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Reviews 1 bis 17 (von 17 insgesamt):
21.10.2022 | 16:42 Uhr
Hallöchen~

Jetzt wird es interessant... Das Wikinger-Ding ja, heute wissen wir, es heißt Starrköpfigkeit, nur klar, in dem Moment und der Lage, in denen Hicks sich befindet, ist es eine ganz andere Auslegungssache. Es hieß nicht nur ein Kämpfer zu sein, sondern für sein Volk gegen die Drachen zu kämpfen. Mich erstaunt gerade viel mehr, dass Hicks im Vergleich Drache gegen Wikinger, die Menschen scheinbar viel mehr fürchtet. Na gut, diese haben Waffen. Der Drache ist dagegen... ein nur tödliches Naturphänomen. Und es bedeutet vor allem Veränderung. Das ist natürlich der zugrundeliegende Konflikt in dieser Geschichte, aber warum unbedingt auf eine Seite schlagen? Für die Drachen zu sein heißt ja im Idealfall, über sie aufzuklären und zu vermitteln. Frieden zu schaffen. Aber ja, das Setting schließt das erst mal aus und damit stehen – sicherlich überspitzt ausgedrückt – Kämpfe und Schlachten auf der Tagesordnung. Auch eine Art der Kommunikation... und ein ständig neu befeuerter Brandherd. Ich denke mal, dass sich diese FF im Laufe der Zeit noch etwas mehr von dem Kinderfilm-Image entfernen könnte. Aber diese Sache mit der Erlösung... ja, da muss jemand ganz dringend aus dieser Spirale der Einsamkeit gelangen.

Ich finde den Beginn der Erzählung vom Geschehen im Talkessel sehr gelungen, man kennt die Szene, wird aber nicht direkt mit seinem eigenen Vorwissen konfrontiert. Es wirkt mehr atmosphärisch. Im Laufe verliert sich das allerdings wieder ein bisschen und gerade, wie der Drache dann auftaucht, Hicks und der Nachtschatten sich annähern, merkt man sehr die bloße Nacherzählung. Um es an dem Satz aufzuzeigen, mit dem ich irgendwie auf einmal raus war: „Auf einmal setzte er sich harmlos hin und verlor, ihm gegenüber, sämtliche bedrohlichen Einstellungen.“ Wie setzt sich jemand harmlos hin? Hier fehlen also die Beschreibungen, die diese Feststellung, dass der Drachen auf einmal auf Hicks sehr harmlos wirkte, festhalten und auch die möglichen Emotionen dazu. Es ist hier mehr der Schreibstil, der die Szene als ungefährlich erklären möchte, nicht die Stimmung an sich, die das tut. Also wieder Kleinigkeiten... Gegen die Stelle an sich kann ich nicht so viel sagen. Es sind halt Schwankungen und zwischen diesen Passagen, die dir durchaus gelungen sind. Ansonsten ist die Füllwörterdichte schon enorm.

Ich habe nachfolgend nur noch mal ein paar Bespiele.

"Es war wirklich zum Kotzen" Nichts gegen Phrasen in Maßen, aber hey, das nächste Mal beschreibe es doch. Die Überwindung, der Kampf, bis ihm das Abbeißen überhaupt erst mal gelingen möchte. Und der Geschmack...? Es ist ja mehr was er tut, was hier beschrieben steht und nicht, was er fühlt oder schmeckt. Ich will mich genauso ekeln, okay? :D

Aber wie schon geschrieben, man merkt den Charakter der Nacherzählung, weil du dich schon zu sehr an diese hältst und einfach die Szene in korrekter Reihenfolge wiedergibst. So hast du stehen: „Irgendwann hatte sich der Nachtschatten mit seinem Schwanz um einen Baum der im Talkessel ziemlich schief wuchs, gewickelt und seine Flügel zum Schlafen angelegt. Hicks beobachtete den Drachen dabei aus der Ferne und saß auf dem Stein, wo der Drache ihn vorhin darum bat den Fisch zu Essen. Hicks drehte sich weg.“ Mach dich davon freier, dem exakt zu folgen. Bereits öfters hätte ein Auslassen einer bereits bekannten Stelle der FF gutgetan, indem man eben ein Geschehen hätte durch Hicks' Gedankenwelt Revue passieren lassen. Das habe ich nur genauso schon mal geschrieben. Manchmal nimmst du es zu genau. Darum habe ich es als Beispiel ein wenig umgeschrieben. Exakt dieselbe Szene und so an sich noch immer deine Worte. Nur nicht mehr so sehr an die korrekte Reihenfolge der Szenenbilder gebunden. „Hicks beobachte den Drachen aus der Ferne. Der Nachtschatten hatte sich mit seinem Schwanz um einen (inmitten des Talkessels) schief gewachsenen Baum gewickelt und die Flügel zum Schlafen angelegt. Hicks drehte sich weg. Im Gegensatz zu dem Drachen hatte er sich in der (vergangenen) Zeit nicht sonderlich von der Stelle bewegt, doch dafür auf den Stein gesetzt, an dem der Drache ihn darum gebeten hatte, den Fisch zu essen.“ Ein wenig mehr aus dem Inneren des Charakters schreiben, als nur von außen betrachtet. Gerade dieser Schlüsselszene hätte dies noch so viel mehr gegeben.

Übrigens sehr schön. [...]und des Rätsels Lösung war, dass es Narben gab, die der Krieg zwischen Wikingern und Drachen verursacht hatte, aber wenn man diese umging… war es möglich in Frieden miteinander zu leben.[...]

„der junge Haddock„ hast du zweimal nah nacheinander geschrieben. Hier hättest du es einfach weglassen können. „Und mit einem Mal spürte er eine schuppige Schnauze in seiner Hand. Den jungen Haddock durchströmte mit einem Mal ein unglaubliches Gefühl.“ Und auch das zweite „mit einem Mal“. Also: „Und mit einem Mal spürte er eine schuppige Schnauze in seiner Hand. Ein unglaubliches Gefühl fing an, ihn (durch diese [Geste/Berührung]) zu durchströmen.“ Es ginge halt auch nur diese, weil es sich dann noch immer auf die Hand im Vorsatz bezieht.

Gut, nun haben sich die zwei. Ich muss endlich nicht mehr darauf achten, nicht Ohnezahn zu schreiben. Schließlich hätte Hicks ihn ja auch anders nennen können. ;)

Dieses Review ist auch mal ein wenig kürzer, oder es kommt mir gerade zumindest so vor. Egal.

Man liest sich.


Ankh

Antwort von danielhelmutbellmann am 28.10.2022 | 07:47 Uhr
Hallo Ankh,

Und noch einmal danke für ein, zwar in meiner Wahrnehmung nicht kürzeres, aber umso schöneres Review.
Ich kann dir versichern, dass sich die FF im Laufe sehr weit vom Kinderfilm-Image entfernen wird, vor allem in Bezug auf Hicks.
Vielen Dank aber für die kritische Betrachtung meiner Erzählung der Geschehnisse im Talkessel. Genau wegen so etwas schätze ich deine Reviews so sehr (und natürlich wegen der ehrlichen Kritik, aus der ich viel für meine Schreibweise lernen kann).
Wegen der Sache mit den Narben aus dem Krieg: ich habe die Szene immer als Test/Rätsel für Hicks gesehen und habe das immer als Lösung interpretiert, die Ohnezahn von Hicks wollte.
Und zum Namen: Ich würde es mir nie anmaßen, Ohnezahn umzubenennen (bei Geschichten, die es machen, verstehe ich es auch nur, wenn die Geschichte von Grund auf eine andere ist), denn seien wir mal ehrlich: Es gibt keinen besseren Namen für diesen Drachen, als Ohnezahn! (sorry, an die, die es nicht so sehen, aber das ist meine Meinung).

LG danielhelmutbellmann
17.09.2022 | 16:56 Uhr
Hallöchen~

Ich merke, wie ich der Nacherzählung im Moment ein wenig überdrüssig bin, weil das ist wohl der Grund, warum ich so angestrebt bin, meine Reviews gegenwärtig etwas kurz zu halten. Aber das ist an der Stelle nicht als reine Kritik gemeint, sondern ist nur eine einfache Rückmeldung und hat in der Tat mehr mit den eigenen Lesepräferenzen zu tun. Trotzdem lese ich... und das hat einen anderen Grund, denn ich im Laufe des Reviews sicherlich noch mal aufgreifen werde. Ich meine, wenn ich was konstruktiv anmerken kann, sind das eben diese oder jene Umsetzungen von Schreibtechniken. So allmählich werden es damit nur immer mehr Fehler, von denen ich mir sicher bin, sie schon einmal erwähnt und an ähnlichen Beispielen aufgezeigt zu haben, und da ich an der Stelle nur ein Review schreibe und nicht etwa zusätzlich beta, mein für mich paradoxes Vorgehen zurzeit, mich eigentlich nicht zu wiederholen und darum kurz halten zu wollen. Paradox eben, weil ich dir damit zutrage, wenn ich nicht viel zu genau hinschaue, ich deine Geschichte erst mal als äußerst angenehm zu lesen, was heißt leicht zu lesen, einstufe. Zusätzliche, winzige Schreibtricks und Kniffe jetzt mal hin und her. Jede Geschichte hat mal schwächere und dann wieder stärkere Kapitel, allein von der Handlung her. Ich kenne das Geschehen bis hierher ja und darum möchte ich da innerlich immer etwas schneller durch, als es mir am Ende gelingt. Was wie schon geschrieben, aber auch seine Gründe hat. Ich kann jedenfalls nachvollziehen, dass Hicks diese Trainingsmethoden mehr als nervig empfindet und sicherlich ist er da nicht der Einzige.

Was mir auffällt, ist, dass du, was eine Person im nächsten Moment innerhalb eines hektischen Geschehens oft verlautbart, sehr grob vorwegnimmst. Fließtext und Dialog fließen bei dir dadurch nicht immer so in einander, es kommt zu vielen Ankündigungen. Zum Beispiel: [...]denn er hörte diesen nur einen Moment später etwas rufen. „So langsam zweifele ich ein wenig an deiner Lehrmethode!“ Erst jetzt?, dachte sich Hicks[...] Alternativ: [...] „So langsam zweifele ich ein wenig an deiner Lehrmethode!“, hörte er diesen nur einen Moment später rufen. Erst jetzt?, dachte sich Hicks[...]

[...]Da bemerkte er auf einmal wie alle an ihm vorbeiliefen und auch Grobian warnte ihn. „Achtung[...]

[...]lästerte Taffnuss auf einmal, wo ihm seine Schwester aber widersprach[...] Aber da argumentiere ich jetzt auch ein bisschen in zwei Maßen, denn wir sind ja in einem Kampf und die ankündigenden Sätze sind für die Dynamik da, die sind das „Plötzlich“ und „Auf einmal“, „die Drehung um 180 Grad“ des Sichtfokus und ein paar Mal darf das sein. Mein Eindruck während des Lesens war, dass es nur auf den ganzen Umfang dieser Szene gemünzt, etwas zu oft war.

Hier fand ich es wiederum toll: [...]Er sah sie auch wütend an, richtete sich auf und noch während sie von ihm wegging, wurde er laut. „Ich bin nicht der[...] Wahrscheinlich hat es da also auch was viel mit der eigenen Auffassung zu tun. Da ist in meinen Augen nur die Schwere, eben diese Kehrtwende, sowas wie ein Aufflackern und das liest sich dann einfach nur echt gut. Btw, dieser Satz, den Hicks ihr da hinterher brüllt... Das ist mal ein noch anderer Interpretationfreiraum schon allein vor dem Hintergrund, wie Astrid in dem Moment mit ihm umgegangen ist. Sie hatte ihren Weg schon Jahre vorher gewählt. Diese Einarbeitungen sind es, die es mir letztlich immer wieder so schwer machen, - wenn auch auf eine positive Art und Weise – nur über den Text zu fliegen. Das sind die Gründe, von denen ich jetzt ein paar mal schon schrieb. Vielleicht gehst du damit nur noch etwas zu sparsam um, wenn diese Momente noch zu überraschend irgendwie aufpoppen (oder mochte das zum ursprünglichen Zeitpunkt des Kapitels noch zutreffen). Also, Hicks‘ Wut ist in dem Moment auf jeden Fall total nachvollziehbar.

„zumal er auch nicht alles erzählt hatte“ ← Oh ja. Noch so eine Stelle übrigens, das ganze Gespräch zwischen den Männern, wodurch man endlich mal wieder sehen kann, wie du, von dem eng vorgegebenen Gefüge frei, schreibst.

Selbiges trifft auf die Szene darauf zu. Und zu Astrid... ach, komm, muss ich dazu wirklich was schreiben? Im Moment kommt es mir vor, dass eher sie was zu verheimlichen hat (was natürlich auch daran liegt, dass Hicks der Hauptprotagonist ist und seine Gedanken uns damit viel bekannter sind). Da hat Rotzbakke sich aber tief reingekniet. Ich meine, jetzt wirklich, ein Handkuss? Ich habe sogar kurz überlegt, ob ein klassischer Handkuss gemeint war oder einer dieser mit der Hand zugeworfener, da so ein bisschen die Umschreibungen fehlten und was die Jugendlichen gerade überhaupt taten und mir dadurch ein verfolgbares Bild abhanden war... aber egal, ich könnte ihre Reaktion bei beidem verstehen und ich glaube, du meintest in dem Fall, was da wirklich steht.

Gut, was die Vorsituation um den winzigen Eklat zwischen Hicks und Astrid angeht: Tatsächlich ist es doch so, dass sich beide nicht doll angestellt haben, nur auf unterschiedliche Art und Weise und Hicks eben, kurz bevor es zu dem Vorfall kam, indem er da immer wieder ein Plauschen mit Grobian einlegen wollte. Und klar kann man das auf den Stress schieben, was wieder herleitet, dass er was vor ihr verbergen muss oder mit etwas beschäftigt ist, wovon sie nichts weiß und das sie nun herausfinden möchte (wird. Wir wissen ja, worum es da geht). Na gut, mal schauen wie das nächste Vorhaben, wann auch immer es stattfindet, dann ausgeht. Mir schwirrt gerade so eine mögliche, bekannte und sicherlich auch änderbare bzw. ergänzbare Szene durch den Kopf. Ich werde sehen, ob ich richtig oder total daneben liege.

Bis dahin,

Ankh

Antwort von danielhelmutbellmann am 20.09.2022 | 18:21 Uhr
Hallo Ankh sun Amun,

ich werde dir privat antworten.

LG danielhelmutbellmann
12.09.2022 | 13:48 Uhr
Ein ganz schönes Kapitel. Aber es gibt einen Fehler wie ich finde. Hicks der schmächtige, schwache, beinahe unterernährte Zwerg, Gewinnt gegen elite Soldaten? Das glaube ich jetzt eher nicht. Das ist wohl sehr unwahrscheinlich oder wahren die Gegner alle Betrunken? Ansonsten hat sich das Trainig etwas vom original verändert. Und wie funktioniert das mit den Stäben und Kraftansammlung eigentlich? Blut kann aowas nicht, außer es ist Magie. Ist es denn Magie? Das Schwert von Hicks, schöne Funktionen, aber wieso mit Nachtschattenspeichel befüllen? Um den Gegner zu verletzten und gleich danach zu heilen? Etwas naja merkwürdig. Zum heilen wäre ein Krug mit Speichel besser. Die Idee mit dem Wald fand ich schön, erinnert mich an die Szene mit Astrid, wo sie beinahe eine Axt auf Hicks geschmissen hätte. Das Geheimnis um liv geht weiter, ich glaube sie liebt Hicks und ist für den Tod von Hicks 2 oder 1 verantwortlich.

Noch eine schöne Tageszeit.

Antwort von danielhelmutbellmann am 12.09.2022 | 22:18 Uhr
Hallo Nachtschatten23,

auf dieses Review werde dir privat antworten.

LG danielhelmutbellmann
12.09.2022 | 13:06 Uhr
Ein schönes Kapitel und endlich hatte ich die Zeit es zu lesen. Gut Hicks hat alles überstanden. Das ist schon mal was. Das mit dem Ritual ist glaube ich neu zumindest die Erwähnung vom Goldschatten. Wie Hicks sich wohl im Wettfliegen schlägt?

Ps: Ein saufkapitel wäre schon schön gewesen. Vorallem wenn Hicks sich an gar nichts erinnert und ordentlich Blödsinn gemacht hätte.

Noch eine schöne Tageszeit.

Antwort von danielhelmutbellmann am 12.09.2022 | 22:14 Uhr
Hallo Nachtschatten23,

freut mich, dass dir die Kapitel weiterhin gefallen. Ja, das Ritual ist neu, weil ich damit auch die Mythologie der Nachtjäger weiter ausbauen wollte. Tja, wie Hicks sich gegen die Nachtjäger im Fliegen angestellt hat, überlasse ich jedem selbst.

Ja, ich weiß, dass ist eigentlich Gang und gebe ist und für gewöhnlich bin ich auch dafür zu haben ;-) Aber ich bin der Ansicht , dass dieses schon durchaus leicht toxische Thema in einer eher lehrreichen Geschichte nichts zu suchen hat. Erwähnt wird es schon, aber richtig gezeigt in den Kapiteln habe ich es nicht vorgesehen. Sry.

LG danielhelmutbellmann
27.08.2022 | 13:55 Uhr
Hallöchen~

Grad mal der zweite Satz… Doch du hast aber auch so eine Veranlagung, einen Satz nach Möglichkeit immer mal wieder etwas anders als nur einfach zu gestalten, versteckt, doch es ist da. Auch nicht mal besonders komplex. Das ist jetzt kein Kritikpunkt, sondern mir bloß aufgefallen. Ich habe zur Abwechslung wirklich mal vor, nur halbwegs normal zu lesen. Ja, ich möchte tatsächlich mal nicht so viel schreiben, das hat nur nichts mit deiner Geschichte zu tun, sondern mit meiner Zeit.

Also wie fasse ich meine Eindrücke jetzt möglichst kurz zusammen? Mir gefällt auf jeden Fall der Gedankenfluss Hicks‘, wie auch mehrere Betrachtungsweisen der Situation aufgegriffen werden. Da wäre, wie die Wikinger die Drachen sehen, wie Hicks sie bisher sah und eigentlich sieht und doch aus dem letzten Geschehen nicht schlau wird. Und zugleich eine Selbstprojektion, wie Hicks sie selbst sieht, sich ja selbst schon für sein Verhalten schalt und meint, der Drache mit ihm hätte umgehen müssen. Dass halt diese Herleitung entsteht und er sich fragt, ob er bisher einfach nur irre viel Glück darin hatte, es aus brenzligen Lagen zu schaffen oder ob es einen anderen Grund hatte, dass er am Leben gelassen wurde. „Die Götter treiben ihr Spiel mit mir“, würde ich wohl sagen. Er hätte theoretisch schon zweimal sterben sollen… Er wirkt auch echt verwirrt, weil er unentschlossen wirkt, ob er sich darüber überhaupt freuen oder wütend sein soll. (Klar kann er froh sein, Hicks‘ seelischer Zustand scheint an der Stelle nur entsprechend, und wenn das vielleicht auch nur episodisch, vorbelastet. Doch es tritt Änderung auf. So ist es ein nun sich anbahnender Wandel auf mehreren Ebenen.)

„Das war ganz schön blöd“ ← sehr schön aufgegriffen und in seiner Bedeutung weiter ausgearbeitet.

Diese verborgene Sicherheit, dass der Nachtschatten ihm nichts tun würde. In Bezug auf den Prolog kommt mir so die Frage auf, ob das eine tiefere Ursache hat.

„Hicks konnte ziemlich gut zeichnen, da er dies, unter anderem wegen seiner Erfindungen, sehr oft tat.“ ← Habe ich es übersehen, oder fehlt die Stelle? Aber wann hatte Hicks seine Zeichenutensilien herausgeholt? Und „Doch auf einmal fiel ihm sein Stift herunter. Er war ihm, als er gerade in Gedanken war, vom Finger gerutscht und fiel in den Talkessel hinein.“ Das liest sich in der Abhandlung etwas komisch, fast so, als würdest du etwas zweimal hintereinander beschreiben. Dann habe ich hier hoffentlich den letzten Abschnitt, der mir etwas auffällt, ich wollte ja gar nicht so viel schreiben:

[…]Erst das Geräusch vom Zufallen der Tore machte ihm deutlich, wie dumm er sich wieder mal angestellt hatte.
Hicks blieb daher allein zurück. Manchmal fragte er sich schon[…] Das ist mir zwar schon eher einige Male aufgefallen, doch hatte ich noch keinen Grund gesehen, es aufzubringen. Wir wollen die Dinge ja nach und nach angehen. Und zwar nutzt du gerne mal Wörter, die die Absolutheit und das Leben oder meinetwegen auch den Fluss an Geschehen aus dem Satz nehmen, Füllwörter, wenn du einen Gedanken-/Sinnwechsel mit einem neuen Abschnitt herbeiführst. Besser lesen lassen würde sich hier wirklich: […]Erst das Geräusch vom Zufallen der Tore machte ihm deutlich, wie dumm er sich wieder mal angestellt hatte.
Hicks/Er blieb allein zurück. Manchmal fragte er sich schon[…] Das „daher“ darum mal herausgenommen und nur von meinem Lesegefühl her, würde ich zu „Er“ anstatt „Hicks“ tendieren. Erzählerisch wärst du damit mehr im Jetzt und wirkt es weniger, als würde was passiert, in dem Moment nur zusammengetragen.

„Es gab so gut wie nichts, was sie nicht zusammen machten.“ ← nicht zusammen gemacht hatten. Vergangenes. Und wie kommt es, dass ich gerade wieder so viel schreibe, argh! Aber ist mir hier auch noch was aufgefallen. Ich möchte es jetzt nicht ganz zitieren: […]und sie war auch der Ansicht, dass sie dem Ganzen dieses Mal wie verbale Entschuldigung schuldig war.[…] Ich denke, das „wie“ sollte „eine“ heißen, oder was wolltest du sonst aussagen?

Was Astrid angeht, verbleibe ich mal weiterhin mit meinen Anmerkungen aus meinem letzten Review. Und ich merke gerade, ich versage mal wieder in meinem Vorhaben...

[…]Als er schließlich weiterblätterte, sah er, dass es neben den Bekannten auch noch komplett andere Drachen gab, von denen er noch nie gehört hatte[…] Aus dem folgenden Monolog müssten der Gronckel und der Zipper eigentlich gestrichen werden, damit die Aufzählung bei den ihm bisher nicht bekannten Drachen bleibt.

Dass kein Drache gefährlich war, außer er wurde provoziert… Ich würde ja soweit gehen, es mehr „weltmännisch“ zu sehen. Wie die persönliche Situation und Entwicklung, so das Verhalten. Außer Provokation käme also noch Not in Frage. Aber nur ein Gedanke, nicht als Kritik oder so gemeint.

Ja, vielleicht kommen da noch einige Erklärungen. Wie gesagt, auch in Rückblick auf den Prolog. Meine abschließenden Worte zu Hicks‘ letzten Gedanken in dem Kapitel. Ich konnte mich ja wieder nicht beherrschen und habe mehr gesehen und aufgefasst, als ich eigentlich wollte. Übrigens auch eine Gelegenheit, jemanden scheitern zu sehen. ;)

Bis dahin.


Ankh

Antwort von danielhelmutbellmann am 28.08.2022 | 16:57 Uhr
Hallo Ankh,

bezüglich der Länge ist das überhaupt kein Problem für mich. Ich freue, ich immer, wenn du meine Kapitel sehr detailliert, und umfangreich auseinandernimmst und kritisch beäugst (Auch wenn du bei manchen Sachen geschrieben hast, dass es nicht so wirken, sondern nur eine Anmerkung sein soll, nehme ich es dennoch als Anlass, mich in diesen Punkten zu verbessern). Auch wenn du dich, was das Lesen der Geschichte betrifft, noch in der Nacherzählung befindest, stimme ich dir zu, dass dort zwar (z.B. im Prolog) viele Fragen aufgeworfen werden, vieles im Nachhinein aber mal mehr, mal weniger direkt aufgeklärt wird.

Jedenfalls vielen Dank für ein neues umfangreiches Review deinerseits.

LG danielhelmutbellmann
25.07.2022 | 19:30 Uhr
Hallöchen~

Ich habe das Kapitel vorweg mit einem schnellen Auge überflogen und dachte mir, gut, auch wenn ich so bereits einen Punkt gefunden habe, den ich ansprechen möchte, halte ich dieses Review nach Möglichkeit mal kurz – wirklich. Gut. Weil ich das Lesen jetzt auch mal in eine Pause eingeschoben habe. Das behaupte ich immer, tue es bloß nie. Nur vielleicht klappt es ja diesmal. Ich dachte mir nur, Drachentraining, das kennen wir ja und darum habe ich hier Gelegenheit einfach mal nur zu lesen, wenngleich ich zugeben muss, es mir gerade auch ein wenig schwer fällt. Da wir uns immer noch sehr in der Nacherzählung befinden, und ich lese eigentlich noch dazu recht wenig diese „Was wäre wenn“-Storys. Hier ist der Anfang halt sehr lange noch recht unverändert. Das ist eine Herausforderung, das dann ansprechend zu schreiben. Nur da hatte Hicks ja ein ihn durchrüttelndes Erlebnis und wenn es auch wundern mag, ich finde den Übergang von dem in die nächste Szene, na gut, in das neue Kapitel, so gar gut. Keine noch großartige Gedankengänge darüber, das ist nun mal auch nicht in jeder Situation der Fall, dass man das alles überhaupt so schnell verarbeiten kann und der Schock hat einen so einige Zeit noch im Griff.

Hm… Auch interessant, dass es nicht zwischen ihnen harmonieren würde, weil Hicks nie auf seinen Vater hören würde. Kommt ja oft vor, was aber daran liegt, weil Haudrauf nicht die ihm nächste Bezugsperson für Hicks sein kann. Wozu keine so starke Bindung besteht, gegen das lässt es sich leichter rebellieren, sag ich jetzt mal einfach so. Und klar vereinfacht ausgedrückt. Mein Vater dürfte an der Stelle wohl anerkennend nicken. Aber schön aufgegriffen, die Stelle aus dem 3. Film. Ach, Vergessen ist nicht möglich. Nicht unter Konstruktionsbedingungen wie diesen. Das Problem ist nicht das Sich neu verlieben, vor allem geht es um Vermissen. Es ist gerade das Sich erinnern können und sich, sobald man etwas Glück verspürt, hinterher womöglich Schuldgefühle aufzubürden oder eben so sehr zu trauern, dass das Empfinden von positiven Gefühlen dem Thema gegenüber gar nicht so möglich ist. Eine schwierige Situation für alle Beteiligten, wenn Kinder mit im Spiel sind. So, viel geschrieben, doch dafür möchte ich die nächste Szene einfach mal überspringen, wenn man mich lässt… ;) Gelesen wird schon, nur dann nichts dazu geschrieben.

Franziska, ich muss echt noch mal hinterher googlen, was die für Eigenarten hatte. Haha. (Vorsatz ward des übrigen eiskalt gekillt.) Ich weiß, dass eine Axtart so heißt, aber der Name haut einen ja mal so was von raus. Ja, meen Jung, egal was passiert. Franziska ist bei dir. :D

„Du deutest auf alles an mir!“, brachte Hicks wieder den gleichen Satz… ← Auch hier, welchen gleichen Satz? Wem gegenüber denn? Die Stelle ist nun ja schon wieder ein klein wenig her.

[…]Die 15-Jährige müsste ihm wie immer aus dem Weg gehen und sich ihm gegenüber kühl verhalten[…] Warum denn müsste, was wäre denn dann? Anscheinend hatten sowohl Astrid und Hicks mal davon geträumt, gemeinsam in der Arena zu stehen. Mich würde es nicht wundern, wenn es da so ein paar Fehden unter den Familien gäbe, dass sie das denkt oder ist zumindest der erste Gedanke, der mir gerade so in den Sinn kommt. Interessante Ansichten, den auch Astrid zustimmt. Ich wäre nun nicht so scharf darauf, mich von einer Kralle zeichnen zu lassen, aber für sie wäre es etwas, dass sie als Kriegerin auszeichnet. Zu einen den „Kriegern“ Angehörigen, weil das dürfte wohl die Hauptmotivation sein, ihre Haut durch Narben zu entwerten und zugleich aufzuwerten. Um als Frau und gerade nicht als solche, ernst genommen zu werden. In dem Fall darf sie es sich wirklich nicht erlauben, hinten anzuhängen. Sie muss die Beste sein. Weswegen sie wieder ihre Gefühle für Hicks leugnen könnte. Für sie steht zu viel auf dem Spiel. Sich zu verlieben oder einem Jungen hingezogen zu zeigen, würde darum nur weiterhin eine Angriffsfläche bieten.

Du stützt dich während des Drachentrainings sehr auf dem Dialog, was schade ist, weil das ist mit dem Geschehen, das, was wir ja am meisten kennen. Also die Leser, die die Filme/Serie kennen. Das Geschehen mehr zu beschreiben, klar, kann einem genauso langweilig erscheinen und hätte hier nicht zwangsläufig sein müssen, wichtiger sind hier eher die inneren Perspektiven. Denn was passiert und gesagt wird ist dir auf eine Art und Weise vorgegeben, Abweichungen hast du hier nun ja noch gering. Ich hätte hier ein Herausnehmen mancher gesprochener Sätze als gar sinnvoll erachtet, alles andere erschwert das Pacing. Und so kommst du in die Lage, so viele POVs nutzen zu müssen. Der Reiz ist der, ja so zu schreiben, Handlungen nachvollziehbar zu halten, obzwar nicht auf jede Perspektive einzeln eingegangen wird. In solchen Fällen wird auf die Wahrnehmungen anderer gesetzt, es werden die Verhaltensweisen gedeutet, um eine Ahnung von dem Innenleben einer anderen Person zu erhalten. Allein dadurch, wie ihre Körpersprache auf einen wirkt, zum Beispiel. Das kann mehr über einen aussagen, als was er meint, zu tun oder denkt. Das ist der Punkt, der mir schon beim Überfliegen ins Auge gesprungen war. Die POVs eben. Grundsätzlich erst mal nichts Schlechtes, aber ich bin kein Fan davon. Erst mal wird man immer etwas aus der Szene gerissen und an eine andere Stelle versetzt. (Ist der Sinn, ja, aber ist es über den Zweck mal hinweg gedacht, besonders angenehm? Wenn es eben nicht nur einmal passiert und ständig hin und her geht. Es zerreißt den Lesefluss und die Szene selbst, meiner Meinung nach.) Zweitens zeigen die POVs selbst, wie ausgereift eine Geschichte in ihren Bestandteilen ist. Wenn viele gebraucht werden und sie dazu noch kurz sind, ist das meist ein schlechtes Zeichen. Ausnahmen bestätigen da klar die Regel. Bei dir häufen sich die Abstände und damit auch die Anzahl zum Ende hin. Aber zu einem, vielleicht noch einen zweiten Wechsel hätte ich nicht so viel zu sagen, dagegen nun aber ja auch nichts. Ich mag‘s nur echt nicht. ;P Ich kann nur Tipps geben, dass sich das am Ende etwas ausgewogener liest.

(Als hätte jemand Astrid beauftragt, ein Auge auf Hicks zu werfen. Dass ihm auch ja nichts geschah. Ja, die Gefühle, die Gefühle.)

Das ist jetzt keine Kritik, aber manchmal frage ich mich ja zwangsläufig, wie ich entschieden hätte, etwas darzustellen und mir scheint die Vorstellung verlockend, den Dialog zwischen Haudrauf und Kotzbakke stets nur als diesen darzustellen. Ohne weitere Umschreibungen, keine Begleitsätze. Aussagekräftige Sätze, die sozusagen im Schwarzen, Verborgenen stattfinden und in der Lage sind, etwas Geheimnisvolles in der Geschichte zu streuen, die wir ja eigentlich alle bis hierher kennen. Oder auch sowas wie einen Countdown, weil man merkt, da bannt sich was hinter der Fassade an. ;)

Jetzt musste ich das Review doch später weiterschreiben. Die Pause hatte nicht gereicht. Was soll‘s.

Man liest sich

Ankh

Antwort von danielhelmutbellmann am 26.07.2022 | 10:21 Uhr
Hallo Ankh,

ich werde dir wieder privat antworten.

LG danielhelmutbellmann
06.07.2022 | 17:56 Uhr
Hallöchen~

Ja, ich melde mich wieder. Manchmal braucht es auch, bis ich mal weiterlese. Ich höre zumindest nicht grundlos auf, eine FF oder Geschichte zu lesen – alles andere ist RL und wie die Zeit daherkommt und Interessen gerade liegen. Und ich werde alt, denn ich musste gerade tatsächlich noch mal nachsehen, ob Hicks den Nachtschatten in der Geschichte bereits abgeschossen hatte bzw. ob er das überhaupt getan hatte. Also falls mein Review dieses Mal nicht so akkurat ausfallen sollte: Selten, doch kommt auch mal vor.

Es gehen mir wieder einige Gedanken durch den Kopf, wie etwa, ob Hicks von sich selbst denken würde, dass er ja gerade ausgerissen war, womit der Umstand erklärt wird. Meine Gedanken, der erzählerischen Korrektheit zu Gute, gingen da eher in die Richtung, dass Hicks das durchaus denken kann, wenn es von ihm weiter von Relevanz ist. Aber warum denkt man denn daran? Weil das wieder Ärger geben würde, oder etwa nicht? Also Gründe hat, wieso diese Gedanken und Information gerade von Belang scheinen. Den Ärger, auf den man bereits gefasst ist oder dieses Mal zu verhindern oder umzukehren beabsichtigt. Wenn das gerade nur nicht seine Gedanken sind, ist es eine Information ohne Relevanz. In dem Augenbblick, versteht sich. (Denn Edit: Später schreibst du das ja noch mal, was somit eine Doppelung ist, aber vor allem, in meinen Augen in dem Moment viel eher angebrachter, kurz aufgebracht. Und durch.) Hauptsächlich sucht er ja nach dem Drachen, das ist nicht unbedingt der erst zweite Grund. Und ich finde die Handlung ja gut nachvollziehbar (sehen wir von ab, dass es noch der 1. Film ist, es gibt auch nicht so gelungene Nacherzählungen, zu welchen ich diese nun aber nicht zähle), nur fehlt in der Erzählweise ein oftmals persönlicher Einschlag. Eben, dass man Hicks ohne Mühe wiedererkennt, entweder daran, wie er sich verhält, seinen Gedankengängen oder all dies von dem Erzähler beschrieben wird, doch die Eigenarten Hicks‘ dabei beachtet werden. Atmosphäre findet sich nicht nur in Umgebungsbeschreibungen eben wieder. Hier liest es sich für mich so, dass ich den Charakter zwar kenne oder weiß, wie er sich meiner eigenen Auffassungen nach verhält und ist, doch eigentlich könnte wie dieses Kapitel beginnt, über jeden geschrieben werden. Das, was beschrieben wird, hier nun mal der Charakter, was dieser erlebt hat und wie er damit umgeht, ist im Prinzip durch jede Person austauschbar und nicht unverkennbar gleich Hicks(`Árt). Nicht, dass es nicht jeder sein dürfte. Nur… vielleicht ist das auch echt eine Geschmacksfrage, ich brauche es nicht oder kann viel mehr nichts damit anfangen, mich durch eine andere Person zu betrachten. Keine Ahnung, ob das so von dir beabsichtigt ist oder ein Hinterstübchen hat, dass es sich für mich so liest. Dann kann es auch nur an mir liegen, wer weiß. Und nicht, dass ich nicht sagen würde, ich wäre nicht in der Lage zu sehen, ob ich dies oder jenes nicht schon mal genau so oder ähnlich erlebt hätte oder empfinden würde: Identifizierung findet ja auf vielen Wegen statt. Nur dann möchte ich bestenfalls bloß Gemeinsamkeiten entdeckten, aber immer noch über den eigentlichen Charakter lesen. ;) Aber Ähnliches hatte ich schon in meinem ersten Review geschrieben, meine ich, so darüber, wie der Prolog viel näher und persönlicher mir anmuten würde. Darum lese und kommentiere ich mal weiter.

Warum Gothi nicht spricht, das wäre ja eigentlich mal eine interessante Frage. Ob sie es wirklich nicht konnte, nicht wollte oder etwas dazu geführt hat, seelisch oder organisch, dass sie nicht mehr sprechen kann oder mag?

Hm, dass Hicks den Talkessel vorher schon gut kannte und gelegentlich aufsuchte, war mir so in der Tat noch gar nicht in den Sinn gekommen. Also Letzteres, das mit dem möglichen Aufsuchen. Eine schöne Idee.

In der Szene mit der Karte, wie Hicks aufgebracht auf dieser herumkritzelt, all der Wut und der Frust, kommt mal sehr gut rüber. Also… vielleicht sind lediglich diese bloßen Erzählungen, wie jetzt die ganze Zeit vor der Stelle, echt nicht so dein. Weil ab hier hast du das erste Mal wieder eine bewegtes Bild, eine tatsächlich verfolgbare Handlung. Alles davor, was man so über Hicks und den Umgang mit ihm erfahren hat, war ja etwas von dem Geschehen losgelöst. Das kann den Fokus schwierig machen. In der Erzählung darüber warst du ja an keinen genauen Ort oder keine genaue Erinnerung gebunden, sondern an das Terrain. Und das ist weitläufig. Etwas, was die Schilderungen und das Krähenkliff bei dir also auf eine Art und Weise gemein haben. Eine Vorstellung, die mir gerade so etwas aufkommt, wäre die, wie Hicks durch das Krähenkliff schlendert und bestimmte Orte, wie ein umgefallener Baumstrunk, der jetzt schon das zweite Mal seinen Weg kreuzt, da er auf der Suche nach dem Drachen ist, eben diese Erinnerungen weckt. Wie er eben oft Zeit auf diesem verbringt, während er… was auch immer, zeichnet, nachdenkt, wütend auf bestimmte Personen ist. Während er den Talkessel eventuell oder auch inzwischen vorzog. Sowas halt.

„Also lief er noch ziellos etwas durch den Wald und führte, wie so oft, wenn er alleine war, Selbstgespräche.“ Ach, solche Sätze. Das kann man darauf doch sowieso beobachten oder wird von dir in dem Moment dann viel mehr herübergebracht, als mit sowas. Was ja immer etwas die Spannung aus dem Geschehen nimmt. Weil man sozusagen „vorgewarnt“ wird.

„ Neugierig aber auch vorsichtig ging er die Spur entlang, doch kaum […] Also lugte er wieder leicht hervor und sah sich den Drachen genauer an.“ Gekürzt, weil ich nicht den ganzen Abschnitt zitieren möchte: Du hast die Schlussfolge verschluckt, den Moment, in dem Hicks das schuppige, schwarze Etwas erst mal überhaupt als Drachen wiedererkennt. Wohl logisch, dass es nicht ein Troll jetzt sein wird, aber am Ende bist du diesen Schritt einfach übergangen… Aber ja, schreibtechnische Kniffs. ;)

„Wahrscheinlich war er sogar der Erste, der jemals einen direkt aus der Nähe zu sehen bekam. Als er erkannte, dass es wirklich so weit war, begann er triumphal zu reden.“ So zum Beispiel auf eine Art auch hier: Was? Was war soweit? Keine Sorge, ich weiß was du meinst, es ist nur halt nicht richtig geschrieben. Alternative, wenn du es ja auch erst mit dem Dialog auflösen möchtest: „Als er erkannte, was das (für ihn) zu bedeuten hatte, begann er triumphal zu reden.“ Aber diese Schlussfolge, dass er ja nur sich auf die Suche nach dem Drachen gemacht hat, um sich endlich zu beweisen, ist nun ja auch schon einige Sätze her. Es besteht also in dem Moment kein Bezug mehr dazu, um es einfach nur mit „...dass es wirklich soweit war“ wieder als Thema herzuholen. Zumindest, wenn man es komplett richtig machen möchte, die direkte Abfolge der Gedankengänge und Zwischenschritte mit beachtet. Aber wie immer, so weißt du es künftig besser! ;)

„Die Antwort: Angst. Er hatte Angst, genau wie dieser Drache. Irgendwie fühlte er sich, als würde er sich gleich selbst erstechen.“ Sehr, sehr schöne Stelle! (Wenngleich ich die Szene davor noch als etwas ungünstig gestreckt und holprig empfinde. Also rein schreibtechnisch.)

„Erst gelingt es ihm nicht einen kleinen Schrecklichen Schrecken zu erledigen, dann...“ nimmst du gerade vorweg, das Schreckliche Schrecken winzig-kleine Drachen sind und kommt auch hier noch die Szene, in der das eigentlich erst gezeigt wird? Dann raus mit dem „kleinen“ ;)

Auch der Gedanken, warum sein Vorhaben scheitern könnte, indem die anderen Wikinger seine Tat nicht anerkennen, ist sehr schön aufgegriffen. Schließlich konnte er viel behaupten, niemand hat einen Nachtschatten je zuvor gesehen. Ähm… ja, Schuldgefühle aus dem Weg räumen. Heißt das, er war tatsächlich so geistesabwesend oder im Grunde doch total da währenddessen, weil eigentlich war die Gewissheit, dass der Drache ihn in dem Moment töten würde, so wie es ihm gelingen sollte, aufzuspringen, die eheste. Gut, das kann man sich schon im Film fragen. Mein Leben für deins, ist auch nur eine Auslegungssache…

„Allerdings achtete Hicks nicht darauf, wann der Drache wieder bewegungsfähig war und so fiel er ihn direkt an, als er frei war und drängte ihn direkt bis an den Felsen, wobei er auch seinen Dolch verlor. Jetzt war er erledigt.“ Ein super Abschnitt, um zu zeigen, was ich generell vermisse: Wie fühlt sich das alles an? Für Hicks? Die Krux: Ohne zu detailliert zu werden, na klar, weil die Szene hat ja nicht ewig Zeit. Zwar gehst du auf seine Empfindungen danach ein, aber erst als der Drache weg ist. Es gibt ja aber Dinge, die wir unbewusst noch trotzdem wahrnehmen. Das muss nicht Schmerz sein, nicht Angst. Wenn man die Szene eben nicht im den Moment so beschreiben will, weil Fakt ist auch, steht man unter Schock oder Panik, nimmt man so viel auch nicht unbedingt erst mal wahr. Dann ist es der Aufprall und Benommenheit oder eher Lähmung. Empfunden wird nur immer was und sei es totale Leere, trotz allem eine Empfindung.

„Der Drache öffnete sein Maul und bereitete scheinbar seinen Tod vor, woraufhin Hicks die Augen schloss und seinen Kopf so weit wegdrehte, wie es nur möglich war.“ Kein Scheinbar, entweder tut er es oder nicht. Dass er es nicht vorhat, weiß in dem Moment genau genommen noch niemand. Wahrscheinlich nicht mal der Drache. Hicks geht davon aus, dass er jetzt sterben wird. Sofern er in der Lage ist, das irgendwie in die Richtung überhaupt zu verarbeiten.

„Er hatte sich auf eine aussichtslose Situation eingelassen, indem er den Drachen befreite und sich angreifbar machte.“ Da haben wir sie, die Erkenntnis. Wobei der Satz darauf es auch ziemlich in sich hat, sich zur Abwechslung mal keine Aufmerksamkeit von der ganzen Welt zu wünschen, vor allem von diesem Drachen nicht. In dem Moment zumindest.

Und gut, meine Aufmerksamkeit bist du damit nun auch erst mal wieder los und man liest sich zum nächsten Kapitel. Wann auch immer das sein mag.

Bis dahin

Ankh

Antwort von danielhelmutbellmann am 08.07.2022 | 17:20 Uhr
Hallo Ankh,

dass man nicht immer Zeit zum Lesen hat, ist doch normal ;-) Ich bin überhaupt schon froh, wenn du dir die Zeit nimmst bei meinen Kapiteln hereinzuschauen.
Jedenfalls kann ich dir wieder nur für dein sehr ausführliches Review danken. Auch, dass du gleich die Stellen in den Texten zitiert hast, finde ich gut (deswegen gebe ich das Zitat-Recht unter anderem auch immer zur Geschichte hinzugefügt). Es hat mir sehr geholfen, mir deine Kritik gleich am Text etwas besser vor Augen zu führen.
Wenn ich es noch richtig im Kopf habe, dann spricht Gothi nur, indem sie mit ihrem Stock im Boden zeichnet oder halt nach jemanden schlägt. Der Grund in der Serie war soweit ich noch weiß ihre Beregnung mit dem Schneegeist, der sie komplett traumatisiert hat. Ich habe da jedenfalls irgendetwas im Hinterkopf.
Bezüglich dessen, dass Hicks früher schon oft im Krähenkliff war, habe ich vor allem dem Umstand zu verdanken, weil ich weiß, wie sich Einsamkeit und Ausgrenzung anfühlen kann und ich mich dann auch immer verkrieche (und meist schreibe), also habe ich das einfach auf den Wald aus dem Film übertragen und dann kam das dabei heraus. Freut mich jedenfalls, dass es dir gefällt.

Ich werde dich gleich noch einmal wegen einem Kritikpunkt deinerseits anschreiben, da ich denke, dass der Review-Bereich dafür zu klein ist ;-)

LG danielhelmutbellmann
05.07.2022 | 00:19 Uhr
Ach ja, ein gutes Kaipitel. Zu deiner Frage aus deiner Antwort. Nun ich finde es etwas langweilig, dass Hicks in so gut wie jeder Geschichte, die vor dem Kampf mit den Roten Tod geschrieben wird, trotzdem sein Bein verliert. Es ist trotzdem deine Entscheidung, am anfang ist es eigentlich sogar vollkommen ok. Doch sobald Hicks sich naja, ich will nicht für leute spoilern, du weißt es schon, die Behinderung einerseits ganz wo anders hat und die Lösung auch keinen Sinn ergibt. Am ende ergibt es keinen Sinn, sein Vorfahr oder so, könnte ihm ja auch einfach sein Bein geben XD. "Vorfahr, warum hast du dein Bein in der Hand"? "Tja, Hicksi ich dachte mir, ich geb dir einfach mein Bein als Ersatz". Gut zum Kapitel. König Ragnar verwirrt mich etwas. Auch wenn er ein "Freund" von allen ist, nehmen die Leute ihn wohl nicht wirklich so ernst, wie man sonst einen König ernst nehmen würde. Vorallem vor einen Fremden den guten Freund rauszuhängen, würde mich erst mal misstrauisch machen. Gut, Hicks sollte auch erst mal misstrauisch sein, vorallem, wenn man bedengt, was sie ihm verheimlichen. Gut bei der einen Sache verstehe ich es, Hicks hätte es wohl sofort versucht und wir wissen, wie häufig Hicks bei seinem Fluganzug beinahe gestorben wäre in der Serie. Ich finde den König desswegen allerdings sehr verdächtig. Warum ist der König eigentlich so jung, gab es da eine Erklärung? Von Hicks prüfung, habe ich keine ahnung gerade, desswegen, überrasch mich, nicht das ich mich wieder erinnere. Auch finde ich es besser, wenn du mehr neue Ideen einbaust. Noch etwas, ich fände es interessant, wenn man mehr von dem Antagonist lesen würde. Vorallem aus seiner Kindheit. War er immer so oder ist es ihn als Kind anerzogen wurden? Und beim Zweiten Teil, finde ich, kann man ihn nicht mal als so böse sehen, sondern eher als radikaler schützer, von dem was ihm wichtig ist. Und nicht, dass du das Veräderst, bei dem 2 Teil, mochte ich die Flash backs sehr. Auch gab es den Antagonist mehr tiefe und ein 0815 bösewicht, der einfach die hasst und umbringen will, ist schon etwas langweilig. Ja, ist etwas in der Zukunft, doch die haben mir sehr gefallen und mir ist es gerade eingefallen.

Noch eine schöne Tageszeit.

Antwort von danielhelmutbellmann am 06.07.2022 | 10:21 Uhr
Hallo Nachtschatten23,

ich werde dir lieber privat antworten, um andere nicht zu spoilern.

LG danielhelmutbellmann
02.07.2022 | 18:15 Uhr
Hallo danielhelmutbellmann,
endlich mal wieder einer deiineer super Kapitel. Ich freue mich schon auf dein nächstes Kapitel.
Bis bald,
The dark rider
https://www.fanfiktion.de/s/d/62bf3d81000e2e0d142d6ef2/Der-Friedensbringer

Antwort von danielhelmutbellmann am 03.07.2022 | 19:26 Uhr
Hallo Dark Rider,

ja, ich muss zugeben, dass mir einige Kapitel, die fast 1 zu 1 von der Urfassung übernommen wurden, schwer fielen und deswegen vielleicht etwas an Qualität verloren haben. Dafür möchte ich mich auch entschuldigen, aber die Kapitel waren teilweise wirklich nicht leicht zu schreiben und ich war froh als endlich sagen konnte, dass ich zufrieden war.
Ich habe mir die Geschichte zudem nochmal angesehen und kann dir mit Sicherheit sagen, dass du dich jetzt nicht nur auf gute Kapitel sondern auch über einige neue Handlungen der Neufassung freuen kannst ;-)

Achso und Danke für das Lob :-)

LG danielhelmutbellmann
27.06.2022 | 21:49 Uhr
Hicks hat nur noch einen Fuß. Wie unerwartet. Vorallem wenn man die Urgeschichte kennt. Tatsächlich weiß ich gerade nicht mehr, was in den nächsten Kapiteln passiert. Ich fände es auch interessant, wie Ohnezahn auf Liv am Anfang reagiert hat.

Noch eine schöne Tageszeit.

Antwort von danielhelmutbellmann am 29.06.2022 | 14:52 Uhr
Hallo Nachtschatten23,

ja, überraschend war es nicht. Das gebe ich zu, aber mich würde interessieren, ob du das als negativ wahrnimmst, dass ich das wieder übernommen hatte oder ob das nur ein Kommentar deinerseits war. Wäre wichtig für mich, damit ich weiß, ob ich so etwas in Zukunft besser machen oder mehr auf eigene bzw. neue Ideen setzen sollte. Die nächsten Kapitel werden sich auch mehr von der Urfassung unterscheiden, daher hoffe ich sie werden dir gefallen ;-). Wegen Liv sage ich nur, dass sie dieses Mal kein 0815-Nebencharakter sein wird. Die Szenerie, die du dir vielleicht vorstellst, war sogar teils geplant, ich habe mich aufgrund von Umsetzungsproblemen dagegen entschieden, zumal ich die Befürchtung hatte, das Kapitel könnte dann ein fast reines Expositionskapitel werden und Exposition wollte nach Möglichkeit immer organisch mit einbringen, was mir manchmal mehr, manchmal weniger gelungen ist, wie ich finde. Daher jetzt diese vielen Parallelen zur Urfassung.

LG danielhelmutbellmann
18.06.2022 | 15:26 Uhr
Ein schönes Kapitel. Hicks hat angst um Astrid. Eigentlich unbegründet, ich mein, wenn Rotzbakke sie wirklich zwingen würde, wäre er in der ersten Nacht schon von ihr umgebracht worden. Oder zumindest verkrüppelt. Hicks schreit, warum wohl nur, und warum sind eigentlich alle so scharf darauf Hicks Bein zu entfernen?

Noch eine schöne Tageszeit.

Antwort von danielhelmutbellmann am 22.06.2022 | 09:55 Uhr
Hallo Nachtschatten23,

Und wieder danke ich dir für dein Lob. Es freut und motiviert wirklich sehr, wenn einem Leser die Geschichte gefällt. Und auch danke ich dir, dass du immer etwas dazu schreibst, was dir auffällt. So kann ich mich nämlich auch verbessern.
Die Angst um Astrid... ja unbegründet, wenn man Astrid jetzt nicht so gut kennt, aber du darfst nicht vergessen (so habe ich es jedenfalls gesehen), dass Astrid schon leicht zu brechen ist, wenn ihr etwas Wichtiges genommen wird, siehe in der Serie z. B. fast ihre Eltern oder ihr Augenlicht. Und jetzt hatte sie Hicks zum zweiten Mal verloren und ist mehr gebrochen als je zuvor (in dieser Geschichte). Zumal sie ja vielmehr Angst vor der Zwangsheirat hat statt vor Rotzbakke und dieser Zwang von ihrem Vater ausgeht. Das war zumindest meine Sicht auf das Ganze. Aus Sicht von Hicks muss man sagen, dass der Traum einfach seine Angst widerspiegelt, dass Astrid etwas in seiner Abwesenheit geschieht.
Wegen dem Bein: Wie konntest du wissen, was im nächsten Kapitel passiert (Das ist Ironie; nicht ernst nehmen)? Ich weiß auch nicht, warum so gut wie jede FF das so macht, ich kenne auch nur eine Hand voll, die es nicht mit reinnimmt. Für mich stellt es aber ein gutes zusätzliches Defizit dar, welches Hicks überwinden muss (wobei das in dieser Geschichte eher weniger auffällig thematisiert wird), um zu wahrer Größe zu finden. So sehe ich das jedenfalls. Ich weiß: Klischee, aber ich spiele mit Klischees sehr gerne, wenn es sich anbietet.

LG danielhelmutbellmann
16.05.2022 | 19:40 Uhr
Ein gutes Kapitel. Die zwei Briefe. Ach ja, die habe ich nie verstanden, ich meine Hicks hat die Drachen sofort befreit und ist abgehauen. Die Briefe sind also eher unnötig. Gut, Astrid seine Liebe zu gestehen, ist für später wichtig, aber das die Berkianer, wissen, was er getan hat und wieso ist eigentlich eher unwichtig. Das Rätsel, ist aber auch nicht so schwer gewesen, Fischbein, Gohti oder Haudrauf, hätten das auch herausgefunden. Das Kapitel war eigentlich auch fast so wie die Urfassung, wenn ich mich nicht irre.


Noch eine schöne Tageszeit

Antwort von danielhelmutbellmann am 17.05.2022 | 08:57 Uhr
Hallo Nachtschatten23,

ich kann deine Argumente durchaus verstehen. Und eines kann ich ohne Gegenargument einräumen: Wirklich viel verändert hat sich hier nichts im Vergleich zur Urfassung. Das ist aber auch nicht immer der Fall in der Geschichte, denn es ist quasi ja 'nur' eine Neuauflage des Ganzen, mit einigen neuen, allerdings erst später auftretenden, Handlungssträngen.
Wegen den zwei Briefen: Ich habe es mir einfach so erdacht, weil Hicks sich endgültig von Berk lossagen wollte und da war das schon der beste Weg und mal abgesehen von Rotzbakke hatte ja niemand verdacht geschöpft, bis die Briefe gefunden wurden.
Bei Haudrauf bin ich mir nicht so sicher, ob der das Rätsel hätte lösen können, immerhin hatten die zwei sich schon ziemlich lange weit voneinander entfernt und das Rätsel hatte wegen Astrid schon sehr viele persönliche Noten, sodass man ihn schon gut kennen musste, um darauf zu kommen. Bei Gothi bin ich mir ehrlich gesagt unsicher, sie hätte es aber auch schaffen können.

Trotzdem danke für deine Kritik. Ich werde sie mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen und in Zukunft etwas besser auf so etwas achten. Es freut mich aber, dass du die Kapitel nach wie vor gut findest.

LG danielhelmutbellmann
05.04.2022 | 14:36 Uhr
Hallöchen~

Ich wieder.

Ja, ich werde erst mal weiterlesen und, solange gewünscht, auch ein Review hinterlassen, wann immer ich die Zeit dazu kurz entbehren kann. Um somit auch gleich zum Inhalt nun dieses Kapitels zu kommen:

Dass er nicht mal ausreden durfte.

Das ist ein schöner Punkt, wenn es gerade drum geht, dass einem niemand zuhört. Aber wenn einem nicht einmal gestattet wird, auszureden, das ist noch viel mehr frustrierend. Sich auszureden, denn von aussprechen kann in dem Fall nicht mal im kühnsten Traum die Rede sein, lässt den Jungen sich wenigstens ein wenig abregen, wenn es auch den Frust nicht mildert. Was das für Hicks bedeutet, hast du durch Grobian sehr schön dargestellt. Der ist auch in der Zwickmühle, die Ratlosigkeit von sowohl Vater als auch Sohn zu verstehen und zu wissen, dass deren Dickköpfigkeit eben nicht so leicht beizukommen ist.

[...]doch der bekam das gänzlich in den falschen Hals[...]... Also ich weiß ja nicht, tat er das? Klar, Grobian hat nun mal nur oberflächlich eine mehr grobschlächtige Art, die ihn auch unter der generellen Unruhe nach einem Angriff um sie diesen etwas heiklen Vergleich darstellen ließ, aber im ersten Moment ist mein Gedanke dazu nur und war es der auch damals: Aua. Ganz gleich wie „klapprig“ der Junge in seiner gesamten Art sein mochte, das liegt nun mal zu gewissen Teilen auch in seiner Veranlagung. Ich meine, dieses Innenleben ist in zig Interessen zerlegt, und wie möchte man das jetzt in ausschließlich eine Richtung biegen? Wie man es sich ja von Hicks wünschte, allem voran sein eigener Vater, was zu Teilen ja ebenso nachvollziehbar ist.

„Ja, schön, dass wir drüber gesprochen haben.“ Hier habe ich seine ihm anzusehende Enttäuschung und Resignation schon sehr vermisst. Man kann ja eigentlich schon ziemlich erahnen, was ihn in dem Moment durch den Kopf gegangen sein muss. Möglicherweise ist das wirklich nur Bestürztheit. Gipfelnd in nicht unbedingt in dem Moment noch zusammenhängenden Gedanken, wenn man sowas vor den Kopf gestoßen bekommt... Aber all das wäre ja nur absolut glaubwürdig und nachvollziehbar und darum schön zu lesen gewesen. Hat Grobian denn nun überhaupt selber mitbekommen, dass sein erster Versuch so daneben gegangen war? Eine Korrektur war so ja nicht stattgefunden, sondern bloß ein für Hicks in dem Moment nichtssagender Ratschlag obendrein. Wobei ich diese Vorgehenweise in einem anderen Kontext durchaus begrüßen würde. Ich gebe auch wesentlich lieber Gedankenanstöße als einen komplett vorgekauten Weg, der denjenigen, für den der vorgesehen ist, nur überhaupt nicht glücklich machen kann.

Aber... Okay! Verdammt, der Einwand bezüglich Haudrauf und seiner Sorge um seinen Sohn und wie sich diese äußert, ist ja mal raffiniert gesetzt. Wobei ich das als komplett glaubwürdig erachte, wenn man bedenkt, was Valka später nach desen Tod, zu Hicks sagt. Ebenso gut finde ich den von dir eingearbeiteten Hintergrund, den Vorfall mit dem Riesenhaften Alptraum, der Haudraufs Beschützerinstinkt keinen wirklichen Abbruch getan haben durfte, ganz im Gegenteil. Gerade vor den Beweggründen für den Bau der Schleudergeschoße möchte man sich dann nur noch fragen: Wie kann man eigentlich so sehr aneinander vorbei in ein und dieselbe Richtung agieren? Ähm, das war eine rhetorische Frage.

Ein Tipp für künftige Texte, in denen sich nicht auf Sichtwechsel unter den Protagonisten nach deiner Meinung verzichten lässt, doch um diese wenigstens einzudämmen: So einen Abschnitt, wie den, währenddessen Hicks in seinem Zimmer sitzt und beim Zeichnen seinen Gedanken nachhängt. Solchen Moment nach Möglichkeit in einen späteren, ebenso wie seine ja gegenwärtigen Gedankengänge, als nur genau solche in die nächste Szene miteinbauen. Nur meiner Meinung nach, wenn du sowieso stylisch keiner durchgängigen Erzählungsweise ohne Unterbrechung folgst, ist es nicht unbedingt nötig so wild durch die Perspektiven zu schwenken. Im Grunde reißt sowas mehr aus dem Lesefluss, als es unterstützend wirkt. Nun gut, zumindest bei jemanden wie mir ist es der Fall. Nur wer da weniger „vorbelastet“ ist, also nicht selber alle möglichen Schreibprozesse und Vorgehensweisen im Hinterkopf währendessen hat, dem fällt sowas nicht auf. Klar, das sollte ich vielleicht genauso erwähnt haben, den stört das einfach nicht.
Und noch eine Möglichkeit wäre, dass diese Szene ein typisches „Killing your darlings“ sein könnte.
Also du hättest diese Stelle, wenn auch um eine kleine Szene ergänzt, nicht genauso wie im Film noch mal aufzeigen müssen, sondern hättest sie genauso später einfach durch Hicks‘ Gedankengänge erwähnen und dadurch ebenso ein eigenes Bild geben können. Aber nach allem, was ich bis hierher lesen durfte; da bist du nun mal noch sehr auf dem Pfad der Nacherzählung, fürchte ich. ;) Jetzt auch nicht schlimm, ich gebe ja nur Auskunft darüber, was mir trotz dem so auffällt. Und das ist, wie man auch in sowas noch mal etwas Veränderung einbringen kann.

Hm. Ich weiß zwar inzwischen, dass du den Personalen Erzähler angedacht hattest, aber ich muss sagen, ob dieses Wissens und wie sich die Beschreibungen als eine Vorstellung bis Erklärung lesen, warum diese Szene gerade stattfindet, für mich lesen lassen, bleibe ich beständig bei einer allgemein betrachtenden Übersicht hängen. Mein subtiler Tipp: Zu schreiben, als würde man über die Schulter desjenigen blicken, desen Sichtweise man sich durch den Moment wünscht. Und was das Gefühl betrifft, so viel erklären zu müssen; seinen Lesern durchaus etwas Auffassungsgabe zwischen den Zeilen zutrauen. Du schreibst ja auch für P16. Ansonsten als unbedingt wichtig erachtete Informationen mehr als Gedankengänge, in dem Fall die Haudraufs, tarnen und ausschmücken. Dafür muss man ein Gefühl entwickeln, aber das kommt dann auch mit der Zeit.

Nichtsdestominder haben wir hier ja wieder ein paar zugefügte Details, den Befehl noch mal zum Fischen auszufahren, wenn ich mich nicht irre, der weitere Schlachtplan bezüglich der Drachen und die Suche nach dem Drachennetz scheinen dafür jedoch nur kurz angeschnitten und dann unterzugehen. Mal sehen, ob das einen noch etwas tieferen Grund hat... weil nun nehmen ja auch die übrigen und neu dazugekommenen Gespräche eine ganz andere Richtung. Nochmal: Aua (für Hicks wie seinen Vater). Aber das wäre auch eine so geeignete Stelle gewesen, um mal einen tieferen Eindruck von Haudraufs Gefühlsleben zu geben, sei es auch mehr durch Gesten und Mimik als in seinen geäußerten Worten. Schließlich ist das eine doch recht unangenehme Situation für ihn, auch, wenn er versuchen sollte, es sich nicht so doll anmerken zu lassen. Die kurze Neckerei zwischen den beiden Erwachsenen, irgendwie habe ich da noch im Kopf, wie Haudrauf sich zum Schluss mit einem wesentlich lauteren und entnervten „Grobian!“ an diesen gewandt hatte. Also, da wäre schon mehr gegangen. Irgendwie vermisse ich aber auch das allgemeine Ambiente, Grobian mit seinen Krug und „Zappelein“ während des Gesprächs, wovon nun so gar nichts mehr stattzufinden scheint, nicht mal ein kleiner Teil.

[...]Haudrauf seufzte schwer und setzte sich wieder neben Grobian.[...] Wann war er denn aufgestanden? ;)

[...]Er würde das zwar nicht gerne tun, aber auch wenn er als Vater das Beste für seinen Sohn tun wollte, so musste er als Häuptling das Beste für sein Dorf tun.[...] Na ja, was wäre die Alternative? Weitermachen in dem Wissen, dass, sobald Hicks Oberhaupt werden sollte, es nicht nur mit einer Enterbung, sondern weit gefährlicheren Intrigen für seinen Sohn enden würde? Zumindest wenn es so blieb, wie es gegenwärtig war.

Hui!

Nicht mehr so viel wie in meinem letzten Review, aber immer noch eine Menge Text. Aber du hattest ja geschrieben, dass du es gerne hättest, wenn ich mich nicht zurückhalte. Dabei war das Kapitel jetzt ja auch nicht so lang, aber wir werden dann ja sehen, wie es weitergeht. Irgendwann ist auch alles gesagt, zumindest was noch so Allgemeines angeht und ich versuche nach Möglichkeit schon, mich nicht zu wiederholen. Außer, wenn ich es mal als besonders wichtig empfinde. Ein Vorteil ist dann natürlich, dass es nur genauso für mich etwas leichter wird, die Eindrücke mehr beisammenzuhalten und auch verständlich herüberzubringen, als es noch im Moment der Fall sein kann. Wenn ich Tipps oder Anmerkungen gebe, bevorzuge ich das meist so zu tun, dass der Autor sich noch immer seine eigenen Schlüssel daraus zuziehen hat.
So kannst du dir immer erst mal noch den Gedanken machen, ob das, was ich aus meinem Blickwinkel zu schreiben habe, dir auf irgendeine Art und Weise auch wirklich weiterhelfen kann/könnte.


Ankh

Antwort von danielhelmutbellmann am 05.04.2022 | 18:08 Uhr
Hallo Ankh,

mir macht der viele Text nicht aus, also keine Sorge
Außerdem finde ich kann es gar keine "nicht-helfende" konstruktive Kritik geben, sofern man diese annimmt, was ich natürlich für die Fortsetzungen und künftige meiner Werke tun werde.
Daher danke für dein ausführliches Review. Ich werde dich wegen mancher Dinge vielleicht noch mal anschreiben, wenn ich kann.

LG danielhelmutbellmann
31.03.2022 | 18:30 Uhr
Hallöchen~

[...]da ich diese Geschichte unter Nutzung meines eigenen Schreibstils geschrieben habe[...] Schmunzel. Na das hoffe ich doch...

Also beim Lesen des Vorworts habe ich mich schon gefragt, ob mich ein oder zwei Punkte doch abhalten sollten, diese FF zu lesen, allerdings hat mich nun doch ein wenig die Neugier gepackt. Nur da Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge als gewünscht aufgeführt sind, kann ich diese, sofern die während des Lesens mir stärker auffallen sollten, ja ansprechen.

Die Ur-Version ist mir nicht bekannt und da ich meist kapitelbezogene Reviews schreibe und es blöde aussehe, hörte ich hier jetzt auf, nehme ich den Prolog noch mit in dieses.

Du wirfst sogleich in eine notleidende Situation, die deutlich geschildert werden möchte, wenn ich nur ehrlich sein darf, mir persönlich etwas zu viel auf Details en masse setzt, die der puren Erklärung, aber noch nicht so ganz der Unterhaltung dienen. Die Flut an Informationen, wo genau wir uns gerade eigentlich befinden und was hier alles aufgebaut wurde, bremst sehr die Auswirkungen der Tragik, der wir gerade eigentlich beiwohnen. In dem Moment! Der allwissende Erzähler ist toll, nur, wenn man nicht aufpasst, gerne mal ein erbarmungsloser Stimmungskiller, denn nur weil er alles weiß, muss dennoch nicht gleich so viel mit einem Mal verraten. Ihr Götter, schon hört sich das alles so negativ an, aber ich gebe lediglich nur mein Leseempfinden wieder.

Ab und an sind die Beschreibungen noch sehr gewollt, das ist nicht schlimm und ehrlich begrüße ich es, wenn sich ein Autor Gedanken um seinen Ausdruck, wie er Szenen mit etwas anderen Worten wiedergeben kann, macht. Hier merkt man nur, dass das manchmal gar nicht so einfach ist und auch mal eine eher unbeholfene Beschreibung bei rum kommen kann. So beispielsweise [...]Hicks sah wie das sich ausbreitende und atmende Element Feuer sich nach und nach durch die schönen Wiesen und ruhigen Wälder der Insel fraß[...] Die Details sind super, nur wie erwähnt, man merkt dem Satz so seine noch kleinen Schwächen an. Lass mir dir zeigen, was ich meine: Was atmet das Element? Und ist es nötig, dass wir erklören, das Feuer ein Element ist, zumindest in dem Satz? Sind die Wiesen und Wälder gerade ein wirklich noch so schöner und ruhiger Anblick? Eine die Stimmung passender vermittelnde Art des Satzes könnte so aussehen: „Hicks sah, wie das sich ausbreitende und „Rauch ausatmende“ Feuer sich nach und nach durch die Wiesen und Wälder der Insel fraß.“ Nicht falsch verstehen, ich selbst liebe Adjektive über alles, hier sind sie aber gerade nicht so sehr nötig. Wenn du nun noch eine Konträre unbedingt drin haben möchte, ginge aber auch sowas wie „Hicks sah, wie das sich ausbreitende und „Rauch ausatmende“ Feuer sich nach und nach durch die „ihm seit Kindestagen bekannten Wiesen und Wälder der Insel fraß.“ Das erklärt mehr als „schön“ und „ruhig“, ist so viel persönlicher.

Ansonsten wollen deine Sätze wie gesagt, zu viel auf einmal gleich genaustens erklären, um so eine richtige Stimmung aufzubauen. Und jetzt kommt es. Das ist ja gerade mal der Prolog. Ich vermute, ein Ausschnitt aus einem viel späteren Zeitpunkt in der Geschichte/Reihe? (Du darfst mich korrigieren, falls ich falsch liege.) Darum, dass es sich also um einem Angriff des Drachenkaisers, Kyell Draconis, und bei diesem scheinbar um einen Drachen und keinen Menschen handelt, hätte ich jetzt noch gar nicht wissen müssen. Oder wenigstens nicht so exakt wiedergegeben, womit ich jetzt keine Explizitheit meine. Wie Hicks beim brennenden Anblick Berks leidet, es ihm um den gescheiterten Frieden für sein Volk leid tut und in den Wiesen um sein Leben ringt... Das ist der Kern deines Prologs, zumindest bis hierhin. Deine Leser stellen sich die Frage, wie das geschehen konnte, oder n aja, würden sie, wenn du ihnen diese Informationen nicht schon vor die Füße gestreut hättest. So frage ich mich jetzt nur noch, ist denn der Schreibstil darum, wie es nun dazu kommen konnte, später fesselnd genug?

Hicks macht sich Vorwürfe. Ab der Stelle kommt allerdings „„zu fühlendes“ Leben in das Geschehen. Wie Hicks‘ Tod abgewartet wird... Mir gefällt die Stelle wirklich sehr, die Beschreibung vom zerstörten Dorf und wie die Insel in sich zusammenbricht.

Bis du dich wieder meines Geschmacks nach zu sehr in der Beschreibung des auftauchenden Drachenkaisers verlierst. Eben auch hier meine ich aber, nur in dem Moment. Du kannst gut beschreiben, das steht außer Frage, du willst nur zu viel beschreiben ;) Hicks Widerstand ist beeindruckend, auch wenn sein Tod sich nicht länger aufhalten lässt.

Und ich komme definitiv zu gut gelaunt aus dieser Geschichte heraus. Wow. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht sogar von dir so beabsichtigt sein könnte, aber wenn, wäre es echt schade um die eigentlich stattgefundene Szene. Der Twist ist da. Und hat mich total herausgerissen, das meine ich. War das nun so gewollt? Kyell, der sich vor meinen inneren Augen plötzlich eher wie ein Kind verhält?

Gut.
Da ich das nicht als Ende so stehen lassen möchte, nehme ich jetzt auch noch das erste Kapitel mit. Was mir unschwer auffällt, ist der kurze Bruch des Erzähstils. Es wird persönlich, was ich begrüße. Gleichzeitig liest man aus der Umsetzung, dass an dieser Stelle mitunter auch um die aus dem Vorwort zu entnehmenden Beweggründe geht, diese FF zu schreiben. In Hicks‘ Ansprache und noch folgenden Worten verpackt. Darüber möchte ich mir in seiner Gänze kein Urteil erlauben; das so öffentlich zuzugeben, erfordert letzten Endes eine Menge Mut und es schön, wenn du so für dich einen Weg gefunden hast, mit bestimmten Dingen umzugehen. Darum möchte ich deutlich machen, dass mein Augenmerk für gewöhnlich hauptsächlich auf der Umsetzung eines Themas, welches einem Autoren, aus welchen Grund auch immer, gegenwärtig sehr am Herzen liegt - sonst würde er ja nicht darüber schreiben - gerichtet ist. Und als das bitte ich darum, meine folgende Aussage und aber auch lediglich Eindrücke zu sehen: Ich finde den Bruch im Stil ein wenig schade, oder eher, für den Lesefluss hinderlich eben umgesetzt. Zwar habe ich das Bedürfnis, den sonst über die Geschichte vorherrschenden, so vermute ich es zumindest, Allwissenden Erzähler ebenso als Hicks zu sehen, der sich uns nochmal extra vorstellen möchte. Das ist auch eine an sich gut Idee, um ehrlich zu sein. Das macht das Erzählen auf dem ersten Blick leicht. Und darin liegt ein wenig die Krux: „Show, don’t Tell!“ Dir ist diese Phrase sicherlich schon mal untergekommen, oder? Das habe ich nun schon, seit ich deine Geschichte lese, so in meinem Hinterkopf unentwegt herumgeistern. Man sieht der Geschichte nun mal sehr ihre Hintergedanken an und das lenkt ein wenig von der eigentlichen Handlung ab.

Grummeln: Filmische Monologe sind ein Hilfsmittel, die funktionieren nun mal eben nur... für den Film.
Buch und Film, das sind zwei sich völlig voneinander unterscheidende Medien. Sonst kämest du nicht in die Zwangslage, um diese zu vereinen zu versuchen, doch nur wieder rigoros zerstückeln zu müssen.

Ein Weg das zu verhindern und vielleicht doch Einigkeit zu schaffen, wäre der (gewesen), deinem Allwissenden Erzähler von seither Hicks‘ Charakter zu verleihen, und seine Eigenarten so in die Erzählweise fließen zu lassen. Das hätte zugleich den Vorteil, Gedankengänge und Entscheidungen, Handlungen viel absoluter darstellen zu können. Nur... ist das sehr wahrscheinlich ein Handwerk, das man so auch erst mal eine Weile geübt bzw. wo man sich herangearbeitet haben muss. Das kommt nicht einfach so. Bloß so wird man immer wieder aus dem Lesefluss gerissen, denn letztlich ist es ja, als würde ich gefühlt alle 300 Worte einen Perspektivenwechsel lesen.

Die „Nacherzählung“ von der Anfangszeit des Films finde ich nichtsdestominder sehr schön aufgegriffen und in Worten wiedergegeben. Aber persönlich mag ich so ausschweifende Beschreibungen des Aussehens nicht lesen, da sie den Lesefluss ausbremsen und in dem Moment, um ehrlich zu sein, doch eigentlich nebensächlich sind. Eine geschicktere Methode, weil wie gesagt, beschreiben kannst du ja trotzdem gut, wäre dies mehr subtil zu tun und Teile davon, ob nun Aussehen oder Bekleidung, Ausrüstung, nach und nach zu nennen. Meistenteils, Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Bei Grobian fand ich zum Beispiel etwas zu ausschweifend, aber nicht so fehl am Platz. Und ich kann mich nur wiederholen, ich finde die Fülle an Beschreibungen ja echt toll, nur in dem Augenblick wenig brauchbar.

Bodybuilder... also, ähm, ist das ein zeitgemäßes Wort? Passt nicht ins Setting. Eine Möglichkeit wäre noch, klar, mein Gedanke damit, dass es sich bei dem auktorialen Erzähler genauso um Hicks handeln soll. Das sind aber nur meine Gedanken und nicht das Gefühl, dass deine Geschichte mir übermittelt. Wobei mir gerade auffällt, wenn es zu Perspektivenwechsel kommen soll, wäre das nur nicht länger möglich. Da bin ich also wohl auf dem Holzweg.

Das mit Astrid und dass sie sich verändert hatte, ist interessant gesetzt und macht auch neugierig darauf, was das heißen könnte.

[...]Trennen taten Astrids Oberteil und der Waffenrock, an dem sie zudem noch einen kleinen, hellbraun gefärbten Beutel trug, ein Gürtel, der mit kleinen Totenschädeln besetzt war – kleine Sperlingsschädel, die sie beide immer schon als Kinder gejagt hatten und sie geschworen hatte, sich diese irgendwann an den Gürtel zu hängen, was sie auch durchgezogen hatte.[...] Jo! Das nenne ich mal einen Schachtelsatz und ich bin kein Stück besser, was diese Passion betrifft, aber der war jetzt selbst mir zu kompliziert. :D Ich finde die Erwähnung von den Sperlingsschädeln allerdings hervorragend eingebracht.
Manchmal hättest du ein „...fand, dachte, meinte Hicks etc, einem Satz vorausnennen können, weil gerade bei Rotzbakke fängt dein Schreibstil an sehr wertend zu werden. In dem Fall abwertend. Meiner Meinung nach lässt sich so solch einen Eindruck doch meist entgegenwirken. Aber die Erzählweise sollte nach Möglichkeit doch neutral bleiben, er ist mehr für die Hintergründe und Atmosphäre da, um zu vermitteln, warum die zwei Charaktere sich nicht mögen könnten. Gelegentliche, doch wohl positioniere Ausbrecher sind aber durchaus okay. Hier war es nur schon sehr viel auf einmal.

[...]Dabei hob er ein dreigeteiltes Fangseil auf, an dessen Enden Eisenkugeln festgemacht wurden, um so Drachen vom Himmel holen zu können, da sie wie Schlingen funktionierten. Eine Bola. Haudrauf griff sogar direkt danach und holte damit hörbar einen Drachen vom Himmel.[...]
Wo kam Haudrauf denn so plötzlich her? Und wohin streckte der Schmied die Bola eigentlich aus? Also, ich kenne die Szene, aber hier hast du weder geschrieben, dass Grobian die Bola zum Fenster hingehalten hatte, noch, dass Haudrauf sogleich darauf davor erschienen war.
/Hey, zugegeben, ich habe gerade eben aber auch tatsächlich noch mal extra nachgesehen, weil ich mich nicht mehr erinnern konnte, dass es Haudrauf war, der in der Szene überhaupt aufgetaucht war und ich mir nicht sicher war, dass das nicht eine von dir einfach umgeschriebene Idee gewesen sein konnte.)

Und ich muss ebenso zugeben, die Beschreibungen von den Drachen habe eigentlich nur noch übersprungen. Es ist wirklich zu viel.

[...]wie naiv ich damals doch war, aber… so sind Kinder nun einmal. Sie lernen noch.[...] Hach, also den Zusatz fand ich dafür total schön.

Ah, die Sache mit dem Fehler, der Astrid beinahe in der Angelegenheit mit Hicks widerfahren wäre... klingt interessant.

Nun denn.
Das ist ein echt langes Review, auch für meine Verhältnisse. Tippfehler sind mir nur sehr wenige aufgefallen. Was ich übrigens als ein nicht zu unterschätzendes Qualitätsmaß für eine Geschichte halte.
Ich hoffe, meine Rückmeldung kam/kommt nicht zu gewaltig herüber, zu verschrecken oder demotivieren ist nicht meine Intuition dahinter, mir fällt nur sehr viel auf. Ja, sehr fiel. Ich finde die Grundidee echt interessant und auch vielversprechend, die eigentliche Geschichte hinter den zwei Momenten, denen wir bis hierher bewohnten durften, scheint über verschiedene Zeitstränge zu verfügen. Es existiert noch eine Anderswelt. Das ist schon nicht wenig, und ich bewundere es, wenn Autoren dazu in der Lage sind, solche Plots zu schreiben und weiterzuentwickeln.
Ich habe meine Eindrücke über zwei Texte in jetzt nur einem Review (meistens schreibe ich doch zu nur einem Textteil/Kapitel ein Review) festgehalten, weil ich selber die Kritik, die ich anbringe, schon als recht heftig empfinde und so noch mal etwas weiterlesen wollte und in das 1 Kapitel sehen, um dem ein wenig die Gewichtung zu nehmen.
Ich fürchte, das hat wohl nicht so ganz funktioniert, doch hoffe sogleich, dass ich verständlich herüberbringen kann/konnte, dass ich es zu keinem Augenblick böse meine. Während des Lesens hat es mich sogar eher ein wenig überrascht, dass diese FF noch gar nicht so viele Reviews hat. Jedenfalls erachte ich die Thematik nicht als so uninteressant. Und nur darum; vielleicht findet sich in dem, was ich bisher so geschrieben habe ein kleiner Teil des Grundes, warum.
Du musst nichts ändern. Das sind immerhin nur meine Gedanken und Eindrücke zu deiner Geschichte, andere können ganz andere haben und dann ist es immer noch allein deine Geschichte. Wenn ich Anregungen und Tipps anbringen konnte, die du als nützlich oder wenigstens aufschlussreich für dich empfinden kannst, dann freut mich das, na klar. Und falls die Rückmeldung zu heftig war, werde ich – sofern ich dazu komme die FF weiterzulesen, sollte ich mich entscheiden das zu wollen – mich künftig einfach zurückhalten. Denn was solltest du mit einer Kritik, die du nicht haben möchtest oder gebrauchen kannst und was soll ich einem Autoren schreiben, der meine Worte nicht lesen möchte?

Die Entscheidung, was du aus diesem Review also für dich gewinnen konntest, liegt bei dir.


Ankh

Antwort von danielhelmutbellmann am 01.04.2022 | 07:13 Uhr
Hallo Ankh sun Amun,

wow, ich muss sagen, ich bin jetzt schon etwas überwältigt von diesem Review gewesen. Ich habe es zugegebenermaßen schon gestern Abend gelesen, aber erst jetzt die Möglichkeit darauf zu antworten. Um eines gleich vorne wegzunehmen: Ich erhöre und beherzige JEDE Form von Kritik, also brauchst du keine Scheu zu haben, mir auch mal etwas zu schreiben, dass dir negativ auffällt. In solchen Sachen versuche ich mich dann in Zukunft zu bessern. Ich möchte hier ehrlich gesagt nicht allzu viel schreiben. Zum einen, weil ich noch nicht alles von meiner eigenen Geschichte durchgucken konnte, um auf alles einzugehen, zum anderen, aber auch, weil ich mich wegen mancher Punkte gerne privat (per Mail hier auf Fanfiktion) mit dir auseinandersetzen möchte, damit wir uns da etwas ausführlicher (auch, warum ich manches so gemacht habe) darüber schreiben könnten, wenn du damit einverstanden wärst. Es kommt mir nämlich vor, als wüsstest du genau, wovon du sprichst (es kommt mir geradezu professionell vor) und das respektiere ich nicht nur, sondern möchte es natürlich auch verstehen, um aus meinen bisherigen Fehlern oder verbesserungswürdigen Mängeln zu lernen.
Vielleicht noch zur Review-Länge: Nichts dagegen, dass es so ausführlich und lang ist (erschlagend ist es zugegebenermaßen trotzdem), im Gegenteil, ich begrüße solch ausführliche konstruktive Kritik/Reviews, also mach dir da mal keine Sorgen ;-)

Das war jetzt schon ziemlich viel, dabei bin ich nicht mal auf die Kritik eingegangen. Ich werde dir nochmal privat schreiben, sobald ich kann (wahrscheinlich heute Nachmittag), dann können wir uns etwas darüber austauschen. Hier würde das leider den Rahmen sprengen. Ich freue mich aber schon darauf und hoffe auch, dass du dranbleibst, damit du mir noch weiterhin etwas von deiner Sicht schildern kannst, sollte dir weiteres auffallen.

LG danielhelmutbellmann
23.01.2022 | 20:59 Uhr
Ein tolles Kapitel. Hicks hat mehr Gedanken dazu bekommen und mehr Tiefe. Mir hat das Gespräch zwischen Haudrauf und Hicks sehr gefallen, vorallem die Gedanken von Hicks. Mir hat dort aber ein paar Gedanken von Haudrauf gefehlt. Astrid will bei dem Trainig Hicks beschützen, wie niedlich, ob das was wird.

Noch eine schöne Tageszeit.

Antwort von danielhelmutbellmann am 24.01.2022 | 08:00 Uhr
Hallo Nachtschatten23,

vielen Dank für das Lob. Ich sagte ja, wir bekommen noch oft die Eindrücke von Hicks geschildert :-). Was die Gedanken von Haudrauf angeht... ja... hätte ich machen können, aber ich wollte ungern zu viele Sichtwechsel einbauen und außerdem liegt der Fokus auf Hicks und Astrid, da die beiden die Protagonisten sind und Haudrauf mehr eine Randfigur. Trotzdem danke. Ich werde in zukünftigen Werken darauf achten, wenn sich die Möglichkeit ergibt.
Also so wie es aussieht, wird das nichts. Im Gegenteil, aber wer weiß? Vielleicht passiert ja auch noch etwas... Unvorhergesehenes? ;-)

LG danielhelmutbellmann
15.01.2022 | 18:54 Uhr
Wieder ein tolles Kapitel. Hicks ist, mal wieder, weggelaufen. Mir hat es gefallen, wie du die Emotionen und Gedanken von Hicks geschrieben hast, sein Leben wird besser, er wird beliebt, sein Vater wäre stolz. Die Einsicht von Hicks, was am ende wohl passiert wäre, hat mir aber am meisten gefallen. Auch war es schön geschrieben, wie Hicks nach dem Nachtschatten gesucht hat. Mal sehen wie es weiter geht.

Noch eine schöne Tageszeit.

Antwort von danielhelmutbellmann am 15.01.2022 | 21:52 Uhr
Hallo Nachtschatten23,

vielen Dank für das Lob. Und falls es dich freut: Wir werden in dieser Story noch sehr viel öfter in Hicks' Gedankenwelt eintauchen. Mehr sage ich dazu aber erstmal nicht ;-). Die Idee das also zu schreiben kam mir übrigens, als ich mir zum Ach keine Ahnung wie vielem Mal HTTYD angesehen habe und dabei kam mir in dieser Szene die Erkenntnis, dass wenn Hicks den Nachtschatten erlegt hätte es ja eigentlich wirklich nichts bewirkt hätte. Der Krieg wäre weiter gegangen und... ich denke, du verstehst wie ich das meine. Habe das Ganze ein bisschen umgeformt und dann kam das halt bei raus. Freut mich, dass es dir gefällt :-)

LG danielhelmutbellmann
09.01.2022 | 22:36 Uhr
Ein gutes Kapitel. Es wurde schon einiges Verändert, vorallem der Antagonist. Der Schreibstil ist bisher besser als in der Urfassung, auch wenn mir ein Paar fehler aufgefallen sind. Ich muss gestehen, das ich kaum noch was von der Urfassung weiß, aber egal, so kann ich mich überraschen lassen. Ich habe die ganze Zeit auf den Dritten Teil gewartet und muss wohl noch mal etwas länger warten.

Noch eine schöne Tageszeit.

Antwort von danielhelmutbellmann am 10.01.2022 | 13:23 Uhr
Hallo Nachtschatten23,

erstmal schön, dass du wieder mit dabei bist. Freut mich wirklich sehr. Natürlich auch das Lob. Danke :-)
Ich will nicht zu viel sagen, da du ja schreibst, dass du dich kaum noch an die alte Geschichte erinnerst, aber aufklären möchte ich dich trotzdem kurz:
Der Auftritt vom Chaosdrachen ist in dieser Geschichte nur im Prolog. Der Antagonist dieser Geschichte ist noch derselbe wie in der Urfassung.

Ich hatte gehofft, dass mein neuer Schreibstil besser ankommt als mein letzter, daher danke für die Bestätigung. Was die paar Fehler angeht, muss ich sagen, dass ich denke, um die kommt man nie ganz herum. Ich denke, ich kann aber auch für meinen Betaleser sprechen, wenn ich sage, dass wir uns bemühen, so wenig Fehler wie möglich in den Kapiteln zu haben.
Ich habe mir was den dritten Teil angeht aber schon einen Plan gemacht, da kann ich dich beruhigen. Das Problem ist, dass er viel Geduld abverlangt (auch auf meiner Seite), denn wenn der Zeitplan hinhaut, dann wird der dritte Teil erst nächstes Jahr im Winter, vielleicht auch schon im Herbst - da will ich mich aber noch nicht festlegen - auf meinen neuen Schreibstil und den Neufassungen von Teil 1 & 2 angepasst, erscheinen.

Bis dahin, wünsche ich dir aber natürlich erst noch viel Spaß beim Lesen dieser Geschichte ;-)

LG danielhelmutbellmann
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