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Die Flut

von Gil-Estel
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
16.04.2004
04.05.2004
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905
 
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16.04.2004 905
 
Ich hab die Geschichte ziemlich spät in der Nacht und sehr spontan geschrieben. Es war ein Lied, das mich "inspirierte", nämlich von Witt und Heppner "Die Flut". Deshalb hab ich es auch mit eingebunden.
Es soll sowohl Frodos Gefühle kurz vor ihrer Begegnung mit Galadriel repräsentieren, als auch meine eigenen.

WIDMUNG:
Diese Geschichte widme ich meiner besten Freundin Alex.
Ich danke dir, mellon, dass du damals bei mir warst und mich nicht
allein gelassen hast. Ohne dich würde ich das alles nicht schaffen.
Ich danke dir, dass du immer noch für mich da bist. Genauso werde ich
immer für dich da sein!
Ich hoffe, dass unsere Freundschaft ewig hält und wir uns eines Tages
gemeinsam unsere größten Träume erfüllen können.
Hannon le, mellon!
Elen sila lumen omientelvo.
Ein Stern scheint auf die Stunde unserer Begegnung.


Die Flut




Wenn ich in mir keine Ruhe fühl
Bitterkeit mein dunkles Herz umspült
Ich warte auf den nächsten Tag
Der mir erwacht
Wenn Finsternis den klaren Blick verhüllt
Kein Sinn mehr eine Sehnsucht stillt
Ruf ich mir herbei
Den einen Traum
Der sich niemals erfüllt

Es ist, als wäre plötzlich alles zu Ende. Alles ist verloren. Es bleibt keine Hoffnung - weder für mich, noch für dich. Schatten bedrohen das Land, das ich so sehr liebe.
Die Last wird immer schwerer. Ich bin allein. Doch bin ich auch einsam? Ich sehe mich um. Vertraute Gesichter blicken mich an, doch wenden sie sich wieder ab. Warum nur? Bin ich anders? Ich höre in mich hinein, doch Antworten finde ich nicht.

Ich habe mir dieses Schicksal selbst auferlegt. Damals erachtete ich es als notwendig. Doch heute frage ich mich: war es wirklich erforderlich? Wie könnte ich das Unglück abwenden?
Ich werde schwächer, mein Körper fühlt es. Er fühlt die Veränderung. Was geschieht mit mir?
Wieder wandert mein Blick umher. Ich sehe traurige, ja sogar ängstliche Gesichter. Sie alle blicken in eine ungewisse Zukunft. Gibt es überhaupt eine Zukunft? Ist nicht schon alles verloren?

Und du rufst in die Nacht
Und du flehst um Wundermacht
Um eine bessere Welt zu leben
Doch es wird keine andere geben

So vieles hängt nun von mir ab. Sie vertrauen mir, setzen all ihre Hoffnungen in mich.
Bin ich dem gewachsen?
Es ist nicht leicht, sein Schicksal anzunehmen. Doch was bleibt mir übrig? Tue ich es nicht, wird die ganze Welt daran zerbrechen und ich ebenfalls. Ich zweifle an mir, doch das darf ich nicht. Zweifel lassen mich straucheln und stürzen.
Ich habe den Mut nicht aufgegeben.
"Du musst nur wissen, was du mit der Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist."
Wir blicken schweren Zeiten entgegen, doch wo Schatten fallen, ist auch Licht.

Wann kommt die Flut
Über mich
Wann kommt die Flut
Die mich berührt
Wann kommt die Flut
Die mich mit fortnimmt
In ein anderes Leben
Irgendwo

Ich weiß, diese Fahrt wird mit vielen Verlusten gezeichnet sein. Freunde werden ihr Leben lassen, unschuldige Menschen werden sterben. Darum darf ich nicht scheitern.
Dieser Gedanke treibt mich voran, immer weiter...weiter...bis zum Ziel.
Wie ein Funke in der Nacht ist der letzte Hoffnungsschimmer, hell wie das Licht Éarendils. Dieser Trost begleitet mich auf all meinen Wegen, spendet mir Wärme und Geborgenheit. Selbst in der größten Dunkelheit spüre ich seine Anwesenheit.

Wieder fühle ich diese Blicke, denen ich erneut ausweiche. Ich habe Angst davor, die Verzweiflung meiner Freunde zu spüren.
Doch bin ich es nicht, der die größte Mutlosigkeit erkennen lässt? Plötzlich wird mir etwas klar. Obwohl die Konsequenzen dieser Fahrt für immer zu spüren sein werden, werde ich versuchen, stark zu sein. Nicht nur für mich. Ich will für diejenigen stark sein, die ich liebe und die mir nahe stehen. Nur so schüre ich die Hoffnung in ihren Herzen aufs Neue.  Ich weiß, an manchen Tagen wird mich die Kraft verlassen, sie wird mich allein in der Dunkelheit lassen, ich werde mich klein, kraftlos, einsam und krank fühlen. Doch eigentlich ist die Stärke immer da, ich darf nur nicht zulassen, dass sie mich verlässt.

All die Zeit so schnell vorüberzieht
Jede Spur von mir wie Staub zerfliegt
Endlos weit getrieben
Von unsichtbarer Hand
Gibt es dort am kalten Firmament
Nicht auch den Stern, der nur für mich verbrennt
Ein dumpfes Leuchten
Wie ein Feuer in der Nacht
Das nie vergeht

Ich sehe auf. Die Blicke meiner Freunde sind auf mich gerichtet. Wieder erkenne ich Zweifel in ihren Augen.
Doch nun lächle ich.
Ich lege meinen ganzen Mut und all meine Hoffnung in das Lächeln.
Und ich sehe, wie meine Freunde das Lachen erwidern.
Der Zukunftsglaube ist zurückgekehrt.

Endlich setzen sich die Elben in Bewegung. Haldir hat beschlossen uns zu helfen und wird uns zu der hohen Frau Galadriel bringen!

Ende
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