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Agamen von Perparaquell

GeschichteDrama / P6 / Gen
18.04.2004
18.04.2004
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Die Orkenschlacht. Das Heerlager des Reichsbehüters.

Brin von Gareth. Jariel Praiotin. Kunibald von Ehrenstein.


Brin:               Ein weit'res Mal sehn wir uns hier!

                         Nun dankt den Göttern, daß wir heut

                         In dieser Rund' vollzählig sind

                         Und keiner in das Dunkel ging

                         Was Boron uns bereit wohl hielt.

Jariel:             Das Licht des Praios hat gesiegt

                         Und Tod und Dunkel, obgleich stark

                         Hat Seine Hand vertrieben.

Kunibald:                                                             Wohl!

Doch ist der Sieg noch weit entfernt,

Denn wenn der Ork daheim noch weilt,

In meinem schönen Tobrien,

Hat er sich sicher festgesetzt.

Und wird so bald nicht mehr verjagt.

Jariel:             Ihr hättet auf mich hören soll'n

                         Und nicht auf Schlachtenglück vertraun,

                         Das, wie ein jedes Kind schon weiß,

                         Wie Ebb' und Flut mal steht, mal fällt.

                         Allein der Glaube kann bestehn',

                         Wenn tausend schwarze Pelze ziehn

                         Und mordend Stadt und Land zerstörn.

                         So ist des Schicksals Lauf bestimmt:

                         Schön Tobrien verloren ist.

Kunibald:        Noch nicht!

Jariel:                                   Was? Wie? Was sagt Ihr da?

Kunibald:        Mein bester Mann steht noch daheim.

                         Zu schützen, was verloren schien,

                         Blieb er zurück mit fünfzig Mann

                         Um aufzuhalten, was da stürmt

                         Wohl aus der Schwarzen Sichel her.

Brin:               Ist's wahr? Und ihr verschwiegt es mir?

                         Wer ist der Mann?

Kunibald:                                             So hört, mein Herr:

Sein Name lautet Agamen,

Vom Hause von Perparaquell.

Diener der Leuin nennt er sich,

Und wahr ist es, er schmückt sich nicht

Mit falscher Mähne Haare wohl.

Für Rondra und fürs Reich er kämpft

Bei Münzenberg; und wenn er steht,

Wie er es mir geschildert hat,

Hat er die Orken bald besiegt

Und sie verjagt aus meinem Land.

Brin:               Ich glaub es kaum!

Kunibald:                                             Doch es ist wahr!

Auftritt Beilunker Reiter.

Brin:               Zu gerne wüßt' ich mehr von ihm

                         Von Eurem tapf'ren Agamen

Kunibald:        Vielleicht läßt sich der Wunsch erfüll'n:

Zum Reiter.

Sag, Bote, bringst Du Kunde mir?

Reiter:            Ihr seid der Herzog Ehrenstein?

Kunibald:        Ich bin's.

Reiter:                                  So hört, was ich Euch sag:

Aus Münzenberg die Kunde kommt,

Wo Agamen die Stellung hielt.

Berichten darf ich: er bestand

Und wich den Orken nicht hinweg.

Vielmehr: er siegte sieben Mal

Und trieb die schwarzen Pelze flugs

Zurück in ihre Berge.

Kunibald:                                                 Ha!

Und Münzenberg?

Reiter:                                                  Verschont es blieb

Von dieser finst'ren Horde Zug.

Kunibald:        Mein tapf'rer Agamen.

Zu Brin.

Ihr hört,

Was von Perparaquell gelang.

Nun sagt: ist dies nicht wahrer Mut,

Alleine mit nur fünfzig Mann

Zu jagen dieses Orkgezücht,

Das lange schon das Land uns nahm?

Brin:               Wohl wahr! Ich will ihm dankbar sein,

                         Und schenken, was er voller Mut

                         Und Tapferkeit beschützte.

Jariel:                                                                  Wie?!

Brin:               In Münzenberg stand er zur Wehr,

                         Und Münzenberg will ich verleih'n

                         In seine starken Hände.

Jariel:                                                         Halt!

Ein schwerer Fehler liegt hier vor,

Denn, wie Ihr wißt, Magnifizienz,

Ist Agamen schon lang geweiht

Im Namen Rondras.

Brin:                                                     Und? Was soll's?

Jariel:             Verboten ist, nach Recht des Reichs,

                         Daß jene, die den Göttern sind,

                         Ein weltlich Lehen führen.

Brin:                                                                    Oh.

Nun denn, da habt Ihr sicher recht,

Dennoch, Lichtbote, denkt daran:

Auch andre trugen Titel schon

Und warn wohl doch Geweihte auch.

Nur herrschen selbst, das ist der Punkt,

Versagt das Reichsrecht ihnen wohl.

Drum bleibt es so, wie ich es sagt':

Gebt Agamen, was ihm gebührt.

Er sei Baron von Münzenberg.

Alleine, herrschen soll er nicht,

Es sei ihm Pflicht, allein dies Amt

Zu geben in Verwaltung wohl

In nicht geweihte Hände.

Kunibald:                                                             Gut!

Zum Reiter.

Horch, Bote, lauf nach Münzenberg!

Verkünde dort Herrn Agamen,

Er sei erwählt als ein Baron

Und solle bald erscheinen hier,

vorm Reichsbehüter.

Reiter:                                                     Bin schon fort.

Reiter ab.

Brin:               So nimmt das Schicksal seinen Lauf:

                         Nichts hält die Macht des Guten auf!

Vorhang.



Münzenberg. Das Heerlager Agamen von Perparaquells.



Agamen von Perparaquell.


Agamen:         Es ist vollbracht! Die Schwarzen ziehn,

                         Und abermals siegt Rondra hier.

                         Was will ich mehr? Warum, mein Herz,

                         Kannst du nicht endlich Freude spürn?

                         Ach, Herrin! Warum muß der Sieg

                         Aus Sorge mir verdorben sein;

                         Aus Sorge um die Streiter, die

                         Noch immer zu der Hatz aus sind,

                         Zu sichern Berg und Feld und Wald

                         Vor Orkenhände Übergriff.

                         Ach! Könnt' ich doch bei ihnen sein,

                         Die sie so tapfer in der Schlacht

                         Schwarzpelze niederstreckten und

                         Auf ihre Weise Rondras Arm

                         Und Schwert und Schild verkörperten.

                         Ob sie wohl schon zuhause sind?

Auftritt Cleo Ptolemansuni, gefolgt von einigen

Rittern der Rondra.


Cleo:                Sie sind es, Agamen, mein Herr!

Agamen:         Cleo! Welch Freude, Dich zu sehn!

Cleo:                Ich komme eben von der Front,

                         Zu melden Dir den großen Sieg

                         Den wir für uns errungen!

Agamen:                                                              Ja!

Ich wußte es, die Herrin stand

Auf unsrer Seit' des Krieges wohl,

Und ihre Hand alleine tat,

Daß wir den Sieg für uns erlangt.

Cleo:                Und noch viel mehr erwartet Dich,

                         Denn eben traf ich einen Mann,

                         Der eine Botschaft für Dich hat.

Agamen:         Wie? Eine Botschaft? Was? Von wem?

Cleo:                Das soll er selbst Dir sagen.

Hinter die Bühne

  Komm!

Auftritt Beilunker Reiter.

Reiter:            Seid Ihr Herr von Perparaquell?

Agamen:         So ist's.

Reiter:                                  Dann höret diesen Spruch

Von göttlichster Magnifizienz,

Denn Brin von Gareth schickt ihn Euch!

Agamen:         Der Reichsbehüter? Sprich, was ist?

Reiter:            Für Eure Tat in Münzenberg

                         Sollt Ihr in edelster Manier

                         Mit Würde ausgestattet sein

                         Und werdet deshalb bald ernannt

                         Zum Herr des Landes, das Ihr schützt:

                         Heil Euch, Baron von Münzenberg!

Agamen:         Von Münzenberg? Ich glaub es kaum!

Reiter:            Doch dies waren die Worte wohl,

                         Die ich gehört aus hohem Mund.

Cleo:                Dann hast Du ja endlich ein Land,

                         Was Heimatland für Dich sein kann,

                         Und auch der Orden unter Dir

                         Wird jubeln über diesen Ort.

Agamen:         Bei Rondra! Was soll ich nun tun?

Reiter:            Begebt Euch schon sobald Ihr könnt

                         Zum Reichsbehüter, denn der spricht:

                         Ihr sollt ihm gegenüberstehn

                         Und so empfangen Euern Rang.

Agamen:         Sogleich enteile ich von hier

                         Und reite rasch nach Gareth fort,

                         Zu hören, wo denn im Moment

                         Der Reichsbehüter Lager schlägt.

                         Cleo: solange ich nicht hier,

                         Verwalte Du den Orden gut

                         Und sag den andren, wo ich bin,

                         Falls eilig ich zurückkehrn muß.

                         Und Bote, Ihr könnt wieder fort

                         Und melden, daß ich bald erschein'

                         Dem Reichsbehüter dort im Feld.

Reiter:            Ich eile, spute!

Reiter ab.

Cleo:                                           Fort ist er.

Glückwunsch, mein lieber Agamen.

                         Du hast das Amt Dir wohlverdient.

Agamen:         Zuviel der Ehre, denke ich,

                         Doch denken taten andre schon,

                         Und wenn nun diese sicher sind,

                         Daß meine Taten lohnbar warn,

                         So will ich nicht dagegen sein.

                         Leb wohl, Cleo!

Cleo:                                            Bis bald, mein Freund!

Agamen ab.

Ein seltsam Ding ist's mit dem Ruhm:

Der eine sucht ihn lebenslang

Und bleibt doch immer ungerühmt,

Der andre hat ihn nie verlangt

Und wird aufs höchste so bedacht

Wie hier mein werter Agamen ---

Höre ich Schritte auf dem Gang?

Auftritt Jaakon von Turjeleff und Wulfram von Cadenburg.

Jaakon:           Rondra zum Gruße, Marschallin!

Wulfram:       Rondra zum Gruße!

Cleo:                                                       Gruß auch Euch,

Jaakon! Wulfram! Was tut ihr hier?

Sind denn die Truppen schon zurück?

Wulfram:       Noch nicht, doch weiß ich zu erzähl'n,

                         Daß sie bei guter Laune sind.

                         Jetzt, wo der Ork vertrieben ist,

                         Sind sie voll Freud und Hochgefühl

                         Und denken nur ans Jubeln.

Jaakon:                                                                  Seht,

                         Sie haben wohl die Ruh' verdient,

                         Denn mit dem Krieg wohl hinter uns

                         Ist Rondra nun zu loben, denn:

                         Der Sieg war sicher unser nur

                         Weil sie auf unsrer Seite stand!

Cleo:                Wohl wahr. Die Leuin war uns hold,

                         Und mehr noch: Wißt Ihr schon davon?

Wulfram:       Wovon?

Jaakon:                          Von was? Was kann es sein,

                         Das größer ist als dieser Sieg?

Cleo:                Der Orden hat bald ein Zuhaus,

                         Denn Agamen, Ihr glaubt es kaum,

                         Ist zum Baron erhoben nun

                         Und Münzenberg wird Ordensland!

Jaakon:           Dann hat die Wanderung ein End'!

                         Ein Hort, ein Heim, allein für uns!

Wulfram:       Hoch, Rondra, hoch! Spendet Applaus,

                         Die Leuin gab uns ein Zuhaus!

Alle jubeln. Vorhang.


Alverans Hallen.



Kor. Zum Auditorium.



Kor:                 Nun, Sterbliche, erscheint es Euch, als habe ich Euch belogen? Sieht es nicht so aus, als ob das Dunkel nimmermehr dräut? Die Guten haben obsiegt, die Orken wurden geschlagen. Wo ist die Finsternis, von der ich sprach? Könnt Ihr sie nicht sehen? Oh, ihr seid blind und taub, und was noch schlimmer ist, ihr seid es aus eigenem Antrieb! Hier seht Ihr einen guten und gerechten Mann, und ihr könnt sein Schicksal nicht erkennen. Aber wie auch? Noch scheint ja alles im Sinn der Götter zu verlaufen. Die Guten werden belohnt, die Bösen bestraft. Doch nicht mehr lange!

                         Der Orden der Schwerter, welcher nunmehr eine Heimat hat, wird schon bald geprüft. Denn gering ist er an Zahl, und nur wenig kann er ausrichten, und deshalb schließt er bald schon einen Bund mit Gleichgesinnten: Aus Macbeth der Schwarze Orden zu Ehren Rondras, welcher Macht verspricht. Aus Ravensgard der Orden der Ewigen Flamme des Krieges, welcher Erleuchtung verspricht. Man schließt einen Bund für die Ewigkeit.

                         Eine Ewigkeit, die drei Jahre lang dauern soll.



Münzenberg. Der Ordenskonvent.



Agamen von Perparaquell. Cleo Ptolemansuni.

Wulfram von Cadenburg. Mithrandir Leah. Jaakon

von Turjeleff. Verschiedene Ordensritter.


Agamen:         Wohlan, ihr Freunde, dieser Bund

                         Ist sicher wohlgediehen uns,

                         Und heut, da stärker wir denn je,

                         Da feiern wir vergangne Zeit,

                         In welcher wir uns fanden einst,

                         Zum Bund der Hochdreieinigkeit.

                         Drum hebt die Kelche, Freunde mein:

                         Preiset die Leuin, Rondra hoch!

Cleo:                Ein Heil der Herrin!

Wulfram:                                               Preiset sie!

Mithr.:            Gedenket, was sie schenkte uns:

                         Den Bund der Drei, nur ihr zu Ehr!

Jaakon:           Ja, wahrlich, groß ist heut der Tag!

                         Nun, Brüder, Schwestern, stimmet ein:

                         Heil Rondra!

Alle:                                          Heil! Zu ihrer Ehr!

Agamen:         Ich wünschte zwar, es wären hier

                         Die Freunde aus dem Dreierbund

                         Doch weder Mordor don la Cast

                         Noch Rondradan aus Ravensgard

                         Kann heut in unsrer Mitte sein.

                         Gar schwere Pflichten sind es wohl

                         Die sie zuhause binden.

Cleo:                                                            Still!

                         Habt eben ihr nicht auch gehört?

                         Da waren Schritte auf dem Gang!

Agamen:         Was, Schritte? Wie, wer wird denn heut

                         Uns hier die Ehr erweisen wohl

                         Und kommt, ohne zu melden sich?

Auftritt Rondradan Ravion.

                         Es ist Rondradan Ravion!

                         Mein Freund, was ist geschehen?

Rondr.:                                                                      Hört!

                         Verrat! Verrat! Gar schlimme Kund'

                         Bringe ich mit von Ravensgard,

                         Wo Mordor don la Cast, der Hund,

                         Mir meine Burg entrissen hat.

                         Er wollte Krieg für Geld und Land

                         Und ich sollte ihm helfen dort,

                         Zu schlagen seinen eignen Feind.

                         Jedoch, ich widersprach ihm gleich,

                         Denn dieser Gegner ist kein Feind

                         Des Ordensbunds der großen Drei,

                         Und so verweigerte ich ihm

                         Den Kriegszug gegen diesen Mann.

                         Allein, zufrieden war er's nicht,

                         Und um zu brechen meinen Will'

                         Griff er mein liebes Ravensgard

                         Mit seinen Männern an!

Cleo:                                                             Oh weh!

Rondr:             Fürwahr, wir wehrten uns sogleich,

                         Und nie genommen hätte er

                         Die Feste wohl aus unsrer Hand.

                         Doch drohte er zu töten gleich

                         Die Bauern dort in meinem Land,

                         Wenn ich ihm nicht zu Willen sei.

                         Doch eh' ich dem Tyrannen folgt'

                         Stahl ich mich lieber doch davon,

                         Zusammen mit einhundert Mann

                         Vom Orden der Ewigen Flamm.

                         Nun sind wir hier in Münzenberg:

                         Sag, Agamen, was wirst Du tun?

Agamen:         Bestürzt bin ich, und traurig auch,

                         Denn tot ist nun der Ordensbund,

                         Verraten von einem der Drei,

                         Die ewiglich die Treue schworn.

                         Gesühnt muß werden diese Tat!

Jaakon:           Jawohl! Gesühnt! Wir ziehn gleich los

                         Und treiben diesen feigen Hund

                         Hinaus aus Ravensgard, hinfort

                         Auf daß sein Handeln nimmermehr

                         Die Ehre Rondras hier verschmäh!

Wulfram:       Ich stimme zu! Freund Rondradan,

                         Wenn Du nur unsre Hilfe brauchst,

                         Stehn wir an Deiner Seite gleich.

Agamen:         Gemach, ihr Freunde, haltet ein!

                         Denn ehe wir das Schwert nun ziehn

                         Muß neuer Bund geschworen sein.

                         Der alte ist ja nun dahin,

                         Drum Rondradan: Was wirst Du tun?

Rondr.:            Wenn ihr an meiner Seite steht

                         Und Ravensgard für mich gewinnt,

                         Dann will ich Euer Partner sein

                         Und Euer Orden sei mein Heim.

                         Der Orden der Ewigen Flamm'

                         Sei Teil von Euch und Eurem Bund.

                         Wir treten all' geschlossen bei

                         Dem Schwerterorden zu Gareth.

Cleo:                Das ist ein Wort, Freund Rondradan!

                         Sei uns willkommen hier im Bund

                         Und nimm den Platz am Tische ein

                         Der Dir gebührt.

Rondr.:                                           Ich danke Euch.

                         Nun laßt uns reden, was wir tun

                         Zum spätren Sturm auf Ravensgard.

Agamen:         Ein gutes Wort! Kommt all zusamm,

                         Und sagt, was Mordor nun erhält:

                         Wir geben ihm gar blutig Lohn

                         Für was er tat zu Rondras Hohn!

Vorhang.



Maraskan. Eine Höhle.



Nebel. Auftritt Shaitan.


Shaitan:          Noch schläft mein Meister tief und fest,

                         Doch bald schon, da erwacht er hier.

                         Und finster wird es auf der Welt,

                         Wenn seine Hand das Land verdirbt.

                         Schon lang steht alles hier bereit,

                         Um ihn, den Herrscher, zu empfang'n

                         Zu lange schon war er nun fort

                         Und fast vergessen scheint er wohl.

                         Jedoch, die Finsternis stirbt nie,

                         Solang das Licht nicht alles sieht.

                         Und hier, in dieser schwarzen Höhl',

                         Wo Steine wachsen überall,

                         Da sind die Götter alle blind

                         Und sehen nicht, was hier geschieht.

                         Und so erwarte ich den Tag,

                         An dem mein Herr zurückkehrn wird.

                         Man sagt, die Zeit sei bald gekomm'n.

                         Das Warten hätte dann ein End.

Donner und Blitz.

                         Hört her! Seht her! Was kann das sein?

                         Ist's etwa wirklich schon so weit?

                         Nicht einmal ich hätte gedacht,

                         Daß dieser Tag jetzt schon gekomm'n.

Mehr Nebel. Donner und Blitz. Auftritt Borbarad.

Borbarad:       Shaitan, mein Diener, komm zu mir!

Shaitan:          Mein Herr! Ihr seid's! Ihr seid erwacht!

Borbarad:       Die Stunde hat geschlagen nun,

                         In der das Dunkel wiederkehrt.

                         Die Zeit ist reif für einen Krieg,

                         In dem die Welt wieder zurück

                         In meine eignen Hände fällt.

                         Ich bin bereit. Wie steht es nun

                         Mit all den Vorbereitungen?

                         Sind meine Männer schon zur Stell?

Shaitan:          Noch nicht, denn unerwartet kamt

                         Ihr doch zurück aus Eurem Schlaf.

                         Doch keine Sorg', ich eile gleich

                         Und sammle, was ihr noch bedürft!

Borbarad:       Hinfort mit Dir und eile Dich,

                         Denn rasch muß treffen nun der Streich

                         Ein auf mich nicht bereites Land

                         Ehe der Widerstand formiert.

Shaitan ab.

                         Nun endlich bin auch ich bereit

Die Welt liegt vor mir, müd und matt.

Vergangen ist die Götterzeit:

                         Jetzt kommt die Zeit des Borbarad!

Vorhang.
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