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Grandia II - Day of Darkness or Day of Love?

von Reis
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
17.04.2004
17.04.2004
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The day of darkness or the day of love?

Elena sah zum Himmel.
Sie konnte nicht glauben, was passiert war! Valmars Mond... Der dunkle, blutrote Mond hatte sich vor die weiße Mondscheibe geschoben.
"Das kann nicht sein... es darf einfach nicht sein...", murmelte sie immer wieder.
Ryudo trat neben sie und sah ebenfalls hinauf.
"Valmars Wiedergeburt hat also begonnen...", sprach er ernst und richtete seine braunen Augen auf Elena.
"Ja... die Zerstörung der Welt..."
Das Mädchen senkte seinen Kopf und sah gen Boden, auf die klare Wasseroberfläche des Sees. Doch auch hier spiegelte sich der verheißungsvolle rote Vollmond des Bösen.
"Ryudo... glaubst du, dass wir es schaffen werden, Valmar zu besiegen? Du weißt, was mit Millenia und Mareg geschehen ist... Ich will dich nicht auch noch verlieren...", erklärte sie verzweifelt.
Die letzte Nacht im Cyrum-Gasthaus hatte ihr stark zugesetzt. Sie hatte alles geträumt, was auf Valmars Mond geschehen war... Millenias Tod, als sie von den Fängen Valmars verschlungen wurde und die Freunde mit letzter Kraft gerettet und von den Tiefen des Mondes auf die Oberfläche teleportiert hatte. Schließlich Mareg, der sein Leben ließ, um ihnen, Ryudo, Elena und Tio, den Weg zurück auf die Erde zu ermöglichen und selbst einer Horde von Dämonen zum Opfer gefallen war...
"Wir müssen es schaffen! Ich will Rache für Millenia und Mareg! Rache für meinen Bruder... Wenn wir es nicht schaffen, sind alle umsonst gestorben!"
Elena schrak zurück. Sie hatte ihn seit langem nicht mehr so zornig erlebt.
"Ryudo! Du musst dich beruhigen! Die Hörner..."
"Ich weiß!! .... Sorry... jetzt schnauze ich dich schon wieder an..."
Ryudo ließ sich im Gras nieder und sah auf den ruhig daliegenden See. Er dachte an die Nacht in Maregs Dorf... die Nacht, in der er Elena gestanden hatte, dass er mehr als nur Freundschaft für sie empfand... die Nacht, in der sich Millenia wieder einmal selbständig gemacht und ihn geküsst hatte...
Seitdem hatte er mit Elena kein Wort mehr darüber verloren. Doch gestern hatte sie an seiner Schulter geweint... Was sollte das nun wieder bedeuten?
Er wurde nicht schlau aus diesem Mädchen...
"Ryudo... an was denkst du gerade? Du siehst so verbissen aus...", fragte Elena und ließ sich neben ihm nieder.
Es war das erste Mal, seit ihrem Aufbruch aus Cyrum, dass sie alleine waren.
"Ich denke über dich nach, Elena.", antwortete er wahrheitsgemäß und wandte ihr sein Gesicht zu.
Ihr Gesicht wurde von einem zarten Rot bedeckt, als sie verlegen zu Boden sah.
"Warum...? Du liebtest doch Millenia... warum denkst du also nun an mich? Nur, weil sie in mir gelebt hatte?! Ryudo... sag mir doch endlich die Wahrheit!!", rief sie aufgelöst, der junge Mann sah, wie sich Tränen in ihren kristallblauen Augen sammelten.
Er lächelte und strich ihr sanft die Wasserperlen aus dem Gesicht.
"Ich weiß nicht, was ich sonst noch sagen sollte, außer dem, was ich dir schon in Maregs Dorf sagte... und dieser Kuss von Millenia... sie hat mich überrumpelt..."
Elena sah ihm tief in die Augen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass er sie anlog...
Doch sie konnte es nicht glauben... genauso wenig wie sie glauben konnte, dass ihr Herr, Granas, den sie seit ihrem fünften Lebensjahr anbetete, tot sein sollte...
"So sehr ich es mir wünsche Ryudo, aber... ich... ich kann... verstehst du denn nicht, dass ich total verwirrt bin?! Erst die Geschichte mit dem Granasaber, dann der Tod der beiden und jetzt... jetzt..."
Ryudo sah sie immer noch an. Er hatte nie wirklich erkannt, wie schön sie eigentlich war...
Für ihn war sie bis zu einem bestimmten Tag immer nur sein "Job" gewesen. Kein Platz für Gefühle.
In diesem Moment rief Roan nach ihnen.
"Kommt ihr beiden? Das Essen ist fertig! Tio ist übrigens schon richtig sauer!"
Elena musste unwillkürlich schmunzeln. Tio... die Cyborg-Dame, die sie vor dem Verderben gerettet hatten...
"Lass uns gehen.", Ryudo richtete sich auf und reichte ihr die Hand, um ihr hoch zu helfen.
Sie griff danach und zog sich hoch. Ungewollt prallte sie mit Ryudo zusammen, der seine Arme um sie schlang, damit sie nicht das Gleichgewicht verlor.
Elena war knallrot im Gesicht, als sich die beiden zu Tio und Roan ans Feuer gesellten.
"Wo wart ihr denn so lange? Ich habe mir richtige Sorgen gemacht!", empfing Tio die beiden auch gleich sauer.
"Keine Bange, Tio. Wir können schon auf uns aufpassen, nicht wahr Elena?"
Ryudo setzte sich hin, nahm die volle Schüssel in die Hand und begann zu essen.
Elena suchte sich bewusst einen Platz zwischen Tio und Roan. Sie hatte eigentlich gar keinen Hunger...

Später in der Nacht, als alle schliefen, erwachte Elena aus einem Alptraum.
"Nicht schon wieder...", stöhnte sie leise und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Es war fast vollends dunkel um sie herum. Das Lagerfeuer draußen vor dem Zelt war verloschen, links neben ihr schlief Ryudo und rechts Tio.
Elena drehte sich nach links und betrachtete den schlafenden Jungen. Er sah wirklich unglaublich gut aus... auch wenn seine brüske, harte Art ihr nicht immer zusagte wusste sie, dass Ryudo ebenso einfühlsam und zärtlich sein konnte...
Sie erinnerte sich an ihre Unterhaltung auf der Insel, kurz bevor sie über die Granacliffs geflogen waren. Da war er richtig nett zu ihr gewesen... und als er ihr seine Liebe gestand...
Doch Elena hatte damals keinen Platz in ihrem Herzen, das voll und ganz mit ihrer Hingabe zu Granas, dem Herrn des Lichts, erfüllt war.
Sie richtete sich auf, schlug vorsichtig die Decke zurück und schlüpfte fast geräuschlos aus dem Zelt hinaus in die Dunkelheit.
Ihr Ziel war wie vorhin der See. Irgendwie hoffte sie, dass Ryudo sie gehört hatte und ihr folgen würde.
Doch lange Zeit tat sich nichts und sie war schon nahe daran, die Hoffnung zu verlieren.
"Elena! Was machst du denn hier, mitten in der Nacht?"
Das Mädchen fühlte seine Hand auf ihrer Schulter und antwortete leise:
"Ich betrachte die Sterne, Ryudo... vielleicht verraten sie etwas über unser Schicksal..."
"Du solltest nicht allein rausgehen... wer weiß, wann diese überaus lästigen Schneeleoparden wieder zuschlagen...", sagte er besorgt und ließ sich neben ihr nieder.
"Ich wusste, dass du kommen würdest. Es hat zwar ein wenig gedauert, aber ich hatte Recht... wie hast du eigentlich gemerkt, dass ich nicht mehr im Zelt war? Ich war doch ganz leise!", fragte sie dann überrascht und lenkte schnell vom vorherigen Thema ab.
"Keine Ahnung. Auf jeden Fall hat irgendetwas neben mir gefehlt. Dann bin ich einfach aufgewacht und habe gesehen, dass dein Platz leer war. Ich habe mir schon gedacht, dass du hier sein würdest."
Sie nickte und sah wieder hinauf zum Himmel. Sacht kribbelte es in ihrer Magengegend, als sie ihn so dicht neben sich spürte.
Als ihr Blick unbewusst auf seinen Oberarm fiel, wurde ihr wieder einmal bewusst, wie muskulös er eigentlich war. Das hatte sie auch gesehen, als er von Valmars Hörnern besessen war und Millenia ihn gerettet hatte... mit nacktem Oberkörper war er damals im Bett gelegen und hatte sich unter Schmerzen gekrümmt... sie dachte schon, er läge im Sterben.... Granas sei Dank, war Millenia da um ihn zu beschützen...
"Weißt du eigentlich wie erleichtert ich war, als Millenia dich damals gerettet hat, als du... du weißt schon..."
"Nein... aber Elena... ich habe in diesem Traum nicht Millenia als die gesehen, die mir das Leben rettete, sondern... dich..."
Elena zuckte zusammen. Das hatte er ihr schon einmal gesagt. Aber das konnte nicht sein... sie hatte doch nichts gemacht außer an seiner Seite zu sitzen, seine Hand zu halten und für ihn zu beten.
"Ryudo....", flüsterte sie und merkte, wie er näher an sie heran rückte.
Eigentlich wollte sie aufstehen und flüchten, doch irgendetwas hielt sie zurück... ja, sie wollte, dass er es zumindest versuchte... sie hatte schließlich keinen Herren mehr, dem sie keusch bleiben musste... war die Liebe eigentlich eine Sünde?
Als sie in Ryudos türkise, unergründliche Augen blickte, wusste sie, dass die Liebe gar keine Sünde sein kann... war sie doch unter gegebenen Umständen so schön...
Ryudo sah ihr tief in die braunen Augen. Er erkannte keine Angst, kein Unwohlsein. Er sah überhaupt nichts in ihnen.
Plötzlich übermannte ihn ein unglaubliches Gefühl, er zog sie an sich und hielt sie fest in seinen Armen.
"Elena... ich wollte dich schon so lange in meinen Armen halten..."
Das Mädchen wurde durch und durch rot und wusste nicht, was sie jetzt machen sollte. Eigentlich hatte sie ja damit gerechnet, dass er sie küssen würde, aber umarmen...?
Doch Elena fühlte sich wohl, es tat gut seine starken Arme um sich zu spüren. Eher ungewollt schmiegte sie sich an ihn und schloss die Augen.
Ryudo war überrascht von ihrer Reaktion. Er hatte gedacht, dass sie ihn anschreien und wegrennen würde. Wie jedes Mal, wenn er ihr ein wenig zu nahe kam...
Lange Zeit saßen sie so im roten Licht von Valmars Mond. Bis sich Elena von ihm löste und ihm tief in die Augen sah.
Er erkannte so etwas wie Liebe in ihnen. Langsam beugte er sich vor, wartete darauf, dass sie zurückwich, doch zu seiner Überraschung rückte sie näher an ihn heran.
Elena spürte seinen warmen Atem über ihr Gesicht streifen, fühlte sein Zögern und tat schließlich den letzten und entscheidenden Schritt.
Als sich die Lippen der beiden trafen und verschmolzen, durchströmte Elena das wunderbare Gefühl der aufrichtigen Zuneigung...

Wie dann ihre Körper tief mit einander verbunden waren, erstickten sie ihre leidenschaftlichen Laute mit sanften, innigen Küssen...

Nach diesem wunderbaren Gefühl lagen sie angezogen und eng umschlungen nebeneinander, bis Ryudo dann schließlich sagte:
"Es war das erste Mal, dass ich dich mit offenen Haaren gesehen habe... so solltest du öfter herumlaufen."
Und Elena lachte leise und kuschelte sich dicht an ihn......................................
 
 
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