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For The Love Of Goddess

von Silfir
GeschichteDrama / P12 / Gen
Belldandy Hild Keiichi Morisato Sentaro Skuld Urd
08.04.2004
31.05.2004
15
52.534
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08.04.2004 3.288
 
Kapitel VIII: Das Ende des Kampfes

Sie drehte sich zur Seite und erschrak, als alles um sie herum plötzlich verschwand. War sie tot oder wie oder was...?
"Was macht Belldandy da?", fragte Keiichi besorgt, als Belldandy ihren Kopf plötzlich zur Seite gedreht hatte und nun wie regungslos dasaß, mit leerem Blick.
"Wenn ich das wüsste...", murmelte Urd.
Belldandy begriff, dass sie in ihrer eigenen Seele war. Sie stand auf und sah sich um. Sie wusste, dass alles, was sie nun tat, keinen Einfluss auf ihren Zustand in der Realwelt hatte. Das schloss sie daraus, dass sie aufgehört hatte, zu atmen. Das heißt: Sie hoffte, dass sie in der Realwelt noch atmete?
?Belldandy!' Da war die Stimme wieder! Belldandy drehte sich um ? und erschrak wirklich. Vor ihr war so etwas wie ihr Spiegelbild, nur nicht spiegelverkehrt, sondern richtig herum ? so, als würde sie wirklich vor sich selbst stehen. Und diese andere Belldandy hatte sie gerufen. ?Wer bist du?', fragte Belldandy.
?Blöde Frage eigentlich. Nach wem sehe ich denn aus?'
?Du bist ich?'
?Natürlich nicht genau. Du bist Belldandy, eine Göttin, richtig? Was bin dann ich?'
?Du bist meine dämonische Seite?'
?Richtig.', antwortete die Dämonin.
?Und wie lautet dein Name?', wollte Belldandy wissen.
?Ich sagte doch, ich bin du, also heiße ich Belldandy wie du. Du kannst mich, wenn du willst, auch Bellira nennen, aber das macht keinen Unterschied.'
?Was willst du von mir?'
?Komische Frage. Ich bin hier, weil ich mir gedacht habe, dass du etwas von mir willst.'
Belldandy verstummte. In der Tat, das war eine Möglichkeit, darauf war sie noch gar nicht gekommen. ?Du meinst, du könntest mir helfen?', fragte sie hoffnungsvoll.
Die Dämonin Belldandy lächelte. ?Ja, das könnte ich.', antwortete sie langsam.
Belldandys Hoffnung begann wieder zu schwinden. ?Aber du willst nicht?'
?So pauschal würde ich das nicht sagen.', erwiderte die Dämonin.
?Du bist meine letzte Chance!', ereiferte sich Belldandy.
?Schweig! Ich habe eine Ewigkeit damit verbracht, aus der Leere deiner Unwissenheit zu entkommen, und als du endlich alles wusstest, war es schon fast zu spät. Weißt du, was das für ein Gefühl ist, für Äonen eingesperrt zu sein? Nein, das weißt du nicht. Wenn ich es weiß, kannst du es nicht wissen, genauso ist es umgekehrt. Es war eine Qual. All die Dinge, die du getan hast und die ich miterleben musste... Ich war da, auch wenn du es lange nicht einmal ahntest. Ich habe alle deine Schritte miterlebt. Alle deine Schmerzen, alle deine so genannten Freuden... Wir sind ein Körper, aber zwei Seelen. Und dementsprechend unterschiedlich sind unsere Meinungen bei unseren Entscheidungen gewesen. Aber hast du einmal auf mich gehört?'
Belldandy schaute schuldbewusst. ?Du selbst weißt genau, dass es nicht meine Schuld ist, dass ich nie von dir erfuhr.'
?Ja, natürlich. Zur Sache. Ich möchte dir ein Angebot machen. Du überlässt mir die Kontrolle über deinen... unseren Körper. Du wirst statt von einem kümmerlichen Rest göttlicher Macht von einer unglaublichen Menge dämonischer Macht durchströmt sein, mit der dein so genannter Allmächtiger besiegt werden kann.'
Belldandy wunderte sich ein wenig. ?Wieso dieser Sinneswandel? Wir beide wissen doch, dass du nach meiner Exekutation durch den Allmächtigen innerhalb eines Tages erwachst, ohne mich in deinem Körper zu haben. Du hättest unseren Körper dann für dich alleine, wenn auch mit einer viel geringeren Kraft?'
?Mutig, dass du mich an diese Möglichkeit erinnerst... Naja, du weißt, dass ich das weiß.' Die Dämonin schaute Belldandy versonnen an. ?Ein Körper, zwei Seelen stimmt nicht ganz... Im Innersten unseres Bewusstseins sind wir uns gleich, Göttin. Im Innersten fühlen wir nämlich gleich... Du verstehst?'
?Ja, ich verstehe.', antwortete Belldandy.
?Also? Wie stehst du zu diesem Angebot?'
Belldandy zögerte nur für den Bruchteil einer Sekunde. ?Ich nehme an.', sagte sie bestimmt zu ihrem dämonischen Ich.
?Sehr gut. Lege deine Hand auf meine Hand, und wir werden tauschen. Keine Angst. Die Fliehkraft wirkt hier nicht.', bemerkte sie lächelnd.
Belldandy wusste nicht, wieso sie das sagte, aber sie legte ihre Hand wie befohlen auf die der Dämonin Belldandy.
Kurze Zeit später wusste sie dann doch, was ihr dämonischer Teil mit der fehlenden Fliehkraft meinte. Als sie ihre Hände aufeinander legten, begann sich alles zu drehen. Alles drehte sich und drehte sich. Belldandy schloss die Augen, damit ihr nicht schwindlig wurde...
Irgendwann war alles ruhig. Belldandy und die Dämonin standen sich immer noch gegenüber. ?Eine weise Entscheidung, Belldandy. Und nun werde ich da draußen mal einiges aufmischen.'
?Halt, Bellira!', rief Belldandy erschrocken, denn ihr war etwas Wichtiges eingefallen. ?Ich habe eine Bitte. Egal, was passiert, Keiichi darf nichts geschehen.'
?Hm!', machte die Dämonin Belldandy verächtlich. ?Du hast es scheint's doch nicht verstanden...'
Plötzlich verschwand sie. Belldandy erschrak kurz, als im selben Augenblick die Umgebung ihre Schwärze verlor und sie sich stattdessen wieder in der Realität wieder fand.
Sie versuchte aufzustehen...
Aber es funktionierte nicht! Ihr Körper reagierte nicht! Sie versuchte ein weiteres Mal, aufzustehen, aber der Versuch verlief genauso enttäuschend wie der vorherige. Sie war tief bestürzt.
Dann, ganz unerwartet, stand sie doch auf und klopfte sich den Staub von ihren Kleidern. Belldandy war nun noch verwirrter. Das war nicht sie. Was sie auch immer tat, es war nicht das, was sie tun wollte. Ihr Körper schien auf jemand anderen zu hören...
Sie begriff endgültig das Ausmaß ihrer Entscheidung. Die Dämonin in ihr war nun diejenige, die ihr Handeln bestimmte. Ihr wurde letztendlich klar, was die Dämonin meinte. So wie sie nun ihr Handeln tatenlos miterlebte, hatte die Dämonin Belldandys Handeln ihr ganzes bisheriges Leben lang tatenlos miterlebt.
Belldandy begriff nun auch, was damals, als sie sich der Wegnahme des Ringes widersetzte, geschehen war. Damals hatte die Dämonin bereits einmal die Kontrolle übernommen. Sie hatte alles gehört, gesehen, gefühlt, aber hatte keine Kontrolle über sich selbst mehr gehabt.
Wie jetzt. Dafür fühlte sie nun auch die Schmerzen, die der bisherige Kampf ihr zugefügt hatte? Und es machte sie fast wahnsinnig, nichts dagegen tun zu können?
Belldandy hörte sich selbst ausgiebig lachen. "Soso, du größenwahnsinniger Volltrottel, du hast geglaubt, du hättest mich schon in der Tasche, was?", rief sie.
Urds Gesicht war ein einziges Fragezeichen. "Was redet die da? Das ist doch nicht Belldandys Art! Und warum fühle ich plötzlich diese immense dämonische Kraft? Hat sich Hild hier irgendwo verkrochen?"
Belldandy, oder beziehungsweise das, was man für Belldandy hielt, drehte sich zu ihrer Schwester um. "Das ist meine Kraft, Spatzenhirn! Ich bin die Dämonin in Belldandy. Bellira, mein Name, Schwesterchen.", rief sie ihr zu, breit grinsend.
Keiichi schaute geschockt und fassungslos. Die Dämonin in Belldandy?
Der Allmächtige hob die Augenbraue. "Bellira, soso? Nun, egal. Ich könnte tausende von deiner Sorte besiegen..."
"Angeber!", spottete Bellira. "Große Klappe und nichts dahinter, wie? Friss das hier, dann sehen wir weiter!", rief sie und stürmte auf den Allmächtigen los.
Dieser wich erschrocken zurück. Diese Dämonin in Belldandy, Bellira oder wie sie sich nannte, kämpfte mit unglaublicher Wildheit und Risikobereitschaft. Belldandy, so wütend sie auch gewesen war, hatte sich niemals im ganzen vorhergehenden Kampf so gehen lassen. Dieser Kampf würde schwerer werden... Er wich zur Seite einem neuerlichen Angriff aus.
Bellira änderte sofort die Richtung und flog mit derselben Geschwindigkeit auf den Allmächtigen zu. ?Diese Wendigkeit, dieser Mut... Belldandy selbst mag friedlich sein, aber die Dämonin in ihr ist eine reine Kämpferin!', stellte der Allmächtige fest. Er wehrte ihren Angriff mit einem Schutzschild ab, der Belldandy zurückwarf.
Sie wirbelte durch die Luft, bekam sich unter Kontrolle, drehte sich zum Allmächtigen um, landete sicher auf beiden Beinen und lächelte.
Der Allmächtiger atmete erstmals in diesem Kampf schwer. Er hatte durchaus Energie verloren im Kampf gegen die alte Belldandy, aber nur etwa 40 Prozent. Doch die neue Belldandy, Bellira, kämpfte besser und effektiver als die alte, und auch besser als er selbst. Er musste seinen Vorteil ausspielen, solange er ihn noch hatte.
Der Allmächtige grinste. Er hatte einen Plan... einen perfekten Plan...
Bellira beobachtete ihn argwöhnisch. Er führte etwas im Schilde... Irgendetwas unsagbar Perfides?
Der Allmächtige breitete seine Arme aus und konzentrierte sich eine Weile. Dann schoss plötzlich eine unzählige Menge dünner Nadeln aus reiner Energie aus seinem Körper, und alle waren auf Bellira gezielt!
Dieser war aufgefallen, dass der Allmächtige einen verhängnisvollen Fehler begangen hatte. Schnell warf sie mit der Hand eine Energiekugel, die viel schneller als die Nadeln war. Kaum hatte der Allmächtige alle Nadeln produziert, wurde er von der Energie in der Brust getroffen. Er sackte zusammen und spuckte Blut. Seine Lunge war verletzt. Doch dann richtete er seinen Kopf auf und lächelte hämisch. "Du wirst ebenfalls nicht überleben. Rechne nach..." Dann wurde er bewusstlos.
Bellira schaute ihn verwundert an und richtete ihren Blick auf die Nadeln, die langsam auf sie zuflogen. Sie berechnete ihre Bahnen genau und stellte fest, dass alle genau auf ihr Herz zielten! Zudem erkannte sie, dass jede einzelne dieser Nadeln sie bei einem Treffer umbringen konnte.
Eine Chance blieb ihr. Sie feuerte eine winzige Energiekugel nach der anderen ab und neutralisierte damit eine Nadel nach der anderen. Zosh! Zosh! Zosh...
Sie atmete schwer, denn das kostete sie Kraft... Die Worte des Allmächtigen klangen in ihren Ohren nach... ?Du wirst ebenfalls nicht überleben. Rechne nach...'
Bellira sank erschöpft auf den Boden und feuerte weiter. Nur noch wenige Nadeln waren übrig geblieben, aber sie pfiff schon aus dem letztem Loch.
Gerade noch brachte sie eine letzte Kugel hervor und stütze sich vollkommen entkräftet mit den Armen ab, die Augen vor Müdigkeit schon halb geschlossen. Sie konnte keine Nadel mehr sehen... Ein Glück, denn ihre Kraft war gleich null...
"VORSICHT! HINTER DIR!", brüllte Skuld ihr aufgeregt zu.
Bellira drehte sich verdutzt um und erschrak. Die Nadel war bereits bedrohlich nahe... Bellira rutschte rückwärts weg. Die Nadel ließ sich nichts anmerken und flog weiter. Bellira rutschte noch ein paar Meter rückwärts, und die Nadel flog weiter.
"Teuflisch!", spuckte Urd aus. "Bellira kann zurückweichen und zurückweichen, irgendwann wird sie es nicht mehr schaffen, und dann wird die Nadel ihren Tod bedeuten."
"Wir müssen den Schild deaktivieren und ihr helfen!", rief Skuld.
Urd nickte und schaltete an Banpai herum. "Es funktioniert nicht!" Sie schüttelte den Roboter durch. "Der Schild unterliegt nicht mehr meiner Kontrolle...", murmelte sie bestürzt und trat mit aller Kraft gegen den Schrotthaufen, zumindest nannte sie Banpai nun in Gedanken so. "Der Allmächtige hat den Schild von innen neu gebildet. Bellira kann nicht hinaus, wir können nicht hinein. Der hat an alles gedacht... Verdammt! Eine solch lächerliche Kraft, und es gibt keine Möglichkeit, sie abzuwehren! Sowas Heimtückisches!", rief sie wütend.
"Vroop!" ["Was kann ich dafür! Musst du mich treten?"], lautete Banpais Reaktion.
"Eine lächerliche Kraft?", wiederholte Skuld.
"Ja! Sie bräuchte nur ein winziges bisschen Energie, ein so winziges bisschen... Aber Bellira hat sie nicht mehr! Ihre einzige Möglichkeit, ihre Kraft zurückzuholen, wäre zu schlafen, doch wenn sie schliefe, könnte die Nadel sie leicht umbringen. So ein Mist!"
"Ein winziges bisschen magische Energie...", murmelte Skuld. Eine Idee war in ihr aufgekeimt...
Bellira derweil war wütend bis zum Anschlag. Sie rutschte weiter rückwärts... und um ein Haar wäre sie gegen den Schild gestoßen und hätte sich übel verletzt. Aufgeregt blickte sie nach vorne und bemerkte klatschnass vor Schweiß, dass die Nadel ganz nahe war... Sie konnte nicht mehr ausweichen!
"Der Ring!", brüllte Skuld plötzlich. "Der Ring! Versuch's mit dem Ring!"
Leicht befremdet schaute Bellira zu ihr, dann wandte sie ihren Blick wieder zur Nadel. Sie blickte kurz auf ihre rechte Hand, an der der Ring saß, den Keiichi ihr ? oder vielmehr Belldandy ? zur Verlobung geschenkt hatte. Sie hob ihn hoch, legte ihn auf ihr Herz. Die Nadel flog auf es zu und stieß auf den Ring... Und anstatt ihn einfach zu durchstoßen, wurde sie absorbiert! Die Nadel war weg, und mit ihr die Lebensgefahr, in der sich Bellira befunden hatte.
Um ein Haar hätte Bellira sich einfach erleichtert rückwärts hingeworfen, aber sie erinnerte sich noch rechtzeitig an den Schild. Sie rutschte ein paar Meter ins Innere der Kuppel, sank zu Boden, schloss die Augen und schlief ein.
Den vier Zuschauern außerhalb fiel ein Mühlenstein vom Herzen. Dann erntete Skuld staunende, aber anerkennende Blicke. "Wie, zum Henker, bist du auf diese Idee gekommen?", fragte Urd.
"Naja, mir ist dein Vortrag über die Magie eines aus Liebe getragenen und geschenkten Ringes eingefallen. Beim Stichwort Magie hat es einfach bei mir geklingelt, verstehst du?"
"Überhaupt, Skuld, du hast mich wirklich erstaunt. Dass du zu so einer flammenden Rede gegen deinen Herrn fähig warst... Du hast bereits mehr Charakter als so manche Gottheit erster Klasse! Ich kenne nicht viele Leute, die ein so verlockendes Angebot ausgeschlagen hätten..."
"Jeder hätte an meiner Stelle so gehandelt, da bin ich mir sicher. Belldandy ist mir immer ein größeres Vorbild gewesen als der Allmächtige oder sonst jemand. Und wenn sie eine Halbdämonin ist, naja, dann hat sie mich gewissermaßen ebenfalls zu einer gemacht. Wenn sie verdammt ist, bin ich auch verdammt."
"Belldandy war dein größtes Vorbild?", fragte Urd nach. "Und was ist mit mir?"
"Wärst du damals dein Vorbild gewesen, Urd? Ganz ehrlich.", konterte Skuld. "Wolltest du in meinem Alter eine alkoholsüchtige, taktlose, egoistische, ignorante, rücksichtslose, stinkfaule..."
"Okay! Okay! Es reicht!", rief Urd.
Sentaro lachte. Keiichi lächelte auch, blickte dabei jedoch verstohlen zu Bellira bzw. Belldandy... ?Was wird aus Belldandy?', fragte er sich im Stillen.
Wie aufs Stichwort zuckte ihr Körper. Gebannt starrte Keiichi zu ihr, und die anderen drei verstummten in ihrem Streit und folgten seinem Blick.
Bellira richtete sich langsam auf. ?Ich fühle mich jetzt viel besser... Aber warum bin ich schon wieder wach? Ich muss wohl noch irgendetwas Wichtiges vorgehabt haben...' Ihr Blick fiel auf den bewusstlosen Allmächtigen. ?Ach so? der Idiot?' Sie trat auf ihn zu und stand eine Weile unbeweglich vor seinem reglosen Körper.
Sie seufzte und zuckte die Achseln. "Ich halte das immer noch für eine schlechte Idee, aber wenn du darauf bestehst...", murmelte sie in sich hinein. ?Sowas von schizophren...', dachte Urd insgeheim bei sich.
Bellira beugte sich zum Allmächtigen herunter und legte ihre Hand auf seine blutverschmierte Brust. Sie schloss kurz die Augen und konzentrierte sich.
Der Allmächtige öffnete plötzlich wieder die Augen und sprang schnell auf. Er schaute sie entgeistert an und legte seine Hand auf seine Brust. Er war geheilt...
Bellira lächelte leicht. "Du hast einen Fehler gemacht, also habe ich gewonnen, sehe ich das richtig? Fehler macht jeder mal..."
Ihr Gegenüber schaute sie misstrauisch an. "Warum hast du mich am Leben gelassen?"
"Sagen wir, ich halte den Tod für eine zu milde Strafe für dich. Du hast dich geirrt. Niemand kann die Absicht haben, den Tod von Milliarden für ein solch fragwürdiges Ziel in Kauf zu nehmen und damit durchkommen. Selbstverständlich kannst du mich jetzt einfach so umbringen, aber dein Handeln wird inzwischen beobachtet, dafür habe ich gesorgt. Wenn du mir etwas antust, wird es der gesamte Himmel mitverfolgen. Das wird dir ihren Rückhalt rauben, glaube mir. Es gibt keine vollkommenen Idioten im Himmel und auch nicht in der Unterwelt. Du weißt ja jetzt, niemand ist vollkommen, auch du nicht."
Der Allmächtige starrte Bellira feindselig an. "Du hast gewonnen? Aber wir sprechen uns noch." Er wandte sich von ihr ab und ging einige Meter von ihr weg.
"Nicht so voreilig. Meinst du, du kannst jetzt einfach verschwinden und fertig?"
Der Allmächtige drehte sich wieder um und sah sie eindringlich an. "Vergiss nicht, es ist ein Verbrechen, gegen den Allmächtigen die Hand zu erheben, sogar ein großes! Vermutlich geschähe es dir ganz recht, wenn man dich zur Strecke brächte? Aber ich muss über vieles nachdenken, deswegen lasse ich dich für ein Weilchen in Frieden. Was deine Schwestern angeht? nun, man wird sehen." Erneut drehte er sich um.
"Halt, halt, halt. Was ist mit Keiichi? Was wird mit ihm geschehen?"
Der Allmächtige hielt inne. "Keiichi? Wer ist das? Ach so, der Typ, der für ?es' verantwortlich ist, nicht wahr?" Er drehte sich langsam um. "Darüber werde ich auch nachdenken, in Ordnung? Keine Angst, ihm wird vorerst nichts passieren. Vorerst?"
Bellira nickte lächelnd, während der Allmächtige von der Bildfläche verschwand. Belldandy atmete in ihr tief aus. Die Gefahr war vorläufig abgewendet, und die Hoffnung, der Allmächtige würde nach dem Nachdenken seine Meinung geändert haben, war nicht unbegründet. Aber gleichzeitig machte sie sich Sorgen. Ihre weiteren Handlungen bestimmte nicht mehr sie, sondern die Dämonin... Das war das Risiko, das sie eingehen musste, als sie sich dafür entschied, ihr ihren Körper zu überlassen. Was hatte Bellira nun vor...?
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