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Lux Veritatis Mecum

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Kurtis Trent Lara Croft
16.04.2004
16.04.2004
20
29.771
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16.04.2004 1.010
 
Relinquo
 

"Aufstehen, Schöne Braut!"

Meine Mutter war ins Zimmer gestürmt und schien ziemlich überrascht, mich gegen elf Uhr noch immer müde, verschlafen und seelisch total am Ende im Bett vorzufinden.

"Was ist passiert? Konntest du in der Nacht nicht schlafen? Ich kann dich völlig verstehen. Am Tag vor deines Vaters und meiner Hochzeit war mir nicht anders. Ich war sogar dermaßen aufgeregt, dass ich am nächsten Morgen beinahe die Trauringe mitzunehmen vergessen hatte."

Hätte sie mir das nicht ersparen können? War denn in diesem Haus jeder blind?

Nachdem ich mich geduscht und ein kleines Frühstück zu mir genommen hatte, zog ich das Kleid an und ließ mir von meiner Mutter den Haarschmuck anbringen. Kein einziges Wort hatte ich zu ihr gesagt, doch das schien sie keineswegs beunruhigt zu haben.

Eine weiße Limousine hatte mich vor dem Eingangstor erwartet.

"Sind alle schon dort?", war die erste Frage, die ich gestellt hatte.

"Ja, Schatz. Ich habe sie gebeten, sich schon jetzt im Dom einzufinden, damit du den ganzen Morgen für dich alleine hast und von niemandem gestört wirst."

Konnte sie nicht verstehen, dass ihr Gerede das einzige war, das mir erheblich auf die Nerven ging? Drei junge Brautjungfern in hübschen hellrosa Kleidern, aufgeregter als ich, saßen bereits auf den Ledersitzen und fummelten nervös an ihren Brautsträußen. Das Fahrzeug setzte sich in Bewegung.

Vor St. Paul's Cathedral hatte sich eine riesige Menschenmenge versammelt. Alle wollten mich sehen. Nichts hatte mich dazu bewegt, wenigstens einmal aus den geschwärzten Fenstern hinauszusehen; mein Blick ruhte auf meinen eleganten, sündhaft teueren schneeweißen Designerschuhen. Plötzlich wurde die Tür geöffnet und der Chauffeur hielt mir seine Hand entgegen, um mir aus dem Fahrzeug hinauszuhelfen. Der Schleier verdeckte mein Gesicht und ich konnte sagen, wie glücklich ich in diesem Moment darüber war. Apathisch schritt ich meinem Vater entgegen, der sich am Türeingang befand und mir fröhlich zulächelte. Chaotische Schreie drangen von allen Seiten in meine Ohren.

Ich wunderte mich, ob die gestrigen Fotos schon die Titelseiten der britischen Klatschzeitungen schmückten. Alles, woran ich denken konnte, war Kurtis. Wo war er? Was tat er? Dachte er in diesem Moment auch gerade an mich?

Ich konnte mich vor der Hochzeit drücken, und dennoch tat ich es nicht. Ein gewisses Gefühl des Pflichtbewusstsein überkam mich. Ich schritt über die Schwelle. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, als mein Vater mich zum Altar führte, wo William mit seinem Trauzeugen mich bereits erwartete.

Wir knieten uns vor dem Priester und verfolgten die Zeremonie der Messe mit ihren Gesängen und Preisungen.

"Wenn jemand etwas gegen die Ehe einzuwenden hat," sprach der Priester in feierlich majestätischem Tonfall, "dann soll er jetzt sprechen oder für immer schweigen."

Ein kleines Zeichen, ein Wort, egal von wem! Verzweifelt wagte ich es kaum, nur darauf zu hoffen, als plötzlich ein schwacher Windstoß mich aus meinem tranceähnlichen Zustand weckte. Eine metallene Scheibe schnellte zwischen dem Priester und Will und mir vorbei, wand und überschlug sich in der Luft und flog in Richtung Ausgang. War das Einbildung? Ich wagte nicht, mich umzudrehen.

"Ich möchte bloß etwas abholen, das mir gehört." Die vertraute Stimme des Amerikaners durchbrach die Stille.

William erhob sich.

"Nein! Mr. Trent! Welch freudige Überraschung! Und was kann das sein?"

"Sagen Sie mal, sehen Sie Ihre Braut eigentlich nie an?", fragte er ruhig.

"Was soll das heißen? Ich habe keine Lust auf Ihre Spielchen."

Er zwinkerte zwei Polizisten, die sich am Ausgang befanden, zu und lächelte den Priester an. Diese baten Kurtis höflich, mit ihnen die Kirche zu verlassen, doch er weigerte sich und paralysierte sie mit seinen mentalen Fähigkeiten.

"Denken Sie, der Erguss an ihrem Hals wäre ein blauer Fleck, den sie sich beim Trainieren zugezogen hat?"

Flugs hob William den Schleier aus meinem Gesicht und betrachtete abfällig Kurtis' Kunstwerk, das er soeben zum ersten Mal entdeckt hatte.

"Lara.", keuchte er, "Du hast..."

Kurtis war zu uns hinaufgestiegen und streckte mir seine Hand entgegen.

"Ms. Croft?"

Ohne zu zögern ergriff ich sie und marschierte an seiner Seite zum Ausgang der Kathedrale. Noch bevor wir über die Schwelle getreten waren, hielt ich an. Perplex sah er mich an.

Ohne zu überlegen, zog ich ihn an mich und küsste ihn innig und zärtlich. Als ich den Kopf zurückzog und seinen Geschmack von meinen Lippen leckte, wand ich mich zu den entgeisterten Gästen und verkündete stolz:

"Das war nicht geheuchelt!"

Draußen schwang ich mich auf den Hintersitz seines Motorrades und wir fuhren gemeinsam zurück zu meinem Anwesen. Eilig zog ich das Kleid aus und packte meine wichtigsten Sachen in einen Koffer. Ich griff nach einem Zettel und Stift auf meinem Schreibtisch, schrieb 'Danke für alles!' darauf und legte es auf Winstons Bett.

Dieses Mal strahlte ich, als wir den Flughafen erreicht hatten.

"Wohin möchtest du fliegen, Lara?", fragte er, als wir uns vor einem Schalter für Last-Minute-Flüge befanden.

"Paris, Schatz. Lass' uns von vorne beginnen."




So, das war meine allererste Fanfiction. Hoffe, sie hat euch einigermassen gefallen. Schreibt mir doch bitte ein Review und lasst mich wissen, was ich haette besser tun sollen oder was mir ganz gut gelungen ist.

Chrissy :-*

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