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Herzklopfen und andere Krankheiten

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Legolas
08.04.2004
27.05.2004
8
10.794
 
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08.04.2004 1.343
 
Herzklopfen und andere Krankheiten


Notes: Das ist mein erster Versuch überhaupt eine FanFiction zu schreiben, also seid bitte nicht allzu hart zu mir! *bettel*

Disclaimer: Alle Figuren, Orte und was euch sonst noch bekannt vorkommt ist von J.R.R. Tolkien. Ich benutze sie nur für meine kleinen Hirngespinste^^ Mira und Caro gehören aber mir!

-----**-----

Kapitel 1:



Lange bevor das Leben auf der Erde lebenswert war, lange bevor es etwas zu Essen gab, lange bevor der allzu bekannte Gong ertönte und lange bevor mein Lateinlehrer aufhörte mich voll zu labern, driftete ich in Gedanken in die wunderbare Welt Tolkiens ab, nach Mittelerde.

Auf einmal, wie aus einer fernen Welt, erschallte die Stimme meines Lehrers: "Mira, was heißt efficere? Mit Stammformen bitte!"

Und da fragte meine innere Stimme: ,Mira, solltest du dass nach 4 ½ Jahren Lateinunterricht wissen?'
Ernüchternder Weise musste ich mit ?Ja?' antworten.

Ich musste mich langsam zu einer Antwort durchringen: ?Efficere, effi?cio? eff?ff?feci, effectum??" Fragend blickte ich meinen genervten Lehrer an, der nur ein schwaches Nicken als Antwort gab.

?Und nun in die Vollen!' dachte ich mir und in meinem Köpfchen rauchte es. ?Was bei den Valar heißt das?!' Ja, in meinem Inneren war ich immer noch in Mittelerde.

?Was das heißt, weiß ich nicht." antwortete ich dann knapp und wie nicht anders zu erwarten verdrehte mein Lehrer die Augen, stempelte mich gedanklich unter ?Total unterbelichtet" ab und nahm dann, wie immer, den Klassenbesten dran.


*~*~*


Die Tortur war überstanden! Nun saß ich mit meiner besten Freundin Caro in der überfüllten Cafeteria. Wir unterhielten uns, wie auch anders nicht möglich, über den 3. Teil der HdR-Trilogie, den wir erst vor Kurzem gesehen hatten und wurden uns ziemlich schnell darüber einig, dass Legolas in der Story viel zu kurz kam.

Man konnte uns guten Gewissens als Legi-Fanatiker bezeichnen.


*~*~*


Es war wirklich bitterkalt. Warum konnte dieser Bus auch nicht direkt vor meiner Haustür halten? ?Aber nein, ich muss erst noch mit dem Fahrrad diesen verdammten Berg hier hoch!' Genau! Meine Stimmung war nach jeweils zwei Stunden Latein, Englisch, Politik und einer Stunde Mathe auf dem Tiefpunkt.

Noch nicht einmal Väterchen Frost hatte Mitleid mit mir. ?Kann der nicht mal Urlaub auf den Balearen machen?!' Sowas denkt man halt, wenn man sauer ist!

Und da geschah es: vor mir blitzte es wie aus heiterem Himmel. Ein grelles Licht umgab mich, dann wurde mir
schwarz vor Augen, wahrscheinlich, weil ich sie geschlossen hielt.

Als ich meine Glubscher wieder öffnete, hätte ich alles erwartet: einen Krankenwagen, besorgte Ärzte, die Stelle an der ich mich vorher befunden hatte? aber nicht das.

Überall um mich herum war ich von grellem Weiß umgeben, so weiß, dass es blendete. Und ja, es war immer noch so kalt wie vorher, was die Option ?Himmel" ausscheiden ließ.

Im Großen und Ganzen sah das hier aus wie ein Berg. Ein hoher Berg. Keine Bäume. Nur Schnee. Eine einsame Träne lief über meine Wange, der jedoch bald ein ganzer Sturzbach folgen sollte.

Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, wie ich mich in dieser Situation gefühlt habe, kann ich es nicht mit einem einzigen Gefühl beschreiben. Verzweifelt, einsam, halb erfroren, hoffnungslos, hilflos, verängstigt, panisch. Das trifft wohl alles zu.

Mein kluges Köpfchen riet mir dann einfach mal den Berg hinab zu spazieren. Weiter unten konnte es nur noch wärmer werden. Und weil ich zuweilen sogar auf mein immer bemühtes Hirn höre, setzte ich mich in Bewegung und strampelte hinunter.

Doch ich kam nicht weit.

Irgend so ein Riesenvieh von Adler, und wenn ich sag' Riesenvieh, dann meine ich Riesenvieh, stürzte sich auf mich und nahm mich mit. Meine Gefühle in diesem Moment kann ich nur als Panik und Todesangst bezeichnen.

?Lass mich los, du Mistkrähe! Ich hab' Höhenangst!!!!" Ja, die habe ich wirklich. Und es war verdammt hoch.
Bald spürte ich durch den Druck der gewaltigen Krallen des Vogels um meine Hüfte meine Beine nicht mehr. Dafür spürte ich meinen Magen umso mehr, denn der machte sich mit dem Gefühl bemerkbar, dass er sich doch bald einmal entleeren wollte.

Bevor das geschah, ließ mich der Adler, weiß Gott warum, über den Wipfeln eines Waldes fallen und ich krachte
durch die gewaltigen Baumkronen bis auf den Waldboden.

Benommen blickte ich mich um, konnte aber die Schönheit des Waldes nicht mehr wahrnehmen bevor ich das
Bewusstsein verlor. Doch ich hörte noch entfernte Pferdehufe.


*~*~*


Als ich wieder zu mir kam war da der Schmerz. Großer Schmerz. Und laute Hufe. Unter mir?

Auf einmal bekam ich es mit der Angst zu tun und öffnete meine Augen lieber nicht. Dafür leisteten mein Herz und mein Hirn Höchstarbeit, wenn schon meine Augen geschont wurden.

Und dann kam die Erkenntnis: ?Um Himmels Willen! Ich sitze auf einem Pferd, habe die Augen geschlossen und falle nicht runter?!'Gut, Punkt 1 und 3 waren durchaus akzeptabel, aber in Verbindung mit Punkt 2 unmöglich.

Als wenn das nicht schon genug Aufregung für einen Tag gewesen wäre, bemerkte ich durch den Schmerz dann doch den Arm, der mich um die Taille festhielt.

Von Neugier gepackt öffnete ich dann doch meine Äuglein.

?Heilige Scheiße, ist das Vieh schnell!' schoss es mir durch den Kopf und instinktiv krallte ich mich an besagtem Arm fest und ehe ich mich versah war der zuvor verdrängte Schmerz wieder da.

?Au!" macht ich und ließ los, um mich dann vor Schmerzen zu krümmen.

?Shhh, wir sind gleich da." Kam es von dem zum Arm gehörigen Mann hinter mir, der wohl die schönste Stimme hatte, die je an meine kleinen Ohrmuscheln gedrungen ist.
Als ich jedoch, wehleidig wie ich bin, weiterwimmerte, brachte er das Pferd dazu langsamer zu laufen.

Der Teil meines Hirns, der für Schmerz zuständig war, dankte ihm natürlich, denn der Scherz ließ nach.
Doch der Teil meines Hirns, der für ?Panik kriegen, wenn man hilflos mit einem fremden Mann im Wald ist' tat das, wozu er bestimmt war: PANIK KRIEGEN!!!

Mein Herz, das vorher wie gesagt Höchstleistungen gebracht hatte, hätte jetzt ohne weiteres in Guinness Buch der Rekorde für ?Extremklopfing' eingetragen werden können.

Fest entschlossen, wenn nötig zu beißen, kratzen und zu treten, drehte ich mich zu dem Typen um. Und ich sah in die wohl klarsten blauen Augen, die je ein Mensch der Erde erblickt hatte.


*~*~*


Derweil in einem kleinen Kaff irgendwo in Deutschland?

?Wie bitte?! Mira ist nicht nach Hause gekommen?! Das kann doch nicht sein! Ich hab' sie doch in den Bus steigen sehen?" Caro liefen die Tränen über die Wangen. Wo konnte ihre beste Freundin nur sein?

?Die Polizei hat Zeugen? Wer? Was haben sie gesehen?" ?Sie wird doch wohl nicht etwa entführt worden sein! Wenn ich mir das nur vorstelle?'

?Ein Lichtblitz? War der Zeuge high?... ? Nein? ? ? ja, machen Sie sich keine Sorgen. Die Polizei wird Mira schon finden." ?Mann? das glaube ich doch selbst nicht.'

Da dieser Lichtblitz nur etwas Übernatürliches erahnen ließ, machte Caro sich daran möglichst übernatürlich damit umzugehen. Und sie dachte einfach ganz fest an Mira. Vielleicht half es ja.
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