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Die Birnen-Mafia

GeschichteParodie / P12 / Gen
22.04.2004
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Die Birnen-Mafia

Eine Parodie auf "Herr Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" von Theodor Fontane

In irgendeiner entlegenen Gegend Deutschlands hauste einmal ein alter Knacker namens Ribbeck. Er war der Chef der Birnen-Mafia und hatte in seinem Unkrautloch  ein einziges kümmerliches Exemplar von einem Birnbaum stehen, dem man ansah, dass er bei einem Unfall im Genlabor entstanden war. Das Labor hatte ihn Herrn Ribbeck als Dank für die gute Zusammenarbeit der Birnen-Mafia mit dem Labor geschenkt.
Aber mit dem neuen Super-Dünger, den der Alte illegal aus China importiert hatte, schaffte er es doch, dass das kümmerliche Gewächs jeden Herbst tonnenweise Birnen trug. Da er die jedoch nicht alle auf dem Schwarzmarkt verscherbeln konnte, packte er einfach jeden Tag seine Schubkarre damit voll, und sobald ihm ein Junge in die Quere kam, rief er: "He Kleiner, willst du vielleicht eine von meinen megageilen Powerbirnen, damit bekommst du super Muckis, und dein schlapper Freund steht auch wieder!", und wenn er irgendwo eine scharfe Tussi aufgegabelt hatte, sagte er: "He Süße, komm doch mal her, ich habe da ein paar geniale Superbirnen, mit denen bekommst du die tollsten Titten, alle Jungs werden voll auf dich abfahren!"  
Irgendwann bemerkte der Alte jedoch, dass er langsam nicht mehr ganz so gesund, also gewissermaßen kurz vorm Abkratzen war, und verfasste sein Testament:
                           Mein letzter Wille
Macht mit meinen Schulden, was ihr wollt, am besten macht ihr damit einfach dem Staat eine Freude, aber legt mir bitte unbedingt ein besonders großes und saftiges Exemplar meiner Superbirnen ins Grab, sonst meld ich euch persönlich beim Luzifer an!
Als er dann nach drei Tagen endlich wirklich ins Gras biss, schleppten ihn die Kollegen von der Birnen-Mafia aus seiner Bruchbude und verscharrten ihn in einem Erdloch, damit er dort ungestört seiner Verwesung nachgehen konnte. Während dieser Würmerfütterung sangen sie so schrecklich, dass Ribbeck froh sein konnte, schon tot zu sein und sich das Gegröhle seiner von der Freudenfeier noch stockbesoffenen Kollegen nicht anhören zu müssen. Nur die Jungs und Mädels heulten, weil sie um die Existenz ihrer Muckis bzw. Titten besorgt waren.
Der Sohn des Alten, der nun der neue Chef der Birnen-Mafia ist und den der Tod seines Vorgängers natürlich am meisten erfreut hat, passt ganz genau auf, dass ja keine Birne sein Unkrautloch verlässt, und befördert alle, die versuchen, eine mitgehen zu lassen, auf dem schnellsten Weg ins Jenseits, als würde sein Leben von jeder einzigen dieser Birnen abhängen.
Doch der Alte kannte die paranoiden Wahnvorstellungen seines Sohnes, er wollte die Birne ja nicht in seiner Gruft haben, um sie dann im Jenseits seiner Omi zu schenken, das hatte schon einen tieferen Sinn.  
Es wuchs nun nämlich mit der Zeit über seinem Erdloch ein reichlich mutiertes Exemplar von einem Birnbaum, das auch ohne chinesischen Superdünger Unmengen an Birnen lieferte. Und wenn mal zufällig ein Junge an seinem Erdloch vorbeikommt, flüstert der Geist des Alten aus dem Birnbaum: "Hey Kleiner, willst du eine von meinen megageilen Powerbirnen!", und wenn sich mal eine scharfe Braut zum Baum begibt, flüstert er: "Hey Süße, willst du eine von meinen genialen Superbirnen!"
So sorgt der Alte auch heute noch für die Attraktivität beim anderen Geschlecht, und zwar auch bei den Jugendlichen, die sich die teuren Schwarzmarkt-Birnen nicht leisten können.
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