You thought you would know me

von Beerchen
GeschichteDrama / P16 Slash
Captain Jack Sparrow Elizabeth Swann James Norrington Will Turner
09.04.2004
20.07.2004
13
25809
1
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25 Reviews
Dieses Kapitel
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Disclaimer:

Alle Figuren in dieser Geschichte, die aus dem Film 'Fluch der Karibik' entnommen wurden, habe ich mir nur ausgeliehen, sie gehören Disney und sind wie gesagt für diese Geschichte nur geborgt. Ich werde für diese Geschichte auch nicht mit Geld oder Naturalien bezahlt :).

Weitere Anmerkung: Die fünf Textzeilen am Anfang der Geschichte, die sozusagen als Einleitung oder kleiner Prolog dienen sollen, gehören ebenfalls nicht mir, sondern Alicia Keys. Deshalb besitze ich auch keinerlei Rechte auf diese Zeilen!

Genre: Romance/Drama

Warnung: [slash]

Pairing: Who knows? *fies grins* Das kann ich euch hier noch nicht verraten, sonst wäre ja die ganze Spannung weg! ;)

Rating: PG-13, später R
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You used to be my closest alli

In this cold, cold world of deception and lies

We would defend and protect one another

Now I can't tell if we're enemies or lovers

So who's gonna rescue us from ourselves?


[Copyright by Alicia Keys]



°~°~°~°  You thought you would know me °~°~°~°



Ein fahler Schein des letzten Lichts dieses Tages fand seinen Weg durch die Wolkendecke, die bereits den ganzen Tag am Himmel prangte und fiel nur durch eine Fensterscheibe gebrochen ins Schlafzimmer der Turners. Dieses Licht gab dem Raum etwas helles und freundliches, das er sonst mangels vieler Fenster nicht hatte. Doch die Frau, die eingerollt auf dem Ehebett lag, dass zur sonstigen sehr schlichten Einrichtung des Raumes passte, konnte diesen besonderen Moment nicht würdigen, weil sie ihn überhaupt nicht wahrnahm.

Elizabeth Turner lag im Schlafzimmer des kleinen Hauses, dass sie nun schon fast ein Jahr lang mit ihrem Mann bewohnte und schluchzte herzzerreissend. Aus ihrem sonst so perfekt aussehenden Haarknoten hatten sich einzelne Strähnen gelöst, fielen ihr nun wirr ins Gesicht und wurden von ihren Tränen benetzt.

Mit der Zeit war aus den Schluchzern ein hilfloses Wimmern geworden und einige Minuten später hatte sie das Gefühl, nie wieder weinen zu können, da sie sich innerlich vollkommen leer fühlte und sich nicht sicher war, ob ihr Körper noch so etwas simples wie Tränen produzieren konnte.

Langsam, mit fahrigen Bewegungen, richtete sie sich nun wieder auf und sah aus dem Fenster. Der Lichtstrahl war mittlerweile wieder verschwunden und die Dämmerung senkte sich bereits über Port Royal. Von hier aus konnte sie sehen, dass sich die Möwen, die den Tag über den auslaufenden Schiffen gefolgt waren oder am Hafen nach vielleicht übriggebliebenen Fischabfällen gesucht hatten, nun wieder auf die umliegenden Felsen der Insel zum Schlafen zurückzogen.

Ein leichter Wind kam nun vom Meer auf und fegte durch die Straßen Port Royals. Doch all das interessierte Elizabeth im Augenblick kein bisschen.


Es musste nun schon ein paar Stunden hergewesen sein, dass sie die Haustür mit einem lauten Knall zuschlagen gehört hatte und sie wunderte sich, wie schnell die Zeit vergangen war. Wie vieles konnten ein paar Stunden im Leben eines Menschen ändern? Es war einfach ungerecht.

Sie wünschte sich, sie könnte die Zeit einfach wieder zurückdrehen und dann alles anders machen als zuvor, nur musste sie zugeben, dass das alleine nichts nützen würde. Er war am Mittag zu ihr nach hause gekommen, was ungewöhnlich war, weil er üblicherweise nie vor fünf Uhr die Schmiede verließ. Doch sie hatte sich darüber gefreut, hatte erwartet, dass auch er festgestellt hatte, dass sie immer weniger Zeit gemeinsam verbrachten und war ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass er auch bleiben würde und dass sie sich einen gemütlichen und friedlichen Abend zu zweit machen würden, wie sie es seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr getan hatten.

Doch als Will dann nach dem gemeinsamen Essen verkündet hatte, er werde noch einmal in die Schmiede gehen und etwas weiterarbeiten und ihr geraten hatte, nicht auf seine Rückkehr zu warten, da es sehr spät werden könne, war es mit ihrer Freude auf einen Schlag vorbei gewesen.

Der fröhliche Glanz in ihren Augen war erloschen und sie hatte ihm einen zornfunkelnden Blick zugeworfen. Wie oft war er in letzter Zeit erst spätnachts nach hause gekommen und hatte sich leise neben sie gelegt, in der Hoffnung, sie würde schon längst schlafen?

Elizabeth hatte im Dunkeln gelegen und keinen Laut von sich gegeben, aber sie war wach gewesen und sie hatte sehr wohl seinen Atem wahrgenommen, der nach billigem Alkohol roch. Seine Kleidung roch ebenfalls nicht nach dem Rauch des Schmiedefeuers sondern eher nach dem Mief einer der vielen Hafenspelunken , die es in Port Royal gab.

Er hatte ihr schon so oft versprochen, einen Tag nur mit ihr zu verbringen, oder auch nur einen einzigen Abend früher nach hause zu kommen und sich ganz ihr zu widmen, doch immer war er reumütig erst in ihr kleines Haus zurückgekehrt, als er geglaubt hatte, sie würde es nicht mehr mitbekommen und er müsste sich keine Vorwürfe anhören.

Das hatte er auch nicht gemusst, denn sie hatte geschwiegen, sie hatte die ganzen vielen Monate über beharrlich geschwiegen und ihn nicht einmal am nächsten Morgen darauf angesprochen.

Doch auch ihre Toleranz besaß Grenzen und diese Grenze war heute Nachmittag ein für alle mal erreicht gewesen.


Ein wüster Streit war zwischen ihnen entbrannt. Zwar hatte es auch vor ihrer Hochzeit schon ein paar kleine Streitereien gegeben, aber sie waren nichts im Vergleich zu der Wolke aus Zorn, die sich unaufhaltsam zwischen sie geschoben hatte und die sich vor ein paar Stunden sehr heftig entladen hatte.


"Wenn du auch nur einen Tag in meinem Körper erleben müsstest, Elizabeth, dann würdest du endlich begreifen, dass ich einfach eine gewisse Abwechslung von diesem alltäglichen Leben, das nun schon seit längerer Zeit in unserem Haus herrscht, brauche! Du würdest es ertragen müssen, Tag für Tag als Gehilfe eines Waffenschmiedes zu schuften, wobei es der Esel deines Meisters noch besser hätte als du selbst! Du müsstest den Großteil der Arbeit erledigen und dein Meister würde dafür das gesamte Lob und die Anerkennung der Leute einheimsen, obwohl sie der alte Säufer überhaupt nicht verdient hat! Und wenn du dann nach einem anstrengenden Arbeitstag nach hause kämst und erwartetest, liebevoll von deiner Frau empfangen zu werden, würde dich schon beim Betreten des Hauses stattdessen ein vorwurfsvoller Blick treffen, der dir sagen würde:

Warum müssen wir in einer armseligen Hütte wohnen? Warum muss ich jeden Tag schuften wie eine Dienstmagd? Was ist aus unserem gemeinsamen Traum geworden, weit wegzugehen und dort ein ganz neues Leben anzufangen? Liebst du mich überhaupt noch? Vielleicht wäre ich doch besser daran gewesen, wenn ich den Commodore geheiratet hätte, dann würde ich jetzt in einem hochherrschaftlichen Haus wohnen und würde einen Status und Diener besitzen! Anstattdessen hocke ich hier in diesem Loch herum und ich weiß genau, dass ich hier auch sterben werde, wenn sich an unserer Situation nichts ändert!

Würdest du da nicht auch viel besser gelaunt sein, wenn du außer Haus wärst? Würdet du dich nicht auch lieber in zwielichtigen Spelunken herumtreiben und deinen Alkoholverbrauch steigern, als nach hause zurückzukehren, zu deiner Frau, die dir nichts anderes als Vorwürfe macht. Es sind zwar stumme Vorwürfe, aber meinst du, sie schmerzen weniger, als solche, die laut ausgesprochen werden?"


Soweit hatte sie ihn ausreden lassen, doch dann konnte sie nicht mehr an sich halten und hatte ihn verletzt angeschrien: "Du weißt doch gar nicht, ob ich wirklich so denke! Du weißt nicht, was ich jeden Tag durchmachen muss, du weißt nicht, wie es um mich bestellt ist, weil du dich gar nicht mehr für mich interessierst!!

Früher hast du dich noch um mich gesorgt, hast dich rührend um mich gekümmert, da du Angst hattest, du könntest mich verlieren, doch jetzt sind wir verheiratet, jetzt bin ich Mrs. Turner und da kannst du dir meiner ja sicher sein, jetzt musst du dir im Umgang mit mir keine Mühe mehr machen! Nun zeigt sich anscheinend dein wahres Gesicht, Will Turner!
Ich habe meinen Status und einen von meinem Vater sehr geschätzten Verehrer aufgegeben und wozu das alles?

- Für dich, Will! Ich wollte mit dir zusammenleben und mit keinem anderen Menschen auf dieser Welt! Du warst mir so wichtig wie nichts anderes, nicht einmal so wichtig wie ich selbst. Und nun bin ich in der feineren Gesellschaft geächtet und habe zu niemandem hier ein freundschaftliches Verhältnis, alles, was ich noch habe, bist du! Und auch du lässt mich nun im Stich! Kannst du dir vorstellen, wie nutzlos, verlassen und alleine ich mir im Moment vorkomme? Sag mir jetzt bitte nicht, du seist der Situation, verheiratet zu sein nicht gewachsen, denn das hättest du dir wahrlich früher überlegen sollen!"

Sie hatte Will noch einige nicht sehr freundliche Dinge mehr an den Kopf geworfen, auch dass er ihr untreu sei, woraufhin er irgendwann an einem Punkt angekommen war, an dem er nicht mehr weiterwusste und so hatte er einfach, wie schon so oft, die Flucht ergriffen.
Der Knall der zuschlagenden Haustür dröhnte ihr noch immer in den Ohren.

Erst nachdem er fort war, hatte sie sich gestattet, ihren Tränen freien Lauf zu lassen und das hatte sie auch dringend nötig gehabt. Wie ein verwundetes Tier hatte sie sich in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer in ihr gemeinsames Bett verkrochen, in dem sie schon so viele wunderschöne Stunden erlebt hatten und sie war sich sicher gewesen, dass es diesmal eine andere Art von Flucht gewesen war. Diesmal war er gegangen. Für immer. Er hatte sie verlassen.

Nicht körperlich, sie war sicher, dass er sehr viel später an diesem Tag wieder nach hause zurückkehren würde und sich wie so oft neben sie in ihr gemeinsames Bett legen würde, aber sie hatte etwas in seinem Blick endgültig zerbrechen gesehen, bevor er aus dem Haus gegangen war.

Will würde sie immer noch mit Achtung behandeln, das war keine Frage, aber er würde ihr in nächster Zukunft keine einzige zärtliche Geste mehr widmen, dessen war sie sich bewusst und es schmerzte mehr, als alles andere, was ihr in ihrem gesamten Leben widerfahren war.

Und obwohl sie beide daran Schuld waren, hasste sie sich dafür.
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