The Case of the Asashi-Notice

von Ahiku
GeschichteDrama / P18
Conan Edogawa
10.04.2004
10.04.2004
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The case of the Asashi-Notice

"The aims of the Asashi Shimbun are to promote information and human exchange in Asia and one of whose major activities is to organize research teams, consisting of our reporters and guest researchers from outside the company, to conduct joint research on pressing themes that are indispensable for mutual understanding in Asia. It also invites young people to mid-career reporters from major Asian newspapers to Japan and supports them in their Japanese studies and of course, reporting activities...."

Ein Blitzgewitter breitete sich im Saal aus. Unzählige Reporter machten Fotos, Kamerateams filmten und überall sah man Leute mitschreiben.

Der Mann, der eben gesprochen hatte, griff in seine Jackettasche und zog ein blütenweißes Taschentuch heraus, wischte sich damit den Schweiß von der Stirn.

Er griff zu seinem Wasserglas und genehmigte sich ein paar Schlucke, bevor er wieder anfing, in ein endloses, englisches Gerede zu verfallen.

Conan hüpfte von einem Fuß auf den anderen.

"Ich muss mal, Ran, ich halts jetzt echt nicht mehr aus!"

Ein bettelnder Blick traf die Braunhaarige.

"Na gut, von mir aus geh! Trödel aber nicht so lange, hörst du? Ich habe Paps versprochen, auf dich aufzupassen."

"Jaha!", sagte der Kleine und begab sich mehr oder weniger stolpernd aus dem Saal. Aber er rannte an der Toilette vorbei, würdigte sie nicht einmal eines Blickes. Er rannte aus dem Gebäude, welches sich riesig und dennoch sehr unscheinbar in den Himmel streckte.

Conan blieb stehen und atmete erst einmal tief durch. Das war ja nicht zum Aushalten. Dieser Stümper war wohl der einzige Mensch auf der Welt, der seine Kinder mit zu so einer Werbeveranstaltung für eine japanische Zeitung nahm...

Was genau es war, wusste Conan nicht einmal, nur dass der Redakteur wohl eine Rede hielt, die für das Ausland bestimmt war, ansonsten wäre sie wohl kaum Englisch gewesen.

Er schüttelte den Kopf.

Das einzige, was Kogoro dabei interessierte war das Gratismenue, welches ihn hinterher erwartete.

Ein tiefer Seufzer verließ Conans Kehle. Zu gerne hätte er jetzt seinen Fußball gehabt und ein wenig damit jongliert...

Aber so langsam musste er wohl wieder zurück, sonst würde er später noch nen Kopf kürzer sein, wenn Ran mit ihm fertig wäre...

Seine jetztige Größe war ihm schon klein genug...

In sich hinein hoffte er, dass die Rede vorbei sein würde, als er zurück in das triste Gebäude trabte. Er ging wieder an der Toilette vorbei, da sah er eine aufgebrachte Person darauf zustürmen.

-Ach du je...schnell rein da!-

Er öffnete die Tür einen Spalt breit und tat dann so, als käme er gerade raus.

"Hallo Ran, hat etwas länger gedauert...ehehe..."

Ein ungläubiger Schlitzaugenblick traf den Grundschüler.

"Das kannst du mir nicht erzählen Conan! Du warst 20 Minuten weg, ich habe mir Sorgen gemacht!"

Sie stämmte die Arme in die Hüften.

"Dich kann man wirklich nicht aus den Augen lassen. Wo ist er, gib ihn her!"

Conan schaute Ran verwirrt und fragend an.

"Was?"

Sie streckte die Hand aus und schaute ihn immer noch ernst an.

"Na, den Game Man!"

"Game Man???"

"Jetzt tu doch nicht so! Du saßt doch sicher auf dem Klo und hast mit deinem blöden, piepsenden Game Man gespielt!"

Es dauerte weitere 10 Minuten, Ran zu überzeugen, dass er keinen Game Man dabei hatte, doch wenn er es sich recht überdachte, kam es ihm eigentlich entgegen, denn so konnte er noch ein wenig der Zeit totschlagen.

-Mein Gott, ist mir langweilig...-

Jetzt saß er an einen der Plätze, die rings um den Saal verteilt waren und musste sich weitere Redner anhören.

Ran saß neben ihm, ermahnte ihn ständig er solle sich benehmen und nicht herumzappeln. Und Kogoro, der hatte seinen Kopf in den Nacken gelegt, und schien eingepennt zu sein.

-Typisch...-, dachte sich der Geschrumpfte, beobachtete die Leute. In der einen Ecke des Saals saß ein finsterer Zeitgenosse. Conan lief ein kalter Schauer über den Rücken, als er dessen Blick sah. Kälter als Eis...

Der Koloß zog an seiner Zigarette, dann holte er ein kleines Stück Papier aus seiner Jackentasche, tat es in die Zeitung, in welcher er bis eben gerade noch geblättert hatte und schmiss diese schließlich auf das kleinen Tischchen neben sich. Dann stand der auf, blickte sich noch kurz im Saal um und ging.

Conan sprang auf. Das musste er jetzt wissen. Sofort rannte er in die andere Hälfte des Saals, beachtete die wütenden Rufe Rans nicht und zückte schon mal sein Notizbuch.

Unauffällig blickte er sich um. Der große Typ guckte gerade nicht hin, also zog er das Zettelchen vorsichtig zwischen den Zeitungsblättern hervor und las: "prujhq xp sfhuxqgczdqclj xku efqwhu ghp kdlgrkrwhi "

Leicht verwirrt schrieb er sich die Buchstaben ab.

"Es gibt keine Probleme, es gibt nur Herasuforderungen...", murmelte er in seinen nicht vorhandenen Bart, steckte den Zettel unbemerkt wieder zurück und begab sich auf seinen Platz.

Er achtete gar nicht auf die Beschimpfungen seitens Ran, viel mehr fixierte er seinen Blick auf den Tisch und die Zeitung mit dem Zettelchen, welche darauf lag.

Es interessierte ihn zu sehr, für wen diese Nachricht bestimmt war. Die Minuten krochen förmlich und keiner schien sich für die Zeitung zu interessieren. Er blickte kurz zur Bühne. Jetzt sprach ein nervöser, junger Mann, sicher nicht älter als 25.

Seine Stimme zitterte und bebte. Seine Hände umschlossen krampfhaft den Zettel, auf welchem die Worte standen, die er zu sagen hatte.

Als er seine Rede beendet hatte und ein erneutes Blitzgewitter ausbracht, verließ er so schnell wie möglich sein Rednerpult und mischte sich unter die Menge.

Keine 10 Minuten später sah Conan den Typen aus einer Ecke hervorschreiten. Dieser entdeckte die Zeitung und setzte sich an den Platz, andem vorher dieser finstere Kerl gesessen hatte.

Mit zitternden Händen schlug er diese auf und fand auch gleich darauf das Zettelchen. Dann tat er so, als würde er lesen, danach schlug die Zeitung wieder zu und legte sie auf den Tisch zurück. In seiner Hand hatte er den Zettel. Er biss sich auf die Unterlippe und steckte ihn dann in seine Hemdtasche.

Conan indessen blieb auch nicht untätig und hatte die Botschaft bereits entschlüsselt. Eigentlich war es nur eine einache Textverschlüsselung, und der Schlüssel in diesem Falle war A-D. Das hieß, dass alle Buchstaben um 3 Stellen nach vorn verschoben wurden.

- Aus "prujhq xp sfhuxqgczdqclj xku efqwhu ghp kdlgrkrwhi " wird dann also:

Morgen um vierundzwanzig Uhr hinter dem Haidohotel...Das war die Nachricht. Ziemlich einfach gestrickt und nicht sonderlich einfallsreich, und trotzdem... Da bin ich auf allem Anschein nach auf eine faule Sache gestoßen, beide dieser Typen verhalten sich unwarscheinlich auffällig...

Am Besten, ich gebe Onkelchen bescheid...Das stinkt gewaltig!-

3 Stunden später gingen sie dann endlich nach Hause.

"Mann, dieses Gratismenue war ja wohl voll die Pleite...", sagte Kogoro maulend und schob sich noch den letzten Rest des Reisbällchens rein, welches er sich in eine Serviette gewickelt und als Wegzehrung mitgenommen hatte.

"Nichts als schlecht gemachte Snacks...das Sushi war zu lasch gewickelt, die Reisbällchen waren versalzen und von diesen merkwürdigen Sandwiches will ich gar nicht erst sprechen..."

"Paps!", protestierte Ran.

"Und Bier gabs auch keins! Nicht mal ein kleiner Absacker war drin! ...", unterbrach dieser seine Tochter erneut mit lauten negativen Gedanken.

Dann blickte er Ran und Conan mit finsteren Blick an.

"Nur weil ihr zwei unbedingt bei dieser komischen Veranstaltung dabei sein wolltet..."

"JETZT HÖR MIR ABER MAL ZU, PAPS!", schrie Ran und sendete einen Karatekick aus, der ihren Vater nur ganz knapp verfehlte.

"DU wolltest unbedingt zu dieser grauenhaften Veanstaltung. WIR nicht! Du wolltest unbedingt, dass wir mitkommen, weil es da ein kostenloses Essen gab! Und das war, wie du bemerkt hast, nicht einmal sonderlich gut! Da hätte ich in der ganzen Zeit, die wir dort vergammelt haben etwas viel Schöneres zubereiten können!"

"Paperlapapp! Kostenlos ist und bleibt kostenlos! Der Junge da frisst mir sowieso die Haare vom Kopf!"

Er deutete auf Conan, welcher das jedoch überhaupt nicht mitbekam, da er immernoch gedanklich an die merkwürdige Botschaft vertieft war.

"Conans Eltern haben erst neulich Geld überwiesen! Sag bloß, du hast es schon versoffen, Paps!", konterte Ran sofort.

"Was sagst du eigentlich dazu, du Nervenzwerg!", unterbrach Kogoro Conan plötzlich in seinem Gedankenfluss.

"Was?", fragte dieser. Doch schon stritten sich Vater und Tochter erneut weiter, beachteten den Stöpsel gar nicht mehr.

Aber Conan hörte auch auf, sich weiter darüber den Kopf zu zerbrechen, er hatte sowieso keine weiteren Anhaltspunkte. Auf jeden Fall würde er sich morgen abend erst einmal unauffällig hinter dem Haidohotel umschauen...

Es war 22 Uhr am nächsten Abend.

"Gute Nacht, ich bin müde und leg mich hin!", sagte der Geschrumpfte und drückte sich ein falsches Gähnen raus. Schon im Pyjama trabte er die Treppe von der Detektei hinauf in die Wohnung der Moris.

"Gute Nacht, Conan, schlaf gut!", rief ihm Ran noch hinterher.

Doch an Schlaf wollte der Grundschüler gar nicht denken. In seinem Zimmer angekommen zog er sich den Schlafanzug wieder aus. Seine anderen Sachen hatte er noch drunter und öffnete die Tür, schlich sich die Treppen wieder runter, vorbei an der Detektei. Er musste ziemlich aufpassen, denn ständig fixierte Ran ihren Blick zur Tür, welche einen Spalt breit offen stand.

Letztendlich gelang es Conan allerdings doch, sich unbemerkt aus dem Hause Mori zu schleichen.

Die Nacht umschlung die Großstadt, umhüllte sie mit ihrem Dämmerlicht. Doch dunkel war es nie, nicht in den belebten Einkaufsvierteln Shibuya oder Shinjuku. Unzählige Leuchtreklameschilder tauchten das nächtliche Treiben in ein neonfarbenes, künstliches Licht. In weiter Entfernung erkannte man nur noch die Silhouette der vielen Häuser und Wolkenkratzer.

Conans schnelle Schritte hallten laut in der Nacht wider. Er selbst benutzte dunklere Wege, Schleichwege durch enge Gassen. Die Dunkelheit umhüllte seinen Körper, machte ihn zu einem wandelnden Schatten.

Endlich erreichte er den Hotelriesen und blickte an dem Wolkenkratzer empor. Jetzt musste er nur noch hinter das Haido-Hotel kommen.

Der Eingang des Hotels war hell erleuchtet, und wirkte sehr einladend und warm. Dahinter sah es schon ganz anders aus. In der Dunkelheit verbarg sich die finstere Gestalt von der Werbeveranstaltung. Zu sehen war nichts weiter als der rot-leuchtende Glimmpunkt seiner Zigarette. Conan erspähte schwach die Umrisse des Riesen. Er duckte sich hinter den Wandvorsprung, wagte kaum zu atmen, da eine drückende Stille herrschte, welche er nicht zu durchbrechen wagte. Er wollte sich nicht ausmalen, was passieren sollte, wenn er entdeckt werden würde...

Ein Blick auf seine Uhr verriet ihm, dass es 10 Minuten vor Mitternacht war.

-Hoffentlich taucht dieser nervöse Kerl bald auf. Ich wüsste zu gern, ob er von dem Koloß da hinten bedroht wird. Ob es sich hier um Korruption handelt? Obwohl, das glaube ich eigentlich weniger...wohl eher um...-

Ja, sein Verdacht bestätigte sich. Als der junge Mann endlich erschien, wurde er Zeuge der dunklen Geschäfte, die Beide miteinander führten...

Der Nervöse zog eine Plastiktüte aus der Westentasche. Vorsichtig überreichte er sie dem Riesen. Conan konnte von Glück reden, dass sich seine Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnten und er mehr sehen konnte als nur die Silhouette der da handelnden Personen. Er wusste zu gut, was sich da in dem Plastiktütchen befand.

"Das ist der allerfeinste Stoff...", hauchte der Grundschüler...

-Rauschgift...und das ist nicht gerade wenig, dafür bekommt man sicher ein schönes Sümmchen...ich schätze, das ist reines H [Anmerkung der Redaktion: sprich Äitsch, für alle dies net wissen: Heroin, aba ich denke, diese Anmerkung ist eigentlich sinnlos...tut mir leid *verbeug*]

Doch, was tut der da...-

Verwundert richtete Conan seinen Blick auf das sich ihm bietende Szenarium. Anstatt eine gewaltige Summe zu bekommen, überreichte der Riese dem Nervösen nichts weiter als einen Zettel, genau so einen wie der am Vortag in der Zeitung.

Dann konnte er nur noch das dreckige Grinsen des Giganten erkennen, bevor er in seine Richtung schritt, den jungen Mann noch einmal anrempelte, so dass dieser schmerzvoll aufstöhnte und zu Boden fiel.

Schnell duckte sich der Oberschüler in Gestalt eines Kindes hinter den Wandvorsprung und stoppte sein Atmen. Der Riese schritt an ihm vorbei, und entdeckte ihn nicht.

Erleichtert atmete Conan aus, sah wieder zu dem anderen, der immer noch auf dem Boden saß und den Zettel begutachtete, den er soeben bekommen hatte. Er rieb sich die Stirn und einen Moment schien es Conan als würde er...

-Sag mal, heult der?-, fragte er in sich hinein und wagte es, einen Schritt hinter seinem schützenden Vorsprung vor zu gehen.

Konfus richtete er seinen Blick auf den Verzweifelten, wusste nicht so recht, ob er sich bemerkbar machen sollte.

Plötzlich zerknüllte der Mann den Zettel und warf ihn im hohen Bogen in die Dunkelheit. Er blickte sich um.

Conan blickte dem Zettel reflexartig hinterher, wäre am liebsten losgelaufen, um ihn sich zu holen.

Eine unscheinbare, kleine Bewegung musste ihn verraten haben, denn der junge Mann blickte nun immerfort zu ihm.

"Was machst du hier?"

Seine Stimme schnitt sich durch die Luft, drang tief in Conans Kopf und lies ihn aus einer Art Starre aufschrecken, die er bis eben angenommen hatte.

Der Grundschüler zuckte zusammen.

"Ich habe gespielt...", erwiederte er in einem Unschuldston, den nur ein kleines Kind zu Stande bringen konnte, trat gänzlich hinter seinem Unterschlüpf hervor.

"Um diese Uhrzeit? Was sagen denn deine Eltern dazu? Ist das nicht ein bisschen spät?"

"Die sagen gar nichts dazu! Die wissen gar nicht, dass ich hier bin!"

Ein selbstsicheres Grinsen bildete sich auf Conans Lippen. Wenn er ihm hier schon so Angesicht gegen Angesicht stand, konnte er eigentlich auch gleich ein wenig mehr in Erfahrung bringen und dieses scheußliche Getue ablegen. Dieser Mann hatte sichtlich irgendein Problem, und das galt es jetzt ausfindig zu machen.

"Mich können sie nicht hinters Licht führen, ich habe selbst gesehen, welch dunkle Geschäfte sie mit dem Hühnen geführt haben. Sie haben ihm Drogen verschafft"

Er blickte zur Seite, in die Richtung, in die der Mann den Zettel geworfen hatte. Sein Gesicht war mit vielen Schatten bedeckt und machte seine Augen so ziemlich unichtbar.

Ein kalter Schauer fuhr dem nervösen jungen Mann über den Rücken. Dieses Kind war ihm irgendwie nicht geheuer, richtig unheimlich.

"Dafür mussten sie sicherlich ein schönes Sümmchen hinlegen...und das alles nur für ein kleines wertloses Zettelchen...", sagte er, während er den Mund verzog und somit einen ziemlich naiv-kindlichen Gesichtsausdruck auf sein Gesicht zauberte, der ganz von dem abwich, den er eben noch aufgesetzt hatte.

Dabei verschränkte er die Arme hinter dem Kopf und sah den Mann treudoof an.

Auf dessen Lippen bildete sich ein tieftrauriges Lächeln.

"Also, wertlos ist dieser Zettel wirklich nicht, mein Kleiner...", sagte er in einer beruhigend wirkenden Stimme.

"Es hängt sehr viel davon ab. Und die Summe, die ich für das Rauschgift habe hinblättern müssen, ist Nichts im Vergleich zu dem, was ich verlieren könnte..."

"Achso?", fragte der Grundschüler, wollte dem Mann noch mehr entlocken.

Dessen Augen blickten ihn durchdringend an.

"Für dein Alter bist du aber ziemlich neugierig..." Er zog einen Mundwinkel hoch.

"Nunja, was soll ich sagen? Ich heiße Conan Edogawa und bin ein Detektiv!"

Der junge Mann wirkte erst ein wenig erstaunt, stellte sich dann aber als Hidetoshi Yamada vor, 22 Jahre alt.

"Meine kleine Schwester, Yuriko...dieser Hühne hält sie als Geisel! Wenn ich die Polizei einschalte, bringt er sie um! Er verlangt von mir, dass ich ihm Drogen verschaffe, weil ich früher einmal in dieser Szene tätig war. Ich hatte eine dreckige Vergangenheit, ich weiß ja!" Er wischte sich über die Augen, konnte nicht verhindern, dass sich die Tränen ihren Weg bahnten.

"Aber das ist längst vorbei! Ich bin wieder clean, und das schon seit Jahren! Und Yuriko konnte doch auch nichts dafür..."

Ein tiefer Schluchzer verließ seine Kehle.

"Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll, ich kann nicht mehr!" Er fiel in sich zusammen, sank einfach auf die Knie und klammerte sich an den Grundschüler, der ihn mit ernstem Blick anschaute.

"Diese ständige Schnipseljagt halte ich nicht mehr aus...das geht jetzt schon fast eine Woche so. Ich weiß nicht, wie lange ich den Stoff, den er verlangt noch auftreiben kann..."

Seine Stimme wurde immer brüchiger, Conan spürte seine Verzweiflung und Ratlosigkeit nur allzu deutlich.

"Ich habe Angst!"

Der Junge stand regungslos da. Er konnte nichts tun. Nichts, als einfach da zu sein.

"Bleiben sie ganz ruhig. Ich bringe sie in die Detektei Mori. Mein Onkel ist ein sehr guter Detektiv...

Der wird ihnen sicher weiterhelfen können...besser als ich." Ein Lächeln schmückte seine Lippen.

"Ich bin ja nur ein kleiner *Junge*..."

Dann reichte er dem am Boden sitzenden seine Hand. Dieser ergriff sie auch ohne zu zögern.

"Wer Hilfe sucht, der wird sie auch finden!"

Noch immer war Tokio in ein grelles Neonlicht getaucht. Die Nacht war noch längst nicht vorbei.

Conan saß mit Hidetoshi in der U-Bahn in und wollte nach Hause fahren. Was er eigentlich Ran und Kogoro sagen wollte, wusste er noch nicht. Aber das war auch unwichtig.

-Das stinkt, aber gewaltig...wieso veranstaltet der Hühne so eine Zetteljagt...ich habe ein ungutes Gefühl, nicht das Yuriko schon längst...-

"Sagen sie mal, Hidetoshi...", begann der Kurze mit einer schläfrigen Stimme.

"Was ist denn, Kleiner?"

"Gab es eigentlich irgend ein Lebenszeichen von ihrer Schwester, seit sie sich in der Gewalt dieses Mannes befindet? Haben sie sie seitdem einmal kurz gesehn oder gesprochen?"

"Ja...ich habe ganz kurz mit ihr gesprochen, am zweiten Tag. Ich höre noch ganz genau die Verzweiflung ihrer Stimme in meinen Ohren widerklingen. Sie hatte ja solche Angst, panische Angst! Und ich konnte nichts tun, rein gar nichts!"

Seine Hände krallten sich in den Stoff seiner Hose, er verkrampfte sich. Sein ganzer Körper bebte und bibberte.

"Ich habe unseren toten Eltern doch versprochen, gut auf sie aufzupassen! Was bin ich nur für ein Bruder...erst wurde ich abhängig von diesem Scheiß! Aber ihr zu Liebe habe ichs überwunden und noch mal neu angefangen. Habe meinen Namen geändert, damit auch gar keiner etwas über meine Vergangenheit erfährt...das ist doch alles schon fast fünf Jahre her. Und da kam dieser Kerl...

Ich weiß gar nicht warum ich dir das alles erzähle, Junge. Du bist noch klein und kannst das gar nicht begreifen...außerdem wollte ich immer, dass es niemand erfährt..."

Conan sah nach draußen. Der Untergrund Tokios war trist und monoton, genauso wie das Fahrgeräusch der U-Bahn. Er atmete schwer ein und aus.

Hidetoshi schwieg eine Weile. Dann sah er den Jungen neben sich an und schenkte ihm zum ersten mal ein wohl ernst gemeintes Lächeln.

"Auf jeden Fall danke ich dir, mein Junge, für alles, was du bisher getan hast. Vielen Dank, kleiner Detektiv..."

Er durchwuschelte die Haare des Grundschülers, sodass diese ihm noch strubliger als sonst vom Kopf abstanden. Ein Pfeiffen ertönte. Die Türen der Bahn öffneten sich. Vereinzelt erhoben sich die paar Leute von ihren Sitzen, und bequemten sich zu den Ausgängen. Auch Conan und Hidetoshi taten dies.

Jetzt waren es nur noch ein paar Minuten bis zur Detektei.

Dort wurde der Bebrillte auch schon erwartet.

"CONAN! Ich glaub ich werd noch verrückt! Du kannst doch nicht einfach so mirnichts dirnichts verschwinden, und das auch noch mitten in der Nacht! Weißt du eigentlich, dass ich vor Sorge fast gestorben wäre?Das kannst du nicht machen, ich bin sehr enttäuscht von dir!"

"Bitte hör auf mit ihm zu schimpfen, Mädchen!", mischte sich Hidetoshi ein.

"Wie bitte?"

Ein wenig später wussten auch Ran und Kogoro von diesem Fall.

"Aber das ist ja schrecklich!", sagte Ran konfus.

Sie richtete ihren Blick gen Boden.

"Was stand denn auf dem Zettel, den sie gerade erhalten haben?", fragte Kogoro.

"Der nächste Treffpunkt, die Uhrzeit...und diemal wollte er noch mehr Stoff haben...ich halt das echt nicht mehr aus, ich weiß nicht, woher ich das Geld nehmen soll! Und die Abstände der Übergabe werden auch immer kürzer. Am Anfang wollte er noch recht wenig, und es waren Abstände von mindestens 12 Stunden, die ich Zeit hatte, um das Heroin aufzutreiben...Aber jetzt sind es nur noch 6 Stunden. Das schaffe ich nicht, das schaffe ich einfach nicht..."

Er schluchzte.

"Und er hat gesagt, sollte er auch nur einen Polizisten oder etwas ähnliches in meiner Nähe sehen, dann bringt er sie sofort um..."

"Dann müssen wir es eben so veranstalten, dass er es nicht bemerkt...", meinte Kogoro.

"Als erstes müssen sie den geforderten Stoff auftreiben..."

"Onkel!", meldete sich der Grundschüler zu Wort.

"Was ist denn? Du solltets doch schlafen gehen!"

Dann flog ein kleines Plastiktütchen durch die Luft. Kogoro fing es etwas verwirrt auf.

"Was ist das? Conan, wo hast du das her?"

"Das ist Puderzucker aus der Küche!" (Fragt mich nicht, ob das geht...ich kenn mich damit nun wirklich nicht aus...)

"Vielleicht kann man ihn so täuschen und dann überführen.", sagte der Kleine und wippte unruhig auf seinem Stuhl hin und her, auf dem er sich kurz zuvor niedergelassen hatte.

"Hm, einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert...", meinte Mori.

"Sie übergeben ihn das Päckchen mit dem Puderzucker und hoffen, er bemerkt den Unterschied nicht. Wir verstcken uns irgendwo in der Nähe, und wenn er wieder abzwitschern will, nehmen wir ihn fest."

"Ist gut, versuchen wir es...", sagte Hidetoshi zaghaft.

Der nächste Treffpunkt war hinter dem Beika-Hotel, um 6 Uhr in der Frühe. Hidetoshi begab sich auf den Weg hinter das besagte Gebäude. Hektisch atmend blickte er sich um. Der finstere Zeitgenosse schien noch nicht da zu sein. Auch ein Aufgebot an Polizei lauerte schon in ihren Verstecken, natürlich bedacht darauf unbemerkt zu bleiben. Darunter auch Kogoro und...

"Conan!", zischte der *Meisterdetektiv*. "Ich hab dir doch gesagt, du sollst zu Hause bei Ran bleiben! Hörst du eigentlich auch einmal auf das, was man dir sagt?"

Doch der Grundschüler gab nur ein dreistes "Psssssssst" als Antwort. Dann richtete er seinen Blick auf das Geschehen.

Hidetoshi fummelte nervös an seiner Jacke herum, suchte das Päckchen mit dem Puderzucker heraus, blickte sich immer wieder um.

-Seltsam, laut Hidetoshis Aussagen, hat sich der Riese noch nie verspätet...er sagte doch, er hätte immer auf ihn gewartet...seltsam...-

Auf einmal durchbohrte es Hidetoshi wie ein Blitz. Ein kalter Blick ließ ihn erstarren. Er sah sich um und entdeckte den Hühnen auf einem flachen Dach eines der nebenstehenden Häuser. Mit geweiteten Augen tat er ein paar Schritte zurück, bis er an eine Wand des Hotels stieß...

"Was ist da los, da stimmt doch etwas nicht...", bemerkte Kogoro.

"Oh nein!", entfuhr es Conan.

"Onkel Kogoro, da auf dem Dach!"

Die Mündung einer Pistole war auf Hidetoshi gerichtet.

"Du glaubst wohl, so einfach kommst du mir davon, Hideaki Haramachi."

"Es gibt keinen Hideaki Haramachi mehr, der ist schon lange gestorben...", gab der Angesprochene kühl zurück. Er nahm seinen ganzen Mut zusammen.

"Und ich weiß auch nicht, was ich ihnen getan habe, weshalb sie meine Schwester entführen und mich per Zetteljagt durch ganz Tokio wandern lassen..."

"Hast du unsere alte Rechnung vergessen, Haramachi? Ich hab dir doch damals gesagt, eines Tages bring ich dich um." Seine raue Stimme schnitt sich durch die Luft und bohrte sich unangenehm in Hidetoshis Kopf.

"Was macht der denn da?", fragte sich Kogoro.

-Das interessiert mich aber auch ! Will der dem ins offene Messer laufen? Was der treibt ist gefährlich. Solche Typen sind unberechenbar, wenn ich ihn schon sehe, bin ich mir sicher, dass sein Weg mit Leichen gepflastert ist. Diese Augen, da laufen einem kalte Schauer über den Rücken. Ich hoffe, Hidetoshi reizt ihn nicht all zu sehr...-

"Ich weiß nicht, wer sie sind, und was ich ihnen getan habe!", gab Hidetoshi schon halb schreiend zurück.

"Ich verstehe nicht, was sie von mir wollen! Sie sollen meine Schwester frei und uns dann endlich in Ruhe lassen!"

"Was ich von dir will...? Hahahaahaaha!", sein höhnendes Gelächter schnitt sich durch den langsam heranbrechenden Morgen.

"Vielleicht sagt dir RyoTtsukiji was."

"Ryo...?" Conan bemerkte, wie Hidetoshis Gesichtszüge entgleisten. Er wurde weiß im Gesicht. Kalter Schweiß bildete sich auf seiner Stirn...

-Ryo...kommt mir bekannt vor...aber natürlich, das wa vor 6 Jahren, ich erinnere mich schwach. Ryo Tsukiji...ein Drogendealer, der der Polizei in die Hände gelaufen war. Er verbrachte wohl ewige Zeiten im Knast...-

"Wegen dir saß ich eine sehr lange Zeit im Gefängnis, Hideaki...Ich fand es überhaupt nicht nett von dir, dass du mich einfach in die Hände der Polizei hast laufen lassen...du hättest mich warnen sollen...und ich dachte immer, wir wären Freunde..."

Blanke Ironie hallte im Klang seiner Stimme wider.

"Wir sind niemals Freunde gewesen. In diesem Geschäft hat man keine Freunde, alle sind nur auf eines hinaus...da kennt man nur noch sich selbst..."

Dann rutschte er an der Wand hinab, sackte regelrecht zusammen. Er hielt es nicht mehr aus, er wusste nicht mehr, was er tun sollte. Sollte er ihn doch erschießen, es hatte doch eh keinen Sinn mehr...

"Aber...", fing der Hühne wieder an...

"Was bringt es mir, wenn ich dich erschieße...es wäre doch viel schöner, wenn ich dir etwas nehme, was dir sehr viel bedeutet... außerdem sagte ich KEINE POLIZEI!!!"

Conan biss die Zähne zusammen...

-Verdammt!-

Dann zog er einen ausgemergelten Körper an sich. Hidetoshis Blick wanderte nach oben, er rappelte sich wieder auf.

"YURIKO!!!" Sein verzwiefelter Ruf hallte durch die Nacht.

"YURIKO, NEIIIIIN!!!"

Der Hühne hob die Pistole und hielt sie an Yurikos Schläfe.

"Du darfst sie nicht umbringen! Töte mich, aber lass sie am Leben, ich bitte dich!!!", versuchte sich Hidetoshi. Verzweifelt ging er auf die Knie.

"Bitte...töte mich an ihrer Stelle..."

Der Hühne entsicherte.

"Conan, bleibst du wohl stehen!!!"

Doch dieser hörte gar nicht auf Kogoros Rufen und Schreien. Er rannte auf einen alten Blecheimer zu und ballerte ihn mit aller Kraft nach oben, fiel dabei selbst und schlug hart auf dem Boden auf.

Wie ein Geschoß flog der Eimer durch die Luft und traf den Kloß am Kopf, woraufhin er nach hinten kippte und ohnmächtig zu Boden ging..

Ein Schuß ertönte.

Tausende kleine rote Tröpfchen fielen zu Boden, liefen zusammen und bildeten eine Pfütze. Das ist Blut gewesen.

Man erkannt nur noch die geschockten Gesichter der Polizisten, und die vor Schock geweiteten Augen Hidetoshis. Erst fiel ihr Körper auf das Dach des Hauses, kippte schließlich zur Seite. Hidetoshi erkannte seine Schwester... und sie sah ihn an.

Sie fiel, fiel den Abrund hinunter. Letzte Tränen rannen aus ihren Augen und wurden in die Höhe gerissen, als würde sie jemand zurückziehen.

Im Bruchteil einer Sekunde schlug ihr Körper auf dem harten Betonboden auf, zerschellte. Warscheinlich spürte sie jeden einzelnen Knochen in ihrem Körper brechen.

Dann schloss sie die Augen.

Hidetoshi saß eine Weile starr da. Er konnte gar nicht realisieren, was gerade geschehen war. Conan setzte sich auf.

"Verdammt, NEIN!!!" Dann vergrub er seine Hände im Dreck, sein Körper bebte vor Wut. Er hatte es nicht geschafft...

Hidetoshi bewegte sich nun halb kriechend zu seiner Schwester fort.

"Yuri...", er schluckte.

"Yuriko...", sein Atem ging rasselnd und schnell. Aber er brachte nicht mehr als ein Flüstern zu Stande.

Schließlich erreichte er sie. Vorsichtig legte er seine Hände um ihre Schultern, schreckte zurück. Er hatte Angst sie zu berühren, Angst, dass er ihr noch merh weh tun würde...

"Yuriko...?"

Er verkrampfte sich. Dann begannen erste Tränen über seine Wangen zu fließen.

Er nahm seine Schwester, und legte ihren Körper auf seinen Schoß, drückte den Leblosen fest an sich.

"Yuriko, mach die Augen auf, lass doch den Quatsch!" Er schniefte und schluchzte.

"Das ist nicht witzig, hörst du? Du sollst deinem Bruder nicht immer so viele Sorgen bereiten!"

Seine Tränen bedeckten ihr Gesicht, als würde sie so wieder lebendig werden.

Er vergrub sein Gesicht in ihren Haaren. Doch sie antwortete nicht.

Conan erhob sich und schritt langsam auf den am Boden zerstörten jungen Mann zu.

"Yuriko? Weißt du noch, das rote Kleid, was du dir gewünscht hast? Ich werd es dir kaufen, ich wed dir alles kaufen, was du willst...", seine Stimme bebte und zitterte. Ein tiefer Schluchzer verließ seinen Mund.

Conan stand jetzt genau neben Hidetoshi.

"Yuriko? Mach die Augen auf...", er schluchzte wieder.

"Ich habe Mutter und Vater doch versprochen immer auf dich aufzupassen, ich hab es ihnen versprochen...also hör auf damit...DU SOLLST AUFHÖREN!!!"

Er schrie bereits, schien es jedoch selbst nicht zu bemerken. Rings um ihn herum waren alle möglichen Polizisten versammmelt, betrachteten das traurige Geschehen.

Conan legte seine Hand auf Hidetoshis Schulter.

"Hidetoshi...sie ist tot..."

Hidetoshi horchte auf, hörte augenblicklich auf zu weinen. Diese Worte drangen tief in sein Unterbewusstsein, ließen ihn wieder zu Verstand kommen.

"Es tut mir leid, aber sie ist tot...bitte verstehen sie das doch endlich..."

Dann wurde Hidetoshi von zwei Polizisten vom leblosen Körper seiner Schwester weggezogen.

"Yuriko!!! Es tut mir leid, hörst du? Ich habe nicht geschafft dich zu befreien! Es tut mir leid, vergib mir, bitte!!!"

Der bittere und verzweifelte Klang seiner Stimme würde Conan wohl noch ewig in Erinnerung bleiben.

Er konnte nichts tun...außer es zu versuchen...aber er hatte es nicht geschafft...

Das einzige was er erreicht hatte war, dass Ryo Tsukiji, den er außer Gefecht gesetzt hatte sofort verhaftet und hinter schwedische Gardienen verbannt werden konnte. Und das wohl für eine längere Zeit, als damals, vor 6 jahren...

Dieser Fall hatte sich tief in Conans Gedächtnis geprägt, und er lag noch des öfteren Nächte wach, konnte einfach kein Auge zu tun...

Zu oft musste er an das Zettelchen in der Zeitung denken, mit dem dies alles angefangen hatte...wer konnte denn wissen, dass hinter dieser einfachen Botschaft der Eingang zu dieser ganzen Misere steckte...

~owari~



°~° Was ist das denn geworden... Hilfe...ist das bescheuert...

Naja, ich hoffe, ihr konntet trotzdem damit was anfangen und seid nicht den qualvollen Tod der Langeweile gestorben...

Also, bis denne, cu, Ahiku