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GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Frodo Samweis / Sam Gamdschie
09.04.2004
11.04.2004
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Obwohl die am Ufer stehenden Personen bereits nicht mehr als zu erahnende Umrisse geworden waren, wagte er es nicht seinen tränengetrübten Blick abzuwenden, aus einer unbeschreiblichen Angst heraus etwas zu verpassen, von dem er selbst nicht wusste was es war. Eine Hand legte sich auf seine Schulter und er musste sich nicht umdrehen, um zu wissen wer neben ihm stand.

"Werde ich wirklich das finden was ich suche?"

Seine Stimme klang fester, als er es erwartet hatte.

"Das hängt davon ab was du suchst."

Er antwortete nicht, doch in ihm breitete sich eine schreckliche Leere aus, die ihm die Kehle zuzuschnüren schien. Das Wissen darum, dass er nicht auf diese Reise gegangen war, um etwas zu finden, sondern um zu fliehen, zu vergessen, war präsenter als je zuvor. Und wie um dies zu untermauern wurde das Ufer in diesem Augenblick von der Dunkelheit verschluckt.

"Nein!"

Als sein eigener Schrei an seine Ohren drang verschwand mit einem Mal das Schiff und alles andere um ihn herum und machte einer vollkommenen Dunkelheit Platz. Orientierungslos griff er um sich, bis er einen Arm neben sich ertastete. Auf seine Berührung hin rückte die Person näher an ihn heran und strich ihm mit der Hand über die Haare.

"Denkst du manchmal darüber nach wie eine Geschichte ausgegangen wäre, wenn der Held sich in einem Moment anders entschieden hätte? Wenn nur eine Kleinigkeit anders geschehen wäre?"

Es dauerte einen Moment, bis er eine schläfrige Antwort bekam.

"Manchmal, ja. Aber das ist doch auch ein Teil, der die Geschichten so interessant macht: Sie haben sich für einen Weg entschieden und sind ihn gegangen, ohne seine Konsequenzen zu kennen. Wenn man etwas ändern würde, dann wäre es nicht mehr dieselbe Geschichte."

"Aber eine andere."

"Worauf willst du hinaus?"

"Ich frage mich woran man die wahre Geschichte erkennt."

"Die wahre Geschichte?"

"Wir gehen doch davon aus, dass das was geschehen ist auf diese Weise vorherbestimmt war. Was aber, wenn das Schicksal einen anderen Weg für sie vorgesehen hatte? Woran erkennt man die richtige Geschichte?"

"Hattest du wieder diesen Traum?"

"Er scheint so real. Jedes mal wenn ich ihn träume denke ich er wäre Wirklichkeit und das alles hier nur ein Traum gewesen."

"Wie könnte unser Leben nur ein Traum sein? Wie könnte das hier nur ein Traum sein."

Sanfte Lippen trafen seine eigenen und ein langer, zärtlicher Kuss drängte die Gedanken an den Traum in den Hintergrund.

Engumschlungen glitt er wenig später in einen traumlosen Schlaf.
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