, als des Königs bester Freund und engster Berater sah sich verpflichtet seinem König zu folgen, wie viele der alten Elben auch. Daher war es Calaneth´ Schicksal die Beraterin des neuen Königs zu werden. Ihr Vater hatte schon früh die wichtigen Eigenschaften eines Beraters an ihr festgestellt. In den brenzligsten Situationen bewarte sie stets einen kühlen Kopf und wusste bei Streitereien immer für alle die beste Lösung. Sie wusste genau was wichtig für das Volk war und auch dass man manche Dinge opfern musste um ans Ziel zu kommen. Dabei war sie aber keineswegs kaltblütig, sondern versuchte immer das Beste aus einer Sache zu machen.

Legolas und sie kannten sich schon von Kindesbeinen an und waren die besten Freunde. Selten sah man einen der Beiden alleine. Meist in Begleitung von Thalion und Berion die, so verschieden sie auch waren, ebenfalls unzertrennlich blieben.

"Da unsere Schwester ja nun endlich anwesend ist, können wir ja auch anfangen.", meinte Thalion auch schon.

Er schulterte seinen Bogen und nahm vor der mittleren, etwa 200 Schritt entfernten Zielscheibe Aufstellung. Eine Eigenart die Calaneth sehr an ihrem, für einen Elben sehr quirligen Bruder bewunderte war, dass er im Kampf immer höchst konzentriert und ruhig handelte und somit mit einer Präzision vorging die kaum ein Elb überbieten konnte. So war es auch nicht verwunderlich, dass er mitten ins Schwarze traf. Berion und Legolas waren ebenso erfolgreich. Nun war Calaneth an der Reihe. Langsam spannte sie ihren Bogen, ebenso wie ihren Körper. Das Ziel anvisierend atmete sie noch einmal tief durch und ließ den Pfeil von der Sehne schnellen. Auch sie traf ihr Ziel ohne Probleme.

"Hah! Seht ihr, ich kann es immer noch genauso gut wie ihr!", rief sie den drei Elben triumphierend zu.

"Von wegen eingerostet beim lernen, Thalion.", fügte sie hinzu und streckte ihrem Bruder die Zunge heraus.

Ihr entging dabei, dass Legolas sie die ganze Zeit beobachtete. Keine ihrer Bewegungen ließ er sich entgehen. Er wusste mittlerweile, dass er mehr für die hübsche Elbin empfand, als nur Freundschaft, doch wusste er ebenso gut, dass Calaneth seine Gefühle nicht teilen würde, würde er sie ihr offenbaren. Doch im Moment wollte er darüber nicht mehr nachdenken, sondern vielmehr seinen freien Tag genießen. Denn auch er als Thronfolger musste täglich lernen, um sich auf seine Aufgabe vorzubereiten und ihm missfiel dass ebenso wie Calaneth. Wenigstens sah er sie dadurch öfter, denn nicht selten mussten die Beiden zusammen lernen.

Das Bogenschießen dauerte noch den gesamten Nachmittag und als es zu dunkeln begann, waren alle total erschöpft.

"Denkst du noch daran, dass wir morgen nach Lorien aufbrechen müssen?", richtete sich Legolas an Calaneth, die neben ihm im Gras lag.

"Ja, ich habe es nicht vergessen. Gepackt habe ich auch schon. Am besten wir reisen noch vor Sonnenaufgang ab, oder?"

Ein Gähnen war die Antwort.

"Besser wir gehen jetzt schlafen, sonst hältst du den Ritt morgen nicht durch.", meinte sie lächelnd und knuffte ihren Freund in die Seite.

Schweren Herzens rappelten sie sich auf und sammelten ihre Bögen ein.

"Thalion, wach auf, wir gehen!"

Berion rüttelte seinen jüngeren Bruder energisch an der Schulter, doch dieser machte keinerlei Anstallten die Augen zu öffnen.

"Ich glaube wir können schon mal vorgehen.", sagte Legolas lachend, nahm Calaneth an der Hand und ließ Thalion mit dem, mittlerweile leicht verzweifelten, Berion zurück.


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A/N: Sooooooo! Das ist das erste Kapitel meiner neuen Fanfic! Ich hoffe es gefällt euch. Und falls jetzt einer sagen sollte, dass Elben mit offenen Augen schlafen, dann soll er mir erst mal sagen wo das steht und außerdem finde ich die Vorstellung mit offenen Augen zu schlafen alles andere als angenehm!^__^  Im Übrigen hat diese Geschichte eigentlich nicht wirklich etwas mit Herr der Ringe zu tun. Den Ringkrieg, die Gefährten und all das hat es nie gegeben, von daher ist Legolas auch kein allseits bekannter Held etc. Na ja hier noch mal die Bedeutung der Namen:

Tauron: der Ehrwürdige
Berion: der Beschützer
Thalion: der Tapfere
Calaneth: die Morgendämmerung/ das Tageslicht
Sílwen: die Strahlende
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