Geschichte: Freie Arbeiten / Poesie / Krieg / alptraum

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alptraum

von buji
GeschichtePoesie / P12 / Gen
16.04.2004
17.04.2004
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528
 
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16.04.2004 528
 
albtraum

ich träume weltigkeiten
fühle den regenbogen von hass
leide die parallelen der gegensätze
sehe den verheimlichten trug
bilder o bilder so spritzendes blut
seelen so unsichtbar für unsere augen
doch hinter den bildern den bildern
die versteckten gefühle lauern
lassen erahnen der ahnen
bedauern

ich höre sein stampfen
die schritte der stahlharten stiefel
wie er patsch-patsch verknirscht
so knochen um knochen vom leben
meine welt gut geborgen
noch verträumt hinter dem glassturz
erstarrt in der schönheit gedanken
die welt ist so rein und so gut
und der wohlstand der wohlstand
trägt klappen so scheu
die verdecken das antlitz der wut

doch sein stampfen sein grausames stampfen
kommt näher und näher
wird lauter und lauter die glut
der hass fetzt fetzen von gedanken
der glassturz leise schon zittert
doch die waffenmauer scheint
unüberwindlich macht mut

ganz fern nun soo schwere bomben
soo schwere bomben sie fallen und fallen
versetzen ganze berge ins nichts
hinterhaltshöhlen erfahren die hölle
ertrinken im bombenbenzin verspritzenden feuer
lebende fackeln mehrere tausend
taumeln flackernd entgegen dem tod
und der wahn ja der wahn
trägt seine spuren nur leise
ganz leise in die nachtwarmen stuben
von hier

die bilder die bilder
der nächtliche traum bringt sie wieder
so immer und immer wieder
der hass bekommt langsam konturen
muss schreiben und schreiben und schreiben
dabei möchte ich fliehen den traum
hey du du lieber regenbogen der liebe
hol mich heraus aus dem raum
ich bin doch kein weltengewissen
habe die kraft nicht hiefür
will doch gar nichts von wissen
will leben bloß leben und lieben mit dir

doch kein lieber regenbogen der liebe
durchquert meinen traum
ich höre nur sein stampfen
sein stampfen kommt näher
so knirsch um knirsch lauter zu mir
er fletscht mit den stählernen zähnen
geifer spritzt stinkende bilder den traum
sein brüllen verhungert die kinder
zu hunderttausenden verpurzeln meinen raum

will gar nicht sehen
will gar nicht hören
will ihn nicht riechen
will gar nichts von wissen
möchte sein so verstandloses tier
nur leben und leben und lieben
wie halt alle hier
unterm glassturz
will wieder sein auf meinem regenbogen
der liebe und nicht fragen
warum widerfährt all dies bloß mir

doch ich höre sein stampfen
kommt näher so näher und lauter zu mir
und ich sehe den sieg
nicht und nirgends ein licht
im dunkel patscht er mordlustig heran
so patsch patsch patsch patscht er den wahn
mitten hinein in unsere seelen
die alten die alten sie wüssten
haben sein patschen gehört
doch auf sie hört ja mehr keiner
und die jungen die jungen
ahnen nicht mal sein namen
sie philosophieren vom bewaffneten frieden
schreien sieg sieg und nur sieg
doch sein name ist kurz und so grausam
denn sein name ist
krieg

© Copyright by Lothar Krist (12.12.2002 im Smaragd)
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