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Farewell, my brother...

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P12 / MaleSlash
08.04.2004
08.04.2004
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2.385
 
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Was wenn ich dich verlassen hätte und gestorben wäre?
Was wenn ich die Tür geschlossen und dich zurückgelassen hätte?
Was wenn du mich gebeten hättest nicht zu gehen?

Ich denke... Dann wäre es wohl Schicksal gewesen. Mein Schicksal? Dein Schicksal? Zur Hölle, wer weiß das schon? Wird es jemals jemanden geben der sein eigenes Schicksal kennt? Manche Leute sagen dass das Schicksal eine vorherbestimmte Sache ist... Soll ich es glauben? Oder soll ich einfach weitermachen wie bisher und nach vorne schauen? Vielleicht werde ich irgendwann in der Zukunft die Antwort kennen... Aber was wenn nicht? Würdest du wieder fortgehen? Müsste ich dich sterben sehen? Getötet... von mir? Ich habe dir nie gesagt dass ich dich wirklich liebe, nicht wahr? Ich weiß doch selbst dass ich diese Worte niemals benutzt habe... Hey, aber es ist mir so oder so klar dass du niemals auf eine so dumme Sache wie eine Liebeserklärung antworten würdest... Du warst zu stolz um auf so etwas zu antworten; zu stolz um an dein eigenes Glück zu denken.

Ich kann mich noch immer an dich erinnern... Dein Geruch; dein Körper eng an den meinen gepresst. Was das alles bedeutungslos für dich? War das alles eine Lüge? Deine zärtlichen Hände die meine Wangen streicheln und die Tränen fortwischen... Deine Lippen die mich küssen; die eine unbekannte Hitze an Stellen meines Körpers jagen von denen ich nicht einmal wusste dass sie existieren... Selbst wenn du mich hasst, selbst wenn du fort bist... Du kannst immer noch hören wie ich nach dir rufe, nicht wahr? Du kannst mich immer noch neben deinem Grab knien sehen, oder nicht? Und du kannst immer noch spüren wie ich dich liebe, oder kannst du nichts mehr fühlen?

Es stimmt... Hehe, du bringst mich immer wieder zum Lachen. Das ist nicht mehr lustig. Komm schon; ich weiß dass dies hier nur einer deiner schlechten Scherze ist. Wie der dass du mein Bruder warst. Ich hätte niemals einen Blutsverwandten geliebt, oder hätte ich das Limit so sehr hochgeschraubt? Ich wusste immer dass wir keine Brüder sein können... Mein verlangen dich zu spüren, dich zu berühren... Es war einfach großartig. Ich meine, wenn uns jemand ansah hätte derjenige nie geglaubt dass wir Brüder sind. Dein seidiges schwarzes Haar dass dir wie ein glänzender, düsterer Fluss bis über die Schultern fiel. Deine weiße Haut; die Farbe des reinsten Elfenbeins. Und deine Augen... Deine unglaublichen Augen... Helles braun mit einem leichten Hauch hochkarätigen Goldes. Eine Schönheit die mit nichts in der Welt verglichen werden konnte... Und was bin ich? Fast blondes Haar, dunkle Augen und eine Haut deren Farbe an Karamell grenzt... Wie könnten wir Brüder sein? Eine dunkle, tödlich giftige
und doch zärtliche Schönheit wie du und ein dreckiger kleiner Abschaum wie ich? Nein, ich wusste dass es nicht wahr sein konnte.

Als wir noch zur Schule gingen... Ich habe immer zu dir aufgesehen. Nicht weil du einer der besten Schüler aller Zeiten warst, sondern weil du niemals alleine warst. Immer hattest du Mädchen und sogar Jungen um dich die dich mit Liebesbriefen überhäuften... Ich habe dich immer beobachtet wie du sie im deinem Spind versteckt hast; mit der Sicherheit dass ich wieder da sein würde um dich zu beobachten. Du hast immer gelächelt wenn du hinein gelegt hast; behandeltest sie mit einer unglaublichen Vorsicht. Deine schlanken Finger glitten über die Umschläge; streichelten zärtlich dass zumeist rosafarbene und babyblaue Papier. Ich weiß dass du es nur getan hast um meine Eifersucht zu erwecken... Du wolltest dass ich verstehe dass du mich niemals lieben würdest. Oder fühltest du wirklich so etwas wie Liebe... oder auch nur Freundschaft für die Menschen die dich liebten? Oft habe ich gesehen wie du dich mit einem Mädchen getroffen hast, und immer wieder bin ich dir gefolgt. Du warst so verdammt
unerreichbar, und vielleicht war dass der Grund warum mein Verlangen immer stärker wurde...

Nein, sag es mir nicht. Verrat mir nicht die Wahrheit die ich schon längst kenne. Du würdest mich nie lieben... Niemals. Aber warum... Warum zur Hölle hast du zugelassen dass ich dir das antue? Warum hast du mich nicht gestoppt als ich deinen Körper beschmutzte; deine Seele vergewaltigte... Du hättest mich so leicht beiseite stoßen können, aber du hast nur gelächelt. Dieses kalte und gefühllose Lächeln. Ja, dass ist eins der Dinge die nur du tun kannst. Vielleicht war es ja die Befriedigung, oder vielleicht lag es daran dass du es einfach gebraucht hast.

Als du es mir kurz nach dem Tod unserer Eltern gesagt hast... Als du mir gesagt hast dass du sie nicht traurig machen wolltest... Dass du nur prüfen wolltest ob es wirklich Liebe ist die ich fühle oder ob ich dich aufgeben würde... War es eine Lüge oder ein Traum der wahr wurde? Es hat mich nicht wirklich interessiert... Nein, das ist nicht die Wahrheit. Es hat mich überhaupt nicht interessiert. Es hat mich nur interessiert ob du bei mir bliebst... Und du bist geblieben... Wir hätten so glücklich sein können; wir hätten für immer zusammen sein können. Ich hätte alles für dich getan. Selbst wenn du gewollt hättest dass ich dir die Welt schenke, hätte ich eine Schleife darum gewickelt und sie dir zu Füßen gelegt. Aber du hast mich niemals um etwas gebeten. Nicht einmal um Liebe... Die ich dir so oder so gab.

Es war ein Geheimnis für all die Anderen die nicht zu uns gehörten. Selbst unsere engsten Freunde haben es nicht gewusst... Hast du gewusst wie sehr mich das verletzt hat? Aber wieder einmal hast du nur gelächelt und gesagt dass alles okay sein würde. Aber das war es nicht! Ich liebe dich, ich liebe dich so sehr. Mein Herz, meine Seele, meine Liebe... Mein Bruder! Mir wurde immer gesagt ich wüsste nicht was Liebe ist... Ich war doch erst 13; und du warst schon beinahe ein Erwachsener mit deinen 18 Jahren. Aber es hat dich nicht interessiert... Du hast jede Nacht uns sogar an den Tagen diese Gewalt zugelassen; du hast meine Berührungen zugelassen die brennende Male auf deiner elfenbeinfarbenen Haut hinterließen... Aber wie hätte das okay sein können? Ich wünschte du hättest etwas getan dass mich davon abgehalten hätte dich zu töten...

Dies war der Tag an dem ich endlich realisierte dass ich all diese Jahre in einem Albtraum gefangen war. Ein Albtraum der erst enden wird wenn ich an den Platz gehe an dem du jetzt bist. Diese Nacht als ich nach Hause kam... Ich verfluche ihn, bis in die siebte Hölle!
Du hast gesagt du fühlst dich nicht wohl und wolltest zuhause bleiben... Und ich bin gegangen. Als ich zurückkam bin ich direkt in unser Schlafzimmer gegangen. Und du warst da; deine Schönheit schien heller als jemals zuvor. Deine Augen geschlossen... Deine Handgelenke waren aufgeschlitzt, genau wie die Schlagader an deinem Hals... Der karmesinrote Lebenssaft auf deiner elfenbeinfarbenen Haut... Ich zitterte beinahe vor Aufregung. Ich konnte nichts anderes tun als mich auf dich zu legen; dein noch immer warmes Blut an meinem Körper zu spüren. Mein Liebling... Du schmecktest so süß, ein wenig metallisch vielleicht... Aber es war mir egal. Ich wusste dass du eines Tages zurückkommen würdest.

So, mein Bruder... Ich werde jetzt gehen. Es ist nun 10 Jahre her dass du gestorben bist... Ich bin jetzt 24, und weißt du was? Ich bin der Chef einer großen Firma, außerdem habe ich eine Frau und zwei Kinder; einen Jungen und ein Mädchen... Das ist ein guter Ersatz bis zu dem Tag an dem der Einzige zurückkommt nach dem es mich jemals wirklich verlangt hat.

Es tut mir leid, Bruder... Aber ich brauche deinen toten Körper nicht mehr. Du bist gegangen... Obwohl ich dich gebeten habe nicht zu gehen. Jetzt bin ich an der Reihe zu gehen; nach Hause zu gehen... Ja, ich bin glücklich und ich habe eine Zukunft auf die ich mich freuen kann. Aber weißt du was? Ich tue dass nur um die dazu zu bewegen dass du wieder aufstehst und dich endlich zusammenreißt. Ich will dass du mich dafür bestrafst dass ich dich vergewaltigt und getötet habe... Hasst du mich immer noch? Waren deine letzten Worte wahr? Wenn es so ist... Dann warte ich auf den Tag an dem du kommst um mich zu töten. Hey, ich freue mich wirklich darauf. Also weine nicht, mein Bruder... Oder ist dieser Regen das Werk des Himmels der um deine Schönheit weint? Niemand hat das Recht um dich zu weinen...

Jetzt muss ich aber wirklich auf Wiedersehen sagen. Ich kann meine Frau hören, wie sich mich von der anderen Seite des Friedhofszaunes aus ruft. Sie ist so verdammt dumm. Ich habe ihr erzählt dass du mein Bruder warst und dass wir eine ungewöhnlich enge Beziehung hatten. Sie hat mir einfach geglaubt... Aber sie hat mich niemals gefragt welche Art von Liebe wir füreinander gefühlt haben... Und wenn sie es getan hat, erinnere ich mich nicht mehr daran. Ich erinnere mich nie an dass was sie sagt. Ich höre es und vergesse es einfach wieder in derselben Sekunde. Ich liebe sie nicht... Ich habe es nie getan und ich werde es nie tun. Weil du immer noch der einzige bist der mir nahe ist; der meine Liebe wert ist. Und ich werde mich immer an dich erinnern, meine einzig wahre Liebe.

Ich hoffe dass du mir eines Tages vergeben kannst... Und vielleicht, wenn wir uns irgendwann wieder sehen, wirst du lernen mich WIRKLICH zu lieben. Auf Wiedersehen, mein Bruder... Ich muss nach Hause gehen.



~ An meinen Bruder ~

Ich weiß du würdest mir niemals erlauben es zu tun... Also wähle ich diesen Weg, auch wenn du mich dafür hassen wirst.

Mein süßer kleiner Bruder der mich so sehr geliebt hat... Wenn du diesen Brief liest, werde ich bereits an einen Platz gegangen sein, an dem es niemanden interessiert wer du bist oder wen du liebst. Dort werde ich auf dich warten.

Es tut mir leid dass ich dich verlassen muss... Aber ich kann es einfach nicht ertragen. Ich will nicht dass du weiter leidest. Du hast immer gesagt dass ich der wäre, der leidet. Aber das ist nicht wahr. Ich habe nur gelitten weil du gelitten hast. Ich wusste dass deine Liebe zu mir dich in den Wahnsinn trieb, also habe ich mich dir hingegeben.

Zuerst war es nur Mitleid, aber dann habe ich etwas realisiert... Ich habe endlich erkannst dass ich genau so sehr liebe wie du mich liebst. Und deswegen muss ich jetzt sterben. Meine Liebe, vergib mir dass ich dich wieder zum weinen bringe. Bitte weine nicht.

Ich weiß es ist egoistisch, aber ich möchte dass du mir eine letzte Bitte erfüllst. Bitte versuch nicht mir zu folgen. Sie nach vorne, form dein Leben wie du es willst, finde jemanden der dich liebt und sei glücklich.

Du hast mir nie geglaubt wenn ich dir sagte dass ich dich liebe. Aber es war so. Nur dass meine Wege vielleicht von den deinen abwichen. Aber wenn ich dich nicht geliebt hätte, wäre ich bei dir geblieben. Wenn ich geblieben wäre, wärst du eines Tages verrückt geworden. Und ich möchte nicht dass das passiert. Lebe einfach dein Leben und sei glücklich. Ich könnte dich niemals glücklich machen; die Realität ist nun einmal dass wir Brüder sind. Deswegen entscheide ich mich mir mein Leben zu nehmen; vielleicht werde ich ja wiedergeboren als ein normaler Mann der nicht dein Blutsverwandter ist. Oder vielleicht als Frau; dann könnten wir sogar eine Familie gründen. Aber.. würdest du mich immer noch lieben wenn ich eine Frau wäre? Oder liebst du mich nur weil ich ein Mann bin... Dein Bruder den die nie zu erreichen glaubtest?

Ich bin dankbar für dass was du für mich getan hast... Und ich weiß dass du einen Weg finden wirst um uns wieder zusammenzubringen. Aber nicht in diesem Leben... Ich habe immer gefühlt dass es keine Hoffnung für uns gibt. Hast du immer noch Hoffnung? Dann halte dich daran fest und warte auf unsere Wiedervereinigung. Endlich werde ich dir die Befriedigung geben können, die du dir verdient hast.

Auf Wiedersehen, mein Bruder. Ich weiß dass ich keine Zeit mehr habe. Keine Zeit um all die Dinge zu sagen die ich sagen will; keine Zeit für Erklärungen. Für jetzt bin ich am Ende; für jetzt und vielleicht für immer.

Lebe Wohl... Meine Liebe, die alles besaß was mich ausmachte; mein Körper, mein Herz und meine Seele. Lebe Wohl, mein Bruder...

~ Love you forever ~
 
 
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