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Autor: Crowl
Reviews 1 bis 25 (von 36 insgesamt):
12.08.2022 | 23:51 Uhr
Hey,

ah, ich liebe es, wenn meine Vermutungen sich bestätigen! Ich fantasiere ja gerne mal rum und vieles davon passiert dann nie so, aber wenn ich tatsächlich mal recht habe ist das toll :D
Und Blossom als die "Böse" ist natürlich ein toller Twist, das hätte man früher nie vermutet, zumal man sie aus Teil 1 noch als junges Mädchen im Kopf hat. Der hätte man das definitiv nicht zugetraut und es entbehrt einer gewissen Ironie, dass Blossom durch das, was sie so sehr verabscheut hat, genau zu dem Objekt ihrer Abscheu wurde.
Ich bin in diesem Kapitel voll und ganz bei Orchid - Blossom hat doch den Schuss nicht gehört, um es mal ganz salopp zu sagen. Sie tut genau das, was Orchid getan hat und glaubt sich genauso im Recht. Letztlich sind hier beide Seiten, beide Extreme, falsch.
Die Rebellion, so wie du sie hier darstellst, ist die Rebellion, wie auch Gale sie in Mockingjay gepflegt hat - Hauptsache gewinnen, um jeden Preis. Für das größere Wohl, wie man auch sagen könnte. Die beiden hätten sich bestimmt verstanden.
Wobei Blossom hier wirklich schon wahnhaft erscheint und einen 1a Superbösewicht-Monolog führt. Am schockierndsten ist wohl, dass sie wirklich einen Finger geopfert hat, nur um Orchid hinters Licht zu führen. Ich hätte ja irgendwie noch erwartet, dass es vielleicht noch weitere Unterstützung vor Ort gibt und sie sich das nicht ganz alleine ausgedacht hat, aber so ist Blossom tiefer gefallen als befürchtet.
Interessant natürlich auch die Verknüpfung zu Distrikt 13, das ist ja schon ein wohlgehütetes Geheimnis, in das Orchid hier eingeweiht wird. Aber ich find's gut, die Rebellion wurde ja nicht über Nacht geplant und es gab sicher den ein oder anderen Fehlschlag, bevor dann alles aufging. Das mit Blossom wäre ja genau so einer (in dem Bezug gefallen mir auch die ganzen Andeutungen in ihrer Rede auf den Funken, der noch nicht übergespringen ist - schönes Foreshadowing ;D).
Diese persönliche Vendetta ist auf jeden Fall von Grausamkeit geprägt und ich glaube kaum, dass man diesen Riss noch kitten kann. Immerhin hat Blossom Orchids Freund auf dem Gewissen und dafür gesorgt, dass sie zusätzlich durch die Hölle gehen muss. Mich hat es da ja schon verwundert, dass das Bild im Medaillon sie dann in letzter Sekunde doch noch berührt - ich meine, sie war drauf und dran, ihre Schwester zu verbrennen? Und so wenig, wie sie von Raff hält, hätte es ja auch gut sein können, dass das Ungeborene ihr egal ist. Also immerhin eine intakte moralische Grenze hat Blossom noch. Jetzt könnte sie noch den Heldinnentod sterben ...
Und was den oder die mysteriöse Störer*in angeht - ich hätte da ja irgendwie Zenobia im Verdacht. Wenn sie Orchids Köder nicht geschluckt hat und stattdessen ihr gefolgt ist, würde das passen - und bedeuten, dass sie an Blossom endgültig ein Exempel statuieren wollen würde. Was Orchid wahrscheinlich trotz allem nicht zulassen wollen würde, denn ihre Schuldgefühle bzgl. Blossom überwiegen ja eindeutig. Sie gibt sich ja doch die Schuld, für das, was aus ihrer Schwester geworden ist.
Vielleicht wäre eine Flucht nach 13 wirklich die Lösung für Orchid, obwohl sie gerade ja alles andere als ein positives Bild von der Rebellion hat. Aber da würde ihr Kind wenigstens ohne Hungerspiele aufwachsen ... Hm, es ist und bleibt eine Wahl zwischen Pest und Cholera, fürchte ich.
Mir gefällt auf jeden Fall die Gegenüberstellung von Kapitol und Rebellion in diesem Kapitel, die alle zwischen ihren Fronten zermalmen. Die Menschlichkeit sollte man nie vergessen ...

Ich bin mal gespannt, ob ich weiter recht behalte - bis dahin genieß deinen Urlaub und kein Stress mit dem nächsten Kapitel :)

Liebe Grüße
Coro
09.08.2022 | 15:58 Uhr
Hi – ich werd auch immer langsamer im Lesen, hoppala. Da bin ich echt immer wieder froh, dass deine Kapitel so kurz sind.

Diese detektivische Arbeit hat so einen anderen Vibe als die ersten beiden Teile deiner Orchid-FFs. Wie eine 180-Grad-Drehung – aber bei richtigen Büchern ist das ja gefühlt auch immer so, schau dir Panem an! Ganz ehrliche Frage: Hattest du das hier von Anfang an geplant?

Wenn die Blumenfarm wirklich der Ort ist, hätte ich mir gewünscht, dass die vorher schon mal ein bisschen vorkommt. Wenn Orchid da regelmäßig vorbeifährt, dann gab es ja genug Anlass dafür – vielleicht wurde es auch erwähnt, aber dann zumindest nicht so, dass ich das jetzt im Kopf hätte, und so springt Orchid für mich halt zu Schlussfolgerungen, die ich nicht hätte ziehen können. Ganz davon abgesehen hätte ich glaub das Spiel mit dem Aufbau von Blumen weitergesponnen – Blossom als Blüte, als Opfer das, was der Entführerplan letztendlich ausgebildet hat, ist cool, aber für den Ort hätte ich glaube ich noch mit Wurzeln oder Stiehl oder was auch immer es noch gibt gespielt – dann wäre es vielleicht auch leichter gewesen, auf Familienbesitz zu schließen, wenn man Orchid und Blossom deutlicher als zur gleichen Metaphorik sowie zum gleichen Stamm (die Blumen nicht haben, ich weiß) gehörig sieht. Das hätte das Motiv nochmal aufgegriffen und die Blumenfarm leichter nachvollziehbar gemacht.
Die römische Eins hätte ich komplett anders interpretiert – Orchid liest es ja als Ansprache, als wäre das ihr Name. Dafür hätte doch dann aber irgendwie ein Komma oder ein Doppelpunkt oder sonst irgendwas da stehen müssen (irgendwo stirbt ein Lateinlehrer, ich sehs schon, das gab’s damals sicher nicht – aber ich rede vom Standpunkt eines Lesers, der auch gern eine Möglichkeit gehabt hätte, da drauf zu kommen), dass diese Eins als solche zu erkennen ist. Allein, joah, lese ich da jetzt auch nicht raus, aber ist halt so die klassische Entführer-Forderung, wird schon stimmen :D

Okay, also Orchids Formulierungen zu dem Friedenswächter finde ich viiiiel zu obvious. Wenn ich so einen Plan verschleiern wollte, würde ich den Fokus nicht auf die lenken, sondern auf mich, also nicht mit „willst du nicht“ (weil nein, wollte er bis eben nicht; diese Partikel „nicht“ in deinem Satz impliziert, dass der Gedanke schon vorher da war und Orchid ihn nur aufgreift, und spätestens da würde ich misstrauisch als militärisch ausgebildete Person) anfangen, sondern mit mir im Vordergrund. Dazusetzen, Smalltalk, langsam entfalten lassen, dass es mir kacke geht wegen der schlimmen Neuigkeiten, dann drauf warten, dass der Soldat selbst Ablenkung vorschlägt – was er wird, weil das das absolut Offensichtlichste überhaupt ist, das immer jeder vorschlagen würde. Und DANN würde ich zustechen, weil ich ihn dann am Haken hätte in Aufmerksamkeit und Mitleid (was zur „Kleine-Mädchen-Masche“ später auch besser passen würde), mit sowas wie „hey, könnt ihr nicht kurz“. Dann könnte er gleich reagieren, wie er es bei dir tut. Also den Grundsatz verstehe ich, aber das Gespräch ist in der gegebenen Struktur zumindest für mich so offensichtlich, dass der Typ sofort gefeuert gehört, weil der doch durch keine Prüfung gekommen wäre. Major Biedermann-und-die-Brandstifter-Vibes.

In „steuere“ („steure“) fehlt irgendwie ein e, das sieht weird aus :D

Orchid ist richtig im Agentinnenmodus :D

Oha, Blossom ist hier viiiiiel zu nett, das stinkt gefühlt bis zum Himmel, unabhängig davon, ob sie gerade wirklich erleichtert ist. Auch sich zu retten wirkt nicht wie sie, bisher hatte ich sie eher immer ein bisschen wie Prim im Kopf – also logischerweise viel nachtragender und weniger einfach nett, aber eben im Vergleich zur älteren Schwester nicht so trainiert oder generell skillful, was gefährliche Situationen angeht. Auch, dass sie blockiert, sich vielleicht sogar in den Weg stellt, wirkt weniger wie eine Warnung, sondern wie Absicht. Ob sie zu den Entführern gehört, kann ich nicht rauslesen – es wirkt noch ein bisschen wie diese klassischen Anrufe, zu denen Entführer in Filmen manchmal Opfer zwingen, in denen sie dann tun müssen, als sei alles okay, während sie falsche Informationen weitergeben oder so. Für eine ordentliche Schlussfolgerung, was hier abgeht, hätte ich glaube ich was zu Blossoms Hand erfahren müssen, sehen, ob sie noch alle Finger hat – aber die Info hast du sicher absichtlich rausgelassen. Mit dem Ende sollte aber eigentlich klar sein, dass mein erster Eindruck richtig war und Blossom ganz sicher nicht vor Entführern geflohen ist. Richtige Mitarbeit ist aber von einem Familienmitglied doch etwas hart – sie können Orchid ja hassen, aber erstmal ihren Freund umzubringen erscheint mir irrational, bzw. es könnte ja ein Versehen gewesen sein, aber danach wurde ja weitergemacht. Außerdem würde es jegliche Möglichkeiten zur Versöhnung ausschließen – genau wie meine Vermutung, dass Orchid noch stirbt, weil irgendwo müssten die ja die Grenze ziehen, umbringen ist leicht, da ist doch sicher auch irgendwo der Wunsch nach Bekehrung drin … Hm. Spannend.

Bis zum nächsten Mal!

Antwort von Crowl am 11.08.2022 | 14:00 Uhr
Hi!

Ach, ich bin mit meinem eigenen häppchenweisen Lesen wohl kaum in der Position, mich über "Langsamkeit" zu beschweren ^^ Weiß ja auch gar nicht richtig, was das eigentlich ist, ein Kapitel-Alert zu frischem Stuff, weil ich gute Geschichten meist viel zu spät entdecke und dann erstmal jede Mege aufholen muss, bevor ich überhaupt auf dem aktuellen Stand sein könnte ;) Das nächste Kapitel wird allerdings wieder ein (für meine Verhältnisse...) längeres.

"Hattest du das hier von Anfang an geplant?" Ich bin grad unsicher, ob "das hier" im weiteren Sinne den Charakter des gesamten dritten Teils meint oder im engeren Sinne nur die Interpretation des Hinweises in diesem Kapitel, deshalb versuch ich eine doppelte Antwort ^^ Also generell war definitiv keine Trilogie geplant. Dass Fortsetzungen kommen würden, hat sich immer erst irgendwann beim Schreiben der Geschichten entwickelt, weil ich dann das Gefühl hatte, es gibt noch Fäden, die man über das jeweilige Ende hinaus weiterspinnen könnte, und selber neugierig war, wohin das wohl führen mag. "Dead Gardens" zum Beispiel hatte in der Ur-Fassung einen Epilog, der einen dritten Teil unsinnig bis unmöglich gemacht hätte - aber ich hatte dann doch Lust, ihn zu schreiben, und er sollte keine Spiele beinhalten und sich insofern schon bewusst von den beiden Vorgängern unterscheiden. Falls das die Frage war :) Und falls es bloß um den Hinweis ging: Ich kann die Entstehung des Plots der Geschichte im Einzelnen nur schwer chronologisch rekonstruieren. Aber dass Orchid eine Botschaft entschlüsseln sollte, die sie an einen bestimmten Ort führt, stand relativ früh fest. Und auch, dass dieser Ort die Blumenfarm sein sollte. Der zu interpretierende lateinische Spruch kam dann später. So zumindest meine Erinnerung; ich hoffe, irgendetwas von diesem Absatz war jetzt brauchbare Information...

Die Blumenfarm wird am Anfang vom vorletzten Kapitel (15.) erwähnt; da fährt Orchid auf dem Weg zum Friedhof etwas langsamer, weil sie sich über das Schild mit dem Schließungshinweis wundert. Denn du hast schon recht, so ganz ohne vorherige Verankerung im Text sollte das hier nicht kommen, und die vertiefende Anekdote zu diesem Ort aus Orchids Vergangenheit folgt ja erst später in diesem Kapitel.

Deine Idee vom Stamm / Stammbaum gefällt mir; wäre auch cool gewesen, die Metaphorik in diese Richtung zu lenken.

Zeichensetzung ist schon gängig im "modernen" Latein bzw. wie diese Texte heute eben gedruckt oder geschrieben werden, und hätte insofern dann auch in der Nachricht vorkommen können. Das "I", d.h. die römische Eins, bezieht Orchid direkt auf sich, weil sie, na ja, als Charakterschwäche generell ziemlich selbstbezogen ist, und da kann ein Entführer, der sie vielleicht ganz gut kennt, halbwegs auf diese Lesart spekulieren :)

Wie du die alternative Version der Friedenswächter-Ansprache beschreibst, wünschte ich mir im Nachhinein, ich hätte es auch genau so umgesetzt. Weil solche Ungelenkigkeiten nur auf die Charaktere zu schieben (Orchids mangelndes Talent zur Verstellung; die Unfähigkeit der Friedenswächter in 1) ist auch unfair, obwohl beides sogar eine gewisse Textgrundlage hat.

"Steure" sieht tatsächlich ein bisschen weird aus, wie es da so allein steht... Diese Verkürzung bzw. Weglassung des "e" kam halt aus meinem Sprachgefühl heraus (ähnlich wie "regle" statt "regele"); ich hab es erst jetzt noch mal gezielt nachgeschaut, und laut Wiktionary gibt es sogar drei mögliche Formen: Ich steuer / ich steuere / ich steure. Also anscheinend herrscht da totale Anarchie nach dem "u"; anything goes...

Ja, das mit Blossom zum Schluss "stinkt"; aber da hab ich wirklich nichts dagegen, wenn die Leser hier wesentlich alerter sind als die Protagonistin ^^ Dein Eindruck von ihr als eine Art Prim; jedenfalls eher "unbedarft" im Vergleich zur großen Schwester - interessante Feststellung, und das wird auch noch eine Rolle spielen.

Zu deinen weiteren Gedanken darf ich wohl mit Blick auf nachfolgende Kapitel leider noch nichts sagen, aber wie eigentlich immer lohnt es sich bestimmt, sie dahingehend abzuspeichern und wieder parat zu haben :) Wenn's spannend ist, freut mich das auf jeden Fall!

In diesem Sinne bis dann!
05.08.2022 | 20:30 Uhr
Hey,

das Kapitel hast du genau im richtigen Moment hochgeladen, ich hab mir gerade was zu essen gemacht und mache Pause von meinem eigenen Schreiben, da kann ich das jetzt schön genießen :) (fragt sich nur, ob der Inhalt so schön wird; also storytechnisch gesehen, nicht von deinem Schreiben her, da hab ich keine Bedenken ;D)

Orchid vermutet also, dass sich die Entführer auf der Blumenfarm ihrer Familie befinden ... das bestärkt ja irgendwie meinen Gedanken, dass Blossom das Ganze nur fingiert hat und mitnichten das Opfer ist. Die Farm ist ja vorher schon geschlossen worden und wenn sie wirklich als Versteck (oder auch nur Falle) dient, dann liegt es für mich nahe, dass es nicht irgendwelche Fremden sind, die sich das ganz zufällig ausgeguckt haben. Aber wir werden ja sehen, was Orchid da enthüllen wird!

Die Masche, um den Soldaten rumzukriegen ist ja mal gar nicht auffällig :'D da hat Orchid Glück, dass so eine Masche wie Glücksspiel hier voll einschlägt (Capitol Hold-em, nette Abwandlung!). Mit ihrer Bockigheit hat sie gefühlt jedenfalls nicht sonderlich überzeugt. Da fehlt es wieder an dem letzten Rest Schauspielbegabung.
Immerhin lässt sie schon mal ins Gespräch einfließen, dass der Kaffee bitter schmecken soll, dann schöpfen die Männer hoffentlich weniger Verdacht, wenn sie es mit Schlafmitteln versetzt. Im Vergiften/Betäuben/whatever mit eingeschmuggelten Substanzen ist Orchid jedenfalls geübt, dabei hat sie ja sonst ihre Arena mit viel direkterer Gewalt gewonnen; aber genau das ist auch eine schöne Abkehr von eben dem Dasein in der Arena und ein Zeichen, dass sie jetzt jegliche direkte Konfrontation scheut.

Die Übersicht über die Plantage finde ich schön gelungen, da flechten sich die Beschreibungen des Ortes mit den Erinnerungen von Orchid schön ineinander. Und es wirkt doch wirklich perfekt mit dieser Anekdote aus ihrer und Blossoms Kindheit - ein abgeschiedener Ort, von dem man erstmal wissen muss, und der Bedeutung für sie beide hat - für Blossom könnte das Erlebnis auch ein Wendepunkt in ihrer Beziehung sein, weil sie dort schon gemerkt hat, wie Orchid sich verändert hat.
Und das Ende bestätigt dann ja schon so ziemlich meine Vermutung, nämlich dass Blossom hier nur das Opfer gespielt hat, um Orchid in die Falle zu locken. Schon ihre Freundlichkeit gegenüber Orchid kam mir verdächtig vor, immerhin war sie sonst wirklich sehr abweisend, das eliminiert ja auch keine Entführungssituation völlig, sodass sie sich dann so bereitwillig an Orchids Hals schmeißen würde. Ich vermute mal, dass Orchid jetzt nächstes Kapitel im Untergrund der Plantage aufwachen wird ... fragt sich nur, was Blossom dann von ihr möchte und ob sie da wieder heil herauskommen wird ...

Cliffhanger kannst du!

Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße
Coro

Antwort von Crowl am 06.08.2022 | 14:15 Uhr
Hi Coro!

Och, ich diene gerne als Essenslektüre, und es wurde ja auch nichts Ekliges beschrieben, denke ich ^^ Der Begriff "genießen" im Zusammenhang mit der Geschichte geht dann bei mir runter wie Öl :)

Bei dem Friedenswächter macht Orchid auf Kind, aber stimmt, erst das "richtige" Kartenspiel reißt es rum. Ich würd mal behaupten, zumindest jüngere Männer werden immer gern eine Frau beim Pokern mitmachen lassen, solange man ihr nicht alles erklären muss ;) Und Orchid ist ein Star; da kommt noch der Promi-Faktor hinzu. Alles in allem eine reizvolle Gelegenheit; Soldaten sind ja auch nur Kerle ^^

Vergiften / betäuben etc. ist häufig die Masche von weiblichen Täterinnen in Krimis und insofern vielleicht nicht ganz klischeefrei. Aber ich mag deine Interpretation, dass Orchid zwölf Jahre nach der Arena eben nicht mehr dieselbe wie damals ist. So ändern sich auch in der Hinsicht die Zeiten - wobei ihre gewalttätige Seite dann doch noch manchmal zum Vorschein kommt, etwa auf Terras Party oder beim Einbruch in die Kommandantur, als sie sich darauf vorbereitet, den Nachtwächter zu töten.

Wegen des Endes: Ganz lieben Dank auf jeden Fall für die Blumen (^^), aber ob es noch ein richtiger Cliffhanger ist... Du hast ja schon so einige Vermutungen und Ableitungen angestellt; mal sehen, inwieweit da noch Überraschungen möglich sind ;)

Dein Review hat mich wieder sehr gefreut; liebe Grüße und bis dann!
31.07.2022 | 14:06 Uhr
Guten Mittag!

Die Sache mit dem bewachten Hausarrest gibt mir direkt Flashbacks zu der Zeit, als ich über zwei Jahre oder so ziemlich verlässlich einmal im Monat ein Update zu Kirill Serebrennikow schreiben musste. Gut, für ihn natürlich schlimmer als für mich, aber irgendwann war das schon sehr anstrengend. Und dann halt Lockdown. Naja.

Wie Orchid plant, in welche Spiele ihr Kind vielleicht muss, ist ein Schlag ins Gesicht. Ich hab das zwar auch schon gesagt, aber eine genaue Bezifferung und dass die werdende Mutter da drüber nachdenkt, ist nochmal was anderes.
„Ich kann wohl sogar von Glück sagen, dass es „dank“ der Manipulationen des Apothekers wenigstens auf natürliche Art zwischen Raff und mir geklappt hat. Wer weiß, zu welchen Mitteln Snow und seine medizinischen Handlanger in ihrer Ungeduld ansonsten noch gegriffen hätten – künstliche Zwangsbefruchtung?! Zuzutrauen wäre es ihnen zweifellos…“ – hahahaha neiiiin, niemals, wer macht denn sowas? :D Ich will nach wie vor daran glauben, dass die FFs kompatibel sind, aber dann muss Orchid sterben … mal schauen. An sich mag ich übrigens, dass diese Gedanken, diese Enthüllung wirklich ins Verhältnis setzt, was ich über Abtreibungen gesagt habe. Wenn das eine normale Schwangerschaft, wirklich vollständig natürlich als Unfall passiert, wäre, dann wäre es wohl die beste Entscheidung gewesen – aber mit dem neuen Wissen hat sie schon Recht, das hätte alles nur noch schlimmer gemacht. Dass ich das mal sage … Aber in Panem ist ja alles verquer und schlimm.

Jeden Tag über drei Wochen wird ein ganzer Haushalt ausgelöscht? Wenn eine Familie im Schnitt vier Leute hat – in Panem wird es sicher mehr Kinder geben als bei uns, aber dafür vielleicht auch weniger Eltern? Keine Ahnung, ich nehm jetzt einfach mal vier Leute zum Rechnen und hoffe, größere und kleinere Familien gleichen das aus –, sind das 84 Leute. Das ist für Hinrichtungen sehr viel, aber hat das nicht auch Auswirkungen auf die Infrastruktur, auf die Wirtschaft, nachhaltig auch auf die Bevölkerungsentwicklung? Mit 84 Leuten vielleicht noch nicht, aber wenn das so weitergeführt werden würde, wäre Distrikt 1 doch sicher irgendwann in seiner Existenz gefährdet, und gerade weil die für den geliebten Luxus des Kapitols zuständig sind, kann die Regierung das doch unmöglich wollen?

Ah, Entführung und Verstümmelung, hm, wir haben hier ja echt alles …
Als (verständlicher) Triggerpunkt für einen weiteren Zusammenbruch ist das gut, ich finde nur schade, dass du da schreibst „Das ist zu viel“ anstatt es zu zeigen, das sind mehr Gedanken als wirkliche Reaktionen.

Okay, also Orchid springt hier ja unfassbar schnell zu ihren Schlussfolgerungen und die klingen nicht einmal völlig dumm, dafür, dass sie vor einer halben Minute noch ohnmächtig war. Bei der Interpretation des Zettels wirkt es, als hättest du ganz unvermittelt das Tempo angezogen, auch wenn ja theoretisch die Grundsteine für alle Schlüsse gegeben sind. Auch um sich das fix auszudenken sollte Orchid nicht wach genug sein – die ganze FF lang war sie auch nicht so gerissen (also ich meine jetzt nur den dritten Teil, dass sie schon intelligent ist, hat Teil 1 gezeigt, aber danach hatte so die Angewohnheit, zwar klug zu denken, aber damit immer – manchmal auch durch unplanbare Fremdeinwirkung – daneben genug zu liegen, dass es furchtbar endet, deshalb frage ich mich, ob sie das nicht schon selbst gemerkt haben und sowas dann vermeiden sollte). Mir fehlt da gerade für diese Täuschung von Zenobia beim ersten Lesen der Aha-Moment, der rechtfertigt, dass sie am Ende sagt, sie hat es verstanden. Natürlich soll das nicht direkt an der Stelle dargelegt werden, aber es gibt eben kein Indiz, das mir, wenn ich zurückgehe, zeigt, dass ihr Verständnis immer da war. Wie es jetzt ist, liest sie das, denkt sich nichts, haut dann unvermittelt eine Theorie raus, aber nichts daran sagt mir, ob die stimmt oder nicht oder ob sie sie glaubt oder nicht oder woher die überhaupt kommt, dann sagt sie, sie glaubt es nicht, und dann sagt sie, sie hat noch eine zweite Theorie, die sie glaubt, aber nichts am Text hat mir vorher vermittelt, dass sie da noch was – oder überhaupt was – begriffen hat. Da fehlt so der Moment, dass sie irgendwie zusammenzuckt, mehr als aus Erschrockenheit, dass da was klingelt, irgendeine körperliche Reaktion, oder dass sie sich Mühe geben muss bei den Lügen (du musst ja nicht sagen, dass Zenobia da irgendeinen Quatsch erzählt, und klar muss das überzeugend wirken, aber irgendwas sollte drin sein, dass mir beim ersten mal Lesen wie Zenobia nicht auffällt, das mir aber beim zweiten Mal lesen ein Hinweis ist, dass da was nicht so läuft, wie Orchid es vermitteln will, so wie Plottwists unterschwellig immer angekündigt sind), irgendwas eben, das mich am Ende eher den Aha-Effekt haben lässt als Orchid aus dem Nichts, das mir vermittelt, dass sie klüger war als ich.

Ansonsten wird das hier aber langsam echt zum PR-Desaster für die Spiele …

Schönen Sonntag noch! :)

Antwort von Crowl am 02.08.2022 | 19:51 Uhr
Hi!

Oh, Kirill Serebrennikow! Er hat ja aus dem Hausarrest heraus im März 2019 auch "Nabucco" in Hamburg inszeniert, und meine Mum hat zu der Zeit (vor Corona...) in der Nähe noch in einem Chor gesungen, in dem auch viele Migranten dabei waren. Deshalb, und weil die Chorleiterin gute Verbindungen zur Staatsoper hatte, gab es wohl zwischenzeitlich die Chance, dass die Gruppe beim Gefangenenchor hätte mitmachen können - ist dann aber letztlich nichts draus geworden. Na ja, das nur kurz als persönliche Anekdote dazu.

Dass Orchid hier darüber nachdenkt, welche Spiele es für ihr Kind werden könnten, sollte spiegeln, wie konkret und unausweichlich diese Aussicht für sie geworden ist. Die Losung für die Spiele war ja von Anfang an eine ihrer Befürchtungen und Argumente gegen das Kinderkriegen, und sie hat dann auch diese Todesvision auf dem Tributfriedhof gehabt. Aber angesichts der reproduktiven Manipulationen des Kapitols ist nun aus der bösen Ahnung Gewissheit geworden. Ich find auch, dass unter "normalen" Bedingungen ein Abbruch ein berechtigter Ausweg aus dieser Situation gewesen wäre - aber da das Kapitol hinter allem steckt und die Ärzteschaft kontrolliert, hätte sie selbst bei einer offensiveren Verfolgung dieser Möglichkeit letztlich keine Chance darauf gehabt.

Ich hoffe, die kleine Brücke zu CBT hat dir gefallen :) Im Moment, also so weit wie ich bei dir halt bin, kann ich noch nicht sehen, warum Orchid (jetzt) sterben müsste, damit es keine Unvereinbarkeiten gibt. Sie kommt natürlich nicht vor, aber es werden ja auch nicht alle Sieger erwähnt. Na ja, ich hab wohl bald den Punkt erreicht, an dem du dich mit der Canon-Handlung verschränkst, und bin ohnehin sehr gespannt, ob das Tableau der verbleibenden Sieger dann am Ende anders aussieht als im Original. Denn klar, demnach dürfte Orchid spätestens das Geschehen nach den 75. Hungerspielen nicht überleben, sofern sie nicht schon vorher gestorben ist.

Bei den Hinrichtungen rechne ich eher mit im Schnitt etwas kleineren Familien und so um die 65 Opfern. Die sind zwar nicht alle im Arbeitsalter, aber du hast schon recht - sehr viel länger dürfte das nicht mehr gehen, bis es zu Produktionsproblemen und Lieferengpässen an das Kapitol führt, und das will Zenobia ja vermeiden. Zumal es auch nichts bringt für die Aufklärung des Terrors, und sie sagt dann selbst, dass aus der Bevölkerung keine brauchbaren Hinweise mehr zu erwarten sind.

Orchids Reflektionsprozess zu dem Hinweis verbirgt sich hinter dem "Es rattert in meinem Oberstübchen", und für die improvisierte Fake-Theorie gegenüber Zenobia verschafft sie sich mit "Ok, Moment..." noch etwas Zeit. Ich gebe zu, das ist nicht viel; und vielleicht auch ein bisschen inkonsequent von der Erzählperspektive her, den Leser hier von ihren genauen Gedankengängen auszuschließen und die quasi off-screen stattfinden zu lassen, während man ja sonst sehr nah dabei ist bei dem, was in ihr vorgeht. Diese Verschleierung sollte der Spannung dienen, und die andere Interpretation folgt dann im nächsten Kapitel. Das wird später auch noch mal in ähnlicher Form vorkommen.

Dass sie kurz vorher noch ohnmächtig war, find ich nicht unbedingt so problematisch, weil sie die anschließende Konzentration auf den Hinweis bewusst reflektiert - es geht für sie dabei auch um viel, Blossom ist ihr wichtig, und generell traue ich ihr schnelles Denken in Stresssituationen schon zu. Ob das dann allerdings auch gleich ein 100-prozentiges "Durchdenken" bedeutet, also wirklich alle Konsequenzen zu erfassen und entsprechend zu handeln, sei mal dahingestellt... ;)

Bis dann!
30.07.2022 | 01:52 Uhr
Hey,

wow, drei Wochen lang jeden Tag mindestens eine Person, die hingerichtet wird? Das sind ja mehr als 21 Personen dann, die Zenobia mal eben hinrichten lässt, das ist schon ordentlich (himmel klingt das lapidar, das soll es gar nicht, aber mich schockiert hier echt ein wenig das kompromisslose Vorgehen und dass das echt so lange durchgezogen wird - das ist echt eine dauerhafte Erntesituation für alle) ... und die fortgesetzten Attacken der Schwarzen Rose sind purer Hohn. Als Distriktbürgerin wäre ich ja sowas von verängstigt und sauer, dass diese Widerstandsbewegung ganz sicher nicht meine Unterstützung bekommen würde, wenn die so mit dem Leben der Bürger*innen spielen.
Dass diese Lage dann auch noch ausgenutzt wird, um private Rechnungen zu begleichen oder unliebsame Leute loszuwerden ist schon echt hart, hat aber auch wieder so etwas kapitolesques, dass es Distrikt Eins mal wieder seinem großen "Vorbild", dem Kapitol annähert.
Nun, immerhin will Orchid ihr Kind vor den Einflüssen außerhalb beschützen - wobei ich mir fast nur noch Flucht aus Panem vorstellen kann, damit sie dieses Ziel auch erreicht. Sonst wird es ja immer jemanden geben, der sie kontrolliert, wie Zenobia es hier ja schon tut. Die kann ich übrigens stetig weniger leiden ...
Mit einer "Entführung" Blossoms habe ich jetzt gar nicht gerechnet! Ich habe ja im letzten Kapitel erst so große Theorien geschwungen - aber vielleicht ist das ja auch alles eine Finte von ihr und der Schwarzen Rose? Also der abgehackte Finger spricht zwar ziemlich dagegen, aber fanatische Menschen tun verrückte Dinge? Oder es ist gar nicht Blossoms Finger, so ein Muttermal könnte man vielleicht geschickt fälschen ...? Oder hat doch Zenobia etwas damit zu tun? Die präsentiert Orchid immerhin den Finger ... andererseits hat sie keine Ahnung von dem lateinischen Spruch. Hmmm, ach keine Ahnung, jetzt dreht sich wieder alles und ich bin genauso schlau wie vorher - aber das ist ja grad das Schöne, vorhersehbare Geschichten sind ja langweilig ;)
Sehr interessant übrigens, dass du hier das Thema Latein/Namensgebung in die Geschichte holst - klar ist das implizit angelegt in den Büchern und wird in FF weiter als Schema verwendet, aber ich hab noch nie gelesen, dass es in universe so besprochen wird, dass das also etwas ist, was Charakteren bewusst ist. Latein scheint auf jeden Fall sehr langlebig zu sein, wenn es hier noch den Kindern beigebracht wird ... mir hat es leider nie was gebracht seit meiner Schulzeit :'D
Orchids Erklärung an Zenobia kam mir auch etwas dürftig vor, gut, dass es nur eine falsche Fährte ist. Jetzt bin ich gespannt, was Orchid wirklich vorhat ...

Liebe Grüße
Coro

Antwort von Crowl am 02.08.2022 | 18:30 Uhr
Hi Coro!

Sorry für die recht späte Antwort; die Arbeit hat mich grad in ihren Klauen - aber nur noch ein paar Tage; dann hab ich eine Weile wieder mehr Zeit zum Lesen und Schreiben, ohne immer so vernünftig an den nächsten Tag denken zu müssen :)

Bei dieser Hinrichtungsaktion rechne ich mit ungefähr 65 Todesopfern - sind ja alle Haushaltstypen dabei: Singles, Paare, Familien (wobei es in Distrikt 1 auch nicht immer Großfamilien sein werden; tendenziell haben die in meiner Vorstellung eher wenige Kinder), insofern scheint mir 3 pro Haushalt und Tag ein ganz passender Durchschnitt zu sein.

Zenobia sind diese vielen Opfer ziemlich egal; die ist eiskalt sogar gegenüber ihren eigenen Tributen, und dies hier sind ja nicht mal ihre Leute. Außerdem schaut sie trotz der inzwischen standardmäßigen Karriero-Bündnisse zwischen 1 und 2 immer noch mit einer gewissen Verachtung (und vielleicht auch ein bisschen Neid) auf den Luxus in diesem Distrikt - in ihren Spielen (25.) war 1 in meiner Version ja noch einer der schwächsten Distrikte, daher sind das in ihren Augen Emporkömmlinge. Jedenfalls gut, dass sie dir zunehmend unsympathisch wird; das ist wohl die angemessenste Emotion bei dem, was sie so treibt ;)

Die einfachen Leute werden hier zwischen dem Kapitol und der Schwarzen Rose zerrieben, und ja, die Hinrichtungen führen wie in deinem Gefühl nicht zur Solidarisierung mit den Rebellen - nicht mal zum Zusammenhalt untereinander. In beiden deutschen Diktaturen wurde auch fleißig denunziert und der eigene Vorteil gesucht, daher fand ich das leider realistisch. Zumal, wenn wie in 1 viel Geld und Besitztümer im Spiel sind.

"Flucht aus Panem"; da bringst du mich auf den Gedanken, was es wohl außerhalb überhaupt noch gibt?! Also ganz andere Staaten. Soweit ich mich erinnere, ist im Canon davon gar keine Rede. Aber ich hab hier eine FF gelesen (zu Annie übrigens ;)), in der eine elegante kleine Brücke über den Atlantik nach Schottland geschlagen wurde; das fand ich eine sehr schöne Idee!

Wow, da präsentierst du ja einen ganzen Strauß (^^) an Theorien zu Blossoms Entführung - eine davon könnte es durchaus werden... ;) Freut mich auf jeden Fall, wenn es spannend bleibt, auch mit der Interpretation des Hinweises.

Da sind wir dann auch bei dem Latein in der Geschichte. Das ist schon so ein bisschen Selbstironie wegen der Kapitel-Titel hier, aber ich dachte, an dieser Stelle ist es quasi als Geheimsprache, die nicht alle verstehen, auch handlungstechnisch ok. Gewisse Vorstellungen vom geschichtlichen Hintergrund würde ich zumindest der Kapitol-Regierung zutrauen, weil da nicht nur die Vornamen, sondern auch zentrale Herrschaftselemente des Römischen Reichs übernommen wurden. Distrikt 2 kopiert dann in meiner Vorstellung halt die Namensgebung als Loyalitätsbeweis, ohne das weiter zu reflektieren, während in 1 wirklich noch die Sprache gelernt wird. Das passt für mich wieder zum Luxus, denn du hast schon recht: Wirklich nützlich ist das über ein paar Ableitungen zu anderen "lebendigen" Sprachen hinaus wirklich nicht; es ist sozusagen Liebhaberei. Wobei ich mich persönlich nicht über Latein beschweren will - ich hab's an der Uni unerwartet oft gebrauchen können, und jetzt hilft's mir wenigstens noch mit den Kapitel-Titeln; was will ich mehr :)

Liebe Grüße, und bis dann!
25.07.2022 | 01:01 Uhr
Hallo :) Deine Kapitel haben immer so eine schöne Länge, um sie mal zwischendrin oder als Tagesabschluss zu lesen. Geht immer recht fix bei unter 3.000 Wörtern, da kann man noch reviewen, ohne eine Stunde beschäftigt zu sein, und wenn der Inhalt hart wird, kann man es noch sacken lassen. Echt angenehm.

Ah, jetzt denkt sie mal in Ruhe nach, faszinierend.

Oh Mann, ich merke immer wieder, wie wenig das Thema Schwangerschaft das in mir anstößt, was es vielleicht sollte. Da kannst du gar nichts dafür und ich hab auch echt schon genug über Orchids Instrumentalisierung oder sonstigen bedenklichen Ansätze diesbezüglich geredet, aber allein in meiner Reaktion auf solche Formulierungen wie das Kind als „werdendes Leben“ merke ich, wie fern mir das Ganze ist. Selbst in Momenten, in denen Orchid ganz ruhig ist, nichts Seltsames mit dem Baby plant, sträubt sich in mir irgendwas - dabei ist das doch so eine Stelle, an der man vielleicht lächeln könnte, das süß finden, weil sie sich drum kümmert. Weil der Prozess des Kinderkriegens in mir keine Freude auslöst und Orchid nie super mütterlich war, vermittelt mir die Geschichte das auch nicht. Das ist einfach … da. Was schwierig ist, weil es ja mal ein richtiges Kind wird und dann starke Auswirkungen haben wird (hat es ja jetzt schon irgendwie), egal ob geplant oder gewollt oder nicht. Ein bisschen bin ich noch in dem Stadium, zu hoffen, dass es weggeht, aber das wäre ja unsinnig und ohnehin unlogisch, so wie die FF sich bisher entwickelt hat (außer, ich denke nicht weit genug), also muss ich wohl drauf warten, dass Orchid das Kind als Lebewesen und nicht als Objekt wahrnimmt und sich auf das Leben damit zu freuen beginnt, nicht auf die Möglichkeiten, die es bietet, auch in Bezug auf Erinnerung an Raff. Negative Aspekte dieser Schwangerschaft gibt es einfach storybasiert sooo viele, da macht mein Mindset das nicht besser. Ich denke mal, Lesende, die sich Kinder wünschen oder welche haben oder auch einfach nur das Ganze süß finden, lesen die FF ganz anders. Ich weiß nicht, aus welcher Sicht du schreibst und das ist auch eigentlich völlig egal, aber vielleicht findest du diese Interpretation ganz interessant :D

Midasgasse, nice. Ich hab mir nie über Straßennamen in Panem Gedanken gemacht, aber mythologische Anspielungen passen zu 1 (auch wenn natürlich lustig ist, wie das griechisch ist und deine Titel Latein :D ). Theoretisch wäre es für Panem aber auch logisch gewesen, die Straßen genauso durchzunummerieren wie die Distrikte. Gibt es ja auch heute in New York oder so.

Dass Orchid zum Friedhof fährt, um Raff das Kind zu „zeigen“, bringt mich wieder zu einem meiner absoluten Lieblingsthemen: Religion in Panem. Friedhöfe als Ruheort sind ja irgendwie etabliert (oder sind sie es? Gibt es Friedhöfe im Canon oder hat das Fandom sie sich bloß eingebildet, Mandela-Effekt-mäßig?), hier nutzt du sie auch wirklich wie einen Aufenthalts- und Verbindungsort, eine Pilgerstätte für Hinterbliebene - also wie bei uns eigentlich. Allerdings gibt es in christlich geprägten Gesellschaften ja noch das Bild der Verstorbenen, die aus dem Himmel auf einen herunterschauen können, also den Gedanken, dass man, um Verstorbenen nah zu sein, eigentlich nicht zum Grab fahren muss, sondern die einen immer „sehen“ können, unabhängig von der Erinnerung und den Gefühlen, die ohnehin nicht verschwinden. Panem ist aus den USA entstanden, heute christlich geprägt, aber wer weiß, was bis zum Bruch passiert ist? Oder ist alles verloren gegangen? Wie würdest du das handhaben? Kleine Erinnerungen gibt es bei dir ja noch, wohingegen ich ja sogar versuche, biblische Redewendungen rauszuschneiden (und schon verkackt habe, machen wir uns mal nichts vor) …

Och nö, jetzt ist der Friedhof kaputt - was hab ich eigentlich erwartet? :D

Die (Kern?)Familien alle ehemaligen Tribute auf der Bühne? Da muss ja ganz schönes Gedränge herrschen, die allermeisten dürften so, wie Panem das mit dem Kinderkriegen handhabt, noch leben. Bisschen über 40 Jahre, das würde die ältesten Eltern (Kinder mit 30) von maximal alten Tributen (18) knapp 90 machen. So alt wird in den Distrikten natürlich niemand, aber Anfang 70 schon eher, und wenn man mit 20 ein Kind gekriegt hat und das mit 12 in die ersten Spiele musste, lebt man nun noch. Und Geschwister sowieso, von allen Jahrgängen. Uiuiui.

Ganz Distrikt 1 unter Generalverdacht zu stellen ist definitiv ein interessanter Plotpunkt! Mal sehen, wie du das ausbaust - Ausgangssperre? Befragungen? Inhaftierungen? Aber es heißt ja, keine Untersuchungen - hat das dann Auswirkungen? :D
Ich mag Zenobias Handlungen. Ich wünschte, ich könnte sagen, ich wäre geschockt, aber ich war es irgendwie nicht, ist zu sehr in character und halt Panem, mich schockt nichts mehr :D

Irgendwie bezweifele ich ja, dass Struve im Kapitol sicher ist … Aber Distrikt 1 hat jetzt innerhalb von kürzester Zeit so viele Sieger verloren, mehr dürfen es irgendwie nicht werden. Das ist ja jetzt schon so ein großes Ding, dass es in den Büchern fast schon hätte erwähnt werden müssen, auch wenn es lange her ist, denn 1 wird als Distrikt ja spezifiziert und das geht von den vielen Siegern aus.

„Wenn ein Paar keine Kinder kriegt, muss das doch nichts mit irgendwelchen Defekten zu tun haben!“ - mein Kopf war nur so „Preach!“ und auch wenn ich lange nach einer weniger nach Gen Z klingenden Reaktion gesucht habe, lass ich das mal so stehen!
Und urgh zu Garten Eden. Aber gut eingefädelt!

*„der schlimmste[n] meiner Albträume“
*„stimmt‘s“ (in Zenobias Rede) - dein Apostroph ist falschrum - generell sind haben die die konvexe Seite der „Rundung“ immer alle nach rechts, also andersrum als ein c oder (, und wenn man so Sachen wie „stimmt’s“ hat, korrigiert Word das eigentlich von selbst, aber bei Besitzanzeige bei Namen, die auf s-Laute enden („Katniss’“), muss man da nochmal einen Buchstaben dran hängen, Enter drücken und dann das Überschüssige wieder löschen, sonst bleiben die Apostrophe falschrum. Funfact. Oder vielleicht auch nicht fun, wer weiß.
Außerdem hebe ich mal wieder deine Anführungszeichen hervor: Bei den Ermittlungen und dem Urteil handelt es sich ja um ein solches, egal wie korrupt, und kurz danach sind die Phrasen in Anführungszeichen direkte Zitate von Zenobia. Das beißt sich ein wenig, weil du die gleiche Sache für unterschiedliche Dinge nutzt. Ich bin nach wie vor der Meinung, anders betonte oder sarkastische oder sonst wie nicht genau so gemeinte Wörter einfach normal zu schreiben - das versteht man schon über den Kontext. Nicht hervorzuheben, dass das Urteil usw. nicht einem Urteil bei uns entsprechen, würde ohnehin verstärken, wie kaputt und hoffnungslos Panem ist.

Bis dann!

Antwort von Crowl am 27.07.2022 | 11:13 Uhr
Hi!

Freut mich erstmal, wenn die "Portionierung" hier gut zu lesen ist; ein Alert soll ja nicht Arbeit oder so bedeuten ^^

Vielen Dank wieder für deine Gedanken zu der Schwangerschafts-Thematik; find ich auf jeden Fall interessant und natürlich legitim! Das macht einen Text und die Diskussion darüber ja auch aus, dass jede/r das mit den persönlichen Erfahrungen und Einstellungen unterschiedlich aufnimmt. Meine eigene Sicht sollte dabei idealerweise tatsächlich keine Rolle spielen; allerdings färbt wohl beim Schreiben schon immer ein bisschen was von einem selbst ab. Aber ich verfolge hier sicher keine Agenda o.ä., wo am Ende eine bevorzugte Haltung zum Kinderkriegen stehen würde - dafür wäre mir die Vielfalt der Verhaltensweisen und Gefühle, die mit diesem Thema verbunden werden können, auch zu groß; und Orchid taugt bei aller Sympathie, die ich für sie empfinde, nur bedingt als Vorbild. Insofern soll es bloß ihr Blickwinkel sein, und bei ihren Lebensumständen und ihrem Charakter ist das emotional eine problematische Schwangerschaft, an der man sich durchaus reiben kann. Gerade Instrumentalisierungstendenzen des Kindes im Hinblick auf Familienzusammenführungen, "Partnerersatz" oder Trostspender sind bestimmt keine gesunden Voraussetzungen, aber so etwas gibt es ja auch im realen Leben, und hoffentlich ist zumindest nachvollziehbar, warum sie hier auftauchen. Doch die wahre Gefahr kommt für mich aus einer anderen Richtung und resultiert mehr aus Orchids Siegerinnen-Status als aus ihrer Person. Sie will ja für das Kind (inzwischen) eigentlich nur Gutes, und vor allem Sicherheit. Das wird mit den neuen Enthüllungen am Ende des Kapitels noch mal schwerer.

Ach, ich mag irgendwie das Wort "Gasse" ganz gern (Winkelgasse ^^) und die Midasgasse schien mir eine charmante Gelegenheit, es als Standort eines kleinen Juwelierladens hier mal unterzubringen ;) Für das Kapitol könnte ich mir definitiv so eine schematische Straßenbenennung nach Zahlen vorstellen; das würde dann vielleicht auch etwas den kalten, technokratischen Charakter spiegeln.

Nach meiner Erinnerung sind Friedhöfe (wie überhaupt Religion) kein Thema im Canon - was eigentlich schade ist, weil sich Glaube bei einer Extremsituation wie den Hungerspielen total anbietet. Insofern kann's schon sein, dass ich da von anderen FFs beeinflusst bin, in denen das vorkommt, oder halt von der heutigen Welt. Na ja, das Kapitol-Regime ist sicher atheistisch, und was die Bevölkerung betrifft, stelle ich mir das tatsächlich so vor, dass die alte Religion (das Christentum) noch in Form von Begriffen, Geschichten oder Bräuchen in gewisser Form weiter existiert, ohne dass die meisten Leute das so klar zuordnen oder wirklich verstehen würden (wie in diesem Kapitel beim "Garten Eden", der auf Nacktheit reduziert wird). Und dass es Begräbnisstätten / Erinnerungsorte gibt, sowie Bilder vom Leben nach dem Tod (sei es "Himmel" oder "Hölle"), halte ich für universelle menschliche Verhaltensmuster, unabhängig von einer bestimmten Religion - eben "irgendwie etabliert", wie du schreibst. Ob man das Grab dann für das persönliche Gedenken an die verstorbene Person benötigt oder dieses ortsunabhängig ist, kann individuell sehr unterschiedlich sein. Bei Orchid denke ich es mir so, dass sie es braucht.

Hehe, ja, auf der Bühne soll es tatsächlich ziemlich eng sein, damit Orchid und ihre Familie sich nah sein können ;) Von den Eltern der allerersten Tribute werden wohl nicht mehr viele am Leben sein - evtl. waren das damals häufiger auch Waisenkinder wegen der vielen Toten in der frühen Rebellion, an der ja auch Distrikt 1 beteiligt war? -, aber ansonsten könnte man hier wirklich eine relativ hohe Lebenserwartung ansetzen. Geschwister gibt es in der wohlhabenden Gesellschaft nicht immer; im Ganzen stelle ich mir so ca. 150 Leute vor (grobe Rechnung: 42 Spiele = 84 Tribute x 2,5 engste Angehörige = 210 - bereits Verstorbene).

"Ich mag Zenobias Handlungen." Oh je ^^ Nein, ist immer schön zu lesen, wenn etwas als in character empfunden wird, auch bei schlimmem Verhalten. Die Konsequenzen dieses Generalverdachts kommen dann im nächsten Kapitel, jedenfalls soweit Orchid das mitkriegt.

Bei den Siegern hat Distrikt 1 noch ein paar Jahre, die Reihen wieder aufzufüllen - laut diesen berüchtigten Fandom-Listen haben sie am Ende elf, also kommen nach meiner Version sieben weitere hinzu. Vielleicht werden sie ja in den nächsten Spielen wieder besonders von den Spielmachern bevorzugt nach ihren Verlusten jetzt ;)

Das mit den falschen Apostrophen ist ein Ding; krass, dass dir das aufgefallen ist! Ich drück dafür immer die gleiche Taste (bei der auch # dabei ist), aber Word setzt den wirklich erst verkehrt herum und korrigiert ihn nur dann, wenn ich danach direkt noch irgendein Zeichen dahinter setze. Meistens mach ich das auch (Leerzeichen), aber wenn der Mauszeiger im Rahmen von Nachbearbeitungen etc. sofort woanders hinwandert, eben nicht. Strange; dieser Mechanismus war mir völlig unklar, also danke für den Hinweis! Hab das jetzt hier bei "stimmt's" geändert, aber es gibt einige weitere dieser Fehler in anderen Kapiteln; da muss ich noch mal ran.

Quasi als Beifang der Suche nach den Apostrophen im Dokument hab ich auch noch ein paar Fälle gefunden, in denen eine doppelte Distanzierung von einem Wort (sogenannt o.ä. + Anführungszeichen) vorkam, bevor du mal berechtigterweise angemerkt hattest, dass das unnötig ist. Gänzlich auf Anführungszeichen verzichten würde ich in diesem Kontext aber eher nicht wollen, obwohl es sich tatsächlich ein bisschen mit den Funktionen für direkte Rede und Zitat beißt. Ich fühl mich mit dieser Absicherung irgendwie wohler, um eine bewusste Problematisierung der jeweiligen Begriffe durch den Charakter rüberzubringen. Im Dialog kann man das ggf. noch durch die Beschreibung der Art ersetzen, wie gesprochen wird; bei Orchids Gedanken fällt das aber weg. Und diese Signalwörter (sogenannt etc.) wiederholen sich auch recht schnell. Hmm, muss ich mir insgesamt noch mal durch den Kopf gehen lassen, wie ich das löse - spannender Aspekt ^^

Bis dann!
23.07.2022 | 14:17 Uhr
Hey,

der Titel dieses Kapitels ist wirklich das passende Motto. Noch vor zwei, drei Kapiteln hätte ich bei diesen Worten gedacht, dass Orchid jetzt etwas Unüberlegtes tut (weitere Rache) - aber stattdessen ist sie jetzt genau wie ich nur fassungslose Zuschauerin.
Zenobia hat da quasi die Hungerspiele direkt in den Distrikt gebracht, wenn jetzt alle um ihr Leben fürchten müssen. Eine wirklich perfide Technik, die auch für die Ratlosigkeit des Kapitols spricht - und die Frage ist ja auch, ob das überhaupt was bringt, wenn bisher schon niemand die Täter*Innen ermitteln konnte, dann sind sie vielleicht so besonnen, sich nicht einfach zu verraten. Vor allem da ich vermute, dass zumindest eine Täterin neben Orchid auf der Bühne steht und erstmal nichts zu befürchten hat als Teil ihrer Familie. Ich rede natürlich von Blossom, die hier lächelt angesichts von Orchids Feigheit. Sie hätte das Motiv als fehlgeleitete Enttäuschung über ihre Schwester; sie kannte Orchids Hund und er ist kurz nach ihrem Besuch in dem Laden am gestorben - und Raff war eben ein Kollateralschaden, wobei die Attacke auf den Friedhof natürlich heftig ist und auch als Symbol an jeglichem Ziel vorbeischießt, wie ich finde. Ich könnte mir das schon vorstellen, dass Blossom sich heimlich "radikalisiert" hat und jetzt völlig übertreibt oder auch von anderen instrumentalisiert wird ...
Die ganze Szene hast du auf jeden Fall schön beschrieben, besonders diese unterschwelligen Drohungen in Zenobias Auftreten ganz zu Anfang und Orchids Gedanken dazu gefallen mir.
Der Druck auf Orchid ist auch fies seitens ihrer Mutter, denn letztlich kann Orchid sich mit jeglicher Intervention selber zum Ziel machen. Aber das ahnt ihre Familie natürlich nicht, weil sie ja nie miteinander reden :'D
Die Aussage Zenobias zeigt es ja schon - Orchid hat nie mehr sich selber gehört, seit sie sich für die Spiele gemeldet hat. Das ist so bitter, aber doch so wahr ...
Dass Orchid und Raff so gezielt manipuliert wurden, ist natürlich auch wieder hart - ich dachte schon nach der Geschichte mit dem Arzt kann es nicht schlimmer werden, aber das ist eine echt bittere Pille. Aber so ein Siegerkind ist natürlich ein schönes Druckmittel ... der Vergleich mit dem Zirkus trifft es wirklich.
Fragt sich nur, wie Orchid aus dieser Situation noch das beste für sich machen kann. So kann es ja nicht weitergehen, weder für sie noch für Distrikt Eins.
Ich bin gespannt - und leide mit Orchid.

Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße
Coro

Antwort von Crowl am 24.07.2022 | 16:16 Uhr
Hi Coro!

Freut mich sehr, dass du den Kapiteltitel magst - ist manchmal gar nicht leicht, was Lateinisches zu finden, aber irgendwie macht es (zumindest mir ^^) auch Spaß!

Orchid hat schon so viel Unüberlegtes getan, da braucht sie ihren Kopf jetzt für andere Sachen - für einen Ausweg; denn ja, um mal ans Ende deines Reviews zu springen: "So kann es ja nicht weitergehen, weder für sie noch für Distrikt Eins."

Wobei beide noch einiges durchzustehen haben - das wird hoffentlich im nächsten Kapitel noch etwas deutlicher, wie recht du damit hast, dass Zenobia "quasi die Hungerspiele direkt in den Distrikt gebracht" hat. Und was das mit den Leuten macht; was es überhaupt bringt, dieser maximale, tödliche Druck auf (fast) die gesamte Bevölkerung.

Deine Gedanken zu Blossom kannst du im nächsten Kapitel dann auch gut gebrauchen; mehr darf ich jetzt wohl nicht sagen ;)

Und apropos "nicht sagen": Es krankt bei Orchid ganz heftig an der Kommunikation; das stimmt. Hätte sie mal früher / mehr mit ihrer Familie geredet... Hätte sie mal früher / mehr mit Terra geredet... Vieles hätte anders bzw. besser laufen können; aber ich schätze, das ist im realen Leben auch oft so (obwohl mit weniger drastischen Konsequenzen).

Tut wieder gut zu lesen (auch wenn das in dem Zusammenhang eine seltsame Formulierung ist), dass du nach wie vor mit Orchid mitfühlen / mitleiden kannst bei allem, was sie so durchmacht. Sie hatte ja schon immer böse Vorahnungen wegen des Babys, aber die Enthüllungen von Zenobia rücken die Schwangerschaft für sie jetzt noch mal in ein neues Licht. Auch da muss irgendwie eine Lösung her.

Ich hoffe, es bleibt spannend, und dass es am Ende ok sein wird. Ganz liebe Grüße und bis dann!
15.07.2022 | 22:26 Uhr
Hi!

Terras Überleben — zumindest, was den Anfang des Kapitels angeht, dass sie nicht direkt tot ist — hattest du mir ja gut gespoilert mit deinem Ausblick auf dieses Kapitel :’) Zum Glück bin ich unempfindlich, ich lese ja teils auch Buch-/Film-/Serienzusammenfassungen, bevor ich es lese oder schaue, also all good.

Und Orchid bezieht wieder alles auf sich — als wäre sie echt so wichtig für anderer Leute Leben, dass sie so weit gehen würden, um ihr eins auszuwischen. Ach, Orchid :D
Ah, Terra sagt es schon selbst.

„[…] was das Kapitol für mich geplant hat.“ — jetzt wird es spannend! Schnell, Prognosen bevor ich weiterlese: Sie hat zu häufig bei irgendwas gefehlt und jetzt drohen „richtige“ Konsequenzen — die Prostitutionssache bisher war ja wegen Orchid bzw. weil Terra gut aussieht, und dass der Arzt weg ist, ist ja auch eher dessen Problem. Ginge es um Terras Familie wie damals bei Orchid, hätte sie das sicher anders ausgedrückt. Bleibt nur die Frage: Wieso wurde sie vorgewarnt? Offiziell?

Okay, oh. OH. Das ist hart. Und ein Aspekt, den ich noch nie irgendwo in Bezug auf die Hungerspiele gelesen habe! Doping hab ich schon einmal irgendwo gesehen, aber nur ein einziges Mal — vermutlich bei dir? Aber die Nebenwirkungen davon, dass die Medikamente zu sowas führen können, ist hart.
Aber mal ganz davon abgesehen sterben die Sieger aus 1 ja grade wie die Fliegen. Das lässt sich ja schlecht verbergen, und egal, wie das kommuniziert wird, die Leute im Kapitol sind ja Fans, da sterben gerade Idole. Das muss doch für Aufruhr sorgen, ich erwarte mindestens Trauerminuten oder Umzüge, ganz egal, was die Regierung sagt. Klar, die können es unterbinden, aber dieses Hochhalten von Spielen und Siegern soll ja gefördert werden und ein Verbot von Trauer um die betreffenden Sieger würde ja für Misstrauen sorgen …

„Snow höchstpersönlich will genau verfolgen können, wie ich Stück um Stück innerlich zerfressen werde.“ — ja, sieht ihm ähnlich … wobei ich mich echt frage, ob der nichts Besseres zu tun hat, haha.

Warte, hat Terra plötzlich angefangen, mit einem Haufen Kontraktionen zu reden oder war das schon immer so?

Ah, alibimäßig ein paar Tage die Leiche rumliegen lassen — riecht sicher gut. Naja, da sie das Gift wirklich selbst getrunken hat und Orchid häufiger bei Terra war oder generell mit ihr zu tun hatte, wird das wohl nicht irgendwie auf sie zurückzuführen sein. Außer natürlich, es gab irgendwo Kameras, aber sowas hast du bisher glaub nicht erwähnt.

Aber so richtig geläutert wirkt Orchid noch immer nicht, auch wenn sie am Ende mal was Nettes tut und das nicht für sich! Aber tja, so schnell verliert man dann auch wieder seine neuen Lieblingsfiguren …

Bis dann! :)

Antwort von Crowl am 17.07.2022 | 13:52 Uhr
Hi!

Ich spoiler in letzter Zeit vielleicht tatsächlich ein bisschen viel; muss mir mal wieder mehr auf die Finger schauen ^^

Krass, wie du hier teils wörtlich Terras Reaktion auf Orchids Selbstbezogenheit vorausgeahnt hast; bis hin zum "Ach, Orchid"! :D So etwas macht dann wohl auch einen "Lieblingscharakter" aus, um mal ein wenig zum Ende deines Reviews zu springen. Find ich wirklich schön, so etwas zu lesen, zumal es mir im Schreibprozess ähnlich ging, dass ich Terra immer mehr mochte ("she crept up on me" ;)) Leider "muss" sie am Ende sterben, aber im Rahmen der Umstände zumindest halbwegs selbstbestimmt, und sie hat noch zwei kleine Siege über Orchid und das Kapitol erringen können. Na ja, falls mir mal irgendwann ein kleiner Oneshot o.ä. zu ihr einfallen sollte, würd ich mich nicht dagegen wehren ;)

Doping hatte ich bisher nur kurz erwähnt, als Orchid die Akademie beschreibt - falls du das mal woanders direkt im Kontext der Spiele gelesen haben solltest, also dass es Auswirkungen auf das Geschehen in der Arena hat, lass es mich gerne wissen; das würd mich selbst sehr interessieren!

Die Todesfrequenz der Sieger in 1 ist grad echt abnormal hoch; das kommt ja alles ziemlich Schlag auf Schlag - deshalb ist Zenobia auch so wütend, und das hat noch Konsequenzen. Was die Kommunikation angeht, hast du recht: Verbergen lassen sich die Todesfälle nicht, und um Raff und Terra trauern müssen die Leute schon dürfen - im Kapitol haben sie dazu wohl noch mehr Freiheiten als im Distrikt. Also verbieten wird man das daher nicht, aber eben auch nicht extra befeuern, damit nicht doch noch nach dem "Warum?" gefragt wird. Und mit dem Argument, dass zuviel Verschleierung Misstrauen erwecken würde, schafft Orchid es ja auch, dass Terra trotz der Missgunst des Kapitols wenigstens eine "schöne" letzte Ruhestätte bekommt.

"Ob Snow nichts Besseres zu tun hat" - haha, ja, das kann man sich manchmal schon fragen :D Also auch im Original, dass er für Katniss das Brautkleid für das Interview bestimmt und solche Sachen. Für einen Präsidenten betreibt der ziemliches Micromanagement.

Ich gebe zu, "Kontraktionen" musste ich erst nachschauen, was das in diesem Zusammenhang bedeutet ^^ Aber ja, so etwas kommt hier bei Terra vermehrt vor - war beim Schreiben so semi-bewusst, würd ich sagen. Also nicht, dass ich das als Stilmittel direkt im Hinterkopf gehabt hätte, aber dass Terra in dieser Situation bemüht "salopp" spricht, fand ich schon passend, und davon soll es quasi ein Teil sein.

Kameras im Dorf der Sieger gibt es bei mir tatsächlich nicht; generell (noch) keine Überwachung, insofern sollte Orchid in der Hinsicht keine Probleme haben :)

Und stimmt: "Richtig geläutert" ist sie dann doch nicht sofort. Aber vielleicht kann sie von Terra was lernen, wie man mit Personen umgeht, die einem was Böses angetan haben; dass es nicht immer in Gewalt eskalieren muss, sondern auch andere Arten der "Kompensation" gibt...

Vielen lieben Dank wieder für dein Review; bis dann!
15.07.2022 | 17:09 Uhr
Hey,

nach dem Kapitel von letzter Woche war ich so neugierig, dass ich einfach direkt reinschauen musste und schwupps, hatte ich das ganze Kapitel gelesen!
Terra ist wirklich ... ich will nicht sagen "abgebrüht", das klingt falsch, aber doch irgendwie hart, falls das Sinn ergibt. Ihre Worte hauen ordentlich rein, wie schon im letzten Kapitel und zementieren noch einmal, wie sehr Orchid ihr Unrecht getan hat. Das sind wirklich bisher meine Lieblingsszenen aus der FF!
Immerhin wacht Orchid dann noch aus ihrer Starre auf und versucht genau das, was ich ja schon zum letzten Kapitel schrieb - aber da haben wir beide die Rechnung ohne Terras eisernen Widerstand gemacht. Was sie dann sagt, ist für mich ohne Zweifel eine der größten Überraschungen bisher - und. so. verdammt. gut?!
Diese Verbindung von dem Doping, das mir ja in der letzten FF schon sehr gut als Gedanke gefiel, mit den körperlichen Auswirkungen der Mittel ist so passend, so grausam und eben auch überraschend - mit dieser Wendung hast du mich echt, das hätte ich nie so kommen sehen, aber es ist dir echt gut gelungen, denn jetzt im Nachhinein ist natürlich alles so klar und man sieht die ganzen Verbindungen, wurde mit einer möglichen Schwangerschaft auf die falsche Fährte geführt - und dann diese Gegenüberstellung des Tumors mit dem Baby, das ist wirklich ein bitteres Symbol.
Und es passt so zu Snow, dass er das als "Bestrafung" einsetzt und natürlich auch, dass die Nachwirkungen dieser Dopingmittel verschleiert werden, dass der Arzt dafür bestraft wird und das wohl nie rauskommen wird, was Terra passiert ist ...
Das habe ich alles so noch nie in einer Panem-FF gelesen, aber der Gedanke dieses extrem gesundheitsschädlichen Dopings "gefällt" mir. Vor allem, weil das Kapitol wahrscheinlich noch etwas hätte tun können, um Terra zu retten, aber sie sich das nicht verdient hat.
Oh man, es ist wirklich schade um sie, ich hatte echt gehofft, das war nur eine Trotzreaktion mit dem Alkohol oder Orchid kann sie noch retten, aber unter diesen Umständen ist Terras Entscheidung nachvollziehbar. Und sie versetzt Orchid einen weiteren, nötigen Dämpfer. Dass sie am Ende für Terra da ist, ist eine schöne Geste und zeigt eben auch, dass sie bei aller zwischenzeitlicher Unsympathie keine abgrundtief gemeine Person ist.
Ich fürchte nur, dass es für Orchid mit der Aufregung noch nicht vorbei ist, vor allem mit Zenobia im Distrikt. Da bin ich gespannt, was noch kommen wird ...
Ein Kapitel, dass in seiner Kürze reinhaut, bisher wohl mein liebstes!

Liebe Grüße
Coro

Ps: Auf dein Review antworte ich auch noch, sobald ich wieder Zugriff auf einen PC habe, aber lieben Dank auf jeden Fall schon mal ♡

Antwort von Crowl am 17.07.2022 | 13:18 Uhr
Hi Coro!

Bin so happy, wenn die Geschichte neugierig machen kann und Teile davon sogar mit dem Prädikat "Liebling / liebstes" versehen werden! :)

Hmm, ich find sowohl "abgebrüht" als auch "hart" tatsächlich ganz passend für Terra... Sie zelebriert es trotz (oder gerade wegen) ihrer eigenen schlimmen Situation schon ein bisschen, Orchid jetzt auch im Gespräch so überlegen zu sein - und hat sie sich nach der ganzen miesen Behandlung vielleicht auch irgendwo verdient.

Freut mich natürlich sehr, dass dir die Wendung "gefällt", obwohl sie böse ist! Im Nachhinein ergeben dann eben hoffentlich so Sequenzen Sinn, die in früheren Kapiteln erstmal etwas deplatziert wirkten, wie das Gerede über Tumore bei Orchids Arztbesuch. Ich fand persönlich den Gedanken so bitter, dass jemand auf alle denkbaren Arten darauf vorbereitet wird, die Spiele zu gewinnen, nur um dann wenige Jahre später genau deswegen zu krepieren. Aber da gibt es ja leider wirklich "Vorbilder" im realen Sport, wo es Champions arg gesundheitlich erwischt als Folge des Dopings - das war hier die "Inspiration".

Und ja, aus Sicht des Regimes darf das natürlich nicht so rauskommen. Wäre Terra eine etwas "fügsamere" Siegerin gewesen, hätte man wohl zumindest noch versucht, sie zu behandeln (ob es zur Heilung gereicht hätte, sei mal dahingestellt - das Kapitol kann zwar medizinisch viel, aber vielleicht auch nicht alles). Den Krebs hätte man auf jeden Fall irgendwie anders erklärt und das ganze als tragisches Einzelschicksal verkauft.

Am Ende sollte Orchid dann tatsächlich ihre "gute" Seite zeigen dürfen. Ich find ja auch, sie ist nicht im Wesen "fies" oder so, aber braucht definitiv manchmal eine "voice of reason", um wieder auf die richtige Bahn gelenkt zu werden - und das ist hier ausgerechnet Terra. Diese Erfahrung kann sie hoffentlich mal gebrauchen, denn es ist wie du schon sagst eben noch nicht alles ausgestanden; allein schon wegen Zenobia.

Ganz herzlichen Dank für deine lieben Worte und bis dann!
11.07.2022 | 23:35 Uhr
Hallihallo :)

Ooooh, direkt eine große Veränderung — ein bisschen ein Klischee ist es ja (im guten Sinne!), aber es hat auch direkt was Düsteres, alles schwarz zu färben, das ist ja nicht nur ein neuer Abschnitt generell, sondern auch noch ein starker Kontrast.
„Das Helle hat keinen Platz mehr in meinem Leben, in meinem Denken. Also musste es auch von meinem Kopf weg.“ — der Satz hier hat in seiner Selbstreflektion erstaunlicherweise gerade einige meiner Probleme mit der Geschichte beiseitegeschoben, einfach weil das toxische Thema jetzt textintern aufgegriffen wurde.

Dass die Beerdigung im kleinen Rahmen gehalten wird, verstehe ich — gibt ja kein gutes Bild ab, so ein ermordeter Sieger, den das Kapitol nicht retten konnte. Hab ich das eigentlich überlesen oder kam das nie: Wie ist Raff eigentlich im Kapitol angesehen, auch im Vergleich zu anderen Siegern? Eher positiv vermutlich, er hat zwar niemanden getötet, aber war ein netter Typ. Und inwiefern wird sein Tod jetzt kommuniziert? Irgendwie müssen die Fans ja erfahren, dass er tot ist, und wenn es keine richtigen Fangirls (genderunspezifisch, ich weiß nur kein inklusiveres Wort, das nicht nur wieder „Fans“ wiederholt und das da das Obsessive noch zeigt, lol) sind, dann halt wenigstens der Vollständigkeit halber was alle Sieger angeht.
Genauso gefällt mir die Sache mit dem Tribut-Friedhof — das ist hart, weil eigentlich ist er ja kein Tribut, aber jetzt muss er quasi nachträglich sein Grab von damals belegen, wenn auch nicht genau dasselbe. Uff. Kapitol durch und durch.

Diese Erinnerungsbilder finde ich einen schönen Gedanken und immerhin ist das halbwegs greifbar, weil man Raff als „Jungen“ ja kannte. Gerade dieses Zaubererkostüm schlägt noch einen bekannten Haken, auch wenn er das in seinen Spielen nicht so genutzt hat, wie ich mir das ja damals erhofft hatte.

Dieser Hass auf Terra, urgh. Naja, ist aber auch irgendwie klar, dass sie irgendwo eine Schuldige sucht. Wundert mich nur, dass Carat nicht gereicht hat für die Rache, aber gut, ist halt Orchid, ich nehme das mit dem Wundern zurück :D
Aber wtf — Gift?! Oder anders: „Sobald Terra tot ist, muss ich ihrer Leiche nur genug von dem Zeug einflößen“ — wie ist sie denn dann gestorben?
Und dann sind Terras erste Äußerungen auch noch so … okay. Respektvoll. Nett.
Aber oh bitte keine Doppelschwangerschaft. Also das ist jetzt keine Kritik an dir, sondern eher so ein „Oh nein“ für Orchids Leben. Wobei, wenn Orchid deswegen Alkohol ablehnt, würde Terra schwanger wohl nicht trinken, wenn das Thema schon im Raum steht.
Wie sie das sofort durchschaut, ist fast schon lustig. Auch, wie Terra, der vermeintliche Antagonist hier, mir jedes Wort aus dem Mund nimmt. Ich feier sie ein bisschen.
„Hatte mir stattdessen immer gerne vorgestellt, wir zwei wären beste Freundinnen geworden, wenn sie überlebt hätte. Was für eine Selbsttäuschung! Ganz im Gegenteil: Mit Sicherheit hätte sie mich sogar noch mehr gehasst als Terra jetzt – gerade weil sie mich vorher so verehrt hat.“ — na endlich!

Minky, omg :D

„Im Gegenteil – ich hab in ihm meinen einzigen Ausweg gesehen. Hab gedacht, wenn ich mit einem anderen Sieger zusammen bin, dann dürften sie mir nichts mehr antun. Deshalb hab ich mich auch nach den Spielen so um ihn bemüht.“ — uff, ich liebe den Gedanken! So verzweifelt, aber so so gut, weil es vermutlich sogar tatsächlich was gebracht hätte, wenn es irgendwer im Kapitol angefangen hätte zu shippen.

Und endlich wird das ganze menschliche-Bedürfnisse-in-der-Arena-Ding mal aufgegriffen — hatte ich es mit dir davon oder mit Coro? Beides, vermutlich, das kommt immer mal wieder auf. So normal, aber so entwürdigend, und ja, damit ein gutes Druckmittel à la Snow.

Mir tut es so leid, das zu sagen, aber ich hoffe, Terras Vor-Augen-Halten hat Orchid gebrochen. Nur irgendwie … irgendwie zweifele ich, weil es eben Orchid ist. Eine Hundertachtzig-Grad-Drehung wird hier wohl nicht geschehen, soll sie auch nicht, weil das nicht logisch wäre, so generell, aber irgendwie wünsche ich es mir doch. Ach, wilde Welt.

Und dann dieses Ende! Terra ist mein favorite character aller drei Teile, Schluss, aus!

Bis dann!

Antwort von Crowl am 14.07.2022 | 11:33 Uhr
Hi!

Freut mich sehr, wenn dich dieses Kapitel ein wenig mit der Geschichte versöhnen konnte - ab jetzt soll es dann auch nicht mehr unbedingt die Protagonistin sein, die toxisches Verhalten an den Tag legt (sowohl sich selbst als auch anderen gegenüber)...

Hehe, stimmt, Schwarz als Symbol für Unheil changiert schon so zwischen Klischee und (angelernter) Kultur - ähnlich wie Rot für Liebe, Blau / Rosa für die Geschlechter etc. Aber man versteht's halt sofort; und persönlich mag ich diese "Farbe" ja durchaus ^^ Kleine Haarfärbe-Anekdote an der Stelle: Ich bin als Teenie eine Weile quasi den umgekehrten Weg gegangen wie Orchid hier, d.h. von dunkelbraun über den Zwischenschritt blond hin zu knallrot - Pseudo-Punk-Phase ;) War zu der Zeit mal in Asien; da wollten sich dauernd Leute mit mir fotografieren lassen, weil ich mit den bunten Haaren wohl aussah wie aus einem Manga / Anime entsprungen ^^

Wie war Raff im Kapitol angesehen, hmm, da muss ich differenzieren. Also Snow war von seinem Sieg ohne (sichtbare) Tötung nicht begeistert; der will eher "starke" Sieger aus Distrikt 1. Unter den Siegern aber sollte Raff gerade auch deswegen recht beliebt gewesen sein (anders als Orchid), zumal er ja wirklich ein netter Typ war - abgesehen von Leuten wie Zenobia, für die das Töten fest zu den Spielen gehört. Und wie wird sein Tod nun kommuniziert - ähnlich wie die Beerdigung vermutlich eher spärlich im Rahmen der Berichterstattung zu dem Anschlag; das können sie ja jetzt nicht mehr unter den Teppich kehren. Aber es soll eben möglichst rasch vergessen werden, dass so etwas überhaupt passieren konnte.

Mit dem Foto von ihm im Zaubererkostüm wollte ich tatsächlich auch noch so ein bisschen von meiner Schuld abtragen, diesen Aspekt im zweiten Teil nicht immer voll ausgespielt zu haben ;)

"'Sobald Terra tot ist, muss ich ihrer Leiche nur genug von dem Zeug einflößen' — wie ist sie denn dann gestorben?" "Zeug" war an der Stelle wohl missverständlich; hab ich jetzt durch "hochprozentigen Getränk" ersetzt. Es soll in Orchids Plan so aussehen, als habe Terra zu viel Whiskey getrunken und sei durch eine Überdosis Alkohol gestorben; das Gift an sich ist ja nicht mehr nachweisbar.

"Oh bitte keine Doppelschwangerschaft." Hehe, kleines Snippet aus dem nächsten Kapitel: "Terra: 'Wir haben da etwas gemeinsam, weißt du?'" Aber du hast recht, würde sie dann Alkohol trinken? Und vor allem das Gift am Ende? Hmm... ;) Na ja, bin leider ziemlich spät dran mit dieser Antwort, also wenn du dies liest, kannst du wahrscheinlich schon bald die Auflösung finden.

Hach ja, Minky... ^^ Ich mag wie schon mal gesagt diese Distrikt 1-Namen, und wollte als Luxusgut gerne "Pelz / Fell" unterbringen. Aber "Furry" hätte noch ganz andere Assoziationen wecken können, deshalb also "Minky" vom amerikanischen Nerz :)

Das "menschliche-Bedürfnisse-in-der-Arena-Ding" hatten wir auch mal kurz; bei Kapitel 27, als Beetee Alys von den vielen Überwachungsanlagen im Trainingscenter erzählt und ihr dann bewusst wird, dass ganz Panem sie in der Arena hat pinkeln sehen. Ja, eigentlich völlig normal, aber trotzdem so unangenehm, das veröffentlicht zu wissen. Erinnert mich zum einen an diese Voyeur-Videos aus Toiletten / Umkleideräumen etc., und wird hier zum anderen von Snow auch in der Art von Rachepornos eingesetzt.

"Mir tut es so leid, das zu sagen, aber ich hoffe, Terras Vor-Augen-Halten hat Orchid gebrochen." Also zumindest trifft es sie (zu Recht!); soviel lässt sich wohl sagen. Im besten Falle lernt sie (endlich) mal etwas daraus...

"Terra ist mein favorite character aller drei Teile, Schluss, aus!" Wow, das ist mal eine Auszeichnung für einen Chara - da bin ich echt grad ziemlich sprach- bzw. wortlos ^^ Und umso gespannter, was du dann wohl vom nächsten Kapitel hältst :)

Bis dann!
09.07.2022 | 22:33 Uhr
Hey,

nach dem letzten Kapitel musste ich für das hier auch noch Platz schaffen, immerhin habe ich mich gefragt, was Orchid nun mit Terra vorhat. Ich habe mit einer Konfrontation gerechnet; ein bisschen gegenseitiges Anschreien, bis ihr irgendetwas rausrutscht - aber dass Orchid Terra eiskalt vergiften will zeigt einmal mehr, dass Orchid einfach eine Nummer härter ist. Für sie existieren gefühlt nur Extreme, was ich manchmal in den Szenen mit Raff etwas vergessen konnte, da hatte sie eine weichere Seite an sich. Doch jetzt setzt schon gleich die erste Szene ein Statement: Schwarze Haare zu schwarzer Kleidung - böse Zungen könnten jetzt sagen, dass passe zu einer schwarzen Seele. Aber nein, Orchid hat ja ihren guten Kern, sie ist nur von ihrer Umwelt so verdreht worden dank Snows ganzen Drohungen und ihren Ängsten, dass es ihr schwerfällt, "normal" zu handeln. Und das ist einfach nur tragisch.
Das Schwarz passt auch wieder schön zu dem Titel mit der Schwarzen Rose und der Symbolik, jetzt gibt es neben der tatsächlichen Schwarzen Rose noch einen weiteren Bezug dazu.
Raffs Beerdigung ist auch mal wieder ein Statement: Im Leben hoch gefeiert als Sieger, aber jetzt wird er quasi verscharrt, sobald er erst einmal tot ist. Ihn dann noch auf den absolut lieblosen Tributfriedhof zu setzen zeigt ein letztes Mal, dass er seit seiner Ernte dem Kapitol "gehört" hat. Nicht einmal durch den Sieg kann man sich davon freikaufen - das passt mal wieder so gut zu Snows Regiment!
Die Bilder sind süß, hört sich an, als könnte man in Distrikt Eins eine ziemlich normale Kindheit haben, ein ganz anderer Schnack im Vergleich zu Distrikt Zwölf. Einmal mehr verrückt, wie das jetzt alle freiwillig für die Hungerspiele hinschmeißen.
Die Idee mit dem Pilz ist clever und hätte vielleicht auch funktionieren können, solange das Gift wirklich so gut wirkt, wenn Orchid nicht die Rechnung ohne die tolle Ausbildung an der Akademie gemacht hätte. Da ist sie eindeutig im Hintertreffen, schließlich hat sie das alles nicht in diesem Umfang gehabt, da merkt man hier, wie sie einer wie Terra eigentlich unterlegen ist.
Wie Terra ausgeteilt hat und ihren Schmerz geteilt hat, fand ich übrigens richtig stark! Ich habe ja immer vermutet, dass sie gar nicht so schrecklich ist, wie Orchid gerne behauptet - und siehe da, es ist im Prinzip noch schrecklicher. Besonders gelungen finde ich, wie Orchid hier den Spiegel vorgehalten bekommt, was sie den Tributinnen angetan hat, bzw. wozu sie diese verkauft hat. Ich erinnere mich noch an ihre Gewissensbisse und ihre Zurückhaltung, Velvet den Sponsoren zu versprechen, aber das scheint ja über die Jahre abgestumpft zu sein, bzw. hat sie sich das dann effektiv gut geredet. Aber so einen Realitätscheck von Terra, wie bitter dieser auch ist, hat sie mal gebraucht. So langsam kommt dann ja auch die Erkenntnis und ein Teil der heilen Welt, die sie sich über die Jahre aufgebaut hat, gerät ins Wanken.
Terras Schicksal ist natürlich schrecklich, da muss ich denke ich nicht viel zu sagen, dass sie absolut recht hat, dass es überhaupt nicht dasselbe ist, wenn man gerne Sex hat und dann für Sex verkauft zu werden. Nur weil man gerne selbstbestimmt Sex hat, ist es natürlich nicht in Ordnung, wie Ware von anderen verkauft zu werden. Kein Wunder, dass Terra einen Ausweg gesucht hat. Genauso geht sie aber natürlich auch etwas hart mit Orchid ins Gericht, sie ahnt eben nichts von Snows Drohungen.
Ich würde mir eigentlich wünschen, dass die beiden sich auch darüber aussprechen könnten - aber nach dem Ende ist das ja nicht mehr so gewiss. Aber vielleicht gibt es ja noch Hoffnung, wenn Orchid sie sofort zum Erbrechen bringen kann oder sie zu einem Arzt bringen? Ahh, wir werden ja sehen, aber ich bin jetzt schon ganz ungeduldig auf die Auflösung, das ist echt ein schlimmer Cliffhanger!
Die Szene mit Terra war auf jeden Fall heftig; gerade der Schluss gefällt mir aber genau deshalb. Da zeigt sich einmal wieder, wie trostlos das Leben in Panem ist, auch - oder gerade - für Sieger*innen.
Wollen wir hoffen, dass Orchid jetzt nichts Unüberlegtes anstellt ... nicht, dass Zenobia sie nachher noch für den "Mord" an Terra drankriegen will.

Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße
Coro

Antwort von Crowl am 10.07.2022 | 15:13 Uhr
Hello again :)

Dieses Kapitel war nun doch mal etwas länger; schön dass du trotzdem die Zeit dafür gefunden hast!

Es berührt mich immer wieder, wie du Orchid so viel Verständnis entgegenbringen kannst; trotz der vielen Fehler noch ihren "guten Kern" und die Umstände ihres Handelns siehst. Ich hab gerade bei dieser Geschichte schon oft gezweifelt, ob sie nicht zu weit geht; zu tief sinkt; eben zu extrem ist. Da tut es sehr gut, so etwas zu lesen; danke dafür!

Die erste Szene mit dem vielen Schwarz war mir wichtig; da freut es mich besonders, dass sie dir gefallen hat! Es war auch genau so beabsichtigt mit der Symbolik: Zum einen Orchids tiefe Trauer wegen Raff, zum anderen ihre dunklen Pläne gegen Terra - quasi eine "Schwarze Witwe" in doppelter Hinsicht.

Snow und das Kapitol gehen ziemlich schäbig mit ihren Siegern um; im Leben wie im Tod. Es sei denn, man lässt sich wirklich voll darauf ein wie Zenobia - dann kann man es in diesem System zwar "zu etwas bringen", verliert aber die Menschlichkeit. Und der Tributfriedhof spielt auch noch eine gewisse Rolle in dieser Geschichte...

Dass Distrikt 1 trotz der eigentlich sehr guten Lebensumstände (Schokolade und Schultüten - ja, in 12 und den meisten anderen Regionen völlig undenkbar!) "moralisch" so abgleiten konnte mit den Karrieros etc., ist für mich die Tragik dieses Distrikts. Andererseits waren sie in meiner Vorstellung, wo der erste Teil zu Orchid auch ansetzt, früher eben sehr schwach in den Spielen; ihre Tribute nichts als Opfer; und so wie es jetzt ist, braucht keines ihrer Kinder mehr das Los zu fürchten.

Orchid ist "einer wie Terra eigentlich unterlegen"; das stimmt! Sie zieht wohl auch deshalb häufiger mal über die neuen Generationen von trainierten Tributen aus ihrem Distrikt her, weil sie sich da minderwertig fühlt. Und in psychologischen Manipulationen und Ränkespielen ist sie eher das etwas naive Opfer als eine geschickte Täterin (abgesehen davon, dass sie in ihren eigenen Spielen einen Keil zwischen die beiden Tribute aus 2 treiben konnte).

"Aber so einen Realitätscheck von Terra, wie bitter dieser auch ist, hat sie mal gebraucht. So langsam kommt dann ja auch die Erkenntnis und ein Teil der heilen Welt, die sie sich über die Jahre aufgebaut hat, gerät ins Wanken." Ja, das empfinde ich genauso - es war an der Zeit! Sowohl für Orchid, mal etwas "aufzuwachen", als auch für Terra, ihr Leid aussprechen zu dürfen. Sie ist ja bisher aus Orchids Sicht immer sehr schlecht weggekommen, und als Karriera mit sieben getöteten Tributen sicherlich auch kein Engel - aber das, was ihr widerfahren ist, hat sie dann vielleicht doch nicht verdient. Und es war eben nicht nur sie, sondern seit Velvet hätte es jedem der Mädchen so gehen können, und Orchid hätte sie alle nicht beschützt. "Abstumpfung" ist da das passende Stichwort von dir!

Warum Terra dann am Ende doch freiwillig das Gift nimmt, tja, da muss ich tatsächlich aufs nächste Kapitel verweisen - mit dem sexuellen Missbrauch hatte sie ja schon länger zu tun, aber wir wissen immer noch nicht alles von ihr...

Freut mich sehr, wenn du weiter dran bleibst - bis dann!
09.07.2022 | 15:16 Uhr
Hey,

gerade jetzt freut es mich, dass deine Kapitel kurz und knackig sind, da kann ich mal eines zwischenschieben, bevor ich hier hoffnungslos in Rückstand gerate. Und gerade nach dem vorigen Kapitel war da ein großes Fragezeichen bei mir, was nun mit Carat passiert, da wollte ich Antworten lesen :D
Ich hatte irgendwie noch Hoffnung für ihn, aber Zenobia ist doch gnadenlos. Allein ihre Reaktion auf die von ihr durchgeführte Folter und das "Geständnis" - brrr. Ich merke, dass Orchid sich hier wirklich überreden muss, auch daran zu glauben, dass mit Carat der Schuldige gefunden ist, gerade diese stete Wiederholung des Gedankens trägt sehr dazu bei. Ganz nach dem Motto "Wenn ich es nur oft genug denke, glaube ich es auch".
Carat war jetzt zwar nicht sympathisch, aber seine Hinrichtung tut mir dann trotzdem leid, gerade weil auch noch seine Familie mit ihm leiden muss. Das passt so gut zu der Strategie die Snow fährt - und für einen Moment habe ich fast gehofft, dass Orchid jetzt richtig aufwacht. Aber so wird sich das später vielleicht nur zu weiteren Schuldgefühlen gesellen. Immerhin hat sie Zenobia erst auf Carat aufmerksam gemacht. Und bei Zenobia glaube ich eh, dass sie Orchid ohne mit der Wimper zu zucken unter den Bus werfen würde ... zumindest bevormundet sie Orchid hier gewissermaßen und nutzt sie nur für ihr eigenes Vorankommen. Orchid hat schon ihre charakterlich schwachen Momente, aber Zenobia noch mehr.
Bei Terras geistiger Abwesenheit vermute ich, dass sie Carat vielleicht besser kannte - ihn vielleicht auch mal als Gespielen hatte? - und sie deshalb so neben sich steht. Oder es liegt an ihrem Arztbesuch ... ich glaube jedenfalls nicht, dass ihr das alles so egal ist, wie Orchid annimmt. Generell könnte ich mir vorstellen, dass sie eigentlich ähnliche Gedanken zu den Spielen und allem Drumherum haben, aber ihre jeweiligen Rollen der abfeklärten Siegerin für die andere zu überzeugend spielen.
Alles in allem fand ich die Hinrichtung gut beschrieben, das ganze Kapitel hatte so eine Atmosphäre von kurz vor dem drohenden Unwetter - wenn es ein Film wäre, wäre hier wahrscheinlich bedrohliche Musik gelaufen. Man merkt, dass alles irgendwie schief läuft, kann aber nichts dagegen tun, obwohl man Orchid am liebsten wachrütteln würde.
Mal sehen, was Orchid jetzt wieder ausheckt ... ich bin gespannt!
Den Vergleich mit dem Fisch auf dem Trockenen ist mir übrigens gleich aufgefallen und ich musste sehr schmunzeln, das hätte Annie auch so sagen können :D Meeresreferenzen sind einfach immer gut!

Liebe Grüße
Coro

Antwort von Crowl am 10.07.2022 | 14:47 Uhr
Hi Coro!

Nach deinen letzten Statements hatte ich gar nicht mit dir "gerechnet", aber umso mehr freu ich mich jetzt natürlich, von dir zu hören / zu lesen!!! Ich hoffe, es geht dir soweit gut!

"Wenn ich es nur oft genug denke, glaube ich es auch" - das beschreibt Orchid echt ziemlich treffend! Bei anderen Aspekten wiederum denkt sie dann lieber möglichst wenig darüber nach; beides Facetten ein und desselben Phänomens: Sich die Realität erträglich machen... Immerhin scheint manchmal etwas Unbehagen durch.

Zenobia tritt jetzt schon wieder ganz anders auf als im Kapitel davor, und du hast mit deinen Einschätzungen zu ihr sehr recht - "dass sie Orchid ohne mit der Wimper zu zucken unter den Bus werfen würde"; bei der Formulierung musste ich grinsen, obwohl es bitter wahr ist. Und ich würde sagen, dass Zenobia eigentlich sehr stark ist - aber auf eine total falsche Art, und dadurch eben doch charakterlich schwach. Das geht sogar noch schlimmer...

Ja, Terra kannte Carat; das hatte er auf dem Friedhof kurz durchblicken lassen - und Orchid vermutete dann auch genau die Sache mit dem "Gespielen" ;) Vielleicht stimmt es sogar, das würd ich offen lassen, aber selbst wenn: Für Terra sind diese Jungs wirklich nur reine Affären. Mit dem Arztbesuch bist du da allerdings einer Sache auf der Spur...

Ach ja, sie und Orchid hätten schon lieber zusammenhalten sollen, wie es für Sieger*innen generell gut wäre - wären da bloß nicht diese gegenseitigen Schuldzuweisungen und mangelnde Kommunikation. Aber weil du ja schon das nächste Kapitel gelesen hast, bist du da inzwischen wohl ziemlich im Bilde - und auch darüber, dass Orchids "Wachrütteln" endlich begonnen hat ;)

Der "Fisch auf dem Trockenen" war tatsächlich "für dich" bzw. von deiner Geschichte zu Annie inspiriert; in der Rohfassung des Kapitels gab's diesen Vergleich noch nicht ;) Zwar hat Distrikt 1 natürlich nicht den Meeresbezug wie 4, aber ich dachte, zumindest einmal darf ich so etwas unterbringen, und freu mich, dass du drüber schmunzeln konntest :)

Bis gleich beim nächsten Kapitel!
09.07.2022 | 14:15 Uhr
Hallöcheeeeen! :D

Als ersten Punkt möchte ich dir gleich sagen, dass ich deine Geschichte wirklich toll finde. (Auch schon den vorhergehenden Teil).
Ich mag Orchid wirklich gerne, und mir gefällt das du die erste Siegerin dieses Distriktes näher beleuchtest.
Denn -> wer mag Distrikt 1 nicht? :D

Bei einem Punkt möchte ich mich dem Review vor mir anschließen - es ist sehr schade, dass Orchid bei dem Verhör nicht dabei war.
Immerhin hat sie einen sehr wichtigen Teil ihres Lebens bei dem Anschlag verloren, möchte man da nicht hören was ein potentieller Täter zu sagen hat?
Das ist - in meinen Augen - vielleicht auch nicht unwichtig im Heilungsprozess.

Terra tut mir im letzten Kapitel wirklich leid. Ich hatte schon vorher das Gefühl, dass sie diese Partys nicht macht, weil sie Spaß daran hat.
Jemand an ihrer Seite, der sie unterstützt wäre sicherlich eine große Hilfe gewesen.

Ich freue mich schon auf die nächsten Kapitel!

xoxo arijura

Antwort von Crowl am 10.07.2022 | 14:25 Uhr
Hi arijura!

Freut mich total, dass dir die Geschichten und Orchid gefallen, obwohl sie wahrscheinlich keine klassische Sympathieträgerin ist! Distrikt 1 als Ganzes wohl auch nicht, zumindest nicht im Original - aber wenn seine "Karrieros" hier mal etwas anders rüberkommen können, bin ich happy :)

Zum ausgeblendeten Verhör kann ich leider nur ähnlich antworten, dass ich Orchid an dem Punkt etwas schützen wollte. Sie Folter miterleben und immer noch befürworten zu lassen, fand ich zu krass; und wenn sie eingeschritten wäre, hätte die Geschichte eine ganze andere Richtung genommen. Am Anfang sagt sie zwar, dass sie dabei sein will, aber Zenobia hat schon recht: Das hätte sie am Ende nur noch mehr gebrochen, denn eine "Quälerin" ist sie für mich nicht. Was im Rückblick sicher noch ausbaufähig gewesen wäre ist, sie etwas länger auf diesem aus ihrer und auch deiner Sicht nachvollziehbaren Wunsch bestehen zu lassen - sie lässt sich da wohl etwas zu schnell von abbringen, das stimmt schon.

Tut gut zu lesen, dass du Mitleid mit Terra empfindest - sie hat viel einstecken müssen, auch von Orchid, und jetzt kann sie endlich mal in einem etwas anderen Licht erscheinen. Im nächsten Kapitel gibt es noch ein bisschen mehr zu ihr; ich hoffe das gefällt dir dann auch :)

Ganz vielen Dank für dein Review, und liebe Grüße
Kim
03.07.2022 | 21:49 Uhr
Hi!

Bevor ich das Kapitel lese, wollte ich noch kurz zwei Sache loswerden: Ich weiß nicht, ob das vorhin (oder in welcher Reihenfolge du das auch immer liest …) in meiner Alys-Reviewantwort anders rüberkam, aber ich finde deine semi-canon-Figuren nicht schlimm oder so. Ist ja auch ein way to go, und wenn die keine distrikttypischen Namen haben, ist es nicht dein Vergehen. Ich hab mich nur persönlich dagegen entschieden, dafür hast du theoretisch mehr Grundlage, auf die du die FFs stützen kannst! :) Und was die Eltern von Raff angeht: Fair enough! Ich hab ja mit Spud selbst eine nach einem anderen Fandom (wobei ich behaupten würde, so ein richtiges Trainspotting-Fandom gibt es nicht, Cosplay oder gar LARPing wäre auch echt eine ungesunde Sache …) benannte Figur unterschwellig einfließen lassen :D

Für die Vollstreckung von Todesurteilen ist also nochmal jemand anderes zuständig als die Friedenswächter – hm, ich hab Henker irgendwie immer auch als Teil der Friedenswächterfraktion gesehen. Wobei, vielleicht müssen die wirklich born and raised aus dem Kapitol kommen. Friedenswächter können ja auch von woanders aus Panem stammen. Vielleicht ist das dann sogar eine eigene Berufsgruppe … wobei ich ihnen schon eine militärische Laufbahn unterstellt hätte, um das Töten richtig zu verstehen. Vielleicht bin ich da aber zu nett zum Kapitol.

Ein Geständnis – so echt oder erzwungen es auch sein mag – off-screen finde ich irgendwie schade. Wenn Carat wirklich schuldig ist (was ich nicht glaube), dann wäre es ein zu wichtiger Punkt, um ihn nicht von der Hauptfigur erleben zu lassen. Wenn Carat unschuldig ist, gibt es aber ohne Orchids Beiwohnen bei der Befragung keinen wirklichen Anhaltspunkt, um ihm Lügen/Angst zu unterstellen. Da Orchid auch nicht plötzlich eine Eingebung hatte, sondern das Ganze wirklich verschlafen hat, bleibt um Carat zu retten nur, dass sie jetzt danach andere Beweise/Hinweise findet und sie nachhinein bemerkt, dass da an Zenobias Befragung was nicht gestimmt haben kann. Da sie aber nicht dabei war, braucht sie echt was Handfestes und kann überhaupt nicht überzeugend auf irgendwas verweisen, was da geschehen ist, sie kann also nicht Carats Worte widerlegen oder auf körperliche Reflexe verweisen, die Unehrlichkeit verraten, einfach weil sie nicht dabei war. Das läuft so ein bisschen gegeneinander, und wenn das jetzt wirklich so hintereinander passiert – erst Carats ganzer Handlungsstrang vom ersten Auffallen bis zum Urteil, dann erst kommt der richtige Schuldige vor und dann geht es bei dem von vorne los –, ist die ganze Situation gar nicht so verwurschtelt, wie man bei Komplotten vermuten könnte (denn bisher ist mir absolut kein Detail aufgefallen, dass noch damit zu tun haben könnte; höchstens Terra, aber der habe ich ja durch Orchids generell schlechte Einschätzung das genaue Gegenteil unterstellt, nämlich eigentlich ein ganz okayer Mensch zu sein, moralisch). Wenn Orchid jetzt plötzlich nach der Befragung auf neue Infos stößt, hätten die Friedenswächter das ja auch können, bzw. Orchid hätte auch mal fünf Minuten warten können. Ein Geständnis kann man mit Folter ja irgendwie jedem entlocken, das sollte ihr klar sein. Klingt, als gäbe es bald noch mehr Schuldgefühle …

Teroristen im Plural, Orchid als Ehrengast – klingt fast, als wollten sie sie mit reinziehen und gleich mit hinrichten …

Aaah, jetzt shamet Orchid auch noch Struve und seine Freundin, was soll das denn :‘) Was für Leute dürfen denn aus ihrer Sicht zusammen sein, ohne dass sie es in irgendeiner Form unpassend findet? Eigentlich trägt sie ziemlich viel vom judgy Kapitol in sich, wenn man mal drüber nachdenkt. Alys’ Partnerwahl fände sie sicher auch befremdlich, haha.

So generell finde ich es übrigens richtig gut, dass die Sieger bei der Hinrichtung anwesend sind – Repräsentation und Kapitolnähe und so, plus man kann die nochmal so richtig quälen und da ist Snow doch sofort dabei.

Okay, Orchid wird also doch nicht mit reingezogen – aber mir gefällt der Unkrautvergleich!

Ich wollte grade schon prognostizieren, dass Carat wohl nichts mehr sagen können wird, weil sie ihm die Zunge rausgeschnitten haben, und tadaa! Aber lächerlich Orchid findet einen gequälten Jugendlichen lächerlich? Holla. Immerhin gibt es aufkeimendes Unbehagen …

Und was hat sie denn jetzt mit Terra? Zumindest interpretiere ich so Orchids letzten Blick … Um Himmels willen, in ihrer Gegenwart sollte man sich wirklich nicht rumtreiben. Ich bin nach wie vor gespannt, wie du das noch irgendwie umdrehen willst, weil ich sehe nach wie vor keinen anderen Ausweg, ein halbwegs gutes Ende für diese FF zu finden, ohne dass Orchid stirbt …

Gute Nacht (oder so) :D

Antwort von Crowl am 06.07.2022 | 17:12 Uhr
Hi!

Hab zuerst deine Review-Antwort gelesen ;) Aber keine Sorge, da hab ich mich nicht "getroffen" gefühlt oder so - find diese Listennamen inzwischen ja selbst teilweise etwas weird. Die Entscheidung, sich daran zu orientieren, ist halt vor ungefähr 4,5 Jahren gefallen; heute würd ich's vielleicht auch anders machen. Einmal damit angefangen wollte ich trotzdem konsequent bleiben, und z.B. "Zenobia" ist ein Name, den ich ebenso aus völlig freien Stücken gewählt hätte ^^

"Spud" ist aus Trainspotting abgeleitet! :O Da ich wenigstens die Filme kenne, hätte ich in Kombination mit deiner Profil-Info durchaus drauf kommen können - bin ich aber nicht ^^ Wegen der Langform "Spudnell" hab ich irgendwie immer eher an einen Edelstein gedacht, obwohl das "Spinell" wäre und gar nicht so recht zu Distrikt 5 passen würde (eher zu 1...) So macht es nun mehr Sinn; danke für den background :)

Hmm, der eigentliche Henker hier wird tatsächlich zumindest inoffiziell aus den Reihen der Friedenswächter stammen; maybe sogar aus dem Kapitol - in 1 gab es ja ewig keine Hinrichtungen, also brauchte man auch keinen geschulten Zivilisten für das Amt. Aber pro forma liegt diese Exekution in den Händen des Distrikts; deswegen verliest auch der Bürgermeister das Urteil "im Namen der Bevölkerung" und Zenobia erscheint mit ihren Leuten quasi nur "unterstützend". Soll halt (noch) den Anschein von Autonomie erwecken; in anderen Distrikten spielen die Friedenswächter ihre Rolle bestimmt offensiver.

Ich versteh deine Einwände zu dem off-screen Geständnis. Aber andernfalls hätte Orchid (wie du es auch beschreibst) wirklich noch versuchen müssen, Carat irgendwie zu retten - weil übelste Quälerei und Folter direkt mitzuerleben und dann weiter gutzuheißen, dafür ist sie bei allen sonstigen Schwächen doch nicht der Typ; so tief soll sie auch nicht sinken. Nur durch ihre Abwesenheit davon kann sie diese Umstände noch so halbwegs verdrängen; sich das Ganze zurechtbiegen, um für ihre innere Heilung einen "Schuldigen" gefunden zu haben - das ist schwer genug bei den vielen offensichtlichen Indizien (allerspätestens eben die rausgeschnittene Zunge), doch in so etwas ist sie groß. Allerdings stößt auch dieser Weg sehr bald an seine Grenzen...

Deine zwischenzeitliche Vermutung, dass Orchid selbst hingerichtet werden könnte, gefällt mir - wäre eine ziemliche Volte gewesen :)

"Was für Leute dürfen denn aus ihrer Sicht zusammen sein, ohne dass sie es in irgendeiner Form unpassend findet?" Tja, im Moment mag sie wohl leider niemanden glücklich miteinander sehen; das wird im nächsten Kapitel auch explizit. Bei Struve und Cleo äußert sie im letzten Satz zumindest doch noch so etwas wie Verständnis. Alys und Beetee aus Orchids Sicht; interessanter Gedanke... Also das rein sexuelle "Arrangement" würde sie wohl nicht gut finden; da wäre sie (zu) "konservativ" oder meinetwegen auch verklemmt eingestellt, siehe ihre Kommentare bzgl. Terra ;) Aber die "richtige" Beziehung - warum nicht; es sind ja zwei Sieger, dazu könnte sie relaten. Ebenso zu gegenseitigem Trost / Halt / Unterstützung in der Partnerschaft. Und dass die beiden aus unterschiedlichen Distrikten kommen, wäre für sie nicht zu verurteilen.

"Um Himmels willen, in ihrer Gegenwart sollte man sich wirklich nicht rumtreiben." Hehe, ja, ist sicherlich grad so - aber anderen unterstellt sie gleichzeitig "blinde Rachefeldzüge", uff ;) Trotzdem ist sie in meiner Vorstellung nicht per se skrupellos (wie etwa Zenobia) oder gänzlich ohne Moral, und deshalb soll sie auch "ein halbwegs gutes Ende" bekommen; hoffentlich ziemlich genau das. Aber ist noch ein Weg dahin...

Bis dann!
01.07.2022 | 14:55 Uhr
Hallo :) Nachdem ich jetzt eine Weile vom Erdboden verschluckt war, lese ich das Kapitel jetzt wenigstens noch vor dem nächsten! Unabhängig davon, was ich zum letzten Kapitel gesagt habe, will ich ja nach wie vor wissen, wie Orchids Geschichte endet …

Raffs Eltern haben einfach voll normale Namen :D Kristine kriegt man noch von einem Kristall distrikttypisch hergeleitet (wenn das der Gedanke war: nice!), wie sieht es mit Ted aus? Nicht, dass niemand in Panem normale Namen haben darf (Annie …), aber so rein aus Interesse: Gibt es da eine Brücke zu Luxusgütern, die ich nicht sehe?
Und apropos Eltern: Oho, Orchid stellt andere über sich. Interessant — als wären die beiden ein bisschen ein Elternersatz, weil eine solche Einstellung könnte man ja gegenüber der eigenen Familie erwarten, nur dass Orchid sich mit der halt nicht versteht …

Dafür, dass die Mutter so unter Schock steht, kriegt sie einen erstaunlich zusammenhängenden und weitblickenden Monolog zusammen. Aber nett von ihr!
Die Differenzierung zwischen dem Tod und dem Vergessen als endgültigem Tod finde ich schön.

Carat ist mir noch immer zu obvious als Attentäter, aber er wirkt immer mehr so und wen anders gibt es nicht … Mal sehen, vielleicht hat er ja noch ein besseres Motiv als „die Mentorin meiner Schwester war kacke, allein deshalb ist die bei einer Überlebenschance von 1:23 gestorben“.

Eine Siegerin als Friedenswächterin? Okay, vielleicht ist das auch nur ein Trugschluss, aber eigentlich interessant: Könnte man sich nach seinem Sieg für diesen Karriereweg entscheiden? Jeden anderen Job könnte man ja auch machen, also warum nicht? Oder ist das zu gefährlich? Oder generell schlecht, weil man ja dann den Distrikt wechselt (bei sich zuhause kann man ja wie ich das verstanden habe nicht als Friedenswächter dienen) und nicht mehr bei den „eigenen“ Leuten ist, um die für die Spiele zu motivieren?

Du hast zwei Wörter in dem Kapitel in Anführungszeichen, einmal „Sieg“ und einmal „Beförderung“, aber beim ersten sind es einfache, beim zweiten doppelte Anführungszeichen. Generell ist aber keins davon — vor allem nicht das erste, weil „sogenannt“ davor steht — wirklich nötig, dass etwas nicht so gemeint ist, kann sich über den generellen Textton ergeben (und tut es).

Hm, dieses Verständnis Zenobias gegenüber Orchids Beziehung kommt irgendwie sehr plötzlich. Aber generell verstehe ich die Gedanken, dass Sieger das nicht häufig haben und auch andere da vielleicht ein wenig neidisch sind. Jedenfalls hat hier wieder das Gespräch sehr abrupt umgeschlagen, vielleicht auch deshalb, weil Orchid zwischendrin so pampig war und Zenobia nie unbedingt wie jemand gewirkt hat, der auf sowas direkt beschwichtigend reagiert. Klar ist das hier eine andere Situation, aber doch eine mit Stress — sie da anders zu erleben, ist irgendwo logisch, aber privat, wo man alles an Druck und Vorurteilen vielleicht abgestreift hat, ist es ja trotzdem nicht so richtig. Genauso wenig, wie Orchid Zenobia in ihrem gewohnten Umfeld kennt, kennt Zenobia ja Orchid, die reden ja immer nur im Spielekontext miteinander, und jetzt ist einfach Raff kurz davor gestorben und Zenobia versetzt worden, gerade erst angekommen, um sich mit Terroristen zu befassen. Dass sie da so ruhig bleibt, während Orchid wie gewohnt — und in dieser Situation verständlicherweise — recht explosiv ist, wirkte auf mich eher wie ein Mittel zum Zweck, damit diese Worte über Siegerbeziehungen gesagt werden können. Klar besteht noch die Möglichkeit, dass Zenobia sich in den letzten sechs Jahren auch einfach verändert hat, aber das wäre ja dann off-screen passiert und für mich als Leserin nicht wirklich nachzuvollziehen, zumindest nicht auf Textbasis.

Ah, Folter :D Dass Orchid dabei sein will, ist verständlich, genauso aber Zenobias Dagegenhalten. Wundert mich fast schon, dass Orchid dem letztendlich folgt. Da dreht sich das Ende (schöner Schlusssatz mit Snow übrigens!) fast ein bisschen im Kreis: Wieso erwähnen, wenn man es dann nicht sieht? Außer Orchid wacht doch noch rechtzeitig auf und platzt da irgendwie rein (mit Schuldgefühlen, denke ich — einen Geistesblitz, dass sie falsch lag und Carat doch schützen muss, kann sie ja nicht haben, gibt ja eigentlich keine anderen Leute mit Motiv). Dann könnte Carat sie anflehen oder direkt andersrum gestehen, wenn er begreift, wie das alles auch mit ihr zusammenhängt, also seine Situation. Naja, so viel zu meinen Prognosen!

Bis dann!

Antwort von Crowl am 03.07.2022 | 13:38 Uhr
Hi - willkommen zurück und schön, dass du weiter dabei bist!

Ach ja, die eigentlich schon im Original ein bisschen flatterhafte Namensgebung in Panem... ^^ Im Gegensatz zu Katniss (und Orchid...) hab ich sehr viel Freude an den "typischen" Namen in Distrikt 1. Aber hier war der Grundgedanke, dass schon "Raff" nicht in dieses Schema passt - wobei die Siegernamen in meinen Geschichten allesamt nicht von mir stammen, sondern aus diesen Fandomwiki-Listen, obwohl die bestenfalls Semi-Canon sind und manchmal ziemlich seltsam (exakte Namensdoppelungen in unterschiedlichen Distrikten?!). So fand ich dann auch für seine Eltern "normale" Namen passender; es gibt da keine bewusste Brücke zum Luxus - deine Ableitung zu Kristine gefällt mir allerdings sehr gut; ich wünschte, ich hätte diesen Gedankengang selbst gehabt ^^ Der tatsächliche Hintergrund dieser Namen ist was die Kreativität angeht vielleicht etwas enttäuschend: Sie sind einfach eine kleine Referenz an "Buffy", ein anderes meiner Lieblingsfandoms. Ted ist da der (kaum in Erscheinung tretende) Vater der Protagonistin; außerdem mag ich die phonetische Nähe zu "Dad". Kristine wiederum ist dann zwar, um nicht zu plump zu werden, nicht der Rollenname ihrer Mutter (das wäre Joyce), aber der Vorname der Schauspielerin, die sie verkörpert.

Orchids Verhältnis zu Raffs Eltern war bisher mal ein Gedanke im ersten Kapitel - ja, so ein bisschen Familienersatz sind die beiden für sie schon. Aber sie war auch etwas genervt von der ständigen Nähe, weil die halt in der Villa nebenan wohnen und speziell Kristine ihren Sohn ziemlich "gegluckt" hat. Sein Tod intensiviert jetzt die Beziehung, aber das wird auch noch mal expliziter als hier.

Ich glaub, Trauer verläuft individuell sehr unterschiedlich, und man kann anderen da nur schwer "Ratschläge" geben. Aber wenn sie dauerhaft jede Erinnerung an die verstorbene Person überlagert bzw. schmerzhaft macht, wäre das für mich am brutalsten, weil einem dann eigentlich nur noch die Verdrängung bleibt, um selbst einigermaßen "weitermachen" zu können.

Eine Siegerin als Friedenswächterin - in meiner Vorstellung war das ziemlich auf Zenobia gemünzt, weil sie passenderweise aus Distrikt 2 stammt und die entsprechenden "Fähigkeiten", einen ehrgeizigen Aufstiegswillen sowie Loyalität zum Kapitol bzw. dem System der Spiele mitbringt, plus einen guten Draht zu einflussreichen Leuten. Aber nach deinen Gedanken: Ja, warum eigentlich nicht auch ein Weg für andere Sieger? Dann wohl nicht unbedingt gleich in führender Position wie Zenobia hier, aber prinzipiell könnte das Kapitol es doch gut verkaufen, wenn sich Sieger derart "engagieren". Und was ihre Pflichten im Rahmen der Spiele angeht, könnten das ggf. auch andere Sieger des entsprechenden Distrikts übernehmen, oder sie werden während der Zeit von der Armee freigestellt, um den Mentoren-Job zu machen - ähnlich wie Alys und Beetee von ihren wissenschaftlichen Diensten im Kapitol. Allerdings würden das wohl nur sehr wenige wirklich wollen...

Vielen Dank für den Hinweis zu den Anführungszeichen; du hast absolut recht - die waren inkonsistent in der Formatierung und eigentlich auch unnötig; hab sie jetzt rausgenommen. Generell find ich es immer wieder faszinierend: Ich hab ein schreiblastiges Studium hinter mir, plus ein bisschen Arbeitsleben, in dem das Verfassen von Texten auch eine Rolle spielt, aber hier lerne ich viel mehr über diese Dinge als sonstwo. Allein schon, was man selbst beim Redigieren so alles nachschaut (am häufigsten: Schreibt man das getrennt oder zusammen?! ^^), und dann eben noch solche Anmerkungen wie von dir - "aufwendig / aufwändig" oder "Mom / Mum" waren auch schon spannend :)

Bei allem, was Zenobia zu Orchid sagt und wie sie sich verhält, würde ich mitgeben wollen, dass das nicht unbedingt ihre wirkliche Haltung sein muss - gerade die eher verständnisvollen Passagen. Aber vielleicht wird das im neuen Kapitel schon deutlicher, dass da ein gewisser Wechsel der Tonart und des Auftretens stattfindet. Das mit ihr soll jedenfalls keine (nicht noch eine...) Entwicklung sein, die off-screen stattgefunden hat und dann nur schwer nachzuvollziehen wäre.

Deine Prognosen find ich interessant; das ließe sich auch aus früheren Kapiteln ganz gut herleiten - z.B. dass Orchid durch ihren Einbruch ja weiß, wo der Verhörraum ist, und demensprechend da hinkommen könnte. Ist sicherlich so ein Punkt, an dem die Geschichte verschiedene legitime Abzweigungen nehmen könnte. Na ja, das neue Kapitel ist inzwischen schon da; insofern weißt du wenn du dies liest evtl. bereits, wie es weitergeht, oder bist kurz davor.

Bis dann!
25.06.2022 | 22:56 Uhr
Hey,

na immerhin ein Gutes hat meine Sommererkältung und das damit verbundene Scheitern sämtlicher Kurzurlaubspläne - ich konnte dein Kapitel doch jetzt schon lesen und nicht erst nach dem Wochenende :) Das muntert mich gerade etwas auf, auch wenn es natürlich düster weitergeht nach dem Kapitel von letzter Woche.

Du kehrst da immer wieder etwas heraus, das ich noch nicht so oft in FFs betont gesehen habe - dass die meisten Anwärter als Karrieretribute nie bis zu diesem Punkt kommen werden. Bei allem Risiko ist das dann doch wieder eine vergleichsweise sichere und fast schon bequeme Position. Wenn man nie genug Ehrgeiz zeigt oder sich nur ein bisschen zu wenig anstrengt, ist man immer noch gut trainiert, dass man im Ernstfall größere Chancen hat und doch sicher genug, dass man wohl nie in die Spiele muss, weil es andere gibt, die besser sind. Es kann also echt Angehörige gegeben haben, die nie davon ausgegangen sind, dass der*die Kandidat*in wirklich jung sterben könnte. Mal ganz davon ab, dass so ein Anschlag natürlich eh furchtbar ist und einen aus dem Nichts erwischt ...

Raffs Eltern sind ja noch echt gefasst dafür, dass sie gerade ihren Sohn verloren haben. Vielleicht kommt ihnen aber auch zu gute, dass sie nicht sehen mussten, was Orchid gesehen hat. Ich hätte Orchid in der Situation wohl nicht mehr aufmuntern können, bzw. gegen ihre Selbstschuldzuweisung ansprechen können.
Dass Orchid ihnen nicht von der Schwangerschaft erzählt, ist wohl nicht die schlimmste Idee. Ich hab immer noch das Gefühl, dass es besser ist, wenn möglichst wenige davon wissen. Zumindest scheint Orchid so schon eine Zielscheibe für gewisse Leute zu tragen ...

Carats Anwesenheit schreit für mich ja nach red herring. Klar stürzt Orchid sich darauf, aber hm ... ich will noch nicht so recht glauben, dass er nur wegen seiner toten Schwester gleich so weit gehen würde, alle seine Mitschüler*innen zu töten. Das ist wie mit Terra, wo ich eher glaube, dass sie da beide auf andere Art mit drinhängen als Orchid glaubt.

Hui, mit einem Auftritt von Zenobia habe ich jetzt gar nicht gerechnet! Sie ist ja schon so etwas wie Orchids insgeheime Erzfeindin, da passt es, dass sie in dieser Geschichte auch ihren Auftritt hat. Aber als Friedenswächterin, damit hätte ich auch nicht gerechnet. Vertraut Snow seiner Siegerin wirklich so sehr, dass er sie sogar zum Teil seines eigenen Apparates macht? Zumindest später, zu Katniss' Zeit, hält er die Sieger*innen ja gerne fern von allen anderen, quasi als eigene Gruppe, die nirgends richtig dazugehören - in jedem Fall nicht zum Kapitol. Andererseits stellt Zwei ja generell einen Großteil der Friedenswächter, das passt also wieder. Eine interessante Rolle jedenfalls, ich bin gespannt, was sich daraus erwächst.

Mir ist auf jeden Fall suspekt, wie gut Zenobia gleich im Bilde ist. Orchid hat Raff doch kaum identifiziert und trotzdem empfängt sie Orchid schon mit Beleidsbekundung ... Ich habe die leise Befürchtung, dass Orchid sich hier ins eigene Fleisch schneidet, wenn sie ihr so bereitwillig hilft. Gerade bei der Befragung von Carat wird es sicherlich unschön - das könnte Orchid noch bereuen. Jetzt hat er nämlich einen Grund mehr, etwas gegen sie zu haben. Aber vielleicht eröffnet ihr das zumindest Raum, etwas mehr über die Vorhaben des Kapitols herauszufinden, denn die sehe ich immer noch als ihren eigentlichen Feind.

Ein vielschichtiges Kapitel mal wieder und eine sehr überraschende Wendung - ich bin auf nächste Woche gespannt!

Liebe Grüße
Coro

Antwort von Crowl am 26.06.2022 | 11:49 Uhr
Hi Coro!

Gute Besserung - und hoffentlich kannst du deine Reise dann bald nachholen! Mein eigener Urlaub wird wahrscheinlich mal den Veröffentlichungsrhythmus hier ein wenig beeinträchtigen, aber das ist noch ein paar Wochen hin :)

Ich könnte mir auch vorstellen, dass manche Familien ihre Kinder eher des Prestiges wegen an die Akademie schicken, ohne den finalen Schritt der Spiele-Teilnahme wirklich anzustreben. Man hat dann zwar keinen Sieger / keine Siegerin, aber zumindest so etwas wie Bereitschaft signalisiert. Wie du schon sagst, ist das die sicherere Haltung, und in 1 wird es trotzdem immer genug Jugendliche geben, die sich freiwillig melden.

Trauer verläuft ziemlich unterschiedlich, denke ich. Gerade bei einem plötzlichen Tod kann der heftigste Schmerz auch erst zeitversetzt kommen, weil man zunächst noch ziemlich geschockt ist. Oder erstmal nur der Verstand arbeitet; versucht zu rationalisieren, bevor dann die Gefühle voll einsetzen. Die Nachricht von der Schwangerschaft wäre für Orchid eine Gelegenheit gewesen, direkt selbst Trost spenden zu können, aber so muss sie andere Wege dafür finden.

Zenobia ist für mich so ein Sonderfall unter den Sieger*innen. Die ist wirklich voll auf Linie mit dem Kapitol, hat durch ihren "Job" dort auch viele einflussreiche Leute ein Stück weit unter ihren Fittichen, und strebt sicher mehr an als "nur" Mentorin zu sein. Ihre Einsetzung als Oberste Friedenswächterin ist ja auch ein Signal von Snow an den Distrikt: Sehr her, euer Karriere-Programm wird angegriffen, da schicke ich euch eine Prominente, die 100% für die Spiele steht. Bis zu seinem Misstrauen aus der Original-Trilogie liegen hier ein paar Jahrzehnte; zum gegenwärtigen Zeitpunkt könnte so ein Aufstieg noch möglich sein - ähnlich wie Beetee viel von der Kapitols-Technik konstruiert; da war das Regime wohl auch zu vertrauensvoll... Und dass 2 die meisten Friedenswächter stellt, halte ich in diesen Gegenden quasi für ein offenes Geheimnis.

Das Verhältnis zwischen Orchid und Zenobia ist von den Spielen her auf jeden Fall zwiespältig - ihre Tribute verbünden sich zwar dauernd, aber am Ende müssen sie sich ja doch gegenseitig ausschalten, und entsprechend hintergehen sich die Mentoren. In ihrer jetzigen Lage ist Orchid sehr auf Hilfe angewiesen, egal von wem, und gerade für Wörter wie "Respekt" oder schmeichelndes Verhalten leider ziemlich empfänglich. Aber den "Informationsvorsprung" hat sicherlich Zenobia; da hast du recht...

Vielen Dank, dass du sogar angeschlagen hier weiterliest, und bis zum nächsten Mal!
18.06.2022 | 02:17 Uhr
Guten Abend (weil Gute Nacht zu sehr nach Aufforderung zum Schlafengehen klingt)!

So ein kurzes Kapitel und dann fängt es auch noch mit aufgebrochenen Einwortzeilen an — interessant, das gab es ja so strukturell auch noch nicht. Allerdings finde ich, dass die sehr umgangssprachlichen Sätze, die Orchids Gedanken immer zeichnen, hier durch die Unterbrechungen ein wenig unbeholfen wirken. Was sonst in den Stil einfließt, wirkt hier ein wenig wie Whatsapp-Nachrichten anstatt dass es sich auf der Literaturschiene bewegt. Vielleicht, weil das Abbrechen wirklich sehr lang durchgehalten wird, das Stilmittel sehr lang gezogen wird. Und die tzt-Geräusche nehmen nicht unbedingt in einem erkennbaren Muster ab, das geht hin und her und erst gaaaanz am Ende denkt Orchid ans Verdrängen, das Tzz ist abgebrochen und damit halb kürzer und onomatopoetisch unterbrochen (was schön ist).

„Ich kenne dieses Gesicht. Besser als mein eigenes. Habe es schon mehr betrachtet – länger, intensiver, liebevoller – als mein eigenes.“ — der Gedanke ist schön. Und weird. Man hat sich ja selbst auch noch nie richtig gesehen, immer nur durch Spiegel oder Kameras, das verzerrt alles, und so genau man sich auch anschaut, andere wird man immer „echter“ sehen. Ganz weird.

Omg, du hast ihn echt umgebracht. Holy fuck. Okay, das hab ich irgendwie nicht erwartet, ich habe mit einer Finte gerechnet. Da man ihn als Partner allerdings nicht so wirklich hat kennenlernen können, weil sich die Beziehung off camera zwischen Teil 2 und 3 entwickelt hat, finde ich das gerade eher erzählerisch schockierend als auf einer Gefühlsebene. Wo es eher kickt, ist bei der Sache mit dem Baby: Ich habe so die Befürchtung, sie behält das Kind jetzt, um noch was von Raff zu haben, das bleibt, auch weil er ja nicht abtreiben wollte. Das nimmt ihr dann aber nicht nur die rationale Entscheidungsmacht, sondern überhaupt die Entscheidung, und da kringelt sich bei mir irgendwie alles. Das ist noch so viel mehr „was für andere tun“, irgendwie macht es das Kind zu einem Partnerersatz und argh. Sie wertet sich folgend ja auch selbst ab, misst ihren eigenen Wert an einer anderen Person. Im direkten Schockmoment okay, aber das hat sich auch bisher ein wenig abgezeichnet.

„Das ist nicht mehr er. Das ist nicht mehr Raff. Das ist bloß noch sein Körper. Das ist bloß noch… seine Leiche.“ — Diese langsame Realisierung gefällt mir. Nur irgendwie hat sie durch den langen Anfang weniger Wirkung, als sie hätte haben können.

Und da schreibst du das mit dem Kind auch schon selbst. Ohje. Ich muss ganz ehrlich sagen, meine Psyche leidet bei dieser FF ein wenig, weil Orchid einfach ganz anders denkt und handelt, als ich es mir in den letzten Jahren mühselig angelernt habe. Ich habe Zeit damit verbracht, so — sorry — toxisches Verhalten/Gedanken/Glaubenssätze aus meinem Kopf zu kriegen, um mich eben nicht mehr als von anderen abhängig zu sehen, plus mit der Tatsache klarzukommen, dass es völlig okay ist, als Frau Kindern abgeneigt zu sein. Ich will es nicht triggern nennen, weil ich so stark dann doch nicht reagiere und der Begriff zu hart ist, aber ich spüre was, wenn ich das lese. Nur hat es eben mit der Geschichte nichts zu tun, nicht Raffs Tod oder Orchids Trauma löst was in mir aus, sondern dass Orchid so gegensätzlich zu allem handelt, was ich für gesund halte, und das konsequent, aber es wird irgendwie immer schlimmer. Ich frage mich grade, ob ich das in den alten FFs übersehen habe, ob es nicht da war, oder ob ich wirklich große Schritte gemacht habe seither, die mir so krass nicht aufgefallen sind. War ja glaub letzten Sommer, dass ich Teil 2 gelesen habe. Wie auch immer, hier fällt es mir auf. Ich habe kein Happy End erwartet, aber irgendwie eine gesunde Entwicklung für Orchid. Man kann ja theoretisch auch ein halbwegs gesundes Mindset in einer grausamen Umgebung haben, sich wenigstens selbst noch etwas wert sein, an sich arbeiten, und so gegen das Umfeld ankämpfen. Aber Orchid plant nicht nur, gegen die Angreifer hier zu arbeiten, ich habe stark den Eindruck, dass sie die vergangenen Jahre auch konsequent gegen sich selbst gearbeitet hat, und das finde ich wirklich schlimm. Wenn da irgendwo ein Hoffnungsschimmer wäre, okay, aber ich sehe leider keinen Weg, wie sie aus der Ecke wieder rauskommt, und das ist deprimierend — und auch hier wieder: Weniger für sie und die Handlung, sondern zum Lesen. Ich kann mich sicher grimmig freuen, wenn sie die Verantwortlichen findet, aber selbst, wenn sie den Kampf gewinnt, hat sie für mich mit der Psyche halt immer noch verloren, da stehen Handlung und Emotionen einfach konträr. Und da sie wirklich in einer downward spiral ist und jetzt dieses Kind plant, wodurch ich beim besten Willen nicht sehen kann, wie sie da jetzt nach zwölf Jahren innerhalb kürzester Zeit wieder rauskommen will, bin ich mir ziemlich sicher, dass diese FF schlecht endet. Und ich spiele das jetzt mal so weit (und absolut extrem, verzeih mir!) durch, dass ich denke, es ist vielleicht besser, wenn sie stirbt. Hab ich insgeheim auch irgendwie erwartet, einfach weil sie im Jubel-Jubiläum theoretisch noch leben könnte und so, wie sie drauf ist, sicher eine Rebellin wäre, und ich eben weiß, dass du eiiigentlich canonkonform schreibst — da muss sie weg. Also vielleicht stirbt sie bei der Geburt und das Ende bleibt offen, das kann ich mir vorstellen. Und vielleicht wäre das das Beste, bevor sie diese Glaubenssätze an das Kind weitergibt. Das ist einfach nicht gesund, zumindest nicht nach meinem Verständnis oder wie ich mir Mühe gebe, zu leben/denken/handeln. Und ein bisschen macht es mich echt fertig, dass es kontinuierlich in diese Richtung geht, die doch eigentlich eher der Startpunkt ist in Texten, die es zu überwinden gilt. Ich weiß nicht, ob ich Angst habe, dass etwas aus meiner Sicht „Falsches“ vermittelt wird, oder dass ich einen relapse habe — aber ich erkenne es immerhin, ich kann mit dem Finger draufzeigen. Und wo ich es in den letzten Reviews irgendwie mit „aua“ kommentiert habe, musste jetzt mitten in der Nacht dieser Text raus, weil … uff.
Wenn das Ganze noch einen Ausgleich hätte — zum Beispiel Raff als Figur mehr als Konstrukt, weil da man ihn nur als Jugendlichen in einer „Beziehung“ mit Mia kannte, nie aber als Erwachsenen, der mit Orchid auf einer flirty Ebene interagiert, ist er eher der Typus „Freund“, nicht aber die psychologisierte Figur Raff, die Orchid mit Textgrundlage als Anker bezeichnen könnte —, könnte das vielleicht ein Lichtblick sein. Ich glaube dir ja, dass deren Beziehung gesund war, nur ist das ein Puzzlestück, dass dieser FF fehlt. Es hat ja direkt mit einem „Problem“ begonnen und Raff und Orchid diskutieren viel, sind ausnahmslos in Stresssituationen. Dass das alles Ausnahmen sind, verstehe ich schon — aber den Normalfall hast du nie gezeigt, nur genannt, rückwirkend. So habe ich mir dieses Bild nie machen können. Fast ausnahmslos jedes Gespräch in dieser FF ist daher problematisch, und ich sage nicht, dass das nicht realistisch ist, traurigerweise ist es das erlerntes Verhalten und dadurch nur in character, dass Orchid eben nicht switchen kann, zumal das Entlernen nach Traumata nochmal schwerer ist, aber das heißt halt auch, dass es mir kontinuierlich schmerzt. Nach so viel Zeit, die ich mit Orchid verbracht habe, hätte ich mir halt gewünscht, dass mal was Gutes kommt — aber es wird immer schlimmer. Vielleicht hatte ich falsche Erwartungen, aber nach Teil 2 der Reihe hatte ich den Eindruck, dass eine Weiterentwicklung stattgefunden hat, sowohl in Orchid als auch in ihrem Leben und der Welt drumrum. Hierzu hat sich die Welt zwar auch weitergedreht, aber sie sich rückwärts. Das ist super schade. Mir fehlt hier wirklich die eine gute Sache, die eine gesunde Entscheidung, irgendwas, das meine psychischen Mauern nicht einreißt. Ich kann easy die furchtbarsten Storylines lesen, ich mag dieses bittersüße Gefühl, wenn die Protagonisten leiden, auch meinetwegen, wenn sie sich selbst wehtun — aber da muss immer irgendwas dabei sein, dass davon ablenkt, das einen hoffen lässt, selbst wenn es eine Tragödie ist, dass „richtige“ Entscheidungen getroffen werden, aber die Welt trotzdem gegen sie arbeitet, einfach irgendwas …

So, das musste raus. Ich hab nachts echt immer so Phasen, auch mal wieder schön oversharet hier, aber es liegt mir schon eine Weile auf der Zunge und dieses Kapitel hat das jetzt komplett rausgeholt. Ich hoffe, es hat dich nicht überfordert.

Also: RIP Raff, honestly good choice, ihn zu töten, ich mag Figurentode, aber der Rest … uff.

Bis dann!

Antwort von Crowl am 19.06.2022 | 17:05 Uhr
Hi!

Dieses Kapitel war stilistisch ein ziemliches Experiment. Ich musste auch überlegen, ob ich so lautmalerische Elemente überhaupt schon mal verwendet hatte - hatte ich nicht, und werde ich auch nicht wieder; das war nur für diese Ausnahmesituation, in der Orchid nicht mehr wirklich Herrin ihrer Sinne ist. "Die tzt-Geräusche nehmen nicht unbedingt in einem erkennbaren Muster ab, das geht hin und her" - das sollte die Unregelmäßigkeit dieses Knackens der Leuchtstoffröhre widerspiegeln; da ist tatsächlich noch keine Ausblendung enthalten; die kommt erst mit Orchids bewusstem Entschluss dazu.

Dann als erstes wirklich Danke, dass du mit deinen Empfindungen, letztlich deinen ernsten Bedenken zu dieser Geschichte so offen bist! Das bedeutet mir viel, auch wenn es hart für mich ist - aber das ist es wohl für dich beim Schreiben dieses Reviews auch gewesen, und vorher schon beim Lesen. Umso mehr haben mich deine Worte sehr nachdenklich gemacht, lassen mich an manchem zweifeln, und ich bin tatsächlich unsicher, ob ich angemessen antworten kann. Aber ich will es wenigstens versuchen.

Ich möchte mich ehrlich entschuldigen, wenn diese Geschichte negative Gefühle auslöst, die über ein bestimmtes Maß hinausgehen - Düsternis ist in der Kombination aus Genre und Fandom beabsichtigt, tatsächliches Leiden oder deprimierender Frust über Orchids Entwicklung sind es natürlich nicht. Ebenso nicht die scheinbare Befürwortung schädlicher Verhaltensweisen. Falls es doch diese Folgen gehabt bzw. diesen Anschein erweckt hat, dann habe ich etwas falsch gemacht.

Die Geschichte mutet viel zu - der Protagonistin, den Leser*innen und durchaus auch mir selbst. Und du hast ja recht: Einiges von dem, was Orchid tut oder denkt, kann tatsächlich kaum ein Vorbild sein (wobei ihr Zwiespalt im Hinblick auf die Schwangerschaft bzw. das Kind für mich eben genau das ist und demzufolge auch nicht zu verurteilen; weder in der einen noch in der anderen Richtung). Allerdings bemüht sie sich in meinen Augen immer, irgendwie mit den z.T. von ihr selbst herbeigeführten Umständen klarzukommen, einen Weg zu finden, was dann auch wieder zu weiteren bedenklichen Entscheidungen führen kann. Aber es ist nicht mein Ziel, sie deswegen zu zerstören. Denn dafür "liebe" ich sie zu sehr; ist sie mir zu wichtig - auch wenn das offenbar nicht mehr genug zum Ausdruck kommt. Das ist wohl der größe Vorwurf, den ich mir jetzt gerade mache: Dass es so wirkt, als würde ich eine "Person" zugrunde richten wollen, die mich seit den ersten unsicheren Sätzen Ende 2017 / Anfang 2018 begleitet.

Doch allen harten Schlägen gegen Orchid und ihren eigenen fragwürdigen Handlungen zum Trotz hab ich diese Geschichte im Unterschied zu den beiden Vorgängern nicht als "Tragödie" einsortiert, und ich hoffe, das wird irgendwann nachvollziehbar sein. Ja, womöglich dauert das zu lange, bzw. gibt es zu wenig Hoffnungsschimmer, die dies wenigstens früher erahnen ließen. Das ist dann meine Schuld, und ein entsprechendes Statement in einem "Metatext" wie diesem ist nur ein ungenügender Ersatz. Aber bitte glaub mir, obwohl ich an an diesem Punkt schlecht wirklich konkret werden kann: Ich teile deinen Wunsch nach der "einen gute Sache", der "einen gesunden / richtigen Entscheidung". Nach etwas, worauf Orchid an sich selbst stolz sein kann; was sie erreicht; was sich auch nicht allein aus anderen Personen speist. Was sie ein Stück weit inneren Frieden finden lässt. Ihr jetziger Zustand ist zwar nicht der Anfang der Geschichte, aber auch nicht das Ende. Ich möchte Entwicklung, Emanzipation, Überwindung - "ein halbwegs gesundes Mindset in einer grausamen Umgebung, sich wenigstens selbst noch etwas wert sein, an sich arbeiten, und so gegen das Umfeld ankämpfen"; genau das. Ob die finale Lösung, wenngleich kein Happy End im eigentlichen Sinne, dann auch so empfunden wird, kann ich wiederum nur hoffen.

Ich weiß nicht, ob dich diese zugegebenermaßen vagen Bemerkungen überzeugen können, hier noch einiges durchstehen zu wollen, bevor es "heller" wird - denn auch diese Aussicht auf die nähere Zukunft gehört ehrlicherweise dazu, damit ich keine weiteren Erwartungen enttäusche. Und ich hätte nach deinem intensiven Text vollstes Verständnis, falls du dich dagegen entscheidest. Ich kann nur sagen, dass deine Kommentare, deine durchweg spürbare Empathie für Orchid sehr wertvoll für mich sind - selbst wenn ich an einigen erzählerischen Entscheidungen nun nichts mehr ändern kann und auch nur bedingt an manchen, die noch kommen; ihre Schattenseiten und Schwächen in Kauf nehmen muss. Und ich wäre so gespannt, die abgeschlossene Geschichte mit dir diskutieren zu dürfen, und die Perspektive darüber hinaus - denn auch die gibt es, speziell mit Blick auf den Canon, den du angesprochen hast.

In diesem Sinne bis dann?
17.06.2022 | 23:07 Uhr
Hey,

wenn ich sage, dass ich die ganze Woche drauf gewartet habe, dann keine Sorge, dass ich enttäuscht wäre oder so, wenn das Kapitel dann so düster ist. Dafür lese ich Panem doch gerne, das erwartet man dabei doch. Also damit schockst du mich nicht, das ist genau das, worauf ich mich die ganze Woche gefreut habe, mal wieder.

Direkt zu Anfang mit der Dissoziation Orchids erwischt du mich. So kennt man sie gar nicht, man fühlt richtig, wie sie unter Schock steht. Die Konzentration auf so etwas Nebensächliches, wie die flackernde Lampe, die sich so beharrlich durchzieht, verleiht dem Ganzen einen schrecklich schönen Rahmen. Sobald ich nur schon von weißen Fliesen, flackerndem Licht und dergleichen lese, sehe ich Bilder der Rechtsmedizin vor mir. Kein schöner Ort, vor allem nicht, wenn man dort ist, um einem Angehörigen ins Gesicht zu blicken. Da kriege ich die direkt Gänsehaut. Sehr eindringlich beschrieben, die ganze Szene, ich könnte eigentlich alles hier zitieren, weil die Worte so treffen - und mich ganz betroffen machen.

"Ich kenne dieses Gesicht. Besser als mein eigenes. Habe es schon mehr betrachtet – länger, intensiver, liebevoller – als mein eigenes. Und es gibt auch einen Namen dazu; er tritt hervor aus den nebligen Schleiern in meinem Kopf und hallt darin wider wie ein Echo: Raff." - Dieser bittersüße Fakt, dass einem das Gesicht des Partners immer bekannter sein wird, als das eigene, weil man es im Gegensatz zu dem eigenen viel öfter sieht, das hast du wundervoll in Worte gefasst! Und andererseits zieht sich einem das Herz zusammen, weil man natürlich genau weiß, in was für einer Situation Orchid hier ist ...

"Ganze Jahrgänge potenzieller Tribute, von denen bestimmt auch einige Sieger geworden wären; Kinder und Jugendliche, die Hoffnungsträger ihrer Familien – auf einen Schlag ausgelöscht." - Interessante Erwähnung, dass Orchid trotz aller Erfahrung in einigen der Kandidaten tatsächlich Sieger*innen gesehen hat, ein gewisser Kern der Hoffnung - oder doch eher Erwartung? - ist also da.

Ufff, Orchids Schwur hier - harter Tobak. Das ist ja so ein bisschen das Szenario, vor dem ich mich gefürchtet hatte. Das Kind nur auszutragen, weil es das Letzte ist, was von dem Verstorbenen geblieben ist, hat so etwas davon, dass es keine wirkliche Wahl mehr ist, aber ich will das auch nicht vorverurteilen. Aber wenn ich die letzten Zeilen so lese, habe ich das Gefühl, dass Orchid hier ihrem eigenen Ende entgegensieht und das alles kein schönes Ende für sie nehmen wird, weil sie ein Mensch ist, der entweder alles oder nichts gibt. Wozu sie fähig ist, weiß man ja seit den Hungerspielen.

Mit diesem Punkt in der Geschichte habe ich das Gefühl, dass es jetzt erst so richtig losgeht, mit diesem düsteren Vorhaben Orchids. Und ich bin sehr gespannt, was sie zutage befördern wird. Wer hinter den Anschlägen steckt und vor allem - warum. Und wie Terra - eventuell - in dem ganzen drinhängt, immerhin hätte sie ja eigentlich an Raffs Stelle stehen müssen. Ich fürchte, das wird Orchid sie noch spüren lassen ...

Ein schönes Kapitel in all seinem Schmerz, sehr eindrucksvoll in Worte gefasst und es hat mir gut gefallen, mich berührt. Ich habe echt nicht damit gerechnet, dass du Raff sterben lassen wirst ... jetzt muss ich den Schock erstmal verdauen ;)

Liebe Grüße
Coro

Antwort von Crowl am 19.06.2022 | 16:05 Uhr
Hi Coro!

"Freut mich" kann ich in dem Zusammenhang kaum schreiben... Aber wenn du sagst, dass dich dieses Kapitel "erwischt" / "betroffen gemacht" hat, und wenn dieser Effekt eingetreten ist, dass du wesentlich früher als Orchid gespürt hast, in welcher Situation sie sich befindet - dann hat es hier auf seine dunkle Art zumindest funktioniert.

Zu den Schülern der Akademie, den jetzt toten Tribut-Anwärtern, hatte Orchid ja eher eine zurückhaltende Meinung, um es mal so zu formulieren - die waren ihr tendenziell zu arrogant und zu sehr auf Pro-Spiele-Kurs, was sie inzwischen (natürlich nicht öffentlich) ablehnt. Aber sie versetzt sich hier in die Lage von deren Angehörigen, für die ihre trainierten Kinder eben Hoffnungsträger waren - auf Ehre, Ruhm; alles fragwürdiges Blendwerk, aber nichtsdestotrotz. Einige wären Sieger geworden und hätten womöglich im Gegensatz zu Orchid sogar Gefallen daran gefunden, denn auch das gibt es wohl. Andere wären natürlich (obwohl nahezu jeder "Karriero" und dessen Familie diesen Fakt verdrängen würde) in der Arena gestorben. Die meisten jedoch wären aufgrund des Überangebots an Freiwilligen entgegen ihres Wunsches letztlich gar nicht in die Spiele gekommen. Aber dieser Punkt wird vielleicht im nächsten Kapitel noch etwas deutlicher.

Ja, du hast beim letzten Mal schon prognostiziert, dass Raffs Schicksal Orchids Haltung zu ihrer Schwangerschaft ändern könnte; das ist nun also der Fall. Und du hast auch hier absolut recht, dass jetzt ein Wendepunkt in der Geschichte eingetreten ist. Zu dem, was noch kommt, kann ich an dieser Stelle leider kaum schon etwas sagen. Aber ich empfinde trotz aller Schwächen, die Orchid zweifellos hat, und aller Schläge, die sie einstecken muss und selber austeilt, Sympathie und Liebe für sie, und auch das wird sich letztlich hoffentlich widerspiegeln - "bittersüß" kann hier ein Stichwort sein.

Vielen Dank für deine lieben Worte zu einem Kapitel, das mir auch selbst ziemlich schwer gefallen ist, und bis dann!
12.06.2022 | 16:51 Uhr
Hallo, besser spät als nie! :D

„Uns als scheinbare Repräsentanten des Kapitols“ — das ist interessant. Klar, der Siegerkult reicht nicht bis in die Distrikte, und auch wenn Panem auch nicht der verständnisvollste Ort ist, habe ich nicht mit Hass gerechnet. Aber eigentlich ergibt es Sinn: Die Tribute/Sieger spielen dem Kapitol was vor mit ihren Images, wenn sie das gut machen und es vielleicht wirklich noch zu den Persönlichkeiten passt, unter denen die Leute zuhause die Kinder kennen, glaubt man das vielleicht am Ende auch dort. Und Menschen, die das nicht hinterfragen, obwohl ihnen die Show bekannt ist, wird es überall geben. Also ja, vielleicht hasst jemand die Sieger — oder jemand nimmt in Kauf, ihnen zu schaden, weil das Kapitol die Sieger liebt, und man mit relativ wenig Opfern an die Leute in der Hauptstadt rankommt, und das easy vor der Haustür. Die Sieger haben ja wirklich ein bisschen eine Zwischenstellung, trotz Distriktherkunft häufig im Kapitol und dort gern gesehen, plus Image, und sie leben halt abgeschottet. Je nachdem, wie man das drehen und wenden will, sind die für manche Leute in den Distrikten sicher keiner Distriktler mehr, aber volle Kapitoler sind sie aus der Sicht der Leute dort halt auch nicht. Ein eigenes Völkchen halt, nur untereinander richtig aufgehoben — aber diese Szenen sehen ja weder Kapitoler noch Distriktler, und da letztere die Sieger anderer Distrikte ja nie richtig kennenlernen und ausschließlich durch die Spiele-Fernseh-Brille sehen, das aber nie mit deren echten Persönlichkeit kontrastieren können und das Abstrahieren dessen, was sie sehen, höchstens ein Gedankenspiel sein kann, wäre dieser Zusammenhalt überhaupt nicht greifbar, selbst wenn sie es mitbekommen könnten. Also sind die Sieger irgendwie … nichts.

Lol, keine Sprengsätze in der Arena.
Orchid und vor allem der Junge aus 3 bei den 74. Spielen: Hold my beer.
Aber ja, klar, dass das nicht gelehrt wird, ergibt schon Sinn. Carat wäre eh zu einfach. Wobei er irgendwie noch mehr purpose für die ganze Story bräuchte, als dass er nur einmal kurz auftaucht, um Orchid auf den Leim zu gehen und aufzuklären, was genau in den Spielen kurz vorher passiert ist. Das wäre ja auch anders gegangen. Wäre das Carats einziger Sinn gewesen, wäre alles bis zu dem Kapitel irgendwie eine zu abgeschlossene eigene Story …

Mir ist noch was zum Garten Eden eingefallen: Hab ich mit dir schon mal über Religion in Panem geredet? Das ist ja eine Bibelreferenz, aber eine, die vielleicht zu spezifisch ist für eine Gesellschaft, die eher keine theistische Religion mehr hat, oder überhaupt Religion. Hm.

Dass der Anschlag vertuscht wird, zeugt für mich von Ratlosigkeit. Klar kratzt das am Image, aber das Kapitol könnte es ja auch so drehen, alles zu durchsuchen und ein großes Ding draus machen, die Täter zu finden. Aber die scheinen keine Ahnung zu haben, wo sie anfangen sollten, haben also Angst, und das können sie natürlich nicht zeigen.

Nirgends mehr allein hingehen klingt tatsächlich sinnvoll, auch wenn das den Vibe von diesen ganz schlimmen frischen Pärchen hat, die ihre kompletten Identitäten als Individuen aufgeben, sobald sie eine neue Beziehung haben :D
Aber ja ne, toll, da geht Raff direkt. Hätte ich ja nicht gemacht, wenn sie doch schon Gefahr überall sehen …

Aaaaah, wieso ist Orchid schon wieder so gehässig zu Terra, sie hat doch absolut keinen Grund! Und sie ist halt auch hart am Slutshamen, da dreht sich in mir immer alles so ein bisschen. Klar, ist eine Figur in einer anderen Gesellschaft, aber argh.

Der Arzt auch direkt unseriös, einfach mal zu droppen, dass Terra vorher da war. Kann er ja nicht wissen in seinem Büro, dass Orchid ihr begegnet ist, und ihre Anwesenheit fällt ja eigentlich genauso wie ihr Anliegen unter die ärztliche Schweigepflicht, geht doch niemanden was an … Aber dann aufregen, wenn jemand in die Untersuchung platzt, double standards much. Aber das Ende war auch ein Knall … Mal ganz davon abgesehen, dass ich Raffs Tod jetzt mal nicht annehme, kann ich mir weitere bereits angebrachte Sprengsätze an wichtigeren Orten im Distrikt vorstellen, zum Beispiel im Siegerdorf oder bei den Familien der Siegern, wenn es direkt auch gegen die gehen soll, sonst im Rathaus … Mal sehen, mehr Prognosen hab ich grade nicht.

Bis dann!

Antwort von Crowl am 14.06.2022 | 18:30 Uhr
Hi!

So viele true words von dir über die Sieger! Die sitzen irgendwie zwischen allen Stühlen, weil selbst als Capitol darling bist du auch nur bei deren Bevölkerung beliebt, aber wirst vom Regime im Zweifel sogar noch mehr unter Druck gesetzt. Und kommst im Distrikt dann tendenziell umso schlechter an. Ich finde, Coro hat das in ihrer Annie-Geschichte toll rausgearbeitet, in der sie Finnick ja auch eine ganze Weile überhaupt nicht abkann und nur dieses Kapitol-Image von ihm sieht. "Ein eigenes Völkchen halt, nur untereinander richtig aufgehoben" - das trifft es auch ziemlich gut, wobei es da auch untereinander genug Reibereien und Antipathien geben wird. Auf jeden Fall würd ich zustimmen, dass es Freundschaften oder gar Beziehungen eigentlich nur innerhalb dieses Zirkels geben kann, weil alle anderen zu weit weg von diesen Erfahrungen sind. Und selbst dann ist es schwierig, denn allzu enge Kontakte von Siegern verschiedener Distrikte sind ja auch nicht gewünscht (aber wem erzähl ich das ^^). Annie und Finnick sind sogar trotz gleicher Distrikt-Zugehörigkeit eine verbotene Liebe, insofern bleibt im Canon als einzige (und das nur quasi gezwungenermaßen) von oben gutgeheißene Sieger-Beziehung eben Katniss und Peeta. Gegenbeispiele für Partnerschaften außerhalb des Sieger-Kreises wären für mich höchstens Cecelia (indirekt, weil das wäre wohl erwähnt worden, wenn ihr Mann und Vater der Kinder auch Sieger gewesen wäre) und in deiner Geschichte Ayrta mit ihrer Familie - da bin ich ja eh gespannt, was dazu noch kommt :)

Hehe, mit deinen Beispielen für den Einsatz von Sprengsätzen in der Arena hast du natürlich einen Punkt ;) Aber die bauen die Tribute halt nicht selber zusammen, sondern nutzen die fertigen Dinger. Überhaupt ist das "offiziell" zur Verfügung gestellte Waffen-Arsenal für eine technisierte Gesellschaft, wie sie zumindest das Kapitol darstellt, ziemlich vorsintflutlich - ich glaub, Beetees Stromfalle aus Draht ist da schon das Komplexeste / Modernste, das es in den Canon-Spielen gegeben hat.

Religion / Glauben in Panem find ich ein spannendes Thema! Im Canon kommt das meiner Erinnerung nach gar nicht richtig vor (lass mich sonst gerne eines Besseren belehren ^^), aber ich hab schon FFs gelesen, in denen das sehr explizit aufgegriffen wurde (Lesetipp in dem Zusammenhang und auch darüber hinaus: "Even The Devil Has Been An Angel" von Kuestenkind, s. meine Favs). Und in Panem als zukünftigem Amerika könnte sich ja einiges von dem alten Glauben erhalten haben; zumindest so Schlagwörter wie eben "Eden". Was das Kapitol betrifft, greifen die sich in meiner Vorstellung sowieso einzelne Versatzstücke aus der Vergangenheit raus, wenn es ihnen in den Kram passt - sei es nun Religion oder diese antiken Referenzen. Und in anderen Teilen des Landes stellt man sich vielleicht wiederum in ganz unterschiedliche historische Traditionen...

Ratlosigkeit bei den Friedenswächtern, yes! Das ist halt wie schon im letzten Kapitel auch keine sonderlich aufgeweckte Truppe in 1; nie wirklich herausgefordert worden - bis jetzt.

Das mit dem Verhalten wie ein frisches Pärchen fühl ich ^^ Sind Orchid und Raff zwar eigentlich nicht mehr, aber generell ziemlich close und jetzt im Angesicht der Gefahr noch mehr. Trennen tun sie sich dann nur gezwungenermaßen, weil wenn niemand von den Siegern diesen Vortrag an der Akademie hält, könnte es eben auch Ärger mit dem Kapitol bzw. zumindest mit den Friedenswächtern im Distrikt geben. Das wollen sie ja auch vermeiden in dieser Lage.

Uuund insofern hat Orchid find ich schon einen Grund, (mal wieder) über Terra herzuziehen, denn das hätte die ja übernehmen sollen. Außerdem ist die unangenehme Situation mit dem neuen Arzt auch irgendwo ihre Schuld. Aber nichtsdestotrotz hast du natürlich völlig recht, dass das kein sympathischer Zug von ihr ist. Und ich bin so hyped, dass du es direkt Slutshaming nennst - genau das steht in meinen Notizen; you got me ^^

Tja, der Arzt überschreitet gleich mal so einige Grenzen in dem Gespräch... Hab selbst schon mal erlebt, dass Dinge, die eigentlich nur der entsprechende Arzt wissen konnte, dann auch Bekannte wussten, die beim selben Arzt waren (weniger intimer Kontext als hier, ging um Zahnbehandlungen in der Kindheit - eigentlich harmlos, aber rückblickend trotzdem nicht ok mit Blick auf die "Schweigepflicht").

Ach, das sind doch schon einige Prognosen von dir ^^ Manches klärt sich im nächsten Kapitel auf; anderes eher später und hoffentlich zufriedenstellend. Bis dann!
10.06.2022 | 23:12 Uhr
Hey,

ah, du ahnst nicht, wie ich mich heute schon den ganzen Tag auf das neue Kapitel in dieser FF gefreut habe! Der Upload am Freitag ist wirklich so ein Highlight zum Wochenausklang :) Und nachdem ich jetzt mit meinem eigenen Schreiben fertig bin, ist das eine wunderbare Belohnung, ein bisschen FF zu lesen.

Die Flucht ging ja gerade noch mal so gut und dann doch erstaunlich glatt. Ich hätte fast damit gerechnet, dass sie noch Probleme bekommen auf dem Weg nach draußen.
Immerhin kommen sie jetzt auch dahinter, dass es wohl eher keine von Snows Aktionen ist. Genauso wie sie halte ich Carat auch nicht für den Übeltäter. Die Gründe dafür hat Orchid schon sehr logisch zusammengefasst.

Respekt, wie schnell und effektiv Distrikt Eins den Vorfall unter den Teppich gekehrt bekommt! Da zeigt sich mal wieder der Wohlstand, in einem Distrikt wie Zwölf wäre das wohl kaum zu bewerkstelligen, egal wie sehr man sich anstrengt. Da würde es schon an den entsprechenden Materialien fehlen, fürchte ich.

Hm, bei Terras Verschwinden klingeln gleich meine Alarmglocken. Die Erklärung mit einem Lover scheint mir zu einfach, da haben Orchid und Raff ja beide sowieso sehr viele Vorurteile.
Ah okay, ein bisschen weitergelesen und sie taucht doch auf - aber immerhin nicht im besten Zustand. Es wäre ja irgendwie ironisch, wenn sie ebenso schwanger ist. Bei ihrer Umtriebigkeit wäre das ja gar nicht mal so abwegig, Verhütungsmethoden können ja versagen.
Auch einfach autsch, wie wenig taktvoll Orchid hier wieder mal ist.

"... dessen Haar jedoch schon den Großteil seines Schädels geräumt und sich auf den Hinterkopf reduziert hat." - Ich kann gar nicht genau sagen weshalb, aber diese Beschreibung hat mich zum Schmunzeln gebracht, das malt ein schönes Bild vor meine Augen!

Mh, ich glaub nicht, dass es eine gute Entscheidung war, diesen kapitolshörigen Arzt aufzusuchen. Jetzt weiß das Kapitol von Orchids Lage (natürlich war die Schwangerschaft keine Finte) und kann auch etwas dagegen haben, dass sie diese Schwangerschaft, die ja schließlich ein hervorragendes Erpressungsmittel generiert, terminiert.
Aber vielleicht spielt das bald schon keine Rolle mehr. Wenn Raff jetzt etwas in der Explosion passiert ist, könnte das Orchids Entscheidung ins Wanken bringen ... das wäre nicht die beste Entscheidung, nur deshalb ein Kind auf die Welt bringen zu wollen, aber man hört ja oft genug, dass das Kind eines verstorbenen Partners eine besondere Rolle einnimmt. Ich will aber eigentlich nicht hoffen, dass Raff etwas ernstliches passiert ist. Also drücke ich mal die Daumen, dass er "nur" verletzt ist!

Jetzt wartet man auf jeden Fall voller Nervosität auf das nächste Kapitel. Zum Glück habe ich es mir abgewöhnt, an den Fingernägeln zu knabbern ;D

Liebe Grüße
Coro

Antwort von Crowl am 11.06.2022 | 11:23 Uhr
Hi Coro!

Wow, was für ein Kompliment, dass du die Uploads hier als Highlight siehst - tausend Dank! <3 Hab dann nur erst recht ein schlechtes Gewissen, dass es oft düster ist.

Im Moment denkt Orchid noch ganz logisch, das stimmt...

Es ist für mich echt angenehm, über einen wohlhabenden Distrikt zu schreiben - da sind bestimmte Dinge eher möglich, und man muss nicht so viele materielle Einschränkungen im Hinterkopf haben :)

"Auch einfach autsch, wie wenig taktvoll Orchid hier wieder mal ist." Hehe, ja - und vielleicht auch ein bisschen enttäuscht, dass Terra gar nicht so richtig auf ihre Spitzen reagiert ;)

Dein Misstrauen in den kaum behaarten (Danke! ^^) Arzt ist nachvollziehbar; geht Orchid ähnlich - nur kommen die anderen Mediziner im Distrikt in meiner Vorstellung eben auch aus dem Kapitol, und würden wohl genauso reagieren? Denn du hast ja recht: Warum sollte das Regime einen Schwangerschaftsabbruch bei ihr befürworten? Aber zu irgendwem muss Orchid ja leider hin mit dem Vorhaben.

Sorry für den Cliffhanger, aber nächste Woche erfolgt dann auch die Aufklärung zu Raff. Bis dahin lesen wir uns bestimmt noch bei deiner Annie; ich freu mich!
04.06.2022 | 16:19 Uhr
Und hi! Wow, 3.663 Wörter, das ist ja mal lang für deine Verhältnisse, damit hab ich gar nicht gerechnet :D

„Doch ich kann nicht sprechen; meine Kehle fühlt sich an wie zugenäht – die Fäden in meinem Hals, die Stiche in mein Herz.“ — schöner Anfang direkt!
Und dann hat Orchid direkt wieder einen Gewaltanfall … ach, Mensch. Gut, klar, Trauer, und es ist auch total, wie sie halt ist, aber ich muss trotzdem jedes Mal seufzen. Die Spiele haben sie einfach so kaputt gemacht. Was sie da rumschreit, ist trotzdem riskant. Auch krass, dass Raff sie gar nicht unterbricht, aber ist wohl das beste.
„Sammy muss doch angeschlagen haben, als ein Fremder in den Garten gekommen ist!“ — ja, außer es ist halt kein Fremder gewesen. Wenn es wirklich Snow war, hatte er also einen Schergen aus Orchids Bekanntenkreis? Oder niemand Überzeugten, sondern jemanden, den er gezwungen hat? Ich wollte grade Terra raten, weil die sich kurz davor durch ihr Fehlen einen Fehltritt geleistet hat, aber dann kam mir der Gegengedanke, dass Orchid das denkt, aber Terra letztendlich genau gegenteilig die war, die sich vielleicht noch gewundert hat und Orchid drauf anspricht, dass sie jemanden gesehen hat.

Ich glaube nicht, dass Snow seine Giftattentate bürokratisch festhält :D Dann wäre doch vor Finnick schon mal jemand auf die Idee gekommen, seine Machenschaften zu leaken. Aber ich bin gespannt, wie du die offiziellen Stützpunkte des Kapitols im Distrikt darstellen wirst! Hast du das Prequel gelesen? Ich meine, du hast das mal angedeutet bei Alys und dem Geschenk-Kapitel. Jedenfalls kriegt man da über Snow ja zumindest ein bisschen was von der Friedenswächterkaserne mit, aber das wars.

Die Aufteilung von Militärstützpunkt (?) und Polizeistation(en) gefällt mir schon mal! Stelle ich mir auch so vor.

Endlich wird Raffs Zaubertrickhobby mal wieder aufgegriffen! Und die Erwähnung von Mia fand ich schön.

„‚Fingerfertigkeit hat doch ihr Gutes, oder?‘ / ‚Ja, das ist mir auch bei anderen Gelegenheiten schon angenehm aufgefallen.‘“ — Omg, das Gespräch könnten Beetee und Alys auch 1:1 so führen, nur dass Beetee das nicht als Frage formuliert hätte, sondern als nüchterne Feststellung :D Major spoiler für meine FF, merk ich grad, aber ich zweifle einfach mal an, dass ausgerechnet hier bei Teil 3 jemand rumhängt und nach Spoilern sucht.

Die Friedenswächter sind ja chillig — aber in Distrikt 1 verstehe ich es. Zumindest in meinem Kopf sind die da nicht sooo streng, weil die Leute nicht revolutionsaffin sind. 12 ist aber auch vielleicht noch ein extremes Gegenbeispiel von wie wenig Friedenswächter handeln. 5 hab ich ja schon strenger gestaltet, aber bei 1 glaube ich auch ein bisschen an eine Ausnahme — vor allem im eigenen Gebäude.

„Garten Eden“, omg, ich liebe das! Genauso gefällt mir das Detail von dem Snow-Porträt im Büro des Kommandanten. Das hat so richtige Nordkorea-Vibes (oder alle diktatorischen Staaten in die Richtung).

Kurze Prognose, ich glaube, die Explosion lenkt zwar von ihnen ab, aber dann kommt irgendwie jemand anderes auf sie zu, also nur halbes Glück. Das wirkt mir nach einem zu glücklichen Zufall.
Uuund da haben wir es auch direkt, alles geplant, nichts ist Zufall, und die Rose …? Snow hat doch immer mit weißen statt schwarzen Rosen hantiert, oder nicht? Bei Sammy ist das eine Sache, aber bei aufgedruckten Zetteln hätte er doch auch weiß auf schwarz drucken können oder in welcher Farbe auch immer. Schwarz wirkt wie Absicht. Vielleicht eine Gegengruppierung, die mit Snows Symbolik spielt? Oder es ist doch Snow selbst, der den Tod unterstreichen will mit dem Schwarz …

Bisher ist in keinem Kapitel der FF so viel passiert. Gefühlt ist Orchid immer nur so halb privat-fremdgesteuert von A nach B gelaufen und hat sich über irgendwas aufgeregt, aber jetzt wurde mal eine krasse Entscheidung getroffen und durchgeführt. Es hat viel mehr als bei sonst irgendeinem Kapitel den Eindruck gemacht, als hätte die FF einen großen Schritt nach vorne gemacht! Wenn das Tempo so bleibt, wäre es krass (und es würde mir gefallen) :D
Bis dann!

Antwort von Crowl am 05.06.2022 | 11:58 Uhr
Hi!

Inzwischen sind es nach einigen kleineren stilistischen Korrekturen sogar 3.666 Wörter ^^ Ich check nicht, wie mein Gehirn funktioniert in dem Zusammenhang - ich les die Kapitel so oft durch in der Woche vor der Veröffentlichung und änder da auch einiges ab im Vergleich zur schon etwas länger fertigen Rohfassung. Nach dem Hochladen versuch ich dann eigentlich, mental "abzuschalten", eben nicht mehr fokussiert zu sein, bin den Tag drauf beim Sport o.ä., und plötzlich fällt mir ein: "Mensch, an der und der Stelle könntest du doch lieber ein anderes Wort benutzen!" Sowas lässt mir keine Ruhe und ich änder es bei nächster Gelegenheit ab. Uff, also wenn der Text gedruckt = fixiert wäre, würde man vielleicht besser lernen, mit so selbstinduzierten "Unzulänglichkeiten" zu leben...

Ok, das war jetzt ein Absatz weirdes Gelaber ^^ Tatsächlich hatte ich bei der Länge zeitweise an eine Auftrennung gedacht - die wäre dann nach dem Spruch mit der Fingerfertigkeit gewesen, also wo sie gerade die Tür zur Kommandantur geöffnet haben, aber noch nicht im Gebäude sind. Doch so wäre in dem Kapitel recht wenig passiert, nur Sammys Begräbnis und die Planung bzw. ersten Schritte des Einbruchs, und obwohl das über meiner für diese Geschichte gesetzten Mindestwörterzahl von 1.500 gelegen hätte, war es mir inhaltlich zu wenig. Dann lieber die ganze Aktion "aus einem Guss", zumal es später auch noch ähnlich lange Kapitel gibt, die auf gar keinen Fall aufgespalten werden können.

Vielen Dank für das Lob der Trauer-Metapher am Anfang; ich mag die selbst so gern und freu mich entsprechend besonders!

"Was sie da rumschreit, ist trotzdem riskant." Das ist mir gar nicht so richtig bewusst gewesen (und deshalb, kleines Eingeständnis, wird es auch keine weiteren Auswirkungen haben), aber du hast absolut recht: Der Garten ihrer Villa ist zwar theoretisch privat, aber natürlich könnten sie in dem Moment beobachtet werden von Kundschaftern, die solche Beschimpfungen dann weitertragen. Orchid selbst denkt in dem Moment jedenfalls auch nicht über ihre Worte nach; die ist einfach nur wütend und traurig.

"Ich glaube nicht, dass Snow seine Giftattentate bürokratisch festhält". Ja, da bin ich bei dir; dazu ist er zu geschickt. Das ist so eine Vermutung von Raff, die sich in der Form dann auch nicht bestätigt. Aber dass die Untergebenen in den Distriken Notizen von mündlichen Befehlen des Präsidenten anfertigen, um für sich eine Berufungsmöglichkeit zu haben, kann ich mir schon vorstellen (ob das im Konfliktfall was nützen würde, ist eine andere Frage, aber ein solches Verhalten fände ich in einer krass von oben gesteuerten Diktatur grundsätzlich nachvollziehbar).

Für die Friedenswächter in den Distrikten denke ich mir drei Arten von Gebäuden: Die Kasernen, in denen sie leben; die Reviere, von denen aus sie agieren; und eben die Kommandantur, wo die Verwaltung der Militär- / Polizeiangelegenheiten stattfindet und die auch der Repräsentation dient. Freut mich, dass du diese Vorstellung teilst :)

Tja, Raffs Hobby mit den Zaubertricks, aus dem man schon im Vorgänger mehr hätte machen können, wie du damals zurecht angemerkt hast - hier ist es dann tatsächlich wieder sehr nützlich. Und die Erinnerung an Mia... Ähnlich wie bei Orchids Besuch der verschiedenen Tribut-Gräber sind meine Protagonisten ein bisschen sentimental gestimmt, was die bisherigen Toten in dieser Reihe betrifft. (Und maybe plagt auch die Autorin ein schlechtes Gewissen deswegen...)

Haha, das mit den Fingern wäre bei Alys und Beetee auch denkbar gewesen, stimmt ^^ Die teasern sich ja ganz gerne gegenseitig an. Und bzgl. Spoiler glaube ich, viele Leser hier kennen auch deine Geschichte. Und falls sie jemand noch nicht kennen sollte und dies hier zufällig sieht: Lest unbedingt "Capitol-Born Tribute"!

"Die Friedenswächter sind ja chillig". Jepp, ist eine ziemlich müde Truppe hier - 1 ist wohlhabend und inzwischen als Karriero-Distrikt auch überwiegend mit den Spielen zufrieden; da kann man als Soldat eine ruhige Kugel schieben und muss nicht sonderlich aufmerksam sein. Zumindest bis jetzt...

Wenn dir Snows Porträt gefällt, darf ich wohl sagen, dass es noch mal vorkommt. Und auch der "Garten Eden" ergibt später hoffentlich irgendwie Sinn :)

Ich liebe die Spekulationen um die Rosen-Symbolik, gerade mit der Farbe, und hab es ähnlich schon bei Coro geschrieben: Bitte im Hinterkopf behalten! Orchid und Raff werden diese Explosion im nächsten Kapitel auch noch diskutieren müssen.

"Bisher ist in keinem Kapitel der FF so viel passiert." Omg, ja! Das hyped mich so dermaßen, dass du das so siehst! Ich schreib zwar nicht bewusst nach Literatur- bzw. Drama-Theorie, doch im Rückblick könnte man schon sagen, dass die ersten sieben Kapitel vor allem Exposition waren, mit Orchid in einer tatsächlich eher passiven Rolle. Und ich find das für mich auch ok bzw. notwendig, aber "jetzt heißt es handeln". Also in den kommenden Kapiteln werden immer "Dinge" passieren, um es mal möglichst unspezifisch auszudrücken, und ich hoffe, sie können deine Erwartungen erfüllen!

Ganz vielen Dank für deine Gedanken; bis dann!
04.06.2022 | 02:19 Uhr
Hey,

schon direkt die Metapher des zugenähten Halses mit den Stichen ins Herz zu Beginn hat es mir angetan, das ist einfach ein gelungenes Sinnbild für Orchids Trauer und Schmerz. Sie hat ja nicht bloß ihr geliebtes Haustier verloren, sondern trägt sich auch noch mit Schuldvorwürfen und "was wäre wenn"-Gedanken. Da wird es mir direkt mit ihr eng ums Herz.

Orchid denkt also als Erstes an Snow - naheliegend, wo er doch so gerne Rosen mag. Allerdings ja weiße Rosen, da sind schwarze Rosen ja eher das Gegenteil von; fällt mir noch als Nachtrag zu meinen Vermutungen von letzter Woche ein.

Dass ausgerechnet Raff einen so riskanten Plan vorschlägt, damit hätte ich nicht gerechnet, muss ich zugeben. Bisher hab ich ihn mir doch eher ruhig und bedacht vorgestellt. Aber wenn es um Orchids Schutz geht, scheint er wohl auch einen gewissen Beschützerinstinkt entwickelt zu haben. Er ist ja aber auch nicht mehr der Junge aus der Arena.
Wobei ich eigentlich nicht erwarten würde, dass Snow es zulässt, dass irgendwo Unterlagen seine Machenschaften beweisen. Wenn, dann stelle ich mir das so verschlüsselt bzw. codiert vor, dass Außenstehende die Wahrheit eh nicht begreifen können.
Sonst würde er sich doch ins eigene Fleisch schneiden, wenn jeder Friedenswächter solch handfeste Beweise sammeln könnte. Kann ja immer mal passieren, dass sich so ein vermeintlich unwichtiger Handlanger gegen einen Machthaber verschwört und bei allem Aufheben, das Snow darum macht, eine reine - weiße :D - Weste zu haben, wäre ihm das wohl ein Dorn im Auge (so viele Anspielungen in so wenig Satz, I'm sorry :'D).
Da bin ich mal gespannt, ob sich das Dokument finden lässt und darin überhaupt was Sinnvolles steht.

Haha, ich mag es, wenn Orchid so Scherze mit Raff reißt, das ist doch das Öl, das eine gute Beziehung geschmeidig hält :D

Hm, zumindest die Erwähnung der Operation Garten Eden klingt für mich jetzt auch nicht ident mit dem, was Sammy zugestoßen ist. Wäre ja auch was, wenn sich gleich zwei (möglicherweise kollidierende?) Fronten für Orchid interessieren oder sie in den Fokus nehmen. In Panem hat man's schließlich nie leicht ...
Und mit der Explosion festigt sich der Gedanke weiter bei mir, das scheint ja irgendwie ein Zeichen gegen die Friedenswächter zu sein. Vielleicht ist Orchid da wirklich nur fälschlicherweise ins Visier geraten. Hm, ich hoffe, ich bin da nicht völlig auf der falschen Fährte!

Den ganzen Einbruch fand ich übrigens wirklich spannend geschrieben, ich hab fast die ganze Zeit schon damit gerechnet, dass sie erwischt werden. Besonders schön war es, Orchid mal wieder in Action zu sehen!

Ich bin gespannt, wie es mit der schwarzen Rose weitergeht :)

Liebe Grüße
Coro

Antwort von Crowl am 04.06.2022 | 13:40 Uhr
Hi Coro!

Bei der Nadel-und-Faden-Metapher geht's mir wie dir neulich mit der singenden Sirene in Annies Kopf: Ich mag die zugegebenermaßen selbst total gern und bin entsprechend happy, wenn die auch bei anderen gut ankommt und Gefühle auslöst :)

Schwarze Rosen, weiße Rosen... das ist definitiv auch so ein Gedanke, den es sich aufzubewahren lohnt!

Du hast schon recht, was Raff angeht: Er übernimmt hier mal die offensivere Rolle, während Orchid ziemlich niedergeschlagen und eingeschüchtert ist. Der "Beschützerinstinkt" trifft es sehr gut; das ist dann ähnlich, wie er mal Mia in ihren Spielen mutig vor der Wolfsmutation gerettet hat. Er ist zwar eher zurückhaltend, aber bei Bedrohung ist Passivität keine Option für ihn. Und das Risiko geht er immer noch mit Überlegung ein, nicht Hals über Kopf - zumindest hoffe ich, dass das so rüberkommt.

Deine Überlegungen zu Snow und den Dokumenten find ich sehr schlüssig! Das wären in meiner Vorstellung eher die niederen Ebenen, die dann doch Papier produzieren - z.B. Snow ruft an, aber der Befehlsempfänger im Distrikt macht lieber noch mal ein Akten-Memo zur mündlichen Order, um sich abzusichern. Am Ende stoßen Orchid und Raff ja auch auf nichts entsprechendes, bzw. besonders brisante Unterlagen befinden sich eben beim Kommandeur und sind so nicht für jeden einfachen Friedenswächter zugänglich. Aber grundsätzlich würde ich den "Sicherheitsbehörden" schon eine gewisse Bürokratie unterstellen; gerade in Distrikten, die man eigentlich für voll unter Kontrolle hält wie 1. Dass es Überwachungsakten zu vielen Bürgern gibt, ist so ein bisschen bei der Stasi abgeguckt.

Uff, ich bin tierisch erleichtert, dass dir diese Anspielung mit den Fingern gefallen hat! Das ist auch so eine Passage, bei der ich mir unsicher war. Aber andererseits macht man vielleicht gerade in einer angespannten Situation auch mal einen Spruch, und irgendwo zeigt das für mich auch, dass Orchid und Raff in einer vertrauensvollen Beziehung sind, in der man so was sagen kann. Bei der sexuell tatsächlich recht "umtriebigen" (und letztlich erfahreneren) Terra gibt Orchid sich bei dem Thema ja eher zugeknöpft und zurückhaltend, aber gegenüber Raff als Partner oder auch der jungen Joy aus dem Blumenladen, der sie sich überlegen fühlt, tritt sie da lockerer auf.

Deine Vermutungen zur "Operation Garten Eden" und inwieweit das noch mit der schwarzen Rose zusammenhängen kann... Es ist echt faszinierend, wie du manchmal die Überlegungen der Charaktere vorwegnimmst; auch beim letzten Kapitel schon bzgl. Orchids Gedanken zu Sammys Tod! Insofern kann ich hier eigentlich nur auf nächste Woche verweisen, quasi zur Wiedervorlage ^^

Freut mich auch sehr, dass du den Einbruch spannend fandest - ja, endlich mal Action in dieser Geschichte, wenn es schon keine Spiele mit Kämpfen etc. gibt, und Orchid sollte auch wieder etwas aktiver sein :)

Dein so positives Review hat mir besonders gut getan, weil ich mit diesem Kapitel zeitweise ziemlich gestruggelt hab. Also ganz herzlichen Dank dafür und bis bald!
30.05.2022 | 14:13 Uhr
Nach meiner Reviewantwort habe ich einfach mal direkt weitergemacht — hallo nochmal! :)

Ärzte können sich also auch ins Kapitol befördern lassen? Dabei hätte ich gedacht, deren Expertise ist nicht sooo spezifisch, dass Kapitoler das nicht auch erlernen könnten. Oder war er urspünglich aus dem Kapitol? Oder ist das nur ein Vorwand und der Arzt wurde gar nicht befördert, sondern eher um die Ecke gebracht? Ich würde ja behaupten, dass das was mit Orchids Zustand zu tun hat, dass jemand nicht will, dass da in Distrikt 1 ein Arzt rumhängt, der sie als Patientin kennt und eine Abtreibung durchführen würde, aber von der Schwangerschaft weiß doch noch niemand. Außer Terra … Und dieser Arztwechsel muss ja recht kurzfristig geschehen sein, normalerweise kriegen Patienten einer Praxis sowas doch mit, zumal der neue Arzt (oder Ärztin?) ausdrücklich aus dem Kapitol kommt, das schreit ja nach Komplott :D

Ah, okay, du hast die „Beförderung“ schon selbst angesprochen, da war ich wohl zu früh dran :D Aber dass ich generell meine, dass das theoretisch geht, wenn man wirklich gut in etwas ist und das Kapitol einen gebrauchen könnte, hab ich das wohl noch mit reinspielen lassen erstmal.
Und mit Terra lag ich auch nicht so falsch! Dass das Kapitol keine Ärzte duldet, die ihnen die Sieger freistellen, ist auch nur logisch!
Auch, dass Ärzte mit Distriktherkunft eine Ausnahme sind.
Ich sollte echt erst lesen und dann tippen :D

Die Formulierung mit der direkten Anrede, „Eigentlich würde ich dich ja gerne kennenlernen“, fiel irgendwie aus dem Rahmen.

„Und dass derart aggressives Verhalten zukünftige Bündnisse mit den übrigen Karriere-Distrikten gefährdet: Wenn man sich nicht mal gegenüber dem eigenen Distriktpartner unter Kontrolle hat, wie sollen dann die Tribute aus 2 und 4 einigermaßen darauf vertrauen, erst am Ende aufeinander loszugehen?!“ — smart!

Nach dem Mittelteil mit Tagesnacherzählungen, der ein biiisschen belanglos war — wobei das das falsche Wort ist, es hat sich ein wenig gezogen und ich habe nicht ganz verstanden, wie Orchid mit so dringendem Mitteilungsdrang erstmal kochen kann, bevor sie Raff von ihrem Tag erzählt —, war das Ende doch stark.
Die Rose würde sofort auf Snow hinweisen, wenn Orchids Eltern nicht diesen Blumenladen hätten, finde ich. Klar, Snow ist (auch in Bezug auf das, was ich oben zum Kapitol und der Schwangerschaft gesagt habe) offensichtlicher und ich glaube, Orchid weiß um dessen Rosen-Obsession (?), aber ganz vielleicht hat ja doch jemand anderes seine Finger im Spiel, der im Alltag mit Rosen zu tun hat. Wobei das schon echt mies wäre. Ich gehe schon von Snow aus, will ich damit sagen, aber das Blumenmotiv kommt ausgerechnet in dieser FF eben mehrdeutig daher …

Antwort von Crowl am 31.05.2022 | 17:13 Uhr
Hi!

"Erst lesen und dann tippen" - ach, ich mag so unmittelbare Eindrücke; hat ein bisschen was von Bewusstseinsstrom ^^ Und ist auch interessant mitzukriegen, wie Entwicklungen innerhalb eines Kapitels aufgenommen werden. Zumal du ja recht hattest mit deiner finalen frühen These, dass da was Ungutes hinter der "Beförderung" bzw. dem Arztwechsel steckt.

"Aber dass ich generell meine, dass das theoretisch geht, wenn man wirklich gut in etwas ist und das Kapitol einen gebrauchen könnte, hab ich das wohl noch mit reinspielen lassen erstmal." Da bin ich voll bei dir; würd auch sagen, dass es verschiedene "Aufstiegsmöglichkeiten" gibt - wenn man sehr gut in Naturwissenschaft / Technik ist, z.B. ;) Oder man heiratet ins Kapitol ein. Oder man kriegt aufgrund der "richtigen Einstellung" eine verantwortungsvolle Position zugewiesen...

"Die Formulierung mit der direkten Anrede, 'Eigentlich würde ich dich ja gerne kennenlernen', fiel irgendwie aus dem Rahmen." Ja, das sollte sie tatsächlich auch - bin nur unsicher, ob das jetzt gut rüberkam oder doch eher irritierend. Rein rational ist es natürlich Blödsinn, in diesem Stadium der Schwangerschaft mit dem "Kind" zu sprechen, aber das hat einen gewissen background in meinem persönlichen Umfeld, der an der Stelle quasi in die Geschichte reinspielt. Und es sollte noch mal eine Entwicklung widerspiegeln, dass Orchid sich doch irgendwo mit dem verbindet, was in ihr passiert, während sie es zunächst reflexhaft abgewehrt hat.

Zuerst kochen, dann reden bzw. beim Essen reden, gerade über Unangenehmes - schon wieder ein bisschen personal stuff, I guess; sind sicher auch andere Reihenfolgen denkbar ^^ In meiner Vorstellung sucht Orchid erstmal die Nähe zu Raff, das Zusammensein bzw. zusammen kochen auch zur Entspannung, und dann die "inhaltliche" Kommunikation.

Orchid weiß um die Rosen bei Snow; sie hat die in den beiden vorigen Teilen mit beschrieben als Element seines Äußeren (ohne dass ich damals selbst gewusst hätte, dass das noch wichtig werden könnte; ist halt so ein klassisches Snow-Signet ^^). Und sie muss das Zeichen jetzt auch erstmal deuten. "Das Blumenmotiv kommt ausgerechnet in dieser FF eben mehrdeutig daher" - das hoffe ich, und die Rose bietet vielleicht auch darüber hinaus noch ein paar Assoziationen :)

Vielen Dank, dass du dir für die Geschichte Zeit genommen hast; bis zum nächsten Mal!
27.05.2022 | 22:12 Uhr
Hey,

deine Kapitel starten wirklich immer gleich mit den handfesten Tatsachen - "Auf eine Position ins Kapitol befördert" finde ich eine wunderbar gelungene, weil so herrlich verdrehte, Formulierung dafür, dass jemand zum Avox wurde. Das ist ein bisschen wie die Umschreibungen in Arbeitszeugnissen - Hauptsache nichts "Böses" sagen, aber es weiß doch jeder, was mit derartigen Umschreibungen gemeint ist. Nur, dass es hier ungleich viel düsterer ist. Und sehr schlecht für Orchid. Ein Arzt aus dem Kapitol anstelle ihres vertrauen Arztes, das kann ja nichts Gutes bedeuten.
Ein schönes Detail auch, dass Terras Attest mutmaßlich der Grund für diese Behandlung ist. Auch wenn Terra das wahrscheinlich nicht einmal geahnt hat, dass ihr Handeln solche Folgen haben könnte ...
Wenn das Kapitol auch allgemein so viele Ärzte in den Distrikten - oder zumindest in Eins - stellt, dann bedeutet das ja auch, dass sie wieder auf einen weiteren, noch dazu sehr wichtigen, Lebensbereich der Bevölkerung vollen Zugriff und Kontrolle haben. So lässt sich ja noch viel besser kontrollieren, dass es genügend Kinder für Ernten gibt z.B.
Da fällt mir ein, ich glaube, ich war dir noch den Link für das Video, was ich mal erwähnt habe, schuldig, oder? Das wäre dieses Video ( https://www.youtube.com/watch?v=0D8J5TCPHU0 ) von Story Diver. Da gibt es auch noch einige spannende Theorievideos rund um Panem.

"Man kann halt keine eigenen Kinder haben, wenn man sich bereitwillig darauf eingelassen hat, anderen Eltern die ihren zu nehmen. Das ist dann wohl die gerechte Strafe." - Das sind düstere Gedanken, aber so gut formuliert!

Süß, dass Raff die Zutaten schneidet, das ist einfach so eine bittere Auswirkung von Orchids Trauma auf ihren Alltag, aber so lässt es sich natürlich besser damit leben (wenn man schon keine Therapie haben kann ...).

Klingt auch so, als hätten die beiden ordentlich Probleme mit ihren auszubildenden Tributen. Vermutlich müsste man da mal eine Ausbildungsreform anstreben, scheint ja ein allgemeines Problem zu sein, dass die Tribute zu missgünstig sind. Macht es auch noch einmal realitätsnaher, dass es nicht rund läuft in der Akademie, immerhin haben sie das ja aus dem Nichts gestampft und so wirklich eingespielt hat sich das immer noch nicht.

Ouh, ufff, und da ist der Hund tot. Das habe ich auch nicht kommen sehen! Der arme Kleine, der kann ja nun wirklich nichts für all das. Und dann das Symbol mit der Rose, hmm. Rosen sind ja so ziemlich Snows Ding, aber warum sollte jemand aus den Kreisen um Snow ihren Hund töten? Eigentlich kennt er ja noch ganz andere Wege, um Druck auf Orchid auszuüben. Wenn die Rose nicht wäre, hätte ich ja eher auf eine Gruppe von Rebellen/Aufständigen aus Eins getippt, die Orchid nicht abkönnen und sich gegen die vermeintlich kapitolshörige Siegerin auflehnen wollen. Jetzt bin ich auf jeden Fall mal gespannt!

Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße
Coro

Antwort von Crowl am 28.05.2022 | 12:20 Uhr
Hi Coro!

In Panem sind so viele Begriffe verdreht (allein schon "Ernte" und "Spiele"...), da passt die "Beförderung ins Kapitol" wohl dazu - und bezieht sich hier dann tatsächlich auch eher auf den Transport dahin als auf eine höhere berufliche Stellung ;) In dem Zusammenhang mag ich deinen Vergleich mit den Arbeitszeugnissen: Ja, diese verklausulierten Formulierungen sind so furchtbar!

Ärzte find ich generell ein sensibles Thema; Vertrauen wäre da wirklich wichtig, speziell in Sachen Schwangerschaft(-sabbruch). Das ist Orchid dann auch wieder nicht vergönnt. Aber immerhin haben die in 1 überhaupt so eine medizinische Versorgung mit Fachärzten aus dem Kapitol - die Hauptstadt ist halt nah dran, und der Lebensstandard relativ hoch, dass das für die noch attraktiv ist. Bei anderen Distrikten (vielleicht noch 2) kann ich mir das schon nicht mehr vorstellen außerhalb von Militärärzten für die Friedenswächter; denke da haben die bestenfalls einige Heiler "für alles", aber nicht z.B. echte Frauenärzte. Den Gedanken von Zugriff und Kontrolle der Bevölkerung über diesen Weg find ich trotzdem gut, und an der Stelle vielen Dank für den Link! Total interessant, auch die anderen Videos in dem Channel, und immer wieder faszinierend, wie viel man aus diesem Fandom rausholen kann. Ich schau solche Sachen nur stets ein bisschen ängstlich an, ob ich irgendwas in meinen Geschichten quasi "falsch" dargestellt oder übersehen hab ;)

Es hat mich extrem gefreut, dass du diese kleine Küchen-Szene zwischen Orchid und Raff rausgegriffen hast! Das war so ein Gedanke, den beiden zwischendurch auch einfach ein paar typische "Paar-Momente" zu gönnen, wie eben gemeinsames Kochen oder Fernsehen, und dass dabei Fürsorge rüberkommt. Die Story ist ja sonst schon düster genug...

Mit dem problematischen Tribut-Nachwuchs in der Akademie hast du recht; das stell ich mir quasi auch als Generationen-Konflikt vor. Orchid war noch eine "selfmade"-Karriera mit recht einfachen Mitteln, und Raff hat in seinen Spielen offiziell niemanden umgebracht (dass er letztlich an Mias Selbstmord schuld war, weiß eben nur Orchid). Insofern nehmen die trainierten Jugendlichen an der Akademie die beiden nicht mehr unbedingt ernst, und da sehnt sich Orchid fast schon nach der Bewunderung zurück, die Velvet damals noch für sie hatte - auch wenn ihr das ursprünglich peinlich war.

Sammys Tod; "der kann ja nun wirklich nichts für all das" - völlig richtig, und kleiner Spoiler: So was Ähnliches wird Orchid im nächsten Kapitel tatsächlich auch denken. Die Szene hat mir selbst sehr weh getan, ich liebe Hunde, aber leider müssen hier schlimme Sachen passieren... ;( Und die Rose, na ja, am Schluss von Kapitel 7 endlich mal ein Bezug zum Titel ;) Wie das Zeichen zu deuten ist, darüber werden Orchid und Raff jetzt auch nachdenken müssen und entsprechende Konsequenzen ziehen. Es gibt da sicherlich mehrere Möglichkeiten...

Hab ein schönes Wochenende; bis dann!
21.05.2022 | 00:39 Uhr
Du musst nur wenige Sekunden vor mir hochgeladen haben, wie krass heute :D Als ich auf Bearbeiten geklickt hab, war kein Alert da, und als ich meinen Text fürs neue Kapitel ins Feld kopiert und das Ganze veröffentlicht hatte, war dein Kapitel da! Und 6h später les ichs sogar, krass. Hi! :D

Was war Sammy nochmal für ein Hund? Groß, klein? In meinem Kopf ist er sowas Plüschiges auf jeden Fall, nichts, das wirklich als Wachhund fungieren könnte :D

Fast zwei Meter große trainierte Jugendliche sind auch so eine Sache für sich. Kriegt mein Kopf gefühlt nicht verarbeitet, aber natürlich sind zwei Meter große Männer nicht erst mit 25 so riesig geworden, haha, aber neben denen seh ich (oder eigentlich jeder) einfach winzig aus, nur will es mit dem Alter nicht so recht passen. Naja, egal, ich krieg mir Carat jedenfalls nicht richtig vorgestellt, weil das in meinem Kopf nicht passen will, obwohl es was durchaus Reales ist. Und dann drückt der Typ sich in seiner Überraschung auch noch gefühlt aus wie ein Kind. Wobei, nein, da steht aggressiv, ich hab das mehr jolly gelesen irgendwie. Ach, ich krieg ihn nicht zusammengebastelt. Aber immerhin droppt mal jemand die Story, wie genau das mit den schlechten Tributen aus 1 passiert ist … Mal sehen, was Orchid noch so damit zu tun hatte.

Aufgeschobenes Beileid durch automatischen Selbstverteidigungmodus und schlechte Erfahrungen ist auch so ein nischiger trope, den ich mag.

„Wir waren dieses Jahr einfach nicht dran“ — uff, das ist eine harte Aussage, auch so in der Öffentlichkeit. Dass es geht, haben Gloss und Cashmere im Canon ja gezeigt, aber dass es ausschließlich deswegen gegangen sein soll, ist ein interessanter Ansatz. Dass das „erlaubt“ werden musste, darüber hab ich noch nie nachgedacht. Es war ja immer irgendwie klar, dass das durch die Verwandtschaft besonders wirkt, aber ich hab immer automatisch gedacht, dass die auch beide super trainiert (und gutaussehend) waren, weil sie ja auch im zweiten Buch gefährlich rüberkommen. Wäre schon ein spannendes Gedankenspiel, ob Cashmere mit gleichen Skills und Aussehen direkt nach Gloss hätte gewinnen können, wenn ihr Name anders wäre … Theoretisch bin ich auch Team „Tribute haben es selbst in der Hand“, zumindest würde ich das gerne hoffen, aber eigentlich geht das gegen alles, was ich dem Kapitol gerne unterstelle, angefangen bei manipulierten Ernten. Wenn man aber so denkt, könnte man auch sagen, dass Cashmeres Ernte schon kein Zufall war und sie damit eine von vornerein eine ausgewählte Siegerin. Oder sie war halt freiwillig, was wohl am ehesten der Fall war, dann haben die Spielmacher sicher eine Party gefeiert.
Aber wie du die Siegerlisten gedreht bzw. die Tatsache, dass auch mal andere Distrikte gewinnen, eingebracht hast, fand ich eine logische Argumentation.

Aaaaah, du hast die 42. zu Beetees Jahr gemacht! Nice, mit der Cameo hab ich jetzt nicht gerechnet! Wenn er bei seinem Sieg 16-18 war, kommt das mit der Buchbeschreibung auch ganz gut hin, dann wäre er bei den 75. ja um die 50 (auch wenn ich das kaum mehr in meinen Kopf kriege, haha).

Was geht denn bei dem Jungen plötzlich ab? Gefühlt springst du in dem Kapitel mehr von einem Punkt zum nächsten als sonst und die Verbindungen sind kürzer. Das war alles etwas unvermittelt Schlag auf Schlag. Orchids Erklärung ihrer Worte kam dann zwar zum Beispiel noch und damit eine kleine Pause in dem Hin und Her wütender Worte und kalter Wahrheiten. Und grade, als der Haken geschlagen ist, dreht sich wieder alles zum Negativen. Orchid hat echt kein Glück — wären Kinder immer ihr Zukunftsziel gewesen, würde ich mich ja über die Schwangerschaft freuen, endlich was Gute für sie. Aber nein, das ist ja auch ungeplant und eher ungewollt. Stand jetzt habe ich keine Ahnung, wie du hier mal ein gutes Ende basteln willst, falls das das Ziel ist. Hier ist einfach nur Drama und den Lichtblick, diese Chance auf was Schönes für Orchid, sehe ich nicht … Dass sie vom Friedhof flieht, ist ja auch nur was Temporäres, ihr Zuhause nur so lange ein Zufluchtsort, bis Terra wieder Terror (haha..ha.. sorry) macht oder sie auch nur Raff begegnet und wieder an die Spiele oder mindestens die Schwangerschaft und damit auch wieder an ihre Familie erinnert wird …

Heute kam gefühlt wenig aus mir raus, aber ich bin echt müde heute. Nächste Woche dann ein neuer Versuch, wobei ich das Wochenende arbeiten muss, so ganz wach werd ich diesen Monat wohl nicht mehr :D

Antwort von Crowl am 22.05.2022 | 13:03 Uhr
Hi - zeitsynchrones Publishing, zusätzlich zu diversen inhaltlichen Ähnlichkeiten; langsam wird's scary ^^

Sammy ist ein Jack Russell, also eher klein und niedlich. Der kann kläffen und wenn's hochkommt in die Ferse oder die Wade beißen, aber ein richtiger Schutzhund, mit dem man sich sicher fühlen kann, ist er tatsächlich nicht. Stattdessen muss Orchid ja am Ende ihn retten :D

Schade, dass Carat für dich nicht so richtig zusammenpasst. Will das auch gar nicht krampfhaft "korrigieren" (uff, was für ein Ausdruck in dem Zusammenhang *eyeroll*), aber vielleicht kurz zum Hintergrund: Der ist definitiv sehr groß für ca. 17,5 Jahre (in dem Alter fehlen bei Jungs / Männern schon noch ein paar Zentimeter) aaaaber in meiner Vorstellung geht das Körperwachstum bei Akademie-Schülern auch nicht allein auf natürliche Prozesse zurück - sowohl was die Höhe als auch die Breite angeht. Und den kindlichen Charakter, den du bei ihm diagnostizierst, würd ich auch mitgehen, gerade im Kontrast zum Körper. Das ist zwar schon ein bisschen Klischee, und es gibt natürlich auch ganz anders gestrickte Karrieros, aber wer so konsequent auf Töten / Gewalt gedrillt wird, ist dann in der sonstigen Charakterreife manchmal noch nicht ganz so weit. Glimmer z.B. fand ich im Canon stellenweise auch regelrecht albern.

"Automatischer Selbstverteidigungmodus" bei Orchid hier; ja, das trifft's total!

Das Siegen direkt hintereinander; "dass es geht, haben Gloss und Cashmere im Canon ja gezeigt" - genau, auf die Assoziation hatte ich spekuliert :) Das ist dann eben was Besonderes mit den Geschwistern, wo das Kapitol es gutheißen / "erlauben" würde. Wobei ich ähnlich wie du denke, dass Cashmere auch so ein starker Tribut war: Nach allem, was man aus dem zweiten Buch / Film von ihr weiß, wird sie wohl in ihren ersten Spielen (bei den 75. eher nicht mehr) eine Freiwillige und entsprechend trainiert gewesen sein. Dieses Geschwister-Ding dürfte dann noch mal einen kräftigen Push gegeben haben bei den Sponsoren. Und aus Sicht der Spielmacher / von Snow ist das halt auch eine begrüßenswerte Story; ja, die könnten bei ihrer Freiwilligen-Meldung durchaus "eine Party gefeiert" haben ^^ Insofern war Cashmeres Sieg in meinen Augen nicht unbedingt "ausschließlich deswegen", also nicht "geschenkt" - aber die werden zumindest nicht mit irgendwelchen zusätzlichen Attacken / Fallen gegen sie agiert haben, was auch bei Karrieros nicht auszuschließen ist (vgl. Cato und die Wolfsmutationen) und bei einem anderen Nachnamen hätte passieren können, um nach Gloss' Sieg keinen Eindruck von Monotonie aufkommen zu lassen.

Genauso, wie Beetee hier den Sieg bei den 42. Spielen nicht in den Schoß gelegt bekam - die Stromfalle war ja seine eigene clevere Idee. Aber er wurde in dieser Version vom Kapitol-Regime der Abwechslung wegen mit Wohlwollen gesehen und in der für Typen wie ihn günstigen Arena nicht extra traktiert, und allein das ist schon mal ein Vorteil.

"Gefühlt springst du in dem Kapitel mehr von einem Punkt zum nächsten als sonst und die Verbindungen sind kürzer." Hmm, ja, da ist was dran - das ist hier eine ziemliche Achterbahnfahrt. Red ich mich damit raus, dass der Junge wegen des Tods seiner Schwester sehr impulsiv ist?! Ich versuch's wenigstens mal ^^

"Stand jetzt habe ich keine Ahnung, wie du hier mal ein gutes Ende basteln willst, falls das das Ziel ist. Hier ist einfach nur Drama und den Lichtblick, diese Chance auf was Schönes für Orchid, sehe ich nicht…" Zum Ende darf ich jetzt auf keinen Fall irgendwas sagen, obwohl ich so gerne würde - aber wenn's nicht absehbar ist, ist das wohl erstmal gut, I guess ;) Drama-lastig ist diese Geschichte definitiv; etwas entlastende Momente, wie ich sie bei dir so mag, sind (leider) eher spärlich gesät. Aber mit dem Zusammensein mit Raff ist für Orchid jetzt nicht zwangsläufig etwas Negatives verbunden; eher im Gegenteil.

"Terror-Terra", hehe - don't worry, ging mir tatsächlich auch schon mal durch den Kopf... ;)

"Heute kam gefühlt wenig aus mir raus". Also de facto waren's 739 Wörter; das ist doch nicht wenig - hab früher mal Kapitel geschrieben, die kürzer waren ^^ Umso mehr vielen lieben Dank, dass du die Müdigkeit für dieses Review beiseite geschoben hast! :)

Bis dann!
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