Wieder allein oder Meisterdieb 1412

GeschichteAbenteuer / P6
Ayumi Yoshida Conan Edogawa Genta Kojima Hiroshi Agasa Kazuha Toyama Masumi Sera Yusaku Kudo
09.04.2004
09.04.2004
1
7702
 
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
so, hier ist eine bisschen Längere Gesicht von mir. Ich hoffe ihr habt Spaß dran und schreibt mir was ihr davon haltet ^^
bye Liz


Nie wieder allein oder Meisterdieb 1412

Es war ein unbeschreibliches Gefühl wieder in Shinichis Armen zu liegen und seine weichen Lippen auf meinen zu spüren. Wir waren am Meer und ich lag in seinen Armen und wow konnte der Küssen. Wir trennten uns nur sehr schwer wieder voneinander und sahen uns tief in die Augen. "Du bist sehr schön Ran..." Shinichi strich mir eine Strähne aus dem Gesicht und schaute mir tief in die Augen. "Es ist schön, dich wieder bei mir zu wissen." Ich schmiegte mich an seine Brust und er nahm mich in die Arme. "Ich war immer bei dir..." flüsterte Shinichi mir ins Ohr. "Ich weis, aber damals hatte ich keine Ahnung, das du es warst und du hast mir so gefehlt. Ich dachte, ich würde dich nie wieder sehen." Murmelte ich traurig und eine einzelne Träne lief mir die Wange hinunter, ich wollte sie ärgerlich wegwischen, aber Shinichi war schneller. Die Berührung war zart, und trotzdem prickelte meine Haut "Warum weinst du Ran?" Fragte er. Ich wusste es nicht. Ich wusste nicht aus welchem Grund ich weinte,
verrückt. Es war die letzten Tage so viel Geschehen, zusammen mit Heiji, den Detective Boys und natürlich mir hatten wir die Verbrecher Bande gestellt und vorher hatte Conan mir die Wahrheit gesagt, gesagt das er und Shinichi Ein und die  Selbe Person waren. Ich konnte es zuerst nicht glauben, aber dann...
"Das ist Vergangenheit." Sagte Shinichi leise. So riss er mich aus meinen Gedanken. Ich hatte, wie schon so oft das Gefühl das er Gedanken lesen konnte. Ich nickte leicht und schaute auf den wunderschönen Sonnenuntergang der sich uns beiden bot. Shinichi hatte mich zu diesem Sonnenuntergang eingeladen und dabei waren wir uns näher gekommen. Und wir hatten uns das erste Mal geküsst. "Ich glaube, du hast recht." "Ja, wir haben diese Organisation zerschlagen und jetzt ist alles...vorbei." Ich merkte deutlich wie Shinichi bei diesem Wort zögerte. Entweder konnte er selbst nicht glauben, oder aber er war sich nicht ganz sicher. Ich ging nicht weiter darauf ein und legte mein Kinn auf seine Schultern. "Ich liebe dich, Ran." Diese Worte klangen unvermittelt in meine Ohren und ich sah Shinichi an. Der Blick aus seinen blauen Augen genügte mir und ich lächelte ihn an. "Shinichi, ich liebe dich doch auch." "Ich weis." Diese Worte von ihm klangen kein Bisschen selbstsicher, oder überheblich.
Eher war eine leichte Spur von Trauer darin, und sie klangen ehrlich. Wir standen noch lange an dem abgelegenen Strand und sahen auf das schimmernde Meer hinaus. Als ich schließlich wieder mit Shinichi zurück zu meinem zu Hause ging, durch die dunklen Straßen, die nur das Licht einiger dreckigen Straßenlampen erhellte, fühlte ich mich zum ersten Mal, seit langer Zeit wieder richtig glücklich. Je näher wir dem Haus kamen, desto deutlicher war ein Licht zu erkennen, das drinnen herrschte. "Mein Vater." Schoss es mir durch den Kopf. Paps würde nicht sonderlich erfreut sein, das ich mit Shinichi zusammen war. Es war kein Geheimnis das er ihn nicht so sonderlich leiden konnte. Und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Shinichi hielt meinen Vater für den lausigsten Detektiv, den es je gegeben hatte. Und ich musste ihn innerlich zustimmen. Er war nur durch Conan, nein verbesserte ich mich schnell, Shinichi so gut geworden. Anscheinend hatte Shinichi so ähnliche Gedanken, denn er umfasste meine
Hand ein klein wenig stärker, es tat nicht weh, ich spürte meine Verbundenheit zu ihm nur ein wenig stärker. Ich schloss meine Hand auch ein klein wenig stärker um seine schlanken  Finger und lächelte ihn an. Zusammen gingen wir die paar Stufen hinauf  und ich schloss die Tür auf. "Mausebein, warum warst du so lange weg? Ich habe mir Sogen um dich ge...." Paps stockte mitten im Satz, als er  Shinichi sah. Und das sich meine Finger um seine schlossen. "Was?...Warum..." Er starrte abwechselnd von mir zu Shinichi. Ich lies ihn nur schwer los und warf noch einen traurigen Blick auf seine schmale Hand zurück. Dann löste ich mich schwerfällig von seiner Seite und ging einen Schritt auf meinen Vater zu. "Shinichi, du kannst ruhig gehen...." sagte ich mit Nachdruck. Er wollte zu einem Wiederspruch ansetzten, aber ich lies ihn keine Gelegenheit dazu. Ich drehte mich zu ihm um und zischte ihm zu. "Ich bring ihm das schonend bei." Und sah ihn bittend an. Ich wusste das er mir in jeder Situation
beistehen würde, aber das konnte ich besser allein regeln. Schließlich nickte Shinichi breitwillig und wollte mir noch einen Kuss auf die Wange drücken, doch dann überlegte er es sich anders und nahm meine Hand und führte sie zu seinen Lippen. Er beugte sich leicht vor und küsste meinen Handrücken. Als er sich wieder aufrichtete lächelte er mir kaum merklich aufmunternd zu. Dann drehte er sich abrupt um und schloss die Tür hinter sich. Ich sah ihm noch Sekundenlang nach. Diese kleine Geste hatte mehr gesagt, als alle Worte der Welt, jedenfalls mir. "Mausebein, ich erwarte eine Erklärung." Schnauzte mein Vater ruppig. Seufzend drehte ich mich zu ihm um und sah in sein Gesicht. Es drückte mehrerlei aus. Große Überraschung,  Ungläubigkeit und eine kleine Spur von unterdrückter Wut auf Shinichi, sich einfach an seine kleine Tochter ranzumachen. "Paps ich..." wollte ich mit der Erklärung anfangen, aber mein Vater schnitt mir das Wort ab. "Ich will wissen, was das eben zu bedeuten hatte?!"
"Das hatte zu bedeuten, das Shinichi und ich zusammen sind." Erwiderte ich ruhig. "Ihr seit was?" ächzte mein Vater. "Das kann nicht sein. Du weist aber, das er zur Konkurrenz gehört, oder?!" "Ja, das weis ich. Aber an ihm liegt mir wirklich viel." "Aber er hat dich schon mal allein gelassen." "Er hatte seine Gründe." "Wo warst du?" fragte mein Vater tonlos. "Ich war..." Für dieses kleine Stocken hätte ich mich auf die Zunge beißen können. Ich versuchte mich zu erinnern, was wir mit den Detective Boys und Heiji im Eiscafe ausgemacht hatten "Ich war mit Heiji und Conan in Osaka und wir haben uns die Stadt angeschaut." Erwiderte ich schnell. "Und dann haben wir Shinichi getroffen." Das hörte sich wenigstens einigermaßen Glaubhaft an. "Er hat uns erzählt, das er den Fall, an dem er gerade gearbeitet hat, abgeschlossen hat und ist mit mir zurück gekommen." "Und wo steckt Conan?" "Ähm, er ist bei Prof. Agasa geblieben. Er hat uns auf Heijis Handy angerufen und gesagt, das Conans Eltern
ihn wieder bei sich haben wollen." "Lügnerin." Dieses eine Wort traf mich ganz unvorbereitet. "Ihr, du und Shinichi habt etwas anderes gemacht. Etwas vollkommen anderes." Mein Vater schaute mich kalt an. Und ich explodierte. "Sag mal, spinnst du?!" schrie ich und ballte die Fäuste. "Ich habe gar nichts mit Shinichi gemacht." "Doch hast du. Ich weis es. Warum warst du sonst solange weg? Ich bin ein Detektiv, schon vergessen?" Am liebsten hätte ich ihm gesagt, das er ein miserabeler  Detektiv war und das er nur durch Conan so berühmt geworden war .Diese kalte Art hatte ich noch nie an meinem Vater bemerkt. Doch einige Male schon. Als Shinichi hier war! Jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen. "Ich habe nichts mit ihm getan." Zischte ich wütend und ballte die Fäuste. "Doch hast du!" Mein Vater wurde jetzt richtig wütend und schrie. "Ich bin empört, das du mich belügst. Und ich verbiete dir diesen Shinichi überhaupt nur schief anzusehen, geschweige denn zu lieben!" Er sah mich wütend
an. Und bei mir platzte jetzt entgültig der Kragen. "Hör zu! Ich bin immerhin schon 18. Du hast mir gar nichts zu Befehlen. Schon gar nicht, wen ich lieben darf. Ich bin solange mit Shinichi zusammen, wie es mir gefällt und du hinderst mich ganz bestimmt nicht daran!!!!" schrie ich. Um meinen Worten Nachdruck zu verleihen, trat ich direkt neben meinen verduzten Vater gegen die Wand und stürmte in mein Zimmer. Ich hörte eine Weile gar nichts von meinem Vater, dann nur wie Tür zuschlug. "Er geht sich bestimmt betrinken. Na ja, soll er sehen, wie er zurecht kommt. Ich bin dann eh nicht mehr da." Entschlossen zog ich meine Reisetasche unter meinem Bett hervor und packte ein paar Klamotten, Waschzeug ect. ein. Dann zog ich meine Jacke über und schnappte meinen Schlüssel. Ich schnappte mir meine Reisetasche und ging zur Tür hinaus. Es sollte nur eine kurze Reise werden, nämlich zu Shinichi. Es hatte begonnen zu regnen und ich lief auf Shinichis Haus zu. Endlich war das große Gebäude nicht
mehr so kalt und leer. Ein Lächeln huschte über mein Gesicht. Endlich war ich an seiner Haustür angekommen und klingelte. Nach einigen Sekunden öffnete Shinichi. "Ran... "Was ist los?!" Er schaute mich besorgt an. "Komm erst mal rein." Ich nickte dankbar und trat in den dunklen Flur. "Was ist passiert Ran. Du bist ja ganz nass.!" Er bugsierte mich ins Wohnzimmer, stellte meine Reisetasche achtlos in den Flur, kramte irgendwoher eine Decke und verschwand dann in der Küche. Wahrscheinlich um mir irgendwas warmes zu Trinken zu bringen. Ich hockte auf der Couch und schlang die Decke fest um mich. Plötzlich kam Shinichi wieder, mit einem Tablett in der Hand, auf dem zwei Tassen mit einer dampfenden Flüssigkeit stand. Er stellte es vorsichtig auf den niedrigen Tisch und setzte sich neben mich. "Also Ran." Setzte er an. "Was ist passiert?" "Mein Vater. Er hat noch schlimmer reagiert, als wir gedacht haben. Er will es mir verbieten, mit dir zusammen zu sein." Shinichi sah mich traurig an.
"Ich glaube, ich kann ihn verstehen..." sagte er verbittert. "Es ist kein Geheimnis, das  wir uns nicht sonderlich mögen und..." Er seufzte leise und drückte mir eine Tasse in die Hand. "Aber ich will mit dir zusammen sein." Sagte ich bestimmt. "Das weis ich." Shinichi lächelte mir zu. "Ich doch auch." "Mein Vater kann sehen, wie er zurecht kommt." "Ja, aber weist du was? Ich glaube, er wird sich die nächsten Male ganz schön blamieren!" Druckste Shinichi herum. "Ja......" Ich nippte an meinem Tee und lehnte mich an Shinichis Schulter und er nahm mich schützend in den Arm. "Ich fühl mich so wohl..." murmelte ich. Ich konnte spüren das über Shinichis Gesicht ein Lächeln huschte und er mich noch fester in den Arm nahm. Er verströmte eine unglaubliche Wärme und ich wurde schläfrig. Schließlich dämmerte ich ein. Und ich spürte nur noch, das ich auf den Arm genommen wurde und nach oben getragen wurde. Ich schlief in einem weichen Bett völlig ein und wachte erst spät am nächsten Morgen
wieder auf. Die Sonne lies ihre warmen Strahlen auf das Bett scheinen. Ich war allein und räkelte mich gemächlich darin. Ich wollte mich gerade wieder auf die andere Seite drehen, als mein Blick auf den Wecker fiel. "Schon so spät!" rief ich fluchend aus und schwang müde meine Beine aus dem Bett. Ich war in meinen ganzen Klamotten eingeschlafen, also schaute ich mich nach meiner Reisetasche um. Da stand sie ja! "Shinichi, du bist ein Schatz." Lächelte ich und ging mit wenigen Schritten auf sie zu und zog ein paar Klamotten daraus hervor. Dann ging ich nach unten und sah mich nach Shinichi um. Er saß im Wohnzimmer. "Hallo, morgen Shinichi." Flüsterte ich und ging zur Couch. Ich stellte mich hinter die Lehne und legte meine Arme um seinen Hals. "Morgen." Sagte er. Der Ton, den er drauf hatte, irritierte mich. Er war traurig und verbittert. "Was ist los?" fragte ich verwirt und lies meinen Blick über den Tisch gleiten. Da stand eine leere Kaffe  Tasse und da lag die Post. Plötzlich
weiteten sich meine Augen. Ich starrte auf den einen Brief. Er war geöffnet und darauf war eine Rose zu sehen. Schnell lief ich um den Tisch herum um den Brief näher zu betrachten. Ich hatte einen Verdacht. Shinichi beobachtete mich nur. Mein Herz klopfte, als ich den Brief las.
Ich weiß, was du in Osaka getan hast. Und sie werden dich jagen, bis zum Schluss.
"Das hört sich nach Kaito Kid an, stimmts?" fragte Shinichi mich. "Ja, es ist seine Handschrift" erwiderte ich verwirrt. Aber er schüttelte den Kopf. "Es soll so aussehen. Aber er war es nicht. Er würde niemals einen so offensichtlichen Brief schreiben. Das ist nicht seine Art..." Er brach ab. Ich wusste ganz genau, was er jetzt dachte, und auch sagen wollte, es aber nicht über die Lippen brachte. "Du...Du hast die Bande doch noch nicht ganz zerstört!?" wisperte ich schließlich. Er  nickte matt. "Der Brief war heute unter der Post." Ich lies mich neben ihn auf das Sofa sinken und er nahm mich beruhigend in den Arm. Und es war verrückt, obwohl ich ihn eigentlich hätte mehr trösten müssen, schließlich waren es seine Feinde, tröstete er mich. Mein Shinichi! Er war immer so stark und schlau und immer da, wenn ich ihn brauchte. "Was willst du jetzt tun?" fragte ich vorsichtig. "Erst mal, Ruhe bewaren und die Anderen warnen." Gab er zurück. "Die kleinen müssten jetzt in der Schule sein und
Heiji, der müsste eigentlich seine Detektiv Arbeit leisten." Überlegte ich.
"Ja, am besten wir schicken die Kleinen zu Heiji und er soll auf sie aufpassen....Du geht's am Besten auch mit zu ihm. Je mehr ihr seit, desto sicherer...." "Hey." Fuhr ich auf. "ich lass dich auf keinen Fall allein." Shinichi hob beschwichtigend die Hand. "Wir werden sehen." Sagte er ruhig. "Willst du Inspektor Megure bescheid sagen?" Er stockte einen Moment, dann schüttelte er den Kopf. "Nein, ich will nicht noch mehr da mit hineinziehen.  Ihr reicht mir schon." "Und was willst du machen, wenn ich mal fragen darf?" Ich schaute ihn an. "Mal sehen. Zuerst versuche ich heraus zu finden, wer überhaupt den Brief verschickt hat, und dann werde ich mich mal ein bisschen umsehen." Er zuckte mit den Schultern. Ich schwieg. Es war immer noch nicht vorbei! Dabei hatte ich gedacht, das endlich wieder alles so werden könnte, wie es einmal gewesen war, aber anscheinend wohl doch nicht. "Willst du was essen?" Die Worte von Shinichi rissen mich aus meinen Gedanken. Erst jetzt spürte ich, wie mein
Magen knurrte. "Ja, wenn es dir nichts ausmacht." Er stand wortlos auf, nahm seine leere Tasse und verschwand für einen Moment in der Küche. Und ich versank wieder in meinen Gedanken. Plötzlich kam mir ein Vorbote der Schrecklichen Gedanken, die ich in nächster Zeit haben sollte. Was wäre, wenn Shinichi sich in Gefahr bringen würde? Oder  gar schon in Gefahr war? Bei dem Gedanken allein, lief mir schon ein kalter Schauer über den Rücken. "Was ist los Ran?" Die Frage lies mich hochschrecken.. Shinichi stand vor mir, mit einem Tablett auf dem Arm. Er stellte es vorsichtig auf den Tisch und setzte sich neben mich. "Du kannst es mir sagen." Er sah mich an. "Ich hab Angst um dich." Flüsterte ich. "Ich dachte endlich wäre alles vorbei, wir könnten wieder so leben wie früher....aber jetzt....."
"Keine Sorge, wir schaffen das schon." Er beugte sich näher an mein Gesicht und gab mir einen zarten Kuss. Dann lehnte er sich in Couch zurück und setzte ein grübelndes Gesicht auf. "Am besten ich ruf erst mal Heiji an und sag ihm das er so schnell wie möglich hierher kommen soll. Er soll möglichst noch die Kinder abholen und dann hierher kommen. Das kann ungefähr bis 3 Uhr dauern, bis dahin haben wir Zeit, etwas über den geheimnisvollen Briefschreiber heraus zu finden."
"Wir?" vergewisserte ich mich. "Ja, wir, es ist mir zu gefährlich, dich hier allein zu lassen." Ich merkte wie schwer ihm diese Entscheidung gefallen war. Es sollte aber nicht die letzte schwere Entscheidung sein, die er zu fällen hatte.
Er stand ruckartig auf und ging in den Flur, wo das Telefon stand. Er wählte eine Nummer und sprach dann eindringlich auf jemanden ein, Heiji. Ich vermutete das es Heiji war. Ihn würde er nicht so leicht davon abhallten können, zu ermitteln. Ich war gespannt, wie er das schaffen wollte. Schließlich legte er wieder auf und kam ins Wohnzimmer zurück. Mit einem leisen Seufzer lies sich Shinichi wieder auf die Couch sinken. Er nahm sich den Brief noch einmal vor und las ihn mehrmals durch. Ich selber saß   still neben ihm und wartete. Ja, auf was wartete ich überhaupt? Das uns die Gangster fanden und ermordeten? Ich versuchte diesen Gedanken aus  meinem Kopf zu vertreiben, aber er hatte sich unwiderruflich in meinem Kopf festgebrannt.
"Wir haben keinerlei Anhalts Punkte." Fluchte Shinichi plötzlich und warf den Brief hin. "Wo können wir als erstes Anfangen zu suchen??" Fragte ich, mehr mich selber, als Shinichi. "Es tut mir ja sehr leid, aber wir müssen, wohl oder übel auf Heiji und die Kinder warten." Und es wurde eine lange Zeit, die Stunden flossen zäh dahin und alle paar Minuten schauten wir beide auf die Uhr und immer waren nur ein paar Minuten vergangen. In diesem Moment verfluchte ich die Zeit, ich verfluchte ihren zähen Fluss.
Doch dann endlich, nach schier einer Ewigkeit läutete die Tür. Shinichi und ich stürzten in den Flur und rissen die Tür auf. Vor der Tür stand Heiji, mit einer Reisetasche und den Kindern im Schlepptau. "Was ist nun eigentlich los?" fragte er zur Begrüßung. "Ja, das würde ich auch gerne wissen?" Ayumi drängelte sich vor Heiji und stützte die Hände in die Hüften. "Wir haben bestimmt wieder einen neuen Fall." Meinte Mitsuhiko.
"Cool. Dann machen wir uns gleich  mal wieder ans Ermitteln." Rief Genta aus. "Nein, nein, ganz so einfach ist es nicht." Sagte Shinichi düster.  Heiji sah ihn misstrauisch an. Ahnte er etwas?  "Kommt erst mal rein." Ein wenig später saßen wir alle in der Bibliothek. "Also, was ist passiert?" Heiji sah fragend in die Runde.  
"Lasst nur ich glaube, ich ahne es schon. Warum solltest du sonst angerufen haben?" sagte Heiji und sein Gesicht verdüsterte sich. "Mein Vater war gar nicht der Kopf dieser Bande. Ich hätte ihm das auch nie zugetraut. Diese ganze Bande, die wir haben hochgehen lassen, war nur ein kleiner Teil, hab ich recht?"
Shinichi nickte kaum merklich. Alle waren geschockt. "Aber...aber....sie werden dir doch nichts tun, oder?" fragte Ayumi ängstlich. Ihre Augen waren auf Shinichi gerichtet. "Viel wichtiger ist die Frage, ob sie euch nichts tun werden." Shinichi erhob sich. "Ich denke mal, sie sind hinter uns her. Jetzt wo wir einen Teil von ihnen hochgehen haben lassen." Prophezeite Heiji düster. In Ayumis Augen sammelten sich Tränen und Genta und Mitsuhiko zitterten wie Espenlaub. Ich stand vorsichtig auf und ging vor ihnen in die Knie. "Keine Angst. So lange Shinichi, Heiji und ich bei euch sind, wird euch nicht geschehen. Nur ihr müsst jetzt stark sein. Sonst könnten noch mehr mit da hinein gezogen werden. Und das wollt ihr doch nicht, oder?" Die drei nickten vorsichtig. Sie wussten nicht, wie sie sich verhallten sollten, denn in so großer Gefahr waren sie vorher noch nie gewesen. Ich konnte die unterdrückte Angst in ihren Augen lesen. Sie funkelten mich an, als wollten sie sagen,  "Bitte hilf
mir".  Ich wand mich ab und stand wieder auf. "Was sollen wir jetzt tun?" hörte ich Heijis Stimme. "Das Problem ist, das wir keine Anhaltspunkte haben." Hörte ich Shinichis Stimme. "Also müssen wir praktisch darauf warten, das sie sich melden. Oder das sie uns angreifen. Verdammt." Das letzte Wort hatte Heiji geschrieen. "Sie haben sich schon gemeldet." Shinichi holte den zerknitterten Brief aus seiner Jeanstasche und legte ihn auf einen niedrigen Tisch. Heiji zog ihn zu sich ran und überflog ihn. Dann schüttelte er ungläubig den Kopf. "Die machen sich lustig über uns. Warum sollten sie sonst so einen albernen Brief geschrieben haben? Und uns auch noch vor sich selber zu warnen. Die wollen sicherlich, das wir uns vor ihnen verstecken, aber den Gefallen tun wir ihnen nicht, oder?" "Ja. Den Gefallen tun wir ihnen nicht." Antwortete Ayumi und rutschte von ihrem Stuhl runter. "Oder Jungs?" "Nein!" Gaben die Beiden im Chor zurück. "Lieber sterbe ich, als aufzugeben." Shinichis Worte waren
nur ein zarter Hauch an meinem Ohr, aber trotzdem erschrak mich der Ernst, der in seiner Stimme mitschwang. Ich zwang mich zu einem Nicken. Wenn Shinichi das Risiko einging, dann ging ich es auch ein.  "Was sollen wir jetzt machen? Wir haben keinen Anhaltspunkt, oder?" fragte Heiji. "Nein." Shinichi schüttelte den Kopf. "Wir müssen praktisch warten, bis sie sich melden."
"Das habe ich gar nicht gerne...Was ist, wenn sie sich nicht melden, und uns statt dessen töten? Irgendwas müssen wir doch tun können..."
Heiji schlug mit der Faust auf  den Tisch. "Wir können leider nur warten, bis sie einen Fehler machen." Sagte Ran plötzlich.
"Sie machen keine Fehler." Gab Shinichi tonlos zurück. "Sie verwischen ihre Spuren immer sehr gut. Kannst du dich noch an dieses eine Mal erinnern, als ich kurz davor war, ihnen auf die Spur zu kommen, Ran? Damals als ich diesen Computer Fall aufgeklärt habe?"
Ich nickte. Wage konnte ich mich daran erinnern.
"Sie haben ein ganzes Geschäft in die Luft gesprengt, um zu vertuschen, das sie dahinter stecken. Und es hat funktioniert. Ich konnte ihnen nicht auf die Spur kommen."
"Schade, dann hätten wir jetzt nicht diese Probleme am Hals." Murrte Heiji.
"Und was ist, wenn wir einfach mal ein bisschen umherlaufen?" Diese Frage kam von Ayumi.
"Das würde nichts bringen...." winkte Shinichi ab.
Ich sah ihn von der Seite her an. Noch nie hatte ich ihn so grübelnd gesehen. Er wollte uns beschützen, um jeden Preis. Selbst wenn der Preis sein Leben war. Ich versuchte diesen Gedanken aus meinem Kopf zu verbannen, aber er kam immer wieder.
"Ihr Armen Nichtwisser!!!!"
Shinichi fuhr erschrocken auf und sah sich hektisch in der Halle um. Heiji tat es ihm gleich. Ich versuchte mich zu erinnern, wo ich diese Stimme schon einmal gehört hatte.
"Ihr seid Arm dran."
Die Stimme war kalt, nicht ein Funken Mitgefühl war darin. Ich versuchte mich daran zu erinnern, wo ich die Stimme schon einmal gehört hatte. Verdammt noch mal ich kam nicht drauf. Mein Blick wanderte unruhig umher. Plötzlich blieb er auf den Kindern haften. Sie hatten sich eng zusammengedrängt und schauten sich ängstlich um. Plötzlich sah ich einen weisen Schatten  von der Decke kommen. Ich hob mechanisch die Hände schützend vor mein Gesicht. Als ich sie wieder herunter nahm, war es so, als wäre die Zeit still gestanden. Shinichi und Heiji waren erstarrt, als dieser weise Schatten von der Decke kam. Sie hatten ihn erkannt. Ich erkannte ihn jetzt auch. Es war ein lang gesuchter Meisterdieb, sehr geschickt was sein Handwerk anging, und fast das genaue Ebenbild von Shinichi. Ein Meister der Täuschung und Illusion. Er führte die Polizei immer wieder an der Nase herum. Shinichi war er auch schon oft durch die Lappen gegangen:
Meisterdieb 1412 alias Kaito Kid.
Wie er da stand. Hoch erhobenen Hauptes, hochnäsig hätten das manche gefunden. Ich nicht. Sein durchdringender Blick war fest auf Shinichi gerichtet. Wir schienen ihn gar nicht zu interessieren.
"Was willst du?" Fragte Shinichi kalt.
"Von euch will ich gar nichts. Aber von denen, die euch jagen. Sie haben meinen Namen für eines ihrer Spielchen missbraucht. Das lasse ich nicht zu. Außerdem habe ich mit denen noch ein Hünchen zu rupfen." In Kaito Kids Stimme schwang Wut mit. Kaum herhaushörbar aus seinem arrogantem Tonfall.
"Und warum kommst du zu uns?" Fragte Heiji wütend. "Als ob wir nicht schon genug am Hals hätten."
"Verschwinde." Sagte Shinichi leise. "Oder..."
"Oder sonst was?" Kaito Kid lachte hämisch. "Geht ihr sonst zu eurer Dorftrotteligen Polizei, die es eh nie schafft, mich zu fangen? Oh nein, mich werdet ihr so schnell nicht mehr los."
"Und warum bitteschön nicht?" Fragte Shinichi genervt. Ich spürte, das er Kaito Kid am liebsten umgebracht hätte. Also ging ich dazwischen.
Ich stand auf und legte Shinichi meine Hand auf die Schulter. "Wir sollten uns wenigstens mal anhören, was er zu sagen hat, oder? Was haben wir für eine Chance?"
"Aber er ist ein Dieb!" Fuhr Shinichi auf.
"Ich weis selbst, das ich ein Dieb bin, und ein verdammt guter dazu." Sagte Kid. "Und hört ihr mich nun endlich an? Wir stehen ausnahmsweise mal auf der selben Seite, Kudo. Ohne mich habt ihr keine Chance, denn die Black Organisation macht keine Späße und ist sehr wütend. Und ich denke nicht, das sie es dabei belässt, das sie dich wieder auf deine Kindergröße zurück schrumpft."
"Du... ich hab dich doch schon mal gesehen...."
Wir wirbelten alle herum. Hinter uns stand Ayumi und beäugte Kid. Eine leichte Spur von Erkennen schimmerte in ihren Augen.
Ich sah Kid an. Hinter seinen Augen arbeitete etwas. Dann... sah  ich, das er wusste woher er Ayumi kannte. Er schloss die Augen und schüttelte kaum merklich, ungläubig den Kopf.
"Ich weis, wo ich dich schon mal gesehen habe. Du bist doch eines  Nachts in unser Haus eingestiegen."
Shinichi und Heiji fuhren augenblicklich zu Kid herum und Heiji packte ihn am Kragen.
"Wieso bist du in dieses Haus eingestiegen? Rede!" Zischte Shinichi und funkelte ihn gefährlich an.
"Das was Diebe nun mal tun, wenn sie Nachts in fremde Häuser einsteigen. Stehlen." Antwortete er ausweichend. Gleich darauf wurde seine Stimme wieder fest und überheblich. "Könntest du mich freundlicherweise loslassen, Hattori?"
Gleich darauf war er aus Heijis Griff verschwunden und ging einige Schritte rückwärts.
"Also ich, vertraue ihm." Sagte Ayumi bestimmt. Sie ging langsam auf Kid zu, sehr langsam, aber auch sehr bestimmt... Sie lies sich nicht aufhallten, weder von Shinichis aufgeregten Worten, noch von Heijis Versuchen sie aufzuhalten. Genta und Mitsuhiko waren erstarrt, Kids Augen genau auf das Mädchen gerichtet. Ich versuchte ihm in die Augen zu sehen, und was ich sah, erstaunte mich ein bisschen. Seine Augen waren traurig, unendlich traurig. Ich hätte nie gedacht, das er zu solchen Gefühlen fähig wäre. Aber es lag noch etwas anderes darin verborgen, etwas was ich nicht zu deuten vermochte.
"Ich vertraue dir"
Diese Worte sprach Ayumi aus, als sie direkt vor Kid stand. "Du bist unsere einzige Chance. Und ich denke wir sollten sie nutzen."
Kid sah in die Runde.
"Was hast du vor Kid?" Shinichis Stimme war weniger barsch, als vorhin, aber immer noch misstrauisch.
"Wenn ihr es genau wissen wollt, dann schlage ich vor erst einmal aus diesem verfluchten Haus hinaus zu gehen. Ihr wisst hoffentlich, das die Ganoven wissen, wo sie zu suchen haben., oder?"
Heiji nickte.
"Und dann? Das gleicht einer Flucht, und das wollen wir nicht."
"Ist es besser zu flüchten oder ist es besser zu sterben? Eine Flucht ist nicht gleich ein Weglaufen, wenn man vorhat, wieder zu kommen. Man kann seinem Schicksal eh nicht entkommen, es höchstens ein bisschen aufschieben. Aber irgendwann holt einen die Realität wieder ein, und dann hat man keine Chance mehr. Aber so, jetzt haben wir mehrere Chancen. Aber nur wenn ihr mir vertraut."
"aber.... das wäre dann Verrat an mir selbst." Zischte Shinichi und Heiji nickte kaum merklich.
"Ihr elenden Sturköpfe. Habt ihr denn immer noch nicht begriffen, das wir alle in höllischer Gefahr sind? Gleich kann ein Kommando von denen hier herein gestürmt kommen und uns eine kleine Bleikugel durch den Kopf schießen. Bewegt euch endlich."
Ich wusste auch nicht, was in mich gefahren war. Ich vertraute Kid einfach. Lag es vielleicht daran, das ich nichts feindseliges bei ihm spürte, oder an der Ruhe die er ausstrahlte. Oh Gott, ich glaube...
"Wenn Ayumi dir vertraut, vertrauen wir dir auch." Genta und Mitsuhiko waren aufgestanden und kamen zu ihm herüber.
Shinichi und Heiji machten große Augen.
Ich legte vorsichtig meine Hand auf Shinichis  Schulter. "Ich weis, wem ich vertraue. Und das sind wenige." Flüsterte ich in sein Ohr. "Und ihm kann man vertrauen. Bitte"
"Du weist, das ich dir niemals ganz vertrauen werde, oder?" Kam es endlich aus Shinichis Mund, zwar kühl, aber endlich hatte er begriffen, das dies die einzige, sichere Möglichkeit war.
Ich wusste später selbst nicht, warum ich Kids Vorschlag akzeptiert hatte, vielleicht, weil er nichts böses im Sinn hatte. Das spürte ich einfach.
Jedenfalls war Heiji sprachlos, als Shinichi eingewilligt hatte. Er wollte auffahren, doch dann sah er plötzlich ein, das wir keine Andere Wahl mehr hatten, außer den sicheren Tod.
Kids Blick glitt in die Ferne. Durch uns hindurch. Plötzlich schwenkte er auf Ayumi um. Das riss ihn wieder in die Realität.
"Also, was ist nun?"
"Wir kommen mit." Antwortete Shinichi für alle.
"Na Also, das nenn ich Vernunft. Nehmt nur das nötigste mit. Und warme Decken." Ergänzte er sich noch.
"Wo willst du mit uns eigentlich hin?" Ayumi zupfte Kid an seinem weißem Outfit.
"In ein altes Lagerhaus am Hafen. Dort verstecke ich mich auch manchmal Nachts."
"Du weist aber, das du ganz schön viel von dir preisgibst, oder?" sagte Heiji verächtlich.
"Natürlich weis ich das." Gab Kaito Kid zurück. "Aber ich habe viele Verstecke und die Nacht und Dunkelheit sind meine Gefährten und Diener. Ich weis mich schon zu verstecken. Also gib es auf, mich zu suchen. Du findest mich eh nicht, wenn ich nicht gefunden werden will."
In Gedanken gab ich Kid recht. Er war dunkel wie die Nacht, aber für manche hell wie der Tag.  
Heiji war still, er hatte bemerkt das Kid nichts Unvorsichtiges tat.
"Nun macht schon, packt eure Sachen. Oder wollt ihr hier versauern?" Kids Stimme war ein bisschen überdreht.
"Was, was ist nur los mit mir?" Fragte ich mich, als ich mich kurz in Shinichis Zimmer befand. Shinichi war nicht da. Er versuchte irgendwo, in diesem Riesen Haus Decken aufzugabeln und hatte mir das Zusammen suchen seiner Sachen überlassen.
Aber ich wusste nicht mehr wo mir der Kopf stand. Das alles war so verwirrend. Kid war so...so unnahbar, so verführerisch, und so majestätisch. Und gerade das zog mich an.
Ich erhob mich vom Bett. Ich musste stark bleiben. Während ich die Schränke und meine Tasche nach dem "nötigsten" durchwühlte, und es in einen Rucksack stopfte, redete ich mir immer wieder ein, das ich doch mit Shinichi zusammen war, und das ich ihn gerade erst wieder gefunden hatte.
Nachdem ich das wichtigste zusammen gesucht hatte, stürmte ich in die Eingangshalle hinunter.
An der Wand gegenüber lehnte Kid. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und die Augen, wie in tiefster Konzentration geschlossen. Ich glaubte, er hatte mich nicht gehört. Plötzlich schlug er die Augen auf, und sah mich durchdringend an.
"Wo sind die anderen?" wollte ich fragen, aber da kam auch schon Heiji mit einem Bündel Klamottn im Arm herein.
"Passen die paar noch in deinen Rucksack, Ran?" Fragte er mich.
"Ja, klar." Ich setzte den Rucksack ab und stopfte die Kleidung von Heiji auch noch mit zu unserer dazu. "Wo sind Shinichi und die Kleinen?" Fragte ich ihn leise.
"Shinichi ist noch auf der Suche nach Decken und die Kleinen hab ich in die Küche geschickt. Essen holen."
In dem Moment kam auch schon Shinichi herein, mit einem Stapel Decken in den Raum. Wortlos gab er die Hälfte davon Heiji. Es war nicht zu übersehen, das er der ganzen Sache immer noch nicht traute.
"Wo sind ..." "In der Küche." unterbrach ihn Heiji. "Aha."
"Sprecht ihr gerade über uns?" fragte Genta der den Kopf zur Tür herein streckte. An seinen Körper gedrückt hielt er einen Rucksack. Und hinter ihm kamen Ayumi und Mitsuhiko.
"So, sind wir jetzt endlich fertig mit den Reisevorbereitungen?" Fragte Kid verächtlich.
Sofort waren alle Blicke wieder auf ihn gerichtet.
"Ja, wir sind fertig. Können wir jetzt los?"
Ohne noch ein überflüssiges Wort stieß er sich von der Wand ab und ging vor uns her. Wir folgten ihm. Kurz vor der Tür hielt er uns noch einmal an.
"Ihr müsst vorsichtig sein. Die Black Organisation könnte überall sein." Warnte er uns.
Dann trat er hinaus.
Es war schon dunkel, solange hatten wir alles beredet und gepackt. Jetzt konnte ich auch Kids Gereiztheit verstehen. Vorsichtig drückten wir uns an den Häuserwänden entlang. Ich beobachtete Kid genau. Seine Bewegungen waren irgendwie unwirklich. Wie ein Schatten, der seinen Besitzer verloren hatte. Und trotzdem schön.
Er lies seinen Blick umher wandern, von einem Haus, auf die Andere Straßenseite. Hin und wieder blieb sein Blick auch auf Ayumi haften. Er sah sie an, als hätte er noch nie etwas schöneres Gesehen. Doch sobald es einer zu bemerken drohte, wand er seinen Blick wieder ab. Es gelang ihm, aber nur schwer.
Shinichi und Heiji unterhielten sich über die Glaubwürdigkeit von Kid. Ich hörte weg, weil ich ihm vertraute. Alles in allem kann ich sagen, das nur Kid richtig aufmerksam war.
Und das war Ayumis Glück.
Denn sie war so müde, das sie nicht darauf achtete wohin sie ging. Sie taumelte, und das ein bisschen zu weit.
"Ayumi, SEI VORSICHTIG." Schrie Kid. Kurz darauf ging ein Schuss los. Ich erlebte alles wie in Zeitlupe.
Kid war eine Milisekunde bevor der Schuss geknallt hatte, vorgehechtet, um Ayumi zur Seite zu stoßen... Ayumi selber war wie erstarrt. Kid schaffte es, er drückte Ayumi zu Boden und richtete seine Eigene Pistole auf den unsichtbaren Angreifer. Er gab gezielt zwei Schüsse ab. Einer hatte den Angreifer vermutlich getroffen.
"Ayumi, bist du in Ordnung?" fragte Kid hysterisch.
Ayumi war wie gelähmt, vor Schreck. "Ayumi?!" "Ja...ja, ich...ich glaub ich bin...in...in Ordnung..."
Kid atmete sichtlich auf und lies sich von Ayumi heruntergleiten.
Nun scharrten wir uns um Ayumi, die welche das Schauspiel einfach mitangesehen hatten. Und nichts unternommen hatten. Wir waren starr vor Schreck gewesen...
Ich wagte als erstes wieder einen Blick in Kids Richtung. Er hatte sich hingehockt, die rechte Hand auf den linken Arm gepresst. Unter seiner Rechten, quoll eine dunkelrote Flüssigkeit hervor. Neben ihm lag seine Pistole. Es war nicht sein Schussarm, in den er getroffen worden war. Sein Gesicht war Schmerzverzerrt und an seiner linken Wange war eine hellrote Blutspur zu erkennen.
"Leute, die Kugel hat Kid getroffen."  Rief ich erschrocken und eilte zu ihm. Die anderen drehten sich augenblicklich um und Ayumi lies einen erschrockenen Laut aus.
"Das...das wollte ich nicht. Das wollte ich wirklich nicht." Ein neuer Schock.
"Beruhig dich. Es ist ja kaum was..." wollte Kid in seiner gewohnt arroganten Stimme sagen, aber ich redete ihm dazwischen.
"Das wird sich noch zeigen." Ich fasste entschlossen seine rechte Hand und zog sie von der Wunde herunter.
Es war ein glatter Durchschuss und er war nicht gefährlich. Ich atmete innerlich auf und dankte Gott.
Er musste Kid große Schmerzen bereiten, doch die wollte er nicht zeigen. Er biss die Zähne zusammen, stand auf und hob die Pistole auf. Ich glaube, alle staunten, das er so robust war.
"Kommt." Zischte er. "Wir müssen schnell in das Versteck. Dann reden wir weiter."
Er ging schon wieder los, und wir folgten ihm. Keiner von uns zweifelte daran, das es ein Anschlag der Black Organisation war. Ayumi versicherte ihr immer wieder unter Tränen das sie das nicht gewollt habe, und Kid sagte das es nicht so schlimm sei. Er hielt sich immer noch die Wunde zu, und mit drängte sich eine ganz andere Frage auf. Warum hatte er Ayumi gerettet?
An seinem Arm lief eine sich schnell verbreiternde Blutspur hinunter und er sah irgendwie blass aus.
"Ran? Was meinst du zu dieser Rettungsaktion?" Ich erschrak. Ich hatte mich bis jetzt nur auf Kid konzentriert, und all meine anderen Sinne abgeschaltet. Shinichi hob beschwichtigend die Hand. "Ich bin's. Ganz ruhig."  
"Ich wollte nur wissen, was du von diesem plötzlichem Interesse an Ayumi hältst."
"Ich vertraue ihm, und das nur noch mehr, seit dem er das getan hat." Fuhr ich ihn giftig an.
Es durfte einfach nicht wahr sein, das dieser Sturkopf Kid immer noch nicht vertraute. Er hatte schließlich sein Leben für Ayumi riskiert. Aber warum das alles? Er hat doch Ayumi nur einmal vor Heute gesehen, und das auch nur kurz? Womit wir wieder bei der Frage wären...
Shinichis Stimme holte mich in die Gegenwart zurück.
"Ja, ja ist ja schon gut. Ich habe mir nur grad Gedanken darüber gemacht, was Kid damit bezwecken wollte. Er hat Kid bestimmt nicht ohne Hintergrund gerettet..."
"Shinichi, du musst aber auch hinter allem eine Verschwörung wittern."
"Hey Kid." Ertönte plötzlich Heijis Stimme. "Was macht dich eigentlich so sicher, das uns die Organisation nicht immer noch folgt?"
Ein unwilliges Geräusch ertönte aus Kids Richtung. Anscheinend wollte er nicht die ganze Sache erklären...
"Hattori. Ich bin nicht sicher. Aber wir sind auch noch lange nicht bei der Lagerhalle, und bis dahin haben sie uns verloren, ganz sicher."
"Und was macht dich da so sicher?"  fragte er hämisch.
Er trat gefährlich nahe an Kid ran.
"Was macht uns eigentlich so sicher, das wir dir trauen können? Was ist, wenn wir direkt in eine von dir gelegte Falle stolpern?"
"Das hab ich euch schon mal erzählt. Und wenn ihr's genau wissen wollt. Die Halle hat keinen Eingang. Sie ist nur durch die Kanalisation zu erreichen. Das macht mich so sicher, das sie uns nicht mehr verfolgen können. Wenn wir jetzt weiter gehen könnten, dann wäre ich euch sehr verbunden, denn wenn wir uns nicht beeilen, dann könnte der Morgen grauen, und die Verbrecher uns entdecken."
Ich dachte mir meinen eigenen Teil dazu. Das war nicht der wahre Grund.
Trotzdem spornte es die anderen an, und Kid hielt immer noch die Spitze. Sein linker Unterarm war Blutrot und das Blut troff in einem dünnen Rinnsal von seiner Hand.
Endlich, es erschien mir fast wie eine Ewigkeit, hörten wir die Geräusche des Hafens. Es konnte nicht mehr allzu weit sein.
Und dann, endlich, bog Kid in eine enge Seitenstraße ein. Sie war gerade mal so breit, das wir hintereinander gehen konnten, und das noch nicht mal richtig. An den Seiten erhoben sich hohe Häuserwände und die Straße endete in einer Sackgasse.  
Kid sah sich aufmerksam um. Dann spähte er nach oben, um sich zu vergewissern das uns niemand folgte. Dann winkte er uns zu. Wir sollten ihm folgen. Genau vor ihm war eine Tür in die Wand eingelassen, die man, wenn man nicht genau hinsah, gar nicht bemerkte. Durch diese entschwand Kid unseren Blicken. Die Kleinen wurden vorgeschoben, und auch durch die Tür bugsiert , dann kam ich. Drinnen standen Kid und die Kinder. Es war ein kleiner Raum, Gerade groß genug um den großen Deckel zu verbergen, der die Kanalisation verschloss. Kid war schon dabei ihn zur Seite zu schieben, als Shinichi und Heiji eintraten.
Unter großen Kraftanstrengungen gelang es Kid auch. Ich war selber ziemlich Sprachlos, bei seiner Verletzung? Doch er stand wieder auf und wandte sich Shinichi zu.
"Los nun geh schon, oder willst du hier Wurzeln schlagen?"
Wiederwillig setzte sich Shinichi in Bewegung. Er kletterte geschickt die rostige Eisenleiter herab. Nach ihm kamen die Kinder, dann ich und nach mir Heiji. Als letzter kam Kid, der hinter sich den Deckel wieder so gut es ging darauf zog. Dann sprang er hinab.
Mir stockte der Atem. Immerhin warn es drei oder vier Meter. Doch er tat sich nichts.
Er ist wie Katze. Sie landet auch immer wieder auf den Füßen.
Kid machte eine ungeduldige Bewegung und ging voraus. Wir folgten ihm.
Shinichi musste langsam genug haben, immer wie ein Hund hinter Kid herzu dackeln.
Plötzlich schaute Kid nach oben. Mit einem befriedigtem Nicken schwang er sich auf die erste Sprosse. Ich sah ihm hinter her.
"Los, Kudo, nimm die Kleinen auf die Schulter."
Shinichi grummelte etwas, was ich nicht verstehen konnte. Irgendwas wie "Arroganter Schnösel". Er hob als erstes Ayumi hoch und sie umfasste Kids Hand. Er zog sie nach oben und setzte sie vorsichtig auf eine Sprosse über ihm.
"Danke." Sie lächelte Kid an und kletterte weiter. Ich sah, wie über Kids ernstes Gesicht ein Lächeln huschte. Dann tat er das selbe, was er mit Ayumi gemacht hatte, auch mit den anderen. Was bei Genta ein ganz schönes Problem darstellte.
Schließlich, nach einigen Missglückten Versuchen, gelang auch das. Zwar nur unter Kids und Shinichis Aufbietung all ihrer Kräfte, aber es gelang. Mich hätte es schier an den Rand des Wahnsinns getrieben, aber anscheinend nahmen Kid und Shinichi das auf die leichte Schulter.
Schließlich zog auch Shinichi sich auf die erste Sprosse. Dann war ich dran und als letzter Heiji.
Die Halle die ich oben vorfand, ähnelte meinen Vorstellungen von einer Lagerhalle sehr.
Leer, ausgedient, zugig und riesengroß.
Ich zog mich aus dem Loch und sah wie sich die Kinder mit großen Augen umsahen.
Mein Blick fiel auf Kid. Er hockte am Boden und besah sich seinen Arm genauer.
Dann winkte er Ayumi heran und bat sie ihren Rucksack abzusetzen. Verwundert nahm sie ihren Rucksack ab und gab ihn ihm.
Er wühlte darin herum, bis er eine Wasserflasche fand.
"Er will sich die Wunde auswaschen." Schoss es mir durch den Kopf und ich verzog das Gesicht.
Ayumi machte große Augen. In ihr spielten die Gefühle verrückt. Das konnte ich in ihren Augen lesen. Sie machte sich Sorgen um Kid und Vorwürfe, denn sie hatte ja verschuldet, das er verletzt worden war. So dachte sie jedenfalls.
Kid schob sich jetzt vorsichtig den linken Ärmel hoch. Jetzt sahen wir erst mal das ganze ausmaß des Schusses. Mir wurde für einen kurzen Moment schlecht. Alles war voller Blut. Zum Glück war nichts gebrochen, dennoch sah es schlimm aus.
Der Versuch, seine Schmerzen vor uns zu verbergen schlug fehl. Ich sah, das er litt. Und es tat mir selber weh. Trotzdem hantierte er weiter, als wäre nichts gewesen. Er wusch sich die Wunde aus, dann zog er seine Jacke aus, worunter ein weißes Kurzärmeliges Hemd zum Vorschein kam.
Was hatte er jetzt vor?
Plötzlich rief mich Shinichi, und ich drehte mich um.
Dann  drang ein scheußliches, reißendes Geräusch an mein Ohr. Ich wirbelte herum,  und sah wir Kid den sauberen Teil seiner Jacke in breite Streifen riss. Dann legte er sie sich über die Wunde, und verband alles miteinander.
Seine Jacke flackte er achtlos in die Ecke. Dann stand er auf und ging in Richtung Shinichi  und Heiji. Die Beiden hatten inzwischen die Decken  zu einem Lager verteilt.
Kid lies sich im Schneidersitz nieder und unterzog noch mal seinen professorischen Verband einer eingehenden Prüfung.
Dann hob er den Kopf.
Ich saß in zwischen nahe bei Shinichi und hatte meinen Kopf auf seine Schulter gelegt. Ich war am Ende meiner Kräfte. Und das machte sich bemerkbar...
"Und, was wollen wir jetzt weiter unternehmen?" Fragte ich müde. Ehrlich gesagt, hatte ich auf die Frage selbst keine Antwort bereit. Ich wusste einfach nicht wie es noch weiter gehen sollte. Man sah einfach keinen Ausweg mehr.
Und als ich in die Augen von Shinichi sah, wusste ich, das er grübelte, aber keine Antwort fand. Heiji war genauso und in Kids Augen konnte ich im Moment nichts lesen, weil er zu Boden sah.
Plötzlich wanderte sein Blick zu Ayumi hinüber.
"Ich denke..." , sagte er langsam. "Wir müssen die Organisation mit ihren eigenen Waffen schlagen. Ganz besiegen können wir sie nicht, aber wir können ihr wenigstens einige Wunden zu fügen. Außerdem habe ich noch eine kleine Rechnung mit einen ihrer Bosse zu begleichen."
"Was meinst du damit, das wir sie nicht ganz besiegen können?" fragte Ayumi verwundert und ängstlich.
"Es ist eine weltumspannende Organisation. Die kann man nicht besiegen."
"Also denkst du, das wir dieses Mal einfach nicht gewinnen können?"
"Nein."
Diese Worte ließen mir es kalt den Rücken runter laufen.
"Was hast du eigentlich damit gemeint, als du gesagt hast, das wir sie mit ihren eigenen Waffen schlagen sollen?" erkundigte sich Heiji bei Kid.
"Wir müssen ihnen hinterher schleichen so wie sie es bei uns getan haben. Wir müssen einen ihrer Stützpunkte herausfinden, so wie du durch Zufall auf einen gestoßen bist, Heiji. Wir müssen sie belauschen, aber uns dabei nicht entdecken lassen. Und wir müssen uns einen Angriffspunkt suchen, so einen wie zum Beispiel, einen Abtrünnigen oder ähnliche."
Shinichi hatte bis jetzt zugehört, aber jetzt unterbrach er Kid.
"Und wie stellst du dir das vor? Du hast sie nicht gesehen, aber wir. Sie sind fast perfekt organisiert und haben alles andere als leicht aufzuspürende Verstecke. Du weist nicht wie grausam und kaltherzig sie sind."
"Doch, das weis ich."
Plötzlich wurde ich hellhörig. Was meinte er damit?
"Ich habe selbst genug Erfahrungen mit ihnen machen müssen."
"Wie meinst du das?" fragten Shinichi und Heiji gleichzeitig.
"Das geht euch nichts an." Erwiderte er barsch. "Ich für meinen Teil hau mich noch ein paar Stunden aufs Ohr."
Er stand ruckartig auf zog eine Decke ein Stück von uns fort und vergrub sich darin.
"Ich denke, wir sollten uns auch alle ein paar Stunden Schlaf gönnen." Fragte Heiji vorsichtig.
Shinichi nickte müde. "Ja, das sollten wir wohl tun."
"Also dann gute Nacht." Heiji nahm sich auch eine Decke und zog sich zurück. Vermutlich hatte er so viel Einfühlungsvermögen, das er wusste, das ich jetzt Shinichi für mich allein haben wollte. Mein Blick wanderte hinüber zu den Kleinen. Sie schliefen schon. Ayumi ein bisschen Abseits von den anderen.
"Ran?" Shinichis vorsichtige Stimme riss mich aus den Gedanken.
"Ja?"
"Wollen wir auch langsam schlafen gehen?"
Meine Antwort war ein Nicken. Müde schlief ich in Shinichis Armen ein. Eine Weile spürte ich noch, wie er atmete, wie ein zarter Lufthauch meinen Nacken streichelte.
Seine Körperwärme und die Decke hielt mich warm...
Plötzlich wachte ich auf. Ich wusste nicht, ob es ein Geräusch oder einfach nur mein Traum gewesen war, der mich aufgeweckt hatte. Ich schob es auf meinen Traum.
Plötzlich sah ich einen Schatten, der in der Halle hockte. Die Knie angewinkelt und das Kinn darauf gestützt.
Im ersten Moment erschrak ich, doch dann wurde mir bewusst, das es nur Kid sein konnte.
Für einen Moment wollte ich ihn schon fragen, warum er wach war. Doch dann entschloss ich mich dagegen. Ich sah, das er irgendwo hinsah, Mein Blick wanderte durch die Halle und blieb an Ayumi haften. Ayumi! Es war Ayumi, worauf er so nachdenklich starrte.
Oh Gott, langsam wurde die Geschichte kompliziert...
Review schreiben