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Die Macht nimmt zu...

von Loymiin
GeschichteDrama / P12 / Gen
Frodo Gollum / Sméagol Samweis / Sam Gamdschie
08.04.2004
08.04.2004
3
5.397
1
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Dieses Kapitel
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08.04.2004 1.018
 
Die Macht nimmt zu

Disclaimer: Ist schon klar oder? Keiner der Charaktere gehört mir, nein, leider nicht nur was sie tun, das hab ich ihnen untergeschoben. Tolkien, luv ya! Ach so, wichtig noch, ich hab diese Geschichte geschrieben bevor TTT in die Kinos kam. Hoffe es gefällt und wenn nicht, dann bombardiert mich mit Reviews...ähem, natürlich auch wenn es gefällt...lol.


1. Kapitel
- Sam - 


Das letzte schummrige Licht wurde langsam zu Dunkelheit, während Sam und Frodo nebeneinander unter dem Felsvorsprung kauerten und versuchten ihren Mut zu behalten und die Nacht nicht auch in ihre Herzen vordringen zu lassen.

Sam rieb sich die schmerzenden Füße und betrachtete geistesabwesend das Gesicht von Frodo, während die Dunkelheit es mehr und mehr einzurahmen und schließlich zu verschlingen schien. Sein Gesicht war verdreckt, wirkte etwas eingefallen. Während die Dunkelheit zunahm meinte Sam wieder diesen Ausdruck auf dem Gesicht seines Herrn zu erkennen. Diesen Ausdruck von Verzweiflung und es schien ihm als ringe Frodo wieder mich sich selbst. Ringe darum, seinen Weg fortzuführen, nicht aufzugeben und der stärker werdenden Kontrolle des Ringes entgegen zu wirken.

Sam wusste nicht wirklich, was in seinem Herrn vorging, aber er wusste, dass er mitgekommen war, um Frodo zu helfen mit all der Kraft und Liebe, die ihm innewohnte. Und das würde er tun. Niemand sollte sich zwischen Sam Gamschie und seine Aufgabe stellen.

"Herr Frodo?" flüsterte er. Während Frodos Gesicht nun endlich verschwand, schien es einen Moment noch, als sei es von einem inneren Leuchten erfüllt.

Das hatte Sam schon einmal beobachtet, als Frodo so schrecklich verwundet worden war auf dem Amon Sûl, der Wetterspitze und schließlich von Elrond gerettet worden war. Da hatte Frodos ganzer Arm immer leicht durchscheinend gewirkt und war eiskalt gewesen. Sam war sich sicher gewesen, auch diesen Schimmer dort schon einmal gesehen zu haben.

Diese Wunde hatte etwas mit Frodo gemacht, und Sam wurde das Gefühl nicht los, dass Frodo sich für immer verändert hatte. In diesem einen Moment, als die schreckliche Waffe des Nazgul Frodo berührt hatte, war Frodo etwas genommen worden, doch gleichzeitig wusste Sam, war Frodo auch etwas gegeben worden.
Sam war sich aber nicht sicher, was ihm gegeben worden war und ob ein Hobbit alleine mit diesem schrecklichen Tausch würde leben können.

Sam blickte beschämt dorthin, wo seine Füße sein mussten, in die undurchdringliche Dunkelheit, die nun hereingebrochen war. Es war seine Schuld, das der Nazgul Frodo hatte verletzen können. Er hätte besser Acht geben sollen, hätte besser auf Frodo achten müssen.

Tief in seinem Inneren wusste Sam, dass es nicht seine Schuld war, aber die Vorstellung, dass er möglicherweise besser hätte Acht geben können, half ihm nun um so aufmerksamer zu sein. Auch als der Höhlentroll Frodo beinahe getötet hatte, in der nie enden wollenden Nacht von Moria, da hätte Sam ihm folgen wollen, so sehr hatte die Verzweiflung an ihm gezehrt. In diesen wenigen Minuten, in denen er dachte es sei um Frodo geschehen, hatte er gespürt wie etwas in ihm zu zerbrechen schien. Und als er dann sah wie Frodo sich regte, unter Schmerzen aufsetzte und das Mithrilhemd zeigte, da war Sam von einer solchen Erleichterung erfüllt gewesen, dass er glaubte er würde sofort in Tränen zerfließen.

Immer noch blickte Sam in die undurchdringbare Dunkelheit, schließlich riss er sich aus seinen Erinnerungen, blickte wieder zu Frodo und flüsterte erneut "Herr Frodo!" Seine Hand suchte nach der von Frodo, er fand sie und nahm sie zwischen seinen Hände. Es war Frodos linke Hand und sie war kalt und lag kraftlos in seiner eigenen. "Herr Frodo?" Diesmal klang Sams Flüstern besorgter, den Frodo schien nicht im geringsten zu reagieren.

"Sam." antwortete Frodo schließlich und seine Stimme klang rauh und schwach. Sams Herz tat einen Sprung, schon hatte er sich Sorgen gemacht. Im letzten Lichtschein hatten Frodos Augen so seltsam ausgesehen, so abwesend, genauso wie an der Furt, als sie die Pferde der schwarzen Reiter in die Flut getrieben hatten und Frodo von Glorfindels Pferd gefallen war. Er hat einfach nur da gelegen, die Augen weit aufgerissen, ohne jedoch etwas wahrzunehmen.

Dieser seltsame Schimmer hatte auf seinen Augen gelegen, so wie ein grauer Schleier, und er hatte nach Luft gerungen, so als würde er ersticken. Sam, der, kaum dass die Flut nachließ, in den Fluss gerannt war, hatte Frodo als erster erreicht. Er hatte nichts tun können und die Vorstellung war schrecklich gewesen. Er hatte Frodos Hände gehalten. Glorfindel und Aragorn waren gekommen und hatten ihn fortgetragen.

Sam würde diesen Blick ins Frodos Augen niemals vergessen und ihm schauderte es bei der Vorstellung, Frodo irgendwo in den Tiefen dieses Schleiers verloren zu wissen.

"Weißt du Herr Frodo, ich habe gar keinen Durst und auch müde bin ich nicht, also hab ich mir gedacht, Sam, hab ich gedacht, gibt doch Frodo das Wasser, denn wir werden bald neues finden," Sam legte all seine Überzeugungskraft in seine Stimme um nicht nur Frodo, sondern auch sich selber zu täuschen, "und lass dann den Herrn Frodo was schlafen. Also ich, ich bin wirklich nicht müde Herr Frodo, also schlaf doch ein bisschen, ich übernehme die erste Wache."

Aufmunternd strich er über Frodos Hand und bemerkte, wie wieder etwas Kraft in sie zurückkehrte und Frodo seine Hand im Gegenzug drückte. Dass er wachen wollte, weil er das Gefühl hatte, dass Gollum hinter ihnen her schlich, sagte er Frodo nicht.
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