Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

WIEDERGEBORGEN - Teil 1

von Sythazen
GeschichteDrama / P18 / MaleSlash
09.04.2004
09.04.2004
1
2.216
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
09.04.2004 2.216
 
Disclaimer: Duncan, Methos, und alles was hier sonst noch entfernt an "Highlander: The Series" erinnert, unterliegt dem © von D/P und anderen. No harm meant, I hope none taken. Alle anderen Charaktere, sowie die geschriebene Handlung gehört mir, der Autorin Bianca Nunberger

Summary: Ein Unbekannter erwacht in einer dunklen Gasse neben einem geköpften Mann, ein Schwert in seiner Hand, und eine menge Visionen im Kopf.

Er ging durch die Gassen, getrieben von einem Hunger, welchem er schon seit Tagen nicht zu stillen wusste. Seine zu schmalen Schlitzen zusammengezogenen Augen durchforschten aufmerksam die schmutzige Gasse, in welcher er sich gerade befand. Einige Ratten taten sich an den an den schmierigen und von Graffiti bemalten Hauswänden liegenden Müllhaufen gütlich. Eine Katze sprang mit einem lautem Fauchen aus einer Mülltonne, an welcher er gerade vorüberging und setzte mit einem galantem Sprung über den nächsten Müllhaufen hinweg und floh an ihm vorbei in die von lauter Technomusik erfüllte Querstraße. Einige Betrunkene standen um einen zu einer Feuerstelle improvisierten Container herum und teilten sich eine große Schnapsflasche, die reihum an alle vier Obdachlosen weitergereicht wurde.

Weiter ging er in die dunkle Gasse hinein. Lies die lauten Stimmen der Penner und das Licht des Feuers hinter sich zurück. Immer weiter, bis er schließlich selbst die zuvor so ohrenbetäubend laute Technomusik nicht mehr hören konnte. Schließlich blieb er stehen. Er hatte den Ort den er gesucht hatte erreicht. Noch immer glaubte er in der Luft den leichten Geruch von verschmorten Kabeln, durchgebrannten Straßenlaternen und verkohltem Fleisch zu riechen. Sein suchender Blick viel schließlich auf einige, sich im zweitem Stockwerk befindlichen großen Fensterfronten, die nun alle zersprungen waren. Das Metall der Fensterrahmen sichtlich in alle möglichen Richtungen verbogen und das Glas zersplittert, unter der Wucht der in alle Richtungen einschlagenden entfesselten Urgewalt, der vom Himmel herabzuckenden Blitze. Langsam ließ er sich in die Hocke sinken, seinem suchendem Blicken war ein leichtes schimmern im fahlem Lichte des Vollmondes aufgefallen. Nur zögernd streckte er seine Hand nach
dem unter einigen, herabgestürzten Ziegelsteinen liegendem Gegenstand hin aus. Seine leicht zitternden Finger schlossen sich um ein aus Elfenbein und Perlmut geformtes Heft und mit nur leichter Anstrengung gelang es ihm, schließlich auch den Rest des Katanas aus dem Schutthaufen hervorzuziehen. Nicht ohne Bewunderung für die hervorragende handwerkliche Leistung des Erschaffers dieser einmaligen Klinge, glitten seine hellgrünen Augen über das von Staub und Blut verschmierte Schwert.

Mit einem leichtem Keuchen ließ er die prächtige Waffe fallen und wich einige Schritte weit zurück. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er auf seine Hand, welche dass Katana noch vor kurzem gehalten hatte. Wieder glaubte er das dickflüssige rote Blut auf seiner Haut zu spüren. Leicht angewidert wischte er diese an einer alten zu seinen Füßen liegenden Tageszeitung ab. ?Warum bin ich hierher zurück gekommen?' , fragte er sich leise. Doch er hatte keine Antwort. Seit dem er in eben jener Gasse zu sich gekommen war, zog es ihn immer wieder hierher zurück. Ein leichter Wind kam auf und wehte die wieder von ihm fallen gelassene Zeitung einige Meter weiter die Gasse hinunter. Genauso wie seine suchenden Augen dem davon flatterndem Papier folgten, wurden auch seine Gedanken in die jüngste Vergangenheit zurück getragen.

Der Gestank von durchschmorten Kabeln und verbranntem Fleisch war das erste, was er neben seinen quälenden Kopfschmerzen wahrnahm. Langsam öffnete er seine Augen und blickte direkt in zwei  ihn voller ungläubigen Staunens  weit aufgerissene Augen. Das dazu gehörige Gesicht war vor Schmerz verzerrt. Leicht stöhnend streckte er seine rechte Hand aus und berührte den neben ihm liegenden. Doch was dann geschah, ließ ihn mit einem lauten Entsetzensschrei schlagartig seine Kopfschmerzen vergessen und aufspringen. Seine Hand berührte die Stirn des anderen und mit einem ekelhaft matschigem Geräusch begann sich der Kopf von ihm fortzudrehen. Und es war ?nur' der Kopf, der sich bewegte. Deutlich war der glatte, fasst schon chirurgisch saubere Schnitt direkt am Hals zu erkennen. Fassungslos registrierte sein Verstand erst nach und nach, was seine Augen schon lange vorher erkannt hatten. Vor ihm zu seinen Füßen lag der Körper eines großen, in einen schwarzen Mantel gekleideten Mannes. Der zu
dieser Leiche gehörende Kopf war genau neben ihm gelegen und nun ein Stück Richtung des leise gluckernden Abflussrohres gerollt. Mit einer Mischung aus Faszination und Grauen bemerkte er, das der Tote wohl sehr viel Wert auf sein Äußeres gelegt haben musste, denn die langen, mit einem Lederband zusammengebundenen Haare bildeten immer noch einen perfekt geformten Pferdeschwanz.

Ein alles überwältigender Blutgeruch stieg ihm in die Nase und ließ ihn sich würgend an der nächsten Wand mit zittrigen Armen abstützend übergeben. Als der Brechreiz schließlich nachließ, gab es nichts mehr, was ihn noch hier fest hielt. Er musste einfach nur weg. Fort von dem Grauen. Fort von seinen blutigen und an einigen Stellen zerschnittenen Kleidern und noch viel weiter fort von dem, was er wie ihm erst jetzt auffiel, die ganze Zeit in seiner Faust fest umschlossen gehalten hatte. Mit einem lauten Klirren ließ er das Schwert fallen und wandte sich zur Flucht.

Drei Tage waren nun seit diesem seltsamen Erwachen vergangen. Drei Tage und zwei noch längere Nächte, in welchen er ziellos und ohne zu wissen wohin er sich wenden konnte, durch die Slums der Stadt gelaufen war. Einer Stadt, von welcher er nicht einmal den Namen kannte. Aber das machte nichts. Warum sollte es ihn auch stören. Da er seinen eigenen Namen und seine eigene Vergangenheit ebenfalls nicht mehr kannte. Drei Tage in welchen er sich vor allem und jeden versteckt hatte. Drei Tage in denen er weder etwas gegessen, noch getrunken hatte. Drei Tage in welchen ihn ?etwas' wieder hierher gezogen hatte. Und schließlich hatte er dem inneren Drang nachgegeben und war wieder hierher zurückgekehrt. An den Ort seines Erwachens. An den Ort des Grauens und an den Ort den ihn seine Visionen gezeigt hatten.

Ja, seine Visionen. Denn seit seinem Erwachen war kaum eine Stunde vergangen, in welcher er nicht wie aus heiterem Himmel plötzlich laut schreiend zusammengebrochen war und sich unter der Wucht der auf ihn einstürzenden Bilderflut letzten Endes in Ohnmacht gefallen war. Bilder, die ihn so schnell durchfluteten, das er nichts genaueres darin erkennen konnte. Doch die mit diesen Bildern einhergehenden Klänge waren ihm nur allzu deutlich im Gedächtnis geblieben. Es war das laute klirren von auf einander prallenden Schwertern.

Wieder bückte er sich. Dieses mal auf die auf ihn einstürzenden Bilder innerlich vorbereitet. Seine Finger schlossen sich erneut um den leicht ribbligen Griff des Schwertheftes und zogen es nun endgültig zu sich herauf. Aufstöhnend schloss er seine Augen vor der mit Macht in ihm aufsteigenden Bilderflut. Doch dieses mal war es ganz anders als die vielen Male zuvor. Diesmal konnte er einzelne Bilder herausfiltern. Konnte Stimmen hören die sich miteinander unterhielten. Konnte Empfindungen in sich aufkeimen spüren, die nicht von ihm, sondern von den Personen in eben diesen Bildern zu ihm vordrangen.

Zwei in lange Mäntel gekleidete Männer schritten sich angeregt unterhaltend eine große Treppe hinab, zu einem in der untergehenden Sonne leicht violett glitzerndem Fluss. Der eine hatte lange, zu einem Pferdeschwanz gebundene Haare und strahlte eine alles einnehmende Präsenz aus. Der andere, etwas kleinere und viel zierlicher wirkende Mann hatte dunkle, kurze Haare und einen fast schon asketisch zu nennenden Knochenbau. Doch seine Bewegungen zeugten von einer Eleganz, an welche der andere Mann bei weitem nicht heranreichte. Beide schritten Arm in Arm die Treppe hinab und auf ein am Uferkai befestigtes Hausboot hinzu. Der langhaarige öffnete mit einem leichten Grinsen die Türe des Hausbootes und winkte den anderen zu, vor ihm einzutreten, was dieser nach einer leicht spöttisch wirkenden Verbeugung gegenüber dem langhaarigem auch tat.

Die Szene wechselte und dieses Mal befand er sich - nach den runden kleinen Fenstern und dem Schnitt der Wände nach zu urteilen - im Innerem des Hausbootes. Sein Blick viel auf dieselben beiden Männer, wie sie gemütlich vor einem knisternden Kaminfeuer auf einem großem, den Boden bedeckendem Fell saßen. Der eine mit einem Bier in der Hand und der andere mit einem Glas Rotwein. Sie konnte er an den Bewegungen ihrer Münder erkennen, dass sie sich angeregt mit einander unterhielten. Doch drang kein Ton zu ihm durch. Er beobachtete wie sich die Hand des kurzhaarigen langsam dem Knie des anderen näherte und sich auf diesem niederließ. Er sah kurz die Überraschung in den Augen des langhaarigen aufblitzen, doch als der kurzhaarige seine Hand mit einer offensichtlichen Entschuldigung zurückziehen wollte, verhinderte dies der langhaarige kurz entschlossen und rückte ein ganzes Stück näher an den andren heran. Kurz zögerte er noch, doch dann beugte er sich vor und gab dem kurzhaarigen und
sichtlich überraschtem einen flüchtigen Kuss auf dessen Stirn. In dem Gesicht des kurzhaarigen konnte er eine unbändige Erleichterung und zutiefst empfundene Freude erkennen.

Die nächste Szene zeigte ihm wieder die beiden, dieses mal splitterfasernackt in einem großem Bett liegend, wie sie ganz langsam und mit deutlicher Zärtlichkeit damit begannen, ihre Körper gegenseitig zu erforschen. Bald schon wurden die erst zögernden Berührungen des kurzhaarigen etwas fordernder und bereitwillig schien sich der langhaarige darauf einzulassen und ergab sich den Wünschen seines neu entdeckten Geliebten. Langsam wanderte der Mund des kurzhaarigen küssender weise immer weiter den Oberkörper des nun reglos daliegenden hinab. Bis seine Lippen schließlich den Bauch des bis dahin entspannt lächelnden berührten und er sich plötzlich deutlich verspannte. Zögernd hielt der kurzhaarige inne, seine weit geöffneten braungrünen Augen fragend auf den langhaarigen gerichtet, während seine rechte Hand scheinends ein Eigenleben entwickelte und das letzte Stück des nun leicht erschauernden Oberkörpers leicht massierend immer weiter hinabwanderte und zu dem verlangtem Ziel kam. Das
plötzliche Nachluftschnappen und der deutlich in seiner Hand erregte Penis des langhaarigen bewiesen ihm, das er nicht falsch lag. Dennoch ließ er seinen fragenden Blick solange auf den nun leicht unter ihm zitternden ruhen, bis dieser schließlich mit heißerer Stimme rief. "Verdammt mach schon weiter oder willst du mich zu Tode reizen?"
Mi einem deutlichem Grinsen erwiderte der angesprochene: "Das hättest du von Adam Piersen nicht erwartet oder mein Freund?"
Mit deutlich in den Bettlaken festgekrallten Händen stöhnte der langhaarige. "Niemand hätte so etwas von dem schüchternem und immer in muffigen Bibliotheken herumhängenden Chronisten erwartet Adam und jetzt BITTE hör nicht auf damit!"
Leises, amüsiertes Lachen war die Antwort. "Und das von dem immer alles in schwarz und weiß sehendem Highlander!" Deutlicher Schalk funkelte in den Augen des mit Adam betitelten und immer noch die nun steife Erektion in seiner rechten Hand haltend und leicht massierend sprach er schließlich weiter. "Doch keine Bange, es gibt noch sehr, sehr vieles das ich dich zu lehren habe." Und mit diesen Worten folgte schließlich sein Kopf der schon alles vorbereiteten Hand weiter hinab.

Schweißgebadet und vor in ihm wiederstreitenden Gefühlen leicht zitternd erwachte er wieder aus seiner Starre. Noch nie zuvor waren die Visionen derart deutlich und realistisch gewesen. Und noch nie zuvor hatte er die beiden richtig sprechen hören können. Doch dieses mal schon und es war mehr gewesen, als er es sich hätte erhoffen können. Einen Namen hatte er vernommen. Von einem Mann, zu welchem er sich auf seltsame Weise stark angezogen fühlte. Kurz entschlossen ließ er das aufgehobene Schwert in seinem Mantel verschwinden und machte sich wieder auf den Rückweg durch die nur von Ratten und jagenden Katzen bewohnten Gasse. Endlich hatte er ein Ziel vor Augen. Er wollte diesen Adam Piersen finden. Dieser war bestimmt in der Lage, ihm seine Fragen zu beantworten. Den anderen konnte er nicht mehr fragen. Denn genau dieser Andere war es gewesen, dessen Kopf er bei seinem ersten Erwachen in der heruntergekommenen Gasse  neben sich vorgefunden hatte.

Ende Teil 1 ...
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast