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Autor: Robidu
Reviews 1 bis 20 (von 20 insgesamt):
23.05.2022 | 21:15 Uhr
Hallo,
Eine Ironie des Schicksals, dass ich ausgerechnet zu diesem Werk mein erstes Review verfasse. Du hast die Problematik meiner Ansicht gut erkannt und rübergebracht und ich finde mich besonders bei den Lesern mit Formulierungsschwierigkeiten und denjenigen, denen ein „gut gemacht“ o.ä. nicht genügt wieder. Man möchte eben einen Mehrwert durch sein Review erzeugen, dem Werk und den Gefühlen und Gedanken gerecht werden, die es bei einem ausgelöst hat und dem Autor vielleicht auch Verbesserungsvorschläge oder Anregungen bieten. Aber das alles umzusetzen… ist wohl klassischer Fall überhöhter Erwartungen an sich selbst, an denen man letztendlich komplett scheitert, gerade als Einsteiger. Ich weiß das, aber dieses Wissen in bewusster Handlung widerzuspiegeln gelingt mir und auch manch anderem nur selten.
Ich danke dir, da du bei allem Verständnis auch mein Bewusstsein für die Autoren, die sich bestimmt über eine stärkere Resonanz und möglichen Imputt freuen würden geschärft hast. Zumal ich gerade heute wieder ein Beispiel von Freundschaft, die über Reviews entstehen kann erblicken durfte.
In der Hoffnung, dass ich noch weitere Male über meinen Schatten springen kann,
Deine Mimbulus Mimbletonia
08.09.2021 | 16:32 Uhr
Ich finde es… bedenklich, das du überhaupt einen Grund gefunden hast all das zu verfassen.
Nicht etwa wegen dem Inhalt des textes, darum geht es nicht. Der ist sofern ich es sehe, durchaus schlüssig und argumentativ vernichtend geschrieben.
Vielmehr weil ich finde das man das alles sehr schnell auf zwei Sätze herunterbrechen kann.
1. *Frage nur, wenn du die Antwort hören willst.*
2. Wenn du nur für die anderen schreibst, such dir ein anderes Hobby.
Ez.
Entweder du lebst die Kunst - und du tust es mit oder ohne Beweihräucherung - oder du tust es weil es dir damit besser geht dass wenigstens irgendjemand irgendwann irgendwas lobt, was du getan hast.
An der Stelle sollte man wohl die Eltern des betroffenen verdreschen und nicht denjenigen der diese fehlenden Erfolgsgefühle in seinem Leben versucht über Abkürzungen zu kompensieren.
So oder so, ist ein Arschlanges Essay darüber zwar irgendwo Interessant zu lesen aber andererseits auch nicht wirklich hilfreich. Im endeffekt ist nie die Frage nach Quantität, sondern nach Qualitöt.
Wenn Zeug das ich geschrieben habe uch nur irgendwen irgendwann mal zu irgendwas inspiriert hat, was ihn wirklich weiterbringt bin ich happy.
Werd ich das je wissen?
Vielleicht. Aber so oder so habe ich die möglichkeit geschaffen und darum gehts. Alles andere ist nur intellektuelle Modenschau.
Nun, das sind meine 2 cent zu dem thema.
Have a nice day unso~
Lg
Frenzied
04.09.2021 | 23:30 Uhr
Durch Zufall bin ich auf deine... sagen wir Gedanken, gestoßen. Ich musste mehr als einmal schmunzeln. Sehr gut geschrieben und ein wichtiges Thema aufgegriffen. Natürlich kennt wohl jeder hier die Frustration welche entsteht, wenn man wenig oder gar kein Feedback bekommt. Trotzdem ist es auch unsinnig, dies erzwingen zu wollen. Zumal das auch nicht unbedingt qualitativ hochwertige Reviews fördert. Vielen Dank für deine Sicht auf das Thema und liebe Grüße
08.08.2021 | 23:21 Uhr
Einen Review Zwang halte ich auch für völlig unnötig und gar nicht durchsetzbar. Eine Review sollte natürlich freiwillig sein. Als Autor freue ich mich natürlich über jede Rückmeldung, die ich erhalte.

Grundsätzlich sehe ich das so: Ich schreibe, weil es mir Spaß macht. Weil ich Ideen zu meinen Lieblingsserien/Filmen/Büchern oder was auch immer habe. Und die teile ich gern mit anderen, die diese Leidenschaft für diese Serie etc. teilen. Sicher ist niemand verpflichtet, mir eine Review da zu lassen. Aber ich schreibe in meiner Freizeit, ohne irgendwas dafür zu erwarten - außer vielleicht eben mal, dass jemand mir sagt: Hey, an deiner Geschichte hat mir das und das gefallen. Oder: In diesem Kapitel musste ich über diesen Satz lachen. Oder: spannender Plot. Oder einfach: Ich mag deine Idee, danke für die Geschichte!

Ich nehme auch durchaus Kritik an. Sei das Rechtschreibung oder ein Logikfehler, der mir nicht aufgefallen ist. Auch, wenn jemand mit der Idee an sich hadert und mir das mitteilt. Ich bin die Letzte, die dann sagt: behalt deine Kritik für dich. Ich erlaube mir aber schon, zu sagen: Danke für deinen Input. Ich verstehe deinen Einwand / deinen Vorschlag / deine Kritik. Aber meine Geschichte fußt halt auf einer anderen Idee.

Ich bedanke mich auch immer für Reviews und schreibe im Gegenzug stets zurück. Das, finde ich, gehört sich einfach so. Jemand hat sich Zeit genommen für ein paar Worte, also nehme ich mir die Zeit auch.

Ich habe auch lange still mitgelesen - sowohl hier als auch auf ao3, wo ich mich mittlerweile vorrangig herumtreibe. Habe lange kaum Reviews hinterlassen und mir irgendwann vorgenommen: das änderst du jetzt. Wenn ich eine Geschichte gelesen habe, dann lasse ich auch ein paar Worte da. Und wenn es nur ist: Danke für diese tolle Geschichte, ich habe sie gerne gelesen!

Das freut einen für die eigenen Geschichten, also finde ich es nur fair, auch anderen Autoren eine kleine Rückmeldung zurückzugeben. Klicks und Sterne und Kudos auf ao3 sind toll und freuen mich jedes mal. Aber noch mehr freut man sich über ein paar Worte.

Ich gebe natürlich auch anderen Vorrednern recht: für jedes Kapitel von jedem Leser eine Review zu bekommen, würde jeden Rahmen sprengen. Das erwarte ich auch gar nicht. Denn ich weiß auch, dass viele sich damit schwer tun. Aber ganz grundsätzlich als kleine Anregung fänd ich es einfach toll, wenn der eine oder andere sich doch mal überwindet. Und im Gegenzug von den Autoren selbstverständlich auch eine Antwort erhalten sollte. Wie gesagt: Höflichkeit. Und genau das ist das gegenseitige Geben und Nehmen, was eine Gemeinschaft doch ausmachen sollte. Aus diesem Grund sind Drohungen von Seiten der Autoren auch total unangebracht und kontraproduktiv. Druck ist immer unangenehm, keiner lässt sich gern zu etwas zwingen.

Danke, dass du dieses Thema hier mal aufgegriffen hast!
03.08.2021 | 21:10 Uhr
Danke für diesen doch recht hilfreichen Spiegel.
Ich hadere immer ein bisschen wenn so gar keine oder wenig Reaktionen auf eine Geschichte kommen. Aber ja, es macht Sinn. Ein Review oder hübsch deutsch: eine Rezension hört sich kompliziert an.
Kritik ist nicht immer einfach und egal wie nett man die verpackt… naja egal.
Ich denke jetzt nochmal nach über meine Einstellung oder Anspruchshaltung. Jedoch will ich noch anfügen gerade durch den ein oder anderen Review habe ich spannende Bekanntschaften schließen können die ich nicht mehr missen mag.
02.08.2021 | 21:09 Uhr
Hey,

ich habe deinen Text in den Empfehlungen gesehen und hab mir gedacht, dass es interessant klingt. Ich wurde definitiv nicht entäuscht. Ich war echt lang selbst nur Leserin und habe in diesem Jahr angefangen auch als Autorin aktiv zu werden. Was man als Leserin nicht mitbekommt ist natürlich der Blick hinter die Kulissen (in diesem Fall also die Statistik). Es war teilweise schon etwas (ich weiß ncht ob das das richtige Wort dafür ist) entmutigend zu sehen, wie meine Klickzahlen mit jedem Kapitel noch mehr in die Höhe schießen, während die Reviews ausbleiben. Allerdings denke ich mir, dass auch Autoren von Romanen etc. nicht unmittelbar eine Antwort bekommen und auch aus Klickzahlen kann man, meiner Meinung nach, etwas rauslesen.
Was definitiv nicht geht sind so Sachen in Richtung Revi. Da bin ich ganz der Meinung der anderen.

Viele Grüße
Nina Winchester
02.08.2021 | 13:30 Uhr
Hi,
schade, dass dein Text nicht verpflichtend für alle User, egal ob Autoren oder Leser ist.
Ich persönlich mag Schwarzleser. Ich freu mich wie Bolle, wenn meine Zugriffszahlen hoch gehen und wenn es dann noch ein Sternchen gibt, ist für mich die Welt in Ordnung. Klar mag ich auch Reviews, aber ich bin selbst nicht der zuverlässigste Reviewschreiber, warum sollte ich das dann von meinen Lesern einfordern? Während ich deinen Text gelesen habe, habe ich mir versucht vorzustellen, wenn jeder Zugriff ein Review wäre und ich die alle auch beantworten müsste. Ich lehne dankend ab. :-D
In diesem Sinne, vielen Dank, dass du dir die Mühe und Gedanken gemacht hast, für diesen Text und hoffe, dass es den ein oder anderen Leser und Autor zum Nachdenken bringt.
LG Bernsteineule
02.08.2021 | 10:30 Uhr
Ich wage zu behaupten (abseits der Richtigkeit fast aller deiner Ausführungen), dass die Menschen einfach übersättig sind, faul und fett einfach nur noch konsumieren, am besten über die Reader, denn die sind ja offline und huch, da "kann man natürlich gar kein Review schreiben!" und einfach nicht mehr wissen, dass das Leben und das Funktionieren der Gesellschaft aus Geben und Nehmen besteht. Wer hat Schuld? Hm, ich versuche es platt: Die Gesellschaft, in der wir leben und die von Jahr zu Jahr maroder wird. Doch ja, es IST die Faulheit der Leser, die Bequemlichkeit, das Nichtwissen darüber wie eine gute Gesellschaft funktionieren sollte. Vor Urzeiten gab es "Geschichtenerzähler" am Feuer, die Abend die Menschen unterhalten haben und auch die wurden beschenkt, mit Kleinigkeiten, die man entbehren konnte, Applaus usw. ...
Natürlich sollte man Kommentare zu Geschichten nicht erzwingen und alles ist freiwillig. Aber gerade diese freiwillige Freiheit ist das neue Problem der Welt. Niemand fühlt sich mehr für irgendwas verantwortlich, zu irgendwas gezwungen, man kann locker und ohne blöd dazustehen die Schuld immer großzügig von sich weisen, am besten noch den anderen zuschieben, denn die nörgeln ja rum, dass man sich ein Feedback wünscht (was übrigens auch ganz freiwillig ist).
Und am Ende ist es eine Frage der Motivation. Bleiben Rückmeldungen aus, verlieren eben viele, die eigentlich sogar große Talente sind, die Lust und hören auf zu schreiben. Klar, kann man sagen: ist halt freiwillig. Zwingt dich ja niemand dazu aufzugeben.
Mit freundlichen, kritischen Grüßen D.
01.08.2021 | 21:54 Uhr
In vielen angeführten Punkten stimme ich durchaus mit dir überein. Allerdings gibt es einen Aspekt, den ich in deiner „Streitschrift“ vermisse – aber vielleicht ist das auch eine falsche Erwartungshaltung meinerseits …

Eigentlich verstehe ich eine solche Plattform als Form von Interessengemeinschaft – ähnlich einem Verein oder einer Genossenschaft. Jeder trägt ein bisschen bei – oder anders formuliert: Jeder gibt etwas und jeder darf nehmen. In diesem Falle wäre in meinen Augen die Grundidee: Die Autoren stellen ihre Geschichten kostenlos zum Lesen zur Verfügung und die Leser geben Feedback.

Natürlich ist das insofern schwierig, weil es auf beiden Seiten eine große Bandbreite in Sachen „Qualität“ gibt – von der zwischen Tür und Angel lieblos hingerotzten Story bzw. dem Quietschie am einen Ende bis zum tollen Roman, der absolut zwischen Buchdeckel gehört, bzw. professioneller Auseinandersetzung mit Plot und Schreibe am anderen Ende ist alles dabei.

Dieser Punkt hat mir gefehlt – aber vielleicht stehe ich mit dieser Ansicht auch völlig allein auf weiter Flur?

Liebe Grüße – Karin

Antwort von Robidu am 02.08.2021 | 07:53 Uhr
Hallo, und besten Dank für Dein Review.

Was Du hier beschreibst, sollte an sich das sein, wie es funktionieren sollte, nur ist das nicht das Thema dieser Streitschrift. Was mich vielmehr umtreibt, ist, mein Augenmerk darauf zu richten, weshalb es eben nicht so funktioniert, wie es soll. Insbesondere interessiert mich das Gebaren einiger Leute, die mit ihren Methoden jedoch letztlich nicht nur sich selbst, sondern auch allen anderen Autoren schaden. Da brauche ich nur mich selbst zu nehmen: Früher hatte ich durchaus wesentlich häufiger reviewt als heutzutage, doch wenn man dann wiederholt (und auch nicht gerade selten!) von verschiedener Seite mehr oder minder freundlich zu verstehen bekommt, daß Kritik, auch wenn sie noch so gut gemeint ist, nicht erwünscht wäre, dann ist die letzte Konsequenz, daß man seine Aktivität in puncto Reviews zurückfährt, im Extremfall auch bis zu dem Punkt, da es überhaupt keine mehr gibt.
Genau auf diesen Mißstand wollte ich aufmerksam machen in der Hoffnung, hier vielleicht eine kontroverse Diskussion auszulösen.

Zudem ist mir bei diesem ganzen Hickhack um vermeintlich zu wenige Reviews ein sehr bedenkliches Muster aufgefallen, welches ich ebenfalls hiermit beleuchten wollte. Allerdings wollte hier nicht meine Meinung zu dem Thema darstellen, sondern den Ursachen dazu auf den Grund gehen, weshalb sich das Ganze so entwickelt hat, wie es das getan hat.
01.08.2021 | 21:17 Uhr
Moin

Ich (nur Leser) finde Reviews sollen beiden Seiten etwas bringen. Zu einem der Autor*in und zum anderen der Leserschaft. Und Reviews " toller Text" bringen keinen weiter.
Dort sind zumindest für mich als Leser, dann Favoriteneinträge ausschlaggebender.

Zudem fehlte mir ein Punkt Favoriteneinträge müssen nicht zwangsläufig mit der Text gefällt mir zusammen laufen. Sondern können auch nur für einen guten Text stehen, der aber dem Leser persönlich nicht gefällt.
01.08.2021 | 21:14 Uhr
Hallo,

über die Empfehlungen bin ich auf deinen Text gestoßen und finde ihn grundsätzlich interessant. Allerdings wird nicht ganz deutlich, was du den Hobbyschreiberlingen empfiehlst, die weder mit Drohgebärden noch mit Review-Bettelei von sich reden machen, gerne aber die ein oder andere durchaus auch kritische Rückmeldung hätten, um sich ggf. zu verbessern. Das erschließt sich mir aus deinem Text nicht. Vielleicht kannst du mir darauf ja antworten? Denn eins kann ich so unterschreiben: Bettelei oder schlimmer noch „Bedrohung“ sind nicht gerade schön. Aber ich denke, Leute, die beides im Repertoire haben, wollen höchstens ein paar Quietschies abstauben und damit könnte ich zb so überhaupt nichts anfangen.

Na, ich bin mal gespannt, ob und was du mir vielleicht antwortest. ;)

Liebe Grüße
Nina

Antwort von Robidu am 02.08.2021 | 08:50 Uhr
Hallo!

Für diese Autoren gibt es durchaus einen gangbaren Weg, und der beinhaltet letztlich, seine Leserschaft dazu einzuladen, ein Review zu hinterlassen. Wenn diese dann auch noch feststellen, daß auf etwaige Kritik auf sinnvolle Art und Weise eingegangen wird, spricht sich das auch herum, und die Reviews kommen von alleine.
Zudem ist es auch möglich, daß Dritte in dem Zuge ein wenig die Werbetrommel rühren, um mehr Aufmerksamkeit auf diese Geschichten zu lenken (z. B. Empfehlungen in den sozialen Medien: Insbesondere kleine Fandoms könnten davon profitieren), um das so anzuschieben.

Allerdings haben diejenigen, die sich in dieser Hinsicht vernünftig verhalten, nichts mit der beschriebenen Problematik zu tun, weshalb ich nicht weiter darauf eingegangen bin. Immerhin geht es mir um diejenigen, die das ganze Treiben erst verrückt machen, d. h. mit ihren teils absurden Forderungen für reichlich Verdruß sorgen und so auch diejenigen, die sich nicht an diesem Irrsinn beteiligen, schädigen.
01.08.2021 | 21:11 Uhr
Hey,
tatsächlich habe ich deine Schreitschrift interessiert gelesen. Ich sehe einige Dinge etwas anders, aber ich habe mal die Dinge aus deinem Text kopiert und kommentiert. Kann Spuren von Nüssen, Sarkasmus und Senf enthalten und ist auf keinen Fall als Angriff auf dich gemeint. ^^

"Es gibt wohl kein Thema, das die Gemüter hier auf fanfiktion.de derzeit so aufwühlt wie das Problem um ausbleibende Reviews."

Ich weiß nicht. Dieses Problem gab es schon, als ich dazu gestoßen bin und das war vor knapp sieben Jahren. Also kann von "derzeit" keine Rede sein. Es scheint in der Wahrnehmung von Autoren schon länger ein "Problem" zu sein. Aber kann natürlich sein, dass es gerade wieder aktuell wird.

"Der Leser, der keine Reviews hinterläßt, ist also faul."

Ja. Da ein Review Arbeit macht und man sich Zeit nehmen muss.
Für längere ausführlichere Reviews braucht man durchaus ein, zwei Stunden. Natürlich schreibt man solche Reviews nicht jedes Kapitel, aber dennoch.
Verstehe mich bitte nicht falsch. Keiner MUSS sich die Zeit nehmen und die Arbeit machen. Die Gründe können naturlich vielfältig sein. Ich schreibe auch nicht zu jeder Geschichte ein Review, die Zeit habe ich gar nicht. Aber ja, häufiger ist es auch einfach Faulheit, mich mit dem Geschriebenen näher zu befassen.

"Erstens zwingt einen niemand dazu, Geschichten zu veröffentlichen, und zweitens ist niemand dazu verpflichtet, zu Geschichten, die man liest, Rückmeldung zu geben."

Richtig. Und eine Verpflichtung wäre totaler Humbug. Ich habe so etwas: „Moment, aber man geht doch einen rechtsverbindlichen Vertrag ein, der einen genau dazu verpflichtet!“ tatsächlich auch noch nie gelesen.
Leider gehst du hier nicht auf eine andere Sache ein. Ich weiß nicht, wie es in anderen Fandoms ist, aber in den Fandoms, in denen ich schreibe, war die "Reviewausbeute" schon immer gering.
Die Reviews sind aber das einzige, was ich als Autor als "Belohnung" bekomme. Ich investiere Stunden, ein Kapitel zu schreiben und mir die Geschichte auszudenken. Und darüber will ich mich nicht beschweren, es ist ein Hobby von mir und ich müsste sie ja auch nicht hochladen. Aber nach stundenlanger Wortfeilerei und Denkerei lade ich das Kapitel gespannt hoch. Und es kommt - nichts.
Die Geschichte wird gelesen. Die Aufrufe und die Favos steigen, die Sterne auch. Aber leider schreibt keiner etwas. Es scheint den Lesern je gefallen, aber warum schreibt keiner was?
Und das ist kein ausgedachtes Szenario, das ist mir passiert. Die ersten beiden Kapitel bekamen ein Review und dann zehn Kapitel lang nichts.

Natürlich ist keiner verpflichtet, ein Review zu schreiben. In dem beschriebenen Fall lag das vermutlich daran, dass die Geschichte einfach nicht sonderlich gut war, wie es bei frühen Werken von einem meistens der Fall ist.
Aber ich will auf etwas anderes hinaus. Der Autor investiert Zeit und Energie und ich lese mir das neue Kapitel gerne durch. Ich finde es nur fair, wenn ich ihm auch etwas Energie und Zeit zurückgebe. Klar, muss jetzt kein zwei Stunden Review sein. Ein solches lässt sich vermutlich auch nicht jedes Kapitel füllen, aber ich kann schreiben, was es in mir ausgelößt hat usw. Ob ich mal lachen musste, ich eine Szene gut oder blöd fand oder die eine Antwort des einen Charakters passend war. Die Fälle, in denen mir nichts einfällt sind eher rar gesäht.
Ich versuche, bei jeder Geschichte, die ich aktiv lese, jedes Kapitel ein Review zu schreiben. Es ist nun mal die einzige Belohnung und keine Rückmeldung ist immer fad. Da frage ich mal: Was ist besser? Kein Review zu bekommen oder eines, was sich auf 'Schreib schnell weiter' reduzieren lässt?

Es gibt also kein juristisches Recht auf Reviews, aber meine Meinung nach ein Recht, was sich aus der Fairness ergibt. Ich will Reviews, gebe ich gerne zu. Fühlt sich gut an und es freut mich, wenn jemand mein Geschreibsel so gerne zu mögen scheint, wie ich. Also schreibe ich auch welche.

"Man möge seine Kritik gefälligst für sich behalten."
Oh nein, bitte, immer her damit. :D
Aber ja, Kritikunfähigkeit wäre ein Grund eben kein Review zu schreiben. Was ich im Übrigen auch nicht tue, wenn der Autor auf Reviews nicht antwortet. Leider steht nirgendwo, ob der Autor per Mail geantwortet hat. Aber dann lese ich die Geschichte halt auch nicht.

"1. Die hier spürbare Reviewflaute ist nicht die Ursache, sondern lediglich ein Symptom des Problems."

Welches Problem? Schade, dass du das Problem nicht benennst. Die Faulheit ist ja deiner Meinung nach nicht. Entweder, du hast es geschrieben und ich war zu blöde, es zu erkennen, oder du hast es einfach nicht geschrieben. Wobei ich keinerlei Flaute bemerkt habe. Bei mir war offenbar schon immer Flaute.
Es kann auch einfach sein, wenn man die Menge der Reviews in Relation zu der Aufrufzahlen und der Favoriten betrachtet, dass einfach die Anzahl der Leser gestiegen ist. Aber das ist vermutlich ohne Daten nur Rumgerate.

"2. Um der Reviewflaute wirksam beizukommen, ist ein Umdenken insbesondere derjenigen Autoren und Autorinnen erforderlich, die jedwede Kritik im Keim ersticken.
2a. Wer Reviews haben will, muß auch Willens sein, etwaige Kritik zu akzeptieren."

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, um Kritikunfähigkeit ein so großes Problem ist. Ja, diese Leute hat man sicherlich in jedem Fandom. Ich bezweifle jetzt einfach aus dem Bauch hinaus, dass sie ein so großen, ausschlaggebenen Anteil haben. Wir müssten jetzt mal die Geschichten derjenigen überprüfen, die sich darüber beklagen. Macht das irgendjemand freiwillig? ^^

"3. Reviewzwang führt zu einer weiteren Verschlechterung der Situation.
4. Erzwungene Reviews sind nicht hilfreich, weder für die Autoren noch für die Reviewer."

Ist das nicht eigentlich ein Punkt?: Reviewzwang ist eine bekloppte Idee. Ende.

"5. Andere Leute als Schwarzleser abzustempeln, wird die Situation in keinster Weise verbessern."

Was? Beleidigen hilft nicht? Schade.

"Ist es, um anderen Menschen eine Freude zu bereiten? Dann ergibt dieses Reviewgebettel keinen Sinn, sondern man kann sich ganz einfach an der stetig steigenden Anzahl Zugriffe erfreuen. Die Reviews sind in diesem Fall ein netter Nebeneffekt."

Ja, sicherlich. Ich will ihnen auf jeden Fall nicht den Tag verderben. Aber wie ich oben schon schrieb, Reviews sind meine einzige Belohnung und Wertschätzung. Und ohne Feedback wird dieses Hobby schnell fade.

"Ist es, um seine eigene Schreibkunst zu verbessern? Dann sind Reviews hilfreich, und wenn erkennbar ist, daß der betreffende Autor ernsthaft an einer kritischen Bewertung interessiert ist, folgen die Reviews meist ganz von alleine."

Nein, tun sie tatsächlich nach meiner Erfahrung nach nicht.

Man schreibt sich.
LG Kolliy
Traum Melodie (anonymer Benutzer)
01.08.2021 | 16:50 Uhr
Hi :) Ich bin über die Empfehlung auf diesen Text aufmerksam geworden und finde ihn gut.

Ehrlich gesagt sehe ich das Thema "Schwarzleser" persönlich nicht so eng. Niemand ist gezwungen Reviews zu hinterlassen. Wer es möchte der tut es wer es nicht möchte der lässt es eben sein. Nur für Reviews zu schreiben ist für mich persönlich nicht das Ziel. Ich schreibe weil ich meine Gedanken und Ideen mit anderen Menschen teilen möchte. Wenn ich ein oder sogar mehrere Reviews bekomme dann freue ich mich natürlich darüber. Aber auch stille Leser können die Geschichten und Texte toll finden ohne das sie sich dazu äußern. Schon der Gedanke das sich jemand über einen neuen Text, eine neue Geschichte oder ein neues Kapitel freuen könnte ist für mich ein schöner Gedanke und ein schönes Gefühl. Manche trauen sich einfach nicht und das ist auch okay. Vielleicht haben ein paar aber auch schlechte Erfahrungen gemacht und so weiter. Wie gesagt ich sehe das Thema nicht so eng.

Lg

Antwort von Robidu am 02.08.2021 | 08:55 Uhr
Hallo, und danke fürs Review.

Wenn Du Dich von dieser ganzen Thematik entsprechend entkoppeln kannst, daß Du bei diesem Hickhack nicht mitmachen brauchst, dann das schon mal sehr gut. Leider gibt es genügend Leute, die das entschieden anders sehen, und das sind dann diejenigen, die das ganze Treiben verrückt machen. Genau diese Problematik ist es, auf die ich aufmerksam machen wollte, denn wer sich so borniert anstellt wie diejenigen, die das Ausbleiben von Reviews ganz offensichtlich mit einem Weltuntergang gleichsetzen, ist letztlich ein Teil des Problems und trägt nicht gerade zu einem angenehmeren Klima bei.
Da es dummerweise genau diese Lautsprecher sind, die man am ehesten wahrnimmt, ergibt sich so zwangsläufig ein völlig verzerrtes Bild der tatsächlichen Situation.
31.07.2021 | 11:12 Uhr
Hallo Robidu,

ich habe dein Essay jetzt schon ein paar Mal gelesen, weil da eine Menge Inhalt drinsteckt und tatsächlich viel mehr Thesen als die, die du am Ende aufzählst. Es hätte mir auch gut gefallen, wenn du daraus einen noch längeren Text gemacht hättest, denn auch wenn ich die Fake-Dialoge am Anfang etwas angestrengt finde (ich mag dieses sokrateske Stilmittel aber auch nur in den seltensten Fällen), liest sich dein Essay gut.

Kommen wir also zu den Thesen, und da steht ja zunächst einmal ein Elefant im Raum: Gibt es denn diese Reviewflaute tatsächlich? Woran macht sich die fest? Gibt es eine Flaute, wenn ein One-Shot nach x Tagen noch kein Review hat, oder wenn ein Text mit 20 Kapiteln, die jeweils vier Reviews haben, auf das 21. Kapitel nur ein Review bekommt? Oder macht sich die Flaute daran, dass sich ein einige wenige Autoren im Forum darüber ausjammern, dass es sie gäbe? fanfiktion.de ist ja doch ein recht komplexes System mit einer (unbekannten) Zahl von aktiven Autoren, Lesern und Reviewern, einer (bekannten) Zahl an Fandoms, Accounts, Texten und Reviews und zahlreichen Möglichkeiten, diese miteinander in Verbindung zu setzen. Und dazu kommen dann ja noch äußere Maßstäbe wie z.B. die Attraktivität des Fandoms, das Alter und die Lebensumstände der User usw. usf. Nur weil einige Autoren auf einige ihrer Texte nicht die Zahl von Reviews bekommen, die sie erwarten, heißt das ja noch lange nicht, dass es eine generelle Reviewflaute gibt - und, selbst wenn es sie gäbe, dass jemand daran die Schuld trägt.

Wenn ein neuer Text weniger Reviews bekommt als ein älterer, kann das am Text liegen (er muss noch nicht einmal schlechter sein, vielleicht trifft er nur weniger den Geschmack der Leute). Wenn ein Autor weniger Reviews bekommt, kann es daran liegen, dass seine Stammleser mehr Familienleben haben oder in Urlaub sind und er einfach gerade weniger neue Leser anspricht. Und wenn ein Fandom weniger Reviews bekommt, dann hat es gerade vielleicht insgesamt an Attraktivität verloren, weil es kein neuen Folgen/Filme/Bücher/Staffeln etc. gibt oder etwas Neues das Interesse der Massen anlockt.

Aber gut, eine Reviewflaute kann ja auch ein Phänomen für eine Gruppe von Betroffenen sein, und jetzt gehe ich einfach mal davon aus, dass das Autoren sind, deren Texte nich völlig grütze sind, und komme zu deinen Thesen:

"1. Die hier spürbare Reviewflaute ist nicht die Ursache, sondern lediglich ein Symptom des Problems."
Hier ist mein Problem, dass du dein Problem nicht benennst. Kritikunfähigkeit? Dass Kiddies einen "Killerhasen" posten, der ja nun höchstens die Gefahr eines Kettenbriefs verbreitet? Dass es mehr schlechte Fanfictions gibt? Ich tendiere dazu, dass es das letzte ist: die These, dass die Qualität von Fanfictions und damit die Wahrnehmung des Genres generell abnimmt, weil schlechten Texte nicht gesagt werden darf, dass sie schlecht sind, ohne dass die Autoren mimimi machen. (Gegenthese: Vielleicht ist die Reviewflaute dann ja auch Teil der Lösung des Problems, jedenfalls wenn diese Flaute die schlechten Texte trifft. Wenn das Feedback ausbleibt, bleiben meist auch die Nachfolgetexte aus.)

"2. Um der Reviewflaute wirksam beizukommen, ist ein Umdenken insbesondere derjenigen Autoren und Autorinnen erforderlich, die jedwede Kritik im Keim ersticken.
2a. Wer Reviews haben will, muß auch Willens sein, etwaige Kritik zu akzeptieren."
Hui. Da sind gleich zwei Sachen drin. Zum einen beeinhaltet ja nicht jedes Review Kritik, sondern viele bestehen ja zunächst mal aus positivem Feedback. Wenn mir jemand Rechtschreibfehler aufzeigt, finde ich das einen Super-Service (und ja, ich korrigiere dann auch, genauso wie ich Tipper korrigiere, die mir selbst beim vierten oder fünften Lesen auffallen), und wenn mir jemand sagt, dass eine Figur, eine Szene oder ein Gespräch für ihn nicht funktioniert, schaue ich mir die Stelle noch mal an und versuche mir eine Meinung zu bilden, ob das handwerkliche Schwäche oder persönlicher Geschmack ist, aber das, was Reviews sind, ist ja Feedback, nicht zwangsläufig negative Kritik.
Zum anderen finde ich es schwierig, den Kritikunfähigen die Schuld geben zu wollen an einer allgemeinen (wenn denn vorhandenen) Reviewflaute, denn das kommt einem Pauschalurteil gleich, dass alle Autoren plötzlich kritikunfähig geworden sind (zumindest die, die eine Reviewflaute beklagen). Wenn ich ein Review schreibe und der Autor beschimpft mich, ist das mein letztes Review für diesen Autor gewesen. Wenn ich ein kritisches Review mit entsprechender Reaktion des Autors lese, schreibe ich diesem Autor ebenfalls kein Review. Mein Interesse an Reviews kann diese Kritikunfähigkeit doch nur dann beeinflussen, wenn ich entweder ständig damit konfrontiert bin, weil eben alle so reagieren und nur noch Scheiß-Texte posten oder weil ich hartnäckig genau diesen Leuten Reviews schreibe, dabei vermutlich selbst immer verbissener in meiner Kritik werde und mich dann wundere, warum diese Leute nicht endlich den Wert meiner Kritik erkennen und sich bitteschön mal endlich Mühe geben und anständige Texte schreiben oder verstehen, dass sie einfach nichts posten sollten. Ich sage nicht, dass man nicht vehement Kritik geben darf (die posten ja auch vehement Scheiß-Texte...), aber mir persönlich wäre dafür meine Zeit zu schade. Wer keine Kritik will, obwohl sie nötig wäre, wird von mir ignoriert, Punkt. (Obwohl ich gestehen muss, dass ich ein, zwei Autoren kenne, deren Texte mich wie ein Autounfall anziehen und die ich zum Gruseln immer mal wieder anklicke, aber das ist eine ganz andere Geschichte...)
Ich stimme dir bei 2a aber natürlich absolut zu: Wer ernsthaft daran interessiert sich, dass Leute sich mit seinen Texten auseinandersetzen, der muss auch mit Kritik leben können. Man wächst an Kritik, wenn man sie nutzt, man verkümmert nicht daran. Und manchmal wünsche ich mir, dass ff.de in der Lage wäre, Leute zumindest zeitweise zu bannen, die bei kritischen Reviews ihren Text löschen, nur um ihn kurz darauf unverändert erneut zu posten, aber dann wird mir wieder klar, dass das ein zu hoher Aufwand für einige wenige Idioten wäre.

"3. Reviewzwang führt zu einer weiteren Verschlechterung der Situation.
4. Erzwungene Reviews sind nicht hilfreich, weder für die Autoren noch für die Reviewer."
Da stimme ich dir in beidem zu; Reviewzwang ist einfach eine vollkommen bescheuerte Idee, die nur von Leuten kommen kann, die keine Ahnung haben, was ein Review eigentlich ist, wie Kritik (wertneutral!) funktioniert und was sie eigentlich wirklich wollen.

"5. Andere Leute als Schwarzleser abzustempeln, wird die Situation in keinster Weise verbessern."
Andere Leute als Schwarzleser abzustempeln, ist vollkommen bedeutungslos. Es führt weder zu einer Verbesserung noch zu einer Verschlechterung. Wer nämlich so tief sinkt, zu glauben, dass er seine Leser in eine Schublade stecken und damit zu Kommentatoren machen kann, der ist einfach ein bisschen dumm. Nichtsdestotrotz kann ein freundlicher Hinweis darauf, wie sehr man sich über Reviews freut, nicht schaden. Aber diese ganze Schwarzleserdiskussion ist so unendlich fruchtlos...

"6. Anderen Leuten ein schlechtes Gewissen einzureden, wird die Reviewtätigkeit grundsätzlich negativ beeinflussen."
Das glaube ich nur in Teilen. Ich glaube, es beeinflusst die Reviewzahl derer negativ, die dieses Einreden versuchen. Wenn Autor A in seinem Text und/oder Profil (und das Profil lese ich z.B. eh nur dann, wenn ich meinen Verdacht aufs Alter z.B. bestätigen möchte oder weitere Texte eines Autors suche) versucht, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ich nur lese, zucke ich entweder mit den Achseln und lese den stumm weiter (wenn der Text gut ist), oder ich lese halt andere Texte. Reviewen werde ich doch immer nur Texte, die mir etwas "sagen", wo ich also antworten möchte: weil ich meiner Freude, meinem Unglauben, meinem Zorn, meiner Kritik Raum geben möchte. Oder meinen eigenen Gedanken zu einem Essay. ;)

Wie du vielleicht an der Länge des Reviews erkennst: Ich habe deinen Text gern gelesen, er hat mich eine ganze Zeit beschäftigt, und ich danke dir fürs Schreiben.

Viele Grüße
Tell
26.07.2021 | 19:05 Uhr
Da hast du ein wirklich interessantes Thema ausgesucht und es, ich sag es direkt am Anfang, wirklich super und vielseitig beschrieben. Bzw das Problem, denn eigentlich sind Reviewzahlen ein Problem, denke ich. Für einige Autoren ganz besonders, wenn ich mir die Diskussionen im Forum dazu anschaue. Ich denke, du weißt schon, welche Forenbereiche ich meine, dort geht es ja gern etwas hitziger zu.
Ich mag deine Theorien übrigens sehr. Bisher kenne ich nur das "Seit man Geschichten auf dem Handy liest, gibt es weniger Reviews". Da ich nie vor dieser Zeit Geschichten veröffentlicht habe, kann ich dazu nicht viel sagen.
Die Unfähigkeit von gewissen Autoren, auch mal Kritik einzustecken (ganz besonders von denen, die offenbar am Anfang ihrer Schreiberfahrungen stehen) finde ich immer wieder bedauerlich. Die patzigen Antworten und die neueren Kapiteln mit exakt den Fehlern, die man im Review bereits angemerkt hat, sind sehr frustrierend für einen kritisch-sachlichen Leser. Das hatte ich auch schon, weshalb ich es mir dreimal überlege, ob ich wirklich ein kritisches Review hinterlasse oder den Text einfach wegklicke. Einfach, weil ich meine Zeit lieber sinnvoll nutze, anstatt sie mit einem kritischen Review zu vergeuden, das ignoriert wird oder Rachereviews bei meinen Geschichten mit sich zieht.
Reviewzwang ... Da drehe ich jedes Mal am Rad. Egal, wie gut ich die Geschichte finden mag, wenn ich auf die berühmten Sätze mit "Bei X Reviews lade ich das nächste Kapitel hoch" lese, dann breche ich die Geschichte ab. Ohne ein Review zu schreiben. Auch wenn es verlockend wäre, ein kurze Information bezüglich der Freiwilligkeit von Reviews zu hinterlassen.

Diesen komischen Review-Hasen kenne ich und finde ihn ebenfalls abschreckend. Ich weiß, es ist sehr frustrierend als Autor, wenn man die Klicks, Favos und Reviewzahlen miteinander vergleicht. Aber ganz ehrlich, mit etwas Erfahrung auf dieser Plattform weiß man das im Voraus. Egal wie hoch der Frustfaktor sitzt, dieses "Schwarzleser werden erstochen" ist unterste Schublade. Und es macht den jeweiligen Nutzer viel unsympathischer als zehn stille Leser. Übrigens gefällt mir dieser Begriff viel besser als "Schwarzleser", denn das verbinde ich immer mit "Schwarzfahrer" und entsprechend wirkt es negativ. "Stille Leser" ist viel neutraler gehalten.

Was mir häufig in Gesprächen mit Freunden auffällt: Die meisten trauen sich einfach nicht, ein Review zu schreiben bzw. wissen nicht, was sie schreiben sollen. Weshalb sie es gar nicht erst versuchen, sondern lieber bleiben lassen. Oder sie nehmen es sich vor und vergessen es einfach - dazu gehöre ich sehr häufig :D

So, da ich wirklich ausufernd geworden bin, ziehe ich hier einen Schlussstrich. Dein "Ergebnis", das eigentlich eine abschließende Gegenüberstellung ist, gefällt mir sehr gut. Eben weil du keine eindeutige Position beziehst (was auch der Sinn der Streitschrift war), sondern sachlich die möglichen Gründe für stilles Lesen aufzählst. Vielleicht hilft etwas Verständnis von beiden Seiten - Autor und Leser - die Reviews wieder etwas ansteigen zu lassen. Wobei das eher Wunschdenken von mir ist.

LG, Angel

Antwort von Robidu am 27.07.2021 | 19:06 Uhr
Hallo, und danke für die Rückmeldung.

Der Punkt ist eben, daß, wenn man einem Problem auf den Grund gehen will, man es erst einmal analysieren muß. Hier helfen vorgefaßte Meinungen dummerweise nicht weiter (ich selbst habe eine sehr starke Meinung zu dem Thema, aber die tut für diese Analyse eben nichts zur Sache), da man so garantiert nicht neutral sein kann. Also gilt es, sich zunächst einmal zu entkoppeln und dann die vorgebrachten Argumente sowie das, was man selbst beobachtet hat, gründlich abzuklopfen.
Deinen Worten entnehme ich, daß das ganz offensichtlich gelungen ist. Immerhin hatte ich ja schon über zehn Jahre Zeit, mir den Hickhack anzuschauen und für mich Informationen zu sammeln.

Leider ist es heutzutage so, daß viel Meinnungsmache betrieben wird und dabei oftmals ein ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken vorherrscht (aka. bist Du nicht für mich, bist Du gegen mich). Zudem weisen manche Verhaltensweisen höchst bedenkliche Züge auf, nur die tragen ebenfalls ihren Teil zum Problem bei.

Wichtig ist insbesondere, die Wirkmechanismen hinter der Reviewflaute herauszufinden und dabei ganz klar zwischen Ursachen und Symptomen zu unterscheiden. Hier helfen vorgefaßte Meinungen auch nicht weiter, da diese einen grundsätzlich zu Fehlschlüssen verleiten. Dummerweise helfen diese jedoch nicht bei der Lösung des Problems, sondern verschlimmern das Problem weiter. Um diese jedoch zu erkennen, ist es notwendig, daß man die getätigten Aussagen einer umfassenden Plausibilitätsprüfung unterzieht und insbesondere auch zu der Zeit zurückschaut, zu der das "Problem" seinen Anfang genommen hat.
Und was die einzelnen Statistiken betrifft, so entsteht sehr schnell ein Zerrbild, weil man annehmen könnte, daß jeder Treffer eine andere Person ist, die die Geschichte liest. Dementsprechend ist man so natürlich versucht eine "Reviewquote" herzuleiten, doch aufgrund verschiedener Faktoren funktioniert das nur nicht.
Ginge man jetzt sachlich-nüchtern an die Sache heran, so käme man sehr schnell zu dem Schluß, daß diese Statistiken in einigen Belangen eben nicht aussagekräftig sind, so daß das, was man "beweisen" wollte, nicht zu halten ist. Leider gehört es mittlerweile anscheinend zum guten Ton, daß man sich erst einmal aufregt, wenn man seinen Willen nicht bekommt (wieso erinnert mich sowas an das Verhalten eines Kleinkindes?), und wenn Emotionen dann genutzt werden, um Fakten zu verdrängen, läuft irgendetwas ganz entscheidend schief. Wenn man dann noch bedenkt, daß manche Leute es einfach nicht schaffen, weiter als von der Wand bis zur Tapete zu denken oder glauben, daß, nur weil sie zu einem Thema X einen Brocken aufgeschnappt haben, sie jetzt vollständig informiert wären (der Dunning Kruger-Effekt läßt grüßen) und sie auf ihrer Meinung beharren und auf ihre vermeintlichen Ansprüche pochen könnten.

Nur mal als Beispiel: Ich bin ein INFP (damit selbst hochgradig emotional), aber deshalb lasse ich Fakten und Logik nicht unter den Tisch fallen. Wenn mich irgendetwas stört, dann ist die erste Frage, die ich mir stelle, warum das so ist und ob sich das durch etwaige Fakten und Schlußfolgerungen untermauern läßt. Wenn ja, dann ist es richtig, etwas zu tun, und wenn nein, dann ist es ggf. erforderlich, daß ich meine Position noch einmal überdenke. Zudem werde ich, wenn ich mir zu einem Sachverhalt nicht sicher bin, nach weiteren Informationen suchen, um ein genaueres Bild dazu zu erhalten. Leider scheint dies in der heutigen Gesellschaft ebenfalls Mangelware zu sein. Eine andere Erklärung kann ich für diverse teils absonderliche Forderungen einfach nicht finden.
14.07.2021 | 15:57 Uhr
Reviews und Schwarzleser- mein Lieblingsdiskussions Thema auf dieser Seite.
Ich bin jetzt auch kein großer Fan des Begriffs "Schwarzleser" würde ihn aber nicht verteufeln. Vermutlich definiert auch jeder Schwarzleser anders. Für die einen sind das nur die Leser, die viel lesen aber noch nie ein Review hinterlassen haben. Für andere sind das die Leser, die ihre Geschichte favorisieren aber kein Review schreiben. Und wieder für andere sind Schwarzleser alle, die auf ihre Geschichte lesen und kein Review schreiben.
Ich würde mich auch freuen, wenn ich zu einer neuen Favorisierung oder einer Empfehlung auch ein Review bekommen würde, aber ich denke mir dann immer: Vielleicht kommt das noch. Vielleicht hat dieser Leser gerade das erste Kapitel gelesen, das hat ihm gefallen, jetzt favorisiert er die Geschichte und setzt sich ein Lesezeichen. Oder das Review kommt nach ein paar weiteren Kapiteln, wenn die Geschichte weiter ist. Oder gleich am Ende der Geschichte.
Mir ist es sogar mal passiert. dass ich Monate, nach dem der Leser die Geschichte favorisiert hat, von ihm ein langes und ausführliches Review bekommen habe.

Bei konstant ausbleibenden Reviews ist es ja zumindest ein kleiner Trost, dass das bei anderen Autoren nicht anders ist.

Die Forderung nach Reviews ist die eine Sache. Wie man dann mit den Reviews umgeht, die man bekommen hat, eine andere. Quietchies sind zwar schnell gelesen (und vor allem geschrieben), meist auch eher in lobendem Ton verfasst, aber sie bringen den Autor eben nicht weiter. Ich kann es aber auch verstehen, wenn man auf ein langes Review mit viel Kritik auch erstmal überfordert reagiert. Ich bin ja der Meinung, dass es bei Kritik- auch wenn sie gerechtfertigt ist- auch immer darauf ankommt, wie sie geschrieben wurde. Auch wenn man das Review in einem netten Tonfall schreibt und auch die ein oder andere Sache anspricht, die man an der Geschichte gut fand- kann man Kritik schreiben. Ich bin mal so frei zu behaupten, dass Autoren sich diese Art von Kritik dann auch eher zu Herzen nehmen und die Geschichte verbessern. So geht es zumindest mir.
Ich persönlich bin absolut kein Fan von Reviews, in denen sich gnadenlos Kritikpunkt an Kritikpunkt reiht. Und mag diese Kritik auch noch so berechtig sein. Man kann die Kritik doch auch so verpacken, dass es nicht klingt, als sei die ganze Geschichte reif für den Müll.
Lg.Demelza

Antwort von Robidu am 14.07.2021 | 16:16 Uhr
Was das Verfassen von Reviews betrifft, so bin ich da im Großen und Ganzen bei Dir. Allerdings gibt es für mich ein paar Faktoren, die ich mit einbeziehe, wenn es darum geht, wie ich ein Review verfasse.
Ist zu erkennen, daß autorIn sich Mühe bei der Geschichte gegeben hat, so werde ich, auch wenn es Kritik enthält, das Ganze so angenehm wie möglich gestalten.
Wenn ich jedoch zu der Auffassung komme, daß autorIn haargenau weiß, welchen Stuß sie da geschrieben hat oder der Dunning-Kruger-Effekt zugeschlagen hat, so sieht die Sache ganz anders aus. Ich bin schließlich nicht bereit, Leuten offensichtliches Unvermögen oder Faulheit bei der Recherche durchgehen zu lassen.

Zudem ist das, was Du als Reaktionen beschreibst, das, was ein normaldenkender(!) Mensch ebenfalls an Reaktionen zeitigt. Hier lassen sich dann auch problemlos normale, logische Überlegungen und Standards ansetzen, um die Situation vernünftig zu bewerten.
Leider ist dies bei denjenigen, die sich so dermaßen darüber echauffieren, genau anders herum: Da paßt ihnen die Anzahl Reviews nicht, sie enthalten zuviel Kritik, sind zu lang, zu kurz... Die Gründe fürs Meckern sind hier vielfältig. Sie haben jedoch alle eines gemeinsam: Logik ist hier Fehlanzeige.
Ich habe ja auch nicht umsonst auf das Thema Narzißmus hingewiesen. Wenn man sich das Gebaren der Leute, auf die ich es hier abgesehen habe, einmal genau anschaut, so zeigen sich sofort einige auffällige Muster. Leider sind es genau die Leute, die sich der normalen Logik widersetzen und dann andere Leute für ihr eigenes Versagen verantwortlich machen, von einem übermäßig aufgeblasenen Ego und einem Anspruchsdenken, das seinesgleichen sucht, mal ganz abgesehen. Zudem ist ein Verhaltensmuster dabei besonders hervorstechend: Der Versuch, anderen Leuten ein schlechtes Gewissen einzureden, um seinen Willen zu bekommen. Zudem ist hier auch eine deutliche Doppelmoral zu erkennen: Es werden Reviews für die eigenen Geschichten gefordert, aber für die anderer Leute keine abgegeben.

Ich persönlich hätte sicherlich auch gerne mehr Reviews, aber ich werde mich eben nicht auf dieses Kindergartenniveau begeben. Wenn jemand ein Review schreiben will, dann tut er es, und wenn nicht, dann läßt er es eben sein.
11.07.2021 | 14:44 Uhr
Hey Robidu,

es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass mein erstes Review auf dieser Plattform als mittlerweile registrierter Nutzer ein solches zu einer Streitschrift über Schwarzleser und ausbleibende Reviews ist. Dieser Gedanke ist mir – zugegeben – erst dann gekommen, als ich den eigentlichen Inhalt des Reviewtextes bereits abgetippt hatte; vom Absenden des Reviews hat es mich aber, wie du siehst, nicht abgehalten.

Zur Sache:
Die Nutzer seien zu faul geworden. Du hast Recht, das werden mit Sicherheit einige der von dir zur Recht kritisierten Autoren sagen, die Kritik im Keim ersticken und dennoch geradezu aggressiv um Kommentare betteln. Sicherlich gibt es Leser und Nutzer, die sich in großartigen Geschichten verlieren und dem jeweiligen Autor keine Rückmeldung im Rahmen eines Reviews zukommen lassen. Darunter mögen auch solche Leser sein, die in der Tat zu faul sind, um sich an ein Review zu setzen. Allerdings mögen Leser, die schlussendlich kein Review hinterlassen, auch andere Gründe haben, die den Autoren nicht bekannt sind.
Es werden zum Beispiel auch solche Leser auf dieser Plattform unterwegs sein, die gern ein Review hinterlassen möchten, um dem Autor einen Einblick aus einer zweiten Perspektive zu geben; sei es nun eine Bestätigung, sei es vielleicht Kritik, sei es mitunter eine Kombination aus beidem. Ich selbst – so gerne ich einem Autor ein Review hinterlassen möchte – merke von Zeit zu Zeit, dass es mir einfach nicht gelingt, eine einigermaßen gehaltvolle Rückmeldung auf das Papier bzw. in die Tasten zu bringen. Das kann diverse Gründe haben; vielleicht habe ich einfach einen schlechten Tag und bekomme deshalb keinen sinnvollen Kommentar heraus, vielleicht bin ich mir einfach unsicher, was ich dem Autor konkret mit auf den Weg geben möchte.
Mit einem nichtssagenden Zweizeiler, dessen Inhalt sich auf „schön gemacht“ beschränkt, kann ich einem Autor jedenfalls keinen gebührenden Respekt zollen, denn ein Review sollte sich mit der jeweiligen Geschichte, den Figuren und der Handlung eingehend beschäftigen. Ich würde mich sogar weit aus dem Fenster lehnen und die Behauptung aufstellen, dass meine Vorkommentatoren mir hier zustimmen würden. Jeder der anderen Kommentatoren hat dir nicht nur „überhaupt“ ein Review hinterlassen, sondern jeweils ein Review, das sich mit deinem Text und dessen Inhalt auseinandersetzt. So wie ich es sehe, hat keiner meiner Vorkommentatoren dich mit einem „du hast Recht, sehe ich genau so!“ abgespeist.

Natürlich muss ein Review nicht völlig in seiner Länge ausarten, das soll auch nicht das Ziel sein. Auch ein kurz gehaltenes Review über wenige Zeilen kann für den Autor inhaltlich wertvoll sein, solange und soweit es sich mit einem Aspekt des Textes kritisch auseinandersetzt. Insoweit muss auch ich mich denjenigen Autoren entgegenstellen, die auf Gedeih und Verderb um Reviews betteln, und wenn dort nur ein „schön gemacht“ enthalten ist. Reviews sollten nicht – oder zumindest nicht ausschließlich – dazu dienen, das Ego des Autors zu bedienen, vielmehr sollten sie um der Geschichte Willen geschrieben werden. Du hast also damit Recht, dass es für den Autor zu nichts führt, seine Leser zu Reviews zu zwingen. Reviewer, die nur aufgrund von Zwang einen Kommentar hinterlassen, werden mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bloß die gehaltlosen Zweizeiler hervorbringen, von denen ich weiter oben gesprochen habe. Sie darüber hinaus sogar als „Schwarzleser“ abzustempeln, ist dem geneigten Leser gegenüber unverschämt. Es zeigt meines Erachtens sogar, dass der Autor seine Geschichte nicht primär für den Leser, sondern für sein Ego verfasst und veröffentlicht hat. Dass der Begriff „Schwarzleser“ auch als solcher nicht angemessen ist, brauche ich an dieser Stelle nicht weiter zu erwähnen.

Rivostenn

Antwort von Robidu am 11.07.2021 | 19:42 Uhr
Hallo!

Wozu man sein erstes Review verfaßt, ist letztlich vollkommen nachrangig. Immerhin war der Text für Dich offenbar wichtig genug, daß Du dazu ein Review verfaßt hast, und das werte ich als gutes Zeichen.
Immerhin eröffnet Dein Review einen weiteren Blickwinkel – einen, den ich als INFP sehr gut nachvollziehen kann, immerhin habe ich oft genug das gleiche Problem, daß ich zwar haargenau weiß, wie eine Geschichte herüberkommt und was sie in mir auslöst, aber oft genug kommt es dann doch vor, daß die Worte schlichtweg ausbleiben. Selbst wenn ich etwas dazu schreiben wollte, so kommt es mir dann so vor, als wäre die Verbindung von meinem Gehirn zu meinen Händen ausgefallen.
Hier dann die berüchtigten Einzeiler zu schreiben oder mir ein Matrizenreview zu schreiben, kommt dabei erst recht nicht infrage. Wie Du es so schön ausgedrückt hast, ist es dem betroffenen Autoren gegenüber höchst respektlos, ihn damit abzuspeisen (übrigens eine Sache, die derzeit bei mir für Verdruß sorgt). Zwar mag so etwas vielleicht regelkonform sein, hilfreich und/oder sinnvoll ist es dabei noch lange nicht.

Daher vielen Dank für das Review. Es ist immer wieder schön, wenn man auf diesem Wege andere oder auch genauere Blickwinkel bekommt.
11.07.2021 | 12:49 Uhr
Hi Robidu,

das Problem hast du gut auf den Punkt gebracht und ich stimme dir in fast allen Äußerungen zu. Es kommen eine ganze Menge Gründe zusammen, weshalb es mit Reviews flau und flauer wird. Trotzdem würde ich noch zwei Aspekte anfügen: den Zeitgeist und die damit veränderte Masse an Autoren.

Wie meine ich das?

Du schreibst ganz richtig, dass man durchaus sein blaues Wunder erleben kann, wenn man der unverhohlenen Bettelei um Reviews nachkommt - definitiv. Während ich mir am Anfang auf ff kaum Gedanken gemacht habe, betreibe ich nun erstmal Feldforschung. Verträgt der Autor Kritik? Wie geht er damit um, dass jemand seine Charaktere nicht nachvollziehen konnte? Beantwortet er jedes Review oder nur, wenn er mal Lust dazu hat? Sicher bin ich nicht die Einzige, die so denkt. Genauso bin ich nicht die Einzige, die für Kritik schon mal angegangen worden ist. Diese Kritikunfähigkeit ist meines Erachtens dem Zeitgeist geschuldet. In einer Zeit, in der man als Pädagoge für jede nur ansatzweise richtige Antwort einen dreifachen Rittberger hinlegen muss (schließlich kann ich froh sein, wenn mein Schüler überhaupt den Wunsch zur Mitarbeit verspürt), ist nichts anderes zu erwarten. Wir leben in einer Epochen, in der Selbstdarstellung alles und Können nichts ist.

Mangelnde Kritikfähigkeit ist aber nur die Spitze der Wahrheit. Genauso wahr ist, dass sich die Autorenschaft in wenigstens zwei große Lager teilt. Da sind zum einen die, die sich tatsächlich fürs Schreiben interessieren. In diesem Lager dürfte es leicht sein, Kritik anzubringen. Wer sich fürs Schreiben interessiert, hat kein Problem damit, wenn jemand anderes RGZ-Fehler findet. Der Autor benutzt freiwillig ein Rechtschreibprogramm. Er überarbeitet freiwillig seine Texte und rühmt sich nicht schon, wenn er den eigenen Text mal durchgelesen hat. Da wäre der Hinweis, dass die Charaktere vielleicht nicht so ganz nachzuvollziehen sind, sogar wertvoll.

Mit dem anderen Lager hingegen ist es oft schwierig. Der Autor hat in seiner Lieblingsserie das 'Traumpairing' gefunden und nun wird etwas zusammengeschrieben, mit dem Ziel, die Beiden ins Bett zu befördern (möglichst inklusiver der anderen beiden Lieblingsthemen weiblicher Autoren: Schwangerschaft und Vergewaltigung). Diesen Autoren darf man normalerweise nicht mit RGZ kommen. Sie sind am Szenenaufbau nicht interessiert und wenn der Charakter nicht zu erkennen ist: Hey, das ist halt eine Fanfiktion! Zusammen mit dem oben beschriebenen Zeitgeist ergibt sich eine unheilvolle Mischung. Also was genau schreibe ich in diesem Fall? Richtig - gar nichts.

Das Schlimmste daran ist aber, dass sich genau diese Art Texte vermehren und wo sie sich sammeln, kommen immer mehr dazu. Je mehr Geschichten sogar ohne Rechtschreibung daherkommen, desto mehr andere 'Autoren' fühlen sich angesprochen, auch derlei zu schreiben. Je mehr expliziter Sex überall zu lesen ist, desto mehr 'Autoren' werden genau das schreiben, um mit den anderen mit zu schwimmen. Dort werden dann auch die Quietschies geschrieben. So beeinflussen sich mangelnde Qualität, Zeitgeist des ausschließlich Lobens und eine Masse, die die Richtung vorgibt, gegenseitig. Der normale Leser bleibt etwas ratlos zurück.

Abgesehen davon gibt es aber auch Leser, die nicht gut darin sind, sich schriftlich zu äußern. Meine Lösung dafür wäre einen 'Daumen hoch' (nicht runter!) einzuführen. Auf diese Weise könnte man dem Autor eine positive Rückmeldung geben, ohne dass man direkt etwas sagen muss oder gleich mit Sternen um sich schmeißen muss.

Ansonsten stimme ich dir völlig zu. Wer wirklich am Schreiben Freude hat, der schreibt zu einem großen Teil für sich. Ich bin beim Schreiben glücklich, egal ob ich es hochlade oder nicht.

LG
Seveny

Antwort von Robidu am 11.07.2021 | 19:54 Uhr
Hallo!

Der aktuelle Zeitgeist ist ein sehr guter Punkt, den Du da angesprochen hast. Dieses Phänomen habe ich auch schon anderswo beobachtet (mit ein Grund, weshalb ich mittlerweile weder Fakebook noch Twitter habe. Beides habe ich vor einem guten halben Jahr eingestampft), und soziale Medien sind gerade in jüngster Zeit zu einer Plattform verkommen, auf der man seinen eigenen Narzißmus schön zur Schau stellen kann. Das, was dort teilweise in Umlauf ist, spricht wahre Bände, und die guten Sachen gehen in einer Flut von Schund schnell unter.
Leider machen die Betreffenden dort nicht halt, sondern sie nutzen jede nur erdenkliche Möglichkeit, um ihre Geltungssucht zu befriedigen, und diese Auswüchse lassen sich – leider – seit Längerem auch hier beobachten.

Und daß Schund nur noch mehr Schund zur Folge hat, nennt man eine positive Rückkopplung: Offenbar kommt so etwas bei der breiten Masse gut an, insofern sehen sich dann auch andere dazu veranlaßt, derlei zu veröffentlichen. So potenziert es sich scheinbar wie von selbst. Zudem kommt hier auch noch ein anderer Faktor zum Tragen, das sogenannte Minmaxing (d. h. mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum an Ertrag herausholen zu wollen). Dies funktioniert jedoch nur sehr bedingt, und diejenigen, die sich damit nicht zufrieden geben, suchen i. d. R. schnell das Weite. Damit ist der Verdruß auf beiden Seiten programmiert, nur diejenigen, die den Schund verzapfen, bekommen das noch nicht einmal mit, da die Aktivitäten ihnen ein vollkommen falsches Bild ihrer Fähigkeiten vorspiegeln. Läuft dann ernst gemeinte und ehrliche Kritik auf, wird es sehr schnell sehr unschön.
11.07.2021 | 12:01 Uhr
Hallo Robidu,

ich habe diese Streitschrift außerordentlich gern gelesen und will daher auch in Form eines Reviews meine Zustimmung bekunden!

Ich gehöre fraglos zu den Autoren, die bestimmt keinen Grund haben sich zu beklagen, da ich von einer sehr freundlichen Leserschaft mit Reviews vielleicht nicht direkt überschüttet, aber doch schon sehr verwöhnt werde. Und ich gebe auch zu, daß ich mich darüber freue, zumal die meisten Reviews, die ich bekomme, sehr wohlwollend sind.

Ich käme aber nie auf die Idee, daß ich so etwas wie einen Rechtsanspruch darauf hätte, Reviews zu bekommen. Und ich wäre auch absolut gegen jede Form von Reviewzwang, das würde allenfalls die Leserzahlen generell reduzieren und außerdem zu einer Zunahme von serienbriefartigen Reviews ohne Aussagekraft führen, wie sie einige Personen ohnehin schon vielfach produziert haben (und über diese Reviews hat sich dann auch kein Autor freuen können). Daher finde ich: bloß keinen Zwang oder gar irgendwelche obskuren Sanktionssysteme, wie sie auch schon mal jemand gefordert hat, der sogar in seinen Kurzbeschreibungen drohte, Geschichten zu löschen, wenn die Reviewquote nicht steige, da den "Parasiten" anders nicht "die Nahrung entzogen" werden könne. (Geht's noch? Sind wir hier bei Handkes "Publikumsbeschimpfung" oder wo?)

Außerdem hast Du zu Recht darauf hingewiesen, daß es viele plausible Gründe dafür geben kann, daß jemand kein Review schreibt. Manche Leser stellen hohe Ansprüche an ihre Reviews und brauchen daher Zeit dafür, die sie nicht immer haben. Auch sonst spielt Zeit eine Rolle: ich selbst bin hier etwa hauptsächlich als Verfasser von Texten aktiv, lese aber im Vergleich dazu eher wenig und Reviews schreibe ich eben auch nicht immer - meistens dann, wenn ich von einem Text wirklich sehr angetan bin. Umgekehrt sieht es etwa im Lyrikbereich so aus, daß ich zu mindestens drei Viertel aller Gedichte, die ich lese, kein Review verfasse, weil ich diese so schlecht finde, daß sich der Autor über meine ehrliche Meinung bestimmt nicht freuen würde - andererseits bin ich aber auch nicht bereit, eine rosarota Brille aufzusetzen und dem Autor Streicheleinheiten zu verpassen, obwohl ich sein Werk in Wirklichkeit fürchterlich finde, denn das fände ich auch respektlos. Also schweige ich dann lieber.

Außerdem führst Du ja noch aus, daß gerade Autoren, die besonders aggressiv um Reviews betteln, oft auch zu denen gehören, die dann höchst empfindlich reagieren, wenn das Review nicht ausschließlich aus Lobeshymnen besteht. Das kann ich mir leider auch sehr gut vorstellen (ich selbst habe auf diesem Gebiet nicht viele Erfahrungen sammeln können, weil ich ohnehin nur recht wenig lese), und allein den Begriff "Schwarzleser" finde ich sowieso unsäglich. Ganz zu schweigen von den wüsten Drohungen, die Du in Deinem ausgezeichneten Text zitiert hast, und die ich leider auch schon in manchem Profil zu sehen bekommen habe. Solche Äußerungen sind für mich schon mal ein Grund, um den Autor bzw. die Autorin einen großen Bogen zu machen.

Liebe Grüße,
Thomas

Antwort von Robidu am 11.07.2021 | 20:08 Uhr
Hallo!

Gerade das Thema serienbriefartige (aka. Matrizen-)Reviews treibt mich derzeit massiv um. Nur um solche "Reviews" hervorzurufen, dazu braucht es noch nicht mal eines Reviewzwangs, sondern Cut & Paste sowie die Reviewvorlage reichen dazu vollkommen aus – übrigens mit ein Grund, weshalb ich kein Fan davon bin. Immerhin unterstützt so etwas ganz massiv das Minmaxing (maximaler Ertrag bei minimalem Aufwand), zumal es als absolut lieb- und respektlos herüberkommt.

Und daß es verschiedene Gründe haben kann, daß jemand keine Reviews verfaßt, scheint diversen Schreiberlingen ganz offenbar nicht in den Sinn zu kommen. Ganz im Gegenteil: Vielfach vermute ich bei solch einem Gebaren, daß die Betreffenden eher von sich auf andere schließen, nur daß das, was sie in der einen Richtung (also selbst keine oder nur sehr wenige Reviews zu verfassen) als vollkommen in Ordnung erachten, in der anderen Richtung (andere, die keine Reviews zu ihren Geschichten verfassen) überhaupt nicht mehr konveniert, und das bringt uns dann sehr schnell zum Thema Scheinheiligkeit.
Leider ist es ja mittlerweile so schön einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen, anstatt erst einmal die Müllhalde vor der eigenen Haustür zu beseitigen.
Vii-Skywalker (anonymer Benutzer)
11.07.2021 | 06:04 Uhr
Guten frühen Morgen Robidu,

mir hat deine FF sehr gut gefallen. Super, wenn auch dieses Thema mal wieder aufgegriffen wird.
Das ist wichtig. Review-Zwang?! Ähm nein! Davon halte ich nichts. Wozu auch? Das wäre noch schöner.
Alle hier schreiben, ich denke einfach mal, das es alle sind, aus Spaß. Für sich selbst in erster Linie und\ oder weil sie eben ihre Werke teilen möchten.
In ganzen über 10 Jahren hier (unglaublich! das zu lesen.), hab ich schon viel erlebt und gelesen.
Da war sogar mal eine Drohung dabei, wenn ich nicht reviewe bla bla ...
Hab ich ignoriert. Da kam auch zum Glück nie was nach. Ich lese auch mal 'schwarz' aber nur, weil mir nach einigen Zeilen nicht gefällt, was ich lese. Dann lass ich es mit der FF.

Ebenso könnte man auch über das Thema schreiben: Warum antwortet jemand nicht auf geschriebene Reviews?
Das passiert mir oft. Da erscheint nie eine Antwort.
Was schade ist, aber was soll man machen? Ich renne nicht hinter antworten her. Find ich schade, aber ist dann eben so. Das ist auch kein Zwang, sondern freiwillig. =D

Jedenfalls bin ich auf die Zukunft gespannt. Mal sehen, was ich noch alles zu lesen bekomme. Aber im großen und ganzen hatte ich überwiegend gute Erfahrungen hier.

Stern & Favo von mir.

liebe Grüße, Lynne

Antwort von Robidu am 11.07.2021 | 20:15 Uhr
Hallo!

Mittlerweile gibt es wohl nichts mehr, das es nicht gibt. Nur ist aber auch klar, weshalb manche Leute zu solchen Methoden greifen: Anscheinend sind sie nicht Willens oder in der Lage, etwas auf ihrer eigenen Seite gegen diese Malesse zu unternehmen, sondern machen andere Leute dafür verantwortlich. Ich kann hier nur mutmaßen, aber anscheinend wollen einige Leute sich nicht eingestehen, daß sie es nicht hinbekommen, doch anstatt die richtigen Schlüsse zu ziehen (nicht jeder ist ein guter Autor, kann es gar nicht sein), schieben sie die Schuld dann lieber auf andere und leiten irgendwelche abstruse Schlußfolgerungen her, die das bestätigen sollen. Was die Betreffenden damit allerhöchstens erreichen (zumindest bei mir als INFP), ist, daß sie sich selbst der Lächerlichkeit preisgeben.
Unweigerlich führt uns das aber wieder zum Thema Narzißmus und den zugehörigen unschönen Begleiterscheinungen.
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