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Reviews 1 bis 12 (von 12 insgesamt):
albvrich (anonymer Benutzer)
19.10.2021 | 16:02 Uhr
Liebe Marie,

Ich komm wieder in aller Demut angekrochen. Nicht nur, weil meine Review wieder mit Verspätung kommt, sondern auch, weil ich diesmal zwei Kapitel zusammenfasse. Nummer 6 und 7 betitelst du ja als Teil 1 und 2, also drücken wir hier beide Augen zu. Momentan ist echt der Wurm drin... Zeit zu knapp, immer ist irgendwas, meine Motivation ist im Keller. Hab selber seit einer Woche nicht geschrieben, was sehr selten vorkommt. Na, hilft nix. Verzeih mir also, falls ich irgendwie unbegeistert beim Reviewschreiben klingen sollte.

Allgemein sind diese zwei Teile wohl eine ziemliche Achterbahnfahrt - so krass wars bei dir selten. Ich muss ehrlich sein, ich hab mir auch nicht viele Notizen gemacht. Nicht, weils mir nicht gefallen hat, sondern weil ich meine Augen nicht von Text abwenden konnte. Das war alles so fesselnd und ich hab mich gefühlt als wäre ich mitten drin und live dabei. Ich hoffe mal, das ist auch ein Kompliment für dich.

Was ich sehr spannend und soooo unfassbar realistisch fand, ist wie Boerne am Anfang mal richtig ins Brabbeln kommt von wegen er ist auf alles vorbereitet. Man merkt richtig, wie glücklich er in seiner kleinen Illusion, dass wieder alles gut ist, ist. Dann aber der harte und deshalb so realistische Bruch: Er gerät ins Stottern, weil ihm auffällt "Shit, das wars jetzt."

Es tut richtig weh zu sehen, wie resigniert er dann ist. Das Bild der beiden, wie sie da nebeneinander sitzen und sich mehr oder weniger selber trösten, ist unheimlich schön und traurig.

Uuund du baust wieder ein Flashback ein. Da freu ich mich auch immer besonders. Die zwei haben wirklich viel erlebt in den letzten 22 Jahren. Da tut ea noch mehr weh, dass das jetzt enden soll, wo sie doch eigentlich gerade die "Spitze" erreicht haben. Wahnsinn auch, was so alles in einem Sektionssaal passieren kann...

Alberichs Imitation von ihm war ja mal süß. Das hat das Ganze etwas aufgelockert, da konnte man kurzzeitig lachen. Die beiden ja auch. Ich würd ja zu gern mal sehen, wie ChrisTine und Jan in ner Tatort Folge als Alberich und Boerne irgendwelche der fiktionalen Kollegen der beiden imitieren. Das wär mal amüsant. Ich fands schon bei Thiel in Lakritz klasse.
Boernes Kommentar zu ihrem "experimentellem Vollversagen" hat ja sein müssen :D

Wie süß die Idee mit dem Morsecode ist. Wirklich niedlich, auf die Idee muss man auch erstmal kommen. Typisch du, immer der Kreativkopf...

"Lügen haben kurze Beine und in deinem Fall sind sie besonders kurz." Wie sehr ich diese Szene liebe. Ich will im Tatort sehen, wie die zwei da um den Sektionstisch fetzen und die Zeit ihres Lebens mit ihrem Fangenspiel haben.
Währt leider nicht lang, denn der grüne Umschlag ist scheiße - muss man so sagen. Ich möchte ihn verbrennen.
Mir kommt grad, dass mich die ganze Idee an Sex Education erinnert. Ich weiß nicht, ob du Staffel 3 gesehen hast und will auch nicht spoilern... Aber naja. Das hat ja auch mein Herz gebrochen.

Ich hab übrigens beim Lesen meinen Weekly Mix auf Spotify gehört... mal wieder... und der hat zu Beginn von Teil 2 ein Lied mit dem Titel "Till Forever Falls Apart" von Ashe und Finneas gespielt. Das hat mich doch sehr an diese beiden Kapitel erinnert. Da wurd ich wieder schön sentimental, wies eben ist...

Und unser Boerne wird tatsächlich ziemlich selbstlos hier - so sehr, dass es weh tut. Ach Mann, du spielst hier aber auch mit meinen Gefühlen. Keiner will, dass sie geht, aber irgendwo hat er schon recht. Aber dann halt auch gar nicht. Mensch, ich hasse sowas... Aber dramaturgisch kann mans eben schön verwenden, wie du hier zeigst.

Was war denn mit Thiel los, der ist ja richtig süß? *-* Isser sonst auch natürlich, aber heute besonders. Irgendwie passt das zu ihm... Erst hinknien, dann sogar ein Kuss auf die Stirn. Hat Alberich auch verdient, die hats hart genug. Und Thiel hat sich die Umarmung am Anfang verdient. So einen guten Freund muss man ja auch mal wissen lassen, dass er ein Goldstück ist. Hach, ich mag Thiel :)

Boerne und Alberich sind ja auch irgendwie süß, wie sie sich da nicht voneinander losreißen können, obwohl es ja nur in die Mittagspause geht. Wie das wohl wird, wenn sie dann wirklich gehen will. Da brauchen die ja mindestens ne Woche, um überhaupt Tschüss zu sagen. Vom Trennungsschmerz ganz zu schweigen.
Na, mal sehen, ob sie dann wirklich geht. Am Ende ist sie ja doch seeehr wehmütig. Verständlich. Einfach die chosen family verlassen, um in die USA zu gehen...? Würd ich NIE. Aber sie muss es wissen... Und es stimmt ja doch, dass sie selbst oft mal zu kurz kommt, weil Boerne so viel Raum einnimmt.

Ich bin gespannt, was der Epilog bringt. Ich hoff aufs Beste, aber mal sehen :) Was immer das Ende ist, es wird sicher gut, so wie ich dich und deine Ideen kenne.
Danke fürs Teilen!
albvrich (anonymer Benutzer)
11.10.2021 | 20:43 Uhr
Liebe Marie,

Na hoppala, ich schuld dir noch eine Review! Hätt ich jetzt fast vergessen. Zu meiner Verteidigung, habs erst gestern gelesen, also bin ich nicht direkt im Verzug... Aber irgendwie halt schon.
Eigentlich wollt ich auch grade selber schreiben, aber meine Motivation hängt wie ein Schluck Wasser in der Kurve fest :')

Ich versteh gar nicht, warum du so Panik geschoben hast dieses Kapitel zu schreiben und zu veröffentlichen. Also ich verstehs schon, aber du hast wirklich keinen Grund zu! Das ist super geworden. Ich fang gleich mal mit den Details an!

Ich liebs schonmal total, dass er seine Krawatte selbst öffnet, weil sie dazu nicht in der Lage ist. Das ist irgendwie mega schön und so anders als das, was man sonst liest bzw. denken würde. Es passt einfach irgendwie echt gut.

"Sie waren eben komplex und über die Maßen kompliziert. Ein Konstrukt das niemand verstand. Nicht mal sie beide wurde so richtig schlau daraus. Und das war gleichzeitig der Reiz und das Problem." Ohh ja, wie schön und treffend zusammengefasst. Passt perfekt so, lass ich auch so stehen.

Ich mag das Detail, dass ihre Zähne so aufeinander schlagen. Man hört das Geräusch förmlich. Zum einen zeigt das natürlich die Leidenschaft, mit der sie hier dabei sind. Aber was ich viel wichtiger finde, ist, dass es auch bei den beiden nicht zu 100% perfekt läuft. Du beschreibst diese Kollision ja als unangenehm. Und das find ich eben mega wichtig. Dass sowas nicht nur alles super perfekt ist. Dass gewisse Kleinigkeit schief gehen.
Früher hätte mich sowas gestört, aber mittlerweile suche ich direkt danach, weil dann einfach alles natürlicher wirkt. Also danke. Da fühl ich mich als Leser gleich wohler.

Du baust wieder so ein hammermäßiges Flashback ein, das mich sehr zum Schmunzeln gebracht hat.
"Später hatte sie ihm erzählt, dass ein paar Kollegen sie geholt hatten, um ihn nach Hause zu bringen. Er rief sich in Erinnerung, wie sie ihn wie einen ungezogenen Schuljungenaus dem Hörsaal geschleift hatte bis zur Umkleide. Dort hatte sie ihn etwas unsanft auf den Boden verfrachtet. Er hatte nur dümmlich vor sich hin gegrinst." Das sind sooo die beiden. Ich kann sie mir da wirklich vorstellen.
Und wenn ich dachte, Alberich ist am badass Höhepunkt angelangt, indem sie Boerne auf den Boden pfeffert, hab ich mich geirrt. Knallt sie ihm eine. Ganz großes Kino, ich liebs!

Was ich zurück in der Gegenwart soooo süß fand, ist, dass sie plötzlich lachen müssen. Total schön, dass sich alles dann doch ein kleines bisschen ganz kurz auflockert und sie sehen, dass sie doch zusammen eigentlich auch immernoch eine gute Zeit haben.

Auch deinen wortwörtlichen roten Faden mit dem roten Rollkragen find ich toll. Wieder rot für die Leidenschaft, die hier im ganzen Kapitel eine große Rolle spielt. Und dann zerreißt er ihn auf ihren Wunsch hin. Das sagt symbolisch schon wieder mehr als ich je analysieren könnte... Also lassen wir die Magie wirken.

Allgemein muss ich dich jetzt auch mal für die Szene an sich loben, die du brillant gestaltet hast. Die Leidenschaft wirkt nicht billig, die Sanftheit nicht gezwungen. Du hast da schon ein Händchen für, brauchst du jetzt gar nicht abstreiten :)

Was ich am Ende auch so tragisch fand, ist, dass sie ja beide gar nicht voneinander weg wollen. Ach Kinders... Was soll man da noch machen...

Vermutlich aufs nächste Kapitel warten. Ich bin sehr gespannt, was noch kommt! Danke für dieses kleine Kunstwerk :)

Antwort von rheingoldweg12a am 14.10.2021 | 21:55 Uhr
Liebste Jana,

heute schreibe ich mal ein paar Re-Reviews. Ich werde niemals alle nachholen können. Aber ich will einfach mal auf diesem Wege Danke sagen. Danke für die Treue, für die Begeisterung, für's einfach Dasein. Danke auch dafür, dass ihr mich quasi durch die letzten Monate getragen habt. Was würde ich nur ohne euch machen.

Ich erinnere mich noch an deinen ersten Kommentar auf Tumblr zur ersten AxB-Story. Das werde ich hoffentlich auch nie vergessen, wie ungläubig ich auf mein Handy gestarrt habe und noch Tage später es nochmal lesen musste, weil ich es einfach nicht glauben konnte, dass mir jemand sowas schreibt einfach nur wegen einer Story, die ich geschrieben habe. Also das hier ist nicht nur ein Danke für diese schöne Review zu einem echt harten Kapitel für mich, sondern auch dafür, dass du mich nie hängenlässt bei sowas. Wie viel wert das ist, werde ich nie in adäquaten Worten ausdrücken können. Vermutlich würde ich sonst täglich das alles hier wieder einstampfen.

Ich weiß, es ist albern, aber die Zweifel bekomme ich immer erst dann in den Griff, wenn ihr mir eurer Feedback gegeben habt. Erst dann glaube ich wieder ein bisschen daran, dass das hier nicht nur Spinnerei und ich ggf. doch was reißen kann schriftstellerisch. Ich versuche mich da wirklich zu bessern, aber mein Kopf tut eben, was er tut. Also Dank, dass ihr ihn jedes Mal wieder zuverlässig zum Schweigen bringt. :)

Liebste Grüße
Marie
11.10.2021 | 10:53 Uhr
Liebste Marie,

diese Geschichte ist definitiv eine der wunderbarsten, die ich je gelesen habe, und wie immer gehst du mit leidenschaftlicher Totalität in die Tiefe- ich leide so dermaßen intensiv mit den Figuren, mit ihrer Verzweiflung und dem Ringen um eine Lösung. Natürlich trifft Boerne dabei extreme Entscheidungen, die in ihrer emotionalen Verkorkstheit enorm weit gehen. Aber ich finde ihn dennoch nicht out of character: es macht halt seine Eigenart aus, dass er einerseits extrem emotional ist, andererseits aber in seiner Kindheit gelernt hat, dass er das nicht sein darf, dass er kühl und überlegen zu sein hat. Dadurch ergeben sich zwangsläufig diese Probleme: er hat den Eindruck, sachlich zu handeln und das Beste zu tun (in diesem Fall: Alberich, die er liebt, zu schützen), erreicht aber genau das Gegenteil.

Ich hoffe zutiefst, dass Alberich Thiel & Co. noch auf den Pott setzt, denn obwohl es natürlich nicht geplant war, dass Boerne die Unterhaltung hört: ihre Überlegungen waren zwar absolut authentisch (wer hat noch nicht so über Beziehungen geredet, die man einfach nicht verstanden hat), aber auch zutiefst übergriffig, zumal es sich ja um Menschen handelt, die den Dreien extrem nahe stehen. Da würde ich mir wünschen, dass sie wenigstens merken, was sie da angerichtet haben.

Nun zu den Details dieses Kapitels (das ich jetzt vorrangig reviewe, weil ich sofort etwas dazu sagen muss):

Ich habe ja schon erwähnt, dass ich bereits die Hinführung zur erotischen Szene im letzten Kapitel absolut genial fand. Nach ihrer herzzerreißenden Erkenntnis, dass da bei ihm etwas ist, dass es ihr unmöglich macht, das Hindernis einfach wegzuargumentieren (und wie FRUSTRIEREND das ist- denn an ihrem Glück gibt es für sie doch gar keinen Zweifel!!! Dennoch ist Boerne so dermaßen verbohrt in seinem Gedanken, er könne sie gar nicht glücklich machen, deshalb könne sie auch nicht glücklich sein, dass sie NICHTS machen kann!!!), ist ihr Wunsch nach einem letzten Moment der absoluten Nähe ein komplett wunderbare Gedanke- und warum, das sehen wir in diesem Kapitel: denn hier kommunizieren sie auf einer Ebene, die so viel tiefer geht als Worte, und das ist (meiner Meinung nach) der eigentliche Sinn von Sexszenen und der Grund, warum es mir so schwerfällt, sie NICHT zu schreiben: sie sind immer der eine Schritt weiter, der über eine absolute Grenze hinausgeht, der die Tiefen selbst der tiefsten Kommunikation überwindet und einfach noch ein Stück weiter nach unten geht, ins Dunkle, Unbeleuchtete, das in Berührungen so viel besser interpretiert und angeschaut werden kann als im Sprechen. Genau das ist hier in jeder Zeile spürbar: wie sie beide in all ihrer Verzweiflung tiefer gehen, und wenn Alberich eine Chance hat, bei ihm etwas auszulösen, dann so-indem sie nichts verschweigt, indem sie sich komplett öffnet und seinen Verstand genauso umgeht wie ihren.

Was mir zudem auffällt (wie so oft in seinen Geschichten), ist der ungeheure Detailreichtum: du malst die Welten, in denen sie agieren, so sorgsam und ausführlich, dass sie eine unheimliche Plastizität entwickeln- Räume, in denen wir herumlaufen können, und die sich absolut real anfühlen, meisterhaft. Dazu gehört zum Beispiel die Beschreibung des Fruchtsafts, der die Beziehung betont (zu wie vielen winzigen Teilchen ihres Alltags hat er einen klaren Bezug), aber auch das Reale der Situation noch verschärft.

„Er musste aufstöhnen, als er mit seiner Zungenspitze endlich sie und nicht nur ihre endlosen Tränen fand.“- Makellos ausgedrückt, und das ist nicht nur hier der Fall: wie die Verzweiflung immer mitschwingt, wie das der Kern ihres „Gesprächs“ ist, und wie sie sich dennoch verbinden können, in dieser endlosen Liebe dennoch die Essenz finden und eins werden… das ist die echte Magie dieser Geschichte.

„Er wollte das gleich aus dem Weg haben. Denn wer konnte diese Kleidungsstücke schon möglichst erotisch ausziehen.“- Hier musste ich sehr lachen, denn natürlich ist das zu 100% richtig- und wie kunstvoll du den Personen auch hier eine Realität gibt, ihnen mehr verleihst als die metaphorische Ebene, das macht hier alles so besonders und einzigartig. Beide agieren trotz allem Schmerz immer noch in der Wirklichkeit, das macht hier alles so nachfühlbar, so nah, ich bin… ich finde gar keine Worte. Es berührt mich wirklich auf viszeralem Level, es geht unglaublich tief hinein. Großartig.

„Atemlos versuchte er ihren hektischen Blick einzufangen. Ihr stumm mitzuteilen. „Schhhh, alles gut. Ich bin hier. Ich bin noch hier. Wir haben Zeit.““- Autsch. Hier sind es wieder die Worte, die du sie stumm sagen lässt, die eine unglaubliche poetische Wucht entfalten, das ist mir in deinen vorherigen Geschichten immer wieder aufgefallen, und in dieser auch. Das „Ich bin noch hier“ macht mich einfach fertig- dass da eine solche Nähe, eine solche LIEBE deutlich zwischen den beiden spürbar ist, und ihm das nicht reicht… ich kann es nicht fassen. Hier habe ich zum ersten Mal angefangen, zu weinen, weil es einfach so unendlich TRAURIG ist.

Die Geschichte mit dem roten Rollkragenpullover ist GENIAL, ich finde kein anderes Wort. Sie zeigt so ein hohes Maß an kompositorischen Fähigkeiten, wie du seine Gedanken mit seinen ganz realen Reaktionen auf diesen Pullover verknüpfst, die Erinnerungen an das erste Auftauchen des Kleidungsstücks, das gleichzeitig den Beginn ihrer Beziehung symbolisiert- brillant. Auch, dass sie sich dafür entschuldigt, weil sie ihm doch versprochen hatte… absolut großartig. Hier verwebst du in vollendeter Weise alles, was die beiden ausmacht: den Anfang, der doch so simpel war, ihr Begehren, die Verzweiflung, die aus seiner komplizierten Persönlichkeit gewachsen ist, die einfach nichts simpel macht, die es den Dingen nicht erlauben kann, auch mal einfach zu sein-formvollendet bildet sich hier eine fühlbare Skulptur aus all den Ebenen, pure Kunst.

„„Chef! Wenn Sie solche Sehnsucht habe, dann reißen Sie sich doch einfach mal zusammen und fragen mich direkt.““- PERFEKTER Satz, nur Alberich kann das so, und wie wunderschön du hier ihre Sicherheit, ihre emotionale Stärke und Klarheit einfängst- der Wahnsinn, und wieder mal der Beweis, dass es NIEMANDEN gibt, mit dem diese Beziehung für Boerne überhaupt funktionieren könnte- wie tragisch, dass er es in dieser Geschichte trotzdem schafft, das Ganze total gegen die Wand zu fahren. Das hat er nicht verdient, aber ganz besonders sie nicht!

„Er versuchte an ihre Halsbeuge zu kommen. Wollte unbedingt ein letztes Mal ihren Geruch einsaugen. Den Geruch von Wildblumen und Tau am Morgen. Den Geruch von Heimat.“- Du fängst auch in den Zeilen davor den Wechsel von tiefster Verzweiflung und brennender Lust so perfekt ein, dass man als Leser einfach immer noch nicht glauben will, dass es das letzte Mal sein soll…das kann nicht Boernes Ernst sein, verdammt! Dieses Gefühl konservierst du hier in jeder Zeile, und ich habe das noch nie so absolut vollkommen beschrieben gefunden: zwei Menschen, die sich bis zur Besinnungslosigkeit lieben, und sich dennoch trennen, weil sie glauben, dass der andere sonst unglücklich ist. Totale Tragik, atemberaubend geschildert, man will sich alle Haare ausreißen ob ihrer inneren Zerrissenheit, man leidet mit ihnen und denkt gleichzeitig, NEIN, verdammt, macht das NICHT!!!

„Sie lachte. Lachte hell und klar. Und nicht still und leise in sich hinein. Sie füllte den Raum um sie mit ihrem Lachen. Trotz allem lachte sie, schenkte sie ihm diesen Moment absoluter Schwerelosigkeit. Und er konnte noch anders. Er stimmte leise und tiefer mit ein.“- Es gibt so viele Momente in diesem Kapitel, die einfach absolut PERFEKT sind, der rote Rollkragenpullover, der Wechsel zwischen Ekstase und Traurigkeit- und dieser hier auch: dass sie diesen Moment miteinander haben, in dem das Verständnis, die Nähe, die Vertrautheit so absolut ist, dass sie inmitten der Leidenschaft miteinander lachen können- kühles Blau in einer Flut von Rot. Nebenbei für mich auch ein Zeichen „erwachsener“ Beziehungen, dass solche Augenblicke die Stimmung nicht wirklich unterbrechen, und wie viel tragischer macht das die Begleitumstände- dass sie sich trennen wollen, obwohl sie wie gemacht füreinander, obwohl sie PERFEKT sind.

„Dann öffnete sie ihre ausdrucksstarken Augen, die nun unfassbar dunkel, fast schwarz im Neonlicht der Bürolampen schimmerten. Mit äußerster Mühe formte sie nur ein tonloses „Bitte.“ Daraufhin ließ er sämtliche Machtspielchen fallen und streifte ihr den Slip auch noch von den Hüften. Sie trug nur noch den feuerroten Pullover und ihren BH.“- Auch hier, atemberaubend komponiert, wie du ihre Beziehung mitten in die Handlungen fließen lässt, wie hier das Innere das Äußere so herausragend umschreibt und beeinflusst- das ist einfach alles meisterhaft gelungen.

„Sie war so erregt. Es brauchte nicht viel. Sie kam heftig und schluchzend gegen seinen Mund. Er verharrte noch eine Weile, um ihre Lust zu vergrößern. Doch als ihre Schluchzer ihren gesamten kleinen Körper durchschüttelten, ließ er von ihr ab. Ihre Klagelaute wurden immer lauter. Er schob sich nach oben und starrte sie entsetzt an. Die Tränen liefen ihr unaufhörlich über die Wangen. Intuitiv umfing er ihr Gesicht mit seinen Händen und versuchte ihre Tränen mit seinen Daumen aufzufangen. Doch er sah kaum etwas, denn ihm liefen selbst die Tränen unerlässlich über das Gesicht. Seine eigenen tiefen kraftlosen Schluchzer gesellten sich zu ihren und er presste verzweifelt seine Stirn auf ihre. Er wisperte immer wieder. „Es tut mir leid. Es tut mir so leid.““- Jaaaa, an der Stelle habe ich dann auch so richtig geheult… wieder setzt du einen erotischen Anker, und bindest ein Gefühl daran, was so ziemlich die Essenz der perfekten Sexszene ist, wirklich, das ist absolut ATEMBERAUBEND GROSSARTIG! Gleichzeitig: ich leide so mit ihr, verdammt, ich will in die Geschichte steigen und irgendwie helfen, das geht mir echt unbeschreiblich nahe- wirklich magisch, das ganze Kapitel!

„Also legte sie ihre Hände mit einem fest Griff auf seine und hauchte ihm atemlos zu. „Zerreiß ihn einfach.“ Er weitete seine Augen. „Was?“ Wisperte er atemlos zurück. Sie ließ seine Hände los. Dann legte sie wieder eine Hand in seinen Nacken und zog sich zu ihm hoch. Sie sprach in einem unnachgiebigen Befehlston direkt gegen seine Lippe. „Ich will das du mir das Teil vom Leib reißt. So wie du dir es immer vorgestellt hast. Ich will, dass du ihn vollkommen zerfetzt. Ich will das Ding nie wiedersehen müssen.““- Wie gesagt: die ganze Sache mit dem Rollkragenpullover ist ein Streich brillanter Genialität, und dieser Schlusspunkt ist keine Ausnahme: du verknüpfst hier erneut die Ebene der Taten mit der der Gefühle wie eine Meisterin, wirklich, dieses Talent, ich bin sprachlos. Und wimmere nur noch leise vor mich hin vor Bewunderung.

„Sie wusste, dass er sich so kaum bewegen konnte. Aber das war ihr egal. Sie seufzte erleichtert, als er sich wieder nach vorn beugte und dadurch noch tiefer in ihr versank. Sie zog sein Gesicht zu ihrem. Ihre Küsse waren dieses Mal federleicht. Sanft küsste sie immer wieder seine Lippen. Seine Mundwinkel. Seine Nase. Sein Kinn. Alles was sie nur von seinem geliebten Gesicht erreichen konnte. Sie sah ihm die Anstrengung, sich nicht zu viel zu bewegen, an. Feine Schweißperlen standen auf seiner Stirn. Sie spürte wie ihm die Hitze an den Seiten herunterlief. Sein Blick war gezeichnet von Verlangen, von Sehnsucht, von Schmerz und Trauer. Aber da war auch so viel Zuneigung, so viel Liebe in diesen grün-grauen Tiefen. Wie konnte er nur glauben, dass das nicht genug war? Sie lächelte ihn traurig an. Es war genug für sie. Es würde immer genug für sie sein. Es reichte nur eben nicht für ihn. Für sie beide.“- Man möchte etwas zertrümmern vor Verzweiflung. Es ist so wunderschön und zauberhaft, wie sehr sie ihn liebt, wie übermächtig und strahlend das alles ist, unvorstellbar, das aufzugeben. Ich kann nicht genug betonen, wie einzigartig schön du diese zerrissenen Gefühle in dieser Geschichte schilderst: eine solch tiefe Reise in die Seelen dieser Charaktere, auch das hat viel von Einswerden, von Verschmelzung, und passt ganz großartig zum erotischen Kontext. Herausragend in jeder Facette!

"„Ich liebe dich.“ Flüsterte sie ihm zu. „Ich werde dich immer lieben. Egal wo ich bin, mit wem ich zusammen bin, was ich auch tue. Ich werde mein Herz immer hier bei dir lassen, weil ich weiß, dass du darauf gut aufpassen wirst. Und ich will gar nicht, dass du es mir je wieder zurückgibst. Also streng dich an, Karl-Friedrich Boerne. Streng dich an und komm zurück zu mir, wenn du deinen Weg gefunden hast.“"- Höhepunkt und schönste Stelle des ganzen Textes- was sie ihm hier sagt, ist so perfekt und hinreißend, es beschreibt alles, was zwischen ihnen ist und brennt, und dass das ganz einfach nicht vergehen darf. Sie ist so unglaublich stark, ich bewundere ihren Charakter hier wieder einmal grenzenlos.

„Sie weinten beide die gesamte Zeit. Seine Stößen waren langsam und zärtlich. Und obwohl sie das initial nicht gewollt hatte, nahm sie jetzt alles was sie von ihm bekommen konnte. Sie würde so nicht noch einmal den Höhepunkt erreichen. Aber das war völlig egal. Es würde sich dafür eine kleine Ewigkeit hinziehen. Eine kleine, süße Ewigkeit, die sie der Zeit, dieser gnadenlosen Diebin, einfach selbst rauben würden.“- Wunderschöner Abschnitt, der auch mal wieder zeigt, dass es in richtig guten Sexszenen eigentlich gar nicht um Sex geht. Großartig aber auch (und wiederum Zeichen dieser zwar komplizierten Beziehung, an der aber dennoch ALLES stimmt), dass er wohl weiß, dass er so für sie keine Erfüllung zustande bekommt, und das korrigiert- gerade dadurch zeigt er metaphorisch in der realen Handlung, dass er sehr wohl alles richtig macht, wenn es um ihr Glück geht, und dass er, dass seine Liebe sehr wohl reicht, auch wenn er das nicht sehen kann.

„Sie malte mit ihren Fingern auf seiner Brust die Stelle nach, während sie selbst langsam wieder zur Ruhe kam. Dieses Herz, das so viel gelitten, so viel schon ertragen hatte. Dieses Herz, das sie seit über 22 Jahre beschützte, behütete, immer wieder geflickt hatte, wenn es nötig war. Dieses Herz, das sie liebte, auch wenn es das nicht laut tun konnte. Dieses Herz, das doch eigentlich ohne jeden Zweifel ihres sein sollte.“- Auch eine meiner Lieblingsstellen… das Nachmalen des Herzens, die Beschreibung ihrer Beziehung zueinander anhand dieses Herzens, die (verdammt korrekte) Feststellung, dass es zweifelsfrei ihres sein sollte- atemberaubend und zum Weinen schön (hab‘ ich auch, ich hab‘ die ganze Zeit geweint).

Ich bin dankbar, dass sie dieses „Noch nicht“ sagt und das Kapitel dadurch nicht mit der seelenzerfetzenden Trennung endet- ich weiß nicht, ob ich das überstanden hätte.

Und, liebste Marie: Sag‘ nicht, dass du hier „zaghafte Schritte“ machst- das war ohne jeden Zweifel die Meisterschaft, und gehört zu meinen allerliebsten erotischen Szenen überhaupt. Ganz, ganz GROSSARTIG gemacht, der absolute Wahnsinn.

Was hier vor allem so perfekt deutlich wird: dass gerade ihr Zusammenspiel in dieser Szene, die Art, wie sie in dieser intimen Situation miteinander umgehen, mehr als deutlich zeigt, dass das die wahre, reine Liebe ist, und dass das, was zwischen ihnen ist, trotz seiner Zweifel locker für sie beide, für ein ganzes Leben miteinander reicht, auch, wenn er und die Mitglieder ihres Teams das nicht verstehen. Das hast du hier wunderschön und in aller Deutlichkeit klargestellt, und es strahlt wie ein Licht in eine Zukunft, in der die beiden hoffentlich noch eine Chance haben.

Ich will dich absolut nicht unter Druck setzen, aber dennoch hoffe ich so sehr, dass das nächste Kapitel bald kommt. Denn ich bin jetzt, nach deiner unglaublich intensiven Beschreibung dessen, was diese zwei durchmachen, mit ihnen so unendlich traurig- und ich wünsche ihnen so sehr, dass es Hoffnung gibt. Ich warte aber natürlich auch! Sehnsucht steigert ja auch die Freude, also nehme ich das mal als Ansporn.

Marie, die Geschichte ist wunderschön, deine Reise in ihre Gefühle ist perfekt, niemand macht das so wie du. Und, wie gesagt: diese Geschichte ist schon jetzt eine meiner allerliebsten, weil sie alles, aber wirklich alles vereint, was ich an diesen beiden so sehr liebe, beschrieben in deinen atemberaubend kunstfertigen Worten. DANKE!!!

Antwort von rheingoldweg12a am 14.10.2021 | 21:45 Uhr
Liebste Maja,

was würde ich nur ohne dich und deine Reviews machen. Vermutlich jeden Tag mir vernehmen das hier wieder seinzulassen. Ich weiß, es ist mega unfair euch gegenüber. Aber die Zweifel werden erst ein bisschen leiser, wenn ich eure Reviews lese. Also tausend Dank für's Mut machen, für's immer da sein, für diese tollen Reviews, die mich immer wieder tief berühren.

Ich bin so glücklich darüber, dass wir uns hier über den Weg gelaufen sind.

Ganz liebe Grüße
Marie
11.10.2021 | 08:22 Uhr
Ok... beginnen wir mit meiner Lieblingsstelle:

'„Ich liebe dich.“ Flüsterte sie ihm zu. „Ich werde dich immer lieben. Egal wo ich bin, mit wem ich zusammen bin, was ich auch tue. Ich werde mein Herz immer hier bei dir lassen, weil ich weiß, dass du darauf gut aufpassen wirst. Und ich will gar nicht, dass du es mir je wieder zurückgibst. Also streng dich an, Karl-Friedrich Boerne. Streng dich an und komm zurück zu mir, wenn du deinen Weg gefunden hast.“ '

Das ist echt MEGA und ich musste es zig mal lesen.
Sie hat die Verantwortung abgegeben. Wunderbar. So herzzerreißend. ♡

Zur X- Szenerie: Ist dir auch gut gelungen. Schön geschrieben, mit den traurigen Zwischentönen.

Ich freue mich auf ein neues Kapitel und hoffe, dass er sich jetzt echt anstrengt. Man leidet schon ziemlich mit.

Lg

Antwort von rheingoldweg12a am 14.10.2021 | 21:41 Uhr
Ach du kannst dir gar nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass dieses Kapitel so gut angekommen ist. Was hatte ich für ein Lampenfieber davor.

Ich finde es immer wieder schön, wenn ihr eure Lieblingsstelle mit mir teilt. Das ist total wertschätzend und macht mich sehr glücklich. Das hat was, wenn eine Stelle so hängen bleibt. Dann hat man tatsächlich was erreicht bei seiner Leserschaft. Tausend Dank dafür also.

Ich verspreche, dass es kein Katastrophenende gibt, auch kein offenes bittersüßes. Tatsächlich wäre Zweiteres beinahe passiert, aber das wollte ich euch nicht antun, also habe ich jetzt eine etwas konstruierte Lösung gebastelt. Ich hoffe, sie ergibt dennoch etwas Sinn. Ich habe die Hoffnung, dass ich dann Samstag endlich posten kann.

Bis dahin danke für die Treue und das Lesen dieser Story.

Liebe Grüße
10.10.2021 | 12:28 Uhr
So, endlich bin ich dazu gekommen weiterzulesen. (Gleich Kapitel 2,3 und 4, was mich natürlich sehr gefreut hat.♡)

Jedes Kapitel ist wunderbar, auch wenn der Schluss von diesem hier eine gewisse Verwunderung und Melancholie bei mir hinterlassen hat.
Damit hatte ich nicht gerechnet.
Ich bin gespannt, wann und wie der Punkt kommt, an dem er realisiert was sie ihm gesagt hat und sagen will.

Ihre Wut ist verständlich, jede Emotion ihm gegenüber so wichtig, dass weiß Silke. Denn sie hat gelernt, dass er nicht so inkompetent in solchen Dingen ist, wie man meint.

Die eingeschnappte, sensible Diva hat man mehrfach erlebt, ich bin wirklich neugierig , wie er es jetzt richtet - denn wenn Silke ihr Vorhaben beibehält, hat er keine andere Wahl.

Lg

Antwort von rheingoldweg12a am 14.10.2021 | 21:37 Uhr
Huhu endlich komme ich mal dazu, mich bei dir mit einem dicken DANKESCHÖN zu melden. Deine Reviews bedeuten mir echt viel. Tausend Dank. Ich komme gerade überhaupt nicht dazu, dir auch mal was zu deinen Sachen zu schreiben. Aber das hole ich noch nach.

Ja, die Story ist mir mal wieder total eskalisiert, aber what else is new. Ich hoffe, dass sie dir dennoch weiterhin gefällt, auch wenn das alles etwas unerwartet war. Ich bin optimistisch, dass ich sie bald fertigstelle.

Liebe Grüße
albvrich (anonymer Benutzer)
10.10.2021 | 00:15 Uhr
Liebe Marie,

Du übertriffst dich wirklich jedes Mal neu. Ich dachte, nach dem Kapitel geht's bergauf. Aber so kann man sich täuschen.
Das einzige Mal lachen musste ich bei der Erwähnung der TicTacs. Was war ich früher süchtig danach... aber nicht Minze, nur Orange.

Oh man, Alberich hat wirklich absolut kein Glück heute, was? Nichts will klappen. Sie denkt, sie hat ihn wieder, und schon ist er wieder weg. Und er weiß auch nicht, wohin mit sich. Glaubt ihr ja nicht einmal, dass sie doch glücklich ist mit ihm.

Du hast recht, verheimlichen können die absolut gar nix voneinander. Lügen tun sie beide schlecht. Bei Alberich ist das in Rhythm and Love tatsächlich schon niedlich, auch wenn sie mir leid tut. Boerne hätte das doch sicher auch bemerkt, wäre er nicht so investiert in sein eigenes Drama gewesen. Das Thiel da auch nichts gemerkt hat... naja, egal. Fangschuss ist auch so ein Beispiel, da haben sie ja beide etwas versagt.

"Diesen Haufen an Pseudo-Beziehungsberatern" Oh oh, da sollten die Herrschaften mal lieber aufpassen. Wenn Alberich sauer wird, möchte ich ihr nicht entgegen stehen. Ich bin gespannt, was sie Mirko und Thiel dann vor den Latz wirft. Die werden wahrscheinlich in Tränen ausbrechen, wenn sie da richtig loslegt. Und die Klemm... joa die sollte sich vielleicht auch warm anziehen.

Was ich nicht glaub, ist, dass er sich seiner Gefühle unsicher ist. Das redet er sich nur ein. Kann er mir nicht erzählen! Aber ein Boerne erzählt eben oft Mist.
Aber anhand seiner Reaktionen erkannt man mehr als deutlich, dass er sie über alles liebt. Sonst würde er auch nicht so ein Drama veranstalten. Und in ihrem Melodrama hat es ihnen doch auch irgendwie immer gefallen.

Jetzt hier so um den Dreh hat The Enemy von Andrew Belle zu spielen begonnen und dann wurde die Story gleich doppelt schmerzhaft.

Irgendwie will Boerne da die Kurve kratzen, aber jetzt stellt sich Alberich quer, weil er ihr doch davor noch vermittelt hat, dass es zwischen ihnen einfach nicht passt.
Das ist schon tragisch alles... Aber ich bin zuversichtlich, dass du die zwei zusammen bleiben lässt... oder?!

Ich bin gespannt aufs nächste Kapitel. Wenn die verbale Aussprache nicht funktioniert, müssen sies eben physisch machen. Hoffentlich haben sie da mehr Glück.

Danke für dieses Kapitel, ich geh jetzt noch deinen Oneshot lesen! :)
albvrich (anonymer Benutzer)
09.10.2021 | 23:48 Uhr
Ich hab was vergessen! Das passiert nämlich, wenn ich meine Notizen nicht genau lese...

Das kleine Flashback war mega süß. Kurzes Aufatmen in diesem doch recht traurigen Kapitel. Die Boerne Enzyklopädie... Und ihre Finger Attacke. Hach, ich will diese Szene im Tatort...
albvrich (anonymer Benutzer)
09.10.2021 | 23:45 Uhr
Liebe Marie,

heute fass ich mich etwas kürzer. Das liegt nicht daran, dass mir die Story weniger gefällt. Klar, ich hab so meine Favoriten, aber jede deiner Geschichten ist brilliant. An der Müdigkeit liegts, dass ich meine Review heute nicht so eskalieren lassen will.

Mir machts gar nichts aus, dass wir in den Hurt abrutschen. Das passt hier sogar echt gut. Ich mag, wie plastisch und greifbar du seine Gefühle allein durch die Beschreibung seines äußeren Erscheinungsbilds machst. Man sieht ihn vor sich und denkt sich, um Thiel zu zitieren, Sie sehen echt scheiße aus.

Anfangs ist Alberich noch selbstsicher, zuversichtlich und fast schon streng... Sanft streng. Sie will Antworten, weiß, was sie da tut.
Aber heute will ihre Taktik einfach nicht so recht funktionieren. Auch das gehört dazu, wenn man sich auf jemanden wie Boerne einlässt. Aber wie du so schön schreibst, das hat sie alles gewusst. Und trotzdem setzt ihr das zu. Das liegt nicht mal an ihrer rosaroten Brille, die sie manchmal ja ganz gerne aufbehalten würde, sondern einfach daran, dass Boerne ihr so wichtig ist. Sonst könnte sie das, was er tut, ja nie so verletzen.

Sie tut mir so unheimlich leid, wie sich ihre Augen dann auch seinen angleichen und ihr Funkeln verlieren. Auch Boerne muss richtig leiden, wie er ihr da so zusieht. Das will aber auch keiner sehen... Alberichs Augen sind ja wirklich ein Eyecatcher im Tatort finde ich. Mich zerreißt es selbst, wenn ich da an den Ausdruck in ihren Augen in Folgen wie Limbus denke...

Wirklich faszinierend ist hier ihr Spiel mit den Händen. Sie greift nach ihm und er hält sie fest, aber dann will sie weg und er lässt sie nicht. Du lässt ihre Hände da so eine kleine Parallelstory erzählen, wirklich klasse! Sowas find ich immer ziemlich spannend.

Und dann brechen doch seine Dämme, weil Alberich ihn letztlich doch am besten von allen kennt und weiß, was sie tun muss. Die Umarmung von hinten ist dir außerordentlich gut gelungen. Gänsehautmoment.

Danke für dieses Kapitel. Ich les gleich das nächste :)
albvrich (anonymer Benutzer)
03.10.2021 | 23:33 Uhr
Liebe Marie,

da bin ich wieder! Ein bisschen Entspannung nach dem nervenaufreibendem Tatort heute Abend... naja, mehr oder weniger. Entspannend ist es auch nicht, dabei zuzusehen, wie Boerne da sie und ihn ins Chaos stürzt und alles beenden will.

Aber fangen wir am Anfang an...

Seine Panik hast du sehr schön beschrieben. Die Geste mit den Fäusten ist absolut in character. Er wirkt unheimlich realistisch und man spürt wirklich, was er fühlt.

Mich fasziniert es ja immernoch, dass ein schlauer Mensch wie unser Boerne so ein riesen Trottel sein kann.
Da benimmt er sich auf der Gala daneben wie immer... na, da muss er sich dann auch nicht wundern, wenn Alberich das nicht so toll findet. Junge, wo hast du deinen Kopf gelassen?
Andererseits ist er dann wieder zu verkopft und denkt viel zu viel nach. Er verliert sich da ja völlig in seinem Glauben, er sei nicht gut genug.

Was mir hier so gut gefällt, ist, dass du - anders als in sonst so vielen (teilweise Bestseller) Liebesgeschichten - einen Grund aufführst, warum er so denkt. Es ist nicht dieses "*sigh* Sie ist zu gut für mich, ich bin der Teufel, sie der Engel, sie verdient etwas besseres... ICH WERD MICH TRENNEN!". Nein, er hat einen Grund. Und er zeigt auch zur Abwechslung mal ein kleines bisschen Selbstwahrnehmung. Manchmal sind seine Aktionen ja wirklich ein Griff ins Klo. Aber andererseits tut er mir dann wieder leid, weil er sich auf seine Weise ja schon irgendwie Mühe gibt.

Jetzt muss ich noch kurz was einwerfen, weil ichs sonst vergesse. Mit Alberichs passiv aggressives "SCHATZ" hast mich dran erinnert, dass ich da noch eine Geschichte fertig zu stellen hab... Ach menno...

Wo waren wir... Teamgeist steht noch auf meiner Liste. Hahja, das ist so eine Sache... Ein bisschen fies bist du hier schon, aber andererseits ist nicht nur Boerne immer der Böse. Klemm kann ziemlich eiskalt sein, Thiel auch (siehe Lakritz bei Boernes Albtraum) und Mirko muss irgendwo ganz tief, ganz klein auch ein bisschen doof sein. Letztlich meinen sies ja alle gut - aber eben mehr mit Alberich, weniger mit Boerne.

Klemms Schlussmonolog ist dir auch gut gelungen. Das negative Thielchen, unser Teilzeit-Romantiker. Und ja, Alberich hält so einiges aus. Und ja... das Herz hat er ihr im Stillen wohl schon öfter gebrochen.

Hier tut mir Boerne dann wirklich leid. Er macht genau das, was man nicht tun sollte: nämlich auf die anderen Leute hören. Und sich einen viel zu großen Kopf machen. Das ist richtig selbstzerstörerisch, was er da tut. Aber so ist er eben. Und sie will er auch mit in den Abgrund reißen...
Mal wieder was aus der Rubrik "Kinder, REDET DOCH MITEINANDER!" Das Leben könnte ja so einfach sein...

Ich bin sehr gespannt, wie du das hier weiterführst. Danke für den schönen Abschluss meines Sonntags :)
albvrich (anonymer Benutzer)
03.10.2021 | 22:58 Uhr
Liebe Marie,

ich hoffe du verzeihst mir, dass ich mich heute etwas kürzer fasse. Aber ich sollt eigentlich schon schlafen, weil Schule und so. Aber ich MUSS unbedingt noch das zweite Kapitel lesen. Aber davor muss ich das reviewen. Und im Idealfall dann auch noch das andere...

Also: Das Rating kennt man ja so gar nicht von dir. Aber wenn die Story für Maja ist, naja... ;) Ich bin sehr gespannt was du dir da einfallen lässt.
Den Titel mag ich übrigens auch sehr gern. Das sind so die drei Wörter, denen wir öfter folgen sollten.

Anfangs mag ich schon mal das idyllische Bild der Sonne an der Zimmerdecke. Die Idylle wird dann aber durch Alberichs Gedanken und Beobachtungen "zerstört". Kontrastiert ist ein besseres Wort...

Hach, Boerne ist schon schwierig. Da benimmt er sich wie ein Depp, dann kommt aber sein vertrauensvoller Blick über den Rand seiner Brille oder irgendeine liebe Bemerkung... Wie ein Hund, der dauernd Scheiße baut, dem man aber nicht lange böse sein kann.

Die Debatte über die Einrichtung und Gestaltung der Wohnung ist dir sehr gut gelungen. Klar, die zwei beim Shoppen, das kann nicht gut gehen. Dann schreien sie den gesamten Laden zusammen, was sonst... Das wär doch auch mal was für einen Tatort! In irgendeiner Form jedenfalls.
Aber Schere, Stein, Papier hilft. Ein Glück... Die Boerne Methode wieder, was? :')

Boernes Quietschton hinsichtlich der Farbe fürs Schlafzimmer ist nicht nur wahnsinnig süß, sondern auch nachvollziehbar. Ich hoff, ich greif dich damit nicht an - immerhin scheint das Rot ja eine Bedeutung in deiner Story zu haben wie man sieht... und Rot steht ja auch für Leidenschaft... also JA, ich seh den Wink mit dem Zaunpfahl oder Farbpinsel - aber ist für die Wand echt nicht meine Farbe hihi. Wie dein Geschmack in der Hinsicht ist, weiß ich auch nicht, also bin ich lieber wieder leise. Denn wie immer, jedem das Seine :)

Du hast hier wieder so schöne Sätze drin, die ich mir am liebsten ausdrucken und an die Wand hängen würde.
"Es hatte meist nur eines Satzes von ihr bedurft und er war mit Umarmungen und Redebedarf regelrecht über sie hergefallen, sobald sich die Wohnungstür hinter ihnen geschlossen hatte." Awww ich sehs vor mir... wunderschön...

So. Hier jetzt Ende. Ich brauch das nächste Kapitel! Als wär ich auf Drogen, ehrlich... Mal sehen, ob Alberich mit ihrem Plan oder was auch immer Erfolg hat!

In größter Eile,
Jana :)
03.10.2021 | 22:04 Uhr
Liebste Marie,

bitte verzeih, wenn dieses Review nur sehr kurz wird- aber erstens finde ich es wichtig, jetzt gleich etwas zu schreiben, und zweitens ist dies einer jener Fälle, in denen ich so berührt bin, dass ich nicht viele Worte machen kann. Um es mit der Münsteraner Dichterin Anette von Droste-Hülshoff zu sagen: "Wo man am meisten fühlt/ weiß man nicht viel zu sagen."

Je länger ich in diesem Kapitel gelesen habe, desto tiefer bin ich eingetaucht in Boernes Seele, und was dort unten ist, ist tatsächlich unglaublich traurig. Du schilderst sein Dilemma so unglaublich zwingend und dicht, dass ich jede Faser gefühlt habe von diesem Korsett, in dem er sich da selbst eingesponnen hat. Es ist unsagbar bedrückend, dass er sich selbst so wenig vertraut, dass er sich den Traum hier zerreden lässt und am Ende so wenig eine Wahl hat. Dass er glaubt, sie schützen zu müssen, indem er ihr das Herz bricht und dabei quasi sein eigenes Leben zerstört.

Dementsprechend hat seine Haltung hier neben der unbändigen Verzweiflung auch gerade die Kraft, die er sich selbst abspricht, dass er nämlich bei aller Sprachlosigkeit eben doch für sie denken und fühlen kann, dass sie am Ende das Wichtigste für ihn ist, wichtiger als sein eigenes Glück, als alles Glück der Welt.

Seine Sprachlosigkeit macht für mich einen tragischen Sinn: wer weiß schon, wie oft ihm zuvor jemand gesagt hat, dass er geliebt wird? Für mich ist Boerne immer auch diese tragische Figur, die du hier so wunderschön und tieftraurig zugleich malst: die nie gelernt hat, was sie wirklich wert ist, und sich einseitig an seinen Verstand klammern musste, um irgendeine Bedeutung zu haben. Dass er ihr nun nicht sagen kann, was er fühlt- das weiß sie vermutlich besser als die Teammitglieder, die hier über die Beziehung der beiden reden. Darin liegt natürlich auch eine Chance: ich habe volles Vertrauen in sie, auch wenn ich jetzt wirklich, wirklich traurig bin.

Dass Thiel und der Rest des Teams die Beziehung der beiden nicht verstehen, dass sie das ganze gerade durch ihre Sorge zerreden, wundert mich gar nicht: es ist eben etwas absolut Einzigartiges, was Boerne und Alberich verbindet, etwas, dass man nicht mit den Regeln "normaler" Beziehungen bewerten kann, und was sich außerhalb dessen abspielt, was andere vielleicht für akzeptabel halten. Die beiden haben sich jenseits dieser Konventionen verbunden, und du zeichnest diese Verbindung hier so wundervoll und absolut, gerade auch, weil niemand sie so wirklich versteht.

Ich bin tief berührt und fühle so sehr mit ihm, wie er hier versucht, das Richtige zu tun, und gerade aus dieser Motivation falsch wählt.

Ich glaube absolut, dass in Boerne ein tief verwundeter Kern schlummert, der sich hier in deinen Worten Bahn bricht, deshalb finde ich ihn überhaupt nicht ooc. Du dringst sehr tief ein in seine Seele, und was wir sehen, tut weh. Ich hoffe (und weiß auch tief in meinem Herzen), dass sie ihn zurückholt, dass sie ihn einschließt mit dieser Liebe, die nur sie für ihn fühlen kann, auch wenn er sprachlos ist, mit all den Defiziten, die er eben hat.

Ich danke dir von ganzem Herzen für diese Geschichte, sie ist so unglaublich tief und berührend, und ich finde seine Sicht hier besonders bedrückend, besonders nahegehend. Tausend Dank dafür, dass du mich hierhin mitgenommen hast- ich wiederhole es immer wieder: deine Fähigkeit, die Seelen und Herzen dieser Charaktere so absolut schonungslos zu durchleuchten, ist absolut einzigartig, und ich stehe immer wieder hingerissen vor den Meisterwerken, die du hier schaffst. Ich kann das dritte Kapitel kaum erwarten- die Geschichte ist traurig und wunderschön, dicht und tief und bis auf den Grund wahrhaftig. Danke <3!!!
03.10.2021 | 09:06 Uhr
Hallöchen. ;-)

Was sitzt ihm denn wieder quer?
Silke tut mir hier wirklich leid. Ich hoffe, sie bekommt ihn dazu zu reden - über die richtigen Dinge natürlich.

Ein vielversprechender Anfang jedenfalls.
Bin auf seine Sicht gespannt.

LG und Danke fürs posten.
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