Ame no Mahou - Der Zauber des Regens

von Styko
GeschichteRomanze / P12
Conan Edogawa Yusaku Kudo
17.04.2004
17.04.2004
3
18199
4
Alle Kapitel
27 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Titel: Ame no Mahou - Der Zauber des Regens
Teil: 2/3
Teiltitel: Makuai - Zwischenspiel
Grund des Schreibens: Herbst-/Winterfanficwettbewerb bei Animexx
Platz: 1.  
Genre: Darkfic, Romance, Comedy
Warning: dark, depri, teilweise com, sap, vielleicht etwas fluff
Pairings: ShinichiXRan (Haupt) KaitoXAoko (Neben)

Summary: Dunkelheit ist es, was einen umgibt, wenn der Geliebte unerreichbar fern und auch der einzige Mensch, den man noch einen wahren Freund nennen konnte, fortgegangen ist. Ran muss dies feststellen als mit Conans Abschied ihre Welt zusammenzufallen beginnt. Doch auf dem Weg der Dunkelheit gibt es immer noch die Möglichkeit sich umzuwenden und zurückzukehren. Aber was ist, wenn das Licht zu weit weg ist um zu führen? Weiter der Dunkelheit entgegengehen? Oder sich umsehen und nach anderen Lichtern suchen?

Bemerkung:  
Eigentlich war Bedingung für den WB ja, dass zwei Teile geschrieben werden sollten, einer im Herbst, der andere im Winter. Allerdings wollte ich Shinichis Rückkehr als Ende für den ersten Teil haben, also hab ich mich zu dieser Art Zwischenspiel entschieden^^' So gibt es auch eine klare Trennung zwischen Herbst und Winter^^ (außerdem hätte ich anders nicht gewusst, wo ich die Szenen hätte ansiedeln können o.O)
Ähm... ich glaube, diesmal gibt es nicht sehr viel mehr zu sagen, ich wünsch euch viel Spaß beim Lesen und verspreche, dass der nächste Teil nicht so lange auf sich warten lässt^^ (Und über einen Kommi würde ich mich auch wieder sehr freuen^^)

Disclaimer: Weder "Meitantei/Detektiv Conan" noch "Majikku Kaito/Kaito Kid" mit ihren Charas gehören mir, sondern Gosho Aoyama. Ich leihe sie mir lediglich aus und mache keinen Profit hiermit. Der Inhalt dieser Story ist jedoch meiner Fantasy entsprungen und sollte er jemandem nicht gefallen bitte ich sie/ihn diese Geschichte kommentarlos zu ignorieren (ich habe nichts gegen konstruktive Kritik, ich möchte nur keine Flames oder ähnliches nur weil ich über ein Pairing, eine Situation etc. geschrieben habe, das jemandem nicht in den Kram passt.)

Feedback an: Simbakatha@aol.com oder hier in die Kommentare



Ame no Mahou - Der Zauber des Regens



Makuai - Zwischenspiel

Was hatte ich mir all die lange Zeit zurecht gelegt, in der er nicht da gewesen war. Was hatte ich mir in all den langen, schlaflosen Nächten überlegt, das ich ihm sagen wollte, wenn er endlich wieder vor mir stehen würde. Gegenüber, von Angesicht zu Angesicht, ohne dass er gleich wieder weg müsste, ohne dass er wieder so plötzlich verschwand, wie er zuvor gekommen war.

Doch alles, was ich mir überlegt hatte, was ich ihm sagen wollte, all das Leid, das ich ihm eigentlich klagen wollte, war in dieser einen Sekunde vergessen gewesen, in der er mich umarmt hatte. Es war unwichtig, wo er gewesen war, was er zu tun gehabt hatte. Es war mir egal, solange er von nun an nur auf ewig bei mir sein würde.

Als ich am Tag danach aufwachte, war mir, als befände ich mich in einer ganz anderen Welt. Der Himmel, der in den vorangegangenen Wochen durchgängig trüb und dunkel gewesen war, erhellte sich nun. Das Grau war schon fast zu einem Weiß geworden und ab und zu durchzogen blaue Flecken die kalte Farbe und durch sie drang das strahlende Sonnenlicht mit all seiner Wärme hinab auf die Erde.

Auch ich fühlte mich befreit von der Dunkelheit, die in den letzten zwei Wochen mein Herz und meine Seele bedroht hatte. Sie war vertrieben worden von seinem gleißenden Licht und nun wieder sicher eingesperrt in Schranken, aus denen es von diesem Zeitpunkt an kein Entrinnen mehr gab. Sie würde nicht mehr entweichen können, nie wieder, ich würde es nicht mehr zulassen. Denn nun, wo ich das Licht wieder sah, da hatte ich realisiert, wie lächerlich ich mich verhalten hatte. Wie konnte ich nur jemals glauben, er würde nicht zu mir zurückkehren? Wie hatte ich unterbewusst nur auf die leisen Stimmen meiner ,Vertrauten' hören können, die ihn mir auszureden versucht hatten? Es war lächerlich, wenn ich darauf zurückblickte, aber es war auch egal geworden. Ich konnte die Vergangenheit ruhen lassen, ich musste mir keine Sorgen um die Zukunft machen, denn ich wusste, sie würde gut werden. Von diesem Tag an zählte nur noch der Augenblick!



~ ~ ~



Lange Zeit lag ich an diesem Morgen einfach nur da und beobachtete ihn, wie er ruhig atmend neben mir schlief. Ich musterte sein Gesicht, seine Züge. Sie waren wie immer und doch so anders. Er sah friedlicher, ausgeglichener aus, als ich ihn je erlebt hatte. Und doch sah er auch stärker aus, gezeichneter als damals, als ich ihn das letzte Mal gesehen hatte. Es war als wäre er erwachsen geworden und gleichzeitig doch wieder kindlicher.

Mit einem Lächeln strich ich sanft über seine Wange und kuschelte mich näher an ihn. Es war so schön ihn zu umarmen, seine Wärme zu spüren, die Hände um meine Hüfte, die mich sanft hielten. Ich hätte alles dafür gegeben, dass dieser Augenblick ewig währen würde.

Meine Finger strichen noch immer über sein Gesicht, als er flatternd die Augen öffnete. Sein verschlafenes Gesicht entlockte mir ein Lächeln.

"Lachst du über mich?", fragte er in einem solch kindlich beleidigten Ton, dass sich mein Lächeln nur vergrößerte. Es war der erste Satz, den er zu mir sagte. Am Abend zuvor hatten wir Stunden nur da gestanden, uns umarmt und gehalten, ohne ein einziges Wort zu sagen. Sie waren überflüssig gewesen, denn wir wussten in diesem Moment, was der andere dachte.

"Nein", und mit diesen Worten überwand ich die kurze Distanz unserer Lippen und küsste ihn, zum ersten Mal in meinem Leben und in diesem Augenblick blieb die Welt für uns stehen.



~ ~ ~



"Dein Vater würde mich umbringen, wenn er das hier sehen würde..."

"Wieso? Es ist doch nichts passiert..."

"So wie ich deinen Vater kenne, wär' ihm das aber ziemlich egal..."

Ich musste erneut grinsen. Mein Kopf lag auf seiner Brust, seine Hand um meine Hüfte und wir hielten uns wieder fest umschlungen, noch immer nicht willig loszulassen.

"Mir ist egal, was er sagt, solange du nur bei mir bist."

Ich spürte, wie er einen Moment überrascht die Luft anhielt, dann aber die Überraschung abschüttelte und mich fester in seine Arme nahm.

"Es tut mir leid, Ran", murmelte er in meine Haare.

"Ich weiß." Sanft strich ich mit meiner Hand über seine Wange.

"Ich-"

"Shh!" Ich löste mich halb aus seiner Umarmung und legte nur einen Finger über seine Lippen. Mit einem Lächeln schüttelte ich meinen Kopf. Ich wollte nichts hören. Keine Entschuldigungen, keine Erklärungen. Ich brauchte und wollte sie nicht mehr, nun wo ich doch ihn endlich wieder bei mir hatte.

Für einen Moment sah er wieder überrascht aus, aber schnell hatte sich erneut ein Lächeln auf seinem Gesicht ausgebreitet - und noch bevor ich reagieren konnte, lagen seine Lippen schon wieder auf meinen.



~ ~ ~



Wir verbrachten diesen Tag im Bett, hielten uns stundenlang nur schweigend in den Armen, manchmal küssend. Es war so schön, wie ich es mir nie zuvor vorzustellen vermocht hatte. Ich liebte diesen Tag und ich liebte ihn und doch wusste ich, dass es nicht immer so sein könnte. Irgendwann würden wir uns der Welt draußen stellen müssen, aber solange wir einander hatten - da war ich mir sicher - solange würden wir jedes Hindernis überwinden können.

"Schau", sagte ich irgendwann in der Nacht, als nur noch das klare Mondlicht das Zimmer erhellte und deute mit meinem Finger auf die Fensterscheibe, wo sich kleine Eiskristallblumen gebildet hatten. "Der Winter hat begonnen." Für einen Augenblick blitzte das Bild aus Kaitos Haus in meinen Gedanken auf und ich erinnerte mich an das, was ich ihm gesagt hatte. Ja, diesen Winter würden wir dieses Bild in Natura sehen. Wir!

Ein missgelaunter Laut ließ mich aus meinen Träumen aufschrecken und ich sah verwirrt zu ihm auf. Sein Gesicht zeigte einen Ausdruck leichten Missfallens.

"Was?"

"Nya... genau genommen beginnt der Winter ja erst am 21.12."

Für Sekunden sah ich ihn nur perplex an, dann rammte ich meine Ellbogen in seinen Bauch.

"Immer noch der gleiche Klugscheißer!" Ein Lächeln zierte meine Lippen, aber mein Gesicht hatte im Gesamten einen fast diabolischen Ausdruck, als er um Luft rang.

"Und dir sollte man so was in solchen Situationen nicht sagen", keuchte er atemlos.

Ich bekam Mitleid und ließ mit einem Kichern von ihm ab.

"Das solltest du dir langsam merken!"

"Ich werd's versuchen" und ein weiteres Mal hatte er mich mit einem Kuss überwältigt, ohne dass ich reagieren konnte. Nicht das mich das störte!



~ ~ ~



Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war er bereits wach und stand am Fenster, mit ausdruckslosen Blick hinausstarrend. In diesem Moment wusste ich, dass etwas nicht stimmte.

Ich stand auf und schlang meine Arme von hinten um seine Hüfte. Er legte die Hände auf meine. Und so standen wir eine Weile, auf die Straße blickend, ohne ein Wort zu sagen.

"Ran", begann er schließlich und sein Ton bereitete mich auf das vor, was er mir sagen wollte. Ich sagte nichts, drückte mich nur fester an ihn.

"Ich muss noch mal weg..." Seine Stimme war leise, doch ich hatte sie gehört, vernommen in ihrem ganzen Ausdruck. Noch immer drang kein Wort über meine Lippen.

"Es wird nicht lange dauern... aber es ist wichtig. Wirklich wichtig!"

Er entwand sich aus meinem Griff und packte mich an meinen Schultern. Seine blauen Augen vergruben sich tief in meinen und er musste nicht weitererklären, damit ich verstand, dass ich ihn nicht aufhalten konnte und er diesen Fall zu Ende bringen musste, um endlich glücklich zu werden. Ich nickte leicht und schenkte ihm ein ehrliches Lächeln.

Erleichtert nahm er mich in die Arme, hielt mich wieder, so fest und gleichzeitig so sanft, wie nur er dies konnte.

"Wann musst du weg?"

"Ich hab noch etwas Zeit, erst in ein paar Tagen. Am besten ich gehe, wenn dein Vater wieder kommt, sonst macht der Mus aus mir." Ich konnte nicht anders, als zu kichern.

"Das werde ich niemals zulassen!"

"Dann bin ich ja beruhigt..." Ein weiteres Mal musste ich grinsen, als ich den Ausdruck auf seinem Gesicht sah.  

"Und wann kommst du wieder?"

"Es dauert nicht lange", seine Hand stricht sanft über meine Haare. "Vielleicht zwei Wochen... pünktlich zum Winteranfang bin ich wieder da!" Er grinste. Sein selbstsicheres, fast triumphierendes Lächeln, das ihn manchmal so arrogant wirken ließ und das ich doch mehr als alles andere an ihm liebte.

Sein Blick versenkte sich wieder in meinem und ich wusste, dass er mich diesmal nicht warten lassen würde. Er würde wieder zurückkommen und diesen Winter zu dem glücklichsten meines Lebens machen.



~ ~ ~



Die nächsten Tage vergingen langsam. Es erschien mir, als würde die Welt sich extra für uns ein wenig langsamer drehen und ich war ihr dankbar dafür, waren diese paar Tage doch die glücklichsten und schönsten, die ich je in meinem Leben erlebt hatte.

Wir taten nicht sehr viel mehr als am ersten Tag. Wir hielten uns, küssten, kuschelten, hielten uns wieder. Ab und zu schauten wir fern. Ich erzählte ihm einiges von dem, was passiert war in der Zeit seiner Abwesenheit. Von Sonoko und Makoto und ich sah den überraschten Ausdruck auf seinem Gesicht. Von meinen Eltern, die sich langsam wieder ganz gut verstanden und ich musste grinsen bei dem noch überraschteren Gesicht. Ich erzählte ihm von den schönen Dingen, von den lustigen und manchmal auch von den skurrilen Dingen, die passiert waren, aber nicht von der Dunkelheit, die mich beinah aufgefressen hätte, denn ich wollte ihn nicht beunruhigen. Vielleicht hätte er gedacht, ich würde ihr erneut verfallen, wenn er ginge, und würde bleiben. Aber das wollte ich nicht, denn ich wusste, dass er dies zu einem Ende bringen musste. Und er brauchte es auch nicht, denn ich hatte nun gelernt, dass egal wie lange und wie weit er auch weg sein mochte, er würde immer zu mir zurückkehren. Immer!

Als ich ihm an einem Abend von Kaito erzählte, sah ich mit einem leichten Anflug von Schadenfreude die Eifersucht in seinen Augen aufblitzen.

"Kaito? Wer ist Kaito?"

Ich musste einen Lachanfall unterdrücken, bevor ich ihm antworten konnte.

"Ein Freund. Ein guter Freund. Mehr nicht. Also hör auf so zu gucken!" Ich schlug ihn spielerisch mit einem der Sofakissen und er wehrte lachend ab.

"Ist ja gut, ist ja gut, ich glaub's dir ja! Aber-" Er keuchte kurz auf, da ich mich auf ihn legte und dabei zufällig die Ellbogen in seinen Bauch rammte. "Aber ich will diesen guten Freund mal bei Gelegenheit kennenlernen", fuhr er dann leicht atemlos fort.

"Natürlich", ich ließ von ihm ab und bettete nun meinen Kopf auf seinem Bauch. "Wir haben schon ein paar Sachen geplant, die wir zusammen machen. Das wird lustig!"

Er zog eine Augenbraue hoch, tat dies dann aber mit einem Schulterzucken ab. Ich musste wieder belustigt lächeln, bevor ich ihn küsste.



~ ~ ~



An dem Morgen, an dem er gehen musste, war der Himmel klar. Alle Wolken, die sich in den verregneten Wochen des Herbstes dort versammelt hatten, waren nun weitergezogen, um dem strahlenden Antlitz der Sonne Platz zu machen, die sich an diesem Tag heller als je zuvor über den Horizont erhob und die Welt unter sich in ihr warmes Licht tauchte.

Ich stand im Büro meines Vaters am Fenster und sah zu, wie sich die Straßen langsam erhellten.

"Was schaust du an?"

Erschrocken wandte ich mich um, hatte ich doch nicht gemerkt, dass er plötzlich hinter mich getreten war. Ein Lächeln trat auf mein Gesicht, als ich ihn musterte. Er hatte diesen Ausdruck im Gesicht. Diesen Ausdruck der Angespanntheit, Nervosität und gleichzeitiger Vorfreude. Heute würde er seinen bisher schwersten Fall erledigen und dann konnte er endlich glücklich sein.

"Nichts. Ich hab nur vor mich hin geträumt."

Seine Arme schlangen sich um meine Hüfte und zogen mich näher an ihn. Er küsste mich erst sanft, dann etwas fordernder.

"Und von was?"

"Von 'Fuyubi'." Sein verständnisloses Gesicht brachte mich zum Grinsen. "Ich werde es dir zeigen, wenn du zurück bist, okay?"

Er nickte und küsste mich wieder.

Eine Weile standen wir noch da, sahen zu wie die Sonne immer höher stieg und die Welt heller wurde. Dann wand er sich mit einem Seufzen ab.

"Ich muss jetzt gehen..."

"Ich weiß..."

Traurig hob ich meinen Kopf, um ihm in die Augen zu sehen. Auch er sah traurig aus, aber er lächelte aufmunternd.

"Ich bin bald wieder da. Es dauert ja nicht lange." Ich nickte schwach, bevor er mich an der Hand nahm und zur Tür führte. Er öffnete sie und trat hinaus, ich blieb auf der Schwelle stehen. "Und wehe du brennst mir mit diesem Kaito durch."

Ich grinste leicht hinterhältig. "Wenn du zu lange brauchst, könnte ich diese Möglichkeit in Erwägung ziehen."

Auch er grinste, dann beugte er sich zu mir und gab mir einen letzten Abschiedskuss, in den er die Worte flüsterte, die das Licht in meinem Herzen nur noch stärker erstrahlen ließen:

"Keine Sorge, Ran, ich werde wieder zu dir zurückkommen, egal was passiert. Ich komme wieder."

Er grinste, ich lächelte. Dann rannte er die Treppe hinab, grüßte mit einem weiteren frechen Grinsen meinen Vater, der vollkommen perplex am unteren Ende der Treppe stand und verschwand im Licht der aufgehenden Sonne.





Fortsetzung folgt...
Review schreiben