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REDITUS MORTIS

von Sythazen
GeschichteAbenteuer / P6 / Gen
Methos
09.04.2004
09.04.2004
1
1.191
 
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Anmerkung: Über Feedback jeglicher Art würde ich mich sehr freuen. Auch gegen Kritik habe ich nichts, solange sie konstruktiv ist. Lest bitte auch meine anderen Storys, wenn euch diese hier gefällt. J


REDITUS MORTIS


Kapitel 1 - Verfolgt


... ein ... aus ... ein ... aus ... sein keuchender Atem war das einzige was er in der ihn umgebenden Stille hörte, das einzige was ihn daran erinnerte, das er noch am Leben war. Ein heißeres Auflachen, welches jedoch kaum das es begonnen hatte, sofort wieder verstummte, unterbrach für wenige Augenblicke seine rasselnden Atemzüge.

Nick Wolfe war sein Name, oder er war es zumindest gewesen. Jedenfalls bis zu jenem Tag vor einer Woche, als der Mann der diesen Namen bei seiner Geburt von seinen Eltern erhalten hatte, durch eine aus nächster Nähe auf ihn hin abgefeuerten Pistolenkugel gestorben war. Daran das er tatsächlich gestorben war, gab es nicht den geringsten aller Zweifel. Diejenige welche dafür verantwortlich war, hatte ein ganzes Jahrtausend zur Verfügung gehabt, ihre Treffergenauigkeit zu vervollkommnen.

Doch er war nicht lange tot gewesen. Nein, er war wieder erwacht. War ? laut Amandas Aussagen ? nun einer von *ihnen* ? einer von den wenigen Erwählten, die dazu verdammt waren ? oder auserkoren wie Amanda es ausdrückte ? für ewig zu leben. Immer wieder neu zu erwachen, wenn man sie tötete, es sei denn, ein anderer der Erwählten schlug einem mit einer scharfen Klinge den Kopf von den Schultern.

Doch so ein Leben wollte er nicht. Hatte er nie gewollt. Sicher er hatte Amanda dafür bewundert ? für ihre Gewitztheit, für ihre einfach unauslöschliche gute Laune und dafür, das sie immer über alles bescheid zu wissen schien und dieses Wissen mit ihrer eigenen, ganz persönlichen Weltanschauung vermischte, welche sich nicht immer mit dem, was er als Rechtens empfand, in einen Topf werfen ließ. Auch als er erfahren hatte, das sie Unsterblich war, so unglaublich allein der Gedanke auch schon war, hatte er sie tief in seinem Herzen immer noch weiter bewundert. Ja sogar noch mehr als zuvor, falls das überhaupt noch möglich gewesen war. Er hatte sich immer gefragt, weshalb sie ausgerechnet ihm vertraut hatte. Weshalb sie unter all den vielen Menschen ihn dazu erwählt hatte, ihr seit Jahrhunderten gehütetes Geheimnis mit ihm zu teilen. Ihm, der sie gejagt hatte und der sie ? ja auch sterben gesehen hatte.

Sie hätte es einfach darauf beruhen lassen können und für ihn weiterhin tot bleiben können. Das war immerhin etwas, das sie schon viele Dutzend Male in ihrem langem Leben getan hatte, wie sie ihm selbst berichtete, doch entschied sie sich dagegen und weihte ihn stattdessen ein. Machte ihn zu einem Mitverschworenen und das nicht nur in dem Sinne, das er über ihre wahre Lebenspanne bescheit wusste. Amanda hatte es immer wieder geschafft, ihn in Erstaunen zu versetzen und ihn mit ihrer ganz eigenen Lebensart auch dazu veranlasst, Dinge zu tun, die er niemals früher auch nur in Erwägung gezogen hätte.

Mit zitternden Fingern tastete er nach dem Schwert, welches Amanda ihm zukommen hatte lassen, nachdem er sich von ihr getrennt hatte. Getrennt, weil sie ihm etwas angetan hatte, das er als Mord bezeichnet hätte. Doch war er ? aber nein das hatte er nun wirklich hinlänglich immer wieder und wieder seit jenem Augenblick in der Fabrikhalle in seinen Gedanken hin und hergewälzt.

Er wusste nicht wie sie es geschafft hatte. Wie sie ihm das Schwert hatte zukommen lassen können und wie sie herausgefunden hatte, wo er sich vor ihr verborgen gehaltne hatte. Doch hatte sie es wie auch immer doch in die Wege leiten können und so ? nun so war er nun nicht gänzlich hilflos dem gegenüber, was ihn nun zu erwarten schien und was er schon des Öfteren bei Amanda beobachtet hatte.

Das laute Knacken eines Astes riss ihn wieder ins Hier und Jetzt zurück und erinnerte ihn daran, das er sich hier nicht in einer gemütlichen Ecke befand, in welcher er sich grübelnd und erinnernd an das Gewesene zurück entsinnen konnte, sondern sich hier in größter Gefahr befand.

Ein Kampf stand ihm unmittelbar bevor. Einer dem er nun nicht mehr würde ? wie zuvor schon so oft von ihm erfolgreich praktiziert ? ausweichen können und so blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als sich dem Unausweichlichem zu stellen, was ihn bis hierher verfolgt hatte. Verfolgt, seit er hier in Irland angekommen war und sich so weit als möglich vor Amanda und ihren Spielchen verborgen gehalten hatte. Er war geflohen so weit er es vermochte. Hatte sich ? als er dessen Annäherung auch heute Nacht wieder verspürt hatte ? versucht auf den nahe gelegenen Friedhof zu retten und tatsächlich trennten ihn nur noch wenige hundert Meter von den ersten großen Steingräbern. Doch hätten es ebenso gut auch einige hundert Meilen sein können. Es spielte keine Rolle, da er gefunden worden war und es nun keine weitere Ausweichmöglichkeit mehr für ihn zu geben schien. Keine, außer der sich seinem Verfolger zu stellen, so gut er es vermochte.

Er verbarg sich hinter einem großen Baumstamm, seine schweißfeuchten Hände schlossen sich fester um den Griff des ihm ungewohnt in den Fingern ruhenden Schwertgriffes und ungeschickt zog er es schließlich aus seiner Scheide hervor, um es dann seinem Verfolger, sollte dieser ihn bald ? wie es sich den sich ihm rasch nähernden Geräuschen nach auch zu sein schien ? eingeholt haben, selbiges mit Wucht entgegenzuschlagen.

Jetzt wünschte er sich, er wäre nicht fort gelaufen von der einzigen Frau, der er ? so verrückt und abgedreht sie auch des Öfteren war ? wirklich vertrauen konnte. Ja, sie hatte ihn umgebracht. Aber so wie sie meinte nur, um ihn ? so grotesk es ihm auch erschien ? am Ende das Leben zu retten. Er war eine Narr gewesen ? einer der seine Narretei jetzt wohl mit seinem Leben bezahlen würde und dies nicht nur für einen Tod, sondern für immer und ewig.

Als die Schritte seines Henkers ? denn als was anderes konnte er diesen nicht sehen, da er sich trotz seines Schwertes nicht wirklich zu wehren wusste - ihn nun fast erreicht hatten, sprang er hinter dem Baumstamm hinter welchem er sich verborgen gehalten hatte, mit einem lauten und einem eindeutig  verzweifeltem Aufschrei hervor, riss seine Arme mit dem schwer in seinen Händen liegendem, scharf geschliffenen Stück Metalls in die Höhe und schlug so kräftig er es nur vermochte zu.


Ende von Kapitel 1 ? Fortsetzung folgt ?
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