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Autor: Nomtharike
Reviews 1 bis 2 (von 2 insgesamt):
18.11.2022 | 10:19 Uhr
Hi,

ich lese und lese immer wieder. Bilder entstehen vor meinem Auge. Die Kinder, die herabgefallenen Blätter. Der kahle Gigant, dessen Alter nicht schätzbar ist. Eine apokalyptische Stimmung tut sich auf. Und der, der die Straße überquert, zerstritt die Blätter - und damit die Kinder? Nur, um sich letztlich zu fragen, was hier geschehen sei, wie viele Wirklichkeiten zerschellt sind.

So recht fassen kann ich das Bild nicht. Es ist mir zu abstrakt. Aber dass Blätter und Kinder zusammenhängen, ist schon klar. Im Herbst fallen die Blätter, dafür braucht es keine Prophezeiung. Daher bezieht sich die wohl eher auf die Kinder. Und das macht Angst.

Der Ich-Erzähler - vlt ein Mensch, zugleich der Wind? Aber springt der Wind über Köpfe hinweg?

Auch wenn ich diesen Text, wie gesagt, nicht richtig fassen kann, so meine ich doch zu wissen, dass es um einen Verlust geht, besser, um das Bewusstwerden des Verlustes von (ungelebten) Wirklichkeiten.

Probleme bereitet mir der sehr allgemeine Ton deines Textes. Andeutungen, worauf er sich bezieht, aus welchem Kontext heraus er also zu deuten ist, fehlen.

Aber vlt verhält es sich ganz anders und der Schreiber will sich nur an einem Gleichnis zwischen Blättern und Kindern versuchen? Sicher ist das Leben mannigfaltig - auch in Gestalt der Blätter und Kinder. Wirklichkeiten entstehen, die neue Universen umschließen. Einige werden, andere vergehen. Eine einfache Beobachtung.

Wollen wir's dabei belassen. Dein Text hat seinen Zweck erfüllt, man denkt über ihn nach.

LG
ikarus

Antwort von Nomtharike am 21.11.2022 | 19:24 Uhr
Lieber Ikarus,

Ich danke dir für deine Hinweise und für die sehr interessanten Überlegungen.

Wie du richtig benennst, stehen die Kinder für ungelebte Wirklichkeiten, für das Lebendige und Kraftvolle, was der Ich-Erzähler auf seiner Suche zunächst nur „im Auge behält“. Er will etwas anderes sehen, etwas Ungesehenes.
Die fallenden Blätter spiegeln ab Betreten des Bürgersteigs den Lauf der Dinge, das Sterben des ehemals Lebendigen.

Die Betrachtung des Giganten, der Ursprung aller Blätter, legt seinen Schatten um den Ich-Erzähler und vereinnahmt ihn. Er wird personifiziert, um seine Wirkungskraft zu zeigen. Der Ich-Erzähler muss also etwas verloren haben, was ihn empfänglich für diesen Einfluss macht.

Vom „Verlust“ eingenommen, möchte er an den Kindern, also „am Leben“ vorbeigehen. Doch er kann nicht mehr zurück in die Wirklichkeit: Durch die Konfrontation mit den Kindern sieht er etwas. Er verkörpert durch die dynamischen Sprünge Teile des Lebens und durch die Leichtigkeit der Bewegungen aber auch Teile des Sterbens - wie die Blätter …



Liebe Grüße
Nomtharike
17.11.2022 | 23:00 Uhr
Guten Abend, ein sehr interessantes Werk, was sehr viel Deutungen und Lautmalereien zugelassen hat. Gefiel mir sehr gut. Dankeschön für diesen Text. :)

Antwort von Nomtharike am 20.11.2022 | 23:00 Uhr
Liebe Angel0001, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich darüber, dass der Text auch bei dir Bilder aufkommen lassen hat!

Herzliche Grüße
Nomtharike
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