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Selbstmord

von Taiya
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P12 / Gen
12.04.2004
12.04.2004
1
4.094
 
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"Nein!"
Geschockt ließ Larco den Hörer fallen, er konnte es nicht fassen. Er schüttelte den Kopf, Tränen rannen seine Wangen hinunter.
"Wieso nur?"
Er war starr. Er verstand es nicht. Er lief hinauf auf sein Zimmer und schmiss sich auf sein Bett. Er heulte in seine Kissen. Er verstand es einfach nicht. Dann drehte er sich um und schaute aus dem Fenster.
"Claw, wieso hast du das getan?"
Er wischte sich über die Augen. Seine beste Freundin, das Mädchen das er liebte hatte sich umgebracht. Einfach so. Die Pulsadern aufgeschlitzt.
Da kam ihm plötzlich ihr letzter Satz in den Sinn, als sie auf der Bahnsteig standen und sie in die Bahn einstieg: "Selbst wenn man sich nicht sieht verliert man einen niemals aus dem Sinn!" Er hatte dagestanden und es nicht wirklich verstanden, aber nun verstand er, teilweise. Er dachte darüber nach wieso ihr Vater ihn angerufen hatte. Die anderen wussten wohl nichts. Musste er diese schreckliche Nachricht weiter geben?
Er schloss die Augen.
"Wieso hast du mir das angetan?"
Er sah sie vor sich wie sie ihn anlächelte.
Er erinnerte sich an die Zeit mit ihr. Er konnte nicht glauben das sie Tod war. Einfach so ohne Vorwarnung. Was hatte sie dazu getrieben? Er war ihr bester Freund, und er wusste es nicht. Hatte es nicht verhindern können. Sie war einfach fort ohne eine Wort. Wie hatte sie das tun können?
Er setzte sich auf. Ihm kam eine Erinnerung in den Sinn. Claw hatte neben seinem Bett im Sessel gesessen. Sie hatten geredet. Sie hatte Bilderbuch mäßig erzählt und mit dem Händen artikuliert, so wie sie es immer tat. Und er hatte dort gesessen, sie angesehen und ihr zugehört. Er liebte sie, das wusste sie auch, doch sie sah ihn einfach als ihren besten Freund und damit kamen beide klar. Sie hatte erzählt und erzählt. Dann plötzlich stoppte sie und schaute ihn an. Sie stand auf und warf sich neben ihm auf sein Bett. Er schaute sie an. Claw zog ihn ein Stück nähe rund küsste ihn auf die Wange und lachte dann los.
Larco schüttelte kurz den Kopf. Es war so als wäre sie hier bei ihm. Doch sie war tot. Dieser Gedanke trieb ihm wieder neue Tränen in die Augen. Er musste es den anderen sagen das war klar. Er nahm das Telefon ihn die Hand und wählte die Nummer von Roy.
Als dieser rann ging, klang Larco wieder ganz glücklich und zufrieden. Es war immer so, er versteckte immer seine Trauer.
"Hi hier Larco!", meldete er sich.
"Hi was gibt's?", fragte Roy der offensichtlich gut gelaunt war.
"Ach... eigentlich... nix... keine Ahnung!"
"Larco?", Roy klang etwas verwirrt. "Irgendwas is doch!"
"Es geht um Claw!", Larco schluchzte und plötzlich liefen wieder Tränen über seine Wangen.

Roy zuckte etwas zusammen als er das hörte.
"Was ist mit ihr?", fragte er tonlos, erwartete das schlimmste.
"Sie ist tot!"  Und er hörte das schlimmste.
Stille. Roy war geschockt. Er wusste jetzt nicht so ganz ob er diesen Worten glauben sollte. Er wünschte sich jeden Moment ein lachen zu hören. Ein lachen von Claw die bei Larco sitzt und sich diesen Streich ausgedacht hatte.
Er warte 2 Minuten doch niemand lachte. Er hörte nur Larco leise in den Hörer schluchzen.
"Wie?", fragte er dann nur, leise Tränen liefen über seine Wangen.
"Pulsadern aufgeschlitzt!"
"Sorry... ich... ich ... kann jetzt nich reden!"
"Schon okay!", sagte Larco und Roy legte auf.
Er schluchzte laut los. Er konnte es immer noch nicht glauben.
Er saß da und erwartete doch eigentlich nur dass das Telefon klingelt und Claw ihm erzählt das sie ihn verarscht hätten. Aber es klingelte nicht. Nicht in den nächsten 5 Minuten und auch nicht in der nächsten Stunde. Es klingelte gar nicht, jedenfalls nicht mit Claw's Stimme am anderen Ende.
Roy verkroch sich auf seinen Dachboden, dort saß er des öfteren. In seinem geistigen Auge sah er Claw die Leiter hochkommen, erzählend, ihn anlächelnd. "Du?", fragte sie und setzt sich neben ihn. "Meine neue Story is fertig! Willst du lesen?" Dann drückte sie ihm den Block in die Hand. Claw schrieb schöne Story, immer kamen ihre Freunde drin vor. Roy las sie gerne, war meistens der erste der sie las. In diesem Moment fiel ihm ein das er vorgestern abgelehnt hatte ihre neuste zu lesen, weil er keine Zeit gefunden hatte. Es tat ihm leid. Er wollte jetzt unbedingt diese Story lesen, während Claw neben ihm sitzt und ihm dabei zusieht und auf Kommentare wartet. Aber sie würde niemals wieder neben ihm sitzen.
Tränen rannen seine Wangen hinunter. Eine seiner besten Freundinnen war tot. Er konnte es einfach nicht fassen.
Da klingelte wieder das Telefon. Mit leiser Hoffnung das es Claw war ging er ans Telefon. Es war aber nur der schluchzende Larco.
"Ich... ich... will nich drum rum reden!", meldete der sich.
"Ja?", fragte Roy und wischte sich über die Augen.
"Wer sagt den anderen bescheid?"
"Ich... werd das tun!", er schluckte.
"Okay, danke!", er hörte wie Larco wieder schluchzte und auflegte.
Da saß Roy dann wieder. Mit dem Telefon in der Hand. Immer noch total perplex, wie sollte er jemals drüber weg kommen?
Er rief seine andere beste Freundin an, Mey.
"Du Mey ich muss dir was sagen!", er schniefte und Tränen liefen immer noch über seine Wangen.
"Ja?", Mey klang gut gelaunt, hatte aber auch was tröstendes in ihrer Stimme.
"Claw hat sich umgebracht!"
Stille!
"Claw?", fragte Mey dann.
"Ja!", sagte Roy mit tränen erstickter Stimme.
"Dann heißt es wohl abschied nehmen!", sagte Mey und wischte ein paar Tränen weg, aber es kamen immer wieder neue nach.
"Ich will keinen Abschied nehmen!"
"Was willst du sonst tun, sie ist tot!"
Roy legte auf und schluchzte. Mey hatte so gleichgültig geklungen. Sie hatte alles einfach weggesteckt so kam es ihm vor. Doch Mey saß auch zuhause und heulte über den Verlust ihrer Freundin.
Roy musste auch Draca bescheid sagen. So wählte er ihre Nummer. Claw war Draca's beste Freundin, und anderes rum. Was sollte er ihr sagen? Bei ihr musste er vorsichtiger sein.
"Was?", ging Draca garstig an ihr Handy.
"Draca ich muss mit dir sprechen!", sagte Roy und riss sich zusammen.
"Hmm?", Draca wurde sofort ruhiger, beunruhigt.
"Ich muss dir was wegen Claw erzählen!"

Draca schwieg, eine Gänsehaut zog über ihre Haut, sie hatte ein ungutes Gefühl. Aber auch Roy sagte plötzlich nichts mehr.
"Was ist mit ihr?", fragte Draca und Tränen sammelten sich in ihren Augen als sie Roy schluchzen hörte.
"Draca, bitte versprech mir das du mir bis zu Ende zuhörst und du nichts unüberlegtestes tun wirst, okay?"
"...okay!"
"Claw hat sich das Leben genommen!", als Roy das ausgesprochen hatte, lief die erste Träne über Draca's Wange.
"Verarsch mich nicht!", schrie Draca ihn mit tränenerstickter Stimme an, aber sie wusste das er nicht log.
"Tut mir leid, mir wäre es auch lieber wenn ich dich verarschen würde!"
Beide schluchzten.
"Wieso?", nuschelte Draca in den Hörer.
"Ich weiß es nicht!", konnte Roy nur antworten.
"Ist sie würdig gestorben?"
"Sie hat sich aufgeschlitzt!"
"Also würdig!"
Wieder schweigen.
"Was hat Aron dazu gesagt?", fragte Draca und versuchte ihre Trauer zu verstecken.
"Er weiß es noch nicht, ich muss ihn gleich anrufen!"
"Lass mich das machen!"
"Ja, okay, wenn du willst!"
"Wir hörn uns!", sagte Draca nur noch und legte auf.
Sie atmete einfach kurz durch.
"Claw was tust du mir an?"
Dicke Tränen flossen über ihre Wangen.
Sie öffnete eine Schublade und holte eine Mappe voller Bilder heraus. Alles Bilder die Claw gemalt hatte. Sie nahm das oberste Bild aus der Mappe. Claw hatte sich mit ihr gezeichnet. Tränen fielen auf das Blatt und verschmierten etwas die Farbe, als Draca das bemerkte legte sie das Blatt wieder in die Mappe. Sie versuchte die Tränen wegzuwischen, aber es kamen immer neue. Sie konnte einfach nicht aufhören.
Sie war einfach hinüber. Sie hatte es auch noch nicht ganz verstanden. Claw tot? Weg für immer? Nein, das konnte doch nicht sein.
Sie wollte aufstehen, ihre Knie gaben aber nach und sie fiel hin. Sie stemmte sich auf die Arme, das Gesicht angezogen, Tränen tropften auf den Boden.
Wie hatte Claw ihr so was antun können? Wie hatte sie einfach gehen können, in eine andere Welt, und sie hier alleine zurück lassen? Das war einfach mehr als unfair. Sie ließ sie einfach alleine. Sie hatte ihr versprochen, wenn sie sterben dann zusammen und was hatte sie getan?
Draca schaffte es aufzustehen und sich auf ihr Bett zu setzen. Sie nahm ihr Digitiergerät das auf dem Bett lag in die Hand. Sie drückte auf Play und schon hörte sie wie Claw eins ihrer Lieder sang. Ja sie wollten eine Band gründen, und sie hatten Lieder für die Band und Claw hatte sie öfter gesungen. Und nun, nun war Claw weg. Nochmehr Tränen liefen über Draca's Wangen als sie Claw's Stimme hörte und mittendrin ein lachen von ihr weil sie sich versungen hatte. Das alles sollte sie nie wieder original hören. Sie schaute auf ihren rechten Arm, ihre Handfessel zierten drei Narben.
Draca schloss die Augen.
Sie sah Claw vor sich. Sie sah sie vor sich wie sie an einem Fluss saßen, damals als sie Blutsschwestern wurden. Sie saßen dort und verbrannten Fotos. Sie lachten und freuten sich zusammen sitzen zu dürfen. Dann holte Claw die Rasierklinge aus ihrer Tasche. Sie hatten dies schon länger beschlossen. Beide ritzen dreimal in ihre Handfessel und dann legten sie das zu einem Kreuz aufeinander. "Jetzt sind wir Blutsschwestern!", sagte Claw und lächelte.
Draca öffnete die Augen und schaute sich wieder ihre Handfessel an.
"Claw du Miststück!", schniefte sie.
Sie griff nach dem Glas das auf ihrem Tisch stand und warf es voller Zorn gegen die Wand.
Sie ließ sich zurück in ihre Kissen fallen und fing hemmungslos an zu heulen.
In dem Moment fiel ihr Aron wieder ein.
Verheult wie sie war rief sie Aron an, es störte sie nicht wirklich.
"Aron ich muss dir was wichtiges sagen!", sagte sie und versuchte kein Stück ihre Traurigkeit zu verbergen.
"Draca, was ist los?", fragte dieser etwas verstört.
"Du wirst nie wieder mit Claw sprechen!"

"Wie meinst du das?", fragte Aron verwirrt und schüttelte verständnislos den Kopf. Er hörte das Draca weinte, irgendetwas musste passiert sein.
"Claw wird niemals wieder mit uns reden können... sie... sie hat uns verlassen!"
Draca schwieg.
"Wie äußert sich dieses verlassen... bitte Draca sags nicht!"
"Sie ist tot!", Draca schluchzte wieder los.
Aron war geschockt, verfiel einen Moment in eine starre, verstand es nicht.
"Ich... ich... ich ruf später zurück!"
Dann legte er auf.
Starrte eine Minute perplex an die Wand.
Dann stand er auf, machte einen Schritt, blieb stehen. Wusste nicht wohin.
Er ging einen Schritt weiter zur Wand und knallte seinen Kopf einmal ganz fest dagegen. Er taumelte etwas zurück, ließ sich auf sein Bett fallen. Dann lief die erste Träne über seine Wange.
Claw, seine geliebte, tot?
Nein das konnte doch einfach nicht sein!
Aber eine Frage brannte ihn grad noch auf der Seele. Hatte er sie verlassen, oder war es ein Unfall? Wieso hatte er nicht gefragt?
Er wischte seine Träne weg, das musste er wissen.
Er rief bei Draca an. Als diese abhob heulte sie immer noch.
"Eine Frage, hat sie sich umgebracht?", fragte er fast tonlos.
"Pulsadern aufgeschlitzt!", schniefte Draca.
"Danke!"
Dann legte er auch schon wieder auf.
Sie hatte ihn freiwillig verlassen. Was hatte sie dazu getrieben? Wieso hatte er es nicht verhindern können?
Eine weitere Träne lief über seine Wange.
So oft hatten sie Angst um sie gehabt. Aber das es jemals eintreten würde hätte niemand gedacht. Jedenfalls hatte es sich niemand gewünscht.
Gerade jetzt. Sie alle wollten bald mal wieder zusammen in Urlaub fahren, sie hatte sich am meisten drauf gefreut. Wieso hatte sie es getan? Wieso nur? Was hatte sie dazu getrieben?
Hätte er gewusst das er sie nie wieder sieht hätte er sich das letzte mal anders von ihr verabschiedet.
Er zog ein Foto von ihr unter dem Kissen vor. Der kleinen Schönheit, die sich für so hässlich hielt. Die nun nie wieder so süß lächeln würde.
Er schloss die Augen und sah sie vor sich.
Sie stand dort, etwas verschüchtert, lächelnd. Die hübschen Beine, schauten mal wieder aus einem ihrer kurzen Röcke raus die sie öfter trug. Er ließ seinen Blick an ihr hochstreifen. Hoch zum Gesicht, über die Lippen, die wunderschönen Augen und das braune kurze wilde Haar.
Er öffnete die Augen und schluchzte heftig. Das alles sollte nicht mehr lebendig sein?
Er dachte an ihren letzten Augenblick zusammen. Sie hatten am Bahnhof gesessen, gleich musste er fahren. Sie saßen da, sie hielt seine Hand, schaute ihm ab und zu in die Augen. Dann kam der Zug, sie umarmte ihn und flüsterte ihm ein trauriges: "Ich liebe dich!" ins Ohr, küsste ihn. Er wandte sich zur Bahn. "Thüss!" Er hatte ihr als er in der Bahn saß einen letzten Blick zugeworfen, sie sah nicht glücklich aus.
Er schüttelte den Kopf. Er wollte dieses Bild aus seinem Kopf vertreiben, er wollte sie sehen, aber nicht so traurig.
Er wollte sie wieder im Arm halten, wollte ihr sagen wie sehr er sie liebte. Aber das alles konnte er nie wieder.
Nie wieder ihr lachen hören. Sie nie wieder weinen sehen. Er würde sie auch nie wieder fluchen hören. Er würde gar nichts mehr von ihr hören.
Weitere Tränen liefen über seine Wangen.
Mehrere Stunden lag er auf seinem Bett und starrte einfach nur an die Decke. Niemand fragte nach ihm. Aber er rief nach Claw. Er konnte es einfach nicht fassen. Er wollte den grund wissen weshalb sie gegangen war.
Er wischte seine letzten Tränen weg und nahm wieder das Telefon in die Hand.
"Hmm?", meldete sich Draca, auch nicht gerade happy.
"Draca, ich will sie noch mal sehn. Ich will heraus finden weshalb sie es getan hat, oder weißt du es?"
Draca wischte sich über die Augen. Sie hatte die ganzen Zeit mit dem Gedanken über diesen Verlust gekämpft.
"Roy hat mir nichts gesagt. Ich kann gerne mal nachfragen wenn du magst!"
"Ich weiß was besseres!"
"Das wäre?"
"Lass uns zu Roy fahren, lasst uns alle Claw auf ihrem letzten Weg begleiten!"
"Ich will ihr folgen...!", sagte Draca und wieder liefen ein, zwei Tränen über die Wangen.
"Noch nicht. Bleib noch bei mir, bitte! Kommt mit mir zu Roy!"
"Ja okay.. wenn du magst. Ich komm so schnell ich kann!"
"Danke!"
Aron legte auf. Packte kurz ein paar Sachen in den Rucksack und ging aus dem Haus ohne Thüss zu sagen.

Dann stand er irgendwann einfach vor Roy's Tür. Er wartete lange bis Roy selbst ihm die Tür aufmachte. Es war spät am Abend.
"Aron... du hier?"
"Hallo, darf ich reinkommen?"
Roy bat ihn rein und ging mit ihm auf sein Zimmer.
"Draca wird auch bald irgendwann hier sein!", sagte Aron nur tonlos.
"Ich... ich werde Larco und Mey anrufen!"
Aron nickte nur.
Er saß stumm da und starrte in die Leere während Roy kurz mit Mey und Larco sprach.
Larco war innerhalb ein paar Minuten bei ihnen. Mey kam etwas später, aber sie brachte Draca mit.
Aron schaute sich unter seinen Freunden um. In allen Gesichtern lag diese Traurigkeit.
"Weiß einer von euch weshalb Claw uns einfach alle verlassen hat?", fragte er.
Alle schüttelten bedrückt den Kopf.
"Wie wär's wenn wir es heraus finden?", fragte Draca.
Die Freunde schauten sich untereinander an.
"Wie?", fragte Mey.
Alle sprachen recht tonlos, sie wollten nicht anfangen zu heulen.
"Roy darf ich mal telefonieren?"
Roy nickte und gab ihr das Telefon.
Sie wählte eine Nummer und bat die anderen still zu sein.
"Ja hallo hier ist Draca. Ich... ich wollte was fragen. Wissen sie, also hört sich vielleicht verdammt blöd an, aber wir haben Claw alle sehr gemocht und es tut mir auch für sie Leid, aber ich wollte fragen, ob wir uns ein paar Andenken aus ihrem Zimmer mitnehmen dürfen... ob wir es noch einmal sehen dürfen?"
Stille. Draca sagte nur ab und zu "hmm".
"Ja okay. Ja danke, wir kommen gleich kurz vorbei... okay... danke... thüss!"
Dann legte sie auf.
Die anderen schauten sie erwartend an.
"Wir gehen gleich bei ihr vorbei, vielleicht hat sie doch irgendwas hinterlassen!", erklärte Draca.
Dann machten sich die Freunde auf den Weg.

Wenig später standen sie in Claw's Zimmer. Nur Claw's Schwester war zuhause und ließ sie gewähren.
Ihr Zimmer war noch immer so wie sie es verlassen hatten... mit den großen Blutflecken auf dem Teppich und auf dem Bett. Ihnen schossen gleich wieder Tränen in die Augen als sie das sahen. Draca krabbelte aufs Bett und nahm die Rasierklinge in die Hand. Damit hatte sie sich umgebracht. Mit dieser popeligen Rasierklinge.
Sie drückte die Hand fest zu einer Faust zusammen, aus Wut auf diese dumme Rasierklinge. Blut tropfte von ihrer Faust herab doch sie bemerkte es nicht.
Aron tippte sie an und zog ihren Arm an sich, ließ sie die Faust öffnen aus der es stark blutete. Er nahm die Rasierklinge und warf sie in den Mülleimer. Draca schaute ihn mit feuchten Augen an. Dann fiel sie ihm um den Hals und weinte leicht.
"Ich verkrafte das nicht!"
Aron strich ihr tröstend über den Rücken.
"Claw's neuste Story!", sagte Roy plötzlich.
Er stand an ihrem Schreibtisch auf dem ein offener Block lag.
"Ich hatte das letzte Mal keine Zeit sie zu lesen!"
Er schlug zur ersten Seite und las laut vor:
"Selbstmord!
"Nein!"
Geschockt ließ Larco den Hörer fallen, er konnte es nicht fassen. Er schüttelte den Kopf, Tränen rannen seine Wangen hinunter.
"Wieso nur?"
Er war starr."

"Mein Gott!", unterbrach ihn Larco geschockt.
Die anderen schauten ihn fragend an.
"Genau so war es als ich angerufen wurde!"
"Lass uns mal weiter gucken!", sagte Draca und nahm Roy den Block aus der Hand.
Sie laß weiter vor. Die anderen hingen geschockt an ihren Lippen.
""Claw's neuste Story!", sagte Roy plötzlich.
Er stand an ihrem Schreibtisch auf dem ein offener Block lag.
"Ich hatte das letzte Mal keine Zeit sie zu lesen!""

Draca liefen einige Tränen über die Wangen sie war nicht fähig weiter zu lesen.
"Alles ist so geschehen wie es dort drin steht!", sagte Larco heiser.
"Warte!", sagte Draca und schluchzte. "Hier steht noch ein Kommentar!
Meine Freunde hatten nicht einmal Zeit dafür diese Story zu lesen. Sie hat keine zeit dafür darüber nachzudenken was dadurch in mir vorgeht. Sie alle hatten keine zeit in letzter Zeit. Ich bin ihnen wohl nicht mehr wichtig. Als ich neu bei ihnen war, war das alles anders. Nun, nun ist die schöne zeit vorbei. Ich werde den Platz räumen damit sie endlich mehr zeit für andere Dinge haben. Sie hatten nicht einmal Zeit hierfür...! Ich hatte gehofft dass ich niemals herausfinden muss, ob ich mit dieser Story recht hatte. Okay, ich werde es niemals heraus finden, aber ihr werdet. Sollten wir uns jemals wieder sehen, sagt mir ob ich recht hatte... Lebt wohl!"
Diese Stück des Blattes zierten die ersten Blutspritzer.
Draca schluchzte laut los.
"Scheiße!", sagte Roy und auch ihm kullerten wieder Tränen die Wangen hinunter.
"Wir haben sie vernachlässigt!", sagte Larco und schniefte.
"Deshalb hat sie uns verlassen!", ergänzte Draca.
"Das ist mir zu unheimlich!", sagte Mey und trat eine Schritt aus dem Zimmer raus.
"Was ist?", fragte Aron.
Mey schüttelte den Kopf.
"Das... das geht doch nicht!"
Sie rannte aus der Wohnung. Niemand von den anderen versuchte sie zurück zu holen. Mey war nicht so eine gute Freundin von Claw gewesen wie die anderen.
Draca liefen immer noch Tränen die Wangen hinunter.
"Ich will ihr folgen!", schniefte sie nur und ging auf die Knie.
Aron kniete sich neben sie.
"Ich will auch zu meinem Engel!"
Draca schaute ihn an. Sah neue Hoffnung für das was sie wollte in seinen Augen. Dann schauten die beiden Larco und Roy an.
Roy schloss zuerst die Augen und drehte seinen Kopf. Dann sah er wieder Draca an. Larco griff in den Mülleimer und holte die Blutverschmierte Rasierklinge heraus.

Ein Blick in das Blutverschmierte Zimmer von Claw. Auf ihrem Schreibtisch liegt immer noch der Block. Ein leiser Wind zieht durch das Zimmer, blättert im Block herum. Er bleibt auf einer Seite weit hinten stehen:
Mey sitzt vor dem Fernseher, sieht kurz Nachrichten. Bilder von vier Leichensäcken die hinausgetragen werden fliegen über den Bildschirm. Die Nachrichtensprechin erzählt: "In dem Zimmer, in dem sich das junge Mädchen Claw gestern das Leben nahm....

"...kamen heute 4 weitere junge Leute ums Leben...!"
Mey schaltete den Fernseher aus und fing schluchzend an zu heulen.  


Ende
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