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Autor: DragonStudio
Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt):
03.08.2022 | 14:33 Uhr
Hallöchen~

ich kenne den Großteil der „Life Is Strange“-Reihe bloß flüchtig, „True Colors“ davon kenne ich jedoch ganz. Wenn es um den hier wohl auch nicht gehen wird. Gut… Ankh, nicht zu streng sein, aber Kritik und Meinung sind trotzdem erwünscht. Dann mache ich es es mal einfach:

Ich finde den Einstart an sich gut von seiner Grundidee her. Der Vater, der den beiden Kindern eine Geschichte vorliest und geht, sobald er denkt, dass sie eingeschlafen sind. Hier schon was mir auffiel. Du nutzt viel „Tell“. Es gibt beim Schreiben so einen Spruch, sprich „gut gemeinte Richtlinie“, die heißt: „Show, don‘t tell.“ In der Szene erzählst du noch sehr viel, was deine Charaktere machen, zeigst es aber nicht. Es existiert kein Bild, da nur sehr wenige Beschreibungen existieren, wie etwa von der Umgebung, hier wäre es die Dunkelheit im Zimmer, nur ein Licht auf dem Nachttisch oder vielleicht sogar von den Sternenstickern an der Decke? Etwas, was halt die Vorstellungskraft beim Leser anregt. Die Piraten-Geschichte ist toll erzählt, die Atmosphäre darum fehlt aber noch. Verstehst du, wie ich das meine? Ich denke, das wären so meine Hauptkritikpunkte, die mal mitgeben möchte, um was Sinnvolles und hoffentlich Hilfreiches in der Hinsicht zurückgelassen zu haben, ohne jetzt zu streng zu werden (das bin ich an sich leider!).

Das Gespräch zwischen William und seiner Frau, da ist es letztlich dasselbe. Der Dialog an sich ist gut, steht so nur schwach da. Wenn du Dinge schreibst wie „Das beunruhigte mich ein wenig deshalb fragte ich sie nach dem Grund. Sie sagte: Ich mach mir Gedanken um Chloe.", lässt das Joyce erst mal sehr gesichtslos erscheinen. Es herrscht da kein Leben, keine Persönlichkeit, du bestimmt noch mehr darüber, was deine Charaktere sagen und machen sollen, als das sie eigene Gedanken haben und danach handeln. Der man allein an ihrer Mimik oder wie sie sich bewegen, was für Gestiken oder Gesten sie machen, schon eine gute Ahnung bekommt, dass gerade was nicht stimmt und sie bedrückt. Dabei ist das eine Szene, in der man super das Gespräch zwischen einzelnen Handlungsschritten packen kann. William kommt schließlich ins Zimmer, der wird vielleicht nicht sofort ins Bett steigen, sondern vielleicht erst ins Bad gehen, von wo aus er mit Joyce spricht. Solche Szenen, ja, muss man sich erst mal aber ausdenken, klar, überhaupt daran denken, aber darum bringe ich es ja auf. :)

Um mal was Positives zu nennen: Dein innerer Monolog ist stark. Falls du nicht weißt, was das ist, der Abschnitt mit Max, die wach liegt und über die aktuelle Situation nachdenkt, bevor sie einschläft. Das ist ein innerer Monolog. Dass ich mich schon ein kleines bisschen frage, wenn du das kannst, warum hast du das nicht schon eher genutzt? Wahrscheinlich, weil die Eltern gar nicht die Charaktere sind, die für dich interessant sind und du so viel drüber schreiben möchtest. ;) Ist legitim, aber dann ist es gut darüber nachzudenken, ob man solche Szenen für die Geschichte auch wirklich braucht. Weil die offenbaren dann eine deutliche Schwachstelle. Und klar kann man daran arbeiten, aber jedem Autor liegt so oder so eine Szene auch mal mehr oder weniger gut.

Ach stimmt... jetzt fällt es mir erst wieder ein, die beiden sind ja auch ineinander verliebt. Oder besteht die Möglichkeit, dass sie es sind, je nach Spielentscheidung. Da war ja was. Mit der Aufwachszene schreibst du auch schon ein bisschen detaillierter. Warum sie etwas tun, ich nachvollziehbar. Du magst die Charaktere halt mehr ;)

Ein Tipp, den ich so noch mitgeben kann, versuche die Szenen etwas mehr zusammenzuhalten und nicht durch ein beispielsweise ⋙Später , Küche⋘ zu trennen. Wenn du ein bisschen auf das Layout deines Textes achtest, was du so an sich schon gut tust und so, wie du es aktuell nutzt, reicht es, wenn du zwischen den einzelnen Abschnitten nur eine Leerzeile nutzt, da muss nicht so eine Übersprunghilfe zwischen.

Also: [...]Wir machen uns beide im Bad fertig, gingen danach runter in die Küche.

⋙Später , Küche⋘

"Guten Morgen Mädels, gut geschlafen?", wurden wir von Dad freudig begrüßt[...] kannst du auch so umsetzen (Ich habe mir nebenbei mal eine Korrektur erlaubt.):

[...]Wir machten uns beide im Bad für den Tag fertig und begaben uns anschließend runter in die Küche.

"Guten Morgen Mädels, gut geschlafen?", wurden wir von meinem Dad freudig begrüßt.[...]

Und wie ich schon geschrieben habe, man sieht, wie viel Schwierigkeiten es dir bereitet, über William und Joyce zu schreiben. Das Telefonat besteht sogar nur noch aus Chatstil, obwohl deine FF keine Geschichte im Chatstil ist.

Zu dem Unfall schreibe ich jetzt erst mal nichts... außer dass es mich jetzt nicht so geschockt hat, ich konnte halt keine Bindung zu dem Vater aufbauen. Kommt das eigentlich im Spiel vor? War der Vater da nicht auch in einen Unfall verwickelt? Ich kenne die Details gerade wirklich nicht besser.

Ich finde es schon ein bisschen schwer, wie Max und Chloe so den Tag vor sich hin verbringen, aufmerksam zu lesen. Ich habe jetzt tatsächlich ein paar Zeilen immer wieder übersprungen, weil hier ist der Dialog dann doch zu viel, zu viel Nebensächlichkeit, einiges wirkt für die Geschichte so gar nicht unbedingt wichtig. Und das muss nicht stimmen. Ähm... ja, also darum, solche Szenen müsstest du nach Möglichkeit mit "Show, don't tell" erheblich entschleunigen, eventuell was herauszunehmen und zugleich mehr ausbauen. Mehr Tiefe geben. Anders ist es wieder, wie Chloe sich auf das Sofa legt und zu zeichnen anfängt. Du nutzt wieder den inneren Dialog und gehst so mehr auf die Umgebung, die Stimmung und teils auch Gefühle ein. Den müsstest du eigentlich immer nutzen, auch zwischen den Dialogen. Weil dem Rest kann ich leider nicht mehr folgen, da so unsauber ausgearbeitet, ist es zu viel... Ich habe das noch mal übersprungen. Tut mir echt leid.

Oh, doch tot.

Okay.

Womit ich nicht gerechnet hatte und was ich sehr gut geschrieben fand: "Ich liege inzwischen zusammengekauert auf dem Boden[...] Ich wünschte Max wäre jetzt hier bei mir aber sie ist fort und wird nicht wieder kommen." Wirklich sehr schön, der ganze Abschnitt, ich habe das Zitat nur jetzt einmal gekürzt.

Von der Thematik her eine sehr schöne Geschichte, aus der sich sicherlich viel machen und herausholen lässt. Meiner Meinung nach hätte es der Lesefreundlichkeit sehr gut getan, die Dialoge unter den Charakteren und die Szenen an sich noch mal etwas mehr auszuarbeiten, dafür zu sorgen, dass der Schreibstil mehr einer Linie an Qualität folgt und nicht so holpert. Das Problem ist nicht die Länge dieses Kapitels, sondern wie viel darin passiert. Ich denke, den Inhalt teils sogar zu reduzieren und dann das Geschehen mehr in seiner Stimmung noch mal auszudehnen und womöglich noch mit in das zweite Kapitel zu nehmen, würde echt sehr viel bewirken. Das sind aber nur meine Gedanken. Und ich bin zum Ende noch mal etwas strenger geworden als ich anfangs eigentlich wollte. Aber ich kann da nicht aus meiner Haut, wenn ich sehe, ich kann Tipps geben, dann möchte ich das. Dann Argh... Also nichts was ich schreibe, ist böse gemeint. Ich verlange auch keine nachträglichen Veränderungen, aber wenn ich Ratschläge gebe oder etwas erklären möchte, kann ich das ja nur durch Beispiele an dem vorhandenen Text, anders geht das nicht.

Wenn du denkst, irgendetwas, was ich geschrieben habe, erscheint dir hilfreich oder du möchtest schauen, ob du was davon umsetzten kannst: Tue das für deine künftigen Kapitel/Geschichten ;)

Ankh
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