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Autor: writer to be
Reviews 1 bis 25 (von 60 insgesamt):
10.08.2022 | 12:48 Uhr
Hallo erstmal,

der Titel als auch der Kommentar vor Kapitelbeginn sind ja schonmal interessant. Überarbeitungen eigener Werke oder Gedanken sind ja nochmal ein ganz eigenes Thema, aber ich denke, dass das zum Schreibprozess - egal bei welcher Art von Text - dazugehört. Überarbeiten und Überdenken verbessert meistens den Text eher, als dass es ihm schadet. Und gerade bei erzählenden Texten können dann halt auch ganz neue Handlungsabschnitte entstehen.
Interessant auch der Bezug vom Kapiteltitel und den das Kapitel einleitenden Worten: Die "Waagschale", die zugleich gängigerweise das (oder: ein) Symbol von Gerechtigkeit und/oder Recht ist - und mit der Erwähnung von Gerechtigkeit beginnt ja auch das Kapitel. Und es ist aber auch schön, Spud zumindest kurz darüber nachdenken zu lassen: Kann es an einem solchen Ort soetwas wie Gerechtigkeit geben? Je nach Definition ist es schon Gerechtigkeit, dass Spud auch mal ein paar Probleme und Konsequenzen erlebt, nachdem er Leute verrät, betrügt und beleidigt (wobei es wohl nur wenig Charaktere gibt, zumindest in Panem/hier in den Fanfictions bei denen unmoralische Aktionen beim Zuschauen soviel Spaß machen wie mit/bei Spud, dafür ist er einfach zu amüsant). Andererseits könnte man ja auch entgegnen, dass Spud an den Karrieros, die auch ernteten, was sie sähten, Gerechtigkeit geübt hat - Karrieros, die (als Gruppe) in allen anderen Jahren Wehrlos töten, werden selbst in einem Zustand der Wehrlosigkeit umgebracht - Tja, und spätestens hier muss man aufpassen, dass man nicht den Fehler macht Rache und Gerechtigkeit gleichzusetzen, den Fehler, den in Panem m. E. immer wieder so viele gemacht haben - ob im Kapitol oder irgendeinem der Distrikte...
Tja, und schon wieder bin ich völlig vom Inhalt des Kapitels abgeschwoffen, aber na gut...
Wie gesagt, die Frage nach Gerechtigkeit in der Arena ist ähnlich wie die nach 'Zufall' und 'Schicksal' in der Arena - Teile des Arenageschehens sind einfach zufällig, manche liegen an den Tributen und viele an den Spielmachern.
In diesem Kapitel sind es ja wieder eindeutig die Spielmacher, die in das Geschehen eingreifen und zugleich damit auch ein bisschen Spud und den Tribut aus 7 'bestrafen' wollen - wobei es mich schon wundert, dass sie im Endeffekt die beiden nicht einfach zu einem gewissen Punkt hingetrieben haben, ein Kampf wäre im Zweifel interessanter gewesen, aus Zuschauerperspektive.
Ein weiterer Punkt, denn ich auch hier interessant finde, ist die technische Perspektive. So ein Erdbeben und das gezielte Zerstören des Bodens muss ja schon ein ganzer Aufwand sein. Generell frage ich mich, inwiefern zum Beispiel auch potenzielle Kriegswaffen in den Hungerspielen getestet werden - zum Beispiel Mutationen und biologische, Giftgas und chemische Kampfstoffe oder auch nochmal exzentrischere Waffen, wie zum Beispiel Methoden der Wetter- oder Boden-/Gelände-/Naturbeeinflussung (soweit ich weiß, wird an Waffen, die das Wetter des Gegners beeinflussen schon heute gearbeitet, gut möglich, dass das Kapitol sowas auch hat und dementsprechend in der Arena austestet).
Sonst noch interessant, dass Spud ausgerechnet in dieser Extremsituation die Lehrer von Autoritätspersonen - Eltern, Lehrer, Mentorin - akzeptiert oder als 'wahr'/'gültig' anerkennt - sowohl was die Gerechtigkeit angeht, als auch dieses 'Durch Willen geht alles'. Das passt natürlich dazu, wie Spud die Arena und die Spiele als Veranstaltung, wo man "unverschämt viel [...] lernt". Man könnte vielleicht auch - Ernst Jünger paraphrasierend - sagen, dass "man in den Hungerspielen [im Original im Krieg] gründlich lernt, aber das Lehrgeld ist teuer" - und das macht auch Spud hier durch.
Das Ende ist dann natürlich etwas ungewöhnlich - ich hätte wiegesagt eher auf einen kurzen, aber heftigen Kampf getippt, aber wer weiß, vielleicht ging es da den Spielmachern nicht schnell genug.
Sonst ist vielleicht noch hinzuzufügen, dass Spud jetzt ja endlich seine Axt wieder hat - und, wenn ich richtig (?) gezählt habe, nur noch zwei Tribute, der Junge aus 9 und das Mädchen aus 6 da sind - dann kann das Finale ja losgehen.

Viele Grüße und bis zum nächsten Mal,

Parsifal
10.08.2022 | 10:19 Uhr
Heyho,
"ein Kapitel, das es niemals geben sollte", wäre auch mal eine schöne Kapitelüberschrift.
Es ist zwar eine sehr spannende Situation aber die Vorstellung, wie Spud da auf dem Baum sitzt und "Fuck" brüllt anstatt einfach mal hinne zu machen und da runter zu klettern, ist wirklich urkomisch.
Ich mag es, wie du die Situation / Bedrohung ziemlich unklar lässt. Klar, Spud hat ja auch nicht die Zeit, genau zu analysieren, was da los ist. Das macht es bedrohlicher.
Krass, wie sehr die Spielemacher hier eingreifen und letztlich Nummer 7 ja im Grunde selbst umbringen; fast als hätten sie ihn aufgegeben. Ich hätte jetzt eher erwarten, dass sie die beiden halt an einer Stelle zusammen festhalten, damit es zum Kampf kommt. So ist es ja fast langweilig - also aus Zuschauersicht, immerhin ist klar, dass 7 stirbt und Spud überlebt, sobald die Wände sich nochmal verschoben hatten.
Was mir aber sehr gut gefallen hat, war die Szene, als beide an der Wand hängen und Spud ihm den Hammer wegnimmt (endlich hat er seinen Hammer, das hatte ja schon fast was von Familienzusammenführung) - sie scheinen ähnliche Typen zu sein, weil beide ja wirklich wenig reden. Und Spud lässt die spöttischen Kommentare, scheinbar ging es ihm wirklich nicht gut da an der Wand :D
Ich bin mal gespannt, ob in dem Wald noch jemand gestorben ist - bei dem Lärm hätte man ja mitunter die Kanone gar nicht gehört. Wie viele sind jetzt neben Spud noch im Spiel? Zwei oder drei? Wir werden wohl auf die Nacht und die Hymne warten müssen...
Und so langsam bahnt sich ja ein Finale an. Ob Spuds Hammer noch zum Einsatz kommt? Wäre ja auch witzig, wenn er den Hammer jetzt hat, er aber einfach nicht nützlich ist und am Ende das verhasste Schwert Spud rettet... :D
Bis bald
limette
09.08.2022 | 18:56 Uhr
Hey,

"Kapitel, das es nie geben sollte" - das wäre auch mal ein schöner Kapiteltitel. Und einer den ich fühle, den könnte ich einigen meiner Kapitel auch verpassen. Aber meist (eigentlich immer?) hat es ja einen Grund, wenn sich noch etwas zu einer Geschichte hinzuschleicht. Und sei es nur, um den Charakteren noch etwas mehr Raum zu gönnen oder einer Szene noch mehr Gewicht zu verleihen. Sowas fällt einem ja nicht später noch mal ein, weil es so egal ist. Anyway, ich bin gespannt!

Uhhh, eine Terrainmanipulierung - gleich so viel fancier als "nur" eine Naturgewalt (zumal es der Begrifflichkeit nach eine solche in der Arena ja gar nicht geben kann)! Unter dem Aspekt gefällt mir auch, dass es sich hier nicht um eine Art Lawine oder so, wie von mir überlegt, handelt, sondern um etwas so unrealistisches wie in die Luft fliegende Hexagone (?). Das ist mal wieder so herrlich unnatürlich, wie auch die Gefahren in der 75. Arena mit dem Nebel z. B. Denn warum sollte das Kapitol auch langweilige Dinge erfinden, die genauso aussehen wie schnöde Naturgewalten, wenn man diese Dinge auch pimpen kann? Quasi eine Naturgewalt aber auf Steroiden. Also mir gefällt das Konzept von diesen hochspringenden Bodenplatten, vor allem aufgrund der vollkommenen Desorientierung Spuds. Höchst effektiv, aber wenigstens ist es bei so etwas dann hilfreich, dass er oft nicht so viel nachdenkt - und hier im wahrsten Sinne einfach den Sprung wagt. Das hat ihm wohl das Leben gerettet.
Das Build-up zu diesem Moment gefällt mir auch, weil ich hier wirklich gedacht habe, es kommt eine Lawine oder so, die Anzeichen waren ja da, aber dann kommt es doch ein bisschen anders und das macht die Hungerspiele ja auch aus.

"[...] also ist es ohnehin egal, in welche Richtung er rennt." - but is it? Ich frage mich bei diesem Satz ganz random, ob es in der Arena nicht auch Grenzen gibt - Gebiete, in die eine gewisse Falle schlichtweg nicht mehr verbaut ist, die Spielmacher sie also auch nicht anwenden können. Bei Alys' Arena gab es ja z. B. die Bodenplatten, die fest waren. Wenn ein Tribut es also schafft, sich aus der definierten Gefahrensituation zu bewegen, können ihm oder ihr die Spielmacher nichts mehr anhaben. Gilt so etwas vielleicht auch für "Natur"katastrophen? Irgendwo muss die Macht der Spielmacher ja auch eine Grenze haben, sonst besteht die Gefahr, dass es da irgendwer in einem Anfall von Sadismus viel zu weit treibt und das dann für negative Quote sorgt. So wie die Überflutung in Annies Arena nicht geplant war und diese Auslöschung auf großer Skala den Leuten nicht gefallen hat. Also vielleicht gibt es da schon ein Ende, wie an der Abbruchkante - das Erdbeben ist also nur Mittel zum Zweck, um die Tribute zu diesem Ort zu treiben und sie dort in einer Fähigkeit herauszufordern - und wer es nicht so weit schafft, der war eben zu schwach?
Keine Ahnung, aber du siehst, das ich da viel zu viel dran hängengeblieben bin :D

"Spud hat einige Kraft im Oberkörper – wenn dem nicht so wäre, hätte er sich beim Interview nicht ausgezogen" Haha, oh Spud, wenigstens gehen ihm nie die amüsanten Selbstkommentare aus :D

"Spud schnaubt – tanzen will er höchstens auf dem Grab, das in Distrikt 5 unweigerlich bereits für ihn ausgehoben wurde." - das hätte auch wieder was Morbides, wenn da wirklich schon ein Grab für ihn vorgesehen ist, das dann erstmal leer bleibt und nur auf sein Dahinscheiden wartet ... da muss ich an Crowls Version mit dem Tributfriedhof und den Lücken denken!

Immerhin ist Spud sehr hands on schlau, wie er da den Jungen aus Sieben austrickst. Ich hatte schon fast befürchtet, dass er ihn mitsamt Hammer von der Mauer pflückt und der Junge dann stirbt, was Spud noch mehr schlechtes Gewissen gebracht hätte, aber so hat er ja noch ... verhältnismäßig Glück gehabt, dass die Spielmacher ihm das abgenommen haben.

"Eine Dummheit – ein Shot. Prost, Dio." - Ein weiterer dieser Kommentare, für die man Spud einfach lieben muss; selbst oder trotz der ernsten Situation.

Tja, ich kann den aus Sieben verstehen, dass er so flucht. So kurz vorm Tod ist es eh egal. Ist ja auch scheiße, wenn man die ganze Zeit gekämpft wie nix und dann einfach stirbt, weil man nicht ganz so cool-dämlich ist wie der andere Tribut, der einem den Hammer weggeschnappt hat. Vielleicht auch schon ein bisschen grenzüberschreitende Machtausübung der Spielmacher - ich mein da nachträglich so ein Loch zu öffnen ist ja wirklich offensichtlich. Das finden bestimmt nicht alle Zuschauer*innen cool.
Wenn ich nicht wüsste, dass das hier weit vor Johanna spielt, würde ich ja sagen, dass er sich das bei ihr abgeschaut hat. Aber vielleicht ist das auch einfach so in Sieben, das man kräftig flucht :D

Jetzt sind es nur noch ... zwei (drei?) andere Tribute, richtig? Mal sehen, ob Spud überhaupt noch dazu kommt, was tolles mit seinem Hammer anzustellen. Ich hab da noch so Zweifel - wäre ja auch schon fast wieder lustig, wenn diese ganze Suche danach völlig banane wäre am Ende :'D

Na, ich werd ja sehen - bis zum nächsten Mal bei Alys!
Liebe Grüße
Coro

Antwort von writer to be am 10.08.2022 | 21:25 Uhr
Hallo :)

Ja, wäre es - würde nur nicht zum Schema der restlichen Kapiteltitel passen und da bin ich pingelig :D Hm, nicht immer, würde ich sagen, es gibt genug Leute, die Wiederholung um Wiederholung in ihre Texte packen und selbst dann nicht kürzen wollen, wenn eigentlich wirklich jede*r sieht, dass es notwendig ist (aka ich vor gar nicht mal so langer Zeit). Aber hier ist tatsächlich alles im Rahmen, finde ich.

Ich hab lange an dieser Szene gehangen. Wie der Tribut aus 7 ausgeschaltet wird, war die langwierigste Baustelle dieser FF, weil ich nicht wollte, dass sich irgendwas doppelt, es spannend sein musste, aber auch nicht direkt das krasseste, was die Hungerspiele je gesehen haben, weil Spud in CBT eben ist, was er ist. Deine Lawine war trotzdem noch besser als die Prognosen auf Mutationen! :D Es sind nur tatsächlich keine fliegenden Hexagone (oder Oktagone - ich leg mich nicht fest; Spud weiß nicht, wo der Unterschied liegt, und wer bin ich, es ihm zu erklären, haha), sondern viel mehr hat sich der Boden quasi aufgeteilt (so wie die Kraftfelder im Film aufgeteilt sind) und die bewegen sich dann säulenartig rauf und runter, also mehr wie so Podeste - ergibt das Sinn? Offenbar nicht, sonst hätte man es aus dem Text lesen können. Naja. Jedenfalls springt da nicht nur die oberste Bodenschicht hoch, sondern alles drunter mit. Tolle Beschreibung, sollte ich häufiger machen. Egal - Spud profitiert vermutlich wirklich davon, hier keinen krassen Plan zu spinnen zu versuchen - wegrennen, so stumpf es sein mag, war wohl wirklich die sicherste Lösung. "Naturgewalt auf Steroiden" mag ich, klingt auch wie was, das Spud sagen würde :D Ich hab ja echt überlegt beim Schreiben, ob er das Wort "Terrain" kennen würde ... aber sind wir mal nicht so.

Ich hatte überlegt, dass wenn die Spielmacher die Arena in so Hexagone geteilt haben, sie die auch alle unabhängig voneinander bewegen können, es also theoretisch möglich wäre, dieses Naturschauspiel überallhin zu schicken. Aber natürlich sind Sektoren genauso möglich. Was es auch ist: Spud würde es nicht verstehen :D Bei Alys hingegen wäre es einen Gedanken wert gewesen, die beiden Möglichkeiten zumindest mal gegeneinander aufzuwiegen! Ihre Arena hatte ja nicht unbedingt Natur, dementsprechend war das ohnehin nochmal anders anzugehen - ich war da von Pyramiden inspiriert, da gab es ja auch Fallen für Grabräuber, und solche Trittfallen werden halt nur an einer Stelle ausgelöst. Allerdings war Sektor C ja auch nicht nur punktuell gefährlich, das heißt, selbst da konnte was gedreht werden (how to große Spoiler vermeiden, haha), also kann man Spuds Arena hier sicher auch so oder auslegen ... Wie das genau funktioniert, wissen am Ende nur die Spielmacher. Davon auszugehen, dass es egal ist, und einfach zu rennen, hat Spud aber sicher auch in die Karten gespielt - der krasseste Sprinter ist er ja nicht, der braucht die Sekunden des Nichtnachdenkens.

Ich liebe übrigens, wie du schon das Wort "Naturgewalt" im Bezug auf die künstliche Arena auseinandernimmst!

Stimmt, jetzt sehe ich die Parallele zu Crowls Friedhof auch - mein liebstes Add-on von ihr, glaube ich. Bezüglich Spud glaube ich aber eher, dass das Grab dann einfach für irgendwen anders genutzt würde oder eben wieder zugeschüttet. Einen gesonderten Tributfriedhof gibt es bei mir nicht.

Ursprünglich wollte ich schreiben, dass der Junge aus 7 durch Spud fällt, aber Spuds Plan war ja schon beim Baum, den anderen durch einen Fall zu töten, und Spuds Ursprungsplan einfach zu verschieben, war mir zu leicht. Ganz davon abgesehen, dass ich dem Jungen aus 7 seine Kletterskills gern lassen wollte. Der kriegt sich schon festgehalten - sein einziges Manko war wirklich der kaputte Fuß. Ansonsten würde Spud ja langsam am kill count gewisser anderer Protagonistinnen von mir kratzen und da muss ich auch irgendwie die Balance halten, dass er nicht zu stark wirkt in seiner Untrainiertheit und mit mehr Glück als Verstand :D

Ja, ein biiisschen ein deus ex machina ist das Ende. Aber auch da wieder: Einfach so runterfallen lassen wollte ich ihn nicht, irgendwie dumm sein sollte er auch nicht, Spud sollte nicht zu stark sein, und und und ... Alles schwer. Aber ich kann mir das ja einfach schönreden mit Spuds Rolle in CBT: So, wie er drüben dasteht, ist er zwar nicht negativ gesehen, aber eben auch nicht positiv, seine Spiele waren gut, aber nicht die krassesten überhaupt, von denen alle noch reden. Vielleicht ist es ja so, dass sie es hätten werden können, aber diese Aktion der Spielmacher der Sache einen Dämpfer verpasst haben, wer weiß (ich sollte das wissen ...). Ein bisschen too much ist es von Seiten der Spielmacher sicher, aber letztendlich wäre Spud davongekommen und Sympathiepunkte hat der Junge aus 7 in der Situation ja nicht gesammelt. Also endet die Terrainmanipulation eben nochmal mit einem Paukenschlag. Fairerweise hat die Mauer ja nicht so gewackelt, dass es den Jungen runtergeschüttelt hätte, er war ja noch dabei, in Richtung Rand zu klettern, aber irgendwann reicht die Kraft nicht mehr - siehe Annies letzte Gegner*innen nach dem Dammbruch, die alle einfach nicht so lange schwimmen konnten.

Noch zwei andere Tribute sind in der Arena!

Ich find so witzig, wie niemand in den Reviews Spud diesen Hammer gönnt, alle erwarten einfach, dass der jetzt nichts bringt, herrlich :D

Bis dann!
05.08.2022 | 12:42 Uhr
Hi!

Wegen dem PS vom letzten Mal: Ich hatte tatsächlich nur gedacht, ob da ein "mitgebracht" fehlt. Hab mir jetzt auch deine Review-Antwort zu der ähnlichen CBT-Formulierung angeschaut, und ja, Umgangssprache geht natürlich in Dialogen. Genauso wie die andere Reviewerin kannte ich diese Ausdrucksweise halt bloß nicht (im CBT-Kapitel muss ich drüber hinweg gelesen haben), aber den Satz mit dem Stift hab ich nun auch noch woanders gefunden, und das Prinzip ist das gleiche wie bei Spuds Frage, also gibt es das wohl - wieder was Neues erfahren :)

Hier gefällt mir erstmal das Analoge am Anfang: Glühbirnen. Eine mechanische Uhr. Ein alter Zug. So gar nicht Science-Fiction, aber wie gesagt, für die Distrikte find ich das gut - bei mir gibt's da ja auch noch Papier und Schlüssellöcher und so was...

Spud kommt für mich wie im letzten Kapitel recht tiefgründig und auch etwas melancholisch rüber, sowohl bei der Szene mit der Uhr als auch beim Gespräch mit Genny. Ich würd da schon eine Veränderung im Vergleich zu den ersten, eher locker-flockigen Stunden dieses Tages sehen wollen, wie sie im Auftaktkapitel beschrieben wurden. Die Ernte und die plötzliche Aussicht (in seinen Augen ja sogar: Gewissheit) auf einen baldigen Tod haben wohl etwas mit ihm "gemacht", wie man so schön (?) sagt, und das liest man dann auch gerne - zumal, wenn es in fatalistische Aggressivität mündet, wie sie der letzte Satz verspricht; mit so etwas kann ich bei Charakteren generell immer was anfangen.

Zu Genny hatte ich mir ja mehr gewünscht, und hier hinterlässt sie gleich mal einen starken Eindruck. Sie weint zwar erst viel (was verständlich ist), aber im Zug gibt sie Spud ziemlich souverän Kontra. Scheint insgesamt ganz gut zu funktionieren zwischen den beiden - ich rechne zwar nicht mit größeren Gefühlen, aber zumindest könnten sie in der Vorbereitung zusammenhalten; "Schicksalsgenossen" halt. Und ich ahne schon, dass ich traurig sein werde, wenn dann in der Arena irgendwann...

"Ayrta Featherstone" - oh. Oh! Mehr kann ich ja kaum schreiben wegen Spoiler und so, aber sehr schön, wie sich hier manches scheinbar beiläufig entfaltet. Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass es richtig war, eher in diese Geschichte einzusteigen als ursprünglich geplant ;)

Bis dann!

Antwort von writer to be am 06.08.2022 | 23:39 Uhr
Hallihallo :)

Och, die allermeisten Male, die mich Leute auf Sachen hinweisen, sind ja wirklich Fehler drin. Also gern weiter anmerken, weil so häufig komme ich bestimmt nicht mit Ausdrucksweisen an, die keiner kennt (zumal ich ohnehin versuche, jeglichen Dialekt oder so aus meinen Texten rauszuhalten ...).

Ja gut, Papier und Schlüssellöcher sind nochmal eine andere Nummer :D Im Kapitol sicher gar nicht mehr präsent (für die Quartiere im Trainingscenter stelle ich mir so Chipkartenschlösser vor, auch wenn ich das nie irgendwo geschrieben habe, und sonst Tablets, oder wenn Papier, dann niemals handbeschrieben - zumindest nicht von Kapitolern), aber aus den Distrikten kriegt man solche Sachen wohl nicht so schnell. Funktioniert ja schließlich und was juckt es das Kapitol, wie es in Distrikt 5 aussieht? Analoge Uhren hingegen scheinen die ja selbst zu haben, siehe Plutarchs unbeholfener Versuch, Katniss einen Arena-Tipp zu geben - wäre eine Uhr so super ungewöhnlich, wäre er damit sicher aufgefallen und hätte sich verraten können, so sehr wie die Leute im Kapitol auf Mode achten. Was hier noch am ehesten aus dem Rahmen fällt, ist der Klapperzug. Für Distrikt 5 ist es egal, aber der fährt ja ins Kapitol und macht dort einen schlechten Eindruck (wobei der Zug ja gar nicht klapprig ist - er erfüllt nur sicher nicht die Standards des Kapitols und Spud muss eh immer meckern; von innen ist der ja durchaus edel) - deshalb wird er ja auch ersetzt. Zum Jubiläum muss schließlich alles tipptopp sein! :D

Ja, so langsam geht es auf das zu, was Spud als seinen Untergang sieht - oder so ähnlich. Er ist ja noch immer recht kalt, was das angeht. Aber er muss sich Gedanken machen, einfach nur keinen Bock zu haben wie vor der Ernte reicht nicht mehr. Armer Tropf :D

Spud braucht auch echt ein Gegenüber, das ihm mal entweder eine Gegenmeinung (Alys) oder die Realität (Genny) um die Ohren haut, sonst fährt der ja durchgängig seinen eigenen Film ... Aber ja, mit Genny funktioniert es echt ganz gut - hilft sicher, dass die sich kennen, er aber tatsächlich nichts gegen sie hat. Panem hat ja sicher Gesamtschulen, das heißt, Spud und Genny kennen sich seit etwa zwölf Jahren, und auch wenn sie nie wirklich geredet haben, haben sie jetzt beide immerhin jemanden in den Spielen, dessen Präsenz in einem Raum gewohnt ist und vielleicht erden kann in all dem Stress.

Haha, Ayrta. Schön genamedroppt, sie und Proteus - drüben gibt es was ganz Ähnliches, darauf komm ich dann zurück, wenn du da angekommen bist :D Und ich bin gespannt, wann dir die andere Cameo hier auffällt ...

Bis dann!
28.07.2022 | 16:01 Uhr
Uff, ich glaub das ist mein spätestes Review zu dieser Geschichte überhaupt. Normalerweise melde ich mich ja immer direkt nach dem Lesen und tatsächlich hab ich das Kapitel auch am Dienstag schon gelesen, aber ich hatte heute meine letzte Klausur und hatte irgendwie so den Kopf voll mit irgendwelchen Formeln und Ökonometrie-Theorie, dass ich erst jetzt entspannt was schreiben kann. Ich weiß, ich muss mich nicht rechtfertigen oder so, aber wollt's kurz erwähnt haben.

"vorvorletztes Kapitel" - ehm was? Wieso fühlt es sich so an, als hätte die Geschichte gerade erst begonnen? Aber ja, es waren echt ein paar schöne Wochen und ich freue mich auf die letzten beiden Kapitel, auch wenn ich dann traurig bin, dass es wieder um ist. Vielleicht bin ich so verwöhnt von Alys' Geschichte, weil es da so lange nach den Hungerspielen weiterging. Bin übrigens auch sehr gespannt, was dein nächstes Projekt sein wird, auch wenn du dir vielleicht erstmal ne Pause gönnst nach den beiden Storys.

Wie Spud einfach casual verschlafen hat, ich liebs. Aber wenigstens war er dann gestärkt für einen möglichen Kampf.
"Und 6, das letzte Mädchen!" - wie passend, dass Spud davon ausgeht, dass das Mädchen der einfachste Kill für ihn wäre lol. Eigentlich hätte Emmy ihm ja eine Lehre sein müssen, aber das Mädchen aus 6 wird wohl kaum so trainiert sein wie sie, also hat er vermutlich sogar Recht damit.

Ich frag mich immer noch, ob Spud das so einfach fallen wird, die anderen Gegner zu töten. Jetzt, wo er die Karrieros umgebracht hat, denen er ja teilweise sogar nahe stand, geht man eigentlich davon aus, aber die anderen Tribute sind ja deutlich unschuldiger als die Karrieros und wenn er dann echt einem zitternden kleinen Mädchen gegenübersteht, weiß ich nicht wie easy das für ihn ist, sie umzubringen. Aber wir werden sehen, vielleicht muss er selbst ja auch keinen mehr töten, sondern das erledigt sich son bisschen von selbst. Bei Annie hat's ja auch geklappt.

Ich find's irgendwie schön, zu wissen, dass er gewinnt, gerade wenn er so über seine Zeit nach den Spielen und das Siegerdorf nachdenkt. Ist son bisschen wie eine Wiedergutmachung für seinen Tod, nur dass das hier halt alles vorher passiert ist lol.

Hab das mit den stachelbesetzten Sohlen auch erst jetzt gecheckt, wow. Und ich dachte noch, die wären wirklich so als Waffe gedacht, weil ich immer das Bild von Emmys Tritten im Kopf hatte, wenn ich an diese Schuhe gedacht habe. Aber smart und auf einen Baum klettern ist wahrscheinlich auch genau das, was ich in den Spielen tun würde.

"Die Arena könnte wirklich langweilig sein, wenn da nicht ständig dieses Pochen seines Herzens wäre, diese Angst davor, dass ihn nun kurz vor dem Ende noch jemand umbringt." - erinnert mich gerade daran, dass ich gestern Abend das Hunger Games-Prequel zu Ende gelesen habe und mir seit ein paar Wochen immer mal wieder für 5 Minuten vorstelle, ich wär gerade in dem Moment in den Hungerspielen (as one does). Da wird man ganz schön schnell paranoid, also da kann ja hinter jeder Ecke jemand/etwas lauern.

"Und wenn sie ihn nicht bewundern, können sie ihn immerhin noch fürchten. Hauptsache, sie bemitleiden ihn nicht, solche Blicke hat er im letzten Jahr wirklich genug abgekriegt." - Liebs auch, wie Spud immer noch nicht checkt, dass die Kapitoler ihn wahrscheinlich alle absolut feiern gerade. Er macht ja genau das, was sie sehen wollen. Und er beweist ja auch in ihren Augen, dass die Leute aus den Distrikten eben keine Werte- und Moralvorstellungen haben. Die fühlen sich absolut bestätigt und gut unterhalten, ich wette, die lieben ihn. Die Leute aus dem Distrikt weniger, vor allem die aus 5, wenn man sich seine Aktion Genny gegenüber mal anschaut. Das würd ich ehrlich gesagt echt gerne noch sehen, mal abgesehen von der Reunion mit Dio.

Wie easy er sich auch den Mentorenjob vorstellt und dann kommt einfach Alys :D

"„Hast du’s so eilig, von mir auf den Deckel zu kriegen?“" - ich lebe für Spuds Sprüche in den unpassendsten Situationen. Ich hab mir aber schon gedacht, dass da bestimmt ne Mutation hinter dem her ist, gibt mir so Cato-Vibes, der vor den Wölfen wegrennt. Jetzt fragt man sich natürlich, welche Mutation(en) da hinter ihm her ist, und ob Spud wohl auf seinem Bäumchen sitzen bleiben kann oder ob er besser auch mal die Hufe schwingen sollte. Ich bin gespannt, wie alles endet! :)

Antwort von writer to be am 29.07.2022 | 18:02 Uhr
Das ist einfach die 600. Review auf einen meiner Panem-Texte gewesen und ich sterbe irgendwie immer noch. Das ist ... wild (und das Wort finde ich grad nur so funny, weil ein Kumpel mich am Wochenende dafür ausgelacht hat, dass ich rede wie seine kleine Schwester :') ). Naja ... was ich auch jedes Mal wieder wild finde, ist dass du was liest, dann weggehst und was anderes machst und dann Tage später reviewst ... I could never, ich kann mir ja schon nichts merken, das ich vor 5min gelesen habe! Meine Prüfungsphase beginnt jetzt, also mal sehen, wie weit mich diese grandiosen Merkfähigkeiten noch bringen ...

Vor allem wäre das hier eigentlich das vorletzte Kapitel gewesen ... haha. Ich weiß nicht, ob ich drüber lachen soll, dass alle so überrascht sind, oder doch eher darüber, dass literally ich überrascht bin, die den Quatsch geschrieben hat. Ich war schon in CBT zu attached, was Spud anging, deshalb ja Stundenzähler, und das hat es jetzt einfach schlimmer gemacht, wer hätte das denn ahnen können ...
Stand jetzt ist nichts geplant außer ein paar Oneshots, ich muss mich ja vielleicht mal um meine richtige Autorenkarriere kümmern, haha..ha.ha. Oder um meine akademische Laufbahn. Oder Jobs. Oder - ah, kacke, ich will unendlich Zeit haben. Hoffen wir tatsächlich einfach mal für meine mentale Gesundheit, dass mir keine Idee für eine FF einfällt, weil dann muss die Idee raus und frisst wieder mit Spin-off zwei Jahre und ich komm zu sonst nichts ... (ich mach nur Spaß, ich liebe das hier, aber meine Miete bezahlt es halt am Ende nicht ...)

Natürlich denkt Spud, jetzt da Emmy und Nerio da sind, gäbe es kein starkes Mädchen mehr - wobei man ihm ja lassen muss, dass er die aus 6 schon mal gesehen hat und mehr oder weniger einschätzen kann, dass er tatsächlich älter und stärker ist als sie, zumal er weiß, dass sie bei ihrer letzten Zusammenkunft in Kapitel 12 geflohen ist. Aber so generell stimme ich dir zu, das ist arg unreflektiert.

Ich meine ... die haben literally geschlafen. Spud hat letztendlich vier Leute getötet, die nicht bei Bewusstsein waren, und gekämpft hat er nur gegen Mutationen. Das Psychische ist nochmal was ganz anderes, die Nachwirkungen seines VIerfachkills nehmen ihn ja jetzt schon irgendwie mit, aber es hapert ja allein schon am Beweis von Skills. Das einzige, was er bisher gezeigt hat, ist dass er zielsicher ein Herz treffen kann, wenn jemand still liegt und seine Brust präsentiert, krass schwer und so. Wenn Spud ein Fass wäre, würde da an allen Ecken und Enden Wasser rauslaufen, wenn man mal ehrlich ist (und wenn man mega ehrlich ist, würde man mir auch noch sagen, dass ich kacke in Vergleichen bin).

Chronologie ist nur ein Konstrukt ... :D

Spud hat gaaaanz am Anfang, noch in der Röhre, mal übers Klettern nachgedacht, aber Emmys Tottreten von irgendwem im Blutbad war tatsächlich bisher das einzige Mal, dass er die Schuhe wirklich in Aktion gesehen hat (wobei das Mädchen aus 6 fairerweise in Kapitel 12 auch auf einem Baum saß, kann man sich ja überlegen, wie sie da hin gekommen ist). Ist aber wohl naheliegender, wenn man nicht konstant so verballert ist wie Spud.

Spud ist immer der Mittelpunkt seiner verqueren Welt, aber ausgerechnet in dem Moment, wo er wirklich Protagonist einer Fernsehsendung sind und ihn tausend Kameras filmen, hat er ein schlechteres Selbstbild als je zuvor, als er sich genauso wie ein Arsch verhalten hat, nur halt im Distriktkontext, wo alles anders gewertet wird ... Den Gedanken, dass Spuds Skrupellosigkeit die Klischees der Distriktler als primitivere Menschen aus Kapitolersicht unterstreicht, gefällt mir richtig gut!

Alys als Tribut während der Mentorenarbeit war (wird) für Spud ja easy - einfach nichts tun und drüber lachen, dass Porter am Rad dreht. Mit Alys gemeinsam Mentor sein ... auch witzig, weil er sich über ihren Eifer lustig machen kann, aber dafür stresst sie ihn halt. Aber ich hab witzigere Headcanons zu Spuds ersten Jahren als Mentor, lol.
27.07.2022 | 10:14 Uhr
Hallo erstmal!
Tatsächlich hatte ich letzte Woche auf das neue Kapitel gewartet - umso mehr freut man sich jetzt :)
Erstmal ist es wieder 'schön' zu sehen, wie sich Spuds Charakterzüge auch hier weiter fortsetzen - ob nun die Paranoia zu Beginn, ob sein Reflektieren über seine Außenwirkung in Distrikt 5 oder im Kapitol, ob sein Selbstmitleid/Ich-Zentriertheit, die mich wiedermal zum Schmunzeln bringt ("Wenigstens ist er mal in irgendwas der Beste).

Seine Hinweise im Bezug auf die Tarnstation sind natürlich interessant - obwohl Spud auch trickreich ist, passt es schon zu ihm, dass er eher die aggressive Vorgehensweise wählt und sich nicht versteckt und ggf. aus dem Hinterhalt zuschlägt (Ich meine, die Karrieros hat er hintergangen, aber nur, nachdem er die ganze Zeit bei ihnen war, er hat sich nicht vor ihnen versteckt). Letzten Endes wäre es wohl interessant, was Spud zu Peetas Tarnung bei den 74. Hungerspielen gesagt hätte - daran sieht man, dass Tarnung ja doch sehr effektiv sein kann, um sich selbst zu schützen oder ggf. auch einen Angriff vorzubereiten (bestes Beispiel wären auch Guerilla-Taktiken, wie im Vietnamkrieg). Aber gut, es passt irgendwie nicht zu Spud.

Das selbe gilt für das Schauspiel während der Spiele: Ich stimme zu, dass das wohl sehr schwierig wäre, aber ich denke, je nachdem, wie der Tribut einfach charakterlich ist, kann er längerfristig in einer vorher festgelegten Rolle bleiben - trotz Schwierigkeiten haben Katniss und Peeta ja während der 74. auch gut genug etwas vorgespielt, um Sponsorengeschenke zu erhalten. Aber auch hier passt das einfach nicht zu Spud, der halt einfach "frei nach Schnauze" ist.

Was ich als Aspekt nochmal sehr interessant finde, ist Spuds Blick auf das Leben als Sieger. Weil prinzipiell stimmt da ja auch recht viel: Es gibt - zumindest nach den 10. Hungerspielen - ein recht ordentliches Preisgeld, ein schönes Haus und man hat keine großen Verpflichtungen außer die Mentorate. Prinzipiell ein recht gutes Leben. Was natürlich hier wieder die Frage aufwirft, wie das mit der Erpessung, Bestrafung, Prostitution der Sieger aussieht. Ich persönlich denke ja, das das nur sehr punktuell gemacht wird - oder wie Haymitch erwähnt, er war das "abschreckende Beispiel, was mit einem Sieger passiert, der Probleme macht".
Also ein Sieger, der in der Arena oder später Probleme für Snow oder das Kapitol bedeutet, wird eben in die Prostitution gezwungen bzw. - wie Haymitch oder Johanna - verliert seine Familie. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das m. E. nicht bei allen 75 Siegern passiert ist: Bei den ersten Siegern eh nicht, die hatten keinen Einfluss und keiner hat sich für sie interessiert, und später eben auch nicht bei allen. Ich hatte ja schon spekuliert, dass Spud Snows geheimer Favorit ist - meine Theorie wäre auch hier, solange Spud nicht eben im Siegesinterview das Kapitol verhöhnt, wird er keine besonderen Probleme haben. Das könnte ich mir im Übrigen sowohl für "langweilige" Sieger (sorry, aber so ein bisschen vielleicht Porter, die kein Publikumsliebling ist und Snow keine Probleme macht - ihr Glück sozusagen) aus den mittleren bzw. den Außendistrikten vorstellen, aber auch für besonders überzeugte und kapitolstreue Karrieros (Enobaria, Brutus bspw.). Die besonderen Schönheiten (Finnick, Cashmere) und vor allem diejenigen, die eine Gefahr darstellen und am besten in der Arena geblieben wären nach Snows Meinung (Haymitch, Johanna, Alys, Katniss/Peeta) werden natürlich von ihm gnadenlos bekämpft und entweder von vornherein - oder spätestens nach dem ersten Fehltritt, wie bei Alys - hart bestraft. Bei allen anderen denke ich, gibt es entweder direkt nach dem Sieg oder wenn sie leicht vom Kurs 'abkommen', ein "warnendes Gespräch" mit Snow - Snow verweist eben auf Haymitch, Johanna, etc. und bringt die Leute dann ganz ohne Gewalt in Linie. Das ist zumindest meine Vorstellung, wie Snows Siegerbeeinflussung funktioniert.
Jedenfalls was Spud anbetrifft - ich persönlich könnte mir vorstellen, dass ihm das Siegerleben gut gefällt. Denn wenn man nicht von Snow direkt gezwungen/bedroht wird, was ist dann das schlimmste daran? Richtig, das Mentorendasein. Ich finde es sehr interessant, mit welcher Kälte Spud schon jetzt daran geht. Aber er hat natürlich auch recht: So funktionieren die Spiele, die Schwachen gewinnen nur in Ausnahmefällen, Starke haben natürlich auch Probleme, aber können es vielleicht mit Unterstützung schaffen. Das ist wahrscheinlich die einzige Art, das ganze durchzustehen, ohne wahnsinnig zu werden - man muss von vornherein ein Zyniker sein, dann geht das.
Jedenfalls glaube ich, dass Spud das Siegerleben aus diesen Gründen tatsächlich gefallen könnte - und ich stelle mir gerade vor, wie Spud nach seinem Sieg erstmal mit seinem Geld rumprotzt :)
So, nachdem ich mich jetzt wiedermal auf einen Aspekt gestürzt und über diesen theoretisiert habe, bleibt mir nur zu sagen, dass ich gespannt bin, was da aus dem Wald kommt und was nun mit den letzten Gegnern von Spud geschieht...

Bis dahin und Viele Grüße

Parsifal

Antwort von writer to be am 29.07.2022 | 14:41 Uhr
Hallo zurück :)

Ich setze selbst auch wirklich ungern aus, vor allem unangekündigt - immerhin war also mein schlechtes Gewissen unbegründet und es sind immer noch Leute hier.

Haha, ich fühle die Anführungszeichen bei "schön", weil ja, Spud hat einen eindeutigen Charakter und es gibt da Entwicklung, aber ob man das, was da passiert, gut findet, ist was anderes - ich glaube, ich wollte nicht mit ihm befreundet sein :D Aber das Ziel war ja auch irgendwie, eine Figur zu schreiben, die eigentlich unsympathisch ist, aber dann auch wieder irgendwie lustig (und vor allem rund).

Spud ist auch nicht der Typ zum Stillsitzen und so ein Baum kann ja nicht zappeln. Verstecken ist vielleicht aus seiner Sicht auch feige - er war es ja irgendwie auch mit dem "Hinterhalt", aber er verurteilt es ja selbst. Eigentlich schwierig - heiligt der Zweck der Spiele nicht die Mittel, also sollte man in dem Szenario, ein Tribut zu sein, nicht jede Möglichkeit nutzen, ohne Skrupel und vor allem am besten ohne Reue? Wenn man kann, dann mit dem Kopf durch die Wand, klar, aber wer kann das schon und wie schlimm wäre es für den Sieg, sich mit Schlamm einzuschmieren? Aber er ist halt der Typ dazu, Leute wie Peeta zu roasten - nicht, weil er nicht weiß, dass das was bringen kann (die Morfixer kommen ja dazwischen auch noch), sondern weil er vielleicht einfach sein Ego polieren muss, das durch die Spiele und die ständige Angst dort angeknackst ist. Es geht ja auch außerhalb von Extremsituationen schnell, sich vergleichend über andere zu stellen. Selbst Sieger haben ja Momente gehabt, die sie nicht so toll darstellen, und wenn es nur gefilmte menschliche Bedürfnisse oder mental breakdowns sind. Die Spiele sind ja selbst im Fall eines Sieges eine einzige Bloßstellung, man ist da quasi nackt vor allen Leuten, wenn nicht tatsächlich, dann mit den Gefühlen, und wenn man dann noch was Verwerfliches tut, ist es mit der Psyche glaub schnell vorbei. Das dann hinterher zu reparieren oder zumindest anzuerkennen und daraus zu wachsen, ist in Panem wohl nochmal schwerer als es bei uns wäre. Und dann sieht man konstant, wie die Karrieros nochmal mehr gefeiert werden, die mit Training und vielleicht sowas wie einem Ehrenkodex (nicht verstecken, am Ende ein großer ritterlicher Kampf gegen andere Karrieros) gewonnen haben - da wertet man sich schnell ab. Wenn man dann von vornerein nicht der größte Menschenfreund war, geht es sicher ebenso schnell, eine Art Ranking zu erstellen, welcher Sieger den "besten" Sieg hatte und warum. Souveräne Siege mit Kampfgeschick sind sicher beeindruckender als Glückssiege. Dass Spud eine solche Denkweise schon während der Spiele entwickelt, sich schon vergleicht bevor er überhaupt ein Sieger ist, um das einsetzende Trauma präventiv "anzugehen", passt nur zu jemandem, der nicht der größte Empath ist, bzw. der solche Züge an sich sogar abwertet. Alles nicht gesund - aber heißt definitiv genau das, was du auch schon gesagt hast: Für manche Leute funktionieren Tarntechniken und manche Leute schaffen es, durchweg zu schauspielern. Nur Spud versteht es nicht ... aber bei all dem inneren Monolog, den er hier hat und so nahbar ich ihn wirken lassen musste, er konnte nicht sympathisch und kantenlos werden, sonst hätte seine Darstellung in CBT ja keinen Sinn mehr ergeben :D

Meine Ausdrucksweise ist grade ganz furchtbar. Ich merke beim Tippen, dass jeder Satz Schrott ist, halb Englisch, halb relativiert, und generell total verschwurbelt. Mir ist ohnehin unverständlich, wie ich mich mit dem Wissen, gleich einen fiktionalen Text zu produzieren, sofort ordentlich ausdrücken kann, aber wenn es dann um Reviews oder deren Antworten geht, ist davon nichts mehr da, alle Struktur oder vokabelbasierte Eloquenz fliegt zum Fenster raus. Nicht, dass ich denke, dass du mich nicht verstehst, aber mir ist es trotzdem ein bisschen unangenehm, das hier als Antwort zu schreiben. Naja.

Was die Prostitution angeht, bin ich voll deiner Meinung. In der Theorie ist jeder Sieger für Fans begehrenswert, keine Frage, aber ich denke nicht, dass jeder Sieger in dieses Loch geschmissen wird - einmal, weil dann garantiert die Hälfte für öffentliche Auftritte unbrauchbar wäre, und einfach auch canon-basiert, weil Katniss das dann gewusst hätte. Wenn das unausweichlich wäre, wäre es bekannter. Also ja: Das muss punktuell sein. Entweder, man sieht wirklich wirklich gut aus (Finnick, Cashmere), oder man hat Mist gebaut (Haymitch)/wirkt, als könnte man noch Mist bauen (Johanna) - "Mist bauen" im Sinne von "Verhalten offenbaren, das als Auflehnen gegen das Kapitol gewertet werden kann". Abschreckende Beispiele funktionieren ja auch nur, wenn sie punktuell sind. Ich denke, in dem Wissen, dass das mit allen Siegern passiert, gäbe es mehr Suizide in der Arena und weniger Freiwillige. Also vielleicht sind da 10-15 Prozent aller Sieger reingeraten? Das wären sieben bis zwölf Sieger von 75. Ich kann mir auch vorstellen, dass das über die Jahre mehr geworden ist, weil Snow sich das entweder recht spät ausgedacht hat oder er es mit laufender Zeit als immer effektiveres Mittel erkannt hat. Deshalb kriegt Katniss direkt von mehreren Leuten mit, die drinhängen. Ich habe in der anderen FF sieben Namen genannt, plus eben die Fast-Fälle Haymitch und Johanna ...
Was Spud angeht, sage ich am Ende der FF noch was zu - theoretisch kann man aber eigentlich alles aus CBT schlussfolgern. Ich will auch nicht alles vorgeben und mal was offen lassen, ich habe Gedanken und in meinem Kopf sind die canon, aber ich würde wenn zur Abwechslung mal wirklich was up for interpretation ist, nichts vorschreiben. Aber wenn du willst, beschreibe ich am Ende mal, was ich denke, was mit Spud zwischen den 44. und den 69. Spielen so passiert.

Danke für die schönen Diskussionsansätze mal wieder!
26.07.2022 | 22:49 Uhr
Hallöchen,
danke für den Cliffhanger. Ich mach das ja selbst auch ganz gern, aber einen zu lesen ist fies. Jetzt werde ich ewig überlegen, was da durch den Wald angegrollt kommt. Erste Vermutung: Mutationen. Vielleicht wieder diese Messer-Geweih-Viecher. Oder Raubtiere, so ähnlich wie bei Katniss' Hungerspielen. Oder es ist irgendeine Naturgewalt. Bei Grollen denke ich irgendwie erstmal an Wasser, aber wo soll das herkommen? Feuer hätte Spud ja bemerkt, allein am Geruch, würde ich vermuten, und da würde sich ja der Nebel nicht unbedingt verziehen, sondern eher der Rauch viel stärker werden, oder? Da Tribut Nr. 7 ja offensichtlich ziemliche Panik hat, muss es irgendwas sein, was im ersten Moment als Gefahr erkennbar ist. Ich tippe auf Tiere welcher Form auch immer. Und bin gespannt.
So, jetzt nochmal zum Rest des Kapitels.
Ich bin heilfroh, dass Spud nicht zum Bankett gegangen ist, um einfach mal casual in den anderen Rucksäcken rumzuwühlen: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Spielemacher das einfach so zulassen. Und selbst wenn nicht: Irgendein anderer Tribut saß da doch bestimmt im Gebüsch und hat genau wie er gewartet. Wenn Spud das gemacht hätte, hätte ich hier meinen Bildschirm angebrüllt.
Es wäre wirklich mal spannend, zu erfahren, was die anderen Tribute in der Zeit getrieben haben, in der Spud auf dem Baum saß - vermutlich irgendwas Spannenderes, sonst hätten die Spielemacher ja vielleicht auch früher eingegriffen. Aber mal ehrlich: Bei so vielen Tagen Dauerübertragung: Wie oft sehen die Zuschauer da auch einfach nur schlafende oder wartende oder rumlaufende Tribute. Wie unfassbar langweilig muss das manchmal sein? Kompliment an der Stelle auf jeden Fall an Cesar Flickerman, der das ja auch noch komplett durchmoderiert...
Ich weiß nicht, ob das geplant ist, aber vielleicht erfahren wir ja doch nochmal irgendwann zumindest ein paar Highlights der anderen Tribute.
Als er dann den Lichtreflex der Jacke gesehen hat, hab ich ja zuerst gedacht, da haben die Augen von irgendeinem Tier reflektiert und war dann überrascht davob, dass Spud sich da total sicher ist, wirklich einen Tributen gesehen zu haben. Insgesamt fällt mir auch auf, dass er ein bisschen unvorsichtiger wird. Ob er nun mit der Taschenlampe wedelt oder laut durch den Wald brüllt: "Ich bin hier", macht auch keinen Unterschied...
Spann uns bitte nicht mehr allzu lang auf die Folter, was da durch den Wald rennt...
(Es würde dir ähnlich sehen, wenn bei der anstehenden Flucht Spuds heißgeliebter Hammer verloren oder kaputt geht..., also setze ich mein Geld jetzt einfach mal darauf, dass er den in diesen Spielen nicht mehr zu fassen bekommt)
GLG
limette

Antwort von writer to be am 28.07.2022 | 15:30 Uhr
Hi! :)

Ja, der war böse ... weil ungeplant. Eigentlich war der Junge aus 7 mit diesem Kapitel abgefrühstückt, dann hab ich geändert, wie sich die Situation auflöst (den Grund kann ich dir am Ende der FF dann nennen, haha), und es wurde immer länger, sodass ich es schließlich an der gemeinsten Stelle geteilt habe. Ich denke halt, 6.000 Wörter aufwärts wären auch nicht besser gewesen (mindestens unproportional). Naja, genug unaufgefordert gerechtfertigt, im nächsten Kapitel siehst du dann, inwiefern irgendeine deiner Prognosen richtig war!

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Spielmacher das okay fänden - oder sie lassen Spud jetzt einfach alles durchgehen, weil sie neugierig sind, wie skrupellos er noch wird, haha. Aber eigentlich sind die Rucksäcke ja nicht grundlos nummeriert und das Festmahl ist ja zum einander abschlachten da, nicht zum Beklauen. Das soll die Tribute ja nur zusammentrommeln. Wobei es eigentlich schon lustig wäre, wenn der erste alle mitnimmt und der Rest dann dumm aus der Wäsche guckt ... oder es beginnt eine Hetzjagd. Könnte schon auch spannend sein ... Aber so verzweifelt, wie die meisten Tribute da vermutlich den Inhalt ihres Rucksacks und sonst nichts benötigen, passiert es wohl eher selten, dass auch nur jemand drüber nachdenkt, da fremden Kram zu klauen. Allerdings meine ich mich grade zu erinnern, dass es eine Story gab zu Tributen, die sich an die Greifer, die Tote abholen, geklammert haben - bilde ich mir das ein oder ist das wirklich aus dem Canon? Die sind ja auch irgendwie gestorben, weil es die Regeln bricht - zumindest in meinem Kopf. Trotzdem muss da bestimmt nochmal differenziert werden zwischen Regeln innerhalb der Arena (aka keine außer kein Kannibalismus) und den Überschneidungen mit Dingen von außerhalb. Hovercrafts und Greifarme sind ja nicht wirklich Teil des Spiels, nur Teil der Spiele als Konstrukt. Die sind ja nicht als Hindernis da, sondern nur zum Räumen des Spielfelds, um wieder einigermaßen die Anfangsgegebenheiten herzustellen - ein bisschen als würden Eisbearbeitungsmaschinen während dem Sportereignis rumfahren, lol. Leichen liegen zu lassen würde ja Tiere anziehen/ablenken oder stinken oder was auch immer, und im Fernsehen sehen will den Verwesungsprozess ja auch keiner (mindestens für ein spätes Festmahl wäre es auch hinderlich, wenn am Füllhorn noch zehn modernde Leichen lägen ...). Jedenfalls kann ich mir vorstellen, dass aktives Interagieren mit solchen Sachen härter bestraft wird als freies Auslegen von Gegebenheiten in der Arena - und sobald das Hovercraft die Festmahl-Geschenke einmal gebracht hat, sind die Rucksäcke Teil der Arena. Deshalb waren die ausgebuddelten Minen in den 74. Spielen okay, aber Haymitchs Axtwurf schon wieder eine Grauzone, weil die Schilde nicht wirklich in, sondern um die Arena waren. Wilde Argumentation. Jedenfalls denke ich, dass das Looten des Festmahls nicht gewollt ist, aber wohl keinen instant kill zur Folge hat, eher schärfere Beobachtung.

Spud hat hier voll die Baum-Zeit, merk ich grad, am Anfang in einem Baum, am Ende auf einem Baum ... Dafür, dass er Bäume so scheiße findet, ist das ein ziemlich baumiges Kapitel. Und für Zuschauer ein langweiliges! Aber ich bin eh der Meinung, dass die Spiele, wie sie nach den 10. Spielen sind, mit riesigen Arenen, um einiges langweiliger sind, als als man die Tribute noch in eine richtige Arena geschmissen hat. Dafür ermöglicht die längere Dauer eben den Kult, man kann die Jugendlichen in allen möglichen Situationen kennenlernen, man hat Zeit für Wetten, sich Kostüme zu basteln, durchzappen und sich fremde Natur anschauen, zur Nachbesprechung mit Nachbarn ... Damit kann man sich sicher gut die Zeit vertreiben, während in der Arena alles schläft, weil ganz ehrlich, das wird ab dem Zeitpunkt, wo 2/3 tot sind, häufiger der Fall sein als nicht, und nicht jede längere Nichtstun-Periode werden die Spielmacher durchbrechen, weil die Tribute sollen ja auch noch was machen, ohne dass es ständig Fremdeinwirkung gibt. Was Caesar Flickerman (bzw. Claudius Templesmith, der ist doch der Kommentator ... wobei die bei der 24/7-Übertragung sicher durchwechseln) angeht, gebe ich dir übrigens zu 100 Prozent Recht: Was für ein krasser Typ!

Stimmt, Augen reflektieren auch - aber dann wäre es unnötig gewesen, die Jacke nach dem Blutbad hervorzuheben.

Aber sicher doch ist er unvorsichtiger - es ist Tag 11 (wobei ich mich spontan verzählt haben könnte, dann wäre es Tag 10 ... so oder so, anderthalb Wochen dauern die Spiele schon), alle sind fertig mit den Nerven und Spud hat noch dazu grade einen Motivationsboost bekommen und wir wissen ja inzwischen, dass er Impulse nicht immer unbedingt so weiterverarbeitet, wie es am besten wäre :D Also ja, die Lampenaktion war ein bisschen dumm (und ich freue mich grade sehr auf deine Reaktion auf das Ende des nächsten Kapitels, haha).

Danke für dein Review und bis dann! (wenn ich es mal zur Tafelrunde schaffe ...)
26.07.2022 | 20:34 Uhr
Hey,

classic, kurz vorm Schluss, der doch eigentlich seit Monaten feststeht, schmeißt man gerne noch mal was um - das muss so eine allgemeine Autor*innenkrankheit sein. "Stichflamme" hat sich auch auf Irrwege begeben und ist ebenfalls - mal wieder - länger geworden. Also du bist nicht alleine ... und über ein bisschen mehr von Spud freue ich mich sowieso. Als Leserin will ich ja auch nicht so recht Abschied nehmen, was mache ich denn sonst mit meinen Dienstagen? Nachher muss ich da selber was schreiben!

Ach Spud (ich hab das Gefühl, das schreibe ich ständig :D), das war wohl ein Satz mit X. Nicht nur eingeschlafen, sondern auch noch 6 Stunden verpennt ... da macht sich die Panik, auch im Schlaf ermordet zu werden, doch richtig bemerkt. Könnte ich sein, wenn ich "nur" ein Mittagsnickerchen machen will und plötzlich ist gefühlt das ganze Wochenende futsch.
Spud tut mir ja leid, obwohl er sich diesen Umstand und die Panikattacke doch irgendwie eingebrockt hat. Aber andererseits ist seine Entscheidung ja auch wieder nur äußeren Umständen geschuldet. Egal, das Thema will ich nicht wieder aufwärmen. Da nehm ich lieber die nachwachsenden Haare! Das ist so ein fieses Gefühl, echt mal. Ich hasse, hasse, hasse es, gerade im Sommer. I feel you, Spud - und wozu muss man Tribute bitte überall enthaaren? Wer hat denn davon etwas? Ganz nackt gehen sie dann ja auch nicht über die Bühne (außer man reißt sich wie Spud das Hemd vom Leib :'D). Aber da denkt wahrscheinlich keiner drüber nach, die wollen bloß, dass die alle schön glatt sind, weil alles andere wäre ja schrecklichst, da muss man denen doch helfen, zu wahrer Schönheit zu finden - oder irgendwie so werden die sich das wahrscheinlich denken. Oder es ist doch für den seltenen Fall, dass da "etwas" passiert, hust ...

"Er hätte ohnehin weder Zeit noch Lust, sich jetzt irgendwie anzumalen, nur um für ein paar Minuten halbwegs wie ein Baum auszusehen, was für ein Blödsinn." - dat shade gegen Peeta, lol :D

Bei all diesen Gedanken über die Möglichkeit seines Gewinns muss ich ja irgendwie grinsen. Da blitzt wieder was von dem Pre-Spiele Spud auf, wie er sich vorstellt, seinem Chef grinsend zu kündigen (und irgendwie ahne ich ja, dass es so nie kommen wird, weil ... Trauma und so, das wird ihn genug beschäftigen) - und natürlich weiß man ja, wie es mit ihm weitergeht; das ist so ein klassischer Moment, wo man dieses Vorwissen schön auskosten kann. Tja, wenn er nur wüsste - aber hey, Alys hat ihn sicherlich überrascht und ihm noch mal gezeigt, wie beschissen dieser neue Job ist ;D
Hach ja, ich freue mich schon wirklich auf Porters Reaktion auf seinen Sieg, die kann ich noch nicht ganz einschätzen.

Spuds Aktion mit der Taschenlampe ist ganz schön mutig (und vermutlich ein bisschen dämlich). Ich hätte mich das nicht getraut, man weiß ja nie, ob sich dann nicht jemand anders sehr geschickt anschleicht. Allein die Höhe würde mir da nicht reichen als Vorteil. Aber gut, er hat ja selber festgestellt, dass er nicht so viel denken sollte, weil das nicht unbedingt seine Stärke ist, haha :'D
Und da ist er endlich, der Junge aus Sieben! Schon als er bei Spuds Ruf zusammenzuckt, wird ja irgendwie klar, dass er ihn gar nicht bemerkt hat - schade aber auch, das hätte die Chance für Spud sein können. Jetzt sieht es eher so aus, als würde er noch einmal einer Mutation begegnen - oder vielleicht einer Steinlawine oder so? Und schon ist die Baumposition etwas fragwürdig, je nachdem, was da jetzt kommt, sollte er lieber die Beine in die Hand nehmen.
Ich freue mich darauf, Spuds Weg zum Ziel zu lesen!

Eine Kleinigkeit noch:
"Zwar ist Spuds Laune mit der Aussicht auf künftig wenig Schlag beträchtlich schlechter geworden" - also irgendwie habe ich hier einen Knoten im Kopf, keine Ahnung ob ich gerade doof bin, aber ich verstehe den Satz nicht. Ist das "künftig wenig Schlag" da vielleicht nur so reingerutscht? Weil dass Spuds Laune bei der Sicht auf den Hammer schlechter wird könnte ich nachvollziehen, immerhin ist das ja "seine" Waffe. Aber du kannst mich bestimmt aufklären, ob ich hier nur gerade die grammatikalische Konstruktion verchecke, was ich bei meinem chronischen Schlafmangel nicht ausschließen will.

Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße
Coro

Antwort von writer to be am 27.07.2022 | 21:13 Uhr
Hi!

Furchtbar, echt. Vor knapp einem Jahr habe ich angefangen, das Spin-off zu schreiben und vor über einem halben Jahr war es fertig, dann hab ich mit dem Hochladen angefangen, alles wunderbar ... und dann war mir das Drama im Text offenbar nicht genug, nein, ich baue alles um. Wieso kann ich fertige Dinge nicht einfach fertig sein lassen, als hätte ich nichts Besseres zu tun. Argh. Aber hey: Eine Woche mehr Spud!

"Ach Spud" als Ausruf hat auch einfach einen Vibe, den ich selbst sehr fühle. Wahrscheinlich hat er nur davon profitiert, dass sein Versteck okay war und Tribute, die zum Füllhorn gerannt sind, um ihre Rucksäcke zu holen, eher nach offensichtlicheren Feinden Ausschau gehalten haben. Rechnet ja auch niemand damit, dass da einfach einer in einem hohlen Baumstamm im Gebüsch schläft - zumal es dunkel ist. Das ist so eine Sache, über die ich noch gar nicht nachgedacht habe, aber ich wäre in der Arena einfach dauernd müde, weil Dunkelheit ja Nacht und damit Schlafenszeit suggeriert.

Ich hab SO LANGE drauf gewartet, endlich mal in einem Text was zu dieser Enthaarungssache sagen zu können, und bin deshalb so froh, dass Spud sich in meinen Kopf geschlichen hat. Das nervt mich schon so lange: Für die Interviews usw. alles glatt haben zu wollen ist logisch, über Schönheitsideale kann man sich zwar streiten, aber existent sind sie und wenn das Kapitol alle haarlos will, dann ist das eben so. Aber - und das hab ich auch in der ein oder anderen Review mal gesagt, glaube ich - es ist halt einfach ein ungeschickter Faktor, wenn es auf die Arena zugeht. Haare wachsen nach, das heißt, man hat die Tribute nach einigen Tagen (oder ab knapp zwei bis drei Wochen nach Waxing o. ä., und die sind ja schnell erreicht) in einer seltsamen Zwischenphase, und die dürfte die Kapitoler nicht nur optisch abstoßen, sondern die Tribute eben auch stören. Ist halt unangenehm, wenn Haare nachwachsen, was soll man tun? Die allermeisten Figuren würden sich wohl nicht drüber aufregen, vielleicht dauert die Arenazeit auch nicht lang genug, aber Spud ... Spud muss es kommentieren, der hat ja eh eine Obsession mit Haaren. Ha, mal wieder meine Agenda in einen Text gebaut! :D

Zack, direkt Oneshot-Material - in einer anderen Welt wäre Spud beim Fernsehen eingestellt worden, um alle Geschehnisse zynisch zu kommentieren. Käme halt lustiger, wenn es nicht um Mord und Totschlag ginge und Panem kein unterdrückender Staat wäre, naja. Aber irgendwie wäre es lustig. Wenn es nicht irgendwelche behind the scenes-Machenschaften outen könnte, wäre es eigentlich sinnvoll, ehemalige Teilnehmer*innen der Show für Gastkommentare neben Claudius zu setzen (oder wer auch immer die Spiele kommentiert - Claudius Templesmith ist ja canon, aber ein Alter gibt es zu dem ja nicht, also vielleicht gibt es verschiedene Kommentator*innen, mindestens über die Jahre ).

"ganz schön mutig und vermutlich ein bisschen dämlich" wäre ein guter Untertitel für die FF ...

Du hast keinen Knoten im Kopf, aber reingerutscht ist auch nichts - das ist einfach nur ein Typo, der dummerweise ein anderes Wort erzeugt hat. Statt "Schlag" sollte es "Schlaf" heißen und das bezieht sich auf die Stelle, an der Spud wegen seiner Angst, im Schlaf angestochen zu werden, beschlossen hat, nicht mehr zu schlafen ('cause he's smart like that). Grammatikalisch also eigentlich gar nicht wild, nur eben blöd, dass ein einzelner verrutschter Buchstabe das Wort und damit alles geändert hat. Lol, Deutsch. Danke für den Hinweis! :D

Bis dann! :)
25.07.2022 | 17:37 Uhr
Hi!

Kurzer Rückgriff auf deine Antwort zum letzten Review: Eigentlich hatte ich auch gedacht, ich les erst CBT zu Ende - aber dann hab ich mir ausgerechnet, dass das in meinem momentanen Lesetempo noch (mindestens) bis Ende des Jahres dauern würde, und ich war einfach zu neugierig auf dies hier, und der Zeitpunkt schien mir halt wie gesagt handlungstechnisch auch grad ganz passend :)

Und ja, guter Hinweis: Ich werd mich im Interesse anderer eventueller Leser bemühen, die Reviews so spoilerfrei wie möglich zu halten - auch wenn das manchmal bestimmt schwerfallen wird ^^ Aber ich versteh's schon: Würde ich neu auf deine Geschichten stoßen und sehen, dass es zwei "verwandte" Storys gibt, tät ich auch erstmal die lesen, die von der Handlungszeit vorgelagert ist, auch wenn sie später veröffentlicht wurde - also diese hier :) Versuch ich mir bei Filmreihen etc. auch so zu sortieren, falls möglich.

So, genug von mir, jetzt zum Kapitel! "Mit einem Kerl wie Spud als Protagonist habe ich mich am meisten auf die Dialoge gefreut" - da schließe ich mich an und kann nach der Lektüre rückblickend sagen, dass ich hier nicht enttäuscht worden bin ^^

Aber der Reihe nach; beginnend ganz am Anfang.

"Spud steht da wie vom Donner gerührt." Mir ist grad zum ersten Mal bewusst geworden, dass "wie vom Donner gerührt" und "wie vom Blitz getroffen" die identische Bedeutung haben... Irgendwie ulkig, dass so ein Gewitter sprachlich extra in seine Einzelteile zerlegt wird, nur um dann als Vergleich genau das selbe zu meinen ^^ Aber das bloß als kleiner Randgedanke. Inhaltlich interessant ist, dass Spud hier verständlicherweise doch mal seine Coolness verliert und halt einfach Angst hat. Das macht ihn auch etwas nahbarer, würd ich sagen. Und er findet dann ja (zumindest nach außen hin) auch recht schnell seine hochgeschätzte pampig-gereizte Art wieder gegenüber Dio und der "Kapitolstussi".

"Porter Millicent Tripp ist eine der wenigen Siegerinnen, die nach ihrem Sieg uninteressanter wurden als sie es vorher waren." Omg, ist das ein Satz! Ungelogen: Ich hab den ein paar Mal hintereinander gelesen, weil er so großartig ist! Für mich spielt der in der Liga von "Ilsebill salzte nach", obwohl es hier kein erster Satz ist ;) Und das mit dem Schuheabputzen auf der Fußmatte ist auch ein total passender Moment für die Einführung der peniblen Porter. Uuuund ich liebe diese Version ihres "Sieges"; dass sie schon halbtot ist und der letzte andere Tribut sie nur noch final erledigen müsste, dabei aber vergiftet wird - muss sehr, sehr hart für dessen Angehörige und Mentoren gewesen sein, doch uns hat es Porter beschert (bin so ein Fan von ihr!); also vielen Dank, liebe Schlange! ^^ Außerdem hat mich diese Szene, wenn ich kurz auf meinen eigenen Kram abschweifen darf, ein bisschen an Raff und Mia erinnert; dass er sie auch noch "richtig" hätte umbringen müssen, falls sie ihren (freiwilligen) Sprung mit zertrümmerten Knochen überlebt hätte.

Der Warteraum im Justizpalast scheint mir ein gutes Beispiel zu sein, um mal den Detailreichtum deiner Beschreibungen hervorzuheben. Im Grunde hätte man das Zimmer mit einem Halbsatz abhandeln können und es wäre rein handlungstechnisch auch ok gewesen - aber nein, hier gibt es einen ganzen Absatz "Kunstkritik"; das ist toll auch für die Atmosphäre der Geschichte!

Der Abschied zwischen Spud und Dio ist lustig und berührend zugleich, wie da unter scheinbar schroffen und flapsigen Worten (Der Likör auf dem Grab! Die Wetten! Mary!) doch viel Gefühl rüberkommt. Kann man sich gerade für junge Männer gut vorstellen, dass eine "beschissene" Situation eben so verarbeitet wird; wäre in der Realität z.B. bei der Diagnose einer schweren Krankheit wohl recht ähnlich. Bemerkenswert ist, wie man ihn (und eben auch Spud sich selbst) schon komplett abschreibt, obwohl er ja als 18-jähriger, durchaus etwas kräftiger gebauter Kerl noch nicht mal die allerschlechtesten Voraussetzungen hat. Aber klar, in der Lage direkt positiv zu denken, wäre zu viel verlangt. Und laut Kurzbeschreibung wird ja dieser grimmige Fatalismus auch den Reiz der Geschichte ausmachen.

Wie dem auch sei, von dem Gespräch mit Dio hat er definitiv mehr gehabt als von dem mit seiner Familie - vielleicht spiegelt das auch ein bisschen wider, dass man in dem Alter eher mit den Freunden auf einer Ebene ist als mit der Verwandtschaft. Jedenfalls ist das echt ein "Trauerspiel"; Spuds Zorn absolut gerechtfertigt, denn vor allem seine Mutter verhält sich bei allem Verständnis auch für ihre Lage sehr unmöglich, also ich-bezogen. Das mit der Uhr wirkt auch mehr wie eine Verlegenheitsgeste auf Spuds offensive Frage nach einem Andenken als wirklich geplant, aber man bekommt schon so eine Idee, worauf der Titel der Geschichte anspielen könnte - vielleicht wird sie in der Arena ja sogar nützlich sein?!

"Und das war es dann." What an ending! Ist das nun sarkastisch, lakonisch, lapidar...? Ach egal, wie man es nennt, ich hab Spaß an diesem Erzählstil! ^^

Bis dann!

PS: "Habt ihr mir noch irgendeinen Gegenstand, den ich mit in die Arena nehmen kann?"

Antwort von writer to be am 26.07.2022 | 14:14 Uhr
Hi :D

Ja gut, sobald man über die 50er-Kapitel bei CBT hinaus ist, ist es eigentlich egal, wann man Stundenzähler liest, weil das Ende gespoilert wurde. Beim genauen Startpunkt dieser FF drüben, also bei dem Kapitel, mit dem ich diese FF hier angekündigt und quasi rübergeleitet habe, bist du aber noch nicht (offensichtlich, weil das hättest du gemerkt, da gibt es ein extra Nachwort). Aber wie gesagt, alles völlig egal eigentlich, ich geb mir Mühe, dass es zwar Verbindungen gibt, aber man zum vollen Verständnis niemals beide braucht, sondern jeweils eine reicht, egal welche einem zuerst über den Weg läuft ^^

Ich wollte dich da auch gar nicht outcallen, ich weiß nur, dass mir mal jemand gesagt hat, sie sei in den Reviews hier gespoilert worden - klar muss man die nicht lesen, aber ich lese auch gern Reviews, also wer weiß, ich dachte also, ich sag es lieber mal. Ich verstehe ja auch vage Anspielungen ;)

Voll interessant eigentlich mit den Redewendungen! Auch wenn mir das mit dem Blitz härter vorkommt - Donner kann einen ja nicht töten. Drüber nachgedacht, ob man die Phrasen dann auch anders verwendet, habe ich allerdings noch nie! Es gibt ja auch quasi überall Gewitter, also habe ich da auch keine Grenze gezogen, was eine Figur als Vergleich kennen könnte und was nicht ... Auf jeden Fall spannend, ich bin voll dabei, wenn es um so Randbemerkungen geht!

Oha. Ich hab die Review zwar schon gestern Nacht gelesen, aber ich weiß immer noch nicht, was ich dazu sagen könnte. Also muss wohl ein Danke reichen! Was diesen "offiziell" schönsten ersten Satz der deutschsprachigen Literatur angeht, bin ich zwar eher Team zweiter Platz (Die Verwandlung), aber hey, dass ich mich überhaupt 15 Jahre nach dieser Wahl ohne Auswirkungen darüber beschwere, ist schon albern genug :D Danke jedenfalls - Grass-Vergleiche sind schon ... krass.

Porter hatte schon extrem viel Glück mit ihrem Sieg! Aber das musste sie auch haben - wie ich sie in CBT geschrieben habe, war da kein Kampf drin, beim besten Willen passt ihr Verhalten nicht dazu. Also ja: Danke, liebe Schlange :D
Klettern in der Arena klingt aber generell schon gefährlich - so viele Profis sterben an Felswänden, für Tribute dürfte sowas doch den sofortigen Tod bedeuten. Hätte Raff da also runterklettern müssen, wäre das mindestens Nervenkitzel gewesen ... Zumal Distrikt 1 ja auch kein Kletterdistrikt ist, vermutlich nicht mal für Leute in den Edelsteinminen.

Haha, ich hab das Zimmer bei Alys schon in einem Halbsatz abgehandelt, aber der war auch alles egal. Spud hingegen schiebt genug Panik (oder glaubt zumindest, dass er das letzte Mal in 5 gewesen ist), dass er hier nochmal ein paar Eindrücke mitnehmen kann. Und ich musste nochmal das Wildwest-Bild in alle Köpfe hämmern, nachdem das in der anderen FF quasi nie zur Sprache kam. Also eigentlich ist das, was du so lieb hervorhebst, nur ein Ausbügeln meiner frühen Schludrigkeiten in CBT :')

Dio und Spuds Gespräch ist tatsächlich ziemlich weit oben in meiner mentalen Rangliste der besten Interaktionen dieser FF. Dabei war es gar nicht soo leicht, den Mittelweg zwischen den typischen Beleidigungen gegenüber der eigenen Freunde bei Jugendlichen und noch so etwas wie Mitleid zu finden. Aber zu viel Positivität hätte nicht gepasst - Spud denkt nicht so und Freunde haben ja häufig das gleiche Mindset, also kann auch Dio nicht so denken. Zumal falsche Hoffnung in den Spielen auch ziemlich schnell ein Genickbruch sein kann. All seine Stärke hin oder her - Spud steht ja noch gegen 23 andere und alle Karrieros sind noch am Leben, genauso kräftig wie er, aber dafür ausgebildet. Mit dem Ausblick kann man einem Schulabbrecher-Kraftwerkmitarbeiter wirklich keinen Sieg prognostizieren, auch nicht, wenn es der beste Freund ist. Also gibt Dio nur düster-humorvolle Ausblicke darauf, dass Spud nach seinem Tod nicht vergessen werden würde. Damit hat er mehr als Alys, der immerhin in Kapitel 36 auffällt, dass sie wohl im Tod alleine gewesen wäre, weil sie keine Freunde hatte. Also vielleicht ist Dios Witzelei comfort in its own way ...
Anders als die Eltern. Aber dass Spud eher überall aneckt, auch in der Familie, hat ja schon das erste Gespräch mit seinem Vater gezeigt. Hassen tun sie sich auch nicht, aber sie würden wohl nicht miteinander rumhängen, wenn sie nicht verwandt wären (vielleicht hoffen die Eltern auch noch, dass Spud mal seiner Teenie-Trotzphase entwächst). Und dann ist das ja auch noch eine Stresssituation. Fair ist es jedenfalls nicht - aber wie fair ist es überhaupt, Kinder in den Tod zu losen und dann allen Bekannten nur eine Stunde zum Verabschieden zu geben?

Bei deinem PS-Satz versteh ich bei bestem Willen nicht, was daran falsch sein soll. Vielleicht bin ich grade auch zu verwirrt, wer weiß das schon :D Das einzige, was ich mir grade vorstellen kann, ist der "Habt ihr mir"-Teil - sowas Ähnliches hat Alys mal in Kapitel 59 gesagt ("Hast du mir einen Stift?") und da wurde das in einer Review auch hervorgehoben, wenn auch nicht von dir. Das ist aber tatsächlich richtig (freier Dativ und "haben" als Aufforderung zum Geben), wenn auch umgangssprachlich - und das ist ja eine Dialogzeile, also passt das schon. Falls das gar nicht das war, worauf du hinauswolltest, sondern da ein wirklich offensichtlicher Tippfehler drin ist, nehm ich das aber auch gern, dann bin ich grade nur blind :D

Bis dann!
15.07.2022 | 12:39 Uhr
Hi jetzt auch an dieser Stelle!

Nachdem Isaac bei "Capitol-Born Tribute" nun in den 73. Spielen gestorben ist und es damit wohl zwangsläufig auf Spud als Tribut in den 75. Spielen hinausläuft, fand ich es endgültig den richtigen Zeitpunkt, ihn besser kennenzulernen. Außerdem wurde mir angedeutet, dass diese Geschichte lustig sei (ich glaubs auch ^^), und wir können ja alle mal etwas Heiteres vertragen ;) Insofern werd ich künftig versuchen, sowohl Alys als auch Spud Aufmerksamkeit zu widmen. Los geht's!

Ok, gleich mal das erste "Oho": Personaler statt Ich-Erzähler - find ich immer spannend, weil relativ selten bei Panem. Und Abwechslung schadet nie :)

Die ersten Absätze lassen mich sofort mit dem Spud connecten, den ich aus CBT kenne und "liebe" - bisschen verpeilt, eher grob gestrickt, sehr direkt. Btw sorry, falls ich häufiger solche Quervergleiche ziehe; ich werd versuchen, das in Grenzen zu halten, weil die Geschichte hier ja auch eigenständig sein soll und nicht "nur" ein Prequel. Aber ganz vermeiden kann ich es wohl nicht durch die vorherige Leseerfahrung, vor allem wenn dann eben kleine Anspielungen auf spätere Personen enthalten sind: "Er kann nicht gut mit Zahlen und in einem Distrikt wie 5, der auf Wissenschaft ausgelegt ist, ist das nicht förderlich." ;)

Der Staub, die Wüste, die Wasserstellen, der Ritt auf dem Pferd - hat so ein bisschen Wilder-Westen-Vibes; mag ich! Und ich feiere die Verwendung des Wortes "unflätig"; ewig her, dass ich das mal irgendwo gelesen hab ^^

"Spudnell Wilson Junior, geboren am 5. November im Jahr des ersten Jubel-Jubiläums" - *Kopfrechnen* Wenn er 18 ist und die Ernte im Juli, müssten wir also bei den 44. Hungerspielen sein?! Mit diesem timeframe kann ich definitiv was anfangen :)

Die Schlussmach-Szene vor der feixenden Jungs-Meute hat mich dann auf jeden Fall grinsen lassen! Eigentlich eine unangenehme Situation, aber am Ende kommt Mary dabei schlechter weg als der coole Spud - sie war in der Beziehung anscheinend auch deutlich mehr emotional involviert als er; das kam ja schon vorher bei seinem "Was weiß ich, was sie hat?" so rüber. Eher eine Art trophy girlfriend ("dass sie seine Freundin ist, seine und sonst niemandes") statt echte Liebe - tja, junger Kerl halt; und passt wohl zu ihm.

Und die in dem Zusammenhang "fast vergessene" Maire Bardeen - ist das "die" Maire?! Ich bemüh mich krampfhaft, die "Easter Eggs" zu finden ;)

"Ein streng dreinblickendes Mädchen" - das müsste doch...?! Oh, ich freu mich grad schon so; diese Konstellation wird bestimmt klasse!

"Von hier aus kann er gut auf die Bühne sehen und sich später mit seinen Freunden über die armen Tropfe lustig machen, die hinauf gerufen werden. Tribut für Distrikt 5 zu sein, was für ein Armutszeugnis!" Oh je :D :D :D Tja, dass er gezogen werden könnte, darüber hat er sich echt überhaupt keine Gedanken gemacht; nirgendwo im Kapitel tauchen diesbezüglich Sorgen auf; und allein schon die Feier mit seinen Jungs noch vor der Ernte spricht Bände. Aber auch das passt für mich total ins Bild bei ihm.

Seine Mittributin Genera find ich spontan auch interessant, weil sie ihm ja zumindest nicht total egal zu sein scheint. Insofern gerne mehr zu ihr :)

Also, ich bin nach diesem ersten Kapitel rundum angefixt und froh, dass ich endlich hier angefangen hab - in diesem Sinne bis dann!

PS: "auf eine Stelle ein paar Schritt entfernt."

Antwort von writer to be am 15.07.2022 | 21:12 Uhr
Hi! Crazy - ich hab gedacht, du liest erst CBT fertig und schaust dann hier vorbei. Wäre aufgrund der Länge der anderen FF (und weil sie fast fertig ist) auch logisch gewesen, aber gut, so rum freue ich mich natürlich auch! Der Vibe ist eh ganz anders, also befriedigen die beiden FFs wohl unterschiedliche Lesebedürfnisse, haha.

Also ich bin ja all for Querverweise ... aber keine Spoiler wären cool, falls jemand diese FF zuerst liest und die Reviews anderer durchschaut - kam schon vor :') Von dieser FF ausgehend kann man halt überhaupt nicht aufs dritte Jubel-Jubiläum schließen, theoretisch geht aus dieser hier bis zum Schluss nicht mal unbedingt hervor, wer gewinnt und welche Figur(en) diejenigen sind, die sich mit CBT überschneiden. Ich hab das alles so implizit gehalten wie möglich. Ich sags nur, grade weil ich von dir weiß, dass du grade erst kürzlich diejenigen CBT-Kapitel gelesen hast, die der Kernpunkt von Stundenzähler sind. Witzigerweise waren andere Leute, die die andere FF kannten, hier völlig oblivious, weil sie alles vergessen hatten, das war dann für sie spannend, für mich lustig und für die Reviews spoilerfrei, also win-win-win. So, das hab ich jetzt abgehakt, ich schreib glaub noch eine Spoilerwarnung für Neuleser irgendwo ins Vorwort, und ab jetzt wird es heiter! Ich freue mich schon richtig auf deine weiteren Kommentare, not gonna lie, bei Alys bist so immer so gründlich und detailorientiert! Und auch hier hast du ja schon einiges bemerkt: Maire Bardeen, ein Mädchen, das am Damm wohnt und hier bei den 44. Spielen etwa sechzehn, siebzehn sein muss, wenn sie etwas jünger ist als Spud - nun, ob das jetzt die gleiche nachnamenlose Maire ist, die in CBT erwähnt bei den 50. Spielen 23 Jahre alt ist und nah bei der Familie Brunel wohnt, deren Haus in Richtung Damm steht, das lasse ich jetzt mal offen ;)

Och, ein personaler Erzähler ist es bei Alys ja auch - aber ja, hier ist es mit der dritten Person schon anders als mit Alys' Ich-Form. Fand ich für Spuds gewöhnungsbedürftige Ansichten irgendwie lustiger :D "eher grob gestrickt", ja, omg, ich hab jetzt schon zu viel Spaß!

Ich hab hier alles an Wild-West-Vibes eingebaut, was ich bei Alys verpeilt habe ... Ihr Fokus liegt zwar eher anders und Spud ist recht unbeschäftigt, der kann auch mal auf Belanglosigkeiten haben, aber drüben schneit es halt auch mal, da kommt nicht so gut rüber, dass das da wüstenartig ist (aber in Arizona kann es schneien, hab extra nachgeschaut!).

"Trophy girlfriend" finde ich sehr passend! Ja, Spud hat sich definitiv einiges drauf eingebildet, dass seine Freundin hübsch ist - hat ihm auch gereicht, öffentlich damit zu flexen, dass jemand mit ihm ins Bett geht, der gut aussieht, wenn ich das mal so flapsig formulieren darf. Armes Mädchen ... aber wünschen wir ihr einfach mal, dass auch sie mit 18 noch Zeit hat, drüber hinwegzukommen, und dass sie noch jemanden findet, der auch bereit ist, eine emotionale Beziehung mit ihr zu führen.

Nö, so ohne Tesserasteine und einem "gesunden" Selbstbewusstsein geht Spud absolut nicht davon aus, dass er für die Spiele gezogen wird - Distrikt 5 ist groß, dicht bevölkert, und andere Leute sind ärmer. Hat ja auch lang genug funktioniert, diese Einstellung. Man kann dem Ganzen ja auch sicher ganz gut fernbleiben, wenn nie jemand aus dem eigenen Umfeld gezogen wurde und man sich alles Weitere schöngetrunken hat, haha.

Danke für den Hinweis noch - und danke fürs Lesen, freut mich, dass du angefixt bist, und wir lesen uns, ich freu mich! :)
14.07.2022 | 17:13 Uhr
Hey,

ach was solls - ich kann mich nicht zurückhalten, das Kapitel muss ich jetzt auch noch lesen. Das Alys-Kapitel hat mir erst wieder so richtig Lust auf Spud gemacht!

"Scheiße nochmal, es war nötig. Früher oder später werden ohnehin fast alle Tribute tot sein, also ist es verdammt nochmal egal. Egal! Egal?" - "schön" wie versetzt die Realisierung seiner grausamen Tat bei Spud einsetzt und wie er versucht, es wieder von sich zu schieben. Ist halt doch etwas anderes, wenn irgendwer dafür sorgt, dass am Ende 23 Tribute tot sind, anstatt dass man selber der Schuldige ist. Und ich kann mir nur zu gut vorstellen, dass es sich falsch anfühlt, obwohl es staatlich legitimiertes Morden ist, obwohl es nach den Gesetzen der Spiele so sein muss ...

Interessant, dass du Sieben hier einen Sieger mit Rekord zugestehst - aus dem Canon kennt man ja nur Blight, den Johanna lapidar als "not much" bezeichnet, den wirst du also wohl nicht meinen. Ich bin mir gerade nicht mehr sicher, war Heath in der anderen FF aus Sieben? Anyway, finde ich interessant, weil Sieben in Johannas Aussagen nie so gut wegkam, aber dass die Tribute stark sind, da sie viel körperlich arbeiten, ergibt schon Sinn und dass sie dann ernstzunehmende Gegner*innen sind, für die es allerdings selten reicht, zeigt eben auch, dass ein bisschen Begabung in den Spielen nicht reicht, man braucht auch Glück und davon reichlich.

Ganz random, aber ich frage mich ja, was die Zuschauer*innen so über Spuds Uhrentick denken. Verstehen sie, was er da bemisst? Wird das als kurioses Verhalten abgetan? Wird das gar nicht gezeigt, sondern nur geschnitten, weil es eh nicht interessant genug ist? Oder ist es vielleicht längst der Gegenstand für Verschwörungstheorien über Spuds geheimen Masterplan? :D

"Das Drehen der Zeiger hat etwas Reinigendes, sie drehen sich nach vorne, fort von Spuds düsterstem Moment, zeigen ihm, dass es weitergeht – nur, dass er nach dem Einrasten der Stoppuhr eben doch wieder ins Hier und Jetzt zurückkehren muss, von kleinen Zahlen auf einem Zifferblatt zurück in die Höhle." - find ich gut, ein paar starke Zeilen!

Ach ach, da bereut er es doch noch, Virtus getötet zu haben D: Aber yay, wenigstens werden die Vibes, die ich gespürt habe, noch im Text aufgegriffen, jetzt fühle ich mich bestätigt! Jetzt kann ich wenigstens noch mein romantisiertes Bild des eigentlich ganz lieben Virtus haben, der nie seine Karrierozähne zeigen musste :'D

Der "klassische" Moostrick, lol, das ist das einzige bisschen an "Survival"-Kenntnissen bzw. Orientierungstechniken, das in meinem Kopf je hängen geblieben ist. Da wäre ich genauso verplant wie Spud, aber hey - auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Auch das Festmahl ist mal wieder sehr antiklimatisch, dabei hätte Spud noch die Überraschung auf seiner Seite - aber das sind wohl die Spiele, in denen nichts so läuft, wie es sich die Spielmacher vorstellen (schon lustig, wie ich das Wort in allen Reviews nie entgendere, fällt mir gerade auf - ich stelle mir das wirklich als konsequent männlichen Würstchenclub vor :'D). Schokolade ist gar nicht so übel, so ein plötzlicher Zuckerkick kann schon Dinge mit einem machen, gerade wenn man alles sonst hat - und dann die Botschaft on top, die ist ja noch süßer (sorry, der musste sein). Da habe ich Dio wohl in manchem Review unrecht getan, huch. Auf jeden Fall schön, wie Spud das nach einem Kapitel der Zweifel und Vorwürfe wieder Aufwind gibt. Wäre nur tragisch, wenn er jetzt das Auftauchen der anderen Tribute verschläft ... aber vielleicht kommt ja auch niemand mehr, weil alle zu viel Angst davor haben, ihm zu begegnen. Sind ja nicht alles die krassen Tribute, die jetzt noch nach sind.
Ich bin mal gespannt, ob der Hammer überhaupt noch zu Spud findet, bevor die Spiele vorbei sind ...

Hier fehlt ein "nie":
"aber er war noch ein Profi im Umgang damit, wird auch jetzt keiner mehr werden."
Und hier müsste es heißen "an sie" oder verstehe ich da was falsch?:
"sonst könnte Spud sich besser als sie erinnern."

Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße
Coro

Antwort von writer to be am 15.07.2022 | 21:48 Uhr
Hi! Aww, freut mich!

Dieser Mann - Junge - macht mich echt ein bisschen fertig. Hier was wegschieben, da was verdrängen, und dann muss er aber zwischendrin doch noch wach genug sein, um nicht in all seinen Gedanken abgemurkst zu werden, gleichzeitig unsicher und überheblich, zur selben Zeit skrupellos, aber auch schuldzerfressen. Hach ja ... Irgendwie müssen die anderen für den eigenen Sieg weg, aber als Nicht-Karriero möchte man sie ja dann doch nicht unbedingt selbst um die Ecke bringen. "Staatlich legitimiertes Morden" ist ja schön und gut, wenn man trotzdem nicht will/kann, weil man ja im Distrikt dennoch so erzogen wird, dass Mord eben schlecht ist, und nur für ein paar Wochen im Jahr, die einen höchstwahrscheinlich nie betreffen werden, denkt man ja nicht mal eben um. Schwierig alles.

Tatsache, Distrikt 7 ist im Buch so ... existent, mehr nicht. Aber Johanna ist so stark und niemand kommentiert das als ungewöhnlich - wie du sagst, eigentlich auch nur logisch, dass der Holzfällerdistrikt starke Tribute haben kann. Also bin ich mal davon ausgegangen, dass eher Blight die Ausnahme war oder Johanna einfach auf ihre übliche Art Dinge seltsam einschätzt - oder einfach Blights Charakter und nicht seine Arena-Skills kommentiert. Er ist ja auch sehr viel älter als sie, sie kennen einander erst vier Jahre und werden außerhalb der Spiele nicht viel miteinander rumhängen. Vielleicht ist er deshalb "not much", im Sinne von "kein bester Freund, der ihr in der Arena emotional viel bringen würde". Ich habe ihn in CBT ja auch zu einem recht stillen Kerl gemacht, damit nochmal unterstrichen wird, dass da einfach nur kein persönlicher Draht besteht. Da Johanna aber auch die einzige weibliche Siegerin ist (zumindest zur Zeit des Jubiläums), konnte diese grundsätzliche Körperkraft bisher nicht so häufig was gebracht haben, oder zumindest nicht auf weiblicher Seite. Also hatten die wohl alle Unglück und wurden kurz vor Schluss noch von einem Karriero abgestochen. Aber wenn nicht, dann haben sie wohl richtig abgeräumt - Zitat Heath, CBT Kapitel 45: "Ich hatte elf, elf allein. Das ist Rekord, ihr Anfänger!" - also ja, Querverweis, und so winzig, dass ich gegrinst habe, weil du es erkannt hast! :D

Da Spud es nie ausspricht, können die Leute vor den Fernsehen nicht sicher wissen, was dahintersteckt. Sicher ist das ein Gesprächsthema, aber ich kann mir auch vorstellen, dass es einigen Leuten auf den Keks geht. Und der Rest schließt Wetten ab oder vermutet tatsächlich was ganz Krasses dahinter, vielleicht werden sogar Stimmen laut, ob die Spielmacher (fühle übrigens, dass das in deinem Kopf nur Männer sind, lol - fühle ich mich ja schon fast schlecht mit, eigentlich bin ich ja doch der Meinung, dass Panem recht ausgeglichen ist, was Gender angeht) da nicht was übersehen haben und es eben nicht nur eine Uhr ist ...

Ne, ich bin auch volle Kanne Team Spud und Virtus sind in einem AU beste Freunde!

Muss ich mich schlecht fühlen, weil ich das mit dem Moos nicht wusste? Hab wohl schlechte Outdoor-Allgemeinbildung. Ich hab mir das irgendwie beim Schreiben ergoogelt, als ich nach subtilen Orientierungsmöglichkeiten gesucht habe, die auch dem blindesten Huhn mal irgendwie auffallen könnten. Eine Moos-Regelmäßigkeit kam mir da gelegen, da braucht man echt kaum Skills für, da kriegt sogar Spud hin :D Aber man lernt nie aus, schreiben ist doch ein tolles Hobby - wenn ich mal im Wald verloren gehen, finde ich jetzt vielleicht Norden, was auch immer mir das bringt - aber sicher hilfreicher als Grabtiefen oder das Wetter in Arizona.

Spud hätte einen Vorteil gehabt, wenn er davor vielleicht mal ordentlich geguckt hätte oder mehr Glück hätte - so ist halt einfach niemand da bzw. er ist zu früh vom Füllhorn abgedampft. Er denkt zwar viel, aber der smarteste Tribut, den die Spiele je hatten, ist er nicht.
Ich hab übrigens über das süß-Wortspiel gelacht, keine Sorge.

Oh Himmel, gleich mehrere Fehlerchen - danke für die Hinweise, du hast völlig Recht!

Danke für deine Review! :)
06.07.2022 | 22:00 Uhr
Oh, das war am Ende ja direkt rühend. So sehr die beiden am Anfang vor der Ernte auch auf Macho und überhaupt nicht emotional gesetzt haben, sie scheinen doch gute Freunde zu sein. Und wenn Spud jetzt nichts absolut dämliches anstellt, verhilft er Dio wohl auch noch zu einem ganz hübschen Gewinnsümmchen.
Nach dem Schockkapitel gerade eben ist das hier viel ruhiger und ich mag den Kontrast und vor allem die Langeweile, die du schilderst, die Spud vor allem eines bringt: Schuldgefühle. Und deshalb versucht er sich auch zu beschäftigen und obwohl es so ein eher entspanntes Kapitel war, hatte ich wirklich die ganze Zeit, er rennt in seinem Frust an einem Tribut vorbei, der ihn dann über erwischt.
Ich finde es interessant, dass er um die Kapitoler mehr "trauert" als um Genny, wobei trauern (außer vlt im Fall von Virtus) das falsche Wort ist. Aber immerhin ist er an ihren Toden direkt schuld - und er hat sich damit ja auch allem beraubt, was ihn in der Arena bisher beschäftigt und auch am Leben erhalten hat. Das hat mir gerade bei seinem ersten Mal einschlafen ein wenig gefehlt, dass er so gar keine Angst hat, gefunden zu werden und ebenfalls im Schlaf erstochen zu werden. Das kam zwar beim Füllhorn dann, aber das war mir dann zu spät.
Das Festmahl ist von den Spielmachern gut eingefädelt, ist ja eine Möglichkeit potentiell alle an einen Ort zu bringen. Katniss ist ja damals auch hingegangen, zumindest um zu sehen, wer da noch kommt. Und sicherlich sind nicht alle so gut durchgekommen wie Spud und brauchen etwas anderes als ein bisschen Süßkram.
Ich gehe mal davon aus, dass Spud nicht mehr allen Tributen begegnen wird. Vielleicht stirbt der ein oder andere noch durch einen anderen Tribut oder die Tierwelt in der Arena. Ich denke aber mittlerweile, dass er gegen den Hammer-Tributen kämpfen wird - hier rieche ich auch das meiste Showdown-Potential. Aber bislang hast du mich schon ein paar Mal überrascht, das tust du sicher auch dieses Mal. Vielleicht gibt es ja inzwischen noch mehr Bündnisse als nur das eine. Oder die vier anderen Tribute verbünden sich gegen Spud, weil sie mitbekommen haben, dass er alle Karrieros auf dem Kerbholz hat. Ich bin gespannt
GLG
limette

Antwort von writer to be am 10.07.2022 | 20:49 Uhr
Ich komme nicht umhin, diesen ersten Satz sarkastisch zu lesen, obwohl mein Hirn mir sagt, dass es ernst ist (und die Stelle ja auch ernst anrührend gemeint war). Naja, kommt wohl vom Reindenken in Spud und seine große Klappe. Aber he, die Machos haben am Anfang auch so halb geweint :D Über die Gewinnsumme habe ich tatsächlich noch gar nicht nachgedacht - aber ja, du hast Recht, allzu viele Leute dürften nicht auf Spud gesetzt haben, so rein statistisch, und da wir ja alle wissen, wie diese Spiele ausgehen, sollte sich daraus direkt ergeben, dass Dio da durchaus etwas Geld erhält ...

Er rennt ja tatsächlich irgendwie an allem vorbei und so wirklich einschlafen tut er auch nur aus Erschöpfung. Als er das Schlafen dann mal überdenken kann, weil er nicht mehr im Delirium ist, das Adrenalin fort ist und die rationalen Gedanken eingesetzt haben, traut er sich ja wirklich nicht mehr.

Ja, wohl oder übel brauchen die anderen Tribute wirklich Dinge, aber wenn, dann weiß Spud das nicht, der lebt ja - wie ausnahmsweise mal jeder Mensch - nur in seiner Blase ...

Wie wenig ich heute einfach zu sagen habe - aber du hast schon Recht, das Kapitel hier war Kontrastprogramm mit wenig Handlung, also kein Wunder, dass ich wenig Worte dafür finde. Zu deinen Theorien kann ich ja aus offensichtlichen Gründen nichts sagen - und der Rest war einfach gut rausgelesen? Keine Ahnung, vielleicht bin ich auch einfach zu müde :D
Bis dann!
05.07.2022 | 21:15 Uhr
Guten Abend erstmal!

Erstmal finde ich es dann doch interessant, wie Spud jetzt doch Gewissensbisse zu bekommen scheint und dadurch vollkommen ratlos durch den Wald/die Arena stolpert - und sich zugleich dabei stets beruhigt und dabei ja auch recht hat: Die Karrieros hätten nicht gezögert ihn zu töten und er wäre ihnen klar unterlegen gewesen - seine Skrupellosigkeit ist der einzige Grund warum er noch am Leben ist! Interessant auch, wie er seine Taten mit der einen Tötung Zircons vergleicht.
Spuds "Gedanken-" oder auch "Bewusstseinsstrom" finde ich auch sehr interessant und sehr gut gelungen. Also wie er dann sich Gedanken über die verbliebenen Kandidaten macht, dann zwischendurch die Erinnerung an Genny beiseite schiebt, usw. Insbesondere, weil ich mir solche strategischen oder taktischen Überlegungen auch machen würde, also da finde ich Spuds Eigenschaft alles doppelt und dreifach zu durchdenken ja irgendwie verständlich, auch wenn er sich damit sehr nervös macht. Passend ist auch Spuds Wut darüber, sich nicht irgendwie unterhalten zu können - ich frage mich wohl, wie Selbstgespräche in der Arena auf die Zuschauer wirken würden? Wäre aber wohl für Spud hier die bessere Alternative, als sich innerlich so aufzuregen...
Rein vom Zeichnen des Charakters finde ich auch die Stelle sehr gut gelungen, wo Spud wiedermal glaubt, die gesamte Welt sei sein Feind - es ist ja doch amüsant in einer Situation, wo der Sieg in den Hungerspielen realistisch und zum Greifen nah ist, zu glauben, dass man immer Pech habe. Also, wer direkt am Füllhorn stirbt oder noch schlimmer, wie die hiesigen Karrieretribute irgendwie im Schlaf abgestochen wird, naja, der hat doch mal richtig Grund sich beim Schicksal zu beschweren! Aber gut, Spuds Selbstmitleid und sein Welthass ist an dieser Stelle praktisch schon ein humoristisches Stilmittel, zumindest in meinen Augen.
Bemerkenswert ist es auch, dass Spud angesichts von Virtus' Tod fast noch mehr zusammenzubrechen scheint, als im Angesicht seines Verrats Genny gegenüber - es wäre eigentlich interessant zu erfahren, ob der Karrieretribut vor seinem Tod auch soetwas wie freundschaftliche Sympathien Spud gegenüber aufgebaut hat?
Besonders "schön" finde ich Spuds Angst vor dem Schlaf/dem Schlafengehen: Einerseits aus einer psychologischen Sicht (Wird er nach seinem Sieg nun dauerhaft Schlafprobleme haben?), aber auch in einem ganz kurzen Rückgriff auf meinen Kommentar zum letzten Kapitel: Im Naturzustand wie z. B. in den Spielen muss Spud fürchten, dass jemand anders ihn im Schlaf töten könnte - genauso, wie er das vorher konsequenzlos tun konnte.
Was das Festmahl angeht, würde ich im Allgemeinen glaube ich gar nicht hingehen, wenn ich nichts benötigte (also anders als Katniss und Peeta im Kanon) und hoffen, dass sich die Konkurrenz so erledigt. Aber natürlich gut, dass Spud hier doch hingegangen ist, dadurch hat er einen perfekten Motivationsschub erhalten. Aber auch interessant, dass Dio noch so sehr zu ihm hält - ich war/bin mir nach der Sache mit Genny nicht so sicher, wie Distrikt 5 im Allgemeinen und Dio oder auch Spuds Familie im Besonderen reagiert. Aber wahrscheinlich freut sich Dio einfach, wenn sein bester Freund wiederkehrt - egal wie.
Jedenfalls ein sehr schönes Kapitel mit einer guten Innensicht auf Spud - jetzt wird es interessant, wie er dann schlussendlich den Sieg davontragen wird...
Aber naja, dass werden wir ja noch sehen...

Bis dahin

Antwort von writer to be am 11.07.2022 | 20:28 Uhr
Guten Abend zurück :)

Psychisch sind die Spiele glaub generell schwer. Selbst wenn du als Karriero ewig trainiert hast, wird dich die erste Tötung mitnehmen, weil Panem hat ja bekanntlich nicht die tollste psychologische Versorgung, dementsprechend werden auch die nur bedingt vorbereitet sein. Irgendwie überdenken muss man das, auch wenn im Kontext der Spiele natürlich der einzige Weg für das eigene Überleben ist, dass alle anderen sterben. Und gerade bei Leuten, die dazu ausgebildet sind, eben nicht zu zögern, sollte man vielleicht genauso handeln. Aber ja, das kickt - und es freut mich, dass du diesen Aspekt in all dem Witz (der inzwischen seltener geworden ist ...) interessant und auch logisch findest.
Funfact zu Spuds Skrupellosigkeit: "Skrupellos" war der Arbeitstitel dieser FF :D

Selbstgespräche sind ein super interessantes Thema! Ich hab nie wirklich drüber nachgedacht - aber als ob das nicht vorkommt. Allein, um zu schauen, ob die Stimme noch funktioniert - lange nichts zu sagen macht ja auch was mit dem Hals. Und Spud hatte jetzt acht Tage lang Gesellschaft, aber andere Tributr nicht, hm ... Ich denke, Selbstgespräche bei Tributen könnten für die Fernsehshow gut sein, solange es Charakterköpfe sind - vielleicht jemand Selbstironisches? Aber solange die Person dann nichts leistet, wäre wohl kein Siegespotential da. Annie als traumatisiertes Mädchen als "verrückt" zu bezeichnen ist mal wieder ausschlaggebend für was ich auch oben schon gesagt habe: Panem hat es nicht so mit der Psyche. Ich denke, auch jemand, der mit sich selbst spricht, und sei es nur, um sich zu beschäftigen, würde direkt in eine missgünstige Ecke gestellt werden. Dann gäbe es vielleicht nicht so viele Sponsoren, und dementsprechend müsste die Person darüber hinaus echt unterhaltsam sein und halt noch Arena-Skills haben und was reißen, um zu gewinnen. Und dann wäre sie vermutlich immer noch verschrien.

Auch von meiner Seite aus sollte diese überspitzt verquere Sicht auf die Welt ein humoristisches Stilmittel sein, das hast du schon richtig aufgefasst :D

Da Virtus tot ist und ich nicht plane, das Thema wieder aufzugreifen, ich aber auch niemandem eine Lesart meiner Texte vorgeben will, wiederhole ich nur nochmal explizit das offensichtlich im Text gezeigte: Virtus war von den Karrieros derjenige, der am meisten über Spuds Witze gelacht hat und andersrum, sowie der, der am meisten mit ihm geredet hat. Klar, Arenakontext und Kameras sind da miteinzubeziehen, aaaaber naja :D Mach daraus was die Verbindung betrifft was du willst :D

Was Spuds Schlafprobleme angeht: Du hast in deiner letzten Reviews meine beiden FFs angesprochen, allerdings weiß ich nicht, wie weit du bei CBT bist. So spoilerfrei wie möglich - auch wenn es eigentlich irrelevant ist: So ein bisschen schimmert das Schlafverhalten in Spuds späterem Leben drüben durch, einmal wird es konkret angesprochen. Hier ist wegen des Umfangs kaum mehr Platz dafür, drüben ist der Fokus ein anderer, aber faaaallls jemand nach diesem Detail suchen würde, könnte er fündig werden.

Katniss und Peeta haben doch was benötigt: Medizin. Und auch sonst wäre ich glaube ich neugierig, wenn die Spielmacher schon alle ansprechen. Kann ja sein, dass die mir was geben, von dem ich noch gar nicht weiß, dass ich es benötige? Unnötig ist ja nichts, Spud kriegt immerhin Zuversicht geliefert. Klar ist das im Vergleich ein bisschen egaler als es Medizin wäre, aber dennoch ... Unnötig ist das Festmahl wohl nie. Aber ich verstehe auch völlig, wieso man sich nicht in diese Gefahr bringen wollen würde!

Stimmt schon, dass es in 5 wohl keine Begeisterungsstürme ausgelöst hat, als Spud so rigoros sein Leben über Gennys gestellt und diese Entscheidung quasi in Richtung der Karrieros getroffen hat. Aber direkt nach dem Leben trachten werden die meisten ihm wohl nicht. Vor allem Freunde - selbst wenn es nur noch ehemalige wären - würden wohl trotzdem noch ein bisschen zu einem stehen. Wenn Spud lebend zurück kommt, kann man ihm diesbezüglich auch viel besser den Marsch blasen :D Auf einmal sämtliche Unterstützung - und sei es nur geistige - aufzugeben, käme für viele sicher auch einem Mord gleich. Aber vielleicht liege ich auch komplett daneben und Dio muss ein Opportunist sein wie Spud, um weiter zu ihm zu halten :D Aber sie sind ja Freunde, so weit hergeholt wäre es sicher nicht mal, haha.

Bis dann und lieben Dank für deine Review!
05.07.2022 | 17:18 Uhr
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, bei diesem Kapitel wieder parallel zum Lesen zu reviewen, aber wie so vieles im Leben, habe ich auch das nicht geschafft. Okay wow, was für eine depressive Einleitung. Was ich sagen wollte: ich war so gespannt, dass ich direkt alles lesen musste. Und ich hatte die ganze Zeit so eine böse Vorahnung, dass noch irgendwas krasses passiert und Spud einem anderen Tribut begegnet und dafür war's dann am Ende doch eher ruhig bei ihm heute. Aber fand's ganz gut, so hatte man mal wieder seine ausgiebigen Gedanken zur Situation. Und Spud ist ja wirklich Meister der Unterdrückung geworden. Sweet fand ich aber die Gedanken zu Virtus, sein Tod hat ihm ja glatt mehr ausgemacht als der von Genny und die kam ja aus seinem Distrikt & war so halb in love mit ihm :D in einem Paralleluniversum (oder auch jetzt im Himmel, Rip Spud mal wieder) sind die beiden einfach besties, Ende der Geschichte.
Ich finde die Arena hat mittlerweile einen ganz anderen Vibe bekommen, irgendwie hat man als Leser ein anderes Gefühl, jetzt wo es so "leergefegt" ist. Und obwohl die Karrieros jetzt erstmal tot sind, hat man sich noch voll Sorgen um Spud gemacht, jetzt wo der allein unterwegs ist. Also Sorgen ist übertrieben, ich weiß ja, dass er das überlebt, aber man rechnet jetzt hinter jeder Ecke mit dem Typen aus 7 :D falls es wirklich auf einen Zweikampf hinauslaufen sollte, tippe ich übrigens auf ihn. Aber nachdem meine letzten Predictions so gescheitert sind, kann ich mir auch vorstellen, dass du uns mit was ganz anderem überraschst und die Karrieros tatsächlich die Letzten sind, die Spud in dieser Arena selbst tötet.
Übrigens verstehe ich den Gedankengang noch nicht ganz, weshalb es ihm so wichtig war, die Anderen noch vor Einbruch der Nacht zu finden. Ist das so schlimm, wenn die wissen, dass die Karrieros tot sind? Ich verstehe, dass er sich so sicherer fühlt, weil die anderen Tribute sich vielleicht eher bedeckt halten, wenn die wissen, da sind ein paar Killer im Wald unterwegs, aber so wichtig hätte ich das gar nicht gefunden an seiner Stelle. Aber Spud hat ja eh ein komisches Selbstbild und denkt, jeder im Kapitol hasst ihn (an der Stelle wünsche ich mir kurz mal, dass die Geschichte nicht in der Arena endet und wir zumindest ein paar Szenen aus dem Kapitol, am besten noch aus Distrikt 5, aber da bin ich jetzt mal nicht wählerisch, bekommen) und vielleicht ist das wieder seine schräge Selbstwahrnehmung? Ich glaube nämlich, die anderen Tribute sehen ihn als Karriero an. Dass er nicht vorher in irgendwelchen Akademien trainiert hat ist klar, aber man sieht ja auch an den anderen Siegern, dass man nicht zwangsläufig eine Akademie braucht, um sich auf die Spiele vorzubereiten (siehe Alys) und auch bei den anderen Karrieros haben die anderen Tribute ja nicht beim jahrelangen Training über die Schulter geschaut. Wenn ich aus einem schwächeren Distrikt kommen würde, wär das für mich Jacke wie Hose, der kann offensichtlich gut genug kämpfen, dass die Karrieros an einem Bündnis mit ihm interessiert sind, dann ist der für mich einer von denen. Und wenn ich die vier Bilder am Himmel sehen würde, käme mir auch nicht der Gedanke "hm, Spud hat bestimmt überlebt, weil er weggerannt ist", ich würd direkt davon ausgehen, dass der irgendwie dafür verantwortlich ist und das lässt ihn ja auch wieder ultra stark wirken. Also ich hätte genug Angst vor dem, mich trotzdem nicht aus meinem Versteck zu wagen.
Bin mal gespannt, wie das Festmahl so ausgeht und wie viele von den anderen Tributen da tatsächlich auftauchen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das nächste Kapitel einiges an Handlung bringen wird. Oh, und die Nachricht von Dio fand ich auch sehr süß. Hab mich auch instant gefragt, wie die das gemacht haben, aber da denkt Spud ja auch sofort drüber nach. Ich hatte mir ja schon gedacht, dass Dio vielleicht auf ihn gesetzt hat, jetzt wird der bestimmt fast so reich wie Spud selbst nach den Spielen, ich bezweifle nämlich, dass viele andere Bürger von vornherein auf Spud gesetzt haben und dann müsste die Quote für ihn ja ziemlich gut sein. Die Gedanken einer Wirtschaftsstudentin :D
Ich bin gespannt auf das nächste Kapitel!

Antwort von writer to be am 10.07.2022 | 21:30 Uhr
Deine Reviewanfänge sind immer goals, generell lese ich die gerne, je selbstironischer, desto besser!

Genny hat immerhin seine Spiele nicht durchgängig geprägt - erst ihren Lauf ab Tag 8. Ja, sie war von zuhause, ja, die haben bisschen rumgemacht, aber letztendlich hing er halt tagelang 24/7 auf den Karrieros rum und die haben ihn beschützt und waren ja teils schon nett. Nicht, dass das was rechtfertigen soll :D Bin Team Paralleluniversum (oder ein AU-AU? Aua :D) mit Spud und Virtus, die durch Blumenfelder hüpfen (und Dio darf mitmachen, weil ich bin ja sehr anti-Eifersucht, wie man vielleicht aus meinem Alys-Gequatsche rauslesen kann, faaalllls man Reviews anderer stalkt) <3

Ich finde witzig, dass ausgerechnet dieses Kapitel, in dem literally nichts passiert, niemals als langweilig bezeichnet hat - nicht mal als sämtliche Vorahnungen entkräftet waren, dass da gleich die Post abgeht. Also nö, eher Kontrastprogramm zu dem davor - oder denen davor, Plural, weil hier sind ja ein Haufen Leute sehr knapp hintereinander gestorben, wenn man sich die Erzählzeit anschaut. Und jetzt passiert einfach ... nichts. Ein Kapitel nur Spud, wie er durch die leergefegte Gegend stapft und seine Entscheidungen infrage stellt, na wunderbar. Für mehr spannende Handlungen folgt mir bei FF.de.

Ah, damn, unvollständig erklärt. Der Gedanke ist: Stand jetzt (am Anfang des Kapitels) gibt es nur vier Kanonen, keine Gesichter dazu. Was passiert ist und wer noch lebt, ist schwammig - könnten ja auch paar Randos sein und nicht alle Karrieros, plus vielleicht ist es für manche wichtig, wer genau tot ist. Wäre ja interessant zu wissen, ob da beispielsweise noch Nerio als Fernkämpferin dabei ist oder ob ein großer starker Typ noch lebt oder so. Unklarheiten über das Gegnerfeld sind immer erstmal schlecht. Klar kann man dann nicht wissen, was genau passiert ist und ob und wer Verantwortung trägt, aber beispielsweise zwei tote Nicht-Karrieros und zwei tote Karrieros hätten eher auf einen Kampf hingewiesen, den die Karrieros zwar gewonnen hätten, aber nicht gerade gut bei der Dezimierung, sprich vielleicht ist auch der Rest verletzt. Mutmaßungen können ja auch beim Einschätzen der eigenen nächsten Schritte helfen. 3 und 9 sind ja verbündet, das heißt, die ahnen vielleicht, dass es rein die Karrieros getroffen hat (weil der Kampf eines einzelnen Nicht-Karrieros würde kaum im Tod von drei von denen enden), aber alle anderen wissen ja nicht, dass die beiden noch am Leben sind, die wissen nur von sich. Und klar kann es auch in dem Wissen, dass die Karrieros tot sind, immer noch heißen, dass die Spielmacher was gedreht haben, und ja, vielleicht sehen sie Spud als Karriero, aber trotzdem haben die Distrikte 1 und 2 unter den Toten ja nochmal eine andere Wirkung (auch wenn es viele andere Sieger gibt, sind die als Einzelne trotzdem von Jahr zu Jahr eher gefährlich - haben ja doch viele aus anderen Distrikten eher durch Glück oder mit Tricks gewonnen). Also es geht mehr darum, dass Spud diese Unsicherheit der anderen nutzen will, dass die nicht wissen oder sich erschließen können, wer kommen kann und in welchem Zustand, als dass sich daraus wirklich ein krasser Vorteil ergeben würde.
Leider habe ich den Eindruck, die Erklärung war noch schlechter als das, was eh schon im Text steht.
So oder so würde ich mich in der Arena so wenig wie möglich bewegen, Hauptsache, ich bleibe bedeckt.

So wirklich ein Plottwist war Dios Wetteinsatz nun wirklich nicht - aber vielleicht ist es ja ein bisschen wholesome, dass er zu Spud gehalten hat und ihm Geld nicht wichtiger war als Freundschaft (weil zu blöd, um die Statistik zu verstehen, ist er sicher nicht). Ich hab beim Schreiben gar nicht daran gedacht, dass er damit ja automatisch auch viel Geld kriegt - aber klar, Spuds Erfolg bringt ihm wohl ein bisschen Geld, weil wie du sagst, obwohl Spuds Siegeschancen nicht kacke waren, wäre es wohl trotzdem ein gamble gewesen, auf ihn zu setzen. Und Spuds Gehalt hat er, der ja noch zur Schule geht, als recht gut bezeichnet. Mit der Quote und dem Einsatz zu gewinnen, wird ihn wohl freuen. Da muss er Spud ja jetzt mindestens auf ein Bier einladen, obwohl der am Ende natürlich noch mehr Geld haben wird als er ... Oder Spud lädt ihn ein, weil die Nachricht ja gepusht hat? Hm ... ONESHOT (nein ...) :D

Bis dann!
21.06.2022 | 22:40 Uhr
Hallo erstmal,
bevor ich hier jetzt auf das Kapitel an sich eingehe, wollte ich erstmal generell sagen, dass ich deine beiden Geschichten sehr gut finde, insbesondere hier die Geschichte zu Spud, der ein wirklich gut geschriebener Charakter ist.
Hier das Kapitel ist, trotz seiner Kürze, meines Erachtens ziemlich perfekt: Der vorläufige Spannungshöhepunkt der Geschichte, den man irgendwie hat kommen sehen (vielleicht auch, weil ich die Kapitel mit den Spoilern einfach trotzdem gelesen hatte, aber egal), der aber dann doch so spannend und gut geschrieben ist. Die gesamte Atmosphäre passt einfach gut mit Spuds Nervosität zusammen und vermittelt sie sehr gut.
Was ich noch sehr interessant fand, war, dass die Karrieros noch am Ende der Spiele um die Reihenfolge der Wachen spielen und eben auch, obwohl sich die Spiele spürbar zum Ende neigen, so arglos sind. Aber vielleicht ist das ihr eigenes Ehrgefühl/ihr Ehrenkodex, der eben vorsieht, dass man sich am Ende einen fairen Kampf liefert - und vielleicht hat ausgerechnet der Verrat an Genny dazu geführt, dass sie Spud für vertrauenswürdig, für einen "echten" Karriero halten, der ihre Normen und Werte teilt; das er aus 5 stammt, einem Nicht-Karriero-Distrikt und sich darüber hinaus nicht mal für den ganzen "Spaß" freiwillig gemeldet hat, haben sie dann über die Zeit wohl irgendwie vergessen. Aber naja, damit wäre Spud wohl spätestens jetzt der Favorit für den Sieg. Interessant wäre es noch, was die normalen Leute in Distrikt 5 denken: Sind sie froh darüber, vielleicht wieder einen Sieger zu haben? Beeindruckt oder verunsichert/geschockt von seiner Skrupellosigkeit? Verachten ihn von nun an dauerhaft für seinen Verrat an Genny?
Die Mutmaßungen über die Stimmung im Kapitol finde ich aber hier am interessantesten, insbesondere, weil ich dazu kürzlich auch einen Gedanken hatte, ich glaube, als ich das letzte Kapitel oder so gelesen hatte...
Jedenfalls bin ich auch der Meinung, dass Spud im Allgemeinen von der kapitolanischen Bevölkerung verachtet werden würde - ich denke, dass sein Verhalten eben auch als Ausdruck von Hinterhältigkeit und verräterischem Verhalten und dementsprechend als "distrikttypisch"/"Distriktlerverhalten" interpretiert würde (schließlich sind Rebellen ja auch immer per Definition Hochverräter und Distriktler sind Rebellen, also passte dies auch wieder). Mein Gedankengang war aber, dass es einen Kapitolaner gebe, der Spud wahrscheinlich mögen würde:
Coriolanus Snow
Letzten Endes wissen wir ja mittlerweile, dass aus Snows/Dr. Gauls Sicht die Hungerspiele immer und immer wieder die negative, destruktive Seite des Menschen und eine negative Anthropologie deutlich machen sollen, um so die Notwendigkeit der kapitolanischen Herrschaft zu betonen -> ohne das Kapitol und seinen genialen, harten, aber wohlwollenden Präsidenten, der zufälligerweise Coriolanus Snow ist, und ohne die Friedenswächter, würden über all Leute wie Spud andere im Schlaf ermorden. So Snows Denken, ideengeschichtlich an Hobbes oder Machiavelli angelehnt.
Und da ja die Hungerspiele diesen Gedanken eigentlich Jahr für Jahr überall in Panem - ob in den Distrikten oder im Kapitol - einhämmern sollen, kommen, so denke ich, Tribute wie Spud Snow gerade recht. Während zum Beispiel schwangere oder behinderte Tribute Mitleid auslösen oder ein Zwillings-Tribut-Paar oder eben ein tragisches Liebespaar vielleicht sogar zeigen, dass Menschen manchmal auch ihre Momente haben und sogar bereit sind, füreinander zu sterben, anstatt sich zu töten und damit diese Legitimationsideologie unterminieren, ist Spud das genaue Gegenteil. - Snow sieht sich in seinem Denken bestätigt und genau diese Art von Spielen schürt politisch von ihm gewollte Emotionen: Verachtung auf die Distrikte im Kapitol (á la "rücksichtslose, gefährliche Distriktbabaren, die unter Kontrolle gebracht werden müssen!"), Verachtung und Hass zwischen den Distrikten (hier: insbesondere Vorurteile der Karriero-Distrikte auf 5 oder insbesondere die richtigen Randdistrikte) und Misstrauen/Verachtung innerhalb der Distrikte ("unser eigener Sieger hat seine Mittributin umgebracht, pfui!"). Dazu kommt noch, was alle Menschen vom Kapitol bis nach Distrikt 13 bei Spuds Tagesbilanz empfinden dürften: Zumindest etwas Verachtung und Erschütterung, was Menschen alles tun, um zu überleben/was Menschen anderen Menschen antun können.
Und diese Einstellung ist es ja eigentlich, was die Hungerspiele befördern sollen: Diese Einstellung bezüglich des Wesen der Welt und des Wesens des Menschen, die Snow seit seiner Jugend als Wahrheit erkennt/ansieht - und was seiner Meinung nach jeder Bürger Panems verstehen lernen muss.
Das glaube ich, ist auch der Unterschied zum Beispiel zwischen Snow und Seneca Crane: Letzterer sieht die Spiele als besondere Form des Sports, des Entertainments, ja, vielleicht als Kunst und interessiert sich dementsprechend für technisch ausgefeilte Spiele und eine möglichst tragische, "shakespearsche" Story; er verkennt die politische Bedeutung der Spiele.
Snow will lieber "langweilige" Spiele, in denen jedes Jahr dasselbe passiert: Kinder, die ihre Altersgenossen auf möglichst brutale Weise abschlachten, ohne jegliche Gnade, Reue oder moralische Grenzen - im Naturzustand gibt es weder Moral noch Recht, das kommt erst durch den Staat, hier: das Kapitol und seine Macht in die Welt; wie Hobbes schrieb: "Die Macht, nicht die Wahrheit schafft das Gesetz".
Dementsprechend denke ich, dass Snow Spud nach seinem Sieg vergleichsweise gut behandeln wird, denn Spud ist wider Willen in Snows Propaganda- und Legitimationsmaschine hineingeraten und hat Snows Herrschaft gestützt.

Sorry für den ganzen Aufsatz, der sich jetzt entwickeln hat, aber den Gedanken hatte ich jetzt mehr als einmal die Woche, da musste der jetzt mal niedergeschrieben werden - und immerhin hat er mich endlich motiviert, mir die Zeit zu nehmen, deine Geschichte zu reviewen :)
Jedenfalls tolle Geschichte und tolles Kapitel, ich freue mich schon jetzt darauf, wie Spud "es" zu "Ende bringen" wird (auch, wenn sich das gerade ziemlich böse und zynisch anhört, aber naja...) :)

Viele Grüße

Antwort von writer to be am 24.06.2022 | 08:13 Uhr
Hallo :)

Wie dein Text schon anfängt, da kann ich mich ja direkt doof kichernd in ein Loch verziehen (ich kann richtig gut mit Lob ... nicht). Danke dir! Freut mich zu hören, dass dir beide Texte gefallen (und du einfach das heikle Wörtchen "perfekt" droppst, was geht denn hier ab)!
Insgeheim (so geheim, dass ich es ständig jedem erzähle, der es nicht hören will) bin ich ja inzwischen auch Team Spud - liest (und schreibt) sich schneller, und auch wenn mir all der Schmerz bei der anderen FF gefällt, habe ich viel zu viel Spaß an Spuds seltsamem Humor. Mehr Albernheit kann zumindest ich nicht nach Panem bringen. Aaaaber hin und wieder will ich auch eine Lovestory, also ist das Abwiegen dann doch irgendwie schwer. Naja. Äpfel und Birnen, irgendwie gleich, aber irgendwie auch nicht :D Wo wollte ich damit hin? Ich sag einfach nochmal Danke!

Ich finde ziemlich lustig, dass du hier die erste Person bist, die sich Spuds Karriero-Strategie aus der anderen FF gemerkt hat :D Aber es ist auch mal interessant, von jemandem zu hören, der wusste, was kommt, und die Rückmeldung zu haben, dass alle Puzzleteile ineinandergreifen und es eben nicht komplett aus dem Nichts kommt.

Wenn du Ehrenkodex sagst, würde ich mitgehen. Klar ist es ein free for all-Ding, aber etwas Ritterliches ist ja dennoch für die Karrieros dabei: Am Ende aus einem großen Handgemenge voller ausgebildeter Kämpfer als Sieger hervorzugehen ist natürlich um einiges ruhmreicher, als vielleicht am Ende einen ausgehungerten Zwölfjährigen um die Ecke zu bringen. Das Ziel ist ja, erst zusammen zu jagen und dann zum Hauptteil der Spiele überzugehen, der wirklichen Challenge, nachdem alles andere nur erzwungene Vorspeise war. Ob der Kampf am Ende großartig fair sein muss, weiß ich nicht - ich gehe mal davon aus, dass die dann doch alle auf ihre erlernten Kampftechniken zurückgreifen, solange es möglich ist, und dann in sich regelhaft agieren (vielleicht sogar, was Tricks angeht - kann man tricksen, wenn man gegen jemanden kämpft, der gelernt hat, mit Tricks zu rechnen?). Also ist es selbst mit Schummeleien am Ende immer ein fairer Kampf im Sinne von ausgeglichen. Wer da siegt, ist dann auf jeden Fall der oder die Stärkste und hat es allen bewiesen. Und gerade hier sind ja noch vier Außendistriktler und Spud übrig. Die Karrieros sind zwar kurz vorm großen Kampf, aber irgendwie halt doch noch in der Aufwärmphase. Nicht mehr beim Dehnen, aber beim Warmlaufen :D Um Wachen zu spielen finde ich weniger arglos, als nur eine Wache aufzustellen. Aber wenn man nicht damit rechnet ... Zumal Spud - wie du schon sagst - ihnen eigentlich gerade mit dem Ausliefern von Genny Loyalität "bewiesen" hat. In einer anderen Nacht hätte das vielleicht nicht geklappt.

Ich liebe, was du dir über Snow zusammengeschrieben hast! Wie er Spud vielleicht gut findet, aber dem Rest das Ehrenhafte fehlt, ich mag das! Er ist in der anderen FF ja nicht super beliebt, aber halt auch nicht unbedingt verhasst und Snows Umgang mit ihm ist ja auch recht eindeutig (ich bringe mal keine Beispiele oder festeren Formulierungen, weil ich nicht so ganz sicher bin, wie weit du bist, oder ob hier jemand mitliest, der nicht gespoilert werden will). Einer für interessante Spiele, aber halt doch keiner, mit dem man danach viel rumhängen will (früher oder später würde man wohl beleidigt werden, wer hat darauf schon Lust?). Beeindruckend war er also sicher - aber so diese Art von Eindruck, die man mit Vorsicht genießt.
Und Verrat als "Verhalten weniger zivilisierter Distriktler"? Chef's kiss! Ah, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll!
Ich bin auf jeden Fall dabei, Spud als Grauzone einzuordnen.

Interessant finde ich übrigens, dass du hier Distrikt 13 bereits mit in den Ring wirfst. Wir sind ja hier noch dreißig Jahre vor der Rebellion, aber ja klar, 13 existiert. Ich hab noch nie aktiv drüber nachgedacht, dass die ja ausnahmslos alle Spiele mitgekriegt haben, sicher auch aktiv, und

[Funfact, an dieser Stelle habe ich das Reviewschreiben unterbrechen müssen, um mitten in der Nacht den Kater vom Dach zu retten; hat 2h gedauert, dann hab ich geschlafen, und jetzt mach ich mit dem gestern noch extra kurz rauskopierten Text am Handy weiter … also wenn sich Anführungszeichen und die Längen der Gedankenstriche ändern: deshalb :D ]

dann den ein oder anderen Gedanken zu den Siegern haben. Konkret ist garantiert noch nichts in Planung, das die Sieger beinhaltet, aber wenn dem so wäre, würde der Plan jetzt sicher schwanken. Natürlich holen die Hungerspiele das Extrem aus Leuten raus, aber auch Spuds Grundzüge wären ja schon ein Risiko. Ne, der kommt sicher nicht gut an dort, auch wenn natürlich jeder in Panem versteht, dass die Spiele eine Ausnahmesituation sind.

Du hast so viel geschrieben und ich konnte so wenig sagen — das ist wie bei deinem Projekt, so viel Vorarbeit, so wenig Nachträge nötig (und ich entschuldige mich schon fast dafür, dass du richtig geistreich auf Hobbes und Machiavelli verweist und ich hier halb Denglisch und vollkommen flapsig meine Antwort hinschmeiße, uff). Aber ich hatte Spaß (und zugegebenermaßen gestern Nacht mehr Gedanken, aber jetzt fallen sie mir nicht mehr ein …)! Und für lange Reviews muss man sich bei mir eh nicht entschuldigen — ich bin ja auch nicht dafür bekannt, mich besonders gut kurzfassen zu können, haha. Danke für deine Zeit und die Review!

Ein schönes Wochenende wünsche ich dir!
Annika
21.06.2022 | 15:52 Uhr
Hey,

der gedankliche Chor zu dieser FF ist ziemlich einfach - Spud, Spud, Spud rufen die Stimmen in meinem Kopf da. Noch einmal lauter heute, weil ich gar nicht mit einem Kapitel gerechnet habe :D
Und uuuuuh, der Titel schon - Kanonenschläge? Es gibt Tode - in der Mehrzahl? Etwa unter den Karrieros? I'm ready! (Ich hoffe übrigens, du denkst nicht, dass ich die andere FF total unaufmerksam gelesen habe, weil ich so convenient alles über Spud vergessen habe - offenbar sogar die Erwähnung seiner Buddys -, ich hab einfach nur ein Gedächtnis wie ein Sieb und hab inzwischen so viel gelesen, das solche kleineren Fakten leider wieder rausgedrängt werden, um mir die Haupthandlung diverser Geschichten merken zu können ... also es liegt nicht daran, wie etwas geschrieben ist, sondern allein an mir :'D)

"... und in den kommenden Minuten wird sich entscheiden, ob Dio Geld bekommt oder vielleicht seinen besten Freund zurück." - Jetzt hat Spud ja richtig gehend Hoffnung in sich selbst - ich liebe diese Veränderung in seinem Denken und Handeln, die sich ja schon länger abgezeichnet hat, aber von dem regelmäßigen Klicken seiner Uhr immer wieder aufgeschoben wurde.

Interessant, wie du die verschiedenen Arten der Karrieros beschrieben hast. Gefühlt kommt Virtus da für mich immer noch besser weg als die anderen; zumindest ist er nicht so kalt oder mordlustig wie Zircon oder Emmy. Bei ihm ist es doch eigentlich schade drum, dass er sich dieses Karrierodasein trotzdem ausgesucht hat.

"Tribute aus Distrikt 5 gewannen die Hungerspiele nicht ohne Tricks und Glück." - das ist auch so eine Mood, gerade im Hinblick auf Alys später, die ja auch einen Trick gegen alle Karrieros braucht.

Spannend auch, dass den Karrieros nicht auffällt, dass Spud schummelt - oder aber es ist ihnen egal, weil sie sein Ziel nicht begreifen. Die mittlere Schicht ist in ihren Augen wahrscheinlich nichts Besonderes und dann dürfte es ihnen wohl egal sein, wenn Spud dafür schummelt. Andererseits hätten sie auch einfach so Stress machen können, aus Spaß an der Freude quasi - wenn es ihnen denn aufgefallen ist. Vielleicht sind sie auch einfach alle absolut miese Kartenspieler und ihnen fällt gar nichts auf, sie sind schließlich aufs Morden trainiert.

Aj, die Gedanken an Genny und damit verbundenen Schuldgefühle - endlich erreichen sie Spud so richtig. Ein bisschen verdient er das ja schon und das Leben ist halt nicht perfekt, diese Absolution, noch ein paar letzte Worte aus ihrem Mund, die werden ihm jetzt für immer verwehrt bleiben. Da frage ich mich, ob er später auch hin und wieder noch an Genny gedacht hat, so zu Alys' Zeiten, vielleicht gerade als er ihren Einsatz für Tic sieht?

Ahahaha, ich hab Spud echt unterschätzt. Geht der einfach hin und sticht sie alle im Schlaf ab, zack zack - nö, das hab ich nicht kommen sehen :D Ich hab mir ja immer die wildesten Dinge ausgemalt, aber Spud schafft es immer wieder, einen ganz anderen Weg einzuschlagen. Mit so viel Berechnung und Präzision - da kann's einem schon mal kalt den Rücken runterlaufen. Das ist so ein WTF-Moment, wo man dasitzt, denselben Absatz noch mal liest und sich denkt ... wait ... what?
Allein für die Überraschung bin ich _so_ froh, dass mein Gedächtnis absolut Grütze ist! Davor war ich so angespannt, so ein richtiger Fingernägelknabbermoment und dann gibt's ein wahres Feuerwerkt. Holla die Waldfee, da sind wahrscheinlich alle wach jetzt, nachdem satte vier Kanonen auf einmal erklungen sind (wenn ich da Tribut wäre, ich würde nie mehr schlafen können nach den vier Kanonen, ich meine ... wtf, ne, da hätte ich den größten Schiss ever). Das hat ja Seltenheitswert ... und das Kapitol ist wahrscheinlich grad richtig mad? Alle vier Favoriten einfach auf einen Streich weg! Ich stell mir nur vor, dass da welche gerade schlafen und dann morgens aufwachen und feststellen, dass all ihre Wetten auf die Karrieros ins Nichts gelaufen sind und dann erstmal so ein richtiges Fragezeichen im Gesicht haben. Das macht Spud wahrscheinlich nicht nur beliebt, aber seiner Kaltblütigkeit muss man doch einfach mal applaudieren. Das ist so dieser Moment wo Brutus (also zumindest "mein Brutus") sagen würde, dass die Kaltblütigkeit der Aktion den Verrat so weit überwiegt, dass manche im Kapitol ganz vergessen, worum sie betrogen wurden, und diese Leute jetzt zu großen Spud-Fans mutieren. Jetzt sind ja wirklich nicht mehr viele Tribute nach in der Arena, plötzlich müssen Interviews mit den Familien der letzten Tribute geführt werden - wenn Spud die nicht auch noch in Rekordtempo wegmeuchelt :'D
Ha, einzig um Virtus find ich es jetzt ein bisschen schade, dafür hab ich zuletzt einfach seine Vibes mit Spud zu sehr gefeiert. Irgendwo hätte ich es ihm doch gegönnt, Spud einen Kampf von Angesicht zu Angesicht oder so zu bieten - dass all die Karrieros ihren Mörder nicht mal kommen sehen ist halt schon hart antiklimatisch - aber gerade darin liegt ja die Überraschung, die es wieder so gut macht. Hach, ich hab das Gefühl, ich ramble nur und das hier sind alles nutzlose, zusammenhanglose Gedanken, aber damit musst du jetzt grad mal leben, wenn du mich so schockierst :D
Ist auf jeden Fall noch ein harmloses Ende für die Karrieros, einfach im Schlaf zu sterben und nicht mal groß zu leiden. Da hätte ihnen ganz was anderes passieren können, so wie diese Sache mit den angespitzten Pfeilern zum Beispiel ... fast noch nett diese Aktion.
Ich frag mich ja, ob Spud da irgendeinen Rekord aufgestellt hat als Karrieromeuchler - ist in meiner Vorstellung schon selten, dass (fast) alle Karrieros durch die Hand eines einzigen Tributes sterben. Na, mit der Art ist er auf jeden Fall der passende Mentor für Alys gewesen, da haben sie ja eine schöne Gemeinsamkeit :D

Eine Minute ist auch einfach ... in Ermanglung eines besseren Wortes: Metal. Ob Dio grad in einer Minute all sein Geld verloren hat - oder war er doch so nett, auf Spud zu setzen? :D

Ah, die Frage nach der Moral wird auch noch von Spud selber aufgegriffen - ich bin da ja immer zwiespältig, ich denke immer, dass diese Art auch ihre Fans im Kapitol hat. Da gibt's wahrscheinlich eine richtige Grundsatzdiskussion im Fernsehen zu, wo es heiß hergeht und die einen das richtig geil finden, während die anderen sich hier Spuds Gedanken anschließen und es als moralischen Fehltritt werten (wie ich es ehrlich gesagt auch sehen würde, wenn das hier keine FF wäre und Spud nicht so unterhaltsam :'D).

Tja, um es abschließend zu sagen: Helden gewinnen die Spiele nicht - oder zumindest nur sehr selten. Als Held wäre Spud hier wohl nicht so weit gekommen, vor allem nicht ohne seine präferierte Waffe - wobei ihm ausgerechnet das Schwert nun wahrscheinlich das Leben gerettet hat.
Was für ein Schluss - was für ein Kapitel! Ich hab das Gefühl, ich bin jetzt ein einziger, menschgewordener Gedankenstrich - oder doch eher umgekehrt, ein gedankenstrichgewordener Mensch, so viel wie ich diesmal davon Gebrauch gemacht hab :D

Ein kleiner Fehler ist mir aufgefallen:
"und lachte, als sie Virtus nach Tagen das Kartenspiele wieder auspackte." - Einmal das "sie" weg.

Ahhh, jetzt muss ich mich erstmal abreagieren, so kann ich mich nicht an meinen eigenen Text setzen! Anyways, dir noch eine schöne Woche und liebe Grüße
Coro

P.S. lol, als ich angefangen hab, dieses Review zu schreiben, gab's noch keine Reviews und jetzt hab ich es grad mal auf Position drei geschafft :D Würd mal sagen, die Überraschung mit diesem Kapitel ist dir gelungen :D

Antwort von writer to be am 23.06.2022 | 21:08 Uhr
Hey! :) Ich wollte unbedingt die Reviews noch vor dem Wochenende beantworten - gefühlt hab ich mich mit meinem dann doch recht zuverlässig zeitnahem Rhythmus in eine Ecke manövriert, in der ich mich schlecht fühle, wenn ich mal nicht noch am gleichen Tag antworte, hoppla. Naja, ist natürlich alles Blödsinn, aber here I am.

Nein, ach was, ich würde niemandem unaufmerksames Lesen unterstellen oder gar vorwerfen - mir ist ja bewusst, dass ich ein paar Figuren zu viel eingebaut habe und dass nicht alles, was die so quatschen, für die Haupthandlung wichtig ist. Details sind am Ende nur Details und ich weiß, dass nicht alles, was ich schreibe, wichtig ist. Um Spaß an Spuds Story zu haben, ist es ja wohl tatsächlich besser, eben nichts zu wissen - auch wenn dieses Kapitel von Spuds großer Klappe mal abgesehen der Hauptgrund war, diese FF zu schreiben (um den ich dann aber auch alles rumbasteln konnte, die künstlerische Freiheit, sich doch irgendwie woanders hinzubewegen, konnte ich also direkt am Anfang zu Fenster rausschmeißen ... plus Spud hat ein gewisses Level an plot armor, naja).

Virtus ist Spuds Spiegel, der nahbare Karriero, sein zeitweiliger Dio-Ersatz - und der, der nicht ohne Grund schon im Namen Tapferkeit und Tugend verkörpert. Aber auch die nettesten Karrieros sind hinter allem noch gefährlich, wenn es drauf ankommt, und für Spuds Sieg müssen sie ohnehin alle sterben. Aber ja, doch, tut mir schon leid um ihn. Ich hoffe, das ist nicht schlimm, wenn ich mir einen meiner eigenen kommenden Sätze teilweise in eine Reviewantwort vorziehe (wobei ich glaube, dass du das selbst schon mal geschrieben hast), aber in einem anderen Leben hätten Spud und Virtus Freunde sein können. Die Hungerspiele sind ein schlechter Ort, um nette Leute kennenzulernen, aber man ist ja nicht gefeit davor, einen der anderen Tribute nett zu finden ...

Spud und Alys werden sich immer ähnlicher, auch wenn sie das wohl beide nicht hören wollen würden :D

Ob sie nicht merken, dass Spud falsch spielt, ob sie es merken, aber so interpretieren, dass er einfach zu blöd für das Spiel ist, oder ob sie begreifen, dass er es bewusst macht, aber das Ziel nicht verstehen oder einfach nur denken, er macht das zum Spaß, hab ich gar nicht weiter durchdacht. Aber nachdem Spud schon Alys mal gnadenlos beim Kartenspielen abzieht (Kapitel 62), wollte ich das hier unbedingt einbauen - plus es war praktisch. Tendenziell ist Spud aber eher gut im Schummeln und sie haben es nicht bemerkt. Nicht nur hätten sie Streit anfangen können (am ehesten wohl Zircon), sie hätten in dem Moment vielleicht sogar weiterdenken können so nach dem Motto "wenn er schon beim Kartenspielen nicht fair vorgeht, vielleicht hat er auch in der Arena noch gewisse Vorhaben".

Ob es jetzt rein an seiner Karriero-Meuchelaktion oder auch mit an Genny liegt, habe ich nicht festgeschrieben, aber Porter erzählt Alys in der anderen FF mal, dass Spud schlecht schläft (Kapitel 76), und an mehreren Stellen ist ein leichter Schlaf angedeutet. Also Schuldgefühle und/oder Angst, dass ihm jemand dasselbe antut, hat er - Porter erwähnt im gleichen Gespräch sogar Genny, wenn auch nicht namentlich. Aber eigentlich kann er wohl nicht nicht dran erinnert werden. So blöd es klingt, aber er hat ja in dieser FF recht offensichtlich zwar eine große Klappe, aber will nach außen hin cooler wirken, als er ist. Die Wertlosigkeit, die er allen Tributen in CBT bescheinigt, wird er wohl trotzdem nicht komplett verinnerlicht haben, oder sich explizit antrainiert, um seine eigenen Arena-Taten weniger schlimm zu machen.

Omg ja, ein Teil des Kapitolpublikums wird geschlafen haben! Haha, ups. Direkt alles an Action verpasst. Aber sicher schlafen die alle mit eingeschaltetem Fernseher und stehen jetzt so wie die Resttribute alle im Bett und denken sich "wtf". Für den Rest dieser Spiele gibt es auf jeden Fall keinen Schlaf mehr, die Kaffee- und Drogenproduktion im Kapitol boomt sicher :D

Witzig, dass du Brutus ansprichst - der ist ja in der anderen FF Spuds zweites Lieblingsärgerobjekt direkt nach Alys, und sicher nicht ohne Grund :D Dem schreibe ich übrigens so ein bisschen dasselbe Problem zu, das du Cato angedichtet hast, dieses "ach Mist, wieso bin ich ein Jahr zu alt für das Jubel-Jubiläum"-Ding :D Bei mir hat er mit 18 die 49. Spiele gewinnen; für einen Karriero natürlich nur halb so geil, wenn es den großen Ruhm im Folgejahr gegeben hätte. Das plus Spuds kaltblütige Großkotzigkeit verträgt sich natürlich super. Generell das Wissen aller Karrieros im Teleraum, dass Spud ihnen hätte gefährlich werden können, dass sie sich über ihn und 5 lustig machen können, wie sie wollen, aber andere in ihrer Rolle einfach nachts abgemurkst wurden. Keine Ahnung, ob das die Art von Respekt ist, die man will, aber hey, Spud und Brutus kriegen sich ja nie so wirklich in die Haare, eine gewisse Ebenbürtigkeit ist also da.

Und die Eskorten/Filmteams buchen jetzt erstmal den Schnellzug in die Distrikte, um die Familien auszuquetschen, was für ein Gedanke :D Sicher lässt Snow ausnahmsweise Flüge springen!

Aber mindestens eine Sondersendung hat es wohl hervorgerufen; Caesar wird sicher sofort für irgendwelche Interviews oder Talkrunden mit Expert*innen vor Kameras gezerrt!

Ich hätte so gerne ein Tabelle mit obskuren Rekorden! Hier und da schmeiße ich ja mal mit Zahlen um mich, Heath aus 7 hat die meisten Tribute insgesamt getötet, dann ist Finnick canonically der jüngste Sieger, irgendwo hab ich mal gelesen, dass Cashmeres Spiele nur drei Tage gingen, und auch wenn ich das nicht offiziell übernommen habe, hat sich das in meinen Kopf gefressen, dann natürlich Beetee mit dem größten Massenmord (aus Mangel einer besseren Formulierung). Wo ich es grade schreibe, fällt mir auf, dass Beetee Spud wohl übertrifft. Aber so ganz ohne Falle sollte Spud wohl oben auf sein. Und fünf Leuten in den Rücken zu fallen ist natürlich auch was, wenn auch nicht schmeichelhaft ...

"Eine Minute ist auch einfach ... in Ermanglung eines besseren Wortes: Metal." - das hier gefällt nicht nur mir persönlich aus vielleicht inzwischen offensichtlichen Gründen besonders als Beschreibung, es _ist_ auch einfach eine gute Beschreibung. Vor allem, weil du im Satz danach von Dio redest, wie Musiker/Band, lol.

Held*inne gewinnen nur die Spiele, wenn sie Katniss heißen ...

"Ich hab das Gefühl, ich bin jetzt ein einziger, menschgewordener Gedankenstrich - oder doch eher umgekehrt, ein gedankenstrichgewordener Mensch, so viel wie ich diesmal davon Gebrauch gemacht hab" - das ist glaub die beste Formulierung, die ich je gehört hab, das übertrumpft nochmal die Aussage von oben :D Bestes Kompliment ever, ohne Witz. Ui.

Dieses Kapitel war schreibfehlertechnisch absoluter Mist für meine Verhältnisse; ich bin es nochmal durchgegangen, hab mich angemessen geschämt, und jetzt geht es hoffentlich. Allein in dem Satz, aus dem du eine Sache hervorgehoben hast, waren glaub noch mehr Fehler, ui. Schande über mich und meine Kuh!

Schönes Wochenende, ich freu mich jetzt erstmal über diese Review (die ich als recht begeistert gelesen habe, hihi) :D
21.06.2022 | 15:11 Uhr
Hallöchen,
eigentlich sollte ich ja lernen, aber dann hab ich das Alert gesehen und gedacht: Was ist schon eine Prüfung gegen ein neues Kapitel und hier bin ich. Außerdem bin ich noch im Mittagstief und (ohne es vorher zu ahnen), das Kapitel hat mich wieder rausgeholt :D
Die ganze Stimmung des Kapitels, ich weiß nicht, ob von dir beabsichtig (wenn ja, Kompliment) fühlt sich an wie ein Traumsegment. Alles ist dunkel und still, keiner spricht, es geht alles sehr schnell, gleichzeitig irgendwie so nebenbei, als wäre Spud nicht ganz in seinem Körper, sondern würde sich zusehen bei dem, was er da tut. Und ich finde das sehr, sehr gut für das Kapitel, auch wenn es sich ein bisschen im Stil von den anderen unterscheidet. Daher finde ich auch nicht schlimm, dass das Kapitel durchaus um einiges kürzers ist als die anderen - aber wie du schon gesagt hast, hätten andere Szenen diese hier nur weniger eindrucksvoll gemacht.
Um ehrlich zu sein, hab ich vom Satz an irgendwie damit gerechnet, dass er das tun wird. Es ist immerhin seine beste Chance, weil wenn er einen von den Karrieros am Tag angegriffen hätte, hätten die anderen ihm nicht beigestanden - oder sich einfach von ihm umbringen lassen. Von daher ist der Zeitpunkt perfekt gewählt. Vielleicht auch, weil sie ihm nach seinem Verrat an Genny ein klein wenig mehr vertraut haben... Ich kann mir vorstellen, dass er nicht der erste ist, der das versucht. Im Grunde frage ich mich immer ein bisschen bei den Karrieros, wie die guten Gewissens in einer Gruppe zusammen arbeiten können - obwohl sie ja alle wissen, dass nur einer von ihnen übrig bleibt. Und den anderen Tributen sind sie ja auch allein meist überlegen. Sogar ziemlich nachsichtig, nicht immer gleichzeitig zwei Wachen aufzustellen, die sich auch gegenseitig im Auge behalten können. aber na ja, das ist die Rache für Gennys Tod (zumindest für mich!)
Spud ist hier mit einem Mal sehr viel brutaler und kaltblütiger als vorher - ich finde das aber nicht out of character. Die anderen Tribute konnte er ja nicht töten, weil er ihnen Kinder gesehen hat, oder eben mit Genny eine engere Verbindung hatte. Du schilderst am Anfang auch die Boshaftigkeit der Karrieros am Lagerfeuer und ich denke, hier wird Spud bewusst, dass das Monster sind - zumindest in seinen Augen. Und Selbstschutzdrang wird da auch sehr stark mitspielen. Während er die anderen tötet hat er so was maschinenhaftes - auch das finde ich passend, weil ich glaube, wenn er zu viel nachdenkt, klappt das nicht.
Ob das wirklich so schnell funktionieren kann, ohne dass jemand aufwacht, bezweifle ich ein bisschen (auch wenn es natürlich cool ist :D). Immerhin sind die Kanonenschläge ja auch laut und keiner von denen hat vermutlich in der Arena einen sehr festen Schlaf. Andererseits traue ich Spud schon zu, sehr präzise die Herzen / Lungen zu treffen und (ohne irgendwelche Erfahrungen zu machen) ist man dann glaube ich ziemlich schnell tot. Wobei ich glaube ich eher den Hals durchstochen hätte. Ist wahrscheinlich weniger anstrengend, man läuft nicht Gefahr eine Ruppe zu erwischen, wodurch man wieder gebremst wird, und die Person kann nicht mehr um Hilfe schreien. Mordtipps mit limette, meine liebste Kategorie...
Das einzige, wo ich nicht so mit dir und diesem Kapitel übereinstimmen würde, sind seine Gedanken über die Sponsoren und dass er sich jetzt den "Hass" des Kapitols eingebracht hat (gut, vielleicht sind das auch nur Spuds Gedanken und es kommt eigentlich ganz anders). Ich denke eher, dass das Kapitol auf eine gute Show aus ist und sowas ist natürlich ein "Showstopper". Ich glaube auch nciht unbedingt, dass die Karrieros immer die Lieblinge von allen sind - klar, sie sind dem Kapitol am nächsten und die meisten wetten wahrscheinlich auf sie, aber ich denke, dass sie nicht unbedingt immer die größten Sympathieträger sind - und vor allem: Das Kapitol will unterhalten werden. Und so wird es unterhalten.
Ich bin jetzt nur gespannt, wie es weitergeht. Ich weiß gar nicht, ob wir noch jemand "bekannten" mit im Rennen haben, aber immerhin haben die verbliebenen vier ja einige Tage überlebt... Wir sind vielleicht des großen Kampfs gegen einen Karriero beraubt worden, aber das heißt ja nicht, dass nicht doch noch einer kommt. Ich denke auf jeden Fall, dass du es Spud nicht so ganz einfach machen wirst, auch wenn seine Chancen sich jetzt um einiges erhöht haben.
Das einzige, was die Freude an diesem wirklich guten Kapitel ein bisschen getrübt hat, war, dass ich ein paar Rechtschreibfehler gefunden habe, mehr als sonst in deinen Texten. Vor allem im ersten Drittel. Aber sonst sehr gut, ich bin wieder wacher als vorher und widme mich jetzt wieder dem Lernstoff. Juhu (du kannst natürlich auch ganz schnell ein neues Kapitel posten, damit ich was zum Prokrastinieren habe :D)
GLG
limette

Antwort von writer to be am 23.06.2022 | 16:02 Uhr
Hi :D Ich hoffe, das mit dem Lernen hat inzwischen geklappt ... aber wer bin ich, das aufzugreifen, ich hab heute noch einen Termin und bin so mittelvorbereitet und meine Tasche fürs Wegfahren morgen ist auch noch nicht fertig gepackt, da sieht man mal, bin immer professionell bei der Arbeit.

Traum.seg.ment - nice! Hab bisschen eine Party gefeiert, als ich das gelesen habe, weil so ein bisschen unwirklich sollte das Kapitel schon erscheinen. Spud fährt hier offensichtlich voll den Film - ist ja auch keine alltägliche Situation. Distriktpartnerin grad gestorben, seine ersten Morde, direkt die gefährlichsten Gegner auf einmal, und er hat Schuldgefühle des Todes, grad als wohl größter Verräter dazustehen, den die Spiele je hatten. Wenige Sekunden Handlung (plus die Stunden davor und ein bisschen danach, was aber genauso lang ist) als ganzes Kapitel verpackt? Kann ich. Also ja, der Vibe sollte anders sein, Spud denkt so mittelklar, wobei viel zu denken seinem Vorhaben vermutlich ohnehin geschadet hätte. In dem Sinne: Ich bin erleichtert, vielen Dank für das Kompliment! (und die Beschreibung als Traumsegment, die um einiges besser ist als mein "Spud fährt voll den Film", error 404, eloquente Ausdrucksweise not found)

Technisch gesehen war das "im Schlaf abstechen"-Ding in Kapitel 10 geforeshadowet (foregeshadowet? Man entziehe mir alle Möglichkeiten, im Internet mit Worten zu jonglieren, ist ja peinlich hier), wenn man es nicht sogar aus der anderen FF wusste. Und das mit dem Zeitpunkt kommt genau so hin, wie ich mir das dachte: Mehr Vertrauen wird Spud bei den Karrieros wohl niemals haben, als direkt nachdem er seine eigene Distriktpartnerin ins Messer geschickt hat. Im gleichen Moment ist ihm auch aufgefallen, wie brutal die wirklich sind und wie wenig sie ihn für voll nehmen.

Ich hab auch drüber nachgedacht, ob das vor ihm schon mal jemand versucht hat. Sicherlich! Und ich gehe mal fest davon aus, dass es in kleineren Konstellationen auch schon häufiger geklappt hat. Das ist mein Hauptgrund dafür, warum ich denke, dass es außer den Karrieros und distriktinternen Zusammenschlüssen kaum Bündnisse in der Arena gibt. Die Gefahr ist zu groß, dass einen andere im Schlaf meucheln. Beim Distriktpartner macht man das eher nicht, weil einen dann daheim alle hassen, sollte man siegen, und die Karrieros wollen doch am Ende gern eine große Show und den Kampf unter sich ausmachen (verquerer Ehrenkodex, würde ich sagen). Aber sicher wird es vorgekommen sein. Wenn man zum Beispiel nur zu zweit ist, geht das ja auch ganz easy.
Ich hab Spud allerdings bewusst nie drüber nachdenken lassen, ob es das schon mal gab. Erstens wäre mir das zu obvious für dieses Kapitel gewesen, und zweitens hätte sich das wohl widersprochen, weil Spud einer solchen Aktion wohl mit "ja wer so dumm ist, Karrieros hintergehen zu wollen, der hat den Tod auch verdient" gegenüberstehen würde, da hätte er mental einen ziemlichen U-turn hinlegen müssen :D

Zwei Wachen wären wohl smarter gewesen, da geb ich dir Recht.

Was die Zeit angeht, kopiere dir mal kurz raus, was ich gestern Abend in einer Reviewantwort geschrieben habe - würde ich eigentlich nie tun, ich formuliere ganz gern jedem eine neue Antwort, selbst auf die gleichen Fragen, aber ich hab grade ein kleines Zeitproblem. Entschuldigung dafür!
Es ist ja nie ganz klar beziffert, wie viel Zeit zwischen dem Tod und dem Knallen der Kanone liegt. Ich stelle mir vor, dass die Kanone an den Tracker gekoppelt ist und der an den Blutfluss oder die Nervenbahnen. Beides funktioniert nach Herzstillstand glaub nochmal ein paar Sekundenbruchteile, zumal hier ja kein Herzstillstand in dem Sinne stattfindet, sondern der Muskel durchstochen wird, da ist man nicht sofort tot, sprich die Kanone knallt auch nicht direkt und diese Puffer-Momente sind entscheidend. Zusätzlich geht das mit dem Abstechen ja schnell: Rein, raus, die liegen nah beieinander (habs mir so im Kreis vorgestellt, dass Spud aus der Mitte an alle ran kommt), und Spud wird die Hand ja nicht in Zeitlupe bewegen. Wenn ich hier so mit der Hand rumfuchtel und so tue, als würde ich ein Messer auf meine Bettdecke niedersausen lassen, dann krieg ich schon zwei Hiebe in der Sekunde hin. Ich gehe davon aus, auch die Kanone braucht eine Sekunde, die muss ja vom Tracker irgendwie angefunkt werden und der muss den Tod erstmal mitkriegen. Sprich: Spud kriegt easy zwei Karrieros tot, bevor die erste Kanone knallt, und den dritten im Aufwachen, denn wenn zwei Tode eine Sekunde brauchen, dauert einer eine halbe, und ein Kanonenschlag zieht länger nach, sprich das sollte gehen, wenn man sich wirklich beeilt. Und so dämlich er auch sein mag, da wirklich wirklich schnell zu handeln kriegt er hin (offensichtlich) - zumal die Kraft, die man wie du schon sagst braucht, um jemandem ein Schwert zwischen die Rippen zu drücken, so ziemlich das einzige arenataugliche Attribut ist, das ich Spud zugeschrieben habe. So - bleibt eine Person, die wirklich wach werden kann. Immerhin ist es Nerio, die den längsten "Weg" vom Aufwachen zum Bewaffnetsein hat - außerdem fährt Spud in der Szene halt auch voll den Film, das hier ist Leben oder Tod, der kriegt hier eigentlich nichts so richtig mit, auch wenn er was tut und high alert ist. Vermutlich wäre es wie du schon sagst intelligenter gewesen, Kehlen durchzuschneiden anstatt Herzen zu durchbohren, aber hey :D Aber das Herz zu treffen kriegt er so generell grad noch hin und ein kleines bisschen Glück, nicht am Brustbein oder den Rippen hängen zu bleiben, habe ich ihm mal gegönnt.
"Mordtipps mit limette" finde ich eine gute neue FF-Rubrik!

Ich weiß, das war vermutlich nicht so gemeint, steht ja auch danach, aber dem Satz "Das einzige, wo ich nicht so mit dir und diesem Kapitel übereinstimmen würde [...]" möchte ich mal kurz in seiner Grundform widersprechen, damit das kurz aus dem Weg ist: ICH bin nicht in diesem Kapitel, das ist alles Spud und Spud kann falsch liegen; was ich im Kapitel schreibe, ist nicht unbedingt mein Standpunkt :D Show ist sicher gut und natürlich sind nicht alle im Kapitol ausschließlich Karriero-Fans - hat man ja bei Katniss gesehen.

Zu den restlichen vier Tributen, die außer Spud noch in der Arena rumhängen, sage ich mal so viel: Alle wurden schon mal erwähnt :D Aber das wird noch genauer beleuchtet, deshalb liste ich die hier jetzt mal nicht auf.

Nachdem ich hier was von Rechtschreibfehlern gelesen habe, habe ich die sofort ausgebessert, schon direkt am Dienstag. War schon ziemlich furchtbar. Ich schreibe ja ohne Korrekturprogramm und es war mal wieder der Klassiker: Last-minute noch eine ganze Passage eingefügt und die nicht häufig genug durchgelesen. Naja, zumindest im besagten ersten Drittel sollte alles raus sein, alles andere danach hab ich irgendwann letztes Jahr geschrieben und x-mal gelesen. Vermutlich stresse ich mich jetzt eh und werde alles nochmal checken, aber so generell sollte alles raus sein. Ich mach da grade ein größeres Ding draus, als es ist, ich weiß, aber ich hab nun mal den Anspruch an mich selbst, dass meine Grammatik so gut es geht, wenn man nur selber immer wieder draufstarrt, flawless ist. Dementsprechend danke für den Hinweis (!), mir darf man generell alles an Rechtschreibfehlern/Typos um die Ohren klatschen, damit ich ganz schnell alles ändern kann und mich nicht mehr schämen muss :D

Und noch eine Sache, wegen der ich mich eigentlich nicht rechtfertigen muss, die mir aber wichtig ist: Dein Kapitel wird möglichst bald gelesen, ich freue mich schon, ich hab dich nicht vergessen!

Schönes Wochenende (oder so)!
Annika
21.06.2022 | 15:04 Uhr
Uff, du bist ein Engel. Als ich den Alert gesehen habe, hab ich nichtmal gecheckt, dass heute Dienstag ist.

"Er wollte, dass aus seinem Lohn mehr wird, und in den kommenden Minuten wird sich entscheiden, ob Dio Geld bekommt oder vielleicht seinen besten Freund zurück." - ich hab schon am Handy angefangen zu lesen, weil ich so gespannt war, aber bei dem Satz musste der Laptop ausgepackt werden und jetzt wird gleichzeitig gelesen und geschrieben, weil du einfach nicht ready für meine Prognosen bist.

Okay, jetzt geht's also ab. Ich glaub irgendwie nicht, dass Spud so dämlich ist, die alle nacheinander im Schlaf zu ermorden (wurde mal was dazu gesagt, dass einer von den Karrieros einen leichten Schlaf hat oder verwechsele ich da was?), aber andererseits hört sich das bei ihm auch nicht nach einem todsicheren (tun intended) Plan an. Der wird ja wohl nicht nur die Hälfte von denen erledigen und es dann drauf anlegen, dass die anderen vorher wach werden? Bitte nicht, Spud. Ich weiß zwar, dass es gut für ihn ausgeht (wenigstens eine FF von dir gönnt mir das) aber ich bin trotzdem nervös.
"Tribute aus Distrikt 5 gewannen die Hungerspiele nicht ohne Tricks und Glück" - wollte grad sagen, dass Alys das ja später geändert hat, aber dann ist mir aufgefallen, dass das so auch nicht ganz richtig ist. Sie war zwar trainiert, aber am Ende hat sie doch mit einem Trick gewonnen und eine gute Portion Glück war auch dabei.

So nice, dass Spud beim Kartenspiel unfair spielt, passt richtig gut.

Oder versucht er doch wegzurennen? Aber dann würde er ja nicht davon ausgehen, dass sich in den nächsten Minuten sein Leben oder sein Tod entscheidet. Gott, ich kann nicht mehr. Jemand stirbt heute. Mehrere Leute, wenn man nach dem Titel des Kapitels geht. Ich habe ganz schwer Emmy im Verdacht.

Ah nice, Spud "bemängelt" dasselbe wie ich beim letzten Kapitel. Obwohl ich nach deiner Reviewantwort auch verstehen kann, weshalb du Genny keine letzten Worte gegeben hast.

Okay, er hat echt genau das getan, was ich vermutet habe. War jetzt auch nicht schwer zu erraten, aber ich hab trotzdem ein paar Gedanken. Wieso genau zu diesem Zeitpunkt? Es sind immer noch andere Tribute übrig, hätte er nicht noch abwarten können, dass die Karrieros die anderen töten? Klar, nicht alle, weil dann hätte sich ja das gesamte Bündnis aufgelöst, aber vielleicht einen oder zwei? Jetzt wo ich es selbst schreibe, merke ich auch, wie riskant das ist. Die Tribute könnten ja theoretisch alle zusammenhocken oder zusammengetrieben werden und dann liegt zwischen den einzelnen Toden jeweils nur eine ganz kurze Zeitspanne. Okay, gut, Zeitpunkt lassen wir also mal so stehen. Die Reihenfolge finde ich auch passend, da hat Spud sich richtig was überlegt, aber ich find's schon ein bisschen sus, dass die anderen da schlafen, bis sie "an der Reihe sind" mit getötet werden. Du schreibst ja, dass direkt nach Emmys Tod der erste Kanonenschlag ertönt, müssten die anderen davon nicht sofort aufwachen? Dass Virtus als Zweiter das dann nicht überlebt ok, aber zumindest Nerio und eigentlich auch Zircon müssten doch schon längst wach sein dann. So ein Kanonenschlag ist ja nicht gerade leise und die sind ja dafür trainiert worden, sofort einsatzbereit zu sein in der Arena. Egal, wie sicher die sich in dem Moment vielleicht gefühlt haben, weil Spud ja da war. Er hätte auch derjenige sein können, der ermordet wurde. Außerdem kann ich mir auch nicht vorstellen, dass der Tod so schnell und leise abläuft. Vorausgesetzt die liegen alle vier auf dem Rücken nebeneinander (was auch wild ist eigentlich) müsste er sich immer noch über jeden einzelnen stellen, um das Schwert ins Herz zu bohren. Einen menschlichen Körper zu durchtrennen erfordert Kraft und ist auch nicht lautlos, genauso das Rausziehen des Schwertes (was auch nochmal Kraft kostet und nicht mal eben in 1 Sekunde rein-raus geht). Und dabei lassen wir gerade noch außer Acht, dass mindestens einer von denen bestimmt schreien/ächzen/whatever musste. Anders als beim Genickbruch oder so, ist man ja nicht zur Sekunde tot, wenn man ein Schwert ins Herz gebohrt bekommt. Allein die Geräusche hätten die anderen dann aufwecken müssen. Realismus ist in einer FF zwar nicht unbedingt notwendig, aber da du sonst immer recht viel Wert darauf gelegt hast, wundert es mich schon etwas, dass du Spud das ganze so einfach gemacht hast. Ich bin nicht super enttäuscht oder so, ich hatte nur irgendwie mit mehr Schwierigkeit gerechnet, trotz der Überheblichkeit der Karrieros haben die sich bisher ja nicht so angestellt wie die Gurkentruppe aus den 74. Spielen (die hätte man easy so töten können lol). Wollte gar nicht so ranten hier, aber bin gespannt auf deine Erklärung/Sichtweise dazu :)

Was ich aber an der ganzen Szene toll fand: die Parallele zu Alys' Spielen, in denen sie auch alle Karrieros gleichzeitig ausschaltet. Zeigt nochmal, dass die beiden sich doch ähnlicher waren, als sie zugeben wollten. Außerdem finde ich es passend für Spuds Charakter, dass er "feige" aus dem Hinterhalt angreift anstatt einen ehrlichen Kampf abzuwarten (aber mal ehrlich.. wer würde das auch tun? Abgesehen von so idealistischen Karrieros vielleicht, denen es nicht nur ums Überleben geht). Verrat scheint ja so sein Ding zu sein. Jetzt kann Genny wenigstens beruhigt sein: es lag nicht an ihr, es lag an ihm. Ich bin auch echt mal gespannt, wie sich das Ende seiner Spiele dann gestaltet, weil einen richtigen "Endgegner" hat er ja jetzt nicht so wirklich.

"Er hat sich niemandem im Kampf gestellt und während seiner Tat war es so dunkel, dass selbst die teuren Kameras aus dem Kapitol sicher nur die Hälfte erkannt haben" - da fällt mir ein, dass auch dieses ganze Nebelkonzept der Arena ja komplett scheiße für die Kameras und die Zuschauer gewesen sein muss. Außer natürlich das Kapitol hat bessere Technik als Spud ihnen zutraut, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe.

"Aber was hätte er tun sollen, Zircon nass spritzen oder auf der Flucht in den See selbst ertrinken?" - Zircon nass spritzen, ich kann nicht mehr :D

Halbes character development, endlich sieht Spud seine Chance, ich bin echt gespannt, was er draus macht und wie es weiter geht. Ich denke auch nicht, dass Porter jetzt noch Probleme haben wird, ihm Sponsorengelder zu besorgen. Klar, die Aktion war eher feige, aber die Kapitoler sind jetzt auch nicht gerade für ihr hohes Moralverständnis bekannt. Und es war immerhin ne Show und er dürfte jetzt der stärkste Tribut sein. Geld in ihn zu stecken, erscheint mir da recht sinnvoll. Außer ich blende andere starke Tribute aus, die noch übrig sind. Wer ist denn da eigentlich noch? Der Junge mit dem Hammer, aber mehr habe ich gar nicht im Kopf.

Bis zum nächsten Kapitel! :)

Antwort von writer to be am 23.06.2022 | 00:40 Uhr
Ein kleines bisschen hab ich ja erwartet, dass es hier nach dem Kapitel etwas abgehen wird, aber so ... uff. Aber hi erstmal!

"Ich glaube irgendwie nicht, dass Spud so dämlich ist" - an der Stelle hätte der Satz nicht nur abbrechen müssen, weil du falsch lagst, sondern weil ich ich mich gefragt habe, ob du nach so vielen Kapiteln echt noch denkst, dass Spud nicht dämlich ist :D Weil ... ist er. Ganz offensichtlich. Der Karriero, von dem gesagt wurde, dass er einen leichten Schlaf hat, ist tatsächlich Spud. Hier steht es nur hier und da, um seine Panik zu unterstreichen (und einmal hat er sogar Angst, im Schlaf erstochen zu werden, hmmmmmmm), aber in der anderen FF sagt Porter ganz explizit, dass er seit seinen Spielen schlecht schläft (Kapitel 76), ansonsten ist es hin und wieder mal angedeutet (zum Beispiel am Anfang von Kapitel 62 - ich will hier nicht spoilern, deshalb vage). Long story short, wenn dir das Thema leichter Schlaf in Bezug auf Spud bekannt vorkommt: Darum :D

Ja, schräg, Alys' Sieg - halber Karriero, aber dann brauchte sie doch eine gehörige Portion Glück (und eine Falle, auch wenn sie sowas ja von Anfang an machen wollte, das zählt dann vielleicht nur halb als Trick). Aber nicht mal die größten Favoriten in allen Bereichen sind sichere Sieger ...

Spuds Kartenschummelei ist witzigerweise auch ein Crossover-Funfact, auch aus Kapitel 62 bei Alys :D

Ich bin tatsächlich beruhigt, dass du meine Entscheidung zu Gennys Ende verstehst - auch wenn ich mich ungerne in Reviewantworten erkläre, das hat immer was von einer faulen Ausrede ... Naja, zumindest, um Spud unsicherer zu machen, hat es gereicht. Gennys Tod hängt auch unmittelbar mit dem Zeitpunkt zusammen, den er jetzt gewählt hat, um seine Verbündeten zu meucheln: Er hat nochmal ganz genau gesehen, wie egal er ihnen ist, dass sie ihm trotz Waffe und vielleicht sogar trotz Wut/Trauer über den Verlust seiner Distriktpartnerin den Rücken zudrehen (ihm also nichts zutrauen), außerdem war Gennys Tod nochmal eine Bestätigung der Kaltblütigkeit der Karrieros. Und natürlich hatte er nach dem Verrat an Genny wohl so sehr das Vertrauen der Karrieros wie nie. Ansonsten wusste er ja die ganze Zeit, dass er keinen einzigen Zweikampf je gewinnen würde - das spricht dagegen, zu warten, bis sich die Karrieros dezimieren, die Gefahr wäre zu groß, am Ende im Zweikampf gegen einen ausgebildeten Kämpfer zu stehen. Ich kann ja viel deichseln, aber einen grobschlächtigen Schulabbrecher mit zu großer Klappe gegen eine Killermaschine kämpfen und gewinnen zu lassen, ist irgendwie unmöglich. Spud hat eh schon zu viel plot armor dadurch, wie ich ihn in CBT geschrieben habe - dass er überlebt, weiß jeder, und Gliedmaßen oder so fehlen ihm halt auch nicht :D
"Bisschen sus", omg :D Hm, die Frage ist, wie viel Zeit zwischen dem Tod und dem Knallen der Kanone liegt. Ich stelle mir vor, dass die Kanone an den Tracker gekoppelt ist und der an den Blutfluss oder die Nervenbahnen. Beides funktioniert nach Herzstillstand glaub nochmal ein paar Sekundenbruchteile, zumal das hier ja kein Herzstillstand in dem Sinne stattfindet, sondern der Muskel durchstochen wird, da ist man nicht sofort tot, sprich die Kanone knallt auch nicht sofort und die Momente sind entscheidend. Zusätzlich geht das mit dem Abstechen ja schnell: Rein, raus, die liegen nah beieinander (habs mir so im Kreis vorgestellt, dass Spud aus der Mitte an alle ran kommt), und Spud wird die Hand ja nicht in Zeitlupe bewegen. Wenn ich hier so mit der Hand rumfuchtel und so tue, als würde ich ein Messer auf meine Bettdecke niedersausen lassen, dann krieg ich schon zwei Hiebe in der Sekunde hin. Ich gehe davon aus, auch die Kanone braucht eine Sekunde, die muss ja vom Tracker irgendwie angefunkt werden und der muss den Tod erstmal mitkriegen. Sprich: Spud kriegt easy zwei Karrieros tot, bevor die erste Kanone knallt, und den dritten im Aufwachen, denn wenn zwei Tode eine Sekunde brauchen, dauert einer eine halbe, und ein Kanonenschlag zieht länger nach, sprich das sollte gehen, wenn man sich wirklich beeilt. Und so dämlich er auch sein mag, da wirklich wirklich schnell zu handeln kriegt er hin (offensichtlich) - zumal die Kraft, die man wie du schon sagst braucht, um jemandem ein Schwert zwischen die Rippen zu drücken, so ziemlich das einzige arenataugliche Attribut ist, das ich Spud zugeschrieben habe. So - bleibt eine Person, die wirklich wach werden kann. Immerhin ist es Nerio, die den längsten "Weg" vom Aufwachen zum Bewaffnetsein hat - außerdem fährt Spud in der Szene halt auch voll den Film, das hier ist Leben oder Tod, der kriegt hier eigentlich nichts so richtig mit, auch wenn er was tut und high alert ist. Vermutlich wäre es smarter gewesen, Kehlen durchzuschneiden anstatt Herzen zu durchbohren, aber hey.
Was aber tatsächlich "zu einfach" an der Szene war, ist was du durch meine spoilerfreien Kapitel aus der anderen FF nicht wusstest: Wie der Höhepunkt dieser FF aussehen musste, stand lange fest. In Kapitel 44 drüben spricht Spud darüber, wie er seine Karrieros im Schlaf abgestochen hat, also musste das hier natürlich so passieren. Alles vor diesem Kapitel ist also auf das hier ausgelegt, zu arrogante Karrieros, Spud mit mehr Muskeln als Hirn, sein Verrat an Genny und so weiter. Nicht die beste Voraussetzung, nimmt halt alles an kreativer Freiheit, die sich beim Schreiben noch hätte entwickeln können, aber naja. Für Kontinuität musste Spud die halt einfach im Schlaf meucheln. Um das zu ändern, hätte ich in der anderen FF wohl mal besser aufpassen sollen, was ich wen wo sagen lasse. Aber mir hat der Gedanke einfach gefallen, dass Spud zwar nur am Meckern ist, aber selbst Alys irgendwo Respekt vor ihm haben muss, weil er halt mal ein krasser Typ war. Und dafür, dass Spud nur mal in einem Streit ein bisschen angegeben hat, ist schon ganz schön viel draus gewachsen, haha.

Ohja, 100%, Spud ist kein face-to-face-Kämpfer. Die erste Beleidigung, die Alys ihm entgegenwirft, ist dass er kein Rückgrat hat, später nennt sie ihn einen Opportunisten. Joah :D Wenn es brenzlig wird, ist er der erste, der Weg ist und seinen eigenen Arsch rettet - allerdings wäre er damit wohl auch in vielen Situationen der, der überlebt. Macht man sich halt keine Freunde mit (und Alys ist auch nicht der größte Fan davon, dass ihr mit Spud ein bisschen ein Spiegel vorgehalten wird ... naja, sie entwickelt sich ja weg davon).

Wer noch lebt, wird sich noch aufdröseln. Auf jeden Fall sind es inklusive Spud noch fünf Tribute. Und was heißt stark ... wenn man die Körperkraft mal weglässt, ist auch Spud nicht suuuuper stark. We'll see, auch die Reaktion der Kapitoler.

Die Kameras des Kapitols sind sicher okay (sicher besser als was wir haben, aber Dunkelheit und Nebel sind wohl nur so halb smart), aber im Hellen wäre diese Tat wohl eindrucksvoller gewesen :D

Porter hätte Spud eine Wasserpistole schicken sollen :D Ne, Spaß, ich wollte Zircon nicht ins Lächerliche ziehen.

Bis dann in zwei Wochen, lol. Mal sehen, wie gut ich dieses Mal Kritikpunkte zerschlagen hab - ich bin da jetzt tatsächlich nicht salty oder so, haha.
15.06.2022 | 09:10 Uhr
Hey,
ich hatte ja schonmal angemerkt, dass ich die lange "Wartezeit" am Anfang der Arena nicht so gut fand, weil die für mich ziemlich überraschend kam und auch nicht wirklich etwas an HAndlung beigetragen hat, hier aber hast du diese Tage der Leere ziemlich gut eingesetzt. Man merkt richtig, wie die Spannung in der Gruppe immer weiter ansteigt und sich alle nur mit Mühe zurückhalten, nicht aufeinander loszugehen. Natürlich profitieren sie insgesamt auch von der Gruppe, aber die hängen jetzt schon eine Woche aufeinander, ohne Pause, ständige Anspannung... Da wären auch ohne die potenziell tödlichen Gefahren der Arena in jeder Teenager-Gruppe Streits ausgebrochen. Im Hinblick daraufg reißen die sich schon fast zu gut zusammen :D Ich bin gespannt, wann es zum ersten handfesten Streit kommt - lange kann der nicht mehr auf sich warten lassen, auch wenn sie gerade wieder ein wenig Abwechslung und Spannung hatten.
Mir war schon ziemlich klar, dass sie in den Höhlen jemanden finden werden. Ich habe auch fast damit gerechnet, dass es Genny sein könnte. Aber dazu kommen wir gleich.
Ich mag in der Höhlenszene, wie sich die Dynamik in der Gruppe mit jeder leeren Höhle weiter verändert und wieder deutlich nach der Euphorie der Frust raus kommt und sie immer halbherziger bei der Sache sind. Als Spud zur letzten Höhle geht, ist mir der innere Monolog zu lang, den hättest du meiner Meinung nach ziemlich kürzen können. Wir sind glaube ich als Leser auch an dem Punkt, wo wir nicht mehr zwingend jeden Entscheidung von Spud "erklärt" bekommen müssen, weil wir ihn schon relativ gut kennen. Mir war schon vorher klar, dass sich Spud (auch) meldet, damit er ein paar Schritte allein gehen kann. Und viele der Gedanken, die du in dem Absatz formulierst, kamen schon vorher zur Genüge vor. In dem Kapitel konzentriert sich auch einfach generell viel auf die Innenansicht von Spud, weil nicht viel geredet wird, da musst du aufpassen, dass es nicht zu viel wird.
So, jetzt aber zu Genny. Ich hab nicht damit gerechnet, dass er sie sofort verrät. Ich hätte eher gedacht, er lässt sie vielleicht zurücklässt und behauptet die Höhle sei leer (wobei er sich ja da angreifbar gemacht hätte, wenn jemand kontrolliert hätte) oder dass er versucht, sie selbst zu töten und es zum Kampf der beiden kommt. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob mir Gennys Ende gefällt, aber ich tendiere, je länger ich nachdenke, eher zu ja. Ihr sehr schneller und unerwarteter Tod (unerwartet, weil man dachte (und vielleicht auch gehofft hat, aber da spreche ich nur für mich selbst) zeigt ja nochmal die Brutalität der Arena und vor allem auch der Karrieros. Und es zeigt, dass Spud langsam immer mehr bereit ist, alles zu opfern. Denn das Genny ihm überhaupt nichts wert war, kann er mir nicht erzählen... :D Mir hat Genny ein bisschen zu wenig interagiert. Ich hatte das Gefühl, Spud hat sie gerade geweckt, weil sie so passiv und irgendwie "out of world" war. Klar, es kann auch der Schock sein, aber die Gruppe war ja bei der Höhlendurchsuchung nicht gerade unauffällig, sie hätte sie also bemerken können. Vielleicht war sie auch krank oder dehydriert, das werden wir wahrscheinlich nie erfahren, aber wenn sie gesund war, dann hat sie mir für ihren Charakter, den du bislang präsentiert hast, zu wenig agiert. Auch wenn sie natürlich kämpferisch keine Chance gehabt hätte, aber dass sie schweigend hinnimmt, umgebracht zu werden, das glaube ich irgendwie nicht.
Ich bin jetzt auf jeden Fall sehr gespannt, wie die anderen Tribute mit Spud umgehen. Klar, er hat sie verraten, aber er hat sie nicht angegriffen und eigentlich wär er Genny ja körperlich defintiv überlegen gewesen. Ich denke, der ein oder andere wird Fragen stellen, warum er sie nicht einfach selbst erledigt hat (und ob er sich damit rausreden kann, dass er den anderen den Spaß am Töten nicht verderben wollte, bezweifle ich auch :D) In den Augen der anderen glaube ich zeigt sich mehr und mehr ein Bild von ihm, dass er nicht so stark ist, wie er aussieht. Sein Mordkonto steht ja auch immer noch auf Null.
GLG
limette

Antwort von writer to be am 17.06.2022 | 00:04 Uhr
Oh Mann, ich hab die Review einfach schon gestern bei der Arbeit gelesen und dann einfach ewig liegen lassen, gefühlt alles vorgezogen, aber naja: Hi!

Es gibt so viele Aspekte an den Hungerspielen, die die Arenazeit einfach anstrengend machen. Todesgefahr schön und gut, aber einfach im Bündnis aufeinanderhocken? Ständig wandern? Stunden-, wenn nicht tagelang passier n i c h t s? Da muss doch Leuten die Hutschnur reißen, uff, hätte ich da keine Lust drauf. Stimmt, die sind recht chillig - wenn Zircon nicht grade in unverhältnismäßigen Wutausbrüchen Bäume angreift oder den Rest der Gruppe anschreit. Aber mit den anderen hat er Glück, jemand wie Clove oder Cato hätte ihm sicher schon versucht, den Hals umzudrehen.
Aber nice, wenn du hier ein Wartezeit-Gegenstück gefunden hast!

Das stimmt wohl, was du zu Spuds Monologen sagst - ein bisschen ist mir in den letzten Kapiteln auch der Witz verloren gegangen (Spuds abstruse Ansichten und wie er Dinge anders dreht und wendet als Leser waren der Grund, wieso eine nicht kopfgesteuerte Figur wie Spud überhaupt so viel rumdenkt), aber das ist eine Ausnahmesituation und ich hoffe, es klärt sich mit dem nächsten Kapitel ein bisschen. Wobei, das wird make it or break it. We'll see.

Die Situation mit Genny war ... schwierig. Spud stand eine Weile vor der Höhle, das wäre so im Nachhinein etwas auffällig gewesen - einmal kurz reinschauen, für leer befinden, und zurückkommen geht schneller. Im schlimmsten Fall hätte also jemand seine Aussage, "da ist niemand", überprüft - wenn sie es nicht ohnehin im Vorbeigehen gesehen hätten, weil das war ja nur eine kleine Höhle. Zu lügen ging also schlecht. Zusammen wegrennen ohne groß davor die Möglichkeit zu haben, zu kommunizieren, wäre zu riskant gewesen - an sich ein Bündnis, Spud hat ja jetzt einen gewissen Arena-Flow und weiß nicht, wie Genny da ticket. Also lag die wegrennen-Option hauptsächlich bei ihr - aber mit dem Wegrennen hätte sie eine Einladung zur Jagd ausgesprochen, und wenn Spud sie nicht daran gehindert hätte, wäre er direkt mit dran gewesen, sie hätte also beide irgendwie verurteilt. Du merkst, es gibt zu allem ein Aber. So ja auch zu dem, was ich letztendlich geschrieben habe. Den Karrieros seine Loyalität zuzusprechen, ist für Spud das einfachste, um nicht auf dem nächsten Grillspieß zu enden, plus er hatte Genny ja vor den Spielen noch halbwegs vorbereitet, ihn nicht zu verraten, also nicht wegzurennen in dem Moment. Aber: Sie zur verraten ist moralisch fürn Arsch. Tja, einen Tod muss man sterben, und jeder Tod eines anderen Tributs bringt ihn ja näher an den Sieg ...

Schock, Überraschung, Entgeisterung, Enttäuschung, all das. Und mir ist beim besten Willen kein guter letzter Satz für sie eingefallen. Ihn beleidigen würde sie nicht, hätte sie einfach nur geschrien, hätte sie sich in eine stärkere Opfer-Position gedrängt, als sie es schon ist, und eine gewisse Stärke wollte ich ihr beibehalten. Gennys Ding war es ja bisher immer, Dinge an Spuds Verhalten outzupointen (das Denglisch tut mir so hart leid, aber es ist spät), die der Leser zwar begreift, aber Spud selbst noch nicht kapiert hat, ihm also stellvertretend für Leser einen Spiegel vorzuhalten. Aber in dieser Situation hat Spud ausnahmsweise vor ihr begriffen, was er macht, wie scheiße er sich verhält. Gennys ursprüngliche Rolle fällt also unter den Tisch, man braucht sie nicht, weil Spud inzwischen selbst reflektiert ist (wie er das nutzt, ist eine andere Geschichte). Ihre Notwendigkeit als Figur ist durch, flapsig gesagt, zumindest lebendig. Ihren Tod brauchte Spud, das teasert der Schluss ja an :D Long story short: Gut wird es ihr nicht gehen (durch ihre Armut und damit einhergehende Unterernährtheit wäre sie auch prädestiniert für einen Hungertod in der Arena gewesen), aber ich wollte sie durch schreien oder wenig smarte Kommentare (die auch dadurch zustände kämen, dass sie nach einer Woche Arena, am besten noch ohne menschliche Interaktion, bestimmt keine intelligenten Sachen mehr sagen würde in dieser Situation) nicht schwächen - sie war ja nie dumm.

Mordkonto auf Null stimmt, den Rest der Prognosen lasse ich unkommentiert.
Ich bin so gespannt auf das nächste Kapitel und die Reaktionen darauf, das glaubst du nicht.
Bis dann!
14.06.2022 | 22:06 Uhr
Hello again :D

Mensch, ich bin mal nicht die Erste mit meinem Review hier, das kann doch gar nicht sein! Aber egal, ich hab mich den ganzen Tag drauf gefreut - ach was, eigentlich schon die ganze letzte Woche - und jetzt kann ich es endlich in Ruhe und gemütlich genießen, das ist ja die Hauptsache. Also, here we go!

Haha, wie Spud erstmal daran denkt, welche Befriedigung ihm lieber wäre ... *hier dummes Kichern einfügen* Na ja, nach allem, was ich über Clove geschrieben habe, sollte ich wohl still sein :'D

Ach, ich lieb's wie absolut unnötig und showy da allesamt ihre Waffen schleifen. Ich seh es so richtig vor mir, das _passiv-aggressive_ Waffenschleifen, bei dem jeder noch schärfere Waffen als alle anderen haben will, damit man noch besser Tribute morden kann! Das ist wirklich zum Augenrollen, da bin ich ganz bei Spud, aber auf eine weirde Art auch fast schon wieder niedlich, wie alle hier ihre Rolle als gefährliche, böse Massenmörder*innen zementieren wollen.
Aber auch einfach so eine ... Verschwendung? dass ausgerechnet die Karrieros hier so einen Haufen wertvoller Sachen geschickt bekommen, den sie kaum brauchen. Da müssen sie echte Gönner im Kapitol haben, wenn sogar Spud sich seinen Finger verarzten darf. Virtus mag ich auch einfach immer noch, er hat so eine herrliche Energie mit Spud. Also man könnte die beiden echt shippen, wenn Spud nicht mit so vielen anderen Dingen beschäftigt wäre ...

Angesichts der gähnenden - und gleichzeitig bedrohlichen - Langweile in der Arena frage ich mich ja, ob es anderswo so richtig abgeht, dass die Karrieros gerade vielleicht einfach recht unspannend sind? Ich meine sie selber fühlen sich wahrscheinlich wie das Zentrum des Universums, aber was, wenn andere Tribute richtig Action erleben, ganz woanders in der Arena? Sonst wäre es doch für die Spielmacher ziemlich viel Ruhe, da könnte man doch eine kleine Falle sonst zwischenstreuen.
Ah, Zircon traue ich es auch einfach zu, in blinder Wut über seine Verbündeten herzufallen. Alleine sein Zusammenstoß mit Emmy - er ist der Typ Tribut, dem auch diese Grenze egal sein könnte, wenn ihm nicht bald jemand anders vor die Füße stolpert, an dem er seinen Frust auslassen kann.

Höhö, ich weiß nicht, ob Zircon je flirtet, aber ich weiß ja nicht, ob er ausgerechnet Spud anflirten würde. Vermutlich hat er einfach nur Bock auf ein paar Marshmallows und seine Ruhe :D

Oh no, Genny! Ich weiß nicht warum, aber ich hab jetzt noch gar nicht mit ihr gerechnet. Sie war ja auch wirklich clever, das muss man ihr lassen - und wenn Spud nicht plötzlich seinen Überlebenswillen entdeckt hätte, hätte sie vermutlich wirklich fliehen können. Ich weiß nicht einmal, ob ich geschockt bin oder enttäuscht oder ... ja, es doch irgendwie habe kommen sehen, dass Spuds moralisches Rückgrat hier bricht? Er war ja schon im Appartement ein Arsch zu Genny, also nur konsequent, dass die Arena nicht seine beste Seite zum Vorschein bringt. Aber für den Tod des eigenen Mittributs verantwortlich sein, ich weiß nicht, das verzeiht Porter ihm bestimmt nicht so leicht. Er hätte es ja wirklich verschweigen können und am Ende hat er durch Gennys Tod nichts wirklich gewonnen. Zwischen ihm und den Karrieros steht nicht mehr viel, ihren Mord hat er nicht ausgeführt, also eigentlich hat er nur den anderen in die Hände gespielt. Zumal ich denke, dass es auch umgekehrt sein könnte; dass Zuschauer*innen es spannender gefunden hätten, wenn er die Karrieros hintergangen und Genny nicht verraten hätte. Aber da gibt es sicherlich zwei Lager im Kapitol.
Auf jeden Fall: RIP Genny, das hattest du nicht verdient! Schäm dich Spud - aber natürlich mag ich ihn irgendwie immer noch.
Frag mich ja auch, wie das seine Kumpels daheim so finden, dass er Genny hier den Karrieros zum Fraß vorgeworfen hat. Vielleicht will Dio ja genau deshalb nichts mehr mit ihm zu tun haben, wenn er erstmal zurück ist. Weil Freunde hatte Spud ja nicht in "Capitol born tribute".

Ich frage mich ja, ob er jetzt versuchen wird, die Karrieros gegeneinander aufzubringen und sie da anstachelt, etwas verfrüht übereinander herzufallen. Ich meine, mit Zircon könnte man, wenn man weiß wie, sicher leichtes Spiel haben ...
Vor dem Hintergrund bin ich jetzt auch echt gespannt, was Virtus' Ende sein wird. Ich hoffe ja, dass er ein würdiges Ende bekommt, irgendwas Aufsehenerregendes! Oder was, das Spud an die Nieren geht, um die Freundschaft, die hätte sein können, noch einmal richtig schön auszukosten ...

Wie immer ein tolles Kapitel, vor allem die gebrochenen Erwartungen hinsichtlich eines spektakulären Endes für Genny hast du mal wieder richtig gut verpackt. Man denkt immer, man weiß, was kommen könnte, aber so offensichtlich gestaltest du es dann doch nie. Und es ist schließlich nur realistisch, dass Genny hier "einfach so" stirbt und ihr nicht plötzlich ein besonderer Tod beschert wird, nur weil sie ein wichtiger Charakter ist. So sind die Hungerspiele ja nicht.
Ich freue mich schon wieder auf den Dienstag in zwei Wochen!

Liebe Grüße und einen wundervollen Abend
Coro

Antwort von writer to be am 16.06.2022 | 19:43 Uhr
So, hat jetzt ein bisschen gedauert, aber here I am!
Mich macht es immer so glücklich, wenn Leute sagen, sie freuen sich einfach auf meine Texte, waaas :o Ist ganz schwer in den Kopf zu kriegen (Lob generell, kann ich nicht), aber ei, danke!

Schon wieder so ein last minute-Einwurf! Vielleicht sollte ich in Zukunft alles last minute schreiben und nichts mehr vorbereiten, weil die Sachen hebst du irgendwie immer hervor :D Aber nicht mal Clove war die Inspiration, sondern Zircons Höhlenkommentar und dass Genny wieder vorkommt - ich dachte, mit den zwei Punkten und Spuds Historie mit Genny kann ich das Thema Sex generell mal wieder einschmeißen. Und Spud ist ja wohl genau die Figur, die in der Arena sitzt und denkt "joah, also eigentlich hätte ich grade genug Zeit dafür" :D Aber gut, muss er sich halt eine neue Abendbeschäftigung suchen.

Vor allem sind deren Waffen im Leben nicht stumpf - Virtus hat seine Axt mal in einen Baum gehauen (auch voll die caveman energy, merk ich grad - wie Spuds "oh, ich hab mein Essen selbst getötet, schmeckt gleich viel besser"), dem gönn ich das Schleifen noch, und vielleicht Nerios Pfeilen (wobei Pfeile ja auch Geschwindigkeit haben, im Leben müssen die nicht perfekt scharf sein, zweimal benutzen sollte easy gehen), aber der Rest? Come on, einfach eine übertriebene Show :D Am besten noch so richtig wichtigtuerisch im perfekten Winkel zur Kamera, dass es am Ende besser aussieht als dass es was bringt. Es wäre wirklich lustig, wenn es nicht 1. beim Publikum wahrscheinlich wirklich gut ankäme und 2. ein für diese Situation antrainiertes Verhalten in einem brutal sozialisierten Staat wäre. Oh, well ...
Aber die sind doch alle hübsch! :D Und aus 1 und 2! Denen geht's echt zu gut - aber sie brauchen halt nichts, keiner hat da Verletzungen oder sonstige große Needs, die mit Sponsorengeldern befriedigt werden könnten.
Ich finde lustig, wie du Spud mit Virtus shippst, wo ich doch alles dafür tue, dass die sexuellen Anspielungen ausschließlich im Zircon-Kontext kommen :D Wobei die ja schon mehr viben auf einer persönlichen Ebene, die wären also longterm und Zircon so der Dude für eine Nacht :D Marshmallows kann es ja auch noch danach geben ;)

Protagonisten sind ja immer irgendwie das Zentrum des Universums, und Spud hängt ja nochmal extra in seinem eigenen Kopf fest. Ist es blöd, wenn ich sage, da wird schon was passiert sein, das Spud halt nicht mitgekriegt hat? Weil realistisch gesehen wird was passiert sein. Andererseits passiert ja immer richtig viel auf einmal, wenn im Dunstkreis der Karrieros mal was abgeht, vielleicht reicht das ja sogar?

Hätte Spud sich nicht erbarmt, hätten sie die letzte kleine Höhle vielleicht sogar ganz sein lassen - die Karrieros wollten ja alle nicht.
Welches moralische Rückgrat bei Spud "ich betrüge meine Freundin ein paarmal und lache noch drüber" Wilson? Naja, gut, Genny hat im Kapitol schon eine zumindest hinterfragende Seite aus ihm herausgekitzelt - aber dadurch, dass sie auch seinen Lebenswillen geboren hat (mehr oder minder), hat sie sich auch ein bisschen ins eigene Knie geschossen. Nicht, dass ich Genny einen Vorwurf machen würde. Sie hat ja einige Tage alleine überlebt, und einmal entdeckt (was einfach Pech war, irgendwie) hätte wohl jede*r gehofft, dass der Distriktpartner einen nicht verrät. Die Sache ist, weglaufen wäre quasi eine Einladung zum Verfolgen und damit zum Kampf (und wäre sie an Spud vorbei gerannt, ohne dass er etwas tut, hätten die anderen ihm vermutlich noch Beihilfe unterstellt), sitzen zu bleiben verschiebt die Entscheidung in Spuds Richtung. Und der hatte dummerweise die Karrieros im Rücken. So nah, wie die Höhle letztendlich auch war, und bei Emmys Misstrauen, wäre es vielleicht auch aufgeflogen, wenn er sie einfach ignoriert hätte. Aber dafür stand er auch schon zu lang da und hat Genny angestarrt. Ach, alles nicht so leicht. Moralisch ist es sicher nicht die richtige Entscheidung - aber doch irgendwie die vorbereitete und die, die ihn einen Schritt näher zum Sieg bringt.
Apropos Gennys Tod: So arm und unterernährt, wie sie war, hätte sie für den Realismusfaktor theoretisch auch einfach verhungern können. So richtig antiklimaktisch. Aaaaber Spud brauchte ihren Tod vor Augen ...

Ach, doch, Spud hat in der anderen FF Freunde, werden in Kapitel 64 ganz am Anfang in einer Nebenkonstruktion erwähnt (ich hab nicht erwartet, dass du dir das gemerkt hast, nur falls du es nachlesen willst :D ). Namen haben die nicht, aber ich bin tatsächlich irgendwie davon ausgegangen, dass es schon Dio und die anderen gleichen Kumpels sind, die er hier auch hat. Vielleicht gab es einen Keil zwischen den Spielen und Alys' Zeit, aber Stand jetzt geht es ja noch ums Überleben. Selbst wenn sie sein Verhalten problematisch finden, werden sie ihm nicht den Tod wünschen, sprich für alle Verarbeitung von was er Genny angetan hat, ist später Zeit und vielleicht sind sie zwanzig Jahre später mal mit der Aufarbeitung fertig ...

Ich finds immer wieder funny, wie einfach niemand aus der anderen FF weiß, was mit den Karrieros passiert :D Maria hab ich zensierte Alternativversionen der Kapitel geschickt, damit sie sich nicht spoilert, aber du hast es mal irgendwann gelesen und bei limette weiß ich immer noch nicht, wie viel vor Abbruch der anderen FF gelesen wurde. Aber wie dem auch sei und so lustig ich es auch finde, das ist für diese FF hier ja grade gut. Ich hatte echt Angst beim Hochladen, dass das ganze Schreiben umsonst war, weil jeder die Auflösung kennt und keiner mehr Lust hat, was zu lesen, von dem man den Höhepunkt quasi schon kennt.

Bis dann:)
14.06.2022 | 13:52 Uhr
Ehm, ja gut, hinfort fliegen meine Prognosen zu einem Bündnis mit Genny und überhaupt diese ganzen Ideen, die ich hatte. Lol. Aber first things first. Die Beobachtung von Spud, dass die Karrieretribute alle übertreiben, fand ich sehr gut. Zeigt nochmal, dass auch von deren Seite alles eine einzige Show ist. Dazu fand ich auch die Erwähnung von Spuds Lästereien über die Kapitaler gut. Man sieht richtig, dass die Karrieretribute ganz genau schauen, was sie zu wem sagen und wie sie sich vor den Kameras verhalten. Normalerweise fänd ich solche Tage, an denen nichts passiert in der Arena, wahrscheinlich langweilig, aber diesmal hat es mir einfach wieder "Ruhe vor dem Sturm"-vibes gegeben (und oh boy, hatte ich Recht) und man war die ganze Zeit darauf gespannt, was jetzt als Nächstes kommt. Bei der Szene mit Zircon und Emmy hab ich den nächsten Tod eines Karrieros gesehen, bin ich ehrlich, aber ich bin echt froh, dass es nicht dazu kam, weil ich dann wenigstens mit den Prognosen noch nicht ganz daneben lag lol. Spud meint zwar, nur Virtus würde ihn als halbwegs ebenbürtig (also nicht wirklich ebenbürtig, aber du weißt was ich meine) betrachten, aber ich finde es eigentlich nur bei Emmy wirklich auffällig, wie oft sie ihn niedermacht. Durch den Kommentar von Nerio merkt man auch, dass Emmy eher ihre Faust als ihr Hirn nutzt. Was ich cool fand, war dieses stumme Einverständnis zwischen Zircon und Emmy. Obwohl die beiden eigentlich nicht besser miteinander klarkommen als die anderen Karrieros, schreibst du denen aus 1 so ein engeres Bündnis zu als den anderen, was ich interessant finde.
Ich bin ehrlich, bei den ersten Höhlen habe ich mir noch nicht so viel gedacht, hab irgendwie erwartet die treffen da vielleicht den Typen mit dem Hammer für Spud oder so, aber als Spud dann allein in die letzte Höhle ist, wusste ich, was abgeht. Und du hast mich wirklich mal wieder komplett überrascht. Ich hab Spud wohl echt überschätzt (oder unterschätzt? je nachdem, wie man's nimmt), ich hätte nicht gedacht, dass er sie da verrät. Aber klar, wenn das irgendwie aufgeflogen wäre, weil zum Beispiel Emmy dem "Randdistriktler" nicht vertraut oder so, wäre sein Leben direkt beendet. Bei den Karrieros hat er natürlich jetzt noch mehr Vertrauen gesammelt. Was mich gewundert hat, war, dass Genny gar nichts gesagt hat. Also klar, dass sie am Anfang schweigt, weil sie noch denkt, sie muss leise sein, damit die anderen nichts mitbekommen, aber ich hätte irgendwie gedacht, dass sie im Angesicht des Todes noch ein paar letzte Worte für ihn auf Lager hat. Ich find's gut, dass Spud so mitgenommen ist und das nicht einfach so leichtfertig macht, ist einfach in character für ihn. Und ehrlich gesagt versteh ich's auch ein bisschen, weil Genny am Ende so oder so gestorben wäre, spätestens wenn er mit ihr allein übrig geblieben wäre, und dann hätte er ja auch noch derjenige sein müssen, der sie umbringt. So kann er das wenigstens den Karrieros überlassen, wobei es mich schon wundert, dass Zircon diesen Tod nicht für sich beansprucht hat, wo er doch irgendwie der Anführer ist und außerdem so dezent gestresst war die letzten Tage.
Übrigens: in Alys' Story gibt sie einmal den Kommentar ab, dass Spud in seinen Spielen keine Schwierigkeiten hatte, andere Tribute zu töten. Entweder seine Fernsehpräsenz ist so toll, dass man seine Nervosität nicht merkt, oder er tötet später wirklich nochmal wen so richtig. Bisher hat er ja keinen Tribut auf dem Konto, wenn ich mich richtig erinnere? Oder war da jemand am Füllhorn? Sonst hätte er sich ja später nicht immer so schwer getan. Wo wir schon bei Alys sind, ich habe natürlich weitergelesen, Review kommt, aber ich kann dir schonmal sagen, ich habe wieder Gedanken. Vor allem zu Spuds Tod. Wtf war das. Aua. Aber dazu dann später mehr lol
Und ich bin ja mal so gespannt, inwiefern Spud jetzt skrupellos sein will und was seine Pläne mit den Karrieros sind. Die FF geht ja nicht mehr so lange (:((() und es fühlt sich so langsam nach Showdown an. Also da sind ja erstmal 4 andere und so, aber man kann den Braten schon riechen lol.
War wieder ein sehr unterhaltsames Kapitel und wie jedes Mal kann ich nur an deine Güte und dein Mitgefühl appellieren, uns nicht so lange warten zu lassen lol. Bis zum nächsten Mal! :)

Antwort von writer to be am 14.06.2022 | 18:15 Uhr
Du warst ja heute schnell :D

Meine Faszination mit dem Fernsehshowaspekt der Spiele ist einfach zu groß, um das zu ignorieren, selbst mit einem Protagonisten, der jedes Fake-Image nach fünf Minuten aufgegeben hätte, weil ihm Show nicht liegt :D Aber immerhin hat er aus Versehen versucht, Virtus aus der Rolle zu drängen, wenn auch wohl zum Leidwesen seiner eigenen Sympathiepunkte, weil über das Kapitol lästern sollte man als Tribut sicher nicht. Naja, die sind eh alle kurz davor, an die Decke zu gehen :D
So wie Spud das größte Problem mit Emmy hat, hat sie auch eins mit ihr. Mag gespiegelt sein - sie wird seine Antipathie ja mitkriegen -, mag aber auch an ihrer generellen Art liegen. Nerio und Zircon geraten ja auch regelmäßig mit ihr aneinander. Aber generell sind die aus 1 nicht unbedingt die mit der größten Geduld. Nur einander gegenüber können sie sich gefühlt zusammenreißen (schreib ich hier "gefühlt", als sei es nicht genau so von mir er- und gedacht ...). Zircon und Emmys Streit war das Gegenstück von Spud und Gennys Aufeinandertreffen - die eigene distriktinterne Begegnung war ein Streit, aber lief gut, die andere war ruhig, aber endete tödlich. Joah, und das wars wohl mit Genny - gönnen wir Spud diesen einen Triumph, den er eigentlich überhaupt nicht wollte (auch wenn er sich irgendwie drauf vorbereitet hatte - aber der muss erstmal selber damit klarkommen, dass mal was in seinem Leben aufgegangen ist, wenn auch dann sowas) ... "Ich hab Spud wohl echt überschätzt (oder unterschätzt? je nachdem, wie man's nimmt)" - diese FF in a nutshell :D Ich weiß auch nicht, wie man das einordnen sollte. Ethisch total fürn Arsch, man macht sowas nicht mit seinen Distriktpartnern, aber was das Siegesziel angeht halt leider förderlich, mal ganz davon abgesehen, dass es den Karrieros seine Loyalität bestätigt. Groß war Gennys Versteck ja nicht, wie du sagst wäre also die Wahrscheinlichkeit, dass ein Vertuschen durch Spud noch irgendwie aufgeflogen wäre, recht groß gewesen - Nerio und Virtus haben ja auch irgendwie so halb gespürt, dass jemand da ist, auch wenn sie am Ende keinen Bock mehr hatten.

Was Gennys letzte Worte angeht, war ich total zwiegespalten. Ich hab sie nie was sagen lassen, aber ich habe häufiger überlegt, ob sie zum Schluss noch etwas sagen sollte. Nur was? Soll sie Vergebung aussprechen, um Spud komplett aus der Bahn zu hauen und die Karrieros zu verunsichern? Das hat was zu Religiöses, finde ich, obwohl sie nicht der Typ wäre, Spud den Tod zu wünschen. Ansonsten war sie ja trotz Empathie immer diejenige, die klar benannt hat, wenn Spud Gefühle verdrängt hat oder so. Ihn hier einen Verräter zu nennen, ginge zwar wieder in Richtung "point out the obvious", nur ist das ja mal was, das Spud genauso bewusst ist wie ihr, sprich sie muss es nicht sagen, damit es ihm ins Bewusstsein drängt - bisher "brauchte" es ja immer erst ihre Worte, bis Spud begriffen hat, was Leuten um ihn rum und Lesern längst klar war. Der letzte Satz hätte was Krasses sein müssen, um sie nicht komplett zum Opfer zu machen, weil obwohl sie arenafähigkeitentechnisch schwach war, war sie das menschlich nicht. Sie ist ja Opfer genug, weil sie hier stirbt und weil sie sich von Spud hat reinlegen lassen. Da wollte ich keine allzu große Angst aus ihr sprechen lassen, sondern sie sollte stark rüberkommen, noch einigermaßen würdevoll, auch wenn sie hintergangen wurde. Und weil ich da beim besten Willen keine Worte gefunden habe, habe ich sie schweigen lassen, in der Hoffnung, dass diese Stille Spud noch mehr umhauen kann als alles, was sie hätte sagen können ...

Zircon ist fairerweise einfach nicht schnell genug gewesen. Technisch gesehen war das Spuds Kill, der hat sich nicht gewehrt, aber dafür hat Virtus Spud direkt gefragt, und so eine klare Zuteilung hat dann irgendwie in meinem Kopf was von einem Kodex. Zircon hat Genny ja grad aus der Höhle gezogen, hatte also erstmal noch die Hände voll, das Schwert bereits weggesteckt und nicht wieder in der Hand. Klar hätte er das schnell ziehen können, aber da hatte Virtus schon Spud gefragt, ob er Genny töten kann (durch die Blume: Ob er durch einen weiteren Kill mit Nerio und Zircon gleichziehen kann ...), und da konnte Zircon dann nicht mehr einfach reingrätschen, ohne wie der Arsch dazustehen :D So mein Gedanke. Allerdings hast du Recht, ich hab nichts davon geschrieben, hätte ich mal tun können. Nur ist Spud natürlich in der Situation, wo er noch versucht, sich nicht zu übergeben, ohnehin nicht der aufmerksamste, was so Hierarchienuancen angeht.

Alys' Aussage hab ich aufgrund ihrer Ambiguität nicht als Spoiler deklariert - ich hoffe, das war jetzt nicht allzu schlimm. Dass Spud jemanden töten wird, war ja doch glaub recht klar, einfach weil drüben wie hier hervorgehoben wird, wie selten es ist, gänzlich ohne Mord die Arena zu überleben, und dass z. B. Porter massives Glück hatte. Das Spud kein Glückspilz ist (wenn auch zu 99% selbstverschuldet und oblivious to it), steht ja von vornerein fest, plus er will auch gar nicht ohne töten gewinnen. Da eh alle wissen, dass er gewinnt, und es ja am Ende meiiiistens einen Zweikampf gibt, war eigentlich immer klar, dass Spud mindestens einen anderen Tribut töten muss. Das war jetzt so vage wie möglich, mehr sag ich nicht :D
Am Füllhorn hat Spud allerdings niemanden getötet, also generell niemanden bisher. Ich würde ja sagen, er hat noch eine weiße Weste, aber lol, nein, nach dem Kapitel hier definitiv nicht mehr :D

Ruhe vor dem Sturm sagst du? Ganz vielleicht war Gennys Tod bisher nur ein bisschen Regen ... Was meine Güte und mein Mitgefühl angeht: Hab ich - irgendwie :D Entweder, zwischen dem Kapitel hier und dem nächsten wird die Pause nur eine Woche betragen, oder zwischen dem nächsten und dem übernächsten. Wann ich das Tempo anziehe, muss ich noch entscheiden, aber demnächst kommt mal ein Kapitel außerhalb des zwei-Wochen-Rhythmus, so viel kann ich sagen :D

Ich freu mich dann erstmal auf deine Meinung zu wie viel auch immer du bei Alys gelesen hast - dass ich eine eindeutige Meinung zu Spuds Verbleib habe, ist durch das Spin-off ja zur Genüge klar geworden </3
02.06.2022 | 17:38 Uhr
Hey,
ich hab schon ein bisschen drauf gewartet, wann die Spielemacher mal wieder eingreifen und tadaa: schon gibt es Killerhirsche.
Spuds Monolog am Anfang gefällt mir und greift die Spannungen in der Gruppe wieder auf.
Ich bin mal gespannt, ob er am Ende damit falsch liegt, so oft zu betonen, dass Genny für ihn keine Gefahr darstellen kann. Irgendwie hab ich im Gefühl, dass er sich da täuschen könnte...
Das die Karrieros (zumindest einige von ihnen) mitzählen, wer wie viele getötet hat, passt auch. Immerhin hängen davon ja auch die Geschenke ab (von denen es glaube ich im letzten Kapitel einige gab, oder? Sonst müssten da langsam mal ein paar Fallschirme ankommen).
Besonders spannend finde ich gerade die Dynamik zwischen Nerio und Emmy als die beiden Mädchen in der Gruppe, die teilweise schon in so einen Zickenkrieg geraten, dass ich irgendwie denke, dass artet nochmal aus zwischen den zweien. Lange schien ja Emmy die gefährlichere der beiden und unterschätzen sollte man beide wohl nicht, aber langsam kommt mir Nerio nochmal eine Spur gefährlicher vor. Ich muss sagen, dass die beiden Jungs neben Spud, als Virtus und Zircon dagegen teilweise sehr farblos und charakterarm wirken, vor allem Virtus. Vielleicht war das nur in dem Kapitel so, aber bei den beiden hab ich nicht wirklich ein Bild vor Augen, sie wirken irgendwie sehr ähnlich auf mich (und auch recht ähnlich zu Spud).
Ich weiß ja nicht, ob die Spielemacher das verhindert haben, aber kann bitte jemand den Hirschen das Geweih abnehmen. Das klingt nämlich nach ner ziemlich effektiven Waffe und Spud sucht doch so dringend nach was coolem (klar, ist kein Hammer, aber ein spitzes Geweih, also quasi mehrere Messer in einem... wäre doch was). Und Messer und Axt haben sie ja zur Verfügung.
Das Spud Mitleid hat, passt zu ihm, auch wenn er das von sich selbst vermutlich nicht behaupten würde. Er ist einfach nicht so trainiert wie die Karrieros, die, so kann ich mir vorstellen, im Training in ihren Distrikten, zumindest Tiere durchaus schon getötet haben, vielleicht sogar psychologisches Training bekommen haben, um töten zu können. Ich glaube allerdings, das Spud noch töten wird, aber eher in einem Kampf oder in Notwehr... Aber wir werden es sehen.
GLG
limette

Antwort von writer to be am 06.06.2022 | 13:27 Uhr
So! Hi! Endlich - das hat jetzt echt lang gebraucht, ich hab in letzter Zeit immer nur genug Zeit und mentale Kapazitäten, um ein bis zwei Alerts abzuarbeiten und joah ... Vor allem die zu lesenden Kapitel häufen sich. Ich weiß, ich muss mich nicht entschuldigen, aber mir wächst es halt selbst über den Kopf. Naja, here I am!

"Killerhirsche", ja, das ist jetzt der offizielle Name, find ich gut :D Klingt auch nach einer Spezifizierung, die Spud machen würde, Alys nennt ihre Skorpione nur nüchtern Skorpione, wie langweilig, was soll das denn :D

Ja, die Spannungen hattest du dir ja gewünscht, und alles, was ich mir gedacht habe (aber was ich natürlich wegen Spoilern nicht sagen konnte), war: Warte einfach, kommt früh genug :D Ohne wirkliche Plotpunkte vorauszusagen, lagst du mit dem Gefühl halt völlig richtig, nur ein Kapitel zu früh :D Die Review klingt jetzt aber um einiges zufriedener als bisherige Reviews von dir, und auch wenn die nicht negativ waren, so freut mich das doch ziemlich! Ich finde die Kritik ja gut, ist ja auch gerechtfertig und wenn ich das nicht wollen würde, würde ich keine Texte ins Internet stellen, aber wenn dann mal nichts kommt, bin ich schon stolz! Also yay!

Geschenktechnisch ist tatsächlich bisher nicht sooo viel passiert - aber sie brauchen auch nichts. Zircon hat fürs Ausschalten des Mädchens aus 11 (die Kleine am See, deren Fall Kolga getötet hat) fancy Essen eingeheimst und am Anfang haben sie mal Spielkarten gekriegt. Sonst nichts, aber sie haben ja alles. Theoretisch könnte ich jetzt sagen, vielleicht haben sie nochmal Essen gekriegt und ich hab es nicht geschrieben, aber so wirklich wichtig ist das nicht. Denen geht es in der Arena sogar noch so gut, dass sie drauf rumhacken können, was genau sie essen, dass sie beim Fleisch bleiben wollen zum Beispiel. Also rein was menschliche Grundbedürfnisse angeht, sind die chillig unterwegs, zugegebenermaßen :D

Virtus ist Spud ähnlich, das stimmt, aber die sollten ja auch buddymäßig viben, und das tut man ja am ehesten, wenn man sich ähnlich ist :D Zircon ist kühler, ein Anführertyp, dem fehlt Virtus' Spaßfaktor. Ich würde tatsächlich eher Zircon und Nerio in eine Schublade stecken als Zircon und Virtus.

Theoretisch sind sie ja noch an der Stelle, wo der Kampf stattfand, also wer weiß ... praktisch wäre aber so ein spitzes Geweih doch einem Schwert recht ähnlich, oder? Außerdem wiegen Geweihe dann doch nicht so viel, das stelle ich mir bei einem brachialeren Kampfstil nochmal schwerer vor, als einfach ein ungewohntes Schwert zu nutzen. Für Spud zumindest. Für die anderen ist der Gedanke gar nicht schlecht. Außerdem stelle ich es mir sehr lustig vor, wie jemand mit so einem kompletten Geweih rumrennt, also dem vollständigen verästelten Ding. Hat was von - ich hoffe, bei dir entsteht im Kopf ein Bild - General Grievous, wie er seine Lichtschwerter rotieren lässt.

Ne, omg, Spud würde niemals Mitleid zugeben :D Psychologisches Training muss eigentlich drin sein bei den Karrieros, oder zumindest so viel Übung an Tieren (oder Verbrechern? Hab das in ein paar FFs gelesen und finde, das ist ein interessanter Gedanke), dass sie abgestumpft sind. Denen mit psychologischer Manipulation das Mitgefühl auszutreiben, klingt schon sehr nach Panem, und es würde erklären, wieso es sonst überall so wenig Psychologen gibt, die sind einfach alle in 1, 2 und 4 und verziehen zukünftige Tribute :D

Bis dann! (bei deinem Kapitel, sobald ich dazu komme)
01.06.2022 | 20:45 Uhr
Guten Abend,

auf deine Mail antworte ich gleich im Anschluss, nur falls du dieses Review vorher liest, weil ich wieder ne gute Stunde zum tippen brauche. Also die zwei Wochen haben sich mal wieder wie drei Monate angefühlt, das sag ich dir ganz ehrlich. Und das obwohl ich eigentlich momentan das Gefühl habe, dass die Zeit total rennt. Vor mir weg, scheinbar, weil ich irgendwie mit nichts hinterher komme (wann war mein letztes Alys Review? Wie viel muss ich noch für die Uni nacharbeiten?). Hach ja, ich lieb's ja mich über Stress zu beschweren, den ich mir vollkommen freiwillig auflade. Kommen wir jetzt aber zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben: Spudnell Wilson.

Dass es den Distriktpartner am meisten trifft, wenn man etwas gut macht, war ja mal ne absolute Erkenntnis für mich. Also total logisch, weil die Sponsorengelder ja meistens nicht fair aufgeteilt werden (außer vielleicht jemand gibt explizit Geld für einen bestimmten Tribut), aber kennst du das, wenn etwas total selbstverständliches dir vorkommt wie eine Offenbarung? Also nicht, dass so etwas banales jetzt direkt eine Offenbarung für mich ist, aber ich hoffe, du weißt was ich meine lol.

Man merkt auf jeden Fall, dass Spud immer unsicherer in seiner Art wird. Klar, er reißt noch ein, zwei Witze, aber Kolga Tod hat sich für ihn angefühlt wie ein Umschwung. Jetzt wo er das "schwächste Glied" ist, könnte ihn es halt jeden Moment, vielleicht auch einfach aus einer Laune heraus, treffen. Wobei ich nicht glaube, dass die Karrieros sich schon so schnell bekämpfen würden, selbst Spud nicht, der ja technisch gesehen nur so semi dazugehört. Kolga haben sie ja auch nicht selbst getötet, sie finden es einfach nur nicht besonders traurig oder schlimm, dass sie weg ist. Deshalb finde ich Spuds Sorge zwar begründet, weil in der Arena ja alles möglich ist, aber ich rechne persönlich nicht allzu bald mit der Trennung der Karrieros. Ist das jetzt super morbide, dass ich total gespannt drauf bin, wie jeder Einzelne von denen stirbt? Wenn ich mich hier mal an kleine Prognosen wagen darf:
Bei Emmy rechne ich mit a) einem anderen, männlichen Tribut (egal ob Karriero oder nicht) oder b) tatsächlich einer Mutation. Männlich sagt mir einfach meine Intuition und bei den Mutationen bin ich glaub ich einfach sehr von Glimmers Tod beeinflusst. Irgendwas brutales stelle ich mir jedenfalls vor und irgendwas, was nicht schnell geht. Einfach so passend zu ihrem Charakter. Die sehe ich auch in irgendeinen Hinterhalt laufen.
Nerio sehe ich weder langsam noch dumm sterben. Dafür hat die einen zu guten Überblick. Wahrscheinlich etwas schnelles, komplett unerwartetes. Vielleicht bekommt sie den Kopf abgeschlagen? Irgendwas, wo sie mit ihrer Distanzwaffe nicht weit kommt. Eine Mutation, die aus dem Nebel springt? (ich hab ehrlich gesagt beim Auftauchen der Mutationen mit ihrem Tod gerechnet). Vielleicht ist es aber auch wie mit Clove und sie stirbt eigentlich, weil sie zu stolz ist. Du erwähnst ja mehrfach, dass es ihr so wichtig ist, die meisten Tote auf dem Konto zu haben, vielleicht stürzt sie sich auch unbedacht in eine Gefahr, weil sie punktetechnisch zurückliegt und das ausgleichen will.
Zircon sehe ich immer noch im Wasser und auch erst ganz am Ende. Ich glaube er lebt am längsten, weil sein Charakter die größte Rolle der Karrieros gespielt hat. Da sehe ich noch einen Kampf mit Spud. Wobei ich durch den Spoiler in Alys' Geschichte auch gedacht habe, dass er ihm vielleicht doch noch früher in den Rücken fällt. Einen Kampf würde Spud nämlich im Regelfall nicht gewinnen. Und irgendwie habe ich immer noch dieses weirde Bild im Kopf, wie er sich mit Genny verbündet (die ja endlich auch mal wieder erwähnt wurde.. ein hint?) und ihr von Zircons Angst berichtet. Zircon tötet Genny und Spud stellt sich ihm dann als letzter Gegner.. am Wasser natürlich :D wehe er stirbt im Trockenen.
Virtus sehe ich auch durch Zircon sterben oder durch einen "Unfall", also irgendwas brutales, kurzes, ähnlich wie Nerio. Da sehe ich auch eine Axt in der Brust oder so. Ja lol. Da hast du mal wieder ein paar Prognosen, über die du lachen kannst.

Wieso Porter Spud keine Geschenke zukommen lässt, weiß ich aber auch nicht. Vielleicht, weil er sie nicht braucht? Vielleicht, weil sie Genny lieber mag? Also bisher mangelt es ihm ja noch an nichts, höchstens an einem Hammer, aber den wird Porter sich nicht leisten können und so überzeugt von seinem Sieg wär ich an ihrer Stelle auch noch nicht. Ich persönlich predicte übrigens, dass Dio auf Spud gesetzt hat, aber das hab ich glaub ich auch schonmal erwähnt.

Den Angriff dieser Hirschdinger fand ich übrigens ziemlich cool. Einfach, wie die alle zusammen agieren und dass man sieht, was die so draufhaben. Wie die auch noch Spaß dran haben, die Mutationen da zu erledigen. Ich würd mich ja im Leben nicht freiwillig melden mit so Dingern in der Arena. Die anderen Tribute sind schon schlimm genug, wenn man jemanden wie Titus dabei hat oder so ganz besonders sadistische Karrieros wie bei Alys' Mutter oder so. Der Moment mit dem anderen Jungen hat mich dann richtig gefreut. Manchmal hab ich ja doch so ein bisschen an Spud gezweifelt, vor allem bei den Momenten mit Genny, aber er hat im Endeffekt eben doch ein (zumindest halbwegs) gutes Herz. Ich glaube, in der Theorie stellt man sich das eh immer einfacher vor, jemanden zu töten, aber wenn man dem Menschen dann wirklich gegenüber steht sind es eben die Haare, die man selbst so getragen hat oder die Familie, die zuhause auf ihn wartet, die einen davon abhalten. Nur gut, dass die Karrieros zu beschäftigt waren, um seine "Schwäche" zu erkennen. Ich bin ja mal gespannt, wann Spud das erste Mal jemanden tötet, denn wie bei Annie wird es bei ihm wohl eher nicht laufen. Vielleicht ist es ja echt der Junge aus 7 (?) der seinen Hammer hat.

Gut, da bin ich schon wieder am Ende angelangt. Jetzt mach ich mich mal auf den Weg in die Mails und danach wird noch Unistuff nachgeholt, wie man das eben um 21 Uhr am Mittwochabend so macht.

Liebe Grüße
Maria

Antwort von writer to be am 02.06.2022 | 16:49 Uhr
Dieses förmliche "Guten Abend", omg :D Ich fühl das so, ich hab immer keine Ahnung, wie ich sowas hier beginnen oder beenden soll (also schreib ich am Ende "Liebe Grüße" wie ein Boomer, yay). Was noch vorab? Ahja, sorry, dass ich so langsam hochlade :D Wenn du genug jammerst, knick ich vielleicht ein, aber das Argument mit den Spoilern zählt inzwischen nicht mehr :D Aber ansonsten ist Spud auch eine ganz wichtige Sache in meinem Leben <3 (no joke ... und allein das ist ein schlechter Witz)

Ich musste so grinsen, als ich das mit der "Offenbarung" gelesen hab. Das ist so dieses "I was today years old"-Meme in Textform und hui, ich bin so stolz, obwohl es eine kleine Leistung ist. Egal, Hauptsache Leistung, das war dann wohl mein erstes Erfolgserlebnis diese Woche, das nehm ich hin.

Weißt du, was mir grad auffällt? Spud wäre genau die Art von Person, die aus "schwächstes Glied" einen Witz machen würde :D Aber ich lass es, ich hab noch sowas wie Respekt vor mir selbst ... Aber so oder so, ja, das alles neigt sich dem Ende zu, die Feinde außerhalb des Bündnisses werden weniger und was an schwächlicheren Mitgliedern im Bündnis selbst von ihm hätte ablenken können, ist nun auch weg ... Wobei dein Ansatz natürlich schon richtig ist, inwiefern werden die Karrieros ihn schon als Feind wahrnehmen? "Feind" ist eh ein spannendes Wort im Kinder-/Jugendlichenkontext - Gegner. Ist Spud für die aus 1 und 2 ein ernstzunehmender Gegner? Wie sterben die Karrieros? Wie sehr hab ich bei den Prognosen gelacht? Das und viele weitere Details lesen Sie in den nächsten Kapiteln :'D (ich hab ein neues Level im Spoilervermeiden gefunden: Blödsinn labern, cool) Aber ich sag so viel: Ich hatte Spaß daran, deine Vermutungen zu lesen, nicht, weil sie so abstrus waren, sondern weil ich einfach so mega gern erfahre, was Leute denken, wo es hingeht, und das dann auch noch so ordentlich begründet, ich liebs! (und das wäre hier sogar mehr als ein Ausrufezeichen wert, wäre ich nicht zu sehr Verfechterin von "eins reicht, Dinge unterstreichen ist der generelle Sinn eines Ausrufezeichens)

Also gebraucht hat er bisher wirklich nichts - im Gegenteil, er redet ja sogar noch davon, wie enorm gut es ihm geht :D (in meinem Kopf ist grad der Clown-Emoji ...) Aber zur Waffe kann ich glaub sicher sagen, dass ich denke, dass es quasi unmöglich ist, Waffen als Geschenke zu verschicken. In meinem Kopf ist Finnick da die absolute Ausnahme.

Ich finde übrigens schön, dass Dio in den Köpfen der Lesenden so präsent ist. Er kam ja dann doch nur ganz kurz in den ersten beiden Kapiteln und sonst nur in Randgedanken von Spud vor (was man vom Rest seiner ja dann doch als solchen existierenden Freundesgruppe nicht sagen kann, die haben nicht mal Namen), und trotzdem taucht er immer wieder mal in den Reviews auf. Hach ja. Funfact (nach dem mal wieder niemand und vor allem nicht du gefragt hast): Ich bin absolut unfähig, Dios Namen in meinem Kopf ordentlich - oder auch nur gleichbleibend - auszusprechen. Ich weiß, ich bin selber schuld, ich hätte ihn auch anders nennen können, aber bei mir heißt er abwechselnd [ˈdaɪ̯o] wie von englisch Diocles und [ˈdio] wie die Band. Joah, ganz schön blöd von mir, weil eins davon literally sein Name ist und dementsprechend eine daran angeglichene Aussprache logisch wäre. Egal, ich hoffe, ich hab jetzt hier nicht ein unnötiges Fass aufgemacht und dich auch noch verwirrt :D

Freut mich, dass die Mutationen cool waren - ich finde, ich schreib so Viehcher immer recht antiklimaktisch, aber ich habs nicht so mit Actionszenen - ein Grund mehr, sie zur Übung ständig einzubauen :D Ich finde das aber auch furchtbar mit der Arena, selbst wenn man mega stark ist und alle Menschen easy wegmetzeln könnte, kann da noch so viel schiefgehen? Weeer macht das freiwillig?! So arm kann man doch gar nicht sein (und wer arm ist, ist eh eher nicht gut trainiert), und so viel Ruhm wird das doch auch nicht sein? Aber die alten Sieger dürfen sicher nicht erzählen, wie kacke es eigentlich mal werden kann, wenn man gewinnt. Oder auch nur, wie die Spiele sind - kann ja auch Karrieros geben, die den Ernstfall, zu töten, dann doch schlimm finden, Ideologie und Training hin oder her. Ich mag zwar die Theorien, dass das in 1, 2 und 4 vorher irgendwie an Verbrechern geübt wird, aber es ist halt nicht sicher und wie häufig geht das schon, also wer weiß.

Haha, meine ganze Bachelorarbeit ist safe zwischen 22 und 3 Uhr nachts entstanden, und ich mach auch jetzt alles nachts, was geht :D Einfach chilliger dann ... aber vielleicht hab ich auch jeden Bezug zur Arbeitsrealität verloren, als ich beschlossen habe, in einem Job mit Abendterminen zu arbeiten, lol. Und was du zur Zeit, die davon rennt, gesagt hast ... Ja. Einfach ja.

Wow, was für ein Reviewantwortende, aber was soll's, bis dann!
Annika
01.06.2022 | 00:28 Uhr
Hey,

heute bin ich dann mal wieder diejenige, die sich mit ihren letzten drei Gehirnzellen auf eine Geschichte stürzt. Aber ich hab mich seit letzter Woche auf das Kapitel hier gefreut, also werden Himmel und Hölle mich nicht davon abhalten, es auch heute zu lesen! Als größtmöglichen Kontrast zum vermutlichen Inhalt hab ich es mir gemütlich gemacht und nehme das jetzt als Gutenachtgeschichte mit ins Bett :D

Den Titel lese ich ja so ein wenig ironisch - nicht als die Zerreißprobe psychischer Art, sondern vielleicht auch als ganz tatsächliche Zerreißprobe ... hmmm. Könnte mir vorstellen, dass irgendwer von Mutationen angeknabbert/zerrissen wird, aber mal sehen. Man sollte Titel ja auch nicht überdeuten, aber ich hab hier nicht so viele Bedenken, es zu äußern, weil deine Titel bisher alle so clever und ein bisschen "tongue in cheek" waren. (Error 404 - German not found)

Ah nice, ich find's super, wie Spud an Porter und ihren erhobenen, moralischen Zeigefinger denken muss. Da hat sie doch Eindruck bei ihm hinterlassen, denke ich. Und immerhin sucht er die "Schuld" für ausbleibende Sponsorengeschenke nicht direkt bei ihr, sondern hinterfragt erstmal die Motivation der Zuschauer aus dem Kapitol. Wo ich sagen muss - ich würde mir als Zuschauerin auch schwertun, einen wie ihn zu sponsern. Weil Unterhaltungsfaktor hin oder her, aber als wirklich tödlich hat er sich halt bisher nicht erwiesen und darauf kommt es letztlich an. Er wirkt eher wie das Anhängsel, bei dem man aufgeregt darauf wartet, wie es mit ihm zu Ende geht. Und ich bin froh, dass ich schon weiß, dass er sie alle überraschen (oder enttäuschen? :'D) wird!
Ah und da hat Spud selber schon ähnliche Gedanken, was seine Wirkung angeht. Wobei ich sagen muss - bei Porters integrer Art kann ich mir nicht vorstellen, dass sie Gelder, die für Spud sind, einfach für Genny nutzt. Das passt nicht zu ihrer Aufrichtigkeit (haha ...).

Und überhaupt, diese ganze Sexualisierung! Ja, ufff. Einerseits ist es "einfach", wenn weibliche Tribute mit ihren Reizen spielen, andererseits genau das Gegenteil davon, wenn man nicht hundertprozentig dahintersteht und sich aus freien Stücken so lasziv gibt. Dann ist es einfach nur schrecklich, sich selber so verkaufen zu müssen (und die Armen ahnen ja nicht mal was von Snows Prostitutionsring ...). Wobei man zumindest an Finnick sieht, dass diese Sexappeal-Schiene keine Einbahnstraße in eine Richtung ist. Ich schieb's einfach mal auf Spuds Haarlosigkeit, dass er vielleicht nicht der attraktivste Tribut im Ring ist, neben den anderen Karrieros - aber vielleicht ist das auch nur meine persönliche Präferenz, lol.

Lol, Spud findet die Luft in der Arena gut? Haha, ich muss gestehen, ich hab bisher immer an das Gegenteil gedacht - in der Arena ist alles so künstlich, dass es nur echt ausschaut, aber in meiner Vorstellung ist das wirklich so unter einer festen Kuppel die Arena und da gibt's vieles, aber keine gesunde, frische Luft :D
Schon süß wie er sich das alles schön zu reden versucht ... umso härter haut später wahrscheinlich das Trauma rein.

Dio kennt seinen Kumpel, würde ich sagen. Aber zum Glück kennt Spud sich selber dann auch irgendwie und bisher hat er sich ja schon ganz vorbildlich ein paar doofe Aktionen verkniffen, die sich sonst hätten rächen können. Da schafft er es wohl auch noch ein bisschen länger!

"„Nur in Zircon schockverliebt“" - omfg :D Da muss ich an Maria und ihre Prognosen denken! Spud hat auf jeden Fall ein bisschen chaotic bisexual energy.

Nerio ist für mich ja die spannendere der verbliebenen weiblichen Tribute. Von Emmy hat man schon ein gewisses Bild, aber dieses Düstere, was Nerio umgibt, macht sie faszinierend (außerdem mag ich den Namen dazu, der verstärkt das noch!).
Nett auch, wie die Karrieros sich da überlegen, in welcher Reihenfolge sie die Tribute gerne erledigen würden - als wenn sich das irgendwie planen ließe, wann sie wen finden. Als ob da so ein Leuchtpfeil von den Spielmachern auftaucht, der sagt "für Sieben hier lang" :'D Diese Naivität ist immer wieder beeindruckend, weil sie doch alle sehenden Auges in diese Spiele gegangen sind und sich so vorbereitet haben, dann aber doch immer wieder über ihre eigenen Unlänglichkeiten - oder Übermut - stolpern. Spuds ganze Angst und Vorsicht ist da doch recht hilfreich an manchen Stellen, weil er dadurch sehr genau beobachtet und abwägt.
Aber uff, seine Aussage zu Genny, wie fies! Irgendwie kann ich mir ja auch vorstellen, dass ihm das eher Sympathien im Kapitol kostet, immerhin ist der*die eigene Distriktpartner*in doch was Besonderes und verdient eher Schutz, als andere, x-beliebige Tribute. Aber vielleicht bin ich da auch wieder nur zu sehr in meinem Film gefangen.

"„Alles außer einem Silbertablett wäre auch unter der Würde des Kapitols!“" :D Oh Spud, hör niemals auf mit diesen Kommentaren! (Allein deshalb will ich ja, dass Virtus so weit wie möglich kommt, damit Spud ihm weiter doofe Witze erzählen kann, die beiden haben so eine herrliche Chemie, was das angeht!)

Killer-Hirsche, omg :'D Ja, das klingt doch sehr nach Kapitol, den armen Tieren einfach straight up Waffen auf die Köpfe zu packen. Und ich könnte mir gerade selber ein biiiischen auf die Schulter klopfen, weil ich mich angesichts des Kapiteltitels nicht völlig verschätzt habe. Zumindest die Mutationen sind da!
"Der Junge fängt Spuds Blick im selben Moment auf, in dem dieser sein Schwert hebt und auf einmal fühlt die Welt sich an wie der Pudding, der an den Vorbereitungstagen im Kapitol serviert wurde." - Ich mag Pudding-Vergleiche. Außerdem hab ich jetzt Lust auf Pudding ._.
Hahaha, sind es einfach die fucking Haare, die Spud davon abhalten, hier kurzen Prozess zu machen? Die Haare?! Oh Spud :D

Tja, im tiefsten Kern seines Herzens ist Spud doch ein Softie. Deshalb haben wir ihn alle doch so gern :D
Ich bin mal gespannt, wann er dazu kommt zu töten - an dem ob zweifle ich eigentlich gar nicht so, immerhin gewinnt er das und so ganz ohne eigenes Zutun kann ich mir das nicht vorstellen. Aber ich erinnere mich ja zum Glück auch nicht mehr an die Aussagen aus Alys' Geschichte darüber ;)

Einmal fehlt hier ein Wort: "nur weil nicht damit gerechnet hast, Emmy"

Hach, wie immer ein großartiges Kapitel, jetzt hab ich wieder etwas, worauf ich mich zwei Wochen lang freuen kann, das trägt einen doch auch ganz schön durch den Arbeitsalltag :)

Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße
Coro

Antwort von writer to be am 02.06.2022 | 14:15 Uhr
Hi :D Aaach, drei Gehirnzellen, mehr hab ich generell (zumindest diese Woche) nicht, das passt schon :D Ich hab mich auch so sehr über die Review gefreut, so viel kann ich jetzt schon sagen!

Ich hoffe, es war letztendlich nicht allzu tragisch, dass der Kapiteltitel recht ... nüchtern war. Genau das, was es war - dabei hätte ich das so schön nutzen können, fällt mir grad auf! Ja, Virtus' Haut geht ein bisschen kaputt, aber die Mutationen hätten auch Kleidung zerreißen können, Mensch! Mit der Erwartung an ironische Kapiteltitel muss ich also wohl brechen - "Schwanzvergleich" ist und bleibt aber wohl eh der, der Spud am besten charakterisiert, da mach ich mir nichts vor.

Ich denke, logisch betrachtet gibt es auch keinen Grund, Spud zu sponsern. Er ist nicht schwach, aber halt auch nicht der stärkste, er ist unterhaltsam, aber eher auf diese "love to hate"-Art. Leute gucken Reality TV für Streits, aber wenn es ein Wettbewerb ist, wollen ja auch die wenigsten, dass die Person, die es interessant macht, letztendlich gewinnt, die ist nur so lange drin, bis das Ärgern langweilig wird (schließe ich jetzt mal aus Social Media, ich schau kein Fernsehen, haha). Solange Spud also in den Spielen ist, ist es sicher irgendwie ganz lustig zum Anschauen, und da er halt nicht komplett unbrauchbar ist, wird dem Publikum auch bewusst sein, dass sie wohl eine Weile was von ihm haben, aber wenn es um den wirklich letzten Tribut geht, weiß wohl auch jede*r, dass er in einem Zweikampf von so ziemlich jedem Karrieretribut hops genommen würde :D Und persönlich bringt er halt nichts mit, das die Leute ihn wirklich so sehr lieben lassen würde, dass man die Logik aus dem Fenster schmeißen und auf seinen Sieg hoffen würde, sei das unglaublich tolles Aussehen oder irgendeine emotionale Geschichte oder ein Ziel oder so. Edgy teen vibes only go so far ...

Ich frage mich ja: Wie sehr kann man denn mit 15-18 (Finnicks Alter hab ich da mal bewusst rausgelassen, argh) überhaupt dahinterstehen, dass das eigene Image Sex Appeal ist? Klar sieht und kennt man in dem Alter schon einiges, hat das vielleicht auch ausprobiert, vielleicht hat man Erfahrungen mit mehr als einer Person, völlig valide, aber letztendlich sind das halt doch noch Teenager, die gerade in einem Staat wie Panem, der stark mit der Außenwirkung spielt, sicher beeinflusst sind, was das Image angeht. Es ist ja auch bei uns so, dass genug Menschen auch über dieses Alter hinaus denken, sie müssten irgendwas auf eine bestimmte Art und Weise tun, um so und so wahrgenommen zu werden, und dem dann eine große Relevanz zuweisen. Die denken vielleicht auch, dass das intrinsisch motiviert ist und wirklich von ihnen kommt, aber inwiefern ist das denn wirklich so, wenn da die Gesellschaft eine so große Rolle spielt? Selbst wenn sich ein Tribut nun also aussucht, sich halb auszuziehen, weil er*sie das vielleicht zuhause auch so macht oder was weiß ich, ist das fürs Fernsehen ja nochmal was anderes, und diese Image-Kiste und die Auswirkungen sind ja unterbewusst bekannt. Spud zum Beispiel ist ja auch absolut nicht zimperlich, was sein Sexleben angeht, er ist sogar noch irgendwo stolz drauf, dass Menschen zuhause wissen, dass er "jede haben könnte" (die Formulierung lasse ich unkommentiert, bis auf die Tatsache, dass ich hoffe, dass du weißt, dass diese unterschwellige Herabstufung nicht von mir kommt, sondern als Spuds gedacht ist), aber sein Image öffentlich darum zu basteln, der Gedanke kam ihm trotzdem erst im Moment der Not. Und auch Alys hat ja privat keine Hemmungen, was Sex angeht, aber diese Selbstsicherheit in ein Image umzuwandeln, liegt ihr trotzdem fern. Da spielt dann auch viel rein von wegen auf was man sich vielleicht reduzieren lassen will, aber selbst wenn gutes Aussehen oder Offenheit was sind, worauf man stolz ist, ist das im Kapitol selbst ohne das Wissen um die Prostitutionsweiterführung nochmal was anderes, selbst wenn man es denn reflektiert. Und, um wieder zum Anfang dieses viel zu ausschweifenden (weil emotionalen ...) Absatzes zurückzukommen, inwiefern kann das denn überhaupt schon jede*r reflektieren? In dem Alter sicher nicht alle, und es gibt garantiert genug alterstechnisch Erwachsene, die in genau dieselbe "Falle" des Kapitols tappen würden. Aber gerade, weil das so traurig ist, das Kapitol grausamer, als man hoffen mag, und man daraus so viel machen kann, mag ich Panem.

"nicht der attraktivste Tribut im Ring", omg :D Ne, sicher nicht, aber vielleicht der mit dem größten Ego :D

Glaubst du, das mit der Kuppel ist überhaupt bekannt? Haymitch "findet" das Kraftfeld als Begrenzung der Arena doch auch eher zufällig. Da Spud ein paar Jahre vor Haymitch in den Spielen ist, könnte es doch gut sein, dass den Menschen in den Distrikten noch gar nicht so unbedingt bekannt ist, was da die Arena begrenzt, und erst Haymitch das zufällig öffentlich macht. Theoretisch könnte es ja auch eine Mauer sein - oder gar nichts außer Spielmachern, die einen Knopf drücken, sobald sich jemand dem Rand nähert, wer weiß. Und Bilder kann man am Himmel sicher auch irgendwie anders einblenden als über das Dach einer Kuppel. Im Film sieht man da ja die "Felder" recht deutlich, aber steht im zweiten Buch nicht, dass das Flimmern von Kraftfeldern kaum merklich ist, dass man das nur sieht, wenn man Mühe gibt? Dementsprechend fühlt sich die Arena prä-Haymitch vielleicht diesbezüglich nicht unbedingt wie ein Käfig an. Ganz davon abgesehen kriegen die Spielmacher sicher irgendwie die Luft gefiltert :D Da ist ja ein Wald, egal wie künstlich, und der muss nach Wald riechen, einfach für den Vibe (dasselbe gilt für Umgebungen, die nicht biologisch Luft filtern können oder stark riechen, haha). Wie gesund die künstliche frische Luft ist, ist dann zwar immer noch fraglich, aber hey, Spud ist ja jetzt auch wirklich nicht Einstein :D

Ich bin all for Spud's chaotic bisexual energy <3 Inwiefern er das wirklich merkt (hab ja immer nur von Frauen geschrieben, mit denen er was hat) ist zwar fraglich, aber spontan ohne nachdenken drauf eingehen tut er jedenfalls so, dass man mal die Augenbrauen heben kann :D

Das wäre es doch mal, Hungerspiele, in denen die Tracker der Tribute auch füreinander gelten! Das wäre mal ein Jubiläum, könnte schiefgehen, könnte aber auch für interessante (Nicht-)Überraschungen sorgen. Oder ein bisschen anders, "richtige" Spuren? Auf jeden Fall mehr Offenheit, was die eigene Position angeht, dann gibt es vielleicht mehr Blut und das finden Kapitoler doch ganz toll.
Die Karrieros sind auch alle schon etwas angenervt - aber wie auch nicht, die Arena ist so groß, wie trifft man da überhaupt mal andere Tribute? Auch irgendwie ein seltsames System. Da packt man dann doch fürs Image noch alles an Selbstsicherheit aus, egal, wie logisch das vielleicht noch ist :D Wenigstens Nerio lässt noch durchblicken, dass sie über ihre Schritte nachdenkt.

Na klaro die Haare, mein schöner Aufhänger vom Anfang (und das absolut unnötigste, was es an Alys' Spud zu erklären gab, absolut niemand brauchte eine Backgroundstory dafür, wieso ein Dude Mitte 40 eine Glatze hat, lol; unterschwellige Parodie der Klischees who?!) :D Aber ganz davon abgesehen wohnt dem Ganzen ja dann doch mehr als nur Erinnerung an sich selbst inne, es ist ein Kind, und nicht mal ein kräftiger 18-Jähriger, der gern mit allem flext, was er hat oder nicht hat, kriegt so einfach Kinder getötet, da sucht man sich, wenn man unreflektiert ist, vielleicht auch einfach alberne Gründe, Hauptsache kein Befassen mit dem, was grade wirklich ansteht ...

Pudding, das wär's jetzt ...
Und danke für den Hinweis mit dem fehlenden Wort!

Bis dann!
Annika
17.05.2022 | 23:23 Uhr
Erstmal vorab: ich hab nicht auf das umgeschriebene Kapitel von Alys gewartet, um dich dann zu ignorieren lol ich hab's direkt gelesen und nachdem ich das einigermaßen verarbeitet hab (weil heavy stuff wtf) direkt noch die nächsten paar Kapitel hinterher, weil ich einfach keine Grenzen kenne. Das heißt, je nachdem wie masochistisch ich heute unterwegs bin und wie sehr ich meinen Schlafmangel ignorieren will, gibt's vielleicht heute noch ein Review bei Alys, aber jetzt erstmal zu Spud. Hab übrigens in Coros Review den Game of Thrones-Vergleich gelesen und seitdem ist Spud für mich eine ungesunde Mischung aus Theon Greyjoy und Tyrion Lannister ups.

Ich weiß gar nicht wieso, weil ja eigentlich nichts wirklich gutes passiert ist in diesem Kapitel (gut in Hinsicht auf Plot für Spud), aber irgendwie war das eins meiner favorites. Ich habs heute Mittag so zwischen Arbeit und Mittagessen schon gelesen und konnte richtig gut abschalten und eintauchen. Vielleicht weil Spuds Gedanken sich so langsam ein bisschen wenden und dieses "Ruhe vor dem Sturm"-Ding hat mir schon immer gefallen. Richtig random jetzt, aber früher bei Narnia, Herr der Ringe usw fand ich die Szenen immer am tollsten, wo alle ganz ruhig am Schlachtfeld standen und darauf gewartet haben, dass der Kampf losgeht. Einfach ein Vibe. Und obwohl in der Arena der Kampf schon lange angefangen hat, kriegt man immer mehr das Gefühl, dass es langsam auch unter den Karrieros losgeht.

Uuuund ich hatte Recht mit Kolga! Wollt's nur kurz erwähnt haben, weil ich es liebe wenn meine Prognosen aufgehen. Es war jetzt nicht unerwartet, aber ich hab mich trotzdem gefreut, als sie gestorben ist (weiß jetzt nicht, wie cool das so klingt lol)

Zircon hat also Angst vor Wasser, interessant. Und Spud ist sehr aufmerksam, den anderen scheint das gar nicht so aufgefallen zu sein, aber die halten sich wahrscheinlich eh für gut genug, dass denen egal ist, was die anderen so für Schwächen haben. Dadurch dass das so explizit erwähnt wurde hab ich ja direkt so Bilder vom Endkampf zwischen Zircon und Spud im Kopf, den Spud dann (obviously) gewinnt, weil er aus Zircons Angst einen Vorteil zieht. Aber Spud kann halt auch nicht schwimmen, also muss es eher sowas wie ein Versteck in der Nähe vom Wasser sein. Vielleicht mit Genny? Okay jetzt hole ich aber aus.

Wer war eigentlich das Mädchen mit den Zöpfen? Bin definitiv zu faul, um nochmal nachzulesen ob sie irgendwo erwähnt wurde. Ich meine, jetzt ist sie eh tot und im Endeffekt ist es egal, aber hat mich irgendwie interessiert.

Um nochmal auf Kolgas Tod zurückzukommen, ich find's auch so krass, dass die anderen das einfach gar nicht juckt. Also ja, die sind da um sich alle gegenseitig zu töten und best friends waren die jetzt eh nicht, aber dass die nichtmal ein Wort darüber verlieren find ich schon heftig. Aber gut geschrieben, also hab's gefühlt, dass Spud das ziemlich gruselig fand. Einfach weil die ja schon die letzten Tage mit ihr verbracht haben und sie irgendwie kennen gelernt haben und dann ist sie tot und keinen juckt's. Mit den Leuten will man doch seine Zeit in der Arena verbringen.

Puh, ich dachte eigentlich das Review wird länger, weil ich so viel Spaß beim Lesen hatte, aber ich glaub das wars schon wieder von mir und wir hören uns dann bei Alys wieder. Bis dahin! :)

Liebe Grüße
Maria

Antwort von writer to be am 18.05.2022 | 20:12 Uhr
Und nochmal hallo! :D
Ich liebe ja deine Intros, ich muss immer schon lachen, bevor du zum Kapitel kommst, "weil ich einfach keine Grenzen kenne" - absoluter mood bei Medienkonsum, haha.
Neee, Tyrion ist zu smart. Theon lass ich halbwegs durchgehen, aber ich würde eher sagen Euron Greyjoy :D Solltest du von mir eine Assoziation wollen - wenn auch nicht aus Büchern, sondern tatsächlich irl -, dann schau dir mal Interviews mit Liam Gallagher an. Das ist Spud, einfach nur desinteressiertes fuck it und zwischendrin mal ein dummer Spruch (und als ich die Gedankenbrücke hergestellt hab, hab ich mich ganz schön seltsam gefühlt, aber da war es ja schon geschrieben).

Das hier ist tatsächlich mein Lieblingskapitel aus der FF. Nicht wegen des Plots, sondern weil ich es irgendwie am lustigsten finde :D Aber ansonsten bin ich auch Team Prä-Schlacht-Vibes! In den wirklichen Schlachten ist mir immer meist zu viel durcheinander passiert, als dass ich die wirklich wertschätzen konnte. Aber ja, die Karrieros kommen hier langsam an ihre Grenzen. Wandern ist ja schon nervig, sie laufen, aber kommen irgendwie doch nicht voran. Und dann geht es doch Schlag auf Schlag, drei Tote in einem Kapitel, hoppla.

Kolga war schon sehr offensichtlich das erste Opfer :D Wie Spud hatte sie ja auch das Pech, nicht ihre liebste Waffe zu kriegen, aber generell war sie auch ein bisschen ... doof. Nicht schlecht trainiert, immer noch ein Karrieretribut, aber halt kein brainiac :D Aber ihr Tod konnte dann ja doch zeigen, was du auch schon gesagt hast: Dass Spud da nicht die empathischsten neuen Freunde hat und dass das immer noch ein Todeskampf ist, auch wenn man abends Karten spielt ...

Porter schickt Spud eine Wasserspritzpistole und so setzt er sich dann am Ende gegen Zircon durch! :D

Das Mädchen war einfach nur irgendein Wegwerftribut. Also die wird schon noch beziffert (Panems Distrikte sind ein seltsames Konzept), aber es ist niemand, der vorher schon mal erwähnt wurde, einfach nur ein Mädchen, das nicht ganz blöd war, dann aber Pech hatte, weil Zircon seine Schwäche als Stärke ausspielen konnte. Spud ist nicht so der Typ, der sich jetzt alle 23 Gegner merkt, er kennt außer den Karrieros und Genny einfach keinen einzigen Namn, aber der aus 7 hat ihm ja beispielsweise den Hammer geklaut, also die sind nicht alle unfähig (andere Protagonisten hätten den ein oder anderen vielleicht vorher als ernstzunehmend rausgesiebt und sich den Namen gemerkt, aber Spud fährt halt seinen eigenen Film, haha) - wie das in der Arena halt so ist :D

Ich fand das eine gute Review, don't worry! Danke für deine geteilten Gedanken!
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