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28.09.2021 | 14:29 Uhr
Hey Forbidden to Fly,

ich habe mir das Geheule angehört (auch das all-clear-Signal - das muss damals so erleichternd gewesen sein, wenn dieses permanent auf und ab tönende Geheule dann in einen lang anhaltenden, entwarnenden Ton überging) ... wenn man sich vorstellt, dass dies einst Realität war ... und ich hab mir auch die Kommentare darunter durchgelesen. Zum Teil wirklich bewegend, was da einige Zeitzeugen geschrieben haben. Ich danke dir, dass du dieses Thema hier aufgegriffen hast und Einblick in das Alltagsleben der Zivilbevölkerung gibst und einmal mehr aufzeigst, dass der Krieg nicht nur die Schützengräben betraf.
Über die Familie Dawson kann ich ohnehin nie genug lesen - Mr Dawson ist ein so unfassbar sympathischer, empathischer, rationaler und in sich gekehrter Mensch. Vom Schicksal geschlagen, aber noch nicht zerbrochen. Auf seine Art schon irgendwie altersweise ... und absolut menschlich, nicht nur in seiner Angst. Ich fand es so wichtig und gut, dass du ihm hier diese Angst ehrlich zugestehst. Die Dawsons sind beispielhaft als eine Familie von vielen, die durch den Krieg auf unterschiedliche Weise betroffen waren. Und mir gefällt hier wieder einmal sehr, wie du diesen einen, ganz alltäglichen Abend hier beschreibst. All die Details sowohl in der Umgebung in Form des Hauses / der Wohnung und die Gedanken, die Mr Dawson umtreiben.
Oder die vermeintliche Gewohnheit und Ruhe, als der Alarm kommt, weil man es schon so viele Mal durchgemacht hat. Die Ruhe und Nüchternheit die Mary ausstrahlt - und dabei werden die ersten Male dieses Luftalarms doch traumatisch gewesen sein, und für viele Menschen wird es stets aufs Neue ein Trauma hervorgerufen haben. Es scheint ein notwendiges Arrangement, dem die Routine der Dawsons hier folgt ... aber dass bei aller Routine wohl doch immer ein Rest Angst bleibt, was vollkommen nachvollziehbar ist, das beschreibst du hier sehr eindringlich und "wunderbar" mit Mr Dawsons kurzen Rückblicken auf den Großen Krieg. Dieses Hinterfragen der Sinnhaftigkeit von all dem Grauen und die Erkenntnis, dass Kriege niemals dazu führen um Frieden zu schaffen, sondern vor allem eines tun: Den einst bestehenden Frieden auszulöschen. Kriege zerstören lediglich die Gegenwart und schaffen mitnichten eine bessere Zukunft. Man wünscht diese Erkenntnis am liebsten jenen, die diesen Krieg zu verantworten haben ... und doch ist es die traurige Wahrheit und es bündelt sich die gesamte Tragik darin, dass es hier ein "einfacher" Zivilist wie Mr Dawson ist, der uns an diesen Gedanken teilhaben lässt.
Dass die Dawsons hier nun ihren Abend im Keller verbringen müssen ... und dies, wie gesagt, mit einer gewissen Routine angehen, das beschreibst du sehr treffend mit vier Worten: Es half ja nichts! Es ist eine notwendige Akzeptanz dieser Situation, die sie ja in der Tat nicht ändern können - sie können sich nur anpassen. Und das ist im Endeffekt wirklich bitter.
Man kann Mr und Mrs Dawson einfach nur gern haben und man wünscht dieser Familie von Herzen, dass sie diese schwere Zeit so gut wie möglich übersteht - nicht nur weil sie mit James bereits einen unermesslichen Verlust zu verarbeiten haben, sondern der Krieg ihnen jeden Tag vor Augen führt, dass jedes Leben genommen werden kann. Ob nun in den Schützengräben auf dem Festland oder als Zivilist wie George auf der Moonstone ... apropos Moonstone - auch diese Details, dass die Dawsons das Petroleum und Spielkarten und Brettspiele von diesem Schiff im Schutzkeller bewahren., das gefiel mir sehr. Oder das Strickzeug von Mary und Mr Dawson mit seiner Pfeife und der Zeitung.

Alles in allem eine Szene, die ich im Film nur zu gerne gesehen hätte.
Vielen Dank für diese Geschichte und deine Art, uns Lesern das Leben in jenen Zeiten damals mit den Menschen und ihrem Alltag so unfassbar nahe zu bringen. Es ist immer wieder wirklich bewegend.
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