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Dort, wo die Engel fliegen lernen

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P6 / Gen
09.04.2004
09.04.2004
1
2.054
 
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09.04.2004 2.054
 
Die Sonne versank langsam in den stillen weiten des Ozeans, und färbte das Wasser rot.
Eine junge Frau stand am Ufer, und sah zu, wie der Himmel dunkler wurde, und das Meer die Sonne immer weiter verschlang. Es ging alles zu schnell, wir hatten nicht genug Zeit, sonst... Tränen stiegen ihr in die Augen. und ihr Herz rebellierte, warum bin ich ihm nicht gefolgt? Warum? Weinend liess sie sich in den Sand fallen. Vielleicht werde ich darüber hinwegkommen, in ein paar Wochen; Monaten oder Jahren. Vielleicht aber auch nie. Wir hätten mehr Zeit gebraucht. Seit jenem Tag ging die junge Frau jeden Tag hierhin, wo sie beide schöne Stunden verbracht hatten, dort, wo er ihr zeigte, wo die Engel fliegen lernen...

Shayla und ihre Freundinnen saßen in einem Bistro, es war ihr Stamm Bistro, dort machten die vier Hausaufgaben, oder redeten über alles mögliche.
"Was ist mit dem Schulfest? Mit wem geht ihr hin?", fragte Kelly plötzlich.
"Ach, stimmt ja, das hätten wir fast vergessen" ließ Shayla verlauten, und alle mussten lachen. " Ach komm, Shay, als ob du das vergessen hättest!" "Stimmt, aber es kommt doch immer wieder an oder? Also, ich hab noch kein Date, ihr etwa?" Alle schauten auf July, die schon seit einem Jahr mit Maiky ging. " Ich weiss nicht, er ist in letzter Zeit so anders, vielleicht sind wir bis dahin mal wieder getrennt. Es sind immerhin noch drei Wochen bis dahin."
July und ihr Freund waren schon öfters auseinander gegangen, aber beide waren nicht gerade die beliebtesten auf der Schule daher weigerten sie sich stur, sich endgültig zu trennen.
" Ich weiss nicht genau ob ich dieses Jahr überhaupt hingehe, ist doch immer dasselbe." "Shay, ist das dein Ernst? Ich meine, du bist das beliebteste Girl unserer Clique, jedes Jahr bekommst du die meisten Einladungen von den Jungs." " Das schon, aber danach ist nichts mehr, sie wollen sich nur mit mir zeigen lassen, um Anzugeben, ich möchte einen Freund haben, der mich liebt, und nicht nur nach meinem Aussehen geht, versteht ihr?"
An Shaylas verzweifelten Augen sahen die Freund, das es ihr Ernst war, mit dem was sie sagte, aber was sollten sie tun?
Später am Tag in der Schule herrschte zwischen den Freundinnen eine trübe Stimmung, so kannten sie Shayla nicht, zwar wussten sie das Shalya sensibel war, aber solch einen Traum offen auszusprechen, hätte sich niemand anders getraut.
"So, Klasse heute bekommen wir einen neuen Schüler, bitte seit nett zu Paul".
Da erwachten die Mädchen wieder zum Leben, ein neuer! Nur Shayla registrierte das nicht richtig wieder einer, dachte sie.
Paul setzte sich auf den leeren Platz in der ersten Reihe, und nach der ersten Aufregung wurde zum normalen Unterricht übergegangen.
In der Pause versuchten die Freundinnen Shayla aufzumuntern, die wie ausgewechselt war seit dem Morgen. " Wie findest du den Neuen? Shay? Noch auf dieser Welt?" " Was? Ja Ja, naja ist halt ein Junge." "Ja, hast recht, er sieht nicht aus wie ein Hollywood Star und scheint mir ein Streber zu sein, immerhin hat er sich in die erste Reihe gesetzt.", meinte Macy. Alle nickten zustimmend.
In den nächsten Tagen kam wie es jedes Jahr kam, fast jeder Single Junge der Schule wollte mit Shayla zum Schulfest gehen. Doch jeden einzelnen ließ sie abblitzen. " Was ist mit ihr los?" fragten sich die Freundinnen, und langsam ging ihnen Shayla auf die Nerven, sie brachte das Gleichgewicht durcheinander. Und bald trafen sich Kelly, July und Macy alleine, ohne ihrer Freundin etwas von den Treffen gesagt zu haben.
Doch auch Shayla hatte die Nase voll, immer das zu tun was ihr alle sagten, sie wollte rebellieren, und nicht immer das liebe Mädchen oder die gute Schülerin sein.
Eines Abends fasste sie einen Entschluß, packte ihren Koffer, und den Rucksack, schnappte sich ihr Sparbuch, und das Bargeld das sie Zu hause fand, und ging zum Busbahnhof.
Die Fahrt sollte nach St. Martin gehen, fast einhundert Milen von Hasworth entfernt.

In St. Martin angekommen, beschaffte sie sich als erstes ein Zimmer, mit Küchenecke und einem kleinen Bad. " Es ist nicht das Hilton, aber es ist mein, ich kann endlich tun was ich will." Das war Shaylas erster Gedanke, als sie auf dem Bett saß, und in den kleinen Fernseher starrte. " Hab ich das richtige getan? Aber ich musste doch was ändern!" Dachte sie als ob sie sich selber überzeugen müsste.
Am nächsten Morgen suchte sie sich einen Job, der erste Job, in einer fremden Stadt. Ohne Hilfe, völlig alleine, aber Eigenständig. Shaylas Job war als Kellnerin, in einer Art Schnellimbiss. Ihre Schicht war von 8 Uhr morgens bis 15 Uhr Nachmittags.
Mittlerweile waren schon zwei Wochen vergangen, und Shayla hatte sich gut eingelebt, bis sie eines Mittags kurz vor Schichtende, gesagt bekam, das eine Kellnerin einen Unfall hatte, und sie bitte ihre Schicht übernehmen sollte, bis 18 Uhr.
Also arbeitete Shayla weiter, bis sie einen jungen Mann den sie auf ca. 20 schätzte sich in den Imbiss setzte.
" Was kann ich Ihnen bringen?" " Oh, ich nehme einen Kaffee und ein Stück Apfeltorte bitte." Shayla brachte die bestellten Dinge, und war erschrocken, als der junge Mann sie bat sich zu ihr zu setzten.
"Ich hab nicht viel zu tun, aber bitte nur ein paar Minuten."
"Ist in Ordnung, du heisst also Shayla?" Er deutete auf ihr Namensschild.
"Ja, und Sie?"
"Du kannst mich ruhig duzen, ich heisse Marty."
"Ok, Marty."
Schweigen, dass er brach, "Wie alt bist du denn?"
"Ich bin 18 und du?"
"Ein Jahr älter", er lächelte.
"Hast du morgen wieder Schicht?"
"Klar, von 8 bis 3 jeden Tag, ausser Sonntags, da hab ich frei."
"Ok dann bis morgen?"
"Gerne, bye"
Als Marty gegangen war, und ihre Schicht endete, ging sie zu ihrem Zimmer.
Mit einem Mal fühlte sie sich einsam, einsamer als je zuvor, sie schaute sich in ihrem spärlich eingerichteten Raum um, und als sie das Licht ausmachte, dachte sie an Marty.
Marty kam am nächsten Tag wieder, wie versprochen, und auch am übernächsten, und immer bestellte er dasselbe, Kaffee und Apfelkuchen.
Am Samstag fragte er sie, ob sie mit ausgehen wolle, und natürlich sagte sie Ja.
Sonntag für holte er sie ab, und sie fuhren in den nahegelegen Park.
"Lust auf ein Picknick?"
"Warum nicht?"
Marty holte Picknickdecke, und Essen aus seinem Kofferraum.
"Erzähl mir was von dir."
Shaylas Herz macht einen Satz, Scheisse, dachte sie.
"Also, was stimmt nicht? Du hast seit fast fünf Minuten nichts gesagt."
War es so lange?
"Also, es gibt da was, was ich dir nicht sagen kann."
"Ein Geheimnis also? Hm, na gut. Es ist in Ordnung."
"Wirklich?"
"Na Klar, ich meine, Geheimnisse machen Beziehungen spannender."
"Beziehungen?"
Er lächelte vielsagend, zog sie näher und küsste sie.
Die nächsten Wochen sahen die beiden sich regelmässig, und manchmal bildete
Shayla sich ein, das ihr Liebster schlechter aussah, doch dann verbannte sie diesen Gedanken wieder.
Eines Abends fuhr er sie zu Strand. Sie legten sich auf eine Decke und schauten in den Himmel.
"Findest du sie nicht wunderschön?" fragte er plötzlich.
"Was? Wen denn?"
"Na die Sterne, und sieh nur wie wunderschön die Sonne im Meer versinkt."
Shayla lief es eiskalt über den Rücken, doch sie liess sich nichts anmerken.
"Ja, das ist wirklich schön" sagte sie stattdessen.
"Vorher habe ich das alles für selbstverständlich gehalten, doch jetzt erkenne ich Gottes Geschenke an die Menschen erst richtig", sprach er weiter, als ob sie nicht vorhanden wäre.
"Hey! Hallo ich bin auch noch da! Was redest du denn da? Du machst mir Angst!"
"Tut mir Leid, Baby. Komm mal mit."
Sie folgte ihm, und er stieg mit ihr hohe Felsen hinauf.
"Weißt du was das hier für ein Platz ist?"
"Eine Klippe?"
" Die höchste Klippe, die se im Umkreiss von 150 Milen gibt, weißt du noch was?
Das hier ist der Platz, wo Engel fliegen lernen. Kleine Engel können es noch nicht, deshalb müssen sie es von den Grossen lernen."
Shayla machte grosse Augen, ihr Herz raste.
"Komm"; sagte Marty, " wir wollen sie nicht weiter stören."
So, als ob es nur ein vorübergehender Zauber war, wurde er wieder der Marty den sie kannte, als sie den Strand wieder betraten.
Er küsste sie leidenschaftlicher als je zuvor, seine Hände erkundeten ihren Körper.
Als die Sonne endgültig vom Meer verschlungen wurde, war es für beide das erste Mal gewesen.
Er fuhr sie nach Hause, küsste sie, bevor er weg fuhr.
Die nächsten Tage wartete Shayla auf Marty, auf einen Anruf, oder egal was, einfach nur ein Zeichen.
Tage verstrichen ohne Zeichen.
Shayla war am Boden zerstört, sie wartete die ganze Zeit- vergebens.
Sie hatte keine Adresse, keine Telefonnummer - nichts nur ein gebrochenes Herz.
Er war weggefahren ohne ein Wort, einfach weg aus ihrem Leben...

Die junge Frau zog ein verknittertes Blatt Papier aus der Tasche, das sie vor zwei Wochen erreichte, darauf stand geschrieben:

                                                         Liebste Shayla
Es tut mir alles so leid, ich hätte dir die Wahrheit sagen sollen, aber ich konnte nicht. Ich wollte dich nicht verletzten, da du der wichtigste Mensch in meinem Leben warst, und immer noch bist. Ich wollte nicht dass du es so erfährst, doch ich nach unserer kurzen Zeit zusammen, war ich so glücklich wie noch nie im Leben. Ich konnte dir mein Geheimnis nicht sagen, weil ich dich so sehr liebe. Also um auf den Punkt zu kommen, ich bin krank, und wenn du diesen Brief bekommst, werde ich nicht mehr auf dieser Erde weilen. Meine Krankheit ist eine seltene Art von Krebs, ein Tumor der sich innerhalb von Stunden vergrößert, es gibt kein Mittel, noch nicht. Ich hoffe dass du mich nicht hasst, aber ich hab mich nicht getraut dir die Wahrheit zu sagen, da wir so schöne Stunden verbracht haben.
So, ich ende jetzt,
                                                In Ewiger Liebe Marty

Die junge Frau wischte sich dir Tränen aus dem Gesicht, und stieg einen großen Felsen herauf, und stellte sich an den äußerten Rand, der Klippe. Sie schaute auf den Zettel in der Hand, wieder begannen die Tränen ihr Gesicht zu überströmen, während sie die Hand öffnete, und der Wind den Zettel davon trug, dahin wo die Engel fliegen lernen...

© by S.G


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