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Autor: Moana Nahesa
Reviews 1 bis 25 (von 35 insgesamt):
10.07.2022 | 20:30 Uhr
Ein schönes Ende für deine Geschichte. Charlotte und Haviland haben einen Neuanfang geschafft. Und wer hätte es gedacht, es sind doch noch tatsächlich drei gemeinsame Kinder geworden. Bei Charlotte gehe ich nicht von einem Zufall aus. Ein Segen, wenn man als berufstätige Mutter zuverlässige Hilfe hat. Und auch bei den anderen beiden ist Nachwuchs im Anmarsch. Ich freue mich für die Protagonisten, auch wenn es mir leid tut, dass die Geschichte zuende ist.
Danke für die schone und optimistische Geschichte. Hoffentlich auf bald.

Antwort von Moana Nahesa am 11.07.2022 | 08:30 Uhr
Es freut mich natürlich sehr, dass Dir das Ende meiner Geschichte gefallen hat. Zwar gehörte ich zu den Autoren, die hin und wieder auch mal gemein sein können. Aber diesmal habe ich es einfach nicht über mich gebracht, und so wurde es ein richtiges Happy End.
Die Kinder waren mit Sicherheit alle gewünscht. Charlotte hat gemerkt, dass sie den nötigen Rückhalt hat, um sowohl Mutter als auch berufstätig zu sein. Sie musste sich nicht zwischen diesen beiden Optionen entscheiden. Da Haviland auch viel von zuhause aus arbeitet, kann er im Notfall zur Stelle sein.
Jetzt steht allerdings eine Veränderung an, weil Claire als "Kindermädchen" bald wegfällt. Wie es da weitergeht, habe ich offen gelassen, aber Du kannst Dir ja selbst etwas ausdenken ;-)

Ich danke Dir wirklich sehr für Deine Reviews, die Du mir im Verlauf der Geschichte geschrieben hast. Das war für mich sehr wichtig.

Ich wünsche Dir eine gute Zeit und hoffe natürlich, dass wir irgendwann mal wieder voneinander lesen. Gerade arbeite ich an einer neuen FF, allerdings spielt die wieder in der HP-Welt. Doch da ich inzwischen Downton Abbey kenne, bin ich bereits am Überlegen, ob es nicht auch eine FF in diesem Fandom aus meiner Feder geben wird ;-) Hast Du denn einen favorisierten Charakter, den ich einbauen soll?

Liebe Grüße,
Moana
06.07.2022 | 09:43 Uhr
Hach, ist das alles schön. Ich brauch grad etwas Glück und Sonnenschein. Vielen Dank dafür.

Früher war es tatsächlich weder üblich, dass die Väter bei der Geburt dabei sein durften, noch dass das Kind nach der Geburt Hautkontakt hatte. Ich bin '66 geboren und meine Mutter wurde ausgelacht, als sie mich nach der Geburt zu sich holen wollte. Damals war ja auch die Stimmung deutlich gegen das Stillen, also bin ich ein Flaschenkind. Da hat sich zum Glück viel getan.

Die Geschichte von Lilith kannte ich tatsächlich schon. Ich denke, Charlotte und Haviland haben sich bei der Namensvergabe durchaus was gedacht.

Antwort von Moana Nahesa am 07.07.2022 | 07:20 Uhr
Das klingt, als wäre bei Dir gerade einiges nicht ganz so schön oder einfach. Ich hoffe, das wird bald wieder besser. Und ich bin froh, dass ich mit diesem Kapitel ein bisschen Glück und Sonnenschein, wenn auch nur fiktiv, in Dein Leben bringen konnte.

Ja, es hat sich wirklich eine Menge verändert. Mein Vater war bei meiner Geburt (1983) dabei. Allerdings könnte ich jetzt nicht sagen, ob meine Mutter direkt nach der Geburt Körperkontakt zu mir hatte. Aber ich wurde gestillt. Meine Cousine, die 11 Jahre älter ist als ich, allerdings nicht. Bei ihr war es noch ähnlich wie bei Dir: ihrer Mutter hat man das Stillen sehr schnell "ausgeredet". In den 1950er Jahren waren Hausgeburten noch üblich, gerade auf dem Land. Außerdem wird sich Charlotte in nicht allzu viel reinreden lassen. Sie weiß inzwischen, was sie will und was sie nicht will und dieses Kind war ja nicht erzwungen oder ein Unfall, sondern absolut gewollt. Daher hat sie sich schnell durchgesetzt und wird das wohl auch weiterhin tun.

Ich glaube, Du bist eher eine Ausnahme. Die Geschichte um Lilith war selbst meinen Eltern anfangs unbekannt, obwohl die, was religiöse/kirchliche Aspekte anbelangt, echt firm sind. Aber Lilith ist ja auch nicht unbedingt die "Vorzeigefrau", zumindest vom kirchlichen Standpunkt aus betrachtet *g* Gerade deshalb erschien mir dieser Name sehr passend für Charlottes und Havilands Tochter. Eine ungehorsame Frau ...

Vielen Dank für Deine Review!
Ich wünsche Dir noch eine schöne Restwoche.
Liebe Grüße,
Moana
04.07.2022 | 09:21 Uhr
Charlotte ist in ihrer neuen Umgebung gut angekommen und integriert. Es freut mich, das zu sehen.

Ganz im Gegensatz dazu sind ihre Mutter und Schwester nicht wirklich gut auf sie zu sprechen. Ich denke, eine solche Haltung hat es damals oft gegeben. Es wurde auf Kriegsheimkehrern rumgehackt, weil der eigene Sohn den "Heldentod" (furchtbares Wort)( gefunden hat. Wenn man nicht ausgebombt wurde, war das auch nicht recht usw. usf.

Man muss auch bedenken, dass gerade die adligen Kreise ja immer davon ausgegangen waren, zu einer Elite zu gehören. Nach dem 1. Weltkrieg ist ihre Welt zerbrochen, durch das Dritte Reich hatten sie dann wieder das Gefühl, etwas Besonderes und auserwählt zu sein. Und dann ging das wieder in die Hose. Wer da nicht mit unterging, war zweifelsfrei ein Verräter.

Unter anderen Umständen wäre natürlich eine Heirat mit einem englischen Adligen durchaus standesgemäß gewesen. Man darf nicht vergessen, dass die Adelshäuser ja alle miteinander verwandt sind und "unser"Kaiser Wilhelm ja ein Enkel von Queen Victoria war. Wie übrigens auch der Zar.

Antwort von Moana Nahesa am 05.07.2022 | 20:20 Uhr
Sogar Jahrzehnte später hatte ich bei meinen Großeltern das Gefühl, dass sie Amerikanern und Briten gegenüber eher skeptisch waren. Es waren die "Amis" und "Tommies". Dabei waren meine Großeltern nicht in der NSDAP und von ihrer Gesinnung her auch eher schwarz als braun. Nur wenige Jahre nach dem Krieg muss es daher für Menschen wie Charlottes Mutter und Schwester schwierig gewesen sein, Briten und Amerikaner nicht mehr als Feinde anzusehen. Und umgekehrt, denn dem Colonel ging es ja mit Deutschen an sich auch nicht anders, ehe Charlotte ihn eines Besseren belehrt hat ...

Ja, der 1. WK hat den Adel hart getroffen. Die Welt hat sich verändert und viele aus den obersten Kreisen konnten damit nicht Schritt halten bzw. wollten es auch nicht.

Stimmt, früher hat man als Adelige(r) überall eingeheiratet und die Hochzeit zwischen Haviland und Charlotte wäre unter anderen Umständen wohl begeistert aufgenommen worden. Gerade die deutschen Adelsgeschlechter haben sich ja wirklich kreuz und quer in Europa verteilt und auch die Briten waren gut dabei. Die kamen bis nach Spanien und Portugal. Prinz Philip entstammte letztlich auch aus einem deutschen Adelsgeschlecht und er war zur Zeit dieser Geschichte bereits mit Elizabeth verheiratet. Begeistert waren die Briten über diese Hochzeit allerdings nicht ...
29.06.2022 | 09:22 Uhr
Vom Schicksal in dem Sinne, dass alles von einer höheren Macht vorbestimmt sein soll, halte ich auch nicht viel. Trotzdem gibt es manchmal verrückte Zufälle. Und manchmal wirkt etwas erst im Nachhinein wie Schicksal, weil man es sich wünscht und eine Bestätigung sucht.

Beide Paare sind auf einem guten Weg und ich denke, wenn sie immer über alles offen reden, wird das schon noch alles gut. Das Gespräch zur Familienplanung finde ich herzerwärmend und modern. Mit den damaligen Mitteln war es zumindest eine Möglichkeit, Schwangerschaften zu vermeiden.

Leider wissen sogar heute viele Frauen erschreckend wenig über ihren Körper. Obwohl man sich - wenn man es denn wollte - tatsächlich informieren kann. Aber wenn man meint, man wisse etwas bereits, dann ist die Bereitschaft, es zu hinterfragen, gering. Dunning-Kruger-Effekt.

Antwort von Moana Nahesa am 01.07.2022 | 09:54 Uhr
Das glaube ich auch nicht. Vor allem fände ich das ziemlich frustrierend, denn das hieße ja auch, dass man letztlich nichts ändern kann. Alles liefe so ab, wie das Schicksal es eben "entworfen" hat. An so etwas will ich gar nicht glauben.

Gerade scheint alles tatsächlich gut zu laufen, auch für Claire und Arthur. Haviland mag zwar in einigen Punkten noch sehr altmodisch sein, aber er hat seiner ersten Frau schon ihre Freiheiten gelassen, ohne sich als Familienoberhaupt und Bestimmer aufzuspielen. Es würde nicht zu ihm passen, wenn er das plötzlich anders handhaben würde. Ich habe recherchiert und war überrascht, wie viele verschiedene Verhütungsmethoden es damals schon gab. Allerdings waren sie ziemlich teuer und eben auch noch nicht so ausgereift wie ihre heutigen Ausführungen. Aber es gab Möglichkeiten, eine Schwangerschaft zu verhindern und die könnte Charlotte jetzt nutzen ...

Wohl wahr. Inzwischen gibt es aber wenigstens Apps, die einem so manches erleichtern können. Zumindest habe ich mir das sagen lassen, denn ich vertraue immer noch auf den guten alten Kalender und mein Bauchgefühl (im wahrsten Sinne des Wortes *g*). Aber wahrscheinlich ist das, was man jetzt an vielen Frauen beobachten kann, noch eine Folge der jahrhundertelang vorherrschenden Meinung, dass Frauen nicht wichtig genug seien und man sich deshalb auch nicht um sie kümmern müsste. Deswegen hat auch die Forschung erst jetzt entdeckt, dass Frauen und Männer unterschiedlich auf bestimmte Dinge/Medis reagieren. Der Körper eine Frau scheint nach wie vor für viele Neuland zu sein. Sogar für Frauen selbst.
27.06.2022 | 09:45 Uhr
Es ist schön zu sehen, dass Haviland jetzt wirklich bereit ist, mit der Vergangenheit abzuschließen und sich auf die Zukunft einzulassen. Und gleiches gilt für Charlotte. Ich wünsche ihr sehr, dass sie für sich entdecken kann, dass das Eheleben nicht nur aus Verpflichtungen besteht.

Ich habe mich kurz gewundert, dass von Charlottes Seite (sie hat ja noch ihre Mutter und eine Schwester) niemand bei der Hochzeit war. Aber das ist vielleicht ganz vernünftig, denn es ist ja nicht das traditionelle Verschmelzen von zwei Familien, sondern wirklich nur die Verbindung von Charlotte und Haviland. Vielleicht kann sich Charlotte ja irgendwann mit Mutter und Schwester zumindest soweit aussöhnen, dass ein halbwegs zivilisierter Umgang möglich ist.

Antwort von Moana Nahesa am 27.06.2022 | 21:32 Uhr
Beide wollen einen Neuanfang wagen. Haviland hat erkannt, dass er sich nicht weiter an Harriet klammern kann, weil sie nicht wieder zurückkommt. Aber Charlotte ist da und mit ihr fühlt er sich verbunden. Wie Charlotte sich in das Eheleben einfindet, wirst Du im nächsten Kapitel erfahren. Haviland wird jedenfalls alles tun, um ihr zu zeigen, dass es auch noch etwas anderes gibt als das, was sie erleben musste.

Stimmt, Charlotte hat noch eine Mutter und eine Schwester und Du wirst sie auch noch kennenlernen. Bei der Hochzeit sollten sie aber nicht dabei sein ...

Vielen Dank für Deine Review! Ich habe mich wieder sehr gefreut von Dir zu lesen und bin gespannt, wie Du die restlichen Kapitel findest.
Liebe Grüße,
Moana
23.06.2022 | 09:01 Uhr
Also doch ein Schatten aus der Vergangenheit, wenn auch keine Vera Bates. Haviland musste erst realisieren und annehmen, dass Harriet nicht mehr wiederkommt. Zwischen dem rationalen Wissen und der emotionalen Erkenntnis sind halt doch Welten.

Und was will Felicity? Dieser Anruf kurz nachdem der Standesbeamte die Sache angesprochen hat, erscheint mir gewichtig. Dafür hast Du den Anruf viel zu nebenbei eingebaut. Ich bin gespannt.

Antwort von Moana Nahesa am 24.06.2022 | 10:32 Uhr
Nein, eine Vera Bates hätte ich den beiden jetzt wirklich nicht mehr zugemutet. Aber ein bisschen Schatten musste dann doch noch sein. Haviland wusste ja wirklich sehr lange nicht, was aus seiner Frau geworden ist. Ich kann mir schon vorstellen, dass man insgeheim hofft, dass sie doch noch lebt und es eine ganz einfache Erklärung für ihr Verschwinden gibt. Diese Hoffnung wurde zerstört, als man Harriets Leiche fand. Und damit muss er sich jetzt noch einmal auseinandersetzen.

Zu Felicity will ich natürlich nichts Genaueres sagen/schreiben. Aber schon in zwei Tagen folgt das nächste Kapitel, dann wirst Du mehr erfahren ;-)

Ich danke Dir für Deine Review und wünsche Dir schon jetzt ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße,
Moana
20.06.2022 | 11:07 Uhr
Ja, ja, der Buschfunk. Man könnte denken, die Leute hätten kein eigenes Leben. Ich habe über mich auch schon die tollsten Dinge erfahren.

Die Gesetze waren damals wirklich streng. Allerdings muss wohl auch die Doppelmoral. Solange die Gardinen gebügelt waren, war doch alles in Ordnung ...

Wir sollten nach wie vor dankbar sein dafür, dass wir hier und jetzt in Freiheit leben können. Es mögen sich zwar die Leute ggf. die Mäuler zerreissen, aber wenigstens ist es kein Straftatbestand mehr, wenn man lebt wie man es für richtig hält.

Es freut mich, dass sich Charlotte tatsächlich auf eine "vollständige" Ehe einlassen will. Ihr Vertrauen zu Haviland ist groß, und ich bin sicher, er wird es nicht enttäuschen.

Vor einer Eheschließung müssen natürlich diverse Dinge geprüft werden, z.B. auch, ob keine Ehehindernisse (bestehende Ehe, nahe Verwandtschaft) bestehen. Dafür gibts das Aufgebot. Heutzutage im Computerzeitalter dürfte das schneller gehen. Ich musste damals (vor 31 Jahren) tatsächlich eine aktuelle Geburtsurkunde vorlegen.

Und dass man damals so kurz nach dem Krieg noch vorsichtig war, ist verständlich. Hoffentlich taucht jetzt nicht noch irgendwo der verblichene Gatte aus der Kriegsgefangenschaft auf ...

Antwort von Moana Nahesa am 21.06.2022 | 09:14 Uhr
Der Buschfunk ist immer wieder beeindruckend. Manchmal kommt's mir wirklich so vor, als gäbe es nichts Spannenderes als das Leben anderer Menschen. Zumindest für gewisse Leute. Ich kriege ja nie was mit, worüber dann manche auch wieder den Kopf schütteln *g*

Ich glaube auch, dass es hinter verschlossenen Türen oft ganz anders aussah. Gesetze können viel, aber sie können nicht verhindern, dass Menschen einen Weg finden, um sich vor dem langen Arm des Gesetzes zu verbergen. Das ist ja auch gut so, denn sonst hätten sich manche Gesetze wohl auch nie geändert.
Ich halte es ja sowieso mit den "Ärzten" und denke mir "Lass sie reden". Solange ich mit meinem Verhalten niemanden verletze oder auf andere Weise schade, kann es jedem egal sein, was ich tue bzw. mit wem ich mich treffe. Aber mir ist durchaus bewusst, dass es eine Zeit gab, in der das noch anders gehandhabt wurde und in der man sich in Schwierigkeiten bringen konnte, wenn man sich mit den "falschen" Leute trifft bzw. zusammenlebt.

Ich glaube, das mit der Geburtsurkunde beim Aufgebot ist immer noch so. Aber auch nach der Geburt eines Kindes muss offenbar eine aktuelle Geburtsurkunde der Eltern (oder zumindest des Vaters) vorgelegt werden. Jedenfalls hat mir das neulich jemand erzählt.
In Charlottes Fall will die britische Regierung natürlich auf Nummer sicher gehen, man weiß ja sonst nicht, wen man sich da ins Land holt ;-) Einerseits verständlich nach dem Krieg, andererseits eben auch sehr ärgerlich, wenn man wirklich einfach nur heiraten und ein normales Leben führen möchte.
Ob der Gatte noch auftaucht oder irgendein anderes Hindernis, das erst noch beseitigt werden muss, kann ich noch nicht verraten. Eine zweite Vera Bates wird es aber nicht geben, das kann ich Dir schon mal versprechen ;-)

Liebe Grüße und vielen Dank für Deine Review!
Moana
17.06.2022 | 10:02 Uhr
Haviland ist auf einem guten Weg und auch Charlotte macht Fortschritte. Sie ist noch wirklich sehr verschreckt, was nach ihren Erfahrungen nicht verwunderlich ist.

Ich bin froh, dass er die Waffe verkaufen will. Nach meiner Ansicht gibt es keinerlei Grund, eine Waffe im Haus zu haben. Jagdwaffen sollten gut und sicher verwahrt werden, was heute hier Vorschrift ist. Ich kann mich erinnern, dass mein Großvater das nicht so gesehen hat und die Jagdgewehre (allerdings ungeladen) auch mal an der Wand rumhingen. Aber das ist mittlerweile auch schon fast 50 Jahre her.

Ich freue mich darauf, wie es mit unseren Turteltäubchen weitergeht.

Antwort von Moana Nahesa am 18.06.2022 | 07:23 Uhr
Ich glaube, auf den Revolver hätte ich ungefähr genauso reagiert wie Charlotte, obwohl ich keine Erfahrungen mit Krieg und irgendwelchen Soldaten gemacht habe. Ich hasse Waffen und mir geht es wie Dir: ich finde, die müssen bei niemandem im Haus herumliegen, außer man braucht sie wirklich für den Beruf und dann auch wirklich nur sorgfältig weggeschlossen.
Haviland war allerdings beim Militär. Für ihn ist eine Waffe auch jetzt noch etwas völlig Selbstverständliches. Und gleichzeitig eben ein möglicher Ausweg.

Ich denke, früher hat man sich bei vielen Dingen, die wir heute als unmöglich empfinden, nicht so viel gedacht. Ob es jetzt um Jagdgewehre geht, die an der Wand hängen, oder um die Wortwahl ...

Auf die Turteltäubchen warten noch ein paar Problemchen ;-) Welcher Natur, wirst Du bald erfahren.

Auch für diese Review vielen Dank! Ich hoffe, die Widmung war etwas, womit ich Dir eine Freude machen konnte, denn mir bedeutet es wirklich viel, dass Du mir weiterhin schreibst.
Liebe Grüße und ein schönes (heißes) Wochenende!
Moana
17.06.2022 | 09:56 Uhr
Es ist schön zu sehen, dass Charlotte jetzt langsam körperliche Annäherungen zulassen kann. Und bei Havilands sensibler Art wird das auch schon noch gut werden. Schön, dass sie ein geeignetes Haus gefunden hat für die Schule und außerdem - wenn ich es richtig verstanden habe - das andere Projekt unterstützen kann. Das Vermögen muss sehr groß sein, wenn es auch die Währungsreform überlebt hat.

Antwort von Moana Nahesa am 18.06.2022 | 07:17 Uhr
Guten Morgen!

Havilands Zurückhaltung kommt ihm in diesem Fall tatsächlich zugute. Er war ja nie ein Mann, der besonders offensiv vorgegangen ist, und genau das ist es, was Charlotte braucht. So kann sie über das Tempo entscheiden.

Charlotte hat sich mit Leonard Montefiore zusammengetan. Wie genau diese Zusammenarbeit aussieht, wirst Du noch erfahren. Charlotte war auf jeden Fall klug genug, dass Geld, das sie geerbt hat, "in Sicherheit" zu bringen. Wenn es schon auf fragwürdigen Wegen zu ihr gekommen ist, soll es wenigstens gut eingesetzt werden. Du kannst Dir also sicher sein, dass noch ausreichend davon vorhanden ist ;-)

Vielen Dank für Deine Rückmeldung! Ich melde mich gleich noch einmal.
Liebe Grüße,
Moana
13.06.2022 | 09:23 Uhr
Hach, ist das schön. Das ist ja alles auf dem besten Wege. Bin gespannt, was Du dir noch ausgedacht hast.

Antwort von Moana Nahesa am 14.06.2022 | 07:26 Uhr
Wenn Dir das schon gefällt, bin ich gespannt, was Du zum nächsten Kapitel sagst ;-)
Jedenfalls freue ich mich, dass Du nach wie vor mit dabei bist und mir eine Review dagelassen hast.

Liebe Grüße,
Moana

P.S.: Btw ... inzwischen habe ich Downton Abbey geguckt (naja, ich habe es wohl eher durchgesuchtet und habe die Staffeln inzwischen schon ein zweites Mal gesehen) und kann Dir etwas besser auf eine Deiner ersten Reviews antworten. Downton Abbey ist sicherlich um einiges größer als Buckshaw. Theoretisch hätte man da zwar auch etwas mehr als nur zwei Bedienstete nötig, aber dem Colonel war es lange egal und er konnte ja auch niemanden bezahlen. Carson hätte zweifellos die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen ;-)
08.06.2022 | 09:06 Uhr
Du magst es, es spannend zu machen, oder? Hoffentlich sind es nur die Straßenverhältnisse ...

Ich hatte mal eine alte Landkarte aus den frühen 50ern, da wurde tatsächlich noch zwischen Sandstraßen und "staubfreien" Straßen unterschieden. Autobahnen gabs früher ja nicht flächendeckend und auch die Landstraßen waren nicht das, was wir heute kennen. Es gab ja auch viel weniger Verkehr, gerade auf weitere Strecken. Wenn man da liegenblieb oder einen Unfall hatte, dauerte es lange, bis mal jemand vorbeikam. Daher gab es auch Verkehrsschilder, die auf die nächste Möglichkeit zum Telefonieren oder Erste Hilfe verwiesen.

Und die Autos waren auch nicht so zuverlässig wie unsere heutigen. Ich kann mich an einen ADAC-Film erinnern, wo ein gerissener Keilriemen durch eine Damenstrumpf ersetzt wurde.

Antwort von Moana Nahesa am 08.06.2022 | 17:16 Uhr
Hin und wieder muss das mal sein *g* Und wie Du ja schon festgestellt hast, waren die Straßen und Autos vor einigen Jahrzehnten noch sehr viel schlechter bzw. unsicherer, als sie es heute sind. Die Wetterbedingungen machen es Charlotte in diesem Fall nicht unbedingt leichter, ihren Wagen zu lenken. Aber schon in drei Tagen wirst Du erfahren, wie es ihr ergangen ist.

Das mit dem Damenstrumpf habe ich auch schon häufiger gehört. Ist doch schön, dass die auch noch für etwas anderes gut waren ;-)

Vielen Dank für Deinen Kommentar zum Kapitel! Ich wünsche Dir einen schönen Abend.
Liebe Grüße,
Moana
07.06.2022 | 11:01 Uhr
Na, das schaut doch schon recht hoffnungsvoll aus: Charlotte und der Colonel haben sich ausgesprochen, die Schwester hat einstweilen die Stacheln wieder eingezogen und die Damen fahren sogar zusammen nach London.

Es ist wohl auch eine der Schwierigkeiten, wenn man mit seinem Geld was Gutes tun will: es gibt so viele Projekte, die Unterstützung verdienen. Und daneben noch solche, die es nicht tun, aber trotzdem laut klappern. Ich wünsche Charlotte ein gutes Händchen bei der Entscheidung, was sie mit den Geld tun will.

Antwort von Moana Nahesa am 08.06.2022 | 07:52 Uhr
Stimmt, es sieht eigentlich ganz gut aus. Jetzt muss es nur noch so bleiben. Ein paar Kapitel haben wir ja noch vor uns ...

Ich glaube, ich hätte ähnliche Schwierigkeiten wie Charlotte. Man will, dass das Geld, das man ausgibt, auch tatsächlich etwas bewirken kann. Das/die Projekt/e wollen also gut ausgewählt werden. Gerade in dieser Zeit gab es in GB noch einiges zu tun. Ob Charlotte ein gutes Händchen beweist, wirst Du bald erfahren ;-)

Vielen Dank für Deine Review! Ich bin natürlich gespannt, was Du zu den verbleibenden Kapiteln sagst.
Liebe Grüße und noch einmal vielen Dank für Deine Treue,
Moana
02.06.2022 | 09:51 Uhr
Ich bin erschüttert. Sowohl von Charlottes Erlebnis als auch von den Ereignissen in Gefangenschaft. Es ist beängstigend zu sehen, wozu ganz normale Menschen fähig sind. Denn die Täter waren ja wahrscheinlich "ganz normale" Brüder, Väter und Ehemänner und haben sich dann im Zivilleben auch wieder entsprechend benommen. Auch die Kriegsverbrecher auf deutscher Seite sind danach ganz normal ins Alltagsleben abgetaucht. Es ist ja nicht so, dass die dann ein Mal auf der Stirn tragen, an dem man sie erkennt.

Ich glaube, wir leben hier in Europa in einer wunderbaren Glaslocke aus Frieden und Zivilisation. Wie schnell die zerbricht, sah man im Balkankrieg und gerade jetzt wieder in der Ukraine. In anderen Weltgegenden ist es nicht so friedlich. Das sollte man nicht vergessen.

Antwort von Moana Nahesa am 03.06.2022 | 08:11 Uhr
Guten Morgen!

Ich weiß, Charlottes Erlebnis war krass, aber ich habe es mir nicht selbst ausgedacht. Ich bin ein großer Doku-Fan und bin irgendwann mal an eine geraten, in der von Frauen erzählt wurde, die die Besatzungsmächte auf solch brutale Art erleben mussten. Und da gab es die Geschichte einer jungen Schauspielerin, die zu Fuß auf dem Weg nach Hause war (allerdings damals von Prag aus) und auf drei US-Soldaten traf ... Naja, den Rest kannst Du Dir denken. Sie ist danach den restlichen Weg noch weitergegangen und hat lange nicht über das geredet, was ihr passiert ist. Wie wohl die meisten Frauen. Ich dachte, ich muss diese Geschichte aufgreifen, denn die Alliierten waren damals eben nicht nur ein Segen.
Und wenn man sich überlegt, dass es wirklich die Söhne von einer Frau waren, die das getan haben. Dass diese Männer evtl. Schwestern hatten, Frauen und Töchter ... Ja, dann wird einem ganz anders. Aber leider hört man immer wieder davon, dass "gewöhnliche" Familienväter eine andere Seite haben, im Krieg wie im Frieden.

Aber nach 77 Jahren ohne Krieg sind wir sehr verwöhnt. Man hat sich im Frieden eingerichtet und das Böse/Grenzüberschreitende ausgeklammert. Aber es existiert eben weiter und wie Du ja schon meintest: keiner von denen trägt ein Mal auf der Stirn. Ich fürchte, es muss immer erst was offensichtlich Schlimmes passieren, dass wir begreifen, wie gut wir es haben.

Vielen Dank für Deine Gedanken zu diesem Kapitel. Ich bin wirklich froh, dass Du sie mit mir teilst. Ich mag diesen Austausch sehr gern und freue mich jedes Mal, wenn Du mir schreibst.
Liebe Grüße,
Moana
30.05.2022 | 10:57 Uhr
Es sind klare Worte gefallen. Das ist gut so. Und das Misstrauen von Felicity ist durchaus verständlich.
Richtig ist auch, dass diese unseelige Ideologie nicht an eine Nationalität gebunden ist. Der Gedanke der Überlegenheit der "arischen Rasse" ist älter als die NSDAP und war - und ist leider immer noch - weltweit verbreitet. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hat es überall auf der Welt pseudowissenschaftliche Bewegungen gegeben, die beweisen wollten, dass alle anderen "Rassen" (die Anführungsstriche deshalb, weil es keine menschlichen "Rassen" im wissenschaftlichen Sinne gibt) der "arischen" unterlegen seien. Ich vermute immer, dass nach Abkehr vom biblischen Bild der Welterschaffung ein anderer Grund für die eigene Überlegenheit gefunden werden musste. Der früher religiös begründete Antisemitismus wurde jetzt "wissenschaftlich" begründet. Mir dreht sich der Magen um.

Antwort von Moana Nahesa am 30.05.2022 | 20:08 Uhr
Nationalsozialistisches Denken war sicherlich nicht nur auf Deutschland/Österreich beschränkt. Viele Kriege wurden geführt, weil sich eine "Rasse" der anderen überlegen gefühlt hat. Was an sich schon einfach absurd ist.
Aber tatsächlich gab es gerade auch in der britischen Aristokratie Unterstützer von Hitler und seiner NSDAP. Unity Mitford und ihre Schwester waren nur eine von vielen. Leider hat sich die Ideologie ja bis heute gehalten und ich fürchte, so schnell wird man die auch nicht mehr los. Es scheint irgendwie Teil des Menschen zu sein, sich anderen überlegen fühlen zu wollen. Und wenn man es durch Leistung nicht schafft, sucht man sich eben irgendwelche wahnwitzigen anderen Gründe wie Religion und Hautfarbe und versucht dafür auch noch Beweise zu finden. Vollkommen irrsinnig. Mir dreht sich da, genau wie Dir, der Magen um. Deswegen wollte ich Charlotte auch diese kleine Rede halten lassen.

Vielen Dank für Deine Gedanken dazu!
Liebe Grüße,
Moana
30.05.2022 | 10:44 Uhr
Schön, dass Charlotte sich jetzt mal entschieden hat, der Sache eine Chance zu geben. Und Flavia scheint auch aufgeschlossen zu sein. Das ist doch schon mal was.

Namenstag wurde in meiner Kindheit auch gleichberechtigt mit Geburtstag begangen. Was für ein Kind natürlich sehr vorteilhaft ist. Hinsichtlich der Benennung der Kinder nach dem Tagesheiligen des Geburtstags: da kenne ich verschiedene Bräuche, z.T. wurden nur uneheliche Kinder nach dem Tagesheiligen benannt, sonst ging das immer nach den Namen der Eltern, Großeltern und ganz wichtig der Paten. Aber vielleicht gingen die möglichen Namensalternativen ja auch bei der Menge der Kinder irgendwann mal zuende und man hat das pragmatisch gelöst.

Antwort von Moana Nahesa am 30.05.2022 | 20:00 Uhr
Letztlich hat Charlotte erkannt, dass es auch eine Chance für sie sein kann. Sie mag den Colonel und will es darauf ankommen lassen.

In meiner Kindheit waren es nur noch die Geburtstage, die gefeiert wurden. Ich wusste lange nicht einmal genau, wann ich Namenstag habe. Aber von meiner Mutter ist mir das eben noch bekannt.
Meine Großtante ist die einzige, von der ich weiß, dass sie nach der Heiligen benannt wurde, an deren Tag sie geboren wurde. Bei ihrer jüngeren Schwester (meiner Großmutter) war es schon nicht mehr so. Dazu gehörige Heilige musste es allerdings immer geben. Die Cousine meiner Mutter wurde daher "Katharina" getauft, weil es eine heilige Karin nicht gibt. Inzwischen hat das vermutlich ziemlich an Bedeutung verloren. Jedenfalls habe ich schon lange nicht mehr gehört, dass ein Name bei der Taufe abgelehnt wurde, weil es keinen passenden Heiligen dafür gibt *g* Die Zeiten ändern sich.

Liebe Grüße und vielen Dank für Deinen Kommentar zum Kapitel!
Moana
23.05.2022 | 08:54 Uhr
Es ist doch interessant, welche Meldungen durch den Buschfunk gehen. Oft denke ich, es ist ganz gut nicht zu wissen, was die lieben Nachbarn meinen, über einen zu wissen. Ich hab da auch mal zufällig lustige Dinge über meine Familie und mich erfahren. Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll.

Über Felicity bin ich mir noch nicht im Klaren. Sie will offensichtlich ihren "kleinen Bruder" beschützen. Das ist grundsätzlich mal ehrenhaft. Und es ist ja wirklich ungewöhnlich, wenn eine Wildfremde ohne offensichtliche Motive einfach mal so die ganzen Schulden abzahlt und das Haus renovieren lässt. Da kann man schon mal ins Grübeln kommen und nachfragen.

Ach Charlotte, ich kann das schon gut verstehen, dass sie sich am liebsten ein Mauseloch mit solider Türe suchen würde. Sie meint es ja wirklich nur gut und ist jetzt total überfordert. Vor allem, weil sie den Colonel eigentlich sehr mag und vielleicht auch mehr wollen würde, wenn sie nicht diese schlechten Erfahrungen hätte. Da wird der Colonel wohl nach seiner Genesung mal aktiv werden müssen, wenn er Charlotte in seinem Leben haben will.

Antwort von Moana Nahesa am 24.05.2022 | 07:14 Uhr
Gerade in kleineren Orten wird wirklich viel geredet. Ich kenne das auch und ich will gar nicht wissen, was man über mich so sagt. Solange man noch drüber schmunzeln kann, ist es ja okay. Manchmal finde ich es aber schon erschreckend, was sich die Leute zusammenreimen bzw. ausdenken, nur weil sie meinen, etwas gesehen oder gehört zu haben ... Aber wie heißt es bei den Ärzten immer so schön: "Lass die Leute reden!"

Von Felicity wirst Du in den nächsten Kapitel noch etwas mehr mitbekommen, vielleicht wird Dein Bild von ihr dann etwas klarer. In jedem Fall ist sie aber eine "große" Schwester, die es gewöhnt ist, sich vor ihren Bruder zu stellen. Und gerade in den Jahren nach dem Krieg war das auch bitter nötig, denn der Colonel hat nicht wirklich am Leben teilgenommen.
Ich an ihrer Stelle wäre zweifellos aus etwas skeptisch gewesen, denn mir hat man noch beigebracht: "Niemand will dir etwas schenken". Daher ist es schwer zu glauben, dass Charlotte aus der Reihe tanzen soll.

Im Moment weiß Charlotte wirklich nicht so genau, was sie machen soll. Ihr Plan, als sie damals nach Yorkshire gefahren ist, um ein Haus zu besichtigen, war schließlich ein anderer gewesen. Jetzt sieht sie sich mit Gefühlen konfrontiert, die sie nicht erwartet hatte ...

Vielen Dank für Deine Review! Ich bin wie immer gespannt, was Du zum nächsten Kapitel sagst.
Liebe Grüße,
Moana
18.05.2022 | 13:11 Uhr
Ha. Ich wusste es. Leider. Ich kann nur hoffen, dass das Penicillin hilft. Und dass sich die zwei dann eventuell mal zeitnah aussprechen.

Zwischen Arthur und Claire ist also auch mehr. Das ist einerseits sehr schön, andererseits wird es für Arthur mit seinen unbewältigten Traumata sicher nicht so einfach sein. Es hat hier halt jeder sein Päckchen zu tragen. Und es gibt ja viele Arten, eine Beziehung zu führen. Ich drücke den beiden jedenfalls sehr die Daumen.

Antwort von Moana Nahesa am 20.05.2022 | 08:27 Uhr
Ja, Du hattest den richtigen Riecher. Die Krankheit des Colonels ist einer der wenigen Aspekte, die ich aus den Büchern übernommen habe. Ansonsten habe ich den Canon ja weitestgehend ignoriert ;-)

Claire und Arthur verstehen sich auf jeden Fall wieder sehr gut. Dennoch haben die beiden keinen leichten Weg vor sich, denn Arthur ist, wie Du ja angemerkt hast, nach wie vor sehr traumatisiert. Aber Claire hat ihn auch schon zu einer schlimmen Zeit kennengelernt. Die Chance könnten also ganz gut stehen ... Mehr dazu natürlich in den nächsten Kapiteln.

Ich danke Dir für Deine Review und wünsche Dir schon jetzt ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße,
Moana
16.05.2022 | 09:38 Uhr
Antibiotika sind ein großer Segen. Auch ich wäre wohl nicht mehr da, wenn es sie nicht gäbe. Leider starben früher viele - gerade Kinder - an Infektionen, die heute leicht behandelbar wären. Und in anderen Weltgegenden sterben sie noch immer. Gerade in einem Kinderheim waren die Verhältnisse sicher nicht besonders rosig.

Der Colonel wird doch nicht auch krank sein? Ich mache mir gerade Sorgen um ihn. Charlotte sollte ganz schnell nach Buckshaw fahren, ich habe da kein gutes Gefühl.

Antwort von Moana Nahesa am 16.05.2022 | 10:53 Uhr
Stimmt, Antibiotika haben einiges leichter gemacht. Und wenn der Mensch mit dieser Entdeckung etwas sorgsamer umgeht und sie nicht bei jeder Kleinigkeit verschrieben bekommt und schluckt, werden sie uns auch weiterhin noch treue Dienste leisten.
Ich war - Gott sei Dank - noch nie in der Situation, dass mir ein Antibiotikum das Leben retten musste. Ich hoffe, das bleibt auch so. Aber seit der Entdeckung konnten damit auf jeden Fall viele Leben gerettet werden. Ich bin froh, dass es bei Dir auch geklappt hat!

Was mit dem Colonel ist, verrate ich an dieser Stelle noch nicht. Aber vielleicht hast Du ja den richtigen Riecher ;-)

Vielen Dank für Deine Review!
Liebe Grüße,
Moana
12.05.2022 | 13:55 Uhr
Irgendwie habe ich das Gefühl, ein Mütterheim wäre auch nicht schlecht. Damals gabs ja leider auch ganz unsägliche, kirchliche Heime für "gefallene" Frauen, sogenannte Magdalenenheime. Müssen fürchterliche Zustände gewesen sein, ggf. mal bei Wikipedia anschauen.
Aber vielleicht könnte man ja die Frauen davor bewahren, zu "fallen", wenn man sie ausbilden würde. Welch revolutionäre Idee! Und dann bräuchten sie auch keine Männer mehr, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Undenkbar!

Arme Charlotte. Nach den Erfahrungen glaube ich ihr gerne, dass sie lieber ledig bleiben will und auch auf sonstige Erfahrungen verzichtet. Zumal ein unverbindliches Arrangement damals zumindest für die Frau der gesellschaftliche Tod war. Und wenn sie ihre Reputation verliert, dann kann sie auch keine Mädchenschulen gründen, denn wer würde denn seine Töchter einer "solchen" Frau anvertrauen.

Schön, dass sie wieder nach Yorkshire zurückfahren will. Vielleicht können sich alle einfach mal einwenig besser kennenlernen.

Antwort von Moana Nahesa am 12.05.2022 | 20:30 Uhr
Die Magdalenenheime kenne ich vor allem aus Irland. Im National Museum of Ireland kann man darüber eine Menge erfahren. Die haben es dort sehr eindrucksvoll aufgearbeitet. Aber ich weiß, dass es diese Heime auch in anderen Ländern gab.

Charlotte könnte mit ihrem Geld zweifellos eine Menge guter Projekte anstoßen. Aber letztlich muss sie sich für ein oder zwei entscheiden, sonst wird es ein bisschen viel ;-) Allerdings ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Vielleicht finde sie ja noch einen Weg, sich auch noch für anderes einzusetzen.

Sich näher kennenzulernen, könnte auf jeden Fall helfen. Wobei es trotzdem schwierig sein kann, sich nach solchen Erlebnissen auf jemanden einzulassen, egal, wie sehr man jemanden mag ...

Ich danke Dir für Deine Review und wünsche Dir noch einen schönen Abend!
Liebe Grüße,
Moana
09.05.2022 | 14:42 Uhr
Man könnte ja vielleicht miteinander reden, dann gäbe es nicht so viele Missverständnisse, oder? Andererseits könnte man auch keine unterhaltsame Geschichte daraus machen.

Außerdem wäre es damals absolut gar nicht gegangen, dass eine Frau zu einem Mann, von dem sie nicht mindestens einen Heiratsantrag erhalten hat, sagt: ich würde dich schon wollen, aber ich werde kein Hausmütterchen und will selbständig bleiben. Also wird das noch sehr viel länger dauern, bis die beiden mal zueinander finden.

Der arme Handwerker, so eine Verletzung war damals der direkt Weg von der Armut ins Elend.

Und an dem ausgesetzten Kind sieht man, wo es hinführt, wenn man Aufklärung und Verhütungsmittel für Teufelzeug hält.

Antwort von Moana Nahesa am 10.05.2022 | 07:07 Uhr
Guten Morgen!

So ziemlich dasselbe hat meine Beta auch gesagt, als sie dieses Kapitel gelesen hat :-D Wobei es am Reden wohl bei vielen scheitert. Und in diesem Fall kommt ja noch dazu, dass sich der Colonel und Charlotte kaum kennen. Einem Menschen, den man zwar mag, aber noch nicht richtig einschätzen kann, gegenüber offen zu sein, ist noch etwas schwerer, denn man kann seine Reaktion nicht einschätzen.
Charlottes Problem liegt nicht nur darin, dass sie selbstständig bleiben möchte und nicht weiß, ob der Colonel das akzeptieren könnte. Aber dazu in späteren Kapiteln mehr.

Tatsächlich basiert die Geschichte um den Handwerker mehr oder weniger einiger auf einer wahren Begebenheit. Ich kann mich jedenfalls noch an einen Zeitungsartikel erinnern, in dem von einem Mann hier aus der Gegend berichtet wurde, dem auf einer Baustelle von einer herabfallenden Glasscheibe beinahe der Unterarm abgetrennt wurde. Ich habe daraus die Finger gemacht, und da die ja "etwas" dünner sind als ein Arm, waren sie eben ganz ab ...

Zur damaligen Zeit standen leider nicht allzu viele Verhütungsmittel zur Verfügung. Die Pille gab's noch nicht und die Sache mit dem Kondom war bei Männern damals wahrscheinlich genauso beliebt wie heute, zumal die in den 1950er sicherlich noch nicht so super dünn waren wie die modernen ;-P Aber ja, es hätte bestimmt schon geholfen, wenn man mit den Leuten etwas mehr geredet bzw. sich etwas mehr mit den Frauen solidarisiert hätte. Wenn ich jetzt allerdings daran denke, dass in manchen Ländern in Sachen Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch auch wieder einige Schritte rückwärts gemacht werden, frage ich mich, wo das in unserer Zeit noch hinführen soll.

Vielen Dank für Deine Gedanken zum Kapitel!
Liebe Grüße,
Moana
05.05.2022 | 13:02 Uhr
Hallo Moana,

ich hatte die Geschichte jetzt schon länger im Alert stehen, aber noch nicht reingelesen. Ausserdem kenne ich die Bücher so gar nicht, daher habe ich auch keine Vergleichswerte, was "Canon" ist und was nicht.

Habe die Kapitel jetzt in einem Rutsch durchgelesen und finde bisher klingt alles sehr gut und schlüssig. Der Krieg hat damals sehr viel zerstört. Nicht nur Gebäude und wirtschaftliche Strukturen, sondern teilweise ganze Familien und die Hinterbliebenen hatten es mehr als schwer, mit den Folgen zurecht zu kommen. Das ist etwas, was sich wohl niemals ändern wird. Man muss sich ja nur die derzeitige Situation in der Ukraine anschauen. Wieviele Menschenleben dieses überflüssige Szenario schon gekostet hat und wieviel zerstört wurde....auf beiden Seiten!

Und wie sagt man so schön: der Sieger schreibt die Geschichte. Ein guter Freund hat mal von einem Austauschprogramm mit den USA gesprochen, an dem er in seiner Schulzeit teilgenommen hat, der Geschichtsunterricht, was den 1. und 2. Weltkrieg angeht, ist ein Witz in Tüten und entspricht (zumindestens damals in dieser amerikanischen Schule) in keinster Weise der Wirklichkeit. Im Krieg gibt es keine wirklichen "Gewinner". Es gibt nur jene, die den Krieg begonnen haben und jene die ihn beenden konnten. Zurück bleibt Leid und Zerstörung.

Die beiden älteren Töchter des Colonel scheinen, trotz anfänglicher Vorbehalte, Charlotte gegenüber halbwegs aufgeschlossen zu sein. Im Gegensatz zu Flavia. So wie Sie sich jetzt darstellt, könnte es durchaus noch zu einigen Spannungen und Explosionen kommen. Sie scheint eine kleine altkluge Besserwisserin zu sein, die sich für unschlagbar hält und noch nicht erkannt hat, das Bücherwissen nicht alles ist. Und sie, trotz ihrer fraglos vorhandenen Intelligenz, nicht alles weiß.

Nun ich bin auf jeden Fall gespannt, was die Geschichte noch so an Überraschungen bereit hält und wünsche an dieser Stelle schon einmal ein schönes Wochenende

Liebe Grüße
Yuee

Antwort von Moana Nahesa am 06.05.2022 | 07:40 Uhr
Guten Morgen!

Du ahnst gar nicht, wie sehr ich mich freue, dass Du mir schreibst. Ich hatte bei dieser FF schon mit relativ wenig Rückmeldung gerechnet, weil die Buchreihe viel zu unbekannt ist, als dass sie besonders viele Leser bei ff.de ansprechen würde. Daher ist es jetzt umso schöner, Deine Review zu lesen. Vielen, vielen Dank dafür! Das war eine tolle Überraschung an diesem Morgen, als hinter dem Glöckchen eine 1 stand.

Jetzt aber zu Deiner Review. Ich glaube auch, dass es in oder nach einem Krieg niemals Gewinner geben kann. Ich bin ein Fan von PURs "Kein Krieg", denn ich denke, sie treffen den Nagel auf den Kopf. Ob nun 1. WK, 2. WK oder das, was in der Ukraine passiert, ob man in der Geschichte weiter zurückgeht oder "nur" den Kontinent wechselt: egal, wo man sich mit Waffen bekämpft, kann es nur Verlierer geben. In dieser Hinsicht werden Menschen aber offenbar auch nicht klüger ...

GB hatte nach dem 2. WK ziemlich zu kämpfen. Da sie während der Kriegshandlungen Geld hauptsächlich in die Rüstungsindustrie gesteckt haben, war die Wirtschaft danach völlig am Ende. Eigentlich hat GB nur durch die Unterstützung der USA überlebt. Dementsprechend schwierig war das Leben für die Bevölkerung. Vieles war sowieso zerstört und dann kamen eben noch Rationierungen dazu. Und wie Du ja auch schon angemerkt hast, wurden Familien auf die unterschiedlichste Weise getroffen: manche wurden praktisch ausgelöscht, in anderen kamen nicht alle aus dem Krieg heim, andere waren dauerhaft gezeichnet, wieder andere waren zwar körperlich heil, aber psychisch am Ende ...

Ich habe selbst nicht in dieser Zeit gelebt und kenne sie nur aus Erzählungen meiner Großeltern, aber ich habe versucht, die Situation halbwegs einzufangen. Wenn mir das nachvollziehbar gelungen ist, freut mich das sehr.

Flavia ist tatsächlich ein schwieriger Charakter, weshalb ich mich auch dagegen entschieden habe, die Geschichte - wie die Bücher - aus ihrer Sicht zu schreiben. Ich denke, die Tatsache, dass sie ohne Mutter aufgewachsen ist und auch von ihrem Vater nie wirkliche Aufmerksamkeit erhalten hat, war schwierig für sie und sie kompensiert das nun, in dem sie sich überall einmischt und meint, alles zu können und zu wissen. Wie es mit ihr und Charlotte und allen anderen weitergeht, erfährst Du im heutigen Kapitel.

Noch einmal vielen, vielen Dank für Deine Review! Es würde mich freuen, wieder von Dir zu lesen.
Hab ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße,
Moana
03.05.2022 | 11:44 Uhr
Nunja, wenn's einfach wäre, dann wären wir ja jetzt schon bald mit der Geschichte durch. Aber wir sind ja erst bei ca. 1/3, d.h. es war absehbar, dass da noch etwas Drama und Unausgesprochenes kommt.

Ich kann Charlottes Bedenken verstehen. Dass es der Ehemann duldet oder sogar noch begrüßt, wenn sich die Frau nicht auf die Familienpflichten beschränken will, war damals sehr ungewöhnlich. Und dass sie nicht in die Rolle der Verstorbenen schlüpfen kann und will, ist auch verständlich - abgesehen davon, dass man den Kindern nicht einfach eine neue Mutter aufzwingen sollte. Eine neue Partnerin des Vaters wäre schon schwer genug zu verdauen. Und Charlotte ist jung, evtl. könnte sie ja selbst noch Kinder kriegen ...

Außerdem kennen sich die beiden ja noch nicht wirklich. Also erst mal Abstand und dann sehen wir weiter.

Antwort von Moana Nahesa am 05.05.2022 | 11:37 Uhr
Es wird sogar noch etwas mehr Drama geben ;-) Und damit hallo!

Charlotte hat erlebt, wie es ist, mit einem Mann verheiratet zu sein, der von ihr erwartet, sich um Haushalt und Kinder zu kümmern bzw. sich ihm unterzuordnen. Das will sie definitiv nicht noch einmal erleben. Aber wie Du ja schon meintest, war das damals eher ungewöhnlich. Die Rollenverteilung war klar. Und auf Frauen, die arbeiten, wurde eher herabgesehen oder die Nase gerümpft. Und über die Ehemänner, die das zuließen, hat man den Kopf geschüttelt.
Hier kommen dann auch noch die drei Töchter des Colonels dazu ... Jede Frau, die ihn heiratet, wäre also automatisch auch Stiefmutter. Für die Mädels wäre es natürlich auch eine große Umstellung, wobei die in einem der Bücher erstaunlich locker darüber spekulieren, ob eine Schauspielerin, die im Zuge eines Drehs nach Buckshaw kommt, ihren Vater heiratet. Jedenfalls Flavia tut das. In die Köpfe der anderen bekommt man leider keinen Einblick.

Wie es mit dem Abstand halten weitergeht, erfährst Du dann im nächsten Kapitel ;-)

Vielen Dank für Deine Review!
Liebe Grüße,
Moana
30.04.2022 | 09:56 Uhr
Der arme Arthur hat Sorge, seine Zuflucht zu verlieren. In Buckshaw hat er eine Aufgabe, einen Platz und Sicherheit. In der "richtigen"Welt würde er wohl untergehen. Er kann froh sein, den Colonel zu haben.

Charlottes Gedanken sind ehrenhaft. Dem eigenen Gewissen zu folgen ist nicht einfach, wenn das Leben und die wirtschaftliche Existenz davon abhängen. Sie kann jetzt mehr Gutes tun, als wenn sie als mittelloser Flüchtling irgendwo gestrandet wäre. Welches Land hätte sie denn aufgenommen - denn auf ihr Vermögen hatte sie erst Zugriff, als der Ehemann tot war. Vorher Abstand es unter der Verwaltung durch den Ehemann. Und studiert hat sie auch erst nach dem Krieg.

Und Flavia. Es wäre gut, wenn sie erkennen könnte, was sie alles nicht weiß. Ich kenne kluge Leute, die am Chemiestudium gescheitert sind. Und dieses Mädchen denkt, sie liest einige Bücher und spielt mit dem Labor und ist dann eine Chemikerin? Nun ja, es ist eigentlich ein Jugendbuch, da darf man nicht so kritisch sein. Und in deiner Geschichte schaut das ja zum Glück ganz anders aus.

Antwort von Moana Nahesa am 01.05.2022 | 11:17 Uhr
Hallo!

Vermutlich hätte Arthur die "richtige" Welt gar nicht lange überstanden. Ich könnte mir jedenfalls gut vorstellen, dass er sich früher oder später doch das Leben genommen hätte. Er hat zwar das Kriegsgefangenenlager überstanden und überlebt, aber ohne die Aufnahme in die Familie des Colonels wäre er danach nicht mehr weit gekommen. Dementsprechend hat er, wie Du ja schon festgestellt hast, Angst, man könnte ihm das alles doch noch wegnehmen.

Aus unserer heutigen Sicht ist es oft leicht zu sagen: "Ich hätte damals anders gehandelt." oder "Ich hätte damals etwas unternommen." Denjenigen, die versucht haben, etwas zu tun oder dagegen aufbegehrt haben, was in Deutschland passiert, ist es meistens nicht besonders gut bekommen. Charlotte weiß das eigentlich auch und doch macht sie sich Vorwürfe. Jetzt will sie wenigstens irgendetwas Gutes und Sinnvolles mit dem Geld tun, das sie geerbt hat. Und wie Du schon geschrieben hast: vor und während des Krieges wäre ihr das niemals so möglich gewesen wie jetzt.

In den Büchern ist Flavia wirklich herausragend gut für ihr zartes Alter. Im ersten Buch ist sie erst elf. Keine Ahnung, ob das tatsächlich machbar ist, vor allem wenn man sich alles autodidaktisch beigebracht hat. Ich war in Chemie nie sonderlich gut, hatte es aber auch nur zwei Jahre in der Schule.
Wie weit ihre Fähigkeiten in meiner Version reichen, wirst Du im Laufe der Geschichte noch erfahren ;-)

Vielen Dank für Deine Gedanken zum Kapitel!
Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.
Liebe Grüße,
Moana
28.04.2022 | 20:44 Uhr
Manchmal denke ich, wir wissen es nicht genug zu schätzen, hier und jetzt zu leben. Gerade als Frauen. Und auch die moderne Medizin ist ein Segen. Vielen ist das aber nicht klar und sie fabulieren lieber von irgendwelchem ominösen Heilwissen unserer Vorfahren. Die dann mit 30 an einem eitrigen Zahn gestorben sind.

Auch der Zugang zu modernen Verhütungsmitteln ist ein Segen. Früher blieb oft nichts anderes als der Weg zur Engelmacherin. Und abgesehen von dem gesundheitlichen Risiko war es auch noch strafbar.

Ich kann verstehen, dass Flavia skeptisch ist. Es ist immerhin ihr Haus und sie hat als Kind sicher nicht die notwendige Einsicht in die Notwendigkeiten. Ich kenne die Bücher nicht, aber ich befürchte eine altkluge Nervensäge ;-). Kinder, die so viel klüger als alle Erwachsenen sind, sind mir unheimlich.

Antwort von Moana Nahesa am 30.04.2022 | 08:11 Uhr
Für uns Frauen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eine Menge verändert und ich glaube auch, dass wir - einmal abgesehen davon, dass es noch immer Ungerechtigkeiten im Hinblick auf die Behandlung der unterschiedlichen Geschlechter gibt - schon ziemlich weit gekommen sind. Den Rest schaffen wir jetzt auch noch.
Bei der modernen Medizin bin ich tatsächlich hin und her gerissen. Ich finde, sie ist Fluch und Segen zugleich. Es gibt tolle Errungenschaften und es gibt den Menschen, der meint, dass alles, was möglich ist, allein deshalb auch gemacht werden muss. Und mit vielem, was in der modernen Medizin möglich ist, haben wir uns neue Probleme geschaffen (ich sage nur multiresistente Keime). Ich glaube, unsere Vorfahren wusste schon einiges, nur ist es immer die Frage, wie man es einsetzt. Eine Mischung wäre wahrscheinlich das Beste, dann muss keiner mehr an einem eitrigen Zahn sterben (wobei das auch heute nicht ausgeschlossen ist, denn bei meiner Cousine gab es genau wegen so etwas wirklich krasse Komplikationen, die übel hätten enden können) und wir schaffen uns nicht noch mehr neue Probleme ...

Verhütung ist zweifellos eine tolle Erfindung. Ganz ohne waren sie aber in den 1950er Jahren auch nicht. Da gab es eher religiöse Hinderungsgründe, sie bzw. es auch anzuwenden. Oder man kam nicht an die Dinger heran. Die Versorgungslage war gerade in GB nicht besonders gut.

Du hast Flavia ziemlich schnell durchschaut. In den Büchern ist sie - für meinen Geschmack - viel zu altklug. Sie ist der Meinung, ohne sie geht's nicht, weshalb sie sich natürlich auch gern mal über alle Regeln hinwegsetzt und beleidigt reagiert, wenn ein Erwachsener sie nicht nach ihrer Meinung fragt oder um Hilfe bittet. Da die Bücher auch noch aus ihrer Sicht geschrieben sind, kann das wirklich sehr nervig sein. Aber sie ist eben auch eine wirklich herausragende Chemikerin, obwohl sie noch sehr jung ist.

Vielen Dank für Deine Rückmeldung! Ich bin wirklich froh, dass Du mir weiterhin so regelmäßig schreibst.
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße,
Moana
26.04.2022 | 17:30 Uhr
Arme Charlotte. Leider erlitten und erleiden immer noch Frauen in Kriegs- und Fluchtsituationen dieses Schicksal. Immerhin gilt es wohl mittlerweile als Kriegsverbrechen - was aber wohl auch nicht viel hilft.

Zum Glück kam sie unbeschadet aus der Situation raus, das hätte auch böse ausgehen können.

Die allgemeine Erwartung ist wohl tatsächlich, dass sie den Colonel heiratet, da kommen sie beide nicht mehr raus. Keiner kann sich einen anderen ehrenwerten Grund für ihr Geldgeschenk vorstellen. Wie wäre eigentlich die umgekehrte Situation - Witwe mit drei Kindern und marodem Anwesen erhält Geschenk von reichem Gönner? Man sollte die öffentliche Meinung nicht unterschätzen, es wird viel
Gerede geben und nicht nur wohlwollendes.

Antwort von Moana Nahesa am 27.04.2022 | 08:08 Uhr
Guten Morgen!

Ja, das stimmt. Soldaten der Besatzungsmächte nutzten (und nutzen wohl immer noch) derartige Übergriffe, um sich an den Frauen des Gegners zu rächen bzw. um sie zu bestrafen, um ihnen zu zeigen, wie wenig sie wert sind. Dazu wird aber später noch etwas mehr kommen, deshalb will ich erst einmal nicht näher darauf eingehen.
Vieles gilt inzwischen als Kriegsverbrechen, was früher einfach nur hingenommen werden musste. Wobei ich ja der Ansicht bin, dass der Krieg an sich schon ein Verbrechen ist und alles, was darin passiert, nur schwer in "richtig" und "falsch" eingeteilt werden kann. Allerdings sind Übergriffe auf wehrlose Zivilisten tatsächlich das Allerletzte und sollte immer auf das härteste bestraft werden, wenn man an die Täter herankommt. Den Betroffenen hilft das aber, wie Du ja schon meintest, wenig. Sie müssen trotzdem irgendwie damit umgehen lernen. Heute gibt es Therapien. Damals hat man es einfach totgeschwiegen und weitergemacht.

In den 1950er Jahren war die Erwartungshaltung wirklich noch ganz anders als heute. Ich bin mir nicht sicher, welche Konstellation in diesem Fall die "ungefährlichere" gewesen wäre. Auch eine Witwe mit drei Kindern hätte sich einige Gerüchte gefallen lassen müssen, wenn ein reicher Mann für sie zahlt. Da denkt man wohl schnell an etwas weniger gesellschaftlich Akzeptiertes.
Ich bin jedenfalls froh, dass ich in dieser Zeit nicht aufwachsen musste ...

Aber jetzt werden sich der Colonel und Charlotte sowieso erst einmal nicht sehen. Etwaiges Gerede kann sich dann erst einmal beruhigen ;-)

Vielen Dank für Deine Review!
Liebe Grüße,
Moana
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